Im Bambini-Bereich würde ich auf eine Aufstellung auch komplett verzichten. Bei uns war es so, dass sich so ziemlich alle auf den Ball gestürzt haben. Die typische Bambini-Traube halt. Einer hat dann geschnallt, dass es nichts bringt und ist immer etwas auf Abstand geblieben. Sobald der Ball aus dem Knäuel raus kam, hatte er ihn. Das kam ganz von selbst. Beim einen früher, beim anderen später. Geduld ist die höchste Tugend des Jugendtrainers.
In der F haben wir angefangen mit vorne und hinten. Das hat auch ganz gut geklappt, rückblickend muss ich allerdings auch sagen, dass vor allem die Kinder, die hinten spielten, (zu) viel gestanden haben. Und sie haben immer schön beieinander gestanden und gequatscht.

Ich weiß daher heute nicht, ob ich das wieder so machen würde. Der Ansatz "alle schießen vorne Tore und alle verhindern hinten welche" führt zwar zu vielen Gegentoren, weil man oft hinten keine Absicherung hat, führt aber auch dazu, dass alle in Bewegung sind. Außerdem fördert es die selbständige Orientierung und Verteilung auf dem Platz und damit das Spielverständnis. Die Kinder sind ja nicht doof, die merken in dem Alter schnell, dass es nix bringt, wenn alle auf einem Knubbel spielen. Ihnen die Verantwortung für die Verteilung auf dem Spielfeld selbst zu überlassen, fördert außerdem die Absprache zwischen ihnen auf dem Feld.
Wir spielen jetzt im zweiten Jahr F mit vorne/hinten und rechts/mitte/links. Die Kinder wissen, was vorne links und hinten rechts bedeutet und halten sich auch an die Positionen. Da die Kinder regelmäßig auf allen Positionen spielen, klappt das sehr gut und auch das Nachrücken der Verteidiger geht inzwischen fast immer automatisch. Dennoch geht bei dieser Positionierung einiges an Potenzial verloren. Wer hinten rechts spielen soll, der spielt auch hinten rechts. Da gibt es dann wenig Überraschungsmomente, zumindest bei den meisten Spielern. Wir haben zwei dabei, die sich auch als Verteidiger massiv mit in den Angriff einschalten und das Laufvermögen haben, (meistens) rechtzeitig wieder hinter zu sein. Diese Kinder halten wir bewusst nicht auf ihren "nominellen" Positionen. Das macht das Spiel abwechslungsreich und überraschend. Allerdings bleiben auch diese Kinder in der Regel auf der ihnen zugewiesenen Seite. Andere Kinder aber "kleben" förmlich auf ihren Positionen und warten bis der Ball dorthin kommt. Das ständige "Verschieben" aller Spieler zum Ball hin, also das ballorientierte Spiel wird so nicht unbedingt gefördert.
Wir werden daher auf jeden Fall in Zukunft ausprobieren, dass sich die Kinder "selbst aufstellen". Die Ansage wird dabei sein "alle schießen vorne Tore und alle verhindern hinten welche". Was dabei heraus kommt, wird sicher interessant. Ich meine damit nicht das Ergebnis, sondern die Art und Weise, wie sich jedes einzelne Kind mit dieser Anweisung auf dem Platz verhält. Im Prinzip werden die Kinder dadurch gezwungen mehr zu beobachten und darauf zu reagieren, was die Gegenspieler und auch die Mitspieler machen. Und es kann sich keiner aus der Verantwortung stehlen, denn alle Kinder haben die gleichen Aufgaben.