Taktiktafel bei E-Junioren

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  • Mit meiner damaligen F1 musste ich mal das Training wegen Gewitters abberechen. Wir sind dann in die Kabine geflüchtet. Um die Zeit zu überbrücken, habe ich dann auf der dort angebrachten Taktiktafel einige Spielsituationen konstruiert und die Jungs gefragt, was die einzelnen Spieler jeweils tun sollten. Auffällig dabei:
    - Einige Jungs waren mit Feuereifer dabei. Ich konnte gar nicht die Frage fertig formulieren, da flogen mir schon die Antworten um die Ohren. Und da waren richtig gute dabei!
    - Andere haben komplett abgeschaltet. Das waren wohl die, die die Situation zu sehr an Schule erinnert hat.


    Diese Spreizung war schon sehr auffällig. Das nur als Anekdote, aber auch als Warnung davor, einzelne Spieler an diesem Punkt abzuhängen.


    Grüße
    Oliver

  • Grundsätzlich konnen Menschen (nicht nur Kinder) Informationen besser verarbeiten, je mehr Sinne angesprochen werden.
    Deshalb wird auch bei trockenen Vorträgen zum gesprochenen Wort visualisiert.
    Nichts ist langweiliger und weniger lehrreich, als Input ausschlißlich mittels gesprochenem Wort.


    Nichts anderes ist die Taktiktafel.
    Auf dem Platz im Training visualisiere ich mittels Vorzeigen oder Vormachen.



    Wenn ich also ein paar Worte in der Kabine an die Jungs richte, dann ist eine zusätzliche visuelle Unterstützung sicherlich nicht von Nachteil.


    Personalityx hat ja zB ein paar Beispiele genannt, die thematisch in die Altersklasse passen, auch bei einer Nicht-NLZ-Mannschaft. (Offene Stellung ist so wichtig, hilft so enorm weiter, aber die wenigsten Trainer vermitteln das. Dabei kann man das (nahezu) jedem vermitteln, unabhängig vom Spielniveau. Dazu braucht es die visuelle Unterstützung, im besten Fall auf dem Platz, aber in der Pause zB geht das auch gut mit Taktiktafel.)


    Taktiktafel heißt ja nicht gleich 30 Minuten Ansprache am Brett, dass macht so oder so kaum Sinn.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Danke für Deine Antwort, Andre!


    Ich sehe auch eine Gefahr, sich immer auf das DFB-Ausbildungskonzept zu berufen. Das Konzept, welches Du verlinkt hast, ist nicht mehr aktuell - sowie der DFB arbeitet an neuen Leitsätzen (siehe Präsentation Hansi Flick beim BDFL). Nichtsdestotrotz ist z.B. ein Lernziel "Taktische Grundregeln für eine Raumorientierung und -aufteilung". Heißt, dass der DFB vorschreibt, mannschaftstaktische Inhalte zu vermitteln.


    Zu Recht fällt bei Deiner Ausführung der Name "Horst Wein". Horst Weins These ist "Fußball beginnt im Kopf und endet am Fuß". Zunächst ist die Wahrnehmung und Entscheidungskraft entscheidend - NICHT die technische Ausführung ("Vier Phasen der Spielintelligenz"). Unser Konzept stützt sich auf Horst Wein. Wir vermitteln technische Themen in Spielformen.


    Daher sind deine Aussagen widersprüchlich. Du wirbst für das Ausbildungskonzept, welches in deinen Augen die technische Grundlagenarbeit und vielseitige Bewegungsschule vorschreibt, aber weist auf Horst Wein hin, der vor allem die Spielintelligenz der Kinder fördern möchte.


    Ich halte es für falsch, Kinder zu unterschätzen. Reine Übungsformen sind i.d.R. langweilig. Kinder können taktische UND technische Inhalte durch Ausprobieren in Spielformen erarbeiten. Durch gezielte Fragen durch den Trainer wird das Wissen und Können der Kinder erweitert. WICHTIG ist nicht der Inhalt, sondern das Coaching. Für mich gehört bei Coaching die Taktiktafel, "da sie meine Worte visualisiert".


    Letztlich hast Du Recht Andre, dass ich ein anderes Klientel habe.


    Gerne unterstütze ich den Beitrag von "Sir Alex" und bekräftige nochmals das Thema "offene Stellung". Für mich mittlerweile eines der wichtigsten Lernziele in der Vorbereitungsperiode.


    Gruß

    "Don't forget to love your haters. They keep you motivated."

  • Grundsätzlich, denke ich kann man nicht sagen das darfst / sollst du nicht.
    Einfach ausprobieren, wenn man feststellt das man seine Mannschaft damit erreicht ist das in Ordnung.
    Sollte es aber so sein das einige den Eindruck machen, so nach dem Motto "Was will der jetzt von mir?", dann würde ich eher auf das Taktikboard verzichten und die Jungs auf Original Spielfeld stellen um bestimmte Dinge zu vermitteln.

  • Kann es nicht sinnvoll sein, wenn Kinder ein bestimmtes Medium peu a peu kennenlernen - vom ganz einfachen zum komplexen - und nicht irgendwann von null auf hundert den Umgang mit dem Medium verstehen müssen?

    Im ersten Moment hörte sich das für mich einleuchtend ein... Im zweiten nicht mehr... Dadurch wird das Medium ja wichtiger als der Inhalt.

    Ferner gibt es auch viele Themen der Individualtaktik, die ich an einer Taktiktafel visualisieren kann, z.B.


    - Orte der 1-gegen-1 Situationen
    - Welcher Fuß nimmt an, welcher Fuß stößt den Ball?
    - Positionierung auf dem Spielfeld (offen, geschlossen, halb-offen)
    - Zweikampfverhalten: Wie stellen, wohin lenken?

    Wir beide trainieren z.Zt. denselben Jahrgang. Die ersten drei Punkte waren bei uns in den letzten Wochen auch Thema. Der vierte noch nicht, da unser aktueller Schwerpunkt das offensive 1 gg. 1 ist.
    Ich habe alle Themen auf dem Platz behandelt. Die Spielstellung versteht jeder 9/10-jährige sofort, wenn Du ihn auf dem Platz um seine eigene Achse drehst. Er wird Dir sofort sagen können, in welcher Position er viele Möglichkeiten hat und in welcher nicht. Dieses 3D-Bild ist für mich deutlich nachhaltiger als die Tafel.


    Letztlich hast Du Recht Andre, dass ich ein anderes Klientel habe.

    In der Altersgruppe U11 gebe ich Dir da nur eingeschränkt Recht.
    In der Vergangenheit habe ich mehrfach Spieler trainiert, die später ins benachbarte NLZ wechselten. Auch aktuell habe ich einen (vielleicht sogar zwei), die für´s NLZ interessant wären. Beide haben eine unterdurchschnittliche Körpergröße - insofern werden sie dem NLZ z.Zt. (noch) nicht auffallen...
    Was ich damit sagen will: In Altersgruppen, in denen die NLZ noch im kleinen Radius die Spieler einsammeln, hat manch "normaler" Verein diese Spieler durchaus auch noch.

  • Das Medium ist doch nicht wichtiger, als der Inhalt.


    Die Taktiktafel ist nur ein Medium, um den Inhalt des gesprochene Wortes visuell zu unterstützen.
    Auf dem Platz macht man ja auch vor oä.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Genau. Und deswegen macht es keinen Sinn, ein Medium zu nutzen, damit sie das Medium kennenlernen.
    Siehe Deine offene Fragestellung:


    Kann es nicht sinnvoll sein, wenn Kinder ein bestimmtes Medium peu a peu kennenlernen - vom ganz einfachen zum komplexen - und nicht irgendwann von null auf hundert den Umgang mit dem Medium verstehen müssen?

  • Zu Taktiktafeln sage ich generell jein.


    Ich arbeite viel mit Zetteln, wo ich es den Kindern zuerst erkläre und dann wird es auf dem Platz ausprobiert.
    Das ist die Vorstufe zur Tafel aber jedoch alles auf dem Platz.


    Bei der E würde ich jedoch damit noch nicht beginnen.
    Aber der D in leichter Form jo.

  • PersonalityX


    ich nehme das so zur Kenntnis und sachlich auch an. Ich überlege gern und hinterfrage mich. Alles was ich schrieb, schrieb ich aus dem jetzigen Stand meines Wissens und aus gutem Gewissen ohne beleidigen zu wollen...nur zur Klarstellung.


    Das neue Konzept liegt mir nicht vor, gibt es da eine LInk?


    Für mich ist nur wichtig, dass niemand der meint zu Wissen...dabei ein riesen Ego befriedigen will und darüber Dinge im Kifu macht, die den Koten die schönste Wochenzeit dabei versauen, den Verein und den Fußball schädigen.


    Mein Bereich ist hier die Kreisliga.


    Was mich seltsam stimmt ist, dass -für mich die Fakten-...nämlich das der größte Teil (Ausnahmen bestätigen die Regel) der Kinder im Gewissen Alter gewisse Dinge körperlich nicht tun können und dieses Erkenntnis darauf - wissenschaftlich - unterlegt ist....jedoch von Konzepten und Trainern oder von Trainer die Konzepte falsch auslegen und verstehen...unterwandet werden. DAS findet so in der Kreisliga sehr häufig statt. Wenn nicht...dann machen die Herren das was sie wollen und dabei finden dann die Dinge statt, die so richtig schlecht sind.

  • Genau. Und deswegen macht es keinen Sinn, ein Medium zu nutzen, damit sie das Medium kennenlernen.
    Siehe Deine offene Fragestellung:

    Dennoch finde ich den Satz von @Sir Alex ganz gut. Man sollte nicht alles verteufeln und sie können das Ding ja schonmal kennenlernen. ;)


    Bei meiner E habe ich - durch Gespräche mit Kollegen die die Tafel einsetzen - überlegt, die Taktiktafel auch mal zu nutzen. Ich habe dann überlegt was ich ihnen da erklären könnte. Sicherlich würden sie mehr verstehen als man den Kindern zutrauen würde. Dennoch habe ich nichts gefunden, was ich ihnen da vermitteln müsste bzw. was Sinn macht. Ich könnte ihnen erklären wo links und rechts ist, wo die Tore stehen und die Seitenauslinien sind. Ich könnte ihnen auch erklären das wenn alle links sind, sie den Ball bloß rechts rüber spielen brauchen. etc.
    Aber ich bezweifle das meine Jungs das umsetzen könnten.


    Im Gegensatz dazu beim letzten Training:
    Horst Weins 3:3:3 auf vier Tore. Übung erklärt und losgelegt. Nach einiger Zeit ohne Torerfolg habe ich die Übung gestoppt und Fragen gestellt.


    Warum machen wir diese Übung? Warum ist jetzt noch kein Tor gefallen? Was sollte sich das angreifende Team verhalten? Wie müssen sich die Verteidiger verhalten? etc.


    Zusammen haben wir die Antworten erarbeitet. Wenn sie nicht weiter wussten, habe ich Stichworte geliefert. Zum Ende der Spielform waren sie hochkonzentriert und im Spielfluß. Ganz wie von HW beschrieben: Vom Kopf in den Fuß.


    Also: Wer als Trainer einer E-Jugend an der Taktiktafel etwas vermitteln kann, kann es gerne machen.
    Ich bevorzuge die Variante direkt auf dem Trainingplatz. Ab D aufwärts ist sie natürlich eine gutes Arbeitsmittel.


    Gruß,
    sb

  • Ich könnte ihnen erklären wo links und rechts ist

    Auch wenn es vielleicht lächerlich klingt, ich habe mit der Tafel links und rechts sowie "vorne" und "hinten" erklärt. Hatte zwei Kinder dabei, die es mit zeigen auf dem Feld oder erklären einfach nicht verstanden hatten. Und mit der Tafel ging es auf einmal. :)

  • Ich stimme den Kollegen @soccerbook, @Follkao, aber auch @Sir Alex zu, und nehme auch an der Handlungsweise von @personalityX. Meiner Erfahrung nach fällt den meisten Spielern bis zum Ende des E-Jugendalters der Transfer von der Taktiktafel auf den Platz sehr schwer. Sie finden die Tafel interessant, sie ist aber noch bis zum Ende der F-Jugend für die allermeisten nur ein Spielzeug, auf dem Figuren herum geschoben werden und völlig realitätsfremde Fantasien formuliert werden -- sprich: sie nehmen gerne "Ihren" Spieler und führen mit ihm an allen Gegnern den Ball vorbei, um ihn zum Schluss natürlich im Tor zu versenken. In der E-Jugend ist der Spieltrieb nicht mehr ganz so stark ausgeprägt, dafür nimmt aber auch das Interesse ab. Und für die Mehrzahl der Spieler ist die Tafel immer noch zu abstrakt, was man daran erkennt, dass sie Dinge an der Tafel erklärt haben, sich auf dem Platz dann aber doch ganz anders verhalten, eben so, wie sie es gewohnt sind.


    Daher komme ich zu dem Fazit, dass man die Tafel zwar auch schon in der F nutzen kann, sich davon aber nicht zu viel versprechen sollte. Es gibt zwar in fast jedem Team ein paar Spieler, die so schlau sind, dass sie die Tafel schon peilen, aber sie sind die Ausnahmen. Und dementsprechend würde ich die Tafel auch nur recht sparsam einsetzen und neue Inhalte stets auch auf dem Platz vermitteln.


    Interessant finde ich, dass du, @personalityX, die offene Stellung an der Tafel erklärst. Die Spieler sind da doch typischerweise, stark abstrahiert, durch einfarbige Kreise repräsentiert. Bei diesen kann man doch gar nicht sehen, wohin der Spieler blickt und wie sein Körper orientiert ist. Das kann ich doch auf dem Platz viel besser verdeutlichen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • @Andre


    Ja, ich sehe ebenfalls die Gefahr, Medien wie "Nürnberger Trichter" zu verwenden, mit Mogelpackungen den natürlichen und ganzheitlichen Entwicklungsprozeß verkürzen zu wollen.


    Dabei ist ganz gewiß nicht die Taktiktafel schuld, denn Schultafeln kennen bereits die Erstklässler. Aber alles, was man an einer Tafel zeigen kann, kann man auch auf dem Platz zeigen. Es mag jedoch ein wenig länger dauern. Aber diese Zeit haben wir doch oder etwa nicht?


    Leider hat aber die frühe Verschuldung hierzulande dazu geführt, dass die körperliche Entwicklung durch Bewegungsmangel nicht mehr altersgemäß stattfindet.


    Ferner findet eine Reizüberflutung durch die Werbung mit dem Kind als Kunden statt, weshalb sich das Kind innerhalb und außerhalb der Familie nach Ruhepoolen sucht, in denen es seine Freizeit kindgerecht gestalten kann.


    Die Gefahr neuer Erkenntnisse liegt immer auch in ihrer Fehlinterpretation. Nahezu jede neue Entdeckung wird zunächst daraufhin geprüft, ob sich daraus ein "Prügel" machen läßt, um sich mit Gewalt einen Vorteil zu verschaffen. Erst danach wird geprüft, ob es sich zum allgemeinen Nutzen eignet.


    Wird die Erkenntnis, dass man den Fussball vom "Kopf in den Fuss" spielt dazu genutzt, um danach dem Kind als Hobbyspieler den Fussball besser begreiflich zu machen, so kann es von Nutzen sein. Wird jedoch versucht, durch weitere Reizüberflutung Wissen für spätere Jahre bereits früher "hineinprügeln" zu wollen, dann besteht die Gefahr, dass Kinder Schaden daran nehmen, weil sie sich noch nicht gegen diese Überforderung aktiv zur Wehr setzen können.


    Es ist also nicht die Taktiktafel, sondern die Menschen (hier Trainer), die sich entscheiden können, wie sie es einsetzen.

  • Wir beide trainieren z.Zt. denselben Jahrgang. Die ersten drei Punkte waren bei uns in den letzten Wochen auch Thema. Der vierte noch nicht, da unser aktueller Schwerpunkt das offensive 1 gg. 1 ist.Ich habe alle Themen auf dem Platz behandelt. Die Spielstellung versteht jeder 9/10-jährige sofort, wenn Du ihn auf dem Platz um seine eigene Achse drehst. Er wird Dir sofort sagen können, in welcher Position er viele Möglichkeiten hat und in welcher nicht. Dieses 3D-Bild ist für mich deutlich nachhaltiger als die Tafel.

    @Fallkao:


    Du hast Recht, der erste Schritt sollte das Vormachen und Erklären auf dem Trainingsplatz sein. Gerne möchte ich wissen, wie du z.B. in der Kabine nochmals auf die offene Stellung hinweist, verschiedene Positionen/Situationen abfragst und die Laufwege, in eine offene Stellung sich frei zulaufen, simulierst?


    Andre:


    Es wird an einem neuen Konzept gearbeitet. Momentan werden Spielvisionen für die älteren Altersklassen erarbeitet, die zunächst auf die U-Nationalmannschaften und später auf die NLZs und Vereine übertragen werden. Es wird dauern, bis ein neues einheitliches Konzept ensteht. Dein Konzept ist weiterhin gültig, jedoch in meinen Augen nicht mehr "modern". Eine Einführung zu den Spielvisionen bietet Hansi Flick in seiner Präsentation beim BDFL-Kongress:


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    Ich kenne auch viele Kinder, die viel Ärger mit dem Ball haben und der Trainer es nicht schafft, gezielt zu helfen, stattdessen den Bundestrainer in einem 30 minütigen Vortrag an der Taktiktafel spielt. Daher betone ich stets, Themen differenziert zu sehen. Ich würde sehr wahrscheinlich auch weniger in einer unterklassigen Mannschaft mit Taktiktafel arbeiten. Ganz klar!

    "Don't forget to love your haters. They keep you motivated."

  • Interessant finde ich, dass du, @personalityX, die offene Stellung an der Tafel erklärst. Die Spieler sind da doch typischerweise, stark abstrahiert, durch einfarbige Kreise repräsentiert. Bei diesen kann man doch gar nicht sehen, wohin der Spieler blickt und wie sein Körper orientiert ist. Das kann ich doch auf dem Platz viel besser verdeutlichen.


    @tobn: Die einfarbigen Kreise müssen durch einen Strich ergänzt werden (siehe Anhang, damals jedoch mit mittigen Strich).

  • Du hast Recht, der erste Schritt sollte das Vormachen und Erklären auf dem Trainingsplatz sein.

    Warum nur der erste Schritt? Auf dem Platz erklären und auf der Tafel festigen? Klappt das bei 9/10-Jährigen?
    Mag ne Phrase sein - aber Fußball lernt man m.E. auf dem Platz leichter als in der Kabine. Und das gilt für Technik gleichermaßen wie für Individualtaktiken.


    Gerne möchte ich wissen, wie du z.B. in der Kabine nochmals auf die offene Stellung hinweist, verschiedene Positionen/Situationen abfragst und die Laufwege, in eine offene Stellung sich frei zulaufen, simulierst?


    Ich habe das jetzt so verstanden, dass Du in der Kabine vor (?) dem Spiel all diese Dinge besprichst. Wie lange dauert eine Besprechung bei Dir?
    Mein Ziel ist es, in dieser Altersklasse diese Themen in Spielformen zu automatisieren. Da kann dann auch mal eine kurze Frage-Antwort-Session auf dem Platz vorkommen.
    Aber als Theoriestunde in der Kabine? Ist nach meiner Erfahrung in dieser Altersklasse nicht sinnvoll.

  • Folkau


    Natürlich lassen sich Inhalte am besten auf den Platz ( mit Vormachen, Vorzeigen, etc.) erarbeiten und man sollte dies auch tun.


    Und die Ansprachen in der Kabine im Wettkampf sollten auch kurz gehalten werden.


    Aber beides widerspricht doch nicht der Möglichkeit in der Kabine Themen noch mal kurz anzusprechen ( und dabei mittels Taktiktafel unterstützend zu visualisieren).
    Den Schwerpunkt der Woche will ich doch im Wettkampf sehen und spreche ihn auch nochmal an.
    Und ggfs auch nochmal in der Pause kurz.
    Man darf nicht alles und jedes ansprechen, das ist klar, die Ansprache muss Kurz sein und sucht auf 1-2 wesentliche Sachen beschränken.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • 1. Ich arbeitete nach dem Dfb-Konzept...was altersgerechtes Training und Arbeitsziele angelehnt an die körperlichen und geistigen Machbarkeiten der Altersgruppe angelehnt ist. Dieses Konzept wird derzeit überarbeitet (wurde hier berichtet)...existiert aber noch lange nicht ....UND....so sage ich schon mal im Raum, wird die körperlichen und geistigen Machbarkeiten der zu bedienenden Altersgruppe nicht in dieser Sache umwerfen. Wo die genauen Veränderungen zu heute liegen, bleibt erstmal dahingestellt. Ich gehe fest davon aus, dass -nach Einführung eines neuen Konzeptes- auch dann die Ausbildungsgruppe nicht überfordert werden soll und ...Sollte das neue Konzept hier von dem was die Wissenschaft festgestellt hat abweichen...wird es nicht mein Konzept sein...und wenn es der Papst erstellt hat...mir gings ja auch nie darum, dass der DFB anzubeten war, sondern...das das Konzept gut ist...egal wer es erstellt hat!


    2. Gibt es gut ausgebildete Trainer -die vielleicht auch bei einem LZ zu finden sind- ...die aber diejenigen Spieler "bedienen", mit denen man auch mal die "fließenden" Grenzen beschreiten kann. DAS...genau das...schwatze ich vielen da draussen im Dschungel der Kreisliga ab. Andererseits...ist Kreisliga gleich Kreisliga....und Kind im Alter von 10 oder 9 oder 11...gleich Kind und das bleibt es auch. Diesen Trainern traue ich zu, mit einer Taktiktafel angemessen zu vermitteln. Andererseits ...komme ich zu Punkt drei....


    3. ...werden auch die LZ-Spieler anteilig Kinder haben, die entsprechend ihres Entwicklungsstandes immer noch vor den Lkw laufen, obwohl sie ihn am Straßenrand stehend eindeutig gesehen haben und dennoch gehen sie los.


    4. ...gibts viele Spieler abseits eines Stützpunktes...eines Bundesligateams...eines LZ...die spielen hier ganz normal in der Kreisliga. Ich kenne -ohne lange zu überlegen- mindestens 5 Spieler die Angebote von Twente Enschede, Bochum und Schalke wie dem VFL Osnabrück hatten...die in einer Regionalauswahl vorspielten usw....die interessierte es dann nicht...100 oder 200 Km durch die Welt gekarrt zu werden...die interessierte die große Welt des Geldverdienens und Ansehens in der Presse nicht...und die spielen hier im Verein und würden -und das finde ich so klasse-...den ein oder anderen Spieler dort "oben" auch mit einem Training die Woche auf einem Bein ausspielen im 1:1....aber das nur mal am Rande. Schön ist, dass die glücklich sind.....und die werden wohl ihr ABI und danach eine tolle Berufslaubahn einlegen und nicht -wie viele die träumen mit einer schlechteren Schulnote ein schlechteres Abschlusszeugnis hinlegen um sich dann auf andere Stellen zu bewerben, weil sie an die Stellen nicht rankommen, da das Abschlusszeugnis - fußballbedingt - schwächer ausfiel, als es das gewesen wäre...ohne die sagenhafte Fußballausbildung (man rechne mal die Trainingsstunden über das Maß der normalen Vereinstrainings auf und stelle sich vor, das hätte der Spieler mal für die Schule gelernt). Und die...die dann in der dritten Liga stranden...verdienen dann 2000 oder 3000 Euro im Monat...werden 10 Jahre später 30 Jahre alt und haben 10 Jahre einigermaßen gut verdient...andere haben aber in diesen 10 Jahren in den Job investiert und der Fußballer steht dann im kurzen Hemd da. Wovon reden wir denn hier....und ich schreibe das...weil ....siehe Punkt 5


    5. weil es für mich an der Taktiktafel los geht. Dort stehen nämlich oftmals Leute (anwesende sind ausgenommen :) )...die einfach mal das große Gefühl eines Bundesligatrainers empfinden wollen auf dem großen Weg zum Sieg der Goldenen Ananas sind....merken es aber nicht und andere sagen es ihnen auch nicht und unterstützen das auch noch. Damit sind wir/ich..auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Das sind für mich Spinner und Wichtigtuer -meist ohne den Hauch von Ahnung...und die reden dann irgendeinen unverständlichen -Mist- der selbst fußballtaktisch Nonsens für eine A Jugend wäre...einfach weil sie keine Ahnung haben. Das sind dann auch die, die schlechte Trainings machen, weil wenn sie Ahnung hätten, dann hätten genau diese Leute sich das Geld für die Tafel gespart (sind übrigens sehr teuer).


    Erklärt werden nämlich -gemessen am Kreisligaspieler und darunter- Dinge, die auch abseits des roten Fadens aber auch nichts in dieser Altersgruppe zu suchen haben. Ich spreche sinngemäß vom Minikickertrainer des Dorfvereins...der mit einer Taktiktafel seinen BESTEN zum grandiosen Turnier mitgenommenen Spielern etwas auf der Taktiktafel erklären. Da reichte auch ein Stock und sandiger Untergrund um den Smilie auf den Boden zu malen. Genau das findet aber auch in der F und auch E statt....also dort statt, wo Spieler sehr oft keine drei Meter Rückwärtslaufen (auch in der F oder E 1)...keinen Ball in der C, B, A ablaufen können, nur eine Spieleröffung kennen und in der Viererkette auf Manndeckung spielen!!!!!!!!!!!!!!! und wo Trainer die FPL missachten und am Rand stehen und brüllen, nicht rotieren und zu sehr ungleichen Zeiten spielen lassen. Was will Trainer (so ein Trainer bei solchen Nichttalenten) auf der Tafel einem F-Ling usw. dann wohl zeigen???? DAS frage ich mich die ganze Zeit :!:<3:saint: Es kann doch nur -gemessen an den Tatsachen- darum gehen...sich wichtig zu machen und Unnützes abseits des Kifu zu propagieren (Anwesende wieder ausgenommen/es ist allgemein gemeint).


    Mir gehts nicht um die Tafel an sich, sondern um das subjektive Vorhaben des Benutzers!


    Da habe ich als Kämpfer für den Kifu und die Merkmale des Kifu...größte Bedenken und werde sehr hellhörig, wenn man das "legitimiert"...denn ich fürchte, dass der Schuss genau in die falsche Richtung geht.


    6. Das möchte ich hier und mit jedem Wort so unmissverständlich erklären und zwar abseits der eigentlichen Diskussion um die Tafel an sich. Von daher diskutiere ich hier einerseits im Thema, andererseits vorbei...ich bin raus. :thumbup:

  • @Andre


    Na, da hast du aber mal wieder zum Rundumschlag rausgeholt. Immerhin hast du erkannt, dass das DFB-Konzept keine Bibel ist, sondern stetiger Erneuerung aufgrund von neuen Erkenntnissen bedarf. Leider und das bedaure vermutlich nicht nur ich, dauert es häufig viel zu lange, bis sich die bereits in den Nachwuchsbreichen von gut geführten Vereinen Neuerungen auch beim DFB ihren Niederschlag finden.


    Das Pauschalisieren, ob der Trainer ohne/mit Taktiktafel mehr oder weniger Ahnung vom Fussball hat, führt doch jede Diskussion darüber gleich zu einem Tabu-Thema. Deiner Beschreibung folgend müßte man ja auch die Grundschulpädagogen, die mit oder weitgehend ohne Tafel arbeiten in gute und schlechte Lehrer aufteilen.


    So habe ich meine Kritik über den Einsatz von Taktiktafeln auch nicht verstanden wissen wollen.


    Sir Alex und Andere haben es doch mehrfach auf den Punkt gebracht, dass es auf den richtigen Einsatz der Taktiktafel ankommt. In diesem Zusammenhang sprechen sie sich gegen langatmige Kabinenvorträge aus, sondern auf die kurzzeitige Unterstützung, in der das Mdium Taktiktafel der Verständigung zwischen Trainer und Mannschaft dient.


    Die Kernarbeit von Nachwuchstrainern wird auch weiterhin auf dem Platz und nicht in der Kabine stattfinden.