Beiträge von ruffy85

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Die "KI" ist maximal so gut, wie die Daten, mit der sie trainiert wurde bzw. auf die sie zugreifen kann.


    Somit werden ChatGPT, Gemini & Co. vorab vielen Quelle wie soccerdrills, knvb, kickplan oder advanced football "eingesammelt" haben. Entsprechende Anfragen liefern dann zu den einzelnen Themen eine Mischung aus all diesen Quelle als Antwort.


    Als inspiration ist das super hilfreich, richtig angewendet nach dem Prinzip "human in the loop" wird das auch vielen unerfahrenen Trainierenden helfen, gute Spielformen in ihr Training einzubauen.


    Somit kann man Zeit sparen. Ein gutes Grundverständnis von Trainingsinhalten für verschiedene Altersgruppen kann das aber nicht ersetzen.


    Am Beispiel einer E-Jugend, Grundlagenbereich mit erster Feintechnik:


    Hier sind die Bausteine Dribbling, Pass, Torschuss & Fußballspiel in jedem Training mit geeigneten Spielformen zu üben. Einen roten Faden mit Schwerpunkten braucht es noch nicht, ebenfalls keine überbordende Team-Taktik.


    Wenn mir jedoch eine KI einen Trainingsplan für eine Saison erstellt, dann fehlen ihr aktuelle Infos zum modernen Kinderfußball.

    Basti81, let1612

    Wir diskutieren über Kinderfußball und Breitensport im Jugendbereich?!


    Ja, KI gestützte Datenanalysen sind bei großen Datenmengen sehr hilfreich und ja, Sprachmodelle können trotz ihrer Halluzinationen bei vielen Tätigkeiten wie Schreiben, Gestalten oder Programmieren unterstützen.


    Sicher kann die Technologie im Leistungssport der NLZ unterstützen, aber nie die Erfahrung und Intuition richtig guter Trainerinnen und Trainer ersetzen.


    Leider ist die wöchentliche Trainingszeit vieler Mannschaften auf 180 bis 270 Minuten begrenzt und jede Minute auf dem Platz wertvoller als neben dem Platz für Video- und/oder KI-Analysen.

    Wozu denn Videoanalyse, KI-gestütztes Training, usw.?


    Beschäftigt euch mal mit Hannes Wolf und seiner Trainingsphilosophie Deutschland anstatt weiter Trends hinterzulaufen und wertvolle Zeit mit den Kids statt auf dem Platz neben dem Platz zu verbringen und den neuen Xabi Alonso geben zu wollen.

    In Hamburg veranstaltete St. Pauli U12 zuletzt ein 5+1 TWIN. Das fände ich sogar noch interessanter / besser als 6+1 TWIN. Was denkt ihr?


    In Hamburg scheint die Entwicklung je nach Altersstufe +1 Feldspieler zu sein von 3 (F) zu 6 oder 7 (C). B und A sollen wohl erstmal 10 bleiben.

    Wie baut ihr eure Kinder wieder auf, wenn ein Gegner nicht nur körperbetont, sondern vorsätzlich grob spielt? Meine Teams beschäftigen sich nach einem Spiel gegen einen solchen Gegner ein ganzes Festival und finden nicht mehr in ihr Spiel und halten sich anschließend gegen alle weiteren Gegner zurück.


    Wir spielen durchaus körperbetont, aber bleiben dabei fair. Fällt ein Gegner nach einem Zweikampf, wird ihm aufgeholfen und der Ball überlassen. Leider gibt es vereinzelte Teams, die teilweise sogar 1 Jahr jünger sind als wir, die grob zutreten, gerne auch mal von hinten in die Beine steigen oder im Zweikampf einen Ellenbogen auf Hüfthöhe (Niere?) gezielt einsetzen.


    Die Trainer dieser Teams fordern dieses Verhalten auf dem Platz und feuern das an. Nach wenigen Minuten eines solchen Spiels gehen meine Kinder kaum noch in Zweikämpfe und sind dann unterlegen, weil verängstigt. In dieser Saison nahm ich meine Kinder bereits 4-5 Mal vom Feld und beendete das Spiel und kassierte dann die Häme des Gegners.

    Nach langem Bearbeiten unserer B-Jugendlichen konnten mein Co-Trainer und ich Anfang April zwei Junior-Coaches gewinnen. Nach anfänglicher Unsicherheit auf beiden Seiten ist es nun ein riesiger Gewinn für alle.


    Unsere F-Jugendlichen haben nun zusätzliche Trainer, die nicht so alte Säcke sind und mit ihnen noch den ein oder anderen Trick auf dem Platz üben. Für die B-Jugendlichen ist es neben einem Zusatzverdienst auch ein erstes soziales Engagement und ein Perspektivwechsel. Für uns Trainer ist es zum einen eine Erleichterung, zum anderen können wir unsere Erfahrung und unsere Einstellung für modernes Grundlagentraining in Spielformen an die hoffentlich nächste Generation Trainer weitergeben.

    Ich hatte mich als damaliger Trainer einer jungen F-Jugend für das Profil Kinder entschieden, somit waren die Praxisinhalte für die F bis D angepasst. Im Profil Jugend ist es dann die C bis A. Der theoretische Anteil ist meines Wissens nach nahezu identisch, die Schwerpunkte werden minimal anders gesetzt, bspw. Grundlagen (F-D) und Aufbau (C-A).

    Deine Schilderungen klingen nach einem unsicheren und besorgten Papa, der grundsätzlich das Beste für seinen Sohn möchte. Weiterhin hat er eine gewisse Meinung / Einstellung zum Fußball und kennt wahrscheinlich die Entwicklungen der letzten Jahre noch nicht.


    Ich würde ihm anbieten, nach einem Training für eine Viertelstunde einmal offen über den heutigen Kinderfußball und die Prinzipien in meiner Mannschaft zu sprechen. So kann er auch seine Sorgen zum Ausdruck bringen und anschließend sollte der Deckel drauf und Ruhe sein.

    Ich bin inzwischen dazu übergegangen in 1vs1 Situationen immer ein Dribbling zu fordern bzw. dazu zu motivieren ("den packst du", "sei mutig"). Manchmal auch bei 1 vs 2 Situationen, aber ab drei Gegenspieler versuche ich zu unterstützen, indem ich mögliche Anspielstationen nenne ("Noah ist dabei", "kannst zu Jakob", "Finn hilft dir"). Deshalb wäre es ja so wichtig, dass die Kids nicht nur Dribbeln, sondern eben auch mal den Ball abgeben (passen) können.

    Mir fällt dazu ein:

    Wieso gibst du eine Lösung vor und nimmst so die Entscheidungsfindung?


    Steuernd können wir Trainierende durch Gleichzahl entweder Dribbling und Zweikämpfe oder durch Überh/Unterzahl Passpiel in den Fokus stellen und so indirekt das freie Spiel unserer Zielsetzung anpassen.


    Weitere Möglichkeiten, die ich gerne verwende, um zum einem die freie Entscheidung zu lassen und zum anderen dennoch Schwerpunkte zu setzen:

    Tore durch Aufgaben freischalten, Provokationsregeln, "wer den Ball ausschießt, holt ihn", Wechsel der zu bespielenden Tore.


    Mit all solchen Besonderheiten - schaut auch mal Icon League & Co. - wird das simple Spiel massiv aufgewertet und der häufig fehlende Straßenfußball in den Verein geholt.


    Und früher gab es mehr dieser Fußballer und dadurch gewann Deutschland die Titel. Nicht durch besondere Taktik wie Ballhalten & Co.

    Thomas0815-2

    Woher stammt deine Annahme, dass alle Dribbler sein sollen?


    Es geht nicht um den Baustein Dribbling, wieso alle wieder mehr wie Wirtz, Müller oder Musiala sein sollen.


    Diese Spieler besitzen eine sehr starke Spielintelligenz und sind Handlungsschnell. Sie sind klassische oder moderne Pöhler und zeigen das auch in ihrem Spiel.


    Jonathan Tah ist ähnlich ausgebildet worden, weil er das Glück hatte, im modernen Hamburger Fußballverband groß geworden zu sein.


    Die moderne Ausbildung stellt neben den Bausteinen Dribbling, Torschuss, 1v1 & Pass die Nähe zum echten Spiel mit vielen Ballaktionen für jedes einzelne Kind in den Vordergrund.


    Daher soll in kleinen Gruppen ein Ausschnitt eines Spiels und nicht eine statische Übung mit hoher Wiederholungszahl trainier werden.


    Hier ein Beispiel:


    Statisch:

    4 Kinder spielen im Viereck einen Pass und laufen dem Ball hinterher.


    Dynamisch (modern):

    Die Kinder spielen auf einem Feld 3v3 mit tiefem Anspieler. Es entstehen immer 3v2 Überzahlsituationen und das Passspiel wird spielnah trainiert.

    Ich persönlich denke, dass die Kinder in der F-, E- und D-Jugend keine taktischen Beschränkungen auferlegt bekommen sollten.

    Frei nach dem Zitat von Konfuzius: Sage es mir und ich vergesse es. Zeige es mir und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich selbst erfinden und ich werde es beherrschen. Ich bin mir auch bewusst, dass ich mit meiner Meinung fast ganz alleine da stehe.

    Einschränken in der Wahl der Mittel sollte vermieden werden. Verschiedene Mittel beibringen bzw. erleben lassen hingegen gehört für mich ab der U9/U10 dazu, weil die Kinder in diesem Alter sich als Gruppe verstehen und gemeinsam Erfolge erleben wollen.


    Ein Beispiel meiner U9, das nun 2-3 Wochen zurückliegt. In einem Hallenturnier stehen wir im Finale, wir spielen gegen ein Team, gegen das wir schon einmal im Turnier gewannen, und die Kinder sind aufgeregt.


    Wir Trainierende geben den Tipp mit, dass zwei Kinder immer direkt den Ball erobern sollen, wenn der Gegner den Ball hat. Zwei andere Kinder sollen hinten aufpassen, dass kein Gegner zwischen ihnen und unserem Kind im Tor ist.


    Die Kinder setzten das dann um, wechselten sich mit den Aufgaben ab und das immer deutlicher werdende Ergebnis motivierte sie die Tipps zu befolgen.


    Von außen war nur Anfeuern und Wechseln erforderlich, ansonsten keinerlei Coaching.


    Hätten sie die Tipps ignoriert, wäre es mir auch egal gewesen. Es waren Tipps aus der Erfahrung als Erwachsener heraus, damit die Kinder sich mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen tollen Vormittag belohnen können und nicht verkrampfen oder frustriert aufspielen.


    Feste Anweisungen und die Erwartung, dass alle Kinder so spielen, das wäre fehl am Platz. Aber sie sollten schon lernen, welche Spielstile es gibt, damit sie diese auch anwenden können, wenn sie das wollen.

    Thomas0815-2

    Ich denke, dass die Kinder heute genauso glücklich sind, dass sie mitspielen können, wie du es früher warst.


    Hier kommen dann eher die kleineren Teamgrößen bis zur E-Jugend zum Tragen, weil mehr Kinder spielen statt zusehen können - Stichwort Meldehürde. Und am Spielfeldrand können auch Eltern begleiten, geht ja nur um Anfeuern und das regelmäßige Wechseln.

    Erinnern wir uns doch bitte mal an unsere aktive Fußballzeit als Grundschulkind zurück.


    Wir spielten am Wochenende genau ein Spiel gegen eine Mannschaft, 2x 15 Minuten oder so. Es gab einen Sieg oder eine Niederlage, das bewegte uns das ganze Wochenende und auch die folgenden Wochen trugen wir die jeweilige Tagesform mit uns herum und manche Trainierende wollten unbedingt Platz 1 über einen Zeitraum von 6 bis 9 Monaten erreichen. Ein Zeithorizont, der für uns damals nicht greifbar war und für unsere Kinder ebenfalls nicht greifbar ist.


    Heute wird - unabhängig von der Spielform - jedes Wochenende ein Turnier gespielt, dabei ist es zweitrangig, ob CL-Modus mit Auf- und Abstieg oder Jeder gegen Jeden.


    Unsere Kinder erleben mehrere Siege und Niederlagen an einem Tag, sie wissen genau, wer am Ende die meisten Spiele gewann oder das letzte Spiel auf dem höchsten Feld.


    Sie erleben aber auch individuelle Siege und Niederlagen in Zweikämpfen, Ballaktionen, usw. Und das mit einer Wiederholungszahl von der bis vor wenigen Jahren alle nur träumen konnten.


    Und nach so einem Turnier? Alles auf Null. Neue Woche, neue Chance. Als Trainerende nehmen wir das Erlebte mit und versuchen spielerisch unsere Kinder besser zu machen. Ohne verkrampfen zu müssen, ohne auf ein Ziel in 6 bis 9 Monaten hinarbeiten zu "müssen". Wir können jeden Kind die gleiche Chance geben, Sieg und Niederlage zu erleben und zu lernen.



    Da frage ich nun in die Richtung des Themenerstellers:


    Wenn du ein Kind wärst, welche dieser beiden Varianten würde dich auf lange Sicht mehr motivieren Fußball zu spielen?

    Je weniger Kinder ein Team bilden, desto mehr Ballaktionen hat jedes Kind. Bei weniger Kindern pro Team müssen alle Kinder Einsatz zeigen und können nicht nur zuschauen.


    Auch passen kleinere Spielfelder und geringere Teamgrößen im Grundschulalter besser zur motorischen und kognitiven Entwicklung der Mehrheit der Kinder.


    Und ja, man kann durchaus auch mal andere (größere) Spielformen ab der E-Jugend ausprobieren, müsste in der Regel schnell einen Aha-Effekt auslösen bei den Trainierenden.


    Problematisch ist derzeit der Stilstand im Jugendfußball ab der D-Jugend. Hannes Wolf und sein Team beißen sich mit Ausnahme der NLZ die Zähne aus, 6+1 im Twin-Modus zu etablieren.


    Im Kölner Raum zeigt sich inzwischen die Herausforderung, dass Kinder vom 4+1 in der E zum 8+1 in der D kommen. Dieser Sprung ist zu groß.


    Hierfür können die kleineren Spielformen im Kinderfußball jedoch nichts und sollte deswegen auch in der E gespielt werden anstatt regelmäßig 6+1 - da spielen doch auch nur 3-4 Kinder aktiv und der Rest sind Zuschauer auf dem Feld.


    Und viele Trainierende neigen dazu einen auf Guardiola zu machen und denken, es braucht Gruppentaktik und Rasenschach im Kinderfußball, am besten mit Spiel auf Ballbesitz und Videoanalyse der kommenden Gegner.


    Es ist Kinderfußball. Das Ziel ist die individuelle Entwicklung der Kinder und die lebenslange Begeisterung für Sport. Alles andere gehört in den leistungsorientierten Jugendfußball.

    Was mir auffällt und ein Nachteil ist:

    Es fehlt der zweite Sport auf Wettkampfniveau.


    Nahezu alle Talente üben zwei oder drei Sportarten auf Wettkampfniveau aus und das durchaus schon im Grundschulalter.

    Siehe auch St. Pauli Rabauken. Reihe "Funino lernen". Vom 3gg0 zum 3gg3.

    Fechter

    In einer E-Jugend kann mit Chaos-Spielen und Spielformen mit geometrischen Formen und Farben das "Traube Bilden" angegangen werden und so auch die Wahrnehmung und Handlungsschnelligkeit verbessert werden.


    Zu den Bambini wurde eigentlich Alles geschrieben. tobihro lass dich nicht entmutigen von "Roboter"-Kindern gegnerischer Mannschaften und geh konsequent den Weg weiter. In 2-3 Jahren werden deine Kinder Zweikämpfe gewinnen können und auch miteinander spielen. Kinder, die zu früh auf feste Positionen gesetzt werden und meist nach einem Schema F trainieren, verlieren ab spätestens der E-Jugend den Anschluss und die Freude am Fußball.

    Drei Spielrunden in der U9 sind gespielt, einmal war es richtig toll ausgerichtet, zweimal eine Katastrophe.


    Bei einem Ausrichter Diskussion um Funino, denn das sei ja was für Kinderfußball. Und deren Kinder spielten schon richtigen Fußball, wie die Profis.


    Und heute dann der anfängliche Unwille, überhaupt ein Funino-Feld aufzubauen, erst der Hinweis auf die Spielordnung half hier weiter. Als kleine Retour-Kutsche passte der Ausrichter nicht den Spielplan an, obwohl eine Mannschaft nicht erschienen ist. So gab's neben Funino auch 4+TW Spiele, bei denen ich dann 10 Kinder hatte und mit dem Wechseln und angemessenen Spielzeiten für alle Kinder ordentlich ins Schwitzen kam.

    ScuBac

    Grundsätzlich ja. Es wird dann, so meine Erfahrung, etwas die Wechselfairness leiden und es fehlt die Motivation und der Trost von der Seitenlinie sowie eine gezielte Reflektion in den Pausen.


    Persönlich betreue ich meist 2 5er Teams (= 1 Mannschaft) alleine, Teams im Wechsel. Ob JgJ oder CL ist dabei egal.


    Aber auch das kann oder will nicht jede*r. Wir sollten nicht von uns auf andere schließen und zu schnell verallgemeinern.