Aktuelle Situation der deutschen Nationalmannschaft

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  • Wen würdest du denn aussortieren? Für mich wären das:

    Neuer, Kimmich, Rüdiger, Raum, Goretzka, Sane, Baumann

    Sehe ich fast genau so. Bei Baumann weiß ich nicht. Bei Woltemade müsste man evtl. mal abwarten, ob er sich in einem Team halbwegs als Stammspieler etabliert. Für dieses Turnier war er nicht bereit.

    Kimmich finde ich als Person und Familienvater sympathisch, aber er steht letztlich für das Versagen bei den letzten Turnieren. Von ihm werden keine besonderen Impulse oder Siegermentalität zu erwarten sein. Daher ist es m.E. besonders wichtig, dass er rausgenommen wird.

    Genau an dieser Stelle (Familienvater Kimmich) bin ich komplett anderer Meinung seit ich die Doku gesehen habe. So familienfremd kann man doch fast nicht sein.

    Woltemade würde ich noch eine Chance geben. Generell würde ich jetzt Spieler unter 25 Jahren testen, testen, testen

  • Ich verstehe die Rückholaktion rein sportlich schon. Ich denke da gibt es im deutschen Fußball nachwievor nicht viele Torleute, die besser sind. Zudem hat er auch international natürlich ein enorm hohes Standing.

    Was diese Rückholaktion allerdings menschlich im Team ausgelöst hat, kann man sich nur denken. Die Wahrheit werden wir vermutlich nie oder erst deutlich später erfahren.

  • Sehe ich fast genau so. Bei Baumann weiß ich nicht. Bei Woltemade müsste man evtl. mal abwarten, ob er sich in einem Team halbwegs als Stammspieler etabliert. Für dieses Turnier war er nicht bereit.

    Kimmich finde ich als Person und Familienvater sympathisch, aber er steht letztlich für das Versagen bei den letzten Turnieren. Von ihm werden keine besonderen Impulse oder Siegermentalität zu erwarten sein. Daher ist es m.E. besonders wichtig, dass er rausgenommen wird.

    Genau an dieser Stelle (Familienvater Kimmich) bin ich komplett anderer Meinung seit ich die Doku gesehen habe. So familienfremd kann man doch fast nicht sein.

    Woltemade würde ich noch eine Chance geben. Generell würde ich jetzt Spieler unter 25 Jahren testen, testen, testen

    Kimmich sehe ich nachwievor als Säule in diesem Team. Insbesondere bei Bayern hat er eine starke Saison hinter sich und sich auf Weltklasseniveau bewegt. Er war meiner Meinung nach nur komplett auf der falschen Position im Einsatz. Wie übrigens bei allen großen Turnieren zuletzt. Er bewegt sich meines Erachtens nur im zentralen Mittelfeld auf hohem internationalen Niveau. Als RV sehe ich ihn aufgrund Geschwindigkeitsdefiziten und mittlerweile auch schlechter Positionstreue nicht mehr auf hohem Niveau. Das war er lediglich in seinen sehr jungen Jahren.

  • Wie übrigens bei allen großen Turnieren zuletzt. Er bewegt sich meines Erachtens nur im zentralen Mittelfeld auf hohem internationalen Niveau. Als RV sehe ich ihn aufgrund Geschwindigkeitsdefiziten und mittlerweile auch schlechter Positionstreue nicht mehr auf hohem Niveau. Das war er lediglich in seinen sehr jungen Jahren.

    WM 22 gegen Japan war Süle RV, Kimmich im Mittelfeld.


    Danach wurde Kimmich RV.

  • Klinsmann 2.0 ..... 8)

    Jürgen Kl. hatten wir ja schon. Und das brauchen wir nicht nochmal. Die Bayern haben das auch ausprobiert. Es wäre schon blöd, wenn wir seit Jahren in der Trainerausbildung hören würden, was richtig und was falsch ist und dann kommt ein neuer Nationaltrainer und es ist dann doch wieder ganz anders. So verstehe ich das jedenfalls, was die Bild da schreibt.

    Wobei ich Punkt 4 als am ehesten korrigierbar halte. Ich glaube hier könnte mit einem Trainer Jürgen Klopp schon sehr schnell eine deutliche Verbesserung erzielt werden, wenn mehr Fokus auf Mentalität und Teamspirit gelegt wird.

    Das scheinen die Dinge zu sein, die in den letzten Austragungen gefehlt haben und vermutlich würde Klopp das schnell korrigieren. Wir brauchen keine Wissenschaftliche Herangehensweise für die Teamzusammensetzung (auch wenn Team-"Chemie" Wissenschaft ist). =) Bitte einfach den Fokus auf Fußball legen - der Rest hat jahrzehntelang von selbst funktioniert.

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"

  • Klar, vorne zu oft einfallslos und ohne Durchschlagskraft über Außen. (Mit Ausnahmen gegen drittklassige Gegner)


    Ausbildung hin oder her...


    Neuer bekommt 11 Schüsse aufs Tor und 5 davon sind drin.

    Kann man mit so einer Statistik Weltmeister werden? Denke nicht. Wobei ich gar nicht Neuer alleine den schwarzen Peter zuschieben will. Der komplette Abwehrverbund? Man hat zu oft das Gefühl, zumindest ich. Quasi einmal vor dem Tor und es klingelt sofort?

    Kopfsache? Weiß auch nicht? Irgendein Wunder muss geschehen...


    Ansonsten denke ich auch, die Analyse aus England trifft den Nagel leider ziemlich auf den Kopf.

    Mittelklasse aktuell. Mal schauen, was der Messias jetzt daraus macht...

  • Ja, Fakt ist - wir haben keine Weltklassedribbler und auch keine Weltklassestürmer.
    Dadurch können wir nur über unsere technisch starken Mittelfeldspieler wie Wirtz, Musiala, Havertz oder jetzt bei diesem Turnier Nmecha Torgefahr erzeugen. Sane seine Dribblings sind viel zu ausrechenbar. Gnabry haben wir schmerzlich vermisst bei dieser WM.


    Musiala hatte bei der WM2022 und EM2024 durchaus starke Dribblings und 1:1-Situationen dabei gehabt, aber von diesen damaligen Stärken ist seit seiner längeren Verletzung auch bei den Bayern kaum noch etwas übrig geblieben. Ich befürchte ein wenig, dass er ein zweiter Götze wird, der seine stärksten Karrierejahre zwischen 17-22 hatte.


    Ich glaube schon, dass wir mit der richtigen Einstellung, Mentalität und Taktik uns unter den besten 5-6 Teams weltweit bewegen können und Viertelfinals/Halbfinals erreichen können, aber dazu brauchen wir auch auf der Trainerbank absolute Weltklasse.

    Jürgen Klopp - bitte übernehmen!

  • Mich wundert ja, dass viele Trainer meinen, es läge am Trainer.

    Wer ehrlich zu sich selbst ist, weiß, dass der EInfluss des Trainers auf ein Spiel gering ist.

  • Mich wundert ja, dass viele Trainer meinen, es läge am Trainer.

    Wer ehrlich zu sich selbst ist, weiß, dass der EInfluss des Trainers auf ein Spiel gering ist.

    Sorry, aber dieses miserable Abschneiden geht zu 90% auf den Trainer.

    Angefangen bei den Nominierungen. Formschwache Spieler, keine Backups für diverse Positionen, man hatte allgemein das Gefühl das keine System oder Taktikgedanken für die Nominierung gab.

    Die Nichtnomminierung von Bisseck ist absolut unverständlich

    Dann die Kommunikation mit den Spielern. Ob es Das Rückgradlose Verhalten gegenüber Baumann war oder die offenschtliche Antipathie zu Undav.

    Als nächstes das Einsetzen von Kimmich als RV. Für die Position ist er geben etwas bessere Gegner zu langsam und er wurde in der Zentrale schmerzlich vermisst.

    Dann kommen wir zum festhalten an Dingen die offensichtlich nicht funktionieren. Wie die 3er Reihe Wirtz-Musiala-Sane die auch beim 7-1 absolut nicht wettbewerbsfähig war. Spätestens nach dem 2. Spiel hätte man korrigieren müssen.

    Zu guter Letzt dieses bockige Verhalten bei Interviews oder Pressekonferenzen.


    Was ihn dann noch, abseits der WM, angreifbar macht ist das er seeeehr wenige Spiele live im Stadion verfolgt. Das wusste ich vorher auch nicht, kam ja jetzt erst durch Didi Hamann und Loddar ans Tageslicht.

  • Mich wundert ja, dass viele Trainer meinen, es läge am Trainer.

    Wer ehrlich zu sich selbst ist, weiß, dass der EInfluss des Trainers auf ein Spiel gering ist.

    Das sehe ich komplett anders, nicht nur im Profisport sondern auch im Amateursport.


    Der Einfluss auf das Spiel direkt ist sicherlich geringer, als man vermutet.

    Aber der Trainer ist ja auch für das gesamte Drumherum verantwortlich.


    Spielidee: Also angefangen von der Spielidee einer Mannschaft. Habe ich eine Spielidee, mit der sich die komplette Mannschaft identifizieren kann und kann ich diese Spielidee sowohl theoretisch als auch praktisch vermitteln, sodass das Team diese Idee kontinuierlich umsetzen kann.


    Grundatmosphäre/Mentalität: Habe ich eine Leistungsatmosphäre und Atmosphäre der Hilfsbereitschaft in der Mannschaft. Ist das Team bereit in jeder Situation eines Spiels über sich hinauszuwachsen und ist jeder Spieler bereit seinem Mitspieler in jeder Situation eines Spiels bedingungslos zu helfen. Die Argentinier sind hier meiner Meinung nach seit einigen Jahren bei den Nationalmannschaften absolute Weltspitze. War gestern wieder eindrucksvoll zu sehen. 90% der Teams wären nach dem 0:2-Rückstand gegen Ägypten ausgeschieden.

    Diese Mentalität und Atmosphäre muss ich als Trainer einer Mannschaft vermitteln. Dafür reicht nicht eine Ansprache, sondern das fängt mit Vorleben von Mentalität an und hört mit der richtigen Kaderzusammenstellung und Bildung von Hierarchien auf.


    Taktik: Bereite ich die Mannschaft korrekt auf die Gegner vor. Kann ich der Mannschaft auch schnell einen Plan B geben, wenn Plan A nicht klappt. Kann ich die entsprechende Taktik gut vermitteln, schaffe ich es die Taktik an die Stärke des eigenen Teams anzupassen.


    Außendarstellung: Als Trainer von Profiklubs und Nationalmannschaften ist dieser Punkt auch sehr wichtig. In Frankfurt hat man jetzt im letzten halben Jahr sehr eindrucksvoll gesehen, wie eine mangelhafte Außendarstellung extrem negative Einflüsse nehmen kann. Man macht sich Baustellen auf, die niemand braucht. Der Fokus kann vom eigentlichen Spiel wegrücken. Nagelsmann hat hier bestimmt auch noch Verbesserungsmöglichkeiten. Tuchel hat sich bei Bayern München auch durch eine schlechte Außendarstellung aus dem Amt genommen. Trainer wie Hitzfeld, Kovac, Sebastian Hoeneß sind hier bspw. sehr stark.


    Kommunikation: Auch ein wichtiger Punkt. Wie kommuniziere ich mit den Spielern. Wie schaffe ich es Autorität zu erzeugen und trotzdem nahbar zu bleiben als Trainer. Habe ich eine Redekultur in der Mannschaft. Können Probleme und Unsicherheiten offen und transparent kommuniziert werden. Wie moderiere ich die Spieler im Kader außerhalb der Startelf.


    Also ich bleibe dabei. Der Trainer ist die wichtigste Person in einem Verein und einer Nationalmannschaft.

    Es gibt so viele Beispiele, wo allein ein Trainerwechsel die Situation eines Vereins und einer Mannschaft signifikant verändert hat.

    Jürgen Klopps Einstellung beim BVB hat die Situation von Borussia Dortmund innerhalb von 5 Jahren um 180 Grad gedreht.

    Sebastian Hoeneß Einstellung beim VfB Stuttgart hat aus einem Abstiegskandidaten einen deutschen Spitzenverein gemacht innerhalb von 3-4 Jahren.

    Vincent Kompanys Einstellung beim FC Bayern München hat komplette Ruhe reingebracht usw.

    Bayer Leverkusen schafft es mit Xavi Alonso und dessen Auftreten, Netzwerk, Methodiken und Einstellung namhafte Spieler zu holen und holt sensationell erstmals in der Vereinsgeschichte die Meisterschaft und zudem den Pokalsieg. Mit dem Abgang von Alonso verlassen auch zahlreiche namhafte Spieler den Verein und der Verein fällt wieder auf die Stärke zurück, wo er vor Alonso auch war.

  • Genau so sehe ich das auch und eigentlich lese ich hier im Forum sehr sachliche Beiträge dazu und nicht "Nagelsmann hat scheiße aufgestellt".


    Es geht ja schon bei der Nominierung los, dass man über Baumann/Neuer streiten kann. Über Sane kann man ebenfalls streiten. Thema Undav ist auch immer da gewesen. Und das hatte nichts mit einem einzelnen Spiel zu tun (bei dem man tatsächlich nicht den großen Einfluss hat), sondern mit einer Kadernominierung und einer langfristigen Planung. Und dafür ist der Trainer voll verantwortlich. Wenn ich nur Sane als Flügel mitnehme, brauche ich mich nicht zu wundern, dass meine einzigen anderen Optionen zentrale Spieler nach außen zu ziehen wäre. Wenn ich mich vor dem Turnier auf Neuer festlege, ist es auch kein Wunder, wenn der bei Fehlern hinterfragt wird. Und wenn ich Undav schon Monate vor WM-Start sage, dass er keine Kandidat für die Startelf ist, kann der noch so überzeugen.


    Die Rahmenbedingungen - geschaffen vom Trainer - haben nicht gepasst! Und deshalb trägt auch sehr viel zu diesem Scheitern bei. Nicht, weil er gegen Paraguay 1-2 Leute nicht gut aufgestellt hat.

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"

  • Ja, sehe ich auch so, dass Nagelsmann hier nicht das beste Bild abgegeben hat.

    Aber er hat als verhältnismäßig junger Trainer und im Bereich der Nationalmannschaften und WM/EM-Turniere auch komplett unerfahrener Trainer auch ein sehr verantwortungsvolles und anspruchsvolles Amt übernommen.

    Das er da nicht komplett fehlerfrei agiert, liegt in der Natur der Sache. Ich fand ihn in Kombination mit Sandro Wagner auch deutlich besser. Der Abgang von Wagner hat, von meinem Gefühl her, dort eine Lücke hinterlassen.

    Aber Nagelsmann ist intelligent genug, um sich zu reflektieren und zu hinterfragen und er wird für zukünftige Stationen auch wertvolle Erfahrungen mitgenommen haben. Vielleicht kam dieses Amt bei ihm einfach 10-20 Jahre zu früh.

  • Das Amt kam zu früh. Ich hatte es damals so verstanden, dass er mit Wagner nur eine Interimslösung sein sollte. Und als Interimslösung mit Wagner hat es ja auch halbwegs passabel geklappt. Warum man das dann zur Dauerlösung umfunktioniert hat, habe ich nicht verstanden. Verlängerung vor der WM schon gar nicht.


    Nach den letzten Spielen der WM frage ich mich, ob sich nicht der Fußball nochmal (weiter) entwickelt hat. Das ist schon alles ziemlich robust und stark organisiert, was man so sieht. Extrem schnelles Umschalten.


    Die Stars kommen zu enorm viel Toren, auch wenn die die nicht unbedingt selbst die komplett herausgespielt haben. Aber sie waren, wenn sich die Situation ergab, halt an der richtigen Stelle und bereit. Das gab es in der Häufung m.E. noch nicht.

  • Das Amt kam zu früh. Ich hatte es damals so verstanden, dass er mit Wagner nur eine Interimslösung sein sollte. Und als Interimslösung mit Wagner hat es ja auch halbwegs passabel geklappt. Warum man das dann zur Dauerlösung umfunktioniert hat, habe ich nicht verstanden. Verlängerung vor der WM schon gar nicht.


    Nach den letzten Spielen der WM frage ich mich, ob sich nicht der Fußball nochmal (weiter) entwickelt hat. Das ist schon alles ziemlich robust und stark organisiert, was man so sieht. Extrem schnelles Umschalten.


    Die Stars kommen zu enorm viel Toren, auch wenn die die nicht unbedingt selbst die komplett herausgespielt haben. Aber sie waren, wenn sich die Situation ergab, halt an der richtigen Stelle und bereit. Das gab es in der Häufung m.E. noch nicht.

    Das sie Star so viele Tore schießen liegt mMn aber auch zu einen großen Teil daran das so viele Mannschaften bei der WM dabei sind die da nichts zu suchen haben.

    Ja, ab und zu hat ein Underdog mal ein Spiel lang überrascht. Aber im Großen und Ganzen hätten Messi, Mbappe und Kane nicht so viele Tore wenn es wie früher nur 32 qualtitativ hochwertige Teams gegeben hätte. Das gleiche im Sechzehntelfinale. Da sind Mannschaften reingekommen für die spätestens nach der Vorrunde hätte Schluss sein sollen.

    Was du "robust und organisiert" nennst nenne ich "hinten rein stellen und vorne das Beste hoffen"


    Guckt euch die Vorrunde mal an, wie viele Spiele waren da dabei wo man wirklich gesagt hat: Da hab ich Bock drauf?

    Ich komme auf drei. ENG-KRO, NED-SWE und ARG-AUT

    Dann vielleicht noch mit Abstrichen USA-PAR und BEL-EGY.


    Seit dem Achtelfinale werden die Spiele besser und interessanter. Und schon tun sich die Starspieler sich auch schwerer zu treffen.

    Haaland ist die Ausnahme und bestätigt die Regel :)

  • Extrem schnelles Umschalten.

    "Spanische Forscher haben die Umschaltaktionen während der UEFA Europameisterschaften 2008 und 2016 analysiert und miteinander verglichen. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass sich das offensive Umschaltspiel über die acht Jahre hinweg entwickelt hat – und die „neuere“ Version größeren Erfolg verspricht."

    Quelle: "Evolution" des offensiven Umschaltspiel - DFB-Akademie

  • Die Stars kommen zu enorm viel Toren, auch wenn die die nicht unbedingt selbst die komplett herausgespielt haben. Aber sie waren, wenn sich die Situation ergab, halt an der richtigen Stelle und bereit. Das gab es in der Häufung m.E. noch nicht.

    "In einem Turnier, das taktisch immer anspruchsvoller wird und in dem die Räume immer enger werden, entscheidet am Ende häufig die Klasse jener Stars, die mit einer einzigen Aktion den Unterschied ausmachen können. Sie geben bei der WM 2026 weiterhin den Ton an."

    Quelle: Die großen Stars treffen wie am Fließband - fifa.com

  • Nachdem ich jetzt die ersten Viertelfinals gesehen habe, habe ich mal überlegt, wofür eigentlich die Franzosen (seit Jahren Weltklasse-Einzelspieler in der Offensive) stehen. Und wofür die Spanier (Ballbesitzspiel, falsche 9). Was die Argentinier (harte Defensive, vorne regelt Messi) ausmacht, die Brasilianer (Spiel und Spaß, wenn auch in letzter Zeit weniger erfolgreich) und die anderen Top-Nationen.


    Und dann kam ich unweigerlich zu der Frage: was macht eigentlich die deutschen aus? Haben wir eigentlich eine richtige Identität? Früher hieß es, "die deutschen Arbeiten wie ein Uhrwerk". Wenn ich an das 20. Jahrhundert denke, war doch immer Fleiß und Einsatz die deutsche Tugend. Das war natürlich nicht immer erfolgreich, aber es macht uns immerhin zu einer der erfolgreichsten Nationalmannschaften auf der Welt.

    Sind wir von dem Weg abgekommen? Und wenn ja: warum sind wir von dem Weg abgekommen?


    Korrigiert mich, wenn ich bis hierhin falsch liege.


    Warum versuchen wir das spanische Ballbesitzspiel zu spielen, haben die falsche 9 ausprobiert, zwingen Musiala, Wirtz und Sane in die Unterschiedsspieler-Rolle, pushen irgendwelche Spieler in die Weltklasse? Auch in der Ausbildung bedienen wir uns überall anders und schauen Dinge ab. Gute Elemente kopieren ist ja nicht direkt falsch, aber haben haben wir denn kein Ausbildungskonzept, das zu uns "passt"? Mit den Ausbildungskonzepten der Spanier werden wir zwangsweise ja Spieler bekommen, die eher spanischen Fußball spielen.


    Ich hatte mit einem Trainer aus meinem Verein ein interessantes Gespräch, er möchte eine Leichtathletik-Abteilung gründen und in der Jugend die Spieler einmal in der Woche dorthin schicken (statt oder zusätzlich zum Fußball), damit sie körperlich und koordinativ besser werden. Springen, laufen, werfen, sprinten - alles athletische Grundlagen, die einem im Fußball auch helfen. Einfach eine ganzheitliche sportliche Ausbildung eben. Finde die Idee interessant, würde das nicht Robustheit und körperliche Überlegenheit bringen, mit der man dann am Ende "wie ein Uhrwerk" arbeiten kann?

    "Diese Antwort brauchen sie mir nicht zu stellen"

  • Nach dem, was man da so gesehen hat, denke ich schon, dass die Athletik (auch bei der Spielerauswahl) wieder etwas höher gewichtet werden muss. Die Idee finde ich gut.

    Und ja, wenn wir wie die anderen sein wollen und nicht wie wir selbst, dann sind wir nur eine Kopie.

    Zauberdribbler sind m.E. derzeit nicht der Schlüssel. Und wenn, dann nur wenn der Rest des Teams sehr gut funktioniert, vor allem defensiv und schnell umschalten kann.

  • Ablöse von


    "Deutsche Trainer setzen mehr auf körperliche Fitness

    Außerdem verwendeten englische Trainer im direkten Vergleich mit Trainern der drei anderen Länder mehr Zeit (zwischen 11 % und 16 % der gesamten Trainingszeit) auf das isolierte Training technischer Fertigkeiten. Deutsche Trainer dagegen widmeten zwischen 10 und 14 Prozent mehr Trainingszeit mit Fitnessaktivitäten.

    Die Ergebnisse lassen vermuten, dass englische und deutsche Nachwuchsspieler der analysierten Stichprobe weniger Möglichkeiten bekommen, kognitive Fähigkeiten und motorische Fertigkeiten unter wettspielnahen Bedingungen zu trainieren. Die Studienautoren empfehlen, vermehrt auf neuere Methoden zur Schulung des Entscheidungshandelns zu setzen. Nachweislich erhöhe sich nicht nur die Entwicklung der Entscheidungsfähigkeit bei jungen Fußballspielern, sondern auch ihre Beteiligungsbereitschaft am Training, wenn ihnen mehr spielnahe Trainingsformen angeboten werden [4].

    Ein weiteres interessantes Ergebnis: Fast ein Fünftel der gesamten Trainingszeit wurde in allen analysierten Ländern für die Übergänge zwischen einzelnen Trainingsformen, Trinkpausen und Erklärungen verwendet. Zuviel „Luft“ zwischen einzelnen Trainingselementen kann dazu führen, dass das Engagement der Spieler sinkt. Schnellere Übergänge und weniger Wartezeit beim Umbauen würden die Lernbereitschaft der Spieler erhöhen."


    Ich denke, das Problem liegt hier :"weniger Möglichkeiten bekommen, kognitive Fähigkeiten und motorische Fertigkeiten unter wettspielnahen Bedingungen zu trainieren." - Spielt Spiele. Auch mal Resilienz und Frustrationstoleranz (Physischer und kognitiver Stress) einfließen lassen. Falsche Schirientscheidungen etc. Ein Überforderungs und Überlastungstraining in Spielformen ist sinnvoller als isoliertes Athletiktraining.




    Unterscheidet sich das Training in europäischen Ländern?
    Eine Studie zum Thema Unterscheidet sich das Training in europäischen Ländern? ⚽ Hintergründe, Informationen und Wissenswertes ⚽ DFB-Akademie
    www.dfb-akademie.de

  • Ich hatte mit einem Trainer aus meinem Verein ein interessantes Gespräch, er möchte eine Leichtathletik-Abteilung gründen und in der Jugend die Spieler einmal in der Woche dorthin schicken (statt oder zusätzlich zum Fußball), damit sie körperlich und koordinativ besser werden. Springen, laufen, werfen, sprinten - alles athletische Grundlagen, die einem im Fußball auch helfen. Einfach eine ganzheitliche sportliche Ausbildung eben. Finde die Idee interessant, würde das nicht Robustheit und körperliche Überlegenheit bringen, mit der man dann am Ende "wie ein Uhrwerk" arbeiten kann?

    Ich finde diese Idee super. Auch dem Breitensportverein würde es helfen, da leider immer mehr Kinder sehr unsaubere Bewegungsmuster haben und dies könnte dadurch korrigiert werden.

    Was haltet ihr von der Koordinationsleiter? Ich finde sie extrem wichtig im Hinblick auf Koordination der Kinder