Aktuelle Situation der deutschen Nationalmannschaft

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  • Das 0:6 war erschreckend schwach, kein Spieler hatte sein normales Leistungsniveau. Sané meiner Meinung nach der schlechteste Spieler auf dem Platz, Kroos kam mit seinem Geschwindigkeitsdefizit gar nicht in die Zweikämpfe, die Viererkette viel zu wild und unförmig und was Gnabry in den letzten 15 Minuten praktiziert hat, war eine bodenlose Frechheit gegenüber seinen Teamkollegen.


    Aber man muss auch das Spiel ganz realistisch betrachten: man liegt zur Halbzeit mit 0:3 zurück, darunter zwei Kopfballtore nach Ecken und ein Abpraller von der Latte. Klar kann man die Tore verhindern, aber ich weigere mich, Tore nach Ecken als Indikator für spielerische Unterlegenheit zu nehmen. Klar war man unterlegen, aber die Tore fallen nicht deshalb. Mit einem 0:1 zur Halbzeit kommt man sicher auch mit einer anderen Einstellung aus der Kabine.


    Wenn man mit 0:3 aus der Pause kommt und die Spanier genau so weitermachen, sogar sofort das vierte nachlegen, ist die Einstellung ganz unten. Ich möchte damit nicht diese "Leistung" schönreden oder rechtfertigen, aber zumindest ist es eine menschliche Erklärung, warum man nach einem Rückstand weiter auseinanderfällt. Wie der Trainer schon sagte: "Rabenschwarzer Tag" - hat jeder von uns Trainern sicher auch schonmal erlebt - als Spieler oder an der Seitenlinie. Ich bin mir sicher, dass ihr auch nicht über einen Rücktritt nachgedacht habt, als ihr das letzte mal hoch verloren habt.


    Die Spanier waren gestern einfach geil drauf, jeder Einzelne. Egal wer für wen eingewechselt wurde, da wollte jeder. Vergleichbar mit unserem 7:1 gegen Brasilien. Wenn der Gegner in jeder Aktion einen Schritt schneller läuft UND denkt, macht das den Kopf einfach nur kaputt. Es ist natürlich schade, dass wir deutschen nun so hoch verloren haben, aber man muss es auch mal realistisch sehen.


    Was hätte man anders machen können? Mir hat gegen die Ukraine ziemlich gut gefallen, dass Koch den 6er gegeben hat und die Absicherung vor der Abwehr war. Selbst spielerisch nach vorne war das stark für einen gelernten Innenverteidiger. Gestern haben wir dort mit Kroos, Gündogan und Goretzka gespielt, das ist für den Ballbesitz und Umschaltverhalten sicherlich noch eine Ecke stärker, aber defensiv war das einfach nichts im Zentrum. Da hätte vielleicht ein klarer Abräumer mit strikten Defensivaufgaben gut getan. Wir haben nunmal auch viele gefährliche Aktionen der Spanier durch Konter zugelassen, weil die Laufbereitschaft fehlte und die Absicherung zu dünn war. Mit Koch vor den IVs hätte man zumindest verhindern können, dass die Spanischen Flügel im eins gegen eins auf den Innenverteidiger zulaufen. Vielleicht scheiterte diese Variante aber auch nur daran, dass Rüdiger gesperrt war und Koch deshalb in der Innenverteidigung gebraucht wurde.


    Positiv bei den Spaniern ist mir aufgefallen, dass sie im Spielaufbau deutlich höher stehen und mit ZWEI Innenverteidigern spielen. Vorteil: Der Ball kann ziemlich schnell verlagert werden und durch die Verlagerung entstehen Lücken, durch die die Angriffe eingeleitet werden konnten.

    Negativ dagegen ist mir bei den deutschen aufgefallen, dass sie in der breiten Dreierkette aufbauen. Zum Teil lässt Kroos sich sogar nach außen fallen. Verlagerungen sind fast unmöglich und es ist ziemlich leicht auszurechnen.

    Beides ist natürlich auch dem Pressing des Gegners geschuldet, die deutschen haben attackiert, während das spanische Pressing um den Strafraum herum der Wahnsinn war!


    Ich möchte jetzt auch Löws Arbeit nicht an einem 0:6 festmachen oder bewerten, wenn er die EM-Quali als Sieger abgeschlossen hat und seit über 14 Monaten nicht verloren hat. Ich kann doch einen Trainer nicht negativ nach Ergebnissen bewerten, wenn er jetzt das erste mal seit über einem Jahr verloren hat. Denn gehen wir nun 25 Monate zurück, hat er in der Zeit nur 2 Spiele verloren. Das reicht mir nicht, um von "vielen schlechten Ergebnissen" zu sprechen.

    Die Spiele gegen die Ukraine, die Schweiz und das Hinspiel gegen Spanien waren auch nicht so schlecht, dass man hier von einer Leistung sprechen kann, die sich angedeutet hat. Ich komme einfach zu dem Schluss, dass es tatsächlich ein absolut missglückter Auftritt war, bei dem viele Spieler einfach einen Tiefpunkt hatten. Die Spieler waren vielleicht einfach vom Kopf her nicht bereit für das letzte Spiel des Jahres.

    Aber das hat ja auch zum Teil MIT Boateng, Hummels und Müller Tradition: Ich erinnere an 2018 (2:2 gegen die Niederlange nach 2:0-Führung), 2017 (2:2 gegen Frankreich mit schwacher Leistung und Glück in der Nachspielzeit), 2015 (0:2 gegen Frankreich, ähnlich Chancenlos wie gestern), 2012 (4:4 gegen Schweden nach 4:0-Führung) und exakt gestern vor 10 Jahren: das 0:0 gegen Schweden mit vielen Debüts und ohne richtige Torchancen. Da waren einige erbärmliche Spiele dabei und das waren für das Jahr gesehen meist auch die schlechtesten. So auch in diesem.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Du siehst keine Abwärtsspirale vom WM-Titel bis jetzt?


    Wenn man das Spiel gestern außen vor lässt, ist die "Entwicklung" noch immer nicht überzeugend.

    Deutschland hat auf jeder Position Weltklassespieler und leert in der NL ab (letztes Jahr) und heuer mit viel Glück bzw Unvermögen der Gegner mit der Chance auf den Gruppensieg. Sorry, aber mit der Schweiz und Ukraine in der Gruppe ist ein 2. Platz PFLICHT. Der wurde erreicht, aber souverän sieht anders aus....


    Zum gestrigen Match: man kan neinen schlechten Tag haben, es können auch alle 11 Spieler am Platz einen schlechten Tag haben. Aber laufen, kämpfen und sich seinen verdammten Hintern aufreißen kann man auch, wenn man spielerisch limitiert ist.

    GEstern habe ich davon nichts, aber auch gar nichts, gesehen.


    Gnabry gestern mit seinem Lattenschuss war die einzige Aktion im ganzen Spiel, in der jemand etwas wollte - ansonsten Eskortservice für die Spanier... Und der Aussetzer von Sane war unterklassig, so etwas darf nicht passieren!

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    Aber man muss auch das Spiel ganz realistisch betrachten: man liegt zur Halbzeit mit 0:3 zurück, darunter zwei Kopfballtore nach Ecken und ein Abpraller von der Latte. Klar kann man die Tore verhindern, aber ich weigere mich, Tore nach Ecken als Indikator für spielerische Unterlegenheit zu nehmen. Klar war man unterlegen, aber die Tore fallen nicht deshalb. Mit einem 0:1 zur Halbzeit kommt man sicher auch mit einer anderen Einstellung aus der Kabine.
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    Sicher kommt man mit 0:1 anders aus der Kabine als mit 0:3
    Realistisch betrachtet wäre nach dem Spielverlauf ein 0:5 aber wahrscheinlicher gewesen als ein 0:1.
    Was ich damit meine: das 0:3 zur Halbzeit hatte nichts mit Zufall oder Pech zu tun, sondern war folgerichtig, hochverdient und fiel tendenziell eher zu niedrig aus.

    Zum Thema Trainer war ich sowohl nach der WM und auch bis zuletzt Verfechter davon, dass Löw die Chance bekommen sollte weiterzumachen.
    Das Jahr 2020 mit dem gestrigen Spiel als Krönung hat meine Meinung ins Gegenteil gedreht.
    Underdog-Taktik, die nicht zu den Spielern passt, fehlende Spannung und Engagement bei Spielern und Trainern, Spieler die im Verein Leistung bringen und in der NM völlig abtauchen sind nur die auffälligsten Punkte, die sich die sportliche Leitung zuschreiben muss.

    Mir leuchtet nach wie vor nicht ein, warum nach der Analyse der WM 2018 das Spielsystem komplett auf links gedreht werden konnte. Das ausscheiden damals hatte viele Gründe, die mehr ins Gewicht gefallen sind als die taktische Ausrichtung. Nur weil damals durch mangelnde Torgefahr keine Tore erzielt und durch fehlende Restabsicherung dumme Tore kassiert wurden hat man die bisherige Stärke Gegner dominieren zu können hergeschenkt.
    Was man mit Dominanz und Ballsicherheit mit einem Gegner anstellen kann haben die Spanier gestern eindrucksvoll demonstriert.
    Beim deutschen Team laufen derzeit gestandene Spieler von (ehemals?) internationalem Format genauso wie unerfahrene talentierte Spieler orientierungslos und ohne Plan über den Platz.
    Es fehlt natürlich an vielen Stellen im vergleich zu 2010 - 2016 an Qualität. Aber viele Spieler bringen ihre PS im Verein auf den Platz und sind in der Nationalmannschaft nicht wiederzuerkennen. Und da frage ich mich schon, warum im Verein ein Trainer dafür verantwortlich sein soll und in der Nationalmannschaft nicht. Mit über zwei Jahren ohne nachhaltige Verbesserungen und Konstanz in der Leistung ist auch ausreichend Zeit für ein Fazit verstrichen.
    Zu warten, bis das nächste Turnier vergeigt wird, oder wie 2002 zufällig gut geht und dann zu falschen Schlüssen führt halte ich für fatal.

  • Die Spanier waren gestern einfach geil drauf, jeder Einzelne. Egal wer für wen eingewechselt wurde, da wollte jeder. Vergleichbar mit unserem 7:1 gegen Brasilien. Wenn der Gegner in jeder Aktion einen Schritt schneller läuft UND denkt, macht das den Kopf einfach nur kaputt. Es ist natürlich schade, dass wir deutschen nun so hoch verloren haben, aber man muss es auch mal realistisch sehen.

    Eigentlich interessiert mich die NM nur am Rande, aber dieser Vergleich gestern mit dem 1-7 von Brasilien den der gute Bierhoff schon brachte nach dem Spiel, den finde ich doch sehr -seltsam-. Bis auf die Tordifferenz sind die Spiele kaum zu vergleichen.

    Wenn man die Spieldaten mal zu rate zieht, wird das Ergebnis von 2014 schwer erklärbar(eben weil es auch nicht immer mit

    Daten erklärbar ist).

    Das Spiel gestern läßt sich dagegen gut an den Daten vorbeiführen und das Ergebnis -passt- in dem Fall...

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Aber man muss auch das Spiel ganz realistisch betrachten: man liegt zur Halbzeit mit 0:3 zurück, darunter zwei Kopfballtore nach Ecken und ein Abpraller von der Latte. Klar kann man die Tore verhindern, aber ich weigere mich, Tore nach Ecken als Indikator für spielerische Unterlegenheit zu nehmen.

    Es steht zur Halbzeit 0:3, hat dabei noch Glück, dass der Schiri den fälligen Elfer nicht gibt und hat nicht eine einzige eigene Torchance. Ja, die Tore waren vielleicht nicht toll herausgespielt, es gab aber dazu auch noch etliche Chancen. Mehr unterlegen geht kaum.

    Mit einem 0:1 zur Halbzeit kommt man sicher auch mit einer anderen Einstellung aus der Kabine.

    Warum ging die Mannschaft nicht von Anfang mit einer anderen Einstellung ins Spiel? Warum reagiert Löw nicht auf das, was er sah? Schon vor der Halbzeit?

    Ich bin mir sicher, dass ihr auch nicht über einen Rücktritt nachgedacht habt, als ihr das letzte mal hoch verloren habt.

    Die Situation eines hauptamtlichen Bundestrainers, der nichts anderes zu tun halt, als sich um diese Mannschaft zu kümmern (von Werbespots mal abgesehen), lässt sich wohl kaum mit einem ehrenamtlichen (Kinder-)Trainer vergleichen. Zudem: Wenn ich seit 2 Jahren von einem Veränderungsprozess rede, aber nix positives passiert, mit aktuellen europäischen Top-Spielern zusammenarbeite und es dann in einem durchaus prestigeträchtigen Spiel nicht gebacken bekomme, die Spieler zu motivieren und ein erkennbaren Plan durchzuziehen, doch, dann würde ich über einen Rücktritt nachdenken.

    Die Spanier waren gestern einfach geil drauf, jeder Einzelne.

    Und warum nicht die Deutschen?


    Was hätte man anders machen können?

    Die Antwort gibst du teilweise selbst: Kroos, Gündogan, Goretzka sind stark im Ballbesitzspiel. Das war aber nicht Löws Plan. Kroos hat es nach dem Spiel gesagt: es sollte abgewartet und umgeschaltet werden. Dafür muss du die Räume eng machen, was weder eine Stärke von Kroos, noch von Gündogan oder auch Max ist.

    Da hätte vielleicht ein klarer Abräumer mit strikten Defensivaufgaben gut getan. Wir haben nunmal auch viele gefährliche Aktionen der Spanier durch Konter zugelassen, weil die Laufbereitschaft fehlte und die Absicherung zu dünn war. Mit Koch vor den IVs hätte man zumindest verhindern können, dass die Spanischen Flügel im eins gegen eins auf den Innenverteidiger zulaufen. Vielleicht scheiterte diese Variante aber auch nur daran, dass Rüdiger gesperrt war und Koch deshalb in der Innenverteidigung gebraucht wurde.

    Auch mit Rüdiger und Koch auf der 6 hätte sich meiner Meinung nach nichts geändert. Spanien hat den grundsätzlichen Schwachpunkt auf der linken Seite erkannt und immer wieder über diese Seite gespielt.

    Beides ist natürlich auch dem Pressing des Gegners geschuldet, die deutschen haben attackiert, während das spanische Pressing um den Strafraum herum der Wahnsinn war!

    Wo haben die Deutschen attackiert? Sie sind hinterhergelaufen. Und genau dieses Angriffspressing, welches die Spanier gespielt haben, hat die Deutschen jahrelang ausgezeichnet. Warum wird es nicht mehr so gespielt?

    Ich kann doch einen Trainer nicht negativ nach Ergebnissen bewerten, wenn er jetzt das erste mal seit über einem Jahr verloren hat.

    Mir geht es gar nicht besonders um das Ergebnis, sondern über die Art und Weise des Spiels in den letzten beiden Jahren. Gruppenerster in der EM-Quali. Toll, gegen welche Gegner, mit wieviel Glück? Wann hat die Mannschaft denn das letzte Mal richtig überzeugt?

    das Hinspiel gegen Spanien waren auch nicht so schlecht

    Schön, dass du es ansprichtst: der wesentliche Unterschied zum Hinspiel war, dass hier höher angegriffen wurde und viel aktiver auf Balleroberung gegangen wurde. Das 1:1 damals fiel in der Nachspielzeit, hatte sich aber angedeutet, weil Löw unbedingt das 1:0 über die Zeit bringen wollte und defensiv wechselte. Erst danach kamen die Spanier auf, weil man ihnen die Räume bot, die sie für ihr Spiel brauchten. Und genau diesen Fehler werfe ich Löw im Spiel gestern vor. Genau aus den Erfahrungen des Hinspiels heraus, hätte der Matchplan ein anderer sein müssen.

    Die Spieler waren vielleicht einfach vom Kopf her nicht bereit für das letzte Spiel des Jahres.

    Warum waren es die Spanier? Das ist für mich eine zentrale Aufgabe des Trainers: die Spieler bereit zu machen, für dieses Spiel. Warum beklagte sich Kovac über fehlende Motivation von Spielern, die bei Flick in jedem Buli-Spiel auch beim Stand von 4:0 noch pressen was die Beine her geben?

  • Wäre das 6:0 ein Ausrutscher gewesen, ok schwamm drüber. So ein Ergebnis kam aber irgendwie nicht überraschend. Seit der WM Vorbereitung überzeugt mich die NM einfach nicht mehr. Ich weigere mich, diese Mär vom Neuanfang zu glauben. Das war eine sehr gute Mannschaft die auf dem Platz gestern stand. Für mich klingt das immer noch als Ausrede warum es nicht läuft. Ich mag keine schnellen Trainerwechsel, aber Löw hatte jetzt 2 Jahre Zeit und hat es nicht geschafft. Jetzt sollte jemand anders übernehmen. Gerne auch eine Interimslösung wie Horst Hrubesch. Man verspielt momentan richtig viel Kredit bei der Nationalmannschaft. Das rächt sich langfristig.

  • Deutschland hat auf jeder Position Weltklassespieler

    Moment mal! Welche Spieler in der deutschen Mannschaft sind denn tatsächlich Weltklasse? Misst du Kroos noch am 2014er Kroos? Ist Werner Weltklasse? Sind Goretzka und Gündogan tatsächlich Weltklasse? Ist in der Viererkette überhaupt ein Spieler, der (die Kicker-Einordnung) Internationale Klasse verdienen würde? Und das würde sich auch mit Müller, Boateng und Hummels nicht ändern, die allesamt ebenfalls keine Weltklasse sind.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

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    Nicht so leicht, auf einen unzusammenhängenden Beitrag zu antworten, der selbst immer nur einzelne Sätze oder Satzfragmente rauspickt. Deswegen spare ich es mir.


    Aber ich kann dir deine Fragen nicht beantworten, warum die Einstellung gestern nicht passte. Die Antworten wirst du auch selbst nicht herausfinden.


    Aber wenn ich sehe, wie erbärmlich Sané jeden Ball verloren hat, Kroos rumgestolpert ist, die Viererkette verschoben hat oder Gnabry in den letzten Minuten "angelaufen" ist, dann fehlen mir die Worte für die Spieler. Das sind Profis - wie kann man deren Einstellung auf den Trainer zurückführen?

    Es ist etwas zu einfach gedacht, jede Kleinigkeit auf den Trainer zurückzuführen, die nicht läuft. Ich glaube, von gestandenen Spielern kann man mehr erwarten. Ich war nicht in der Besprechung dabei und weiß nicht, ob die Spieler nicht heiß gemacht wurden, ob sie es nicht angenommen haben oder das tatsächlich alles war, was diese Spieler mit höchster Motivation leisten können.

    Ich kann nur bewerten, was ich gesehen habe und behaupte, dass dass hier ein Kollektiv versagt hat und nicht nur der Trainer.

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  • Eigentlich interessiert mich die NM nur am Rande, aber dieser Vergleich gestern mit dem 1-7 von Brasilien den der gute Bierhoff schon brachte nach dem Spiel, den finde ich doch sehr -seltsam-. Bis auf die Tordifferenz sind die Spiele kaum zu vergleichen.

    Wenn man die Spieldaten mal zu rate zieht, wird das Ergebnis von 2014 schwer erklärbar(eben weil es auch nicht immer mit

    Daten erklärbar ist).

    Das Spiel gestern läßt sich dagegen gut an den Daten vorbeiführen und das Ergebnis -passt- in dem Fall...

    Mensch, ich habe doch erklärt, warum ich den Vergleich ziehe.


    Auch damals waren die deutschen in jedem Zweikampf einen Schritt schneller und auch gedankenschneller. Damals waren die Deutschen geil drauf und selbst Mertesacker konnte in der zweiten Hälfte gegen die deutlich schnelleren und flinkeren Brasilianer mithalten. Das macht das Spiel und das Ergebnis nunmal erklärbar, vor allem auch die 4 Tore in 7 Minuten. So ein früher hoher Rückstand hemmt noch mehr und die Überlegenheit wird noch größer.


    Und gestern war es eben auch so, nur dass die Deutschen keine Torchancen erspielt haben, weil die Spanier deutlich früher attackiert haben und die Deutsche Nationalmannschaft nichtmal bis zum Strafraum hat kommen lassen.


    Grundsätzlich ordne ich beide Spiele so ein, dass beim Verlierer die Einstellung auf das Spiel und die Leistungsbereitschaft gefehlt hat. Beim Sieger hingegen war sie da. Vielleicht schaust du dir das Brasilien-Spiel nochmal an, wie die Spieler in fast jedem Zweikampf hinterhergeschaut haben und ab wann die Köpfe unten waren: ziemlich vergleichbar mit gestern.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Moment mal! Welche Spieler in der deutschen Mannschaft sind denn tatsächlich Weltklasse? Misst du Kroos noch am 2014er Kroos? Ist Werner Weltklasse? Sind Goretzka und Gündogan tatsächlich Weltklasse? Ist in der Viererkette überhaupt ein Spieler, der (die Kicker-Einordnung) Internationale Klasse verdienen würde? Und das würde sich auch mit Müller, Boateng und Hummels nicht ändern, die allesamt ebenfalls keine Weltklasse sind.

    An Weltklasse kommen im Moment tatsächlich nur Neuer und Kimmich ran, wobei ich letzteren gestern schmerzlich vermisst habe, egal ob im Zentrum oder auf rechts.
    Kroos schafft sich mittlerweile irgendwie selbst ab und Sane hat gestern eindrucksvoll bewiesen, wie weit der Weg vom hochveranlagten zum richtig guten konstanten Spieler tatsächlich ist. Da hat ihm sein französisches Pendant Coman einiges voraus. Wenn man so will hat Sane gestern nachträglich seinen Ausschluss vor der WM 2018 gerechtfertigt ...
    Aber auch ohne Weltklassespieler sollte ein Nationaltrainer mit denen von nationaler und internationaler Klasse, die gestern auf dem Platz standen eine andere Leistung als die gebotene erreichen können.
    Übrigens ist der einzige Weltklassespieler bei den Spaniern kurz vor der Halbzeit verletzt vom Platz gehumpelt.

    Das Spiel hat gestern ein fantastisches taktisch vom Trainer gut eingestelltes und während des Spiels permanent gecoachtes Kollektiv gewonnen.

    Auffallend war, dass bei den Spaniern jeder Spieler zu jeder Zeit in der Lage war einfache Dinge (Ballan- und -mitnahme, saubere Pässe egal ob kurz oder lang, schnelle kurze Freilaufbewegungen, Zustellen von Pass- und Laufwegen) sauber und präzise auszuführen.

  • Ich kann nur bewerten, was ich gesehen habe und behaupte, dass dass hier ein Kollektiv versagt hat und nicht nur der Trainer.

    Absolut richtig.
    Aber ausreichend Spieler um alle auszutauschen gibt der Markt nicht her.

    Trainer gäbe es zwar auch nicht zu Hauf, der ein oder andere Kandidat wäre aber schon am Markt.
    Und da viele Spieler aktuell im Verein funktionieren und in der NM nicht, ist nach zwei Jahren des herumtüftelns der Zeitpunkt gekommen, dass einmal ein anderer sein Glück versucht.

  • Das Spiel hat gestern ein fantastisches taktisch vom Trainer gut eingestelltes und während des Spiels permanent gecoachtes Kollektiv gewonnen.

    Genauso sehe ich es auch. Der Trainer hatte einen Plan und konnte den Spielern vermitteln, wie sie diesen Plan umzusetzen haben. Und die Spieler wollten diesen Plan umsetzen.


    Es ist etwas zu einfach gedacht, jede Kleinigkeit auf den Trainer zurückzuführen, die nicht läuft. Ich glaube, von gestandenen Spielern kann man mehr erwarten.

    Ich bringe nochmal den Vergleich von Kovac bei den Bayern. Dort war es sehr ähnlich. Auch da fehlte es angeblich an Bereitschaft, auch da gelangen die einfachsten Dinge nicht. Spieler wie Boateng und Müller spielten keine Rolle mehr. Auch da gab es Meinungen, wie "das nicht jede Kleinigkeit auf den Trainer zurückzuführen ist". Flick lies das erprobte System (wieder) spielen und gab den Spielern einen klaren Plan mit, mit dem sie sich identifizieren konnten. Ergebnis ist bekannt.

    Kroos und Gündogan laufen nicht gern hinterher, Gnabry und Sane´profitieren enorm von Müller, der das Anlaufen bei den Bayern organisiert. Zu der Mannschaft von gestern passt das was Löw vor hatte einfach nicht. Kovac hatte für die destruktive Spielweise in Frankfurt die Spieler und die Mentalität, in München nicht. Und Löw hatte sie gestern ebenfalls nicht.

  • Grundsätzlich ordne ich beide Spiele so ein, dass beim Verlierer die Einstellung auf das Spiel und die Leistungsbereitschaft gefehlt hat. Beim Sieger hingegen war sie da. Vielleicht schaust du dir das Brasilien-Spiel nochmal an

    Mache ich bei Gelegenheit. In meiner Erinnerung sind da grade nach der Pause Szenen in denen Neuer mehrmals retten mußte.

    da konnte ich schon ein Aufbäumen, trotz hohem Rückstand, erkennen. Nur ein Beispiel.


    Vllt. schaust Du es Dir auch nochmal an.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Mache ich bei Gelegenheit. In meiner Erinnerung sind da grade nach der Pause Szenen in denen Neuer mehrmals retten mußte.

    da konnte ich schon ein Aufbäumen, trotz hohem Rückstand, erkennen. Nur ein Beispiel.


    Vllt. schaust Du es Dir auch nochmal an.

    Ja, es gab da 2-3 gute Szenen (Doppelchance Paulinho & Oscar) um die 54. Minute herum. Im gestrigen Spiel ist genau zu dieser Zeit das 0:4 gefallen. Das hätte sowieso jede Art von Aufbäumen im Keim erstickt.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Die Spanier spielen zu viel Funino in den NLZ in Sevilla, San Sebastian, Villareal anders kann ich mir die Niederlage nicht erklären.

    DIe NM ist im Umbruch und so sollte man das auch sehen. Für mich war der Umbruch nur halbherzig von Löw durchgezogen und jetzt hat er das Desaster. Ich denke bis zur EM müssen wir uns noch das anschauen mit Löw und dann kommt hoffentlich ein frischer Wind und neues Konzept. An guten Spielern mangelt es in Deutschland jedenfalls nicht.

  • Ja, es gab da 2-3 gute Szenen (Doppelchance Paulinho & Oscar) um die 54. Minute herum. Im gestrigen Spiel ist genau zu dieser Zeit das 0:4 gefallen. Das hätte sowieso jede Art von Aufbäumen im Keim erstickt.

    warum? was heißt der Satz denn konkret?

    Da das 0-4 fiel, wäre ein vorheriges Aufbäumen ohnehin sinnlos gewesen? :/


    bei brasilien deutschland stand es zu diesem Zeitpunkt übrigens schon 0-5....

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Mir hat v.a. die Einstellung der Mannschaft gestern nicht gepasst. Es sah fast so aus, als hätten sie keine Lust auf das Spiel.


    Was sagte der Kommentator Tom Bartels gestern: Ich frage mich, ob die Spieler die Nations League überhaupt ernst nehmen.

    Ich finde, das passt zum Spiel.


    Wahrscheinlich können Sané, Ganbry und Goretzka am Wochenende bei den Bayern wieder super aufspielen und Toni Kroos glänzt bei Real.

    Früher war man noch stolz, wenn man in die Nationalmannschaft berufen wurde, heute sieht es fast so aus, als sei das für einen Teil der Spieler eher überflüssig und ein Klotz am Bein. Echt schade !

  • Da das 0-4 fiel, wäre ein vorheriges Aufbäumen ohnehin sinnlos gewesen? :/


    bei brasilien deutschland stand es zu diesem Zeitpunkt übrigens schon 0-5....

    Kommst du da wirklich nicht selbst drauf?


    Liege ich zur Halbzeit deutlich zurück (egal ob 0:3 oder 0:5) und nehme mir in der Pause vor, das zu drehen oder besser dagegen zu halten, dann ist es halt nicht gut für die Moral, wenn ich nach wenigen Minuten das nächste Gegentor kassiere.


    Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass nach der Halbzeitpause sofort die Post abgehen würde. Ging sie aber nicht, stattdessen fiel das Gegentor. Danach hatte sich das dann noch mehr erledigt.

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  • Ich habe mich gefragt, ob nicht auch die Coronakrise in Kombination mit diesem Ananas-Cup zu Gedanken geführt haben könnte nach dem Motto: "was machen wir hier eigentlich?"


    Der Troß reist munter durch Europa als wäre nichts!

    Dass man das Geschäft Fußball am Leben halten will, verstehe ich. Aber diese Cups könnten ersatzlos entfallen. Und ich glaube schon, dass auch die Spieler dies so sehen (könnten).


    Dann wäre es für mich nachvollziehbar, warum überhaupt keiner mit der richtigen Einstellung ans Werk gegangen ist.



    Und je nachdem wie das Thema in Spanien gesehen wird, führt das dann eben zu so drastischen Einstellungsunterschieden...