Vereinstraining vs. Förderkader

  • Hallo zusammen.


    Ich hoffe, ich mach nicht einen neuen Beitrag auf, obwohl es das Thema schon gibt aber ich hab mal nichts gefunden.


    In meiner Mannschaft spielen zwei sehr gute Jungs, die auch bereits das Interesse beim nächst größeren Verein geweckt haben.


    Dieser Verein macht ein Mal die Woche für einen ausgewählten Förderkreis ein Hallentraining. Die Kids bleiben aber weiterhin im Heimatverein aktiv.


    Nun fällt das Training auf den gleichen Tag wie das reguläre Mannschaftstraining.


    Mich würde interessieren, wie ihr hier verfahren würdet. Lasst ihr die Kids ins Training des anderen Vereins und sie dann am Spieltag ganz normal spielen? Oder sagt ihr, wer nicht ins Mannschaftstraining kommt hat Pech gehabt?


    Gruß Thomas

  • Da es in der U13 schon langsam Richtung Gruppentaktik geht, hätte ich sie schon lieber im Vereinstraining, damit sie die entsprechenden Dinge mitbekommen.


    Ich habe in der Altersklasse 3x Training in der Woche angeboten, sodass meine Stützpunktspieler immernoch zweimal im Vereinstraining waren. Aber nur 50% des Vereinstraining mitzumachen, weil sie in einem anderen Verein trainieren sollen, würde ich nicht akzeptieren.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Das ist doch nicht Trainerentscheidung...


    Wenn der Spieler in einem anderen Verein mittrainieren darf, dann gibt es da ja Absprachen.


    Der Spieler trainiert doch in dem höherspielenden Verein, um dort spielen zu können. Wenn du ihn dafür benachteiligst, verbaust du ihm diese Chance

  • Schwierige Situation für Trainer, Spieler und Mitspieler. ich würde bissl mehr wissen wollen. Wie groß ist dein Kader? Ist der Teamgedanke intakt? Was ist dein Ziel als Trainer für die Mannschaft? Sind die beiden Jungs schon länger im Team?

  • Der Hauptverein wurde nicht über das Fördertraining informiert.


    Der andere Verein versucht eigentlich dadurch nur sich die Rosinen raus zu picken.


    Ich hab ein Kader von 20 Kindern wobei hier 3 Mädchen dabei sind, die auch für ein Mädchenteam spielberechtigt sind und nochmal zwei Kids die nur sporadisch da sind und ich plan mit ihnen nicht fest.
    Teamgedanke ist da aber wird grad wegen den zweien angegriffen. Ziel ist Aufstieg in die Leistungsstaffel. Die zwei sind seid der F-Jugend immer mit den gleichen Spielern im Team.

  • Der Hauptverein wurde nicht über das Fördertraining informiert.

    Die zwei Jungs wurden also vom "nächst höheren Verein" direkt angesprochen? Was genau wird denn bei dem Fördertraining gemacht?

    Nach den bisherigen Schilderungen ließt es sich für mich so, dass der "nächst höhere Verein" die beiden Jungs abwerben wird. Den Begriff "Fördertraining" lese ich immer häufiger, was tatsächlich dahinter steckt, kann sehr unterschiedlich sein. Im positiven Fall entwickeln sich die Jungs tatsächlich durch das gemeinsame Training mit anderen leistungsstarken Spieler weiter und werden so auf ein Niveau gebracht, um auch in höheren Ligen zu bestehen. Im negativen Fall ist das Training nicht "besser" als in der eigentlichen Mannschaft und es wird eher dazu genutzt die Kinder und ihre Eltern zu beeinflußen, den Verein zu wechseln. Ich habe auch schon erlebt, dass das Fördertraining dann bewusst auf Trainingstage der eigentlichen Stammvereine gelegt wurde, um Kinder und Eltern dann zu einer Entscheidung zu zwingen. Wenn das Fördertraining dann auch noch Geld kostet, ist klar, wie die Entscheidung ausfällt.

    Bei sauber arbeitenden Leistungsvereinen erfolgte in den mir bekannten Fällen eigentlich immer eine Abstimmung mit den Stammvereinen, auch um das Kind nicht zu früh zu einer Entscheidung zu zwingen.

  • Für mich wäre dieser Spieler abwesend und dementsprechend würde das auch vermerkt werden. Wenn ich jetzt beim Kader nach der Anwesenheit der Spieler ginge, würden ihm persönlich natürlich Nachteile entstehen. Man kann es aber nicht allen recht machen und wer sich dafür entscheidet, regelmäßig ein Training in einem fremden Verein zu besuchen, welches auf den eigenen Trainingstag fällt, muss mit Einschränkungen rechnen.


    Dieser Verein scheint kein Kooperationsverein von euch zu sein?

  • Für mich wäre dieser Spieler abwesend und dementsprechend würde das auch vermerkt werden. Wenn ich jetzt beim Kader nach der Anwesenheit der Spieler ginge, würden ihm persönlich natürlich Nachteile entstehen. Man kann es aber nicht allen recht machen und wer sich dafür entscheidet, regelmäßig ein Training in einem fremden Verein zu besuchen, welches auf den eigenen Trainingstag fällt, muss mit Einschränkungen rechnen.


    Dieser Verein scheint kein Kooperationsverein von euch zu sein?

    Das sehe ich auch so. Denn wie bereits erwähnt: Es geht dann in den Jahrgängen auch in Richtung Gruppentaktik und Zusammengehörigkeit und das kann ein Spieler, der woanders trainiert, nicht mit der eigentlichen Mannschaft erleben.


    In meiner Trainingsliste habe allerdings den DFB-Stützpunkt als Anwesenheit beim Training gewertet, da es hier nicht um einen anderen Verein geht, sondern um Förderung vom Verband, die nicht das Zusammengehörigkeitsgefühl zu einem anderen Verein "fördert". Ein Training bei einem anderen Verein würde ich als Abwesenheit werten.

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  • Der andere Verein spielt in der U13 in der Talentrunde aber man kann hier nicht von einem Profiverein sprechen. Sie trainieren genauso häufig wie wir.

    Sie sind auch kein Kooperationspartner.
    Es geht nur um Technikeinheiten um die individuelle Leistung zu steigern und meiner Meinung nach Spieler abzuwerben wenn sie soweit sind.

  • Es geht nur um Technikeinheiten um die individuelle Leistung zu steigern und meiner Meinung nach Spieler abzuwerben wenn sie soweit sind.

    Das heißt, der Spieler hat keinen Mehrwert durch das Training mit anderen/besseren Spielern in einer Fördergruppe, da er Techniktraining macht, welches er (vorausgesetzt das Personal ist da) auch im eigenen Verein bekommen kann.


    Das macht leider aus Spielern- und Elternsicht überhaupt keinen Sinn: Wenn es wenigstens um Individualtaktik gehen würde, wo er sich gegen bessere Spieler als im Verein durchsetzen muss.. Aber so geht es - wie du schon sagst - wohl nur darum, die Spieler an den anderen Verein zu binden und sie abzuwerben, wenn es "soweit" ist.


    Schon ziemlich fragwürdig, das ganze Modell.

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  • m negativen Fall ist das Training nicht "besser" als in der eigentlichen Mannschaft und es wird eher dazu genutzt die Kinder und ihre Eltern zu beeinflußen, den Verein zu wechseln.

    meiner Meinung nach Spieler abzuwerben wenn sie soweit sind.

    Das heißt, der Spieler hat keinen Mehrwert durch das Training mit anderen/besseren Spielern in einer Fördergruppe, da er Techniktraining macht, welches er (vorausgesetzt das Personal ist da) auch im eigenen Verein bekommen kann.

    Also doch eher der von mir angesprochene negative Fall. Ich würde die Trainingsabwesenheit als Fehlen vermerken. Wenn es noch Sinn macht, wäre ein Gespräch mit den Eltern gut. Perspektivisch ist es doch ein Abschied auf Raten oder aber man bekommt die Eltern überzeugt, dass die Jungs auf das Fördertraining verzichten und sich fortan wieder in das Team einfügen.

  • Unglaublich, wie man damit auf Kinder einwirkt und was die Kinder daraus Lernen. Lass Deine Mitspieler im Stich, nimm Dir die Filetstücke raus, wenn es ein besseres Angebot gibt, dann nutze es... Was lernen die Kinder im Bereich Teamgeist? Zusammenhalt? Loyalität?

    (Stellt Euch mal bitte vor, dass ein Mitspieler von Euch im Erwachsenenbereich einmal in der Woche bei einem anderen Verein mit trainiert... Der würde zu hören bekommen, dass er eine Einzelsportart machen sollte.)

    Lösung: Den anderen Verein kontaktieren und sie auffordern keine Spieler des eigenen Vereins anzusprechen/einzuladen. Den eigenen Spielern klarmachen, dass sie dort nicht mitmachen können, solange sie Teil des Teams bleiben wollen. Wenn sie das Fördertraining des anderen Vereins wahrnehmen wollen, dann können sie das gerne tun, dann müssen sie aber gänzlich wechseln.

    Klares Statement. Für alle Teamsportler glasklar. Die Kinder/Eltern, die das nicht akzeptieren wollen, sind ohnehin sehr auf sich fokussiert und tragen nicht zu einem guten Teamgeist bei.

  • Unglaublich, wie man damit auf Kinder einwirkt und was die Kinder daraus Lernen. Lass Deine Mitspieler im Stich, nimm Dir die Filetstücke raus, wenn es ein besseres Angebot gibt, dann nutze es...

    Das ist mit Sicherheit die Sicht eines Erwachsenen und nicht das, was ein Kind daraus lernt.

    Davon abgesehen finde ich es auch problematisch, wie in solchen disskussionen immer am Spieler vorbei diskutiert wird.

    Was will denn der Spieler?

    Vermutlich will er an diesem Training teilnehmen, aber weißt du auch warum?

    Was erhofft er sich davon? Wie wird sich das, aus seiner sicht, auf das Team und die gesetzten Ziele auswirken?

  • Ich finde, dass es einen Verein/Trainer schlicht nichts angehen sollte, was ein Spieler so treibt. Und wenn er noch in 7 Fußballschulen sein will, dann bitte. Geht er noch zum Schwimmen oder Judo, wäre mir das ebenso egal.

    Einzige Einschränkung: NICHT während der Trainingszeiten / Spieltage.
    Das kann man auch in Richtung Eltern klar kommunizieren...