Funino - Startschuss in Bayern

  • Wir spielen ja bereits in F2 (Jungjahrgang) und F1 Fussball 5. Kleinere Teamgrößen finde ich gut, jedoch sollte man schon schauen, dass die "Stärkeren" zusammen gegen andere "Stärkere" spielen bei den Spieltagen. Das findet bei uns nicht statt! Wir regeln dies normalerweise in Freundschaftsspielen. Die Kinder wissen sehr wohl wie sie gespielt haben und extreme Ergebnisse gilt es zu vermeiden!

  • Papatrainer83 : was findest du an dem Kommentar arrogant?

    Aus meiner Sicht kann man ihm nur "Verallgemeinerung" vorwerfen. In BaWü wird schon länger in Kleingruppen und Spieltagen gespielt als in anderen Bundesländern. Bayern ist mit Mittelfranken seit 2015 mit FUNino in Wettkampfformen unterwegs. Bei anderen funktioniert das auch schon seit ein paar Jahren. Genauso ist BaWü mit 4+1 bei den Bundesländern sehr weit vorne dabei - allerdings gab und gibt es auch in BaWü noch viele Kritiker (siehe z.B. auch das Interview von Thomas Staack (3 gegen 3 Liga Köln) mit Michael Rentschler (WFV)). Das hätte man aus meiner Sicht differenzierter darstellen können.


    Die Grundtendenz des Kommentars kann man allerdings nicht weg diskutieren: Horst Wein's Erkenntnisse gibt es schon länger - ich möchte da aber gar nicht in der Vergangenheit unterwegs sein (schon gar nicht im letzten halben Jahr, in dem viele geplante Festivals ausfallen mussten - ich denke ansonsten wären wir heute in einigen Regionen schon weiter). Ich finde unsere Zeit und Diskussionen gerade sehr spannend. Und nachdem nun auch die Süd-NLZs (z.B. Hoffenheim, Stuttgart, Frankfurt) noch auf den Zug aufspringen und die Spieleranzahl und Wettkampfform in der U13/14 in Frage zu stellen und alternative Modelle ausprobieren, bin ich gespannt, welche Auswirkungen das in ein paar Jahren haben wird.

  • "Jahrzehntelange Ignoranz" ist für mich eindeutig arrogant. Wer sagt, dass es Ignoranz war? Sorry, falls es so gewesen sein sollte, ich war bei keiner DFB-Sitzung dabei.

    "Warum haben so viele so lange weggeschaut, obwohl die selektierenden Grausamkeiten des Spielsystems offensichtlich waren?" -typisches Schwarz-Weiss-Denken und voreingenommene Meinung. War es denn für alle grausam?

    "Fast immer dieselben zwei Torschützen? Toll, dass der Verein so große Talente hat." Dieses Problem wird durch Fussball 3 sicherlich nicht gelöst, es wird nie so sein, dass alle Kinder Tore schießen....

    "Ein Kind hört auf, weil es zu wenig spielen darf? Wir haben ja noch genug andere." Sicherlich ein sehr wichtiger Teilaspekt, aber eben nicht alles. Hier sicherlich bereits zu genüge diskutiert wieso die Kinder aufhören.

    Und nachdem nun auch die Süd-NLZs (z.B. Hoffenheim, Stuttgart, Frankfurt) noch auf den Zug aufspringen und die Spieleranzahl und Wettkampfform in der U13/14 in Frage zu stellen und alternative Modelle ausprobieren, bin ich gespannt, welche Auswirkungen das in ein paar Jahren haben wird.

    Das finde ich sehr interessant, hast du da weitere Infos? Gerade bei ambitionierten Vereinen (im U12 Bereich gibt es zumindest offiziell ja noch keine Mannschaften bei den NLZs) geht der Weg entgegengesetzt und die F1 wird mangels spielstarken Gegner als zusätzliche E-Mannschaft gemeldet.

  • Was mich an dem Spielbetrieb mit Mini-Toren und 4+1 stört: was mache ich mit Kindern, die wirklich sehr viel weiter sind? Was sind da eure Ansätze?

    Wo siehst Du denn die Nachteile eines 4 vs. 4 bzw. 3 vs.3 für weiter entwickelte Spieler?


    Oder anders formuliert:

    Wieso ist ein 3 vs. 3 oder 4 vs. 4 für weiter entwickelte Spieler nicht förderlich?

  • Wo siehst Du denn die Nachteile eines 4 vs. 4 bzw. 3 vs.3 für weiter entwickelte Spieler?


    Oder anders formuliert:

    Wieso ist ein 3 vs. 3 oder 4 vs. 4 für weiter entwickelte Spieler nicht förderlich?

    Sorry, ich habe mich unklar ausgedrückt. Die Frage wie stärkere Spieler gefördert werden können hat nichts mit dem Spielsystem zu tun.

    Wir lassen alle Kinder gleich lange spielen, egal wie weit ein Kind ist. Meiner Ansicht nach profitieren hier die schwächeren Kinder deutlich mehr als die stärkeren. Und hierauf zielt meine Frage: wie kann ich einen stärkeren Spieler im Spiel/im Training weiter fördern?

    Vielleicht als Beispiel: wir haben am letzten Freitag ein Freundschaftsspiel (Jahrgang 2012) mit zwei 4+1 Mannschaften gemacht und die Kinder so eingeteilt, dass es zu ausgeglichenen Spielen kommt (eine "erste" und eine "zweite"). Die "erste" spielte 12:12, wobei hier der 13er, der bereits die ganze Saison bei den 12ern spielt zum wiederholten Male der stärkste Spieler war und 10 der 12 Tore gemacht hat. An den Spieltagen draußen und in der Halle hat er auch bereits 70% der Tore gemacht. Ich weiß, Tore zählen nicht, aber wir führen sonst keine Statistiken über angekommen Pässe etc :-). Man sieht es einfach am besten auf dem Platz.

    Kurzfristig haben bei der "zweiten" zwei Kinder abgesagt und wir haben noch einen 13er und einen 14er (kleiner Bruder des oben genannten 13ers) dazugenommen. Beide sehr gut integriert, man kennt sich auf dem Dorf. Aber auch hier der 14er mit der aktivste Spieler und mit Torerfolg.

  • Sorry, ich habe mich unklar ausgedrückt. Die Frage wie stärkere Spieler gefördert werden können hat nichts mit dem Spielsystem zu tun.

    Wir lassen alle Kinder gleich lange spielen, egal wie weit ein Kind ist. Meiner Ansicht nach profitieren hier die schwächeren Kinder deutlich mehr als die stärkeren. Und hierauf zielt meine Frage: wie kann ich einen stärkeren Spieler im Spiel/im Training weiter fördern?

    Vielleicht als Beispiel: wir haben am letzten Freitag ein Freundschaftsspiel (Jahrgang 2012) mit zwei 4+1 Mannschaften gemacht und die Kinder so eingeteilt, dass es zu ausgeglichenen Spielen kommt (eine "erste" und eine "zweite"). Die "erste" spielte 12:12, wobei hier der 13er, der bereits die ganze Saison bei den 12ern spielt zum wiederholten Male der stärkste Spieler war und 10 der 12 Tore gemacht hat. An den Spieltagen draußen und in der Halle hat er auch bereits 70% der Tore gemacht. Ich weiß, Tore zählen nicht, aber wir führen sonst keine Statistiken über angekommen Pässe etc :-). Man sieht es einfach am besten auf dem Platz.

    Kurzfristig haben bei der "zweiten" zwei Kinder abgesagt und wir haben noch einen 13er und einen 14er (kleiner Bruder des oben genannten 13ers) dazugenommen. Beide sehr gut integriert, man kennt sich auf dem Dorf. Aber auch hier der 14er mit der aktivste Spieler und mit Torerfolg.

    Unabhängig von der Funino Diskussion, hört BITTE auf bei 7,8 Jährigen davon zu sprechen, das Sie so stark sind weil Sie so viele Tore machen. Das ist schon fast lächerlich. Das sind auch keine Talente, jedenfalls nicht allein aus diesem Grund, und unabhängig davon überhaupt noch nicht festzustellen.

    Ich weiß, Tore zählen nicht, aber wir führen sonst keine Statistiken über angekommen Pässe etc :-).

    Über Tore anscheinend schon. Das allein ist eben schon Schwachsinn. Wertet Ihr den Assist etc. bei den Kids auf, legt er eben vllt. mal vermehrt die Bälle auf und entwickelt ein besseres Raumgefühl. Das wäre seiner Entwicklung zuträglicher als dafür gefeiert zu werden, das er soviele Tore macht, weil er im Moment, warum auch immer, noch weiter entwickelt ist. Möglicherweise in einer einzigen(welcher auch immer) Weise, die in dem ALter eben noch reicht.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Unabhängig von der Funino Diskussion, hört BITTE auf bei 7,8 Jährigen davon zu sprechen, das Sie so stark sind weil Sie so viele Tore machen. Das ist schon fast lächerlich. Das sind auch keine Talente, jedenfalls nicht allein aus diesem Grund, und unabhängig davon überhaupt noch nicht festzustellen.

    Über Tore anscheinend schon. Das allein ist eben schon Schwachsinn. Wertet Ihr den Assist etc. bei den Kids auf, legt er eben vllt. mal vermehrt die Bälle auf und entwickelt ein besseres Raumgefühl. Das wäre seiner Entwicklung zuträglicher als dafür gefeiert zu werden, das er soviele Tore macht, weil er im Moment, warum auch immer, noch weiter entwickelt ist. Möglicherweise in einer einzigen(welcher auch immer) Weise, die in dem ALter eben noch reicht.

    Danke für diese Antwort.

  • "Jahrzehntelange Ignoranz" ist für mich eindeutig arrogant. Wer sagt, dass es Ignoranz war? Sorry, falls es so gewesen sein sollte, ich war bei keiner DFB-Sitzung dabei.


    "Fast immer dieselben zwei Torschützen? Toll, dass der Verein so große Talente hat." Dieses Problem wird durch Fussball 3 sicherlich nicht gelöst, es wird nie so sein, dass alle Kinder Tore schießen....

    Ich war bei den Sitzungen auch nicht dabei. Der WFV hat aber schon lange umgestellt (ein Landesverband im DFB) - und andere Länder (z.B. Belgien, Niederlande, Österreich) auch. Ich kann mir somit nicht vorstellen, dass der DFB das Konzept nicht kannte.


    Wenn die 2 Torschützen in einem Team spielen, werden die anderen Kindern in den schwächeren Teams auch Tore erzielen - das ist logisch, sonst würden dort ja keine Tore fallen. Hinzu kommt allerdings auch, dass dies ein Grund ist für Fußball 3, den alle Trainer, die an einem Festival bereits teilgenommen haben, bestätigen.

  • let1612 danke für das Interview, werde ich mir anhören.

    Wenn die 2 Torschützen in einem Team spielen, werden die anderen Kindern in den schwächeren Teams auch Tore erzielen - das ist logisch, sonst würden dort ja keine Tore fallen. Hinzu kommt allerdings auch, dass dies ein Grund ist für Fußball 3, den alle Trainer, die an einem Festival bereits teilgenommen haben, bestätigen.

    Das stimmt, 100% Übereinstimmung. Leider spielen wir aber nicht in einem Modus, der regelt, dass die Mannschaften in etwa gleich stark sind und somit die Chance vergrößert werden würde, dass alle etwas beitragen können.

    Jedoch habe ich vorher ja gelernt, dass man auf keinen Fall die Tore der Kinder zählen darf.

  • Jedoch habe ich vorher ja gelernt, dass man auf keinen Fall die Tore der Kinder zählen darf.

    Das finde ich wirklich gut. Reflektion ist ein wichtiger faktor der nicht nur bei Spielern hilft. Ist der torjäger evtl. Dein sohn? Dann umso mehr Respekt.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Papatrainer83 : Interview mit Thomas Krücken (VFB Stuttgart)

    Sehr interessantes Interview.
    Die Ansätze die Thomas Krücken v.a. bezgl. Spielfeldgrößen und Spielerzahl bis perspektivisch inkl U14 vorschlägt klingen interessant und absolut sinnvoll.

    Die BFV-NLZ hier in Unterfranken gehen da aktuell leider einen anderen Weg der eher gegensätzlich läuft.

    Hier wird z.T. schon in der U10 auf Kompaktfeld gespielt und die Jungs messen sich dann mit Gegnern in der U13 Gruppe d.h. nächste Saison spielen 2011er gegen 2008er.

    U11 spielt dann U13 Kreisklasse oder Kreisliga, U12 in der U13 Beziksoberliga.

    Ab U13 geht es dann oft schon aufs Großfeld.


    ich bin grundsätzlich auch der Meinung, dass es für starke bzw. gut entwickelte Kids besser ist sich auch mit stärkeren Gegnern zu messen. Das muss aber nicht gleichzeitig bedeuten, dass die Gegner 2-3 Jahre älter sind.

  • Coach 76 : nicht nur in Unterfranken ;) - im BFV insgesamt sehe ich eine andere Tendenz. U13 Förderliga gibt es schon länger (siehe bfv.de Tabelle mit den teilnehmenden Mannschaften). U14 auch - dort wird Großfeld gespielt (siehe Regeln). Zukünftig wird es eine U12 Förderliga geben (siehe Video (ist leider auf facebook)). Gut daran ist aus meiner Sicht, dass gegen Gleichaltrige gespielt wird und nicht gegen Ältere (gegen Ältere habe ich so meine Probleme mit dem FairPlay (Stichwort Ältere vorführen) und das einige ihre Spielweise umstellen um körperliche Defizite zu kompensieren). Wenn ich mir die Kader der Teams allerdings ansehe (Quantität), dann kommen in einem Spiel nicht alle zum Einsatz. Da gefällt mir die Twin-Modus-Idee vom "NLZ-U13-Nordcup" sehr gut (neben mehr Ballkontakten, sind auch mehr Spieler im Einsatz - 14 anstatt 11).

    Um auf das Thema des Threads zurück zu kommen - schön finde ich, dass z.B. Jahn Regensburg die U11 abmeldet und dort mehr kleine Spiele machen möchte :)

  • Constantin : nein, natürlich nicht. Deshalb finde ich es gut, dass versucht wird leistungshomogene Wettbewerbe unter Gleichaltrigen durchzuführen.

    Das ist manchen Gebieten gar nicht mehr möglich.
    Bei uns zum Beispiel Bündeln zwei Vereine spätestens ab der E-Jugend alle Talente im Umkreis von 125 KM bei sich und schlagen auch alle zwei Jahre älteren Teams Größtenteils deutlich.

  • Versteh ich nicht. Jüngere und Gleichaltrige vorzuführen ist also in Ordnung?

    Das Konzept der Förderligen sieht vor, dass Leistungsmannschaften gleicher Altersgruppen gegeneinander spielen. Dadurch sollen Spiele auf Augenhöhe stattfinden. Finde ich grundsätzlich gut. Sehe aber wie @let1612immer noch den Nachteil, dass im Groß- oder Kompaktfeld Zu wenig Spielzeit und Action für den einzelnen herausspringt. Die Idee der „TwinGames“ aus dem Interview mit Thomas Krücken gefällt mir deutlich besser.

    Wir standen zum Saisonwechsel für unseren Sohn (2010) vor der Entscheidung Heimatverein oder NLZ, da sich 3 NLZ + ein ambitionierter Oberligaverein mit NLZ-angelehnter Jugendarbeit gemeldet haben (Initiative kam von den Vereinen, nicht von uns).

    Wir haben uns dazu entschieden, zumindest die kommende Saison noch im Heimatverein in der U11 mit gelegentlichen Trainings in der U13 zu bleiben.

    Neben dem Zeit- und Fahraufwand (Entfernung je nach Verein ca. 30, 50 bzw. 60 km einfach) parallel zum Übertritt ans Gymnasium, war es mir wichtig, dass er weiter auf kleinem Raum gegen gleichaltrige Gegner spielen kann und nicht jeden Samstag von 12-13 jährigen die Knochen poliert bekommt, weil die irgendwann (verständlicherweise) keine Lust mehr haben sich regelmäßig von 10 jährigen tunneln oder anderweitig her-spielen zu lassen.

    Ob mit der Entscheidung eine Chance verbaut wurde, oder eher eine positive Entwicklung gefördert werden wir erst irgendwann später wissen, bzw. nie endgültig überprüfen können.