Trainer lässt zunehmend seine Frau trainieren

  • Moin Moin, ich würde euch gern ein Problem schildern und mich noch viel mehr über kompetente Antworten freuen.

    Die Situation bei uns in der Mannschaft, eine E-Jugend ist so, dass wir einen Trainer haben, der sich von seiner Frau helfen lässt, also mit ihr gemeinsam das Trainerteam bildet.

    Höchsten Respekt dafür, denn er wendet wirklich als Familie viel Zeit auf. Die Spieler haben Spaß, es wird auch ordentlich getauscht, eine gewisse Leistung wird erwartet, aber der Spaß sollte im Vordergrund stehen und das tut er auch.

    Leider ist es seit geraumer Zeit so, dass der Trainer selbst nur noch 30-50 % an den Trainings erscheint, überwiegend übernimmt diesen Job seine Frau. Soweit so gut, da wäre gar nichts gegen zu sagen, wenn die Frau nicht völlig überfordert mit den Kindern und dem Sport an sich wäre. Eltern, die sich angeboten haben, bei den Trainings zu helfen, wurden ziemlich deutlich abgewiesen. Ein Cotrainer aus einer A-Jugend hat die Mannschaft verlassen, weil auch er unter der ziemlich inkompetenten Frau des Trainers nicht weiter arbeiten wollte. Die Leistungen der Mannschaft lassen mittlerweile auch leider zu wünschen übrig und viele Spieler, vor allen Dingen die leistungsstarken, haben den Verein verlassen. Die verbliebenen Eltern wollen sich jetzt zusammen setzen und dann soll es ein Gespräch mit dem Trainer gehen. Meine Frage: wie geht man das am geschicktesten an? Spricht die gesamte Elternschaft mit ihm? Bespricht sich die Elternschaft vorab und ein Elternteil spricht mit ihm? Da er in der Regel ziemlich rigoros ist, und seiner Frau vertraut und schützt. sehen wir da Probleme auf uns zukommen. Danke für eure Hilfe!

  • Ich kann dir nicht genau sagen, ob der Trainer keine Lizenz hat, Geld bekommt er auf jeden Fall. Auch wenn es natürlich nicht üppig ist. Vater ist er nicht. Also nicht von einem Spieler. Und die Inkompetenz äußert sich so, dass die Kinder leider vor ihr wenig Respekt zeigen und mehr oder weniger machen was sie wollen. Sie findet keine Mittel und Wege, die Kinder vernünftig anzuleiten, geschweige denn, dass sie Ihnen etwas vor machen könnte. Darüber hinaus beginnt nach dem warm machen eigentlich sofort ein Spiel auf kleine Tore ohne Torwart. Ein Torwart Training gibt es bei ihr nicht. Das bin ich so von ihrem Mann nicht gewohnt.

  • Was den Vorwurf der mangelnden Autorität angeht, denke ich da, dass hier auch die Eltern der Kinder in der Pflicht sind. Nicht jeder ist ein ausgebildeter Pädagoge und auch der A-Jgd Spieler hätte wahrscheinlich auch erstmal lernen müssen, wie man mit den Kindern umgehen muss. Ich weiß ja nicht, wie viele Kinder es in der Mannschaft sind, aber es ist nicht einfach alleine eine horde Kinder unter Kontrolle zu bringen.


    Ihr solltet dieses Gespräch im eigentlich mit beiden Trainern zusammen führen. Außerdem sollte es nicht das Ziel sein, jemanden zu bewerten, sondern es sollte eine Hilfestellung gegenüber den Trainern sein. Wenn niemand angegriffen wird, gibt es auch niemanden den man beschützen muss. Seid euch bitte im Klaren, dass die Trainer in dieser Konstellation keine Dienstleister sind, sondern auch nur einem Hobby nachgehen.


    Gut wäre es natürlich, wenn ihr Einigkeit zeigt, allerdings ist es besser, wenn maximal 2-3 Personen das Gespräch führen. Mit einer 2 gegen 20 Gesprächssituation ist keinem geholfen.

    Torwarttraining: Sie ist keine Torwarttrainerin, warum sollte sie dann welches geben? Hier ist mE der Verein die bessere Anlaufstelle, der einen "echten" Torwarttrainer anbieten kann, der auch entsprechende Erfahrungen mitbringt. Oder man geht halt zu einer privaten Fußballschule.

  • Vorsicht!


    Ich bin der festen Überzeugung, daß der Anteil der fussball erwischen Entwicklung und Ausbildung des Trainers für diese Altersgruppe viel kleiner ist, als es manch einer meint!


    Der A-Jugendliche könnte fehlerhaft gemeint haben, dass bestimmte Trainings hier notwendig waren und weil die Trainerun ihm ein P für Pause verordnet, schmollte er.


    Eine warmherzig Trainerin die die Jungs spielen lässt... auch mit wenig Wissen... könnte auf lange Sicht so dafür sorgen, dass weniger Spieler wieder aufhören, z. B. Deshalb, weil sie es menschlich besser drauf hat, als alle anderen die MEINEN, das sie es nicht drauf hat!!!!


    Die Kinder wären die Messlatte!


    Nur die könnten elternbeeinflusst den Verein verlassen haben.


    Ich empfehle, mal eine wirklich neutrale Person mit Kompetenz mit den Kindern reden zu lassen. Eltern sind hier vermutlich nicht neutral. Sie bewerten nicht wie wissende Ausbilder. Selbst die Befragung der Kinder könnte für den Arsch sein, da die Kinder bereits beeinflusst sind.


    So gesehen sollte ein wissende mit Kompetenz mal vom weiten zuschauen, um einen Eindruck zu gewinnen.

  • Ich bin der festen Überzeugung, daß der Anteil der fussball erwischen Entwicklung und Ausbildung des Trainers für diese Altersgruppe viel kleiner ist, als es manch einer meint!

    Deine Meinung ist legitim, jedoch nicht belegt.

    Ich sehe das genau andersherum: ein guter Trainer, der alle Spieler motiviert, viel Bewegungszeit/viele Ballkontakte ermöglicht, ein abwechslungsreiches und methodisch gut aufgebautes Training anbietet, kann sehr wohl einen großen Unterschied ausmachen.


    Einen Ball reinschmeißen und sagen "macht mal" mag mal im Ausnahmefall förderlich sein, wird die Kinder auf Dauer aber nicht zufrieden stellen und auch nicht so gut fördern wie es möglich wäre.


    an den Threadersteller:


    Sehe es ähnlich wie Constantin. Am besten in einer kleinen Gruppe die Problematik ansprechen und den Trainern Optionen lassen, wie sie "gesichtswahrend" eine Lösung finden können. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, erstmal mit dem eigentlichen Trainer zu sprechen, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Im gemeinsamen Gespräch mit seiner Frau könnte es sonst gut sein, dass er seiner Frau vor euch Eltern natürlich nicht in den Rücken fallen will.


    Grüße


    José

  • Es gibt doch sicher einen Jugendleiter. Vielleicht bittet ihr diesen, sich das Training mal anzuschauen und so eine möglichst objektive Meinung einzuholen.

    Ob die leistungsstarken Kinder weitergezogen sind, weil andere Vereine locken oder wegen dem Trainergespann, kann man von außen ja schlecht sagen. Natürlich kann man den Trainer fragen, warum er so oft fehlt und dass die Kinder ihn vermissen würden.

  • Ich kann dir nicht genau sagen, ob der Trainer keine Lizenz hat, Geld bekommt er auf jeden Fall. Auch wenn es natürlich nicht üppig ist. Vater ist er nicht. Also nicht von einem Spieler. Und die Inkompetenz äußert sich so, dass die Kinder leider vor ihr wenig Respekt zeigen und mehr oder weniger machen was sie wollen. Sie findet keine Mittel und Wege, die Kinder vernünftig anzuleiten, geschweige denn, dass sie Ihnen etwas vor machen könnte. Darüber hinaus beginnt nach dem warm machen eigentlich sofort ein Spiel auf kleine Tore ohne Torwart. Ein Torwart Training gibt es bei ihr nicht. Das bin ich so von ihrem Mann nicht gewohnt.

    Nachdem Aufwärmen gehts bei mir auch direkt mit einer Spielform los. Finde ich schonmal sehr gut. Finde es immer blöd und eintönig wenn ein Training nur aus üben besteht und im Abschlussspiel dann das einzige Spiel erfolgt, schlimmstenfalls noch 10 gegen 10.


    Bei mir gibts nach dem Aufwärmen eine Spielform, dann eine Übungsform und wieder eine Spielform.


    Wie soll sie denn allein ein Torwarttraining machen, was machen die anderen Kids in der Zeit.


    Ich weiß nicht wie leistungsorientiert, ich schüttel mich gerade, euer Verein ist, aber in der E sollte man sich noch nicht auf Positionen, Torwart schon gar nicht festlegen.


    Ausserdem denke ich: Besser kein TW Training, als ein unqualifiziertes. Und das werden die allermeisten im Breitensport anbieten.


    Und was das mangelnde Benehmen betrifft, da sollten sich zum Einen die Eltern hinterfragen, und zum anderen mal Klartext mit den Kids reden.


    Würde sie hart durchgreifen, wäre sicher das Gemecker groß, und man würde mehr Empathie einfordern.


    Ich glaube die Tatsache das hier eine Frau aktiv ist, ist das größte Problem.

    Meine Frau hat soviele Einheiten von mir gesehen, so viele Planungen mitbekommen, die könnte locker ein Training durchführen wie meins.


    Und ich wette hinterher käme Gemaule und Kritik. Bewusst etwas überspitzt formuliert.

  • Guten Morgen! Vielen Dank für eure ehrlichen Meinungen! Das hilft mir auf jeden Fall sehr und beleuchtet die gesamte Angelegenheit ganz deutlich von einer anderen Seite. Gut, dass es diese Art Foren gibt. Wir werden nun einen Elternabend einberufen, der guten Frau eine Chance geben und hoffen, dass sich alles zum Besseren wendet. Vielleicht kann man den U 19 Spieler ja doch noch mal zurück gewinnen und gemeinsam mit Trainer und vor allem Trainerin ein gutes Team bilden lassen. Das Ganze werden wir versuchen so auf zu ziehen, dass der U 19 Spieler von erfahrenen Trainern in das Fußball Trainer da sein hinein geführt werden soll. Liebe Grüße und 1000 Dank noch mal

  • Was verspricht ihr Euch von dem Elternabend? Ich kann mich Andre Worten nur anschließen, das ein Trainer ein Rahmen bietet mit verschiedenen Spielformen und Übungen. Ob die Jungs das Training mit vollem Elan annehmen oder nicht liegt nicht immer in seiner Hand. Er kann motivieren und anfeuern und das wars dann auch. Würde er die Keule schwingen, kommen die gleichen Eltern und wollen das man doch herzlich mit den Kindern umgeht.

  • @Der MarkE : Wenn ich aus dem Satz schon lese: wie wollen der guten Frau ihr eine Chance geben , so hört sich das an wie eine öffentliche Hinrichtung mit dem Elternabend. Was sagen Sie zu ihrer Verteidigung gute Frau? Die Eltern zeigen entweder Daumen hoch oder runter wie im alten Rom!

  • Als ich im Januar zurück in die Schweiz kam, durfte ich mit einem Freund das Team für die letzen 3-4 Monate der Rückrunde mittraineren. Die letzten Spiele durfte ich selbst auch betreuen, weil mein Freund anhand eines Jobwechsels, keine Kapazität hatte.


    Ende Saison musste mein Freund aufhören und für mich ist Fussball kein Thema mehr. Ich wollte nur meinen Freund und seine B-Junioren helfen und es hat auch Spass gemacht.

    Das Team hatte ich dann nicht übernommen, um vorausgeplante Konflikte mit dem Sportchef zu vermeiden, denn ich nicht vertrauen gelernt habe.


    Dann wollte der Vorstand einen Trainer holen, den ich kenne und ich niemals auf Kids und Jugendlichen setzen würde, da dessen Sozialkompetenzen zu wünschen übrig lassen. Meine Antwort war folgende: "Lieber Samuel, kuck mal; mit meinem Freund und mit mir hatten die Jungs 4 Monate Play Station 4 gespielt... hat dein Sohn eine Playstation 4?" Er bestätigte, sein Sohn der auch im gleichen Team spielt hat ebenfalls eine PS4. Dann fragte ich Ihm: "Was würde echt passieren, wenn Du deinem Sohn, die PS4 weck nimmst und die PS1 rein stellst?" Und die Antwort: "Er hört auf zu spielen..." Und ich dann: "Genau Samuel, dein Vorhaben ist es dieser B-Junioren Mannschaft die eine PS4 spielen mit einer PS1 zu ersetzen." Da wurde Ihm klar was ich meine.


    In diesem Fall hier - die Frau des Trainers ist die PS1 und das darf man dem Trainer auch sagen. "Kuck mal lieber Trainer: Du bist PS4 und deine Frau ist PS1 und die Kids mögen die PS4 halt schon lieber..."

  • Toll wäre, wenn DerMarkE drüber berichten würde, was aus der Sache geworden ist. Ich würde auf jeden Fall die Jugendleitung mit einbinden, wie das hier auch schon vorgeschlagen wurde. Die ist dafür da. Ansonsten tendiere ich auch eher zu José s Meinung, dass der Trainier durchaus einen Einfluss auf die Entwicklung hat und m.E. sogar im Jugendbereich mehr als später, was dann natürlich auch wieder Spekulation ist.

    Letztlich beißt sich die Katze immer wieder in den Schwanz. Die Vergütung ist idR sehr gering, somit brauchst Du viel Enthusiasmus und es sind auch viele "echte Amateure" als Jugendtrainer unterwegs, die eben den guten Willen aber leider nicht die gute Ausbildung für den Kinderfußball haben. Sollte ihnen aber niemand vorwerfen, der es nicht besser macht. Denn würde es sie nicht geben, gäbe es halt gar keine.

    Über kurz oder lang wird sich das verändern müssen. Gute Ausbildung muss auch bezahlt werden. Das ist in anderen Sportarten schon lange so. Und wenn Du die Ausbildung gut bezahlst, dann kannst Du erstens auch erwarten, dass Du vernünftige Trainer findest und dass diese dann auch vernünftig arbeiten. Ich weiß, dass das mehrheitlich hier anders gesehen wird, glaube aber kaum, dass man daran vorbei kommt. Schließlich steigen die Anforderungen an die fußballerische Ausbildung. Das ist von Elternteilen ohne Trainerschein einfach nicht mehr zu leisten und selbst mit kein Kinderspiel.