• Powerzwergenpapa, ich coache in einer D 2 Jahrgang 2007. Die sind 11 oder 12 Jahre alt.


    let1612 und Constantin. Da man es hier so genau nimmt. Ich rufe auch nicht rein, "Spiel den Ball ab" das ist eh viel zu lang. Gelgentlich mache ich auf den freistehenden Stürmer aufmerksam.


    Natürlich ist das Abspiel keine Torgarantie (Das 1:1 aber wohl auch kaum). Es kann aber auch nicht völlig irrelevant sein, wann und vor allem wo (Abwehr, Aufbau oder Angriffszone, mit guter Abspielmöglichkeit oder ohne gute Abspielmöglichkeit) man ins 1:1 oder gar 1:2 geht.


    Und ich finde es auch komisch dem Trainer, der gelegentlich mal ein Abspiel möchte zu unterstellen, er würde dann das offensive 1:1 nicht trainieren.


    Constantin, den Torwart habe ich nicht gemeint, zumal dieser in der Regel kaum besser stehen dürfte. Es geht doch wohl eher um einen Mitspieler, den ich gut anspielen kann und dadurch Raumgewinn erziele. In der Halle ist der Torwart sicherlich öfter eine Option. Aber davon reden wir wohl nicht.


    In letzter Konsequenz würde das, was ihr hier propagiert bedeuten, ein Spieler bekommt vom Torwart den Ball zugespielt und geht so lange ins 1:1 (bzw. 1:2, den Dauerdribbler wird der Gegner irgendwann doppeln) bis er den Ball wieder verliert. Dann Gegenpressing, Balleroberung und dasselbe von vorne. Pässe irrelevant. Sorry, aber das ist doch auch nicht zielführend. Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen. 1:1 fördern und dazu ermutigen, aber freilaufen und passen nicht ganz weglassen.

  • Fechter hat doch Recht.

    Natürlich sollte ein D Jugend Spieler erkennen das ein Abspiel sinnvoll sein kann.

    Also kannst Du es auch einfordern. Instruierend würde ich es nicht machen. Aber ich denke man fordert in der D Jugend auch ein -aktives- Freilaufverhalten (Anbieten). Das kann man mit Dauerdribblern dann sein lassen.

    Unabhängig davon sollte immer schwerpunkt aufs 1gg1 gelegt werden, damit Spieler sich durchsetzen können. In der D Jugend kann man mit Spielformen aber schon klar machen wann man ins Dribbling geht, und wann ein Abspiel z.b. sinnvoll ist.... Wer in der D Jugend noch als letzter Mann gegen 2,3 LEute ins Dribbling geht der ist dann evtl. falsch ausgebildet.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Weiß jetzt nicht so recht, was let1612 damit sagen möchte. Für mich ist das einfach zu medienangepasst. Wenn ich meine 1,5 Stunden Training mache, dann geht es um Fußball (Technik, Taktik, vielseitige Bewegungsschulung und spielen). Natürlich ist auch die Entwicklung von Persönlichkeitsmerkmalen (Fairnis, Kooperation, Pünktlichkeit, Respekt, etc. pp) irgendwie dabei und auch in gewisser Weise Voraussetzung. Das ist für mich selbstverständlich, sonst ginge es ja gar nicht. Hauptinhalt ist aber ganz klar der Fußball.

  • Fechter : das hat Phil Roscoe vom FC Liverpool gesagt, nicht ich ;)

    In Bezug auf die NLZs frage ich mich immer, wenn den Spielern neben dem Platz alles abgenommen wird, sie auf dem Platz sich an "Matchpläne" und taktische Vorgaben halten müssen und persönliche "Fehltritte" gleich zum Ausschluss führen, wie sollen sich da Persönlichkeiten entwickeln, die kreativ spielen, Verantwortung übernehmen, mit Druck umgehen können, eigene Entscheidungen treffen und die Verantwortung dafür übernehmen.

    In Bezug auf den Breitensport und die von dir angesprochenen 1,5h - ich fände es klasse, wenn es sich bei mir nur um Fußball drehen würde bzw. die Kinder so heiß auf den Ball wären, dass sie 1,5h nichts anderes als Fußball im Kopf hätten. Doch so ist es bei mir nicht. Da kommen dann wieder die vielen Rollen ins Spiel, die wir als Fußballtrainer haben. Und deshalb finde ich die Aussage auch für uns passend.

    Und das ist ja auch ein Bestandteil des Vereins als gemeinnützige Organisation.

  • Ich habe den Link verfolgt, daher war mir schon klar, dass die Aussage nicht von Dir ist. :-)


    Stimme Dir zu, dass die Jungs im Leistungsbereich vielleicht etwas zu glatt geschliffen werden. Dies passiert aber wohl gerade in dem wohlmeinenden Vorsatz, ihre Persönlichkeit zu formen. Und davon sollte man m.E. sofern es über unmittelbar für die Ausübung des Sports hinausgehnde Skills handelt, weitgehend die Finger lassen. Sonst müssen wir zukünftig noch drauf achten, dass die Jungs nicht rechtspopulistisch denken oder sich so sogar äußern. Sport sollte Sport bleiben. Wir sind nicht die Eltern und sollten so auch nicht tun.

  • Ich habe den Link verfolgt, daher war mir schon klar, dass die Aussage nicht von Dir ist. :-)


    Stimme Dir zu, dass die Jungs im Leistungsbereich vielleicht etwas zu glatt geschliffen werden. Dies passiert aber wohl gerade in dem wohlmeinenden Vorsatz, ihre Persönlichkeit zu formen. Und davon sollte man m.E. sofern es über unmittelbar für die Ausübung des Sports hinausgehnde Skills handelt, weitgehend die Finger lassen. Sonst müssen wir zukünftig noch drauf achten, dass die Jungs nicht rechtspopulistisch denken oder sich so sogar äußern. Sport sollte Sport bleiben. Wir sind nicht die Eltern und sollten so auch nicht tun.

    Ich argumentiere immer so: Wir verbringen mit den Jungs mehr Zeit als ihre Lehrer (zumindest jeder einzelne), im Leistungsbereich teilweise sogar mehr als ihre Eltern. In der Pubertät, in der der Einfluss von Peer Groups (im Gegensatz zu den Eltern) sowieso steigt, hat die Fußballmannschaft einen sehr gewichtigen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung.

    Es wäre fahrlässig diesen Einfluss nicht zu lenken und zu nutzen.


    Die Vorstellung, die Profis seien alle zu sehr glattgebügelt ist auch irgendwie ein zweischneidiges Schwert. Überall außerhalb vom Sport würde man dazu "gut erzogen" sagen.


    Welche gesellschaftliche Funktion hat Sport (außer Gesundheit) außer die positive Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen.