• Fechter , bei "passgedrillt" denke ich besonders an Zeitdruck. In meinen Augen ist eine Spielphilosophie, die darauf baut, dass die Kinder den Ball möglichst schnell wegspielen sollen, im Kifu unangemessen.


    Unsere Kinder spielen auch Pässe, auch Sicherheitspässe. Wenn sie das aus eigenem Antrieb und überlegt machen, habe ich damit kein Problem.


    Meiner Meinung nach sollte man damit vorsichtig sein, den Kindern Zeitdruck zu machen. Unsere Kinder sind alle in der Lage, auch unter Druck den Ball halten zu können. Das ist die Basis, auf der die Kinder dann zu einer guten Lösung finden können. Darum geht es doch im Grundlagenberreich.


    Bei dem besagten Hallenmeister-Team kommt halt noch dazu, dass die großen, dicken Kinder hinten jetzt immer größere Probleme mit dem Tempo bekommen, wenn sie es mit flinken, wendigen Gegenspielern zu tun haben.

  • Zum Thema -dicke- Kinder, das ist total off topic jetzt: ich denke grade bei denen sollte auch die

    Option Pass vertraut sein, wenn es in höhere Jugenden geht, es gibt ja talentierte im Dribbling, die eben etwas schwerer

    sind. Durch den niedrigeren Raum, Zeit, Gegnerdruck klappt das bis in die E ganz gut, ab D wird es schwer, 2,3 kids nacheinander auszudribbeln, wenn entsprechende Masse in Bewegung gesetzt werden muß. WEnn ein Kind hier den

    Raumgewinn nach erfolgreichem ersten Dribbling erkennt und durch PAss nutzen kann, dann ist es durchaus vorteilhaft, wenn es eine umfassende Ausbildung genossen hat. Ich habe so ein Exemplar bei mir, da hat jeder prophezeit, ab der D Jugend ist es -vorbei- (solche Worte hasse ich per se). War nicht vorbei, der Junge hat es fußballerisch drauf. Irgendwann kommt die Pubertät und auf einmal verliert er seine Kilos. Bis dahin hat man Ihn aber dem Fußball erhalten!

    Zum Thema Zeitdruck: Das gehört für mich ab F Jugend in jede Spielform. Genau wie Raum und Gegnerdruck.

    Natürlich altersgerecht angepasst anhand der Steuerungsgrößen...


    Sorry let1612 war am Thread Thema vorbei!!!

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • "... Was wir brauchen sind vermehrt durchsetzungsstarke Spielertypen. Spieler, die sich durch ihre hervorragende Variabilität, ihre Dynamik, ihre Individualität, ihre mentale Stärke und Persönlichkeit besonders beweisen. Diese Punkte wollen wir daher in der Ausbildung unserer Spieler wieder verstärkt forcieren. ...

    Auch mit Blick auf unsere Trainer in Deutschland müssen wir den nächsten Schritt gehen:
    Sie werden im Nachwuchsbereich oft an Tabellenergebnissen und der Performance ihrer Mannschaft und weniger an der Entwicklung einzelner Spieler gemessen. Darüber hinaus haben wir in den vergangenen Jahren zu ähnliche Trainertypen ausgebildet. Auch hier wird uns mehr Vielfalt gut tun. ...

    Wir brauchen zudem neue Wettbewerbsformen vom Amateur- bis in den Profi-Bereich.
    - Mehr Spielenachmittage statt Regelbetrieb
    - Veränderungen der Spielformen im Grundlagenbereich. z.B. 2 gegen 2 im Bambini-Bereich bis 5 gegen 5 in der E-/D-Jugend
    - Veränderung des Spielbetriebes U-14 bis U-19 im Leistungsbereich
    - Mindesteinsatzzeiten für Spieler. ..."

    Quelle und Auflösung



  • let1612 , solche Zitate lese ich mit sehr gemischten Gefühlen. Was heißt denn "Durchsetzungsstärke"? Da steckt ja schon das Wort "Stärke" drin. Was ist das für eine "Stärke"?


    Das ist dich wie beim Thema 1gg1. Welche Kinder setzen sich denn im 1gg1 durch? Wenn man zwei Kinder aufeinander loslässt, wird sich doch nicht unbedingt der bessere Fußballer durchsetzen.


    Gestern beim Spiel Köln-Hertha war etwa ein schöner Doppelpass von Hector und Kainz zu sehen. So geht es ja auch.


    Ich habe i'wie das Gefühl, wir erleben da gerade teilweise eine Stumpfisierung des Fußballs.


    BTW. Hatten wir dieses Zitat schon?

    Zitat

    Fußball spielt man mit dem Kopf. Deine Füße sind nur dein Werkzeug.


    Auflösung

  • Wer sagt denn, dass sich immer der bessere Fußballer durchsetzen muss? Es ist schön, wenn der bessere Fußballer (Götze) das entscheidende Tor macht. Aber auch Tore von den "Stärkeren" zählen (Bierhoff; Hrubesch) - mal auf die Erfolge der Nationalmannschaft übertragen.

    Noch ein Zitat dazu: "Die Weltstars wie Keegan, Kaltz und Magath haben auf ihn gehört."

    Quelle und Auflösung

  • Ich bleibe hier ;)

    "Doch ihr System greift bisher nicht im Jugendbereich. Ich halte es für gefährlich, wenn man in der Ausbildung Ballbesitz verteufelt und im Schwerpunkt auf Pressing-Systeme setzt. Denn was passiert dann: Es wird viel Pressing geübt, aber man vergisst Ballannahme, Passen, Dribbeln und Schießen. Dabei ist die Ballfertigkeit das Wichtigste."

    Quelle und Auflösung

  • Nach meinem Eindruck ist das im leistungsorientierten Ausbildungsfußball mittlerweile total verbreitet: hohes Anlaufen, maximaler Druck beim gegnerischen Spielaufbau und dann bei Ballgewinn ab die Post und mit möglichst drei Ballkontakten und möglichst vertikal in die Box.

  • Darum klemmt es aktuell auch in der Ausbildung in D.

    Das System an sich (pressen und ab die Post) hat im Erwachsenenfußball absolut seine Berechtigung und seinen Erfolg, hat aber in der Ausbildung junger Spieler oder noch schlimmer von Kindern nichts verloren.

    Das Prinzip ist so trivial, dass man es einem gut ausgebildeten 19-20 jährigen wahrscheinlich innerhalb von 3-4 Monaten eintrichtern kann.

    Damit es funktioniert müssen die Spieler sehr schnell und trotzdem technisch stark sein. - speziell im Umschaltspiel mit aggressivem Anlaufen ist der erste Kontakt elementar.

    Wenn ich in der Jugend aber schon den Focus auf anlaufen und lange Bälle lege, dann kommt die Technik sicher zu kurz...

    Aus einem Spieler, der Speed hat und mit Ballbesitz-/ Aufbauspiel groß geworden ist lässt sich ohne weiteres ein sehr guter Pressingspieler machen. Der umgekehrte Weg ist verdammt schwer bis unmöglich...

  • Wenn ich in der Jugend aber schon den Focus auf anlaufen und lange Bälle lege, dann kommt die Technik sicher zu kurz...

    ..

    Alles soweit richtig. Verständnisfrage. früher Ballgewinn, was hat das jetzt mit langen Bällen zu tun?

    ist ja nicht zwingend mit dem -langen ball- in zusammenhang zu bringen. oder verstehe ich das falsch?

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Alles soweit richtig. Verständnisfrage. früher Ballgewinn, was hat das jetzt mit langen Bällen zu tun?

    ist ja nicht zwingend mit dem -langen ball- in zusammenhang zu bringen. oder verstehe ich das falsch?

    Da hast Du natürlich vollkommen recht.

    Trotzdem bin ich bei Robin Dutt, dass ein System a la RB Leipzig für die Profis vollkommen ok ist, in der Ausbildung aber nichts verloren hat...

    Man kann den Bogen unter Umständen sogar noch weiter spannen. Welche Vorstellung vom Fußball bekommen junge Spieler, wenn sie bei den Profis größtenteils nur noch diese Überfallsysteme sehen und wie aufgeschlossen stehen sie dann den Ausbildern gegenüber, die ein technisch geprägtes Aufbauspiel lehren möchten um den Kids ein möglist komplettes Rüstzeug mit auf den Weg zu geben?

    ... vielleicht taugt das bei meiner U11 als Ausrede. Die bevorzugt, trotz aller Bemühungen meinerseits leider auch das schnelle direkte und vertikale Spiel nach vorne.

    Mangels Technik fehlt leider oft die nötige Präzision...