Gegner vorne zustellen in der E-Jugend - legitim, aber sinnvoll?

  • Wie schon gesagt war bei uns auch das Problem, dass von den Feldspielern niemand ein hohes Zuspiel gefordert hat. So war das für den TW eigentlich auch keine Option-

    Das ist doch das größte Problem.
    Warum nehmen sich die meisten SPieler aus der SPieleröffnung raus? da würde ich ansetzten.
    Und wie eben geschildert, kann man auch an der Mittellinie flach angespielt werden, wenn sich bewegt wird, wenn Räume geschaffen werden. Dazu müssen sich aber möglichst alle offensiven bewegen. Und nicht nur Alibibewegungen, wie den Auftaktschritt, um den Gegner zu fintieren. Das ist nebenbei auch schnell durchschaut, wenn die Bewegung immer auf das selbe Zielgebiet zum Anspiel hinsteuert.


    So werden Torwart und Abwehrspieler vor schwere Aufgaben gestellt und sind schnell der Buhmann. Denn die anderen Drücken sich ja vor schwierigen Situationen, in denen Fehler schnell zu Gegentoren führen können.


    Gute Spieler, Teams erkennen auch schnell, wenn die SPieleröffnung so eindimensional ist, wie bei auch. Da schiebt dann schnell ein weiterer Spieler mit vor - dessen Gegenspieler ja passiv abwartet - und läuft den Passweg zurück zum Torwart zu...
    Und passiv abweraten tun dann wahrscheinlich sogar auch die anderen Verteidiger, wenn der Ball zum anderen Verteidiger gespielt wurde, oder? Bekommt der diverse Möglichkeiten von den anderen Mitspielern? - ob nun perfekt oder falsch, aber wenigstens aktives Handeln.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Zum eigentlichen Thema:
    Ich finde es nicht sinnvoll, den Gegner zuzustellen. Meine Philosophie ist es, den Gegner früh unter Druck zu setzen. Wenn wir am Strafraum zustellen, spielt der Gegner auf jeden Fall den langen Ball. Wir lassen die Verteidiger offen und sprinten dann an. Entweder wir erobern den Ball oder der Ball wird von uns abgefälscht und geht ins Seitenaus oder der Gegner spielt einen sehr ungenauen Ball, den unser mitspielender Torwart abfängt.


    Zum Thema langer Ball:
    Ich bevorzuge das Dribbling als Philosophie und verbiete lange hohe Pässe. Auch die Verteidiger sollen ins 1-gegen-1 oder sogar 1-gegen-2 gehen und versuchen die Situation zu lösen. Der andere Verteidiger muss gegebenenfalls absichern. Gewinnen wir diese Situation und haben Überzahl in der gegnerischen Hälfte. Die Stürmer öffnen bei Manndeckung den Raum und lösen sich vom Gegner.

  • Das ist doch das größte Problem.
    Warum nehmen sich die meisten SPieler aus der SPieleröffnung raus? da würde ich ansetzten.
    Und wie eben geschildert, kann man auch an der Mittellinie flach angespielt werden, wenn sich bewegt wird, wenn Räume geschaffen werden. Dazu müssen sich aber möglichst alle offensiven bewegen. Und nicht nur Alibibewegungen, wie den Auftaktschritt, um den Gegner zu fintieren. Das ist nebenbei auch schnell durchschaut, wenn die Bewegung immer auf das selbe Zielgebiet zum Anspiel hinsteuert.

    Genau diese Alibibewegungen sind bei uns das Problem. Wir spielen ein 2-1-2-1-System, d.h. die Verteidiger stehen beim Abstoß breit außerhalb des 16ers und sind meistens gedeckt. Daher versuchen wir durchs Zentrum auf den zentralen Mittelfeldmann zu eröffnen. Auf der Position werden auch meistens super Auftaktbewegungen gemacht und so oft gute Räume geschaffen. Das Problem sind aber die offensiven drei, die sich leider nur selten so anbieten, dass sie wirklich anspielbar sind. Meistens sind das so kurze Antritte, weil sie halt irgendwie mitbekommen haben, dass sie sich bewegen sollen, aber ein echtes Anbieten ist das leider sehr selten. Wenn der Ball dann im Spiel ist, sieht das komplett anders aus. Aber beim ruhenden Abstoß fühlen sich die drei irgendwie nicht zuständig. Ich finde es aber auch schwierig, den Jungs da die richtige Lösung mit auf den Weg zu geben. Sie müssen ja irgendwie selbst ein Gefühl dafür kriegen, wann sie gefragt sind. Grundsätzlich sollen sie ja zunächst nicht zu kurz und zu nah kommen, damit die hinteren drei mehr Räume haben. Und die flachen Zuspiele bis zur Mittellinie werden von unseren Offensiven wohl nicht als wirkliche Option angesehen, obwohl unser Stamm-TW da durchaus den Blick für hat.

  • Genau diese Alibibewegungen sind bei uns das Problem. Wir spielen ein 2-1-2-1-System, d.h. die Verteidiger stehen beim Abstoß breit außerhalb des 16ers und sind meistens gedeckt. Daher versuchen wir durchs Zentrum auf den zentralen Mittelfeldmann zu eröffnen. Auf der Position werden auch meistens super Auftaktbewegungen gemacht und so oft gute Räume geschaffen. Das Problem sind aber die offensiven drei, die sich leider nur selten so anbieten, dass sie wirklich anspielbar sind. Meistens sind das so kurze Antritte, weil sie halt irgendwie mitbekommen haben, dass sie sich bewegen sollen, aber ein echtes Anbieten ist das leider sehr selten. Wenn der Ball dann im Spiel ist, sieht das komplett anders aus. Aber beim ruhenden Abstoß fühlen sich die drei irgendwie nicht zuständig. Ich finde es aber auch schwierig, den Jungs da die richtige Lösung mit auf den Weg zu geben. Sie müssen ja irgendwie selbst ein Gefühl dafür kriegen, wann sie gefragt sind. Grundsätzlich sollen sie ja zunächst nicht zu kurz und zu nah kommen, damit die hinteren drei mehr Räume haben. Und die flachen Zuspiele bis zur Mittellinie werden von unseren Offensiven wohl nicht als wirkliche Option angesehen, obwohl unser Stamm-TW da durchaus den Blick für hat.

    Als Trainer musst du ihnen aber zeigen wie es geht, bzw. sagen, was sie machen sollen.
    Möglichkeit 1: Außenspieler tauschen die Position
    Möglichkeit 2: Verteidiger und Außenspieler tauschen die Position
    Möglichkeit 3: Stürmer geht nach rechts, der rechte Außenspieler nach links und der linke Außenspieler ins Sturmzentrum
    Sei einfach kreativ :) Das kannst du im Training aus Trockenübung oder Spielform spielen lassen und dann Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Vor dem Spiel kannst du den Spielern das per Taktiktafel aufzeigen.

  • Genau diese Alibibewegungen sind bei uns das Problem. Wir spielen ein 2-1-2-1-System, d.h. die Verteidiger stehen beim Abstoß breit außerhalb des 16ers und sind meistens gedeckt.


    Daher versuchen wir durchs Zentrum auf den zentralen Mittelfeldmann zu eröffnen.


    Das Problem sind aber die offensiven drei, die sich leider nur selten so anbieten, dass sie wirklich anspielbar sind.

    Dein Problem ist nicht das hohe Zustellen. Im Grunde kann Dein TW nur noch einen Ball spielen, weil Deine (zugestellten) Verteidiger breit stehen. Das führt aber auch dazu, dass bei einem Ballverlust das Zentrum frei ist. Ich finde ein 2:1:2:1 unsinnig. Der Platz im 7er Fußball ist so kurz - wozu sollte man da 4 Linien staffeln? Die Grundformation wird im Kleinfeldbereich zu oft überbewertet. Bei Dir führt sie aber dazu, dass sich 2 Spieler nicht am Spiel beteiligen. Ist das unabhängig davon, wen Du auf diesen Positionen spielen lässt? Ich gehe davon aus, dass Du die Positionen durchtauschst.

  • Genau diese Alibibewegungen sind bei uns das Problem. Wir spielen ein 2-1-2-1-System, d.h. die Verteidiger stehen beim Abstoß breit außerhalb des 16ers und sind meistens gedeckt. Daher versuchen wir durchs Zentrum auf den zentralen Mittelfeldmann zu eröffnen. Auf der Position werden auch meistens super Auftaktbewegungen gemacht und so oft gute Räume geschaffen.
    ...

    Das ist ein wesentlicher Grund, warum ich mit Dreierkette hinten spielen lasse.
    Ich will nicht nur diesen einen zentralen Spieler ausbilden (und auf der Position rotoeren die meisten nahe Null), der "echte" 1gg1 Situationen, unter Zeit- und Gegnerdruck kann und sich darin ausprobieren darf.
    Hat dieser das 1gg1 gewonnen, dann ist es für deine 3 offensiven "einfach", sie kommen in kein echtes 1gg1 mehr, haben immer Überzahl oder Bewegungsvorsprung, da der zentrale mit seinem gewonnen 1gg1 für diese Überzahl gesorgt hat.
    Und genau, wenn dieser dann mal auf einen besseren Gegenspieler trifft, dann wird das ein Waterloo für das ganze Team. Und in der U12, spätestens U13 klappt das dann gegen immer weniger Gegner, weil die defensives 1gg1 können, der "überfliger" das immer seltener schaffen kann. Und alle anderen SPieler erkennen dann, dass sie im offensiven 1gg1 eigentlich nicht wirklich geschult sind, wenn sie dann nicht mehr auf einem halben Meter Abstand gedeckt werden, sondern schon bei/vor der Ballannahme.



    Und zu dem Problem, das sie nicht wissen, wie sich sich bewegen sollen.
    Allgemein ist dein SPiel wohl zu statisch. Ich bin ja ein Verfechter des genauen Gegenteils. Dreierkette hinten, wobei den AV die gesamte Länge "gehört" und davor sehr fluide. AUf keinen Fall reine Außenstürmer. Die Ordnung ist mir im SPiel gegen den Ball wichtig, aber mit dem Ball ist die Formation vor der Dreierkette oft schwer zu erkennen. Vor allem interpretieren das verschiedene Spieler auch unterschiedlich. Das kann 3-1-1-1, 3-2-1 und 3-1-2 sein.
    Ein schneller Lauf in eine andere Zone ist niemals die schlechteste Option. Vielleicht nicht die beste, weil der falsche Raum angelaufen wurde, aber immernoch besser, als "rumstehen". Man öffnet mit dem Lauf ja auch einen Raum, da der Gegenspieler ja reagiert. Und diesen freien Raum kann man dann gut und relativ einfach bespielen.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Dein Problem ist nicht das hohe Zustellen. Im Grunde kann Dein TW nur noch einen Ball spielen, weil Deine (zugestellten) Verteidiger breit stehen. Das führt aber auch dazu, dass bei einem Ballverlust das Zentrum frei ist. Ich finde ein 2:1:2:1 unsinnig. Der Platz im 7er Fußball ist so kurz - wozu sollte man da 4 Linien staffeln? Die Grundformation wird im Kleinfeldbereich zu oft überbewertet. Bei Dir führt sie aber dazu, dass sich 2 Spieler nicht am Spiel beteiligen. Ist das unabhängig davon, wen Du auf diesen Positionen spielen lässt? Ich gehe davon aus, dass Du die Positionen durchtauschst.

    Ja klar, wir tauschen die Positionen grundsätzlich sehr häufig durch. Und das Problem mit dem Zustellen haben wir ja auch nur sehr selten, normalerweise sind die beiden Verteidiger immer unsere erste Anspielstation und damit der erste Spieler im Aufbau. Wenn der Gegner allerdings zustellt, dann kriegen die beiden AVs nur sehr wenig Bälle, das ist richtig. Der Abstand zwischen den Verteidigern ist natürlich dann auch sehr groß, d.h. bei Ballverlust im Zentrum ist der Weg zum Tor komplett frei. Wir versuchen mit der Formation, Tiefe und Breite reinzukriegen und vier Spieler dauerhaft und zwei möglichst oft ins Offensivspiel einzubinden. Wir haben aber ohnehin mal vor, mal ein anderes System auszuprobieren. Ich persönlich finde es aber sehr schwer, ein wirklich passendes System im Kleinfeld zu finden. Ich spiele selbst hin und wieder im Kleinfeld, da wählen wir meist eine 3-3-Formation. Da ist dann immer das Problem, dass wir gegen tiefstehende Gegner zu wenig Offensivleute haben. Aber sicher ist das System in der E noch nicht ganz so wichtig, da sich ja eh alle vorne und hinten beteiligen sollen.

  • Das ist ein wesentlicher Grund, warum ich mit Dreierkette hinten spielen lasse.
    Ich will nicht nur diesen einen zentralen Spieler ausbilden (und auf der Position rotoeren die meisten nahe Null), der "echte" 1gg1 Situationen, unter Zeit- und Gegnerdruck kann und sich darin ausprobieren darf.
    Hat dieser das 1gg1 gewonnen, dann ist es für deine 3 offensiven "einfach", sie kommen in kein echtes 1gg1 mehr, haben immer Überzahl oder Bewegungsvorsprung, da der zentrale mit seinem gewonnen 1gg1 für diese Überzahl gesorgt hat.
    Und genau, wenn dieser dann mal auf einen besseren Gegenspieler trifft, dann wird das ein Waterloo für das ganze Team. Und in der U12, spätestens U13 klappt das dann gegen immer weniger Gegner, weil die defensives 1gg1 können, der "überfliger" das immer seltener schaffen kann. Und alle anderen SPieler erkennen dann, dass sie im offensiven 1gg1 eigentlich nicht wirklich geschult sind, wenn sie dann nicht mehr auf einem halben Meter Abstand gedeckt werden, sondern schon bei/vor der Ballannahme.


    Das klingt für mich schlüssig. Der zentrale Mann hat bei uns definitiv den schwersten Job und oft auch die meisten Ballaktionen. Die Frage ist allerdings, ist der Unterschied zwischen Dreierkette und unserem System wirklich so groß? Wie eröffnet ihr denn euer Spiel? Der zentrale Verteidiger dürfte bei euch doch ebenfalls am häufigsten angespielt werden, wenn es Abstoß gibt, oder? Zumindest dann, wenn der Gegner die Außen offensiv zustellt.

  • Ja klar, wir tauschen die Positionen grundsätzlich sehr häufig durch. Und das Problem mit dem Zustellen haben wir ja auch nur sehr selten, normalerweise sind die beiden Verteidiger immer unsere erste Anspielstation und damit der erste Spieler im Aufbau. Wenn der Gegner allerdings zustellt, dann kriegen die beiden AVs nur sehr wenig Bälle, das ist richtig. Der Abstand zwischen den Verteidigern ist natürlich dann auch sehr groß, d.h. bei Ballverlust im Zentrum ist der Weg zum Tor komplett frei. Wir versuchen mit der Formation, Tiefe und Breite reinzukriegen und vier Spieler dauerhaft und zwei möglichst oft ins Offensivspiel einzubinden. Wir haben aber ohnehin mal vor, mal ein anderes System auszuprobieren. Ich persönlich finde es aber sehr schwer, ein wirklich passendes System im Kleinfeld zu finden. Ich spiele selbst hin und wieder im Kleinfeld, da wählen wir meist eine 3-3-Formation. Da ist dann immer das Problem, dass wir gegen tiefstehende Gegner zu wenig Offensivleute haben. Aber sicher ist das System in der E noch nicht ganz so wichtig, da sich ja eh alle vorne und hinten beteiligen sollen.

    Lass deine AV die Linie runter marschieren und stelle ihnen keine Außenstürmer "in den Weg".
    dann hast du 5 SPieler, von denen mindestens 4 situativ am Offensivspiel auch in vorderer Linie teilnehmen.
    Der zentale hinten steht im Zentrum, der Weg des Gegners zum Tor ist nie komplett frei und dieser kann auch immer als ANspielstation dienen. Ist quasi der 6er des 11er Fussballs.
    Er darf nur, beim Abstoss, nicht alle Passwege zustellen, da muss er leicht versetzt zu ener Seite agieren.
    Und wenn der zentrale mitgeht - was er auch darf - dann muss ein anderer sofort ins Zentrum schieben.


    Ist in der Halle gut trainierbar, der eine Abwehrspieler geht mit nach vorne, der andere geht zur Mitte. Das ist mM nach basale Taktik, die auch in die E-jugend gehört, auch wenn es keine Individualtaktik ist.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Das klingt für mich schlüssig. Der zentrale Mann hat bei uns definitiv den schwersten Job und oft auch die meisten Ballaktionen. Die Frage ist allerdings, ist der Unterschied zwischen Dreierkette und unserem System wirklich so groß? Wie eröffnet ihr denn euer Spiel? Der zentrale Verteidiger dürfte bei euch doch ebenfalls am häufigsten angespielt werden, wenn es Abstoß gibt, oder? Zumindest dann, wenn der Gegner die Außen offensiv zustellt.

    Er bekommt eher die wenigsten Zuspiele direkt von Torwartabstoss. Einfach, weil er meist gedeckt wird, und auch bei offener SPielstellung dann am schwersten anzuspielen ist.


    Am besten ist es, wenn die Räume vor den Abwehrspielern bespielt werden. Je weiter vorne, je mehr Gegner mit diesem ersten Pass überspielt, desto besser.


    Das können Bälle direkt auf die drei offensiven sein, die sich gelöst haben. Richtig gelöst haben. Die Körperfinte ist für mich elementar. Darauf basiert jede andere Finte. Das trainiere ich ausgiebig, dh. nicht nur der Fuß wird nach hinten gezogen, sondern der ganze Körper geht mit. Nur so täuscht man den Gegner wirklich. dabei sage ich immer, ihr müsst auch die Option haben, eben dann in die Richtung der Finte zu gehen, wenn der Gegner nicht ragiert. Und diese Finte, der "Ausfallschritt" kann und darf auch mehrere Schritte sein, bevor man in eine andere Richtung explodiert.


    Es können aber auch Bälle in den Lauf des AV sein, eventuell auch des zentralen Abwehrspielers. Klarer Vorteil ist, dass diese den Ball in die Vorwärstbewegung bekommen.
    Der Raum darf natürlich nicht von statischen Außenstürmer, samt dessen Gegenspieler besetzt werden.



    Oft stellt der Gegner aber eben auch nicht so zu, so dass die AV - in offener Spielstellung!!! - in den offenen Fuss!!! angespielt werden. Offene Spielstellung und ANspiel in den offenen Fuß coache ich. Das scheint eine Kleinigkeit, ist aber mit zunehmenden Alter extrem wichtig. Der Raum, die Zeit wird immer weniger, so dass man beim ersten kontakt den Ball so verarbeitet jhaben muss, dass man viele Handlungsoptionen hat. Zu lacher Ball, auf den falschen Fuß oder SPielstellung zum Passgeber hin, redizieren diese Handlungsoptionen bei echtem Gegnerdruck extrem. Oft auf eine einzige Handlungsrichtung und/oder Option.



    Klingt jetzt sehr komplex, ist aber gar nicht so schwer. Wichtig ist viel Bewegung, in hohem Tempo und nicht nur kürseste Wege. Klar, meine Offensiven rennen ganz schön viel in hohem Tempo. Ich wechsel da auch wesentlich häufiger aus, eben aus diesem Grund.
    Ich sage immer, "falsch" laufen ist immernoch besser als gar nicht laufen.
    Edit: Und man läuft auch mal "umsonst", also bekommt den Ball nicht. Aber damit wird ja ein Raum geöffnet, den Mitspieler nutzten können.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Achso: Meine Stürmer stehen dabi nicht zwingend in der eignen Hälfte. Auch nicht dort, wo die Mittellinienregel greift, wie in der Halle.


    Der Raum, der am besten bespielt werden kann, darf schon möglichst groß sein.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Am besten ist es, wenn die Räume vor den Abwehrspielern bespielt werden. Je weiter vorne, je mehr Gegner mit diesem ersten Pass überspielt, desto besser.

    Oft stellt der Gegner aber eben auch nicht so zu, so dass die AV - in offener Spielstellung!!! - in den offenen Fuss!!! angespielt werden.

    Ich habe diese beiden Punkte mal raus gezogen, weil es meine beiden "Lieblingsoptionen" sind. Zumindest auf unserem Leistungsniveau ist aktuell keine Mannschaft in der Lage, beide Optionen gleichzeitig zuzustellen.
    Stehen die Verteidiger breit und offen und bewegen sich die Offensivspieler geschickt in die Räume, werden die Abstände einfach so groß, dass genug Platz zum Passen da ist.
    Entscheidend ist aus meiner Sicht das Timing, damit der Keeper tatsächlich beide Optionen zur gleichen Zeit hat.

  • E-Jugend! Da ist jede gelungene hohe Abspiel-Annahme Glücksache. Das kann man machen, aber die Spielintelligenz wird dabei gewiss nicht gefördert.


    Es wird hier verusucht eine Krankheit mit Schmerzmitteln zu heilen.

    Eine Frage des Blickwinkels. Wenn ich ausschließlich kurze Eröffnung fordere obwohl diese in der Situation nicht möglich ist heile ich auch nichts. Was ist nun besser.


    Zum Thema hohe Anspiele gebe ich dir Recht. Das ist aber doch auch gar nicht notwendig. Vielleicht habe ich mich aber hier auch falsch ausgedrückt. Ich schätze das ich alleine in den beiden E Spielen am Wochenende vielleicht 8-10 "lange" Spieleröffnungen der Torhüter gesehen habe. Davon waren genau 2 zu lang und exakt null mussten mit der Brust oder dem Kopf angenommen werden. Alle weiteren wurden zu keiner Zeit weit über Kopfhöhe gespielt und konnten von den Spielern (ja in der E) problemlos mitgenommen bzw. gestoppt zu werden.


    Natürlich kann ein TW, wie übrigens alle anderen Spieler auch, nur durch versuchen lernen. Und ebenso kann ich meinem TW durch Fragestellung auch darauf aufmerksam machen das jeder "hohe" Ball reine Glückssache ist. Aber wir sprechen hier vom kleinen Feld. Wenn meine Verteidiger sich bewußt zum TW orientieren und dadurch etwa in Höhe der Strafraumlinie stehen kann jeder meiner Torhüter einen, für den Spieler verwertbaren, Pass (Abschlag) in den Laufweg des Spielers spielen. Vor allem da sich der Gegner an den Verteidigern und in der Regel der Spielfeldmitte orientiert.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • @Danhem
    Darf man fragen was genau du an neuer Erkenntnissen gewonnen hast? Bzw. was dich dazu bewegt deine Haltung zu überdenken?


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • ...


    Der Schlüssel ist gezieltes Abspiel - wenn möglich flach, da besser zu verarbeiten - statt "blind". Zum gedeckten Verteidiger ohne offene Spielstellung, der dann gar keine Handlungsoptionen hat, einfach weil das so eingefordert wird, ist mM nach genauso blind, wie der lange hohe Ball einfach in die gegnerische Hälfte.

    Exakt!


    Nun würde ich zusätzlich noch sagen, ab der E darf man von den Kindern erwarten, dass Sie es schaffen die 2:1 Überzahl-Situation zu erzeugen. Das ist eine Schlüsselfunktion im Fußball.


    Wenn vor dem Torwart alle Spieler zugestellt sind, dann muss er eben den "René Hiquita" machen! :-) und initiative ergreifen.
    Umso schöner finde ich es, wenn meine künftigen Torspieler nun im Funino erst mal lernen Fußball zu spielen, bevor sie nur im tor stehen, dann werden die das in der E auch machen! - In der Halle habe ich das bereits so gespielt (weil ich eben keine Torhüter habe, spielte ich eben "5 gegen 4+1". Das klappt gut.

  • Grundsätzlich erzeugt Asymmetrie für Übergabeprobleme. Ich habe gute Erfahrungen gemacht weitere Spieler nach hinten zu ziehen. Das würde im Kleinfeld bedeuten, dass z.B. bei Mannorientierungen im 3-3 der LM nach hinten die Linie runter rückt und der LV leicht diagonal nach vorne geht, dann muss der RV des Gegners sich entscheiden, ob er wirklich seinen Raum freigeben will. Meistens glückt es dann mit 4 Spielern flach aufzubauen, da Übergabeprobleme entstehen und selbst wenn der RV des Gegners mitkommt, kann zumindest über einen langen Ball nachgedacht werden, denn dann entsteht viel Raum für den MS und RM, die zudem von 4 Spielern gut im möglichen Gegenpressing bei Ballverlust abgesichert werden.

  • Bezogen auf Post 1/Eingangsposting...im Prinzip gehts ja um eine Spieleröffnung bei gegnerischem Druck...hier durch Zustellen/Pressen bei Ballbesitz...im besonderen bei Ballbesitz deines Torwartes...deshalb zeitgleich auch Spieleröffnung. Wie löse ich mich als Spieler vom zustellenden Gegner (wäre eine Individualtaktik und damit Thema der Altersgruppe D)...welches Rezept habe ich als Trainer anzubieten, was schule ich bezogen auf diese zu lösende Situation, ...was biete ich an...als Trainer und als Spieler meinem direkten Gegenspieler und in der Summe der Einzelaktionen...was kann das Team bieten...Halle/Draussen ???


    (draussen)



    (ähnliches Thema Halle)




    In beiden Fällen stellen die Gegner bei Ballbesitz - meist bei der Spieleröffnung durch den TW - zu.


    Das ist für mich Ausbildungsthema der D und nicht der E, da es von den meisten Spielern erst im Alter der D verstanden wird.


    In der D Halle probierte ich den Hallenlink (siehe oben) aus und siehe da, das klappte prima. Nicht die Gegnerteams der alten Trainer stellten/pressten zu, sondern die der klugen Trainer aller Traineraltersklassen....mit Spielern, die dazu überhaupt in der Lage waren. Das Zustellen an sich birgt aber auch Gefahren, vor allem dann, wenn man auf einen Trainer traf, der damit umgehen konnte, ein Gegenrezept kannte und es den Jungs kindgerecht verkaufen konnte. Das ist für so einen armen Kreisligakindertrainer eine richtige Herausforderung und für das Team auch. Das trifft aber auch das Thema der Individualausbildung der Spieler.


    Im Kern ist es aber eine Mannschaftstaktik und deshalb - eigentlich auch in der D noch sehr früh -. Ich empfehle, sie zu kennen, ...die Neugierde zu befriedigen und sie zu probieren...aber um Gottes Willen nicht abzufordern und sauer zu werden...wenns nicht klappt. Der Lohn ist die Freude, wenn es z.B. in der Halle zu einem Erfolg führt...


    Um die Verbindung zum Ausbildungsfußball für...besser gesagt ab...der Altersklasse D (bei fließenden Grenzen) zu bilden, hier nachfolgend angemerkt:


    Ich fand passend zu dem Hallenlink (siehe oben) auf der Seite des Dfb folgende Trainingsbroschüre, die den Inhalt des Links als Vorstufe zum Ablauf im Link trainierte:


    http://fussballtraining.com/blaetterfunktion/info18/


    http://fussballtraining.com/blaetterfunktion/info21/


    Gr. Andre

  • Die meisten meiner Torhüter (E-Jugend, Altjahrgang) tun sich mit der flachen Eröffnung sehr schwer. Das hat eine ganze Reihe von Gründen:

    • Ihnen fehlt die Fähigkeit, das komplette, vor ihnen liegende Spielfeld rasch zu überblicken und zu erfassen, so dass sie den sich auf Lücke anbietenden Spieler im linken Halbfeld nicht sehen, wenn sie sich gerade auf die rechte Spielfeldhälfte konzentrieren. Bis sie dort hin sehen, ist der Mitspieler schon wieder zugestellt.
    • Es vergeht zu lange Zeit von dem Zeitpunkt, zu dem sich der Torhüter für eine Option entscheidet und ihrer Umsetzung. Eigentlich müsste der Torhüter ja dazu bereit sein, den Ball sofort zu spielen, wenn er eine günstige Gelegenheit erkennt. Viele meiner Kids gucken aber erst, entscheiden sich, und fokussieren dann erst den Ball, machen ihren Schritt und spielen den Pass. In diesen zwei, drei Sekunden ist die Option schon wieder keine..
    • Die Streuung bei den Pässen ist noch recht hoch, besonders dann, wenn sie unter Zeitdruck erfolgen. Der Flachpass des Torhüters kommt also nicht unbedingt dort an, wo er ihn hin spielen möchte.
    • Freilaufen findet kaum statt, und wenn doch, dann oft nur im Trab und ohne Auftaktbewegung. Das liegt auch daran, dass der Torhüter ja gar nicht mal so oft mit bekommt, dass sich da einer frei läuft, weil er gerade woanders hinsieht. Sieht er es doch, so dauert es, wie gesagt, häufig noch einen Moment, bis er tatsächlich dorthin spielt. Und drittens lässt er sich nicht selten auch von der Auftaktbewegung täuschen, so dass der vielleicht sogar mal recht präzise gespielte Ball direkt zum Gegner geht.
    • Für die Feldspieler ist es auch extrem stressig, in unmittelbarer Tornähe unter Druck zu geraten. Es würde mich nicht wundern, wenn einige von ihnen den Ball lieber gar nicht gleich bekommen wollen und sich deshalb eher passiv verhalten.
    • Wird der Ball zu ihnen gespielt, so konzentrieren sich viele Spieler vollständig auf den Ball und nehmen nicht den Gegner wahr, der von hinten kommt und an ihnen vorbei läuft, um den Ball abzufangen. Findet das im Zentrum oder Halbfeld statt, so hat dieser gegnerische Spieler i.d.R. nur noch den Torwart vor sich.


    Natürlich sind das alles Punkte, an denen wir Trainer arbeiten wollen und müssen. Ich gebe auch zu, dass die Lage auch bei meinen Spielern nicht so katastrophal ist, wie es hier klingt, aber diese Defizite sind allesamt vorhanden, mal mehr, mal weniger. Eigentlich möchte ich eher darauf hinweisen, wie komplex die Aufgabe der flachen Spieleröffnung nach Toraus, wenn der Gegner also Zeit hatte, sich aufzustellen, tatsächlich ist. Meiner Meinung nach sind F-Junioren damit völlig überfordert und bekommen es nur ohne Gegnerdruck hin. Und selbst vielen E-Junioren fehlen dazu die Mittel, der konsequent zustellende Gegner ist da einfach zu sehr im Vorteil.


    Ich wünsche mir daher zwar, dass unsere Mannschaften das Spiel flach von hinten aufbauen. Das gilt aber vor allem für die Situation, in der der Torhüter den Ball abgefangen hat, er also nicht im Aus war. Dann ist der Gegner oft ja noch komplett in Unordnung und eine schnelle Spielfortsetzung über einen eigenen, freien Spieler ist sehr vielversprechend. Hatte der Gegner aber Zeit, sich aufzustellen, so ist es gut möglich, dass die flache Eröffnung einfach zu riskant ist. Dann sollte der Torhüter ruhig lang eröffnen dürfen, und letztlich ist er derjenige, der entscheiden muss. Diese sich oft wiederholende Situation habe ich mit den Kids sogar erarbeitet und wir gehen da ähnlich vor wie bei den Senioren: wir gucken, wo der lange Ball des Torhüters typischerweise runter kommt. Da versammeln sich dann (beim 6+1) vier Spieler, die anderen beiden sichern zwischen diesem mutmaßlichen Aufschlagpunkt des Balles und unserem Sechzehner ab. Wenn sie es denn tatsächlich so machen und nicht nach zwei mal wieder vergessen und verteilt auf dem Platz stehen bleiben, klappt das eigentlich ganz gut und wir sind in der Mehrzahl der Fälle nach dem Abschlag (vom Boden) in Ballbesitz. Wenn sie hingegen verteilt stehen bleiben, bekommt meistens der Gegner den Ball, nicht zuletzt, weil er ja besser "in ihn rein gehen" kann.


    Ich würde künftig in der F-Jugend ganz viel FUNino spielen und da die Regel anwenden, dass das Spiel eröffnet wird, indem der Ball die eigene Torauslinie ins Feld hinein überquert -- sowohl eindribbeln als auch passen ist hierbei zulässig. Die Gegner müssen außerhalb der Schusszone, in die hinein eröffnet wird, bleiben, bis der Ball im Spiel ist. Ist das für die eröffnende Mannschaft noch zu schwer, so könnte man auch die Mittellinie dazu heran ziehen (und ggf. auf die Schusszone verzichten bzw. sie auf die komplette Angriffshälfte ausdehnen). Ich stelle mir vor, dass man so die Fähigkeiten, die man für eine gute flache Eröffnung später braucht, auf diese Art sehr gut schulen kann.

  • Ich würde künftig in der F-Jugend ganz viel FUNino spielen und da die Regel anwenden, dass das Spiel eröffnet wird, indem der Ball die eigene Torauslinie ins Feld hinein überquert -- sowohl eindribbeln als auch passen ist hierbei zulässig. Die Gegner müssen außerhalb der Schusszone, in die hinein eröffnet wird, bleiben, bis der Ball im Spiel ist. Ist das für die eröffnende Mannschaft noch zu schwer, so könnte man auch die Mittellinie dazu heran ziehen (und ggf. auf die Schusszone verzichten bzw. sie auf die komplette Angriffshälfte ausdehnen). Ich stelle mir vor, dass man so die Fähigkeiten, die man für eine gute flache Eröffnung später braucht, auf diese Art sehr gut schulen kann.

    Warum tun sich denn deine Torhüter so schwer mit den Entscheidungen? Ganz klar ist das Erfassen und Entscheiden immer auch vom Kind selbst abhängig. Du beschreibst es jedoch als wären deine Spieler (oder manche) in der Lager die Situation zu erkennen und Lösungen zu kreieren, der Torhüter könnte diese aber nicht bzw. erst zu spät erkennen. Meine Erfahrung ist das häufiges Spielen im Feld den Torhütern hierbei sehr gut helfen kann. Zum einen sind die Aktionen sehr viel mehr und vielseitiger, zum anderen finde ich das gerade das Passspiel für einen "nur" Torhüter kaum zu verbessern ist da ja nur sehr wenige Aktionen zur Verfügung stehen.


    Der Ansatz mit Funino ist sicherlich gut (bzw. generelle Spielformen). Ich handhabe dies auch immer wieder so das "Einkicks" nur von den potentiellen Torhütern gemacht werden dürfen. Abstandszonen sind sicherlich in der F sinnvoll, der Gegner bietet diese aber auch nicht. Deshalb würde ich sehr schnell versuche auf "reale" Bedingungen zu kommen. Lieber müssen die Spieler (und Torhüter) im Training viele Lösungen finden und können Fehler ohne Konsequenzen ausprobieren als wenn ich im Training X gute Versuche hab und im Spiel plötzlich ja auch ein Gegner mitspielt.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von totog ()