Dropout D und C - Jugend; Verhinderung möglich oder mittlerweile normal?

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  • Sir Alex : ich greife deine Punkte mal für neue Modelle auf.


    - Freunde treffen sich am Freitagabend -> Freitag wird zum Spieltag - vor dem Treffen mit den Freunden oder Donnerstag anstatt dem 2. Training (Wochenende ist frei)

    - 3-4x eine Verpflichtung -> man trainiert nur noch einmal und spielt einmal (2 Verpflichtungen) oder es gibt nicht wöchentlich ein Spiel, sondern 14-tägig ein Turnier (evtl. auf Kleinfeld anstatt auf Großfeld; und warum nicht im Champions League Modus wie bei den Kleinen? - dann muss man nicht so lange warten)

    - Treffen sich beim Beachvolleyball, Streetball usw. -> warum? kein Leistungsdruck, unterschiedliche Teams von Spiel zu Spiel, etwas ausprobieren ohne Trainer - was sind die Gründe? Fußball kann man auch mit "Beach" und "Street" spielen

    - kommen die Jugendlichen nicht zum Fußballplatz, muss halt der Fußballplatz zu den Jugendlichen kommen - z.B. im Grünen, am See (geht mit beweglichen Toren)


    Mit den bisherigen Vorgaben und Modellen werden wir keinen Umschwung schaffen. Was könnten neue sein? Gibt es hier auch Jugendliche, die mitlesen? Deren Meinung würde mich besonders interessieren - wer fragt die? Werden die in das Vereinsleben mit eingebunden und können sich dort verwirklichen?

  • - Freunde treffen sich am Freitagabend -> Freitag wird zum Spieltag - vor dem Treffen mit den Freunden oder Donnerstag anstatt dem 2. Training (Wochenende ist frei)

    - 3-4x eine Verpflichtung -> man trainiert nur noch einmal und spielt einmal (2 Verpflichtungen) oder es gibt nicht wöchentlich ein Spiel, sondern 14-tägig ein Turnier (evtl. auf Kleinfeld anstatt auf Großfeld; und warum nicht im Champions League Modus wie bei den Kleinen? - dann muss man nicht so lange warten)

    - Treffen sich beim Beachvolleyball, Streetball usw. -> warum? kein Leistungsdruck, unterschiedliche Teams von Spiel zu Spiel, etwas ausprobieren ohne Trainer - was sind die Gründe? Fußball kann man auch mit "Beach" und "Street" spielen

    - kommen die Jugendlichen nicht zum Fußballplatz, muss halt der Fußballplatz zu den Jugendlichen kommen - z.B. im Grünen, am See (geht mit beweglichen Toren)

    Und wie viele Spieler möchtest du dann im Gegenzug verlieren, weil sie regelmäßiger trainieren und spielen möchten und durch einen Trainer einen gewissen Rahmen bekommen wollen? Klar kannst du jetzt sagen "aber wir können doch im Verein ein 'normales' Team anbieten und ein Team, das wie oben beschrieben läuft.' Aber welcher Verein kann denn im U15- bis U19-Bereich wirklich konstant zwei Teams stellen? Und genau dieses konstante Stellen muss ja flächendeckend gegeben sein, um in beiden Teams den angedachten Spielbetrieb durchziehen zu können.


    Du wirst da die Zuverlässigen verlieren, die trotz allem Bock auf 3-4x Fußball pro Woche haben. Diejenigen, die du mit deinen Ideen ansprechen möchtest, sehen Fußball halt als Prioritäten-Nummer 523 und werden früher oder später auch so aufhören. Wenn ich keine Lust auf 3x Fußball habe, habe ich auch irgendwann keine Lust mehr auf 2x Fußball.

    Mich als Jugendspieler hättest du mit obigem Modell z.B. verloren, wenn es kein "normales" Team geben würde. Und ich war selbst nur Kreisligaspieler, war also eigentlich das Zielniveau.


    Tut euer Möglichstes (gute Trainer, guter Umgang miteinander, gute Trainingsbedingungen, gute Räumlichkeiten, Identifikationspotential durch einheitliches Auftreten, gute Öffentlichkeitsarbeit, Internetpräsenz, regelmäßige Teamevents, ...) und akzeptiert, dass vereinzelte Spieler dennoch aufhören, aber durch das gute Image jederzeit genügend andere Spieler vorhanden sind oder von extern herangeholt werden können. Aber stellt doch nicht den ganzen Verein auf den Kopf, um jährlich vielleicht drei "geht-so-Motivierte" noch ein bis zwei Jahre bei euch zu behalten.

  • Taktiker_95 : aus deiner Antwort nehme ich heraus, dass es 2 Arten von Jugendlichen gibt. Auch das könnte man doch in einem Modell berücksichtigen:


    - Leistungssport und Breitensport -> Ligensystem (feste Mannschaften) und Freizeitcharakter (Spieler aus unterschiedlichen Mannschaften)


    zum Freizeitcharakter: ich habe früher auch in einer normalen und einer Freizeitmannschaft gespielt - warum nicht? Und wenn ich an die S04 Jungs in Oberhausen denke, zocken die auch mal gerne mit Freunden - und die Freunde zocken auch gerne mit ihnen. Was aus meiner Sicht beiden zu Gute kommt.


    Meine Wahrnehmung besonders im Breitensport ist, dass es von U15-U19 immer mehr SG und JFG gibt. Kaum ein Verein hat noch eigene Mannschaften oder diese werden zusammen geholt.


    Mal ganz revolutionär: warum bietet man nicht 5er, 7er, 9er und 11er Ligen an, anstatt Kreisliga - Kreisklasse - Gruppe?

  • 9er und teilweise auch 7er Mannschaften gibt es doch schon längst im U19, U17 und U15 Bereich.


    Das Problem ist dabei, dass nur wenige Kreise ausreichend Masse haben, um reine 9er oder 7er Ligen zu stellen. Also findet das Norweger-Modell statt. Ein Graus für alle 11er Teams, wo dann 1/3 der Spieler zu Hause bleiben muss - womit man aus meiner Sicht das ganze Unterfangen eigentlich schon konterkariert. Zum anderen werden die 9er und vor allem 7er Teams von den 11er Teams meistens komplett verprügelt. Zweistellige Ergebnisse sind die Regel, nicht die Ausnahme.


    In meinem Kreis dürfen seit 7 Jahren 9er Teams in der A-Kreisliga mitspielen, oder 11er Teams dürfen im Verlauf der Saison auf 9er melden. Weißt du wie viele die ganze Saison durchgezogen haben? 0!


    Die ansatzweise interessierten und vernünftigen Kicker - auch auf Kreisliga-Niveau - suchen sich in dem Moment wo klar ist, dass nur 9er Feld gespielt wird, direkt einen anderen Verein, weil sie 11er Feld spielen wollen. Das schwächt dann die Quantitativ dünnen 9er Teams noch einmal.



    Zumal ich auch mal eines sagen muss, Kinder die von der D-Jugend in die C-Jugend kommen sehnen diesen Altersklassenwechsel total herbei, wie in keiner anderen Jugend! Warum? Weil sie endlich (aus ihrer Sicht), 11er Feld auf große Tore wie ihre Idole spielen dürfen, weil sie (aus ihrer Sicht) richtigen Fussball und kein Kinderfussball mehr spielen. Ich habe das mit einer Truppe gemacht, ich wurde in den ganzen Sommerferien mit Nachrichten bombardiert, wie sehr sich die Jungs aufs 11er Feld freuen. Ich hatte lediglich 15-16 Spieler, was eigentlich sehr eng für eine 11er ist, hätten wir aber nur 9er gemeldet. Wären von den 15-16 mindestens die Hälfte weg gewesen und/oder total enttäuscht.


    Das war bei mir im Tennis übrigens genau das gleiche. Endlich auf das ganze Feld zu spielen.


    Wie ich schon einmal geschrieben habe, man muss einen gewissen Dropout auch schlicht akzeptieren und mit den Jungs/Mädels arbeiten die wirklich Bock auf Fussball haben. Nicht jeder ist für Fussball geschaffen, nicht bei jedem ist das hoch in der Priorität, dass ist normal und schlicht menschlich. Denen braucht man aber auch nicht hinterherlaufen, schon gar nicht auf Kosten der Spieler, die tatsächlich Bock auf Fussball haben.

  • Wie ich schon einmal geschrieben habe, man muss einen gewissen Dropout auch schlicht akzeptieren und mit den Jungs/Mädels arbeiten die wirklich Bock auf Fussball haben. Nicht jeder ist für Fussball geschaffen, nicht bei jedem ist das hoch in der Priorität, dass ist normal und schlicht menschlich. Denen braucht man aber auch nicht hinterherlaufen, schon gar nicht auf Kosten der Spieler, die tatsächlich Bock auf Fussball haben.


    Dem kann ich als Trainer von Kindermannschaften nur zustimmen. Ich habe Jungs von Minis bis E trainiert und kann mit großer Wahrscheinlichkeit vorhersagen, welche Jungs die irgendwann zwischen D- und A-Jugend aufhören werden.

    Die Jungs nehmen sich nie von alleine einen Ball, meckern schnell bei Übungen oder bestimmten Spielen. Denen geht es viel mehr um Spaß mit Freunden.


    Das ist im Breitensport auch völlig OK. Aber wenn im höheren Alter die Zeit knapper wird und andere Interessen kommen, dann werden einige von denen Fußball streichen.

  • Servus,


    ich bin mittlerweile auch so eingestellt, dass ich mich auf die motivierten Spieler konzentriere.

    Unmotivierten Spielern hinterherlaufen mache ich nicht mehr.


    Natürlich könnte es sein, dass sich ein Spieler gegen den Trend entwickelt und Lust auf Fußball entwickelt.

    Tatsächlich vorgekommen ist es in unserem Verein die letzten 4 Jahre nicht.


    Das es immer mehr JSG und SG´s gibt, wird in Zukunft eher mehr als weniger.

    Überlebensfähige Gebilde gehen bei uns auf dem Land los die ein Einzugsgebiet von größer 10000 Einwohner haben.


    Es gibt auch welche, die die A-Jugend mit B-Jugend Spielern auffüllen. Klappt hervorragend, meist letzter Platz in der niedrigsten Spielklasse und viele Spieler verloren...