jonglieren interessanter verpacken???

  • ich versuche immer recht oft in meiner g mit den kids jonglieren zu üben. nun merke ich aber das die kleinen nicht wirklich begeistert davon sind. ich überlege nun wie ich das. interessanter verpacken kann. hätte auch gerne anregungen ob es da bestimmte vorgehensweisen gibt um diesen trainingsteil möglichst effektiv zu gestalten, also frei üben lassen oder nach bestimmten vorgaben z.b. rechtes knie, fangen, linkes knie fangen.......

  • Hi,


    vermutlich erzielen die Kleinen wenig bis keine Erfolgserlebnisse mit der Jongliererei. Ich persönlich empfinde das bei einer G auch ziemlich schwierig. Lass es doch lieber sein und spiel mit den Kleinen stattdessen Fangspiele und andere Rollenspiele. Da werden sie mehr Spass dran haben

  • Das Stichwort "Erfolgserlebnisse" passt. Nach meiner Erfahrung sind die wenigsten Bambini in der Lage sich beim Jonglieren mit dem normalen Ball Erfolgserlebnisse zu holen. Vielleicht eher Luftballons einsetzen, die fliegen viel langsamer.


    Vielleicht aber auch einfach weniger jonglieren lassen. Was erwartest Du Dir denn für Trainingseffekte?


    Grüße
    Oliver

  • schätze mal dir geht´s darum die Kleinen mit dem Ball vertrauter zu machen und das Ballgefühl zu steigern.
    Dazu würde ich mich nicht zu intensiv mit dem einen Punkt "Ballhochhalten" beschäftigen, das wird den Kids zu schnell langweilig.
    Besser sind abwechslungsreiche Übungen (Ball hochwerfen, rollen, prellen u.s.w.), darin können natürlich immer mal wieder Elemente enthalten sein, welche das Jonglieren anbahnen, z.B. Ball am Boden 1 mal brellen lassen und dann mit Fuß (R/L) hochspielen, so dass der Ball gefangen werden kann. Mit wachsenden Fähigkeiten kann der Schwierigkeitsgrad gesteigert werden, damit es spannend bleibt.
    Wenn man diese wechselnden Aufgaben dann noch in ne spannende Geschichte verpackt sollte es klappen.

    Zitat

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    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • wollte natürlich das ballgefühl verbessern, hab auch schon erfolge gesehen, es macht manchen eben nur recht wenig spass. ich hab das auch nie länger als 10 min überhaupt üben lassen. ich mach natürlich auch fangspiele, dribbelspiele und viel kleine fußballspiele. ich hab in einen anderen thread den vorschlag gelesen das ganze als wettbewerb zu verpacken, z.b. alle resultate der kids zusammenzuzählen und wenn der trainer nicht mehr schafft als sie gibts ne stiege caprisonne. sie könnten vorlegen und ich kann dann entscheiden ob ich sie gewinnen lasse- gefällt mir recht gut die idee. stellt sich aber immernoch die frage wie ich es effektiver üben lassen kann, natürlich ohne druck und ohne die 10 min zu überschreiten.

  • Hallo "hinkebein",


    es erschreckt mich immer wieder, mit welcher Vehemenz sich das Gerücht hält, daß Jonglieren mit dem Ball irgendwie für's Fußball spielen förderlich ist. Tagtäglich sieht man Kinder und Jugendliche, die in der E-/D- oder C-Jugend weder beidfüßig sind, noch eine vernünftige Ecke oder einen Freistoß hinbekommen. Und die trainieren oft seit Jahren und auch nicht immer nur beim 3. FC Rückschritt Hinterdeppendorf :D. Dort mußt Du die Schwerpunkte legen - mit Deinen Minis hast Du die optimalen Voraussetzungen, denn je jünger, desto lernfähiger. Wenn die Jungs und Mädels sich im technischen Bereich weiterentwickeln, fangen die von ganz alleine an, den Ball auf dem Fuß oder Kopf zu jonglieren.
    Den Tip mit den Luftballons finde ich als spielerisches Element gut, Trainingselemente zur Körperkoordination und Reaktionsfähigkeit gibt es aber genug andere - Wurf- und Fangspiele hattest Du ja bereits erwähnt.


    Viel Erfolg wünscht
    die Nummer 4

  • es erschreckt mich immer wieder, mit welcher Vehemenz sich das Gerücht hält, daß Jonglieren mit dem Ball irgendwie für's Fußball spielen förderlich ist.


    Das ist ein wenig abseits vom Thema, aber: wenn's nicht so ist, wie würdest du dann erklären, dass Jonglieren bei den DFB-Stützpunkten Teil des Leistungstests ist?

  • @ hinkebein


    Bitte bitte nicht in dieser Alterstufe mit dem Ball jonglieren.
    Kinder können es aufgrund ihrer körperlichen u. geistigen Entwicklung einfach noch nicht!
    (ja auch hier in der G-Jugend gibt es wie überall die weitentwickelten Überflieger aber die sind nicht der Maßstab für die Bambinitrainer)


    Welcher Vordenker das Jonglieren in den Leistungstest mit eingebracht hat bleibt wohl immer ein Geheimnis.
    Hier musste der Entwickler des Leistungstestes einen Kompromiss mit einem ewig Gestrigen eingehen.


    Ich persönlich halte Jonglieren als Trainingseinheit sogar für kontraproduktiv.
    Jonglieren hat keine Aussagekraft über den Leistungsstand eines Kindes.
    Naja so ganz stimmt meine Aussage auch nicht. Für Zirkuskinder wäre es ab dem Stützpunktalter (D-Jugend) wohl als Test geeignet aber diese Kinder wollen damit ja auch im Zirkus Geld verdienen

  • Das ist ein wenig abseits vom Thema, aber: wenn's nicht so ist, wie würdest du dann erklären, dass Jonglieren bei den DFB-Stützpunkten Teil des Leistungstests ist?


    1.) Beim DFB-Stützpunkt tauchen bestimmt Kinder auf, deren Leistungsvermögen leicht über Schnitt liegt, oder ? ;) 
    2.) Ich kann auch nicht alles gut heißen, was Kindern in der Schule an Stoff vermittelt wird, auch wenn's seit Jahren in den Lehrplänen steht. Ergebnisse kann man dann regelmäßig in späteren Jahren (z.B. bei der Ausbildungssuche) bewundern.
    Soll heißen: Nur weil es der DFB macht, muß es noch lange nicht der (einzig) richtige Weg sein. Es wurden auch schon Spieler von namhaften Vereinen "ausgemustert", die später zu Stars aufstiegen. Es kommt also auch bei den oberen Zehntausen eine gewisse Betriebsblindheit vor. Die "Scheuklappen"-Sicht kannst Du u.a. beobachten, wenn bei Turnieren der beste Spieler gewählt wird. Zu 99,x % sind das nämlich Offensivspieler, die sicher oftmals auffällig agieren - wer aber oft vergessen wird, sind die unermüdlichen Arbeitstiere in der Defensive, die wesentlich zum Abschneiden der Mannschaft beitragen. Und da gibt es selbst in den unteren AK wahre Naturtalente, was Übersicht, Stellungsspiel und Zweikampfverhalten angeht - nur werden die leider zu oft einfach übersehen.


    off topic: Es gibt auch andere Rituale, die jahraus, jahrein auf den Sportplätzen zu beobachten sind und deren Sinn sich mir nicht erschließt. Zum Beispiel das Aufstampfen mit dem verletzten Bein, nachdem Spieler gefoult oder gestürzt sind. Erklär' mir das bitte mal aus medizinischer Sicht... ?(


    Grüße zur Nacht
    Nummer 4

  • Ähm also ich denke dass das Jonglieren aufgrund der Fuß-Auge Koordination eingebracht wurde. Meine Meinung dazu: Ein guter Balljongleur ist meist ein guter Techniker aber der Umkehrschluss funktioniert nicht, also ein schlechter Jongleur ist nicht per se ein schlechter Techniker (obwohl der Anteil groß ist). Dazu kommt, dass beim Jonglieren davon ausgegangen wird dass jeder es ab und an macht.

  • In der Halle und auf Kunstrasen kannst du sie einfach mit einmal aufkommen jonglieren lassen. Selbst die Schwächeren sind da schnell bei 10 und die Guten bei 20+.
    Gut, wenn man doch mal was umbauen muss, aber mehr als 5min würde ich das nicht machen lassen.
    Meine Frau und ich jonglieren gerne zusammen, daher ist unser Sohn (6Jahre) auch scharf drauf. Mit 1 mal aufkommen schafft er 180 ohne ist der Rekord bei 3. Insofern würde ich die 5 von deinem Spieler schon als überragend einstufen

  • bin ich echt bissl verblüfft das jonglieren hier so negativ un d nutzlos eingeschätzt wird, ich muss gestehen das ich davon noch nicht überzeugt bin. hat sich da was geändert in den letzten jahren? in älteren threads klingt es wesentlich positiver zu diesen thema. mein sohn, der eben gaaanz selten schon mal 5 schafft, nimmt oft recht geschickt einen springenden ball an und legt ihn sich von den einen auf den anderen fuß. er ist sicher kein wirkliches talent und dennoch bei sowas recht gut und ich bilde mir ein das dies auch vom jonglieren kommt.


    was haltet ihr von fußballtennis, natürlich mit vielfachen aufkommen des balls?

  • Hinkebein,


    es geht darum, dass Jugendliche später von alleine darauf kommen, ob ihnen jonglieren Spass macht oder nicht. Gegen eine Jongliererei ist auch grundsätzlich bestimmt nix einzuwenden, manchem mag das viel Ballsicherheit geben, deshalb kann man das bestimmt machen.


    Aber bei Bambini bist Du meines Erachtens, wie sagt man hier so schön, "nicht altersgerecht" unterwegs, nicht spielerisch genug. Fussballtennis spielen meine Spieler immer gerne, gefühlt würde ich aber auch sagen: Für Bambini recht schwierig. Einzelne können das bestimmt, aber vermutlich nicht alle. Und wenn von Deinen 12 Spielern einer damit nicht klar kommt, ist's eben Mist.


    Bei Trainero kannst Du ja schon sehen, wie das Jonglieren zu einem "Erfolgserlebnis" ausgebaut werden kann. Direktes Vorbild Mama und Papa mit direktem Lob der beiden wichtigsten Bezugspersonen ohne weitere Konkurrenz.

  • also ich fass mal zusammen was ich mir von euren meinungen annehme und was nicht. ich sehe ein das es den kleinen keinen großen spass macht da sich erfolge recht langsam einstellen, deshalb werd ich es zeitmäßig etwas reduzieren und versuchen in kleine wettbewerbe zu verpacken- ich sehe nicht ein das es generell nicht altersgerecht sein soll, es ist koordination und technik und gehört für mich deshalb in diese altersklasse, mit zirkuskindern hat das ganze nichts zu tun.

  • ich sehe nicht ein das es generell nicht altersgerecht sein soll, es ist koordination und technik und gehört für mich deshalb in diese altersklasse, mit zirkuskindern hat das ganze nichts zu tun.

    absolut deiner Meinung


    ich sehe ein das es den kleinen keinen großen spass macht da sich erfolge recht langsam einstellen,

    ganz eindeutig anderer Auffassung und auch anderer Erfahrung.


    Kenne wenige Übungen, bei denen Erfolgserlebnisse so deutlich sichtbar werden.
    der dicke Paule, für den der Ball eigendlich ein Fremdkörper ist, wird seine Steigerung von 2 auf 3 allemal allen laut kundtun. Er hat ein deutliches Erfolgserlebnis.



    Ist das Anfangsstadium des Jonglierens geschafft, fördert es auch eindeutig die beidfüssigkeit, bei richtiger Vorgabe.


    Sehr gut auch der Vorschlag, den Ball zu Beginn immer 1 mal auf den Boden aufspringen zu lassen. Bei mir kam dann die Aufforderung den Ball nach dem Bodenaufspringen abwechselnd mit dem linken und rechten Fuss zu spielen.


    ich es zeitmäßig etwas reduzieren und versuchen in kleine wettbewerbe zu verpacken

    zeitliche Begrenzung sehe ich unbedingt auch notwendig, bei mir waren es so 5 Minuten. Oft auch als Überbrückung gedacht, wenn ich als Trainer anderweitige gefordert war, zwischen zwei Übungselementen oder vor Beginn des Trainings (anstelle des oft zu Beobachtenden aufs Tor bolzen.


    Durch kleine Wettbewerbe, auch persönliche, haben bei mir die Jungs begeistert jongliert, was auch durch freiwillige Hausaufgabe gezeigt hatte.


    Habe aber bewusst das Hervorheben der Überflieger vermieden.


    Jonglieren fördert das Ballgefühl, das Auge, die Koordination, die Beidfüssigkeit. die Ballannahme.


    Wer Jonglieren als Zirkusnummer sieht, muss dies auch bei einigen der letzendlich brotlosen Trickserei sehen.