Beiträge von fak

    Die Topteams bei den Jungs und das gilt auch für die Mädchen der Bundesligisten ignorieren die D F B Stützpunkte, jedenfalls bei uns. Sie brauchen auch nicht gesichtet werden, der Kontakt zu den Trainern der Landesauswahlen ist ja gut genug.

    Jep. Die Stützpunkte sind eher so gedacht (oder haben sich an vielen Orten dahin entwickelt) dass dort Spieler/innen die (evtl. noch) nicht bei einem größeren Verein spielen erstens eine zusätzliche Einheit und zweitens ggf. auch eine qualitativ hochwertigere bekommen als in ihren Heimatvereinen. Wer schon bei einem Topteam ist sollte da in der Regel qualifizierte Trainer haben (gibt's im kleineren Verein natürlich auch, aber nicht immer) und entsprechend viele Einheiten, so dass der Stützpunkt da nicht zwingend groß weiterhilft, was bei anderen aber der Fall sein kann. Darüber hinaus ist meine Erfahrung auch, dass es Trainer bei größeren Vereinen dann auch stört, wenn da eine Einheit jeden Montag ist und sie dann montags nicht trainieren können sinnvoll bzw. das nicht in ihre Planung passt. Als ich als Jugendlicher beim größten Verein der Gegend gespielt habe durften wir zwar damals noch zum Stützpunkt, aber es ging etwas gegen den Widerstand des Trainers und lief dann auch irgendwann aus.


    Jep, hilft weiter. Wie vermutet ein Stützpunkt, also trifft das zu, was ich oben geschrieben habe. Halte ich in der Regel für eine sinnvolle Sache, wenn man zusätzlichen Aufwand und ggf. eine zusätzliche Einheit pro Woche organisieren kann und haben möchte.

    Zum genauen Ablauf können dir sicher andere mehr sagen, aber ich kann schon mal sagen, dass es hilfreich wäre, zu wissen, welche Art von Sichtung das ist. Es klingt nach Kreisauswahl/DFB-Stützpunkt. Das halte ich - wenn a) deine Tochter da Lust drauf hat und b) du sie dort regelmäßig hinfahren könntest und dazu bereit wärst bzw. sie irgendwie hinkäme - grundsätzlich für eine gute Sache. Aus eigener Erfahrung als Spieler kann ich sagen, dass es Spaß macht, mit anderen guten Spielern und oft guten Trainern nochmal zusätzlich Fußball zu haben. Als Trainer habe ich Spieler gehabt, die das ähnlich empfunden haben und sich weiterentwickelt haben.


    Das Alter ist das normale Alter, in dem solche Maßnahmen anfangen.


    Vorbereiten würde ich mich darauf, selbst wenn es möglich wäre, nicht groß. Ich vermute, dass bei einer Sichtung vorrangig gespielt wird um sich die Spieler/innen dann halt im Spiel anzuschauen. Ob du da ein vernünftiges Feedback bekommst, wenn deine Tochter nicht ausgesucht wird, hängt davon ab, ob du a) danach fragst und b) wie der/die Trainer/in das handhabt, das kann sehr unterschiedlich sein. Sofern deine Tochter Lust dazu hat und du es organisiet bekommst, würde ich das tendenziell einfach mal ausprobieren - aber auch genau mit der Haltung deiner Tochter gegenüber. Man geht mal einen Tag Fußball spielen mit ein paar anderen und macht das dann vielleicht eine Weile regelmäßig, je nachdem wie's läuft - aber ohne dem zu große Wichtigkeit beizumessen.

    Letzte Saison haben der Trainerkollege und ich es mal geschafft rund um ein Spiel dem gegnerischen Trainer weder die Hand zu geben noch auch nur ein einziges Wort mit ihm zu wechseln. Das war im Nachgang auf einige unerfreuliche Erlebnisse mit ihm auch so gedacht, er hat's auch gut ermöglicht indem er nicht auf die Seite kam, wo sich beide Auswechselbänke bei uns befinden, sondern auf der Zuschauerseite blieb. Dort wäre er dann fast in eine Schlägerei mit jugendlichen Zuschauern geraten, die ihm bei einem Tor für uns etwas zu laut gejubelt haben und die er dann als Hurensöhne bezeichnete. Er - übrigens Lehrer - hat zwei Söhne in der Mannschaft, der eine rief ihm während des Spiels zu, dass er doch mal die Klappe halten sollte dem Schiedsrichter gegenüber. Der andere fing während des Spiels irgendwann an, selbst gegen Schiedsrichter und Mitspieler zu pöbeln, woraufhin der Trainer ihn dann ausgewechselt hat, unter lauten gegenseitigen Beschimpfungen. Das war nochmal etwas extremer als sonst, aber ähnliche Vorgänge gab es immer, die kurioserweise immer genau die drei, also Vater und zwei Söhne betrafen - der Rest der Mannschaft verhielt sich vollkommen normal. Nach dem Spiel haben wir dann halt dem Betreuer die Hand gegeben, der Trainer war schnell verschwunden. Da sie auch abgestiegen sind werden wir zum Glück auf absehbare Zeit erstmal nicht mehr auf die treffen.

    Ich habe wie die Vorredner auch den Eindruck, dass es sinnvoll wäre, wenn du dich mit Ideen für die Altersklasse nochmal etwas ausgiebiger auseinandersetzt und versuchst, dich darauf einzulassen. Das muss dann aber auch nicht unbedingt heißen, dass ihr gleich mehr Spiele gewinnt - und ist aber auch nicht das Ziel. Einzelne momentan gute und ggf. akzellerierte Spieler machen unheimlich viel aus. Hättest du einen davon und der würde jedes Spiel ein paar Tore schießen würden die Ergebnisse vielleicht schon anders ausfallen. Hast du keinen davon, dann ist das halt so. Aus eigener Erfahrung: auch mit vielen Niederlagen in der Altersklasse kann der Spaß erhalten bleiben und es können nachher ordentliche Fußballer dabei rauskommen.


    Bei den Erfolgserlebnissen würde ich hinterfragen, wie sehr das Spieler tatsächlich stört und wie sehr es dich und Eltern stört. Eventuell gibt es ja Möglichkeiten, für Erfolgserlebnisse zu sorgen, etwa mal mit einem Freundschaftsspiel gegen ähnlich ergebnismäßig schwache Gegner.

    Ich denke, nach ebenfalls 10 Jahren Trainererfahrung im (mittlerweile allerdings im Jugendbereich recht ambitionierten) Dorfverein, dass du grundsätzlich richtig liegst. Der Effekt der genauen Ausgestaltung des Trainings tritt, was die Resultate anbelangt, deutlich hinter andere Faktoren zurück. Dennoch gibt es aber Dinge, die wir entscheidend beeinflussen können. Dazu zähle ich vor allem das Spielen mit beiden Füßen, was kaum ein Kind von sich aus machen würde, was aber auf Dauer einen enormen Vorteil beim Spielen bringt (und Spaß am Spielen, worum es letztlich ja gehen sollte, ist meines Erachtens immer auch eine Funktion von Fähigkeiten und damit dessen, wie gut man ist). Bei den Kindern ist's der Pass und das Dribbeln mit dem schwächeren Fuß, später dann vielleicht auch der Torschuss und der Flugball. Generell geht es denke ich darum, die Kinder zu ermutigen, neue Bewegungserfahrungen zu machen, mal einen neuen Trick auszuprobieren und daran vielleicht Spaß zu finden. Was dabei aber dann rauskommt, kann natürlich sehr unterschiedlich sein, dazu gibt es einfach zu viele Einflussfaktoren. Wir haben im Trainerteam aber zum Beispiel gerade einen Spieler von der F- bis zur B-Jugend begleitet, der von F- bis Anfang C-Jugend oft eher etwas unmotiviert wirkte, vor allem aber auch einfach sehr schwach war. Den hat's dann irgendwann gepackt, er hat angefangen unheimlich viel in seiner Freizeit zu spielen, ist besser geworden und mittlerweile ein ordentlicher Fußballer, von dem ich ziemlich sicher bin, dass er auch im Seniorenbereich ankommen wird und in den letzten Jahren viel Spaß an dem Sport hatte und ihn auch in Zukunft haben wird. Dabei helfen sicher die Grundlagen, die er vorher in gewissem Maße schon vermittelt bekommen hat.

    bei uns gibt es dir Mittellinienregel nicht und dadurch das andere extrem.
    Jeder Abstoß und Abschlag wird zentral nach vorne geschlagen.


    Wir ziehen uns mitterweile mit 5 Spielern zurück, trotzdem ballert jeder Gegner den Ball nach vorne (nicht mehr so schlimm, weil wir für den Moment ja 3 zentrale Spieler haben, die den Ball zu 80% bekommen.zu 10% fliegt er bis zu unserem Torwart und eine minimale Restgefahr bleibt halt.


    Mit Fußball hat das allerdings auch nix zu tun

    Das finde ich immer wieder Wahnsinn. Wir haben in der D-Jugend, in einer Saison in der wir nur auf die Mütze bekommen haben, irgendwann eine Zeit lang nur verteidigen vom sicheren Abstand geübt, haben uns also bei jedem Ausball komplett zurückgezogen (würde ich in der Altersklasse glaube ich nicht mehr so machen, ist aber ein anderes Thema). Gegner hat also Abstoß und unsere gesamte Mannschaft steht in der eigenen Hälfte. 9 von 11 anderen Mannschaften haben in der Situation dann mit einem langen Abstoß operiert, was ich ziemlich absurd fand, was aber gezeigt hat, dass Fußballspielen hinten raus weder auf dem Zettel der Trainer noch der Spieler stand. Noch absurder wird es dann, wenn dir dasselbe in einer Saison noch zweimal in der B-Jugend Bezirksliga begegnet...

    Bei uns in der F pfeifft immer der Gasttrainer das Spiel! Bedeutet also, dass der Trainer oder Co über den Platz läuft und seine Mannschaft coacht und nebenbei pfeifft. Also durch die Fairplayliga verlieren wir bei uns keine Schiedsrichter sondern die Kinder können endlich ungestört spielen. Es ist aber wichtig den Nachwuchs Schiris Platz zu schaffen. Das kann aber doch problemlos in der D losgehen, oder?

    Bei uns hat früher auch die Gastmannschaft den Schiedsrichter gestellt (ist im Nachbarkreis auch noch so), wurde dann irgendwann auf Heimmannschaft umgestellt. Was ich auch sinnvoller finde, weil man dann eher die Chance hat, dass jemand außer dem Trainer anwesend ist, der bereit ist zu pfeifen. Ich habe es ein paarmal erlebt, dass ein Trainer gleichzeitig Schiedsrichter macht und dann Anweisungen an seine Spieler gibt und fand das äußerst unglücklich. Bei uns nehmen dann halt bei diesen Spielen die Nachwuchsschiedsrichter diese Rolle ein - der Schiedsrichter bekommt Erfahrung im geschützten Rahmen (und eine Aufwandsentschädigung vom Verein), der Trainer kann sich auf's Spiel konzentrieren und greift bezüglich Schiedsrichter nur dann ein, um diesen zu schützen, falls sich gegnerische Eltern oder Trainer dem Schiedsrichter gegenüber daneben benehmen. In der D-Jugend hast du halt das Problem, dass da tendenziell noch mehr Eltern Theater machen bzw. teils auch schon Spieler dabei sind, die wenig Respekt gegenüber dem Schiedsrichter zeigen. Dazu kommen die erwähnten zusätzlichen Regeln gegenüber F- und E-Jugend. Und da wir halt unsere Schiedsrichter erstmal auf unserem Sportplatz, bei Spielen unserer Mannschaften, bei denen wir größtmöglichen Einfluss darauf haben, wie das Ganze abläuft, üben lassen wollen, bieten sich halt eigentlich nur die unteren Jugenden an; D1 fällt bei uns auch weg, weil überkreislich und mit offiziell angesetztem Schiedsrichter.


    An die Möglichkeit mit dem Spielleiter in der FPL hatte ich jetzt nicht gedacht; weiß nicht, wie das bei uns gehandhabt wird, vielleicht bringe ich das mal ein. Wobei die aktuelle Runde Schiedsrichter wohl leider nicht so groß wird wie die letzte und es ergo wahrscheinlich weniger Kapazitätsprobleme geben wird.

    Ich bin noch vor der Zeit der NLZs in einem Verein aussortiert worden, der mittlerweile ein (eher unbedeutendes) NLZ unterhält. Das war nicht im Kinderfußball, sondern nach der B-Jugend, lief aber eher unerfreulich ab. Es gab einige Probeeinheiten für die neue A-Jugend vor denen uns mitgeteilt wurde, dass noch drei Spieler aussortiert würden. Das wurde aber dann nicht vor Ort geregelt sondern mit einem kurzen Anruf einige Tage später, der nicht viel mehr enthielt als die Sachinformation, dass es halt nicht gereicht hätte. Die Entscheidung war in meinem Fall vollkommen richtig, weil ich zu dem Zeitpunkt ewig mit Verletzungsproblemen zu tun hatte und dementsprechend auch leistungsmäßig nachgelassen hatte. Bei einer durchschnittlichen Weiterentwicklung ohne die Verletzungen wäre ich weiter dabei gewesen. Ich bin mir sicher, dass auch der Trainer das so gesehen hat und, da er mich glaube ich auch ziemlich gut leiden konnte, es schade fand, dass ich es nicht geschafft habe, die Verletzungsprobleme zu überwinden. Schön wäre gewesen, wenn er mir das auch so mitgeteilt hätte. Verständlich, dass er sich um das entsprechende Gespräch gedrückt hat, meinem Eindruck nach, aber ich denke, dass es schon seine Verpflichtung gewesen wäre, darüber ein etwas ausführlicheres Gespräch zu führen - vor allem aber eins von Angesicht zu Angesicht. Ich glaube, das wäre hilfreich gewesen, auch weil es mich für lange Zeit sehr stark belastet hat, mit dem Fußball auf dem Niveau aufhören zu müssen (bzw. später dann ganz). Das in meinem Fall weniger, weil ich davon geträumt hätte, Profi zu werden (meine komisch realistischen Vorbilder waren gerne mal Verbandsligaspieler), sondern mehr, weil einfach ein Lebensinhalt, den ich sehr geliebt habe, auf einmal massiv zurückgefahren wurde. Es ist ja auch nicht zu unterschätzen, wieviel Zeit man mit den Leuten verbringt, mit denen man zusammen spielt und das das auch eine spezielle Art von Gemeinschaft ist. Die Zeit geht dann halt auch zu Lasten anderer Freundschaften; als dann die Kontakte zu den Fußballkollegen auch recht schnell abbrachen, war da ein Vakuum.


    Es kann also durchaus sehr belastend sein, "aussortiert" zu werden und ich sehe es schon als wichtig an, dass ein abgebender Verein das auf vernünftige Weise regelt. Letzten Endes kann das aber nur ein kleiner Beitrag dazu sein, mit so etwas vernünftig umgehen zu können. Die Hauptaufgabe bleibt, gerade bei noch jüngeren Spielern, bei den Eltern und dann dem Spieler selbst, einen vernünftigen Umgang damit zu finden. Als aufnehmender Trainer kann man denke ich schon auch einen kleinen Beitrag leisten, das ist aber dann sicher von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Wir haben aktuell einen Spieler im Verein, der mehr oder weniger die Lust am Fußball und insbesondere sein Selbstbewusstsein in fußballerischen Dingen verloren hatte über eine wenig erfolgreiche Zeit mit wenigen Spielzeiten bei einem größeren Verein. Da ist es dann sicher sinnvoll - und soweit ich es überblicke macht das der betreffende Trainer auch - dem Spieler wieder etwas Lockerheit und dann auch wieder Selbstbewusstsein zu verschaffen mit Erfolgserlebnissen und aber auch Gesprächen. Das ist aber alles vom jeweiligen Charakter abhängig und auch davon, ob der Trainer etwa den Spieler schon kannte und generell dem Verhältnis zum Spieler.

    und das die Nachwuchsschiedsrichter keine Erfahrung mehr sammeln könnten.

    Das ist für mich tatsächlich eines der (wenigen) griffigen Argumente gegen die FPL. Wir versuchen massiv mehr Schiedsrichter aufzubauen (gelingt auch schon ganz gut - aktuell die zweitmeisten im Landesverband) indem wir ältere dafür Jugendspieler rekrutieren, die uns geeignet scheinen. Um den klassischen Weg zu vermeiden (15jähriger pfeift drei Spiele, hat einigermaßen Spaß daran, wird dann von irgendwelchen Idioten am Spielfeldrand angepöbelt und hat spätestens beim zweiten Mal keinen Bock mehr) sollen die Nachwuchsschiedsrichter erstmal intern pfeifen, bis sie im Einvernehmen mit dem Betreuer entscheiden, in den offiziellen Betrieb zu gehen. Wenn man dann, wie bei uns geschehen, mal fünf Nachwuchsschiedsrichter gleichzeitig hat, dann ist es schwierig, denen mit zwei E-Jugenden und einer D2 ausreichend Spiele zu bieten. Das Problem könnte sich noch verschärfen, wenn die FPL auf die E-Jugend ausgeweitet werden sollte. Kein Grund, die FPL abzuschaffen, da sie ausreichend Vorteile hat, aber hier gibt es tatsächlich einen Nachteil.

    Ich finde die Idee gut. Ist allerdings stark abhängig davon, ob du das Motiv für die geringe Trainingsbeteiligung richtig einschätzt. Liegt die geringe Trainingsbeteiligung tatsächlich daran, dass Spieler lieber schon den nächsten Schritt gehen wollen oder sind es doch eher Freundin/Ausbildung/Führerschein usw. die den Fußball weniger wichtig werden lassen? Wenn die Spieler tatsächlich schnell in den Seniorenbereich wollen, dann ist das, was du vorschlägst, definitiv eine Maßnahme, die ich ausprobieren würde, wenn das dem Seniorentrainer so passt. Wir wollen zur nächsten Saison auch häufiger ermöglichen, dass Spieler eine Altersklasse höher mittrainieren, allerdings hier dann um eine dritte Einheit zu haben. Zurück zu deiner Situation: auch unabhängig vom Motiv könnte es natürlich sinnvoll sein, auf eine Einheit zu gehen. Wir hatten in unserer A-Jugend in der letzten Saison das Problem, dass regelmäßig keine (mannschaftlich) sinnvollen Einheiten abgehalten werden konnten, weil mal 5, mal 7 Spieler anwesend waren. Wenn man es mit nur einer Einheit hinbekommen würde, dass dann aber auch tatsächlich ein Großteil der Spieler anwesend ist, dann wäre weniger vielleicht mehr - auch unabhängig von dem weiteren Training bei den Senioren - als wenn du ständig Einheiten hast, bei denen so wenige Spieler anwesend sind, dass viele Dinge nicht sinnvoll zu trainieren sind.


    Wir sehen ja glaube ich viele Sachen ziemlich ähnlich und wenn ich da mal von den eigenen Erfahrungen schließen darf, dann hat das viele verlieren auch, gerade in der Altersklasse, immer etwas damit zu tun, ob man ausbilden will oder nicht. Du hast mehr oder weniger ein schlechtes Gewissen, weil du auch mal lang bolzen lässt - das haben bestimmt genug andere Trainer nicht. In den Altersklassen, über die wir hier sprechen, ist doch das Erfolgsrezept um Spiele zu gewinnen einen schnellen, körperlich akzellerierten Stürmer vorne zu haben und dann den Ball irgendwie zu dem nach vorne zu bolzen. Hinten auf keinen Fall zu viel kombinieren, das führt nur zu Ballverlusten. Wenn der Gegner einmal hinten ist immer vorne alles zustellen, weil meistens noch keine so langen Bälle gespielt werden können, dass man sich von einem solchen "Angriffspressing" befreien könnte. Das ist meines Erachtens eine eher ausbildungsfeindliche Vorgehensweise (sicherlich werden dadurch auch Dinge geschult, mir wären aber andere Dinge wichtiger), sie führt aber zu Toren und gewonnenen Spielen.


    Mir sind auch viele Vorschläge in dem Thread hier etwas zu naiv. Bzw. vielleicht seid ihr alle mit dermaßen überdurchschnittlichen Mannschaften gesegnet, aber meine Erfahrung ist es, dass eine E-Jugend es weder schafft, gegen halbwegs aufmerksame Gegner rauszukombinieren, noch sich regelmäßig mit langen Bällen zu befreien. So sind viele Vorschläge hier im Thread im Prinzip sinnvoll, aber von einer durchschnittlichen Mannschaft in dem Alter meines Erachtens nur sehr bedingt umzusetzen. Wenn meine Mannschaft nicht in der jeweiligen Klasse überdurchschnittlich ist dann verliere ich mehr Spiele zunächst mal, als wenn ich ergebnisorientiert vorgehe und erstmal eine sehr einfache Spielweise bevorzuge.

    Wir hatten halt genau das Problem vor dieser Saison. Wenn die Mannschaft insgesamt nicht gepasst hätte, dann wären wir eins runter gegangen. Es passte aber halt für einen Großteil der Spieler, nur für einige wenige nicht. Wir haben uns für das Halten der Klasse entschieden, weil uns das langfristig sinnvoller schien, damit sind wir aber im Nachhinein den schwachen Spielern nicht gerecht geworden (was allerdings auch noch mit einem Dropout einiger Spieler zusammenhing, ohne den wir da zumindest einige Freundschaftsspiele auf passendem Niveau hätten anbieten können). Was ich nur sagen wollte: der Ansatz ist gedanklich gut, stößt aber in einem kleinen Verein, der im Prinzip jedem Kind aus dem Ort Spielmöglichkeiten bieten will, gleichzeitig aber auch eine gewisse Leistungsorientierung hat ab einer gewissen Altersstufe, an seine Grenzen. Da muss man sich dann halt für eins entscheiden. In unserem Fall sind zum Glück die Spieler trotzdem am Ball geblieben und nächstes Jahr schaffen wir es, zwei B-Jugenden zu stellen und dann wieder allen gerecht zu werden.


    Punkt 2 finde ich auch enorm wichtig. Ohne entsprechende athletische Voraussetzungen wird es sehr schwierig, hochklassig zu spielen. Wir haben zum Beispiel einen Spieler, von dem ich in der F- und E-Jugend dachte, der würde mal richtig gut. Ist aber langsam und klein und wird es wohl auch bleiben und ist jetzt in der B-Jugend kein Stammspieler in der Bezirksliga. Noch ein ähnlicher Fall ist ein Spieler, der sich zwar etwas besser entwickelt hat und zumindest Stammspieler ist, der aber von seinen Techniken und insbesondere vom Spielverständnis her meines Erachtens in ein NLZ gehört. Die körperliche Pubertät lässt aber auf sich warten und so sieht er im Spiel oft schlecht aus, weil er langsam und wenig durchsetzungsfähig ist - bin mal gespannt, ob da vielleicht noch ein Schub kommt. Verhaltenstechnisch ist momentan definitiv gerade Hochphase der Pubertät, wäre also wünschenswert, dass da wenigstens körperlich auch noch einiges nachkommt...


    Als Prinzip finde ich das nicht verkehrt. Was mache ich, wenn ich eine überkreisliche Spielklasse erbe und habe 16 Spieler, die das spielen können und 5, die da auf keinen Fall mithalten können?

    Bitte nicht falsch auffassen aber es ist schlicht eine unserer Pflichten unsere Termine auch an das Leben der Kinder anzupassen. Was nicht bedeutet das jeder Geburtstag oder sonstiges berücksichtigt werden muss, aber gewisse "Verpflichtungen" der Kinder haben einfach Vorrang.


    Genau da schließt meines Erachtens die Frage des Threaderstellers an, die hier meines Erachtens nicht beantwortet wurde: die Spieler/innen haben sich für eine regelmäßige Teilnahme am Fußballtraining und an Spielen entschieden, dann entscheiden sie sich ebenso für eine Teilnahme am Kommunions-, Firm-, Konfirmandenunterricht. Was einem dann regelmäßig begegnet ist, dass der kirchliche Unterricht automatisch einen Vorrang zugeschrieben bekommt, aus welchem Grund auch immer. Die Standardvariante der meisten Eltern wäre, dass wenn hier Kollisionen auftreten, das Kind beim Fußball entschuldigt wird und zum kirchlichen Unterricht geht. Da darf man schon mal fragen, aus welchem Grund das eine grundsätzlich über das andere gestellt wird. So verstehe ich den Ausgangsbeitrag.


    Darüber hinaus greift dann natürlich das, was hier mehrfach geschrieben wurde, dass in der Regel Absprache weiterhilft. Wir hatten vor einigen Jahren noch das Problem, dass der Kommunionsunterricht für eine Gruppe, die ausschließlich aus Fußballern bestand, genau auf eine Trainingszeit gelegt wurde, obwohl eigentlich andere Möglichkeiten bestanden hätten. Mittlerweile klappen die Absprachen ganz gut, der Unterricht wird im Ort auf einen Tag gelegt, an dem kein Training stattfindet und bei größeren Aktionen verlegen wir Spiel/Training. Man kann da sicher auch auf Betonköpfe stoßen, aber ein vernünftiger Pastor bzw. eine vernünftige Gemeinde wird auch wissen, dass sie sich damit keinen Gefallen tun, wenn sie mit ihrer Termingestaltung ohne Not dafür sorgen, dass begeisterte Fußballer eine Zeit lang immer wieder auf Fußball verzichten müssen zugunsten eines ja doch nicht immer nur beliebten Unterrichts.

    Eine Haupterkenntnis für mich mit der Zeit war, dass ich zu langes Aufwärmen für problematisch halte. Ebenfalls zu lange Ansprachen. Ich war auch oft als Co-Trainer dabei und habe in einer Phase, in der der andere Trainer dann längere Ansprachen gehalten hat, Mühe gehabt, nicht einzuschlafen neben ihm. Das war für die Spieler denke ich nicht anders und mittlerweile ist der Kollege auch wieder bei kurzen, knackigen Ansprachen angekommen. Selber habe ich auch mal längere Formen probiert, hatte aber eigentlich nie das Gefühl, dass das viel bringt. Vielleicht mal in einer besonderen Aktion, um aus einem Trott rauszukommen, aber die Regel sollten wenige Informationen sein, inhaltlich halt altersklassenabhängig. Beim Aufwärmen machen wir aktuell, B-Jugend, wenige Minuten freies Einspielen mit Ball, dann Fifa11 und Movement Preps, eine Rondovariation und dann eine Torabschlussform für die Offensivspieler während die Defensivspieler Kopfbälle und Flugbälle üben. Zu Beginn der Saison haben wir dann noch eine große Spielform gemacht, die haben wir aber mittlerweile gestrichen, weil es zu lang wurde.


    Während des Spiels gehören in der B-Jugend dann für mich durchaus schon mal taktische Korrekturen dazu, sowohl individuell als auch im größeren Rahmen. Dabei geht es dann aber eher um wiederkehrende Dinge, Einzelaktionen sollte man finde ich eher nicht kommentieren. Grundsätzlich schlecht finde ich das Eingreifen in laufende Spielaktionen, wobei dem Spieler dann Handlungsentscheidungen vorweggenommen werden. Wobei ich da sagen muss, dass wir das bei aktuellen Themen momentan manchmal machen (Andribbeln der Verteidiger, Spielverlagerung) und ich mir da nicht so ganz sicher bin, ob es da nicht vielleicht doch manchmal hilft, Erfahrungen mit Lösungen zu machen, die die Spieler sonst noch zu selten wählen. Was das emotionale Coaching anbelangt bin ich recht flexibel und versuche mich danach zu richten, was die Mannschaft braucht. Bei erfolgreichem Saison- und Spielverlauf bin ich eher zurückhaltend, wenn es schlecht läuft versuche ich viel zu ermuntern und versuche auch Präsenz zu zeigen, indem ich nah am Spielfeld stehe. Das ein oder andere Mal habe ich mich auch schon am gegnerischen Trainer orientiert; kann mich an eine Mannschaft erinnern, bei der zwei Trainer direkt auf der Seitenlinie standen und permanent ins Spiel reinfeuerten, was ich enorm nervig fand. Nachdem der Versuch, sie ins Gespräch zu verwickeln und irgendwie ruhig zu bekommen nicht funktioniert hat und ich den Eindruck hatte, dass es die gegnerische Mannschaft befeuert und meine einschüchtert habe ich dann im Rückspiel schön mitgefeuert von Anfang an. Das hat zwar zunächst mal zu einer Atmosphäre geführt, wie ich sie mir eigentlich nicht vorstelle, aber irgendwann sind dann die Trainer auf beiden Seiten ruhiger geworden und das Spiel von meiner Mannschaft war definitiv besser als im Hinspiel. Das ist aber die Ausnahme geblieben und ich halte eigentlich eine zurückhaltendere, sachliche Art für zielführend - dazu halt emotionales Coaching je nach Bedarf der Mannschaft.

    Schon etwas älterer Beitrag, aber ich war eine Weile nur sehr selten hier. Ich wollte mal kurz eine langfristigere Betrachtung zum Thema schwacher Fuß beisteuern, um zu ermutigen. Wir haben in der F-Jugend damit angefangen, alle Übungen beidfüßig ausführen zu lassen und immer auf Beidfüßigkeit geachtet, dabei zumindest anfangs auch das Benutzen des schwächeren Fußes über den Erfolg der Aktion gestellt, auch in Wettkämpfen. Gerade anfangs haben sich da die im Ausgangsbeitrag beschriebenen Unterschiede gezeigt - manche wollten und konnten es besser, bei anderen hat es ganz schön gedauert. Mittlerweile - B-Jugend - ist aber jeder unserer Spieler in der Lage, grundlegende Aktionen wie Ballannahme und Flachpass mit beiden Füßen durchzuführen. Und, noch wichtiger, sie machen das dann auch tatsächlich, zumindest dann, wenn es eindeutig die bessere Lösung ist. Dabei zeigen sich nochmal klare Unterschiede zwischen den Spielern, mit denen wir komplett mitgegangen sind, im jetzt jüngeren B-Jugend-Jahrgang, und denen des Jahrgangs darüber bzw. darunter, die unser Trainerteam mit dem klaren Fokus auf Beidfüßigkeit nur alle zwei Jahre hatten. Aber auch bei denen zeigen sich Erfolge...ein Linksfuß hat letztens in der A-Jugend mitgespielt und hat sich selber leicht erschreckt, als er einen Abpraller mit rechts ins leere gegnerische Tor gespielt hat (mit umlaufen und linkem Fuß wäre da garantiert geblockt worden). Es zeigen sich also Erfolge. Nochmal klarer wird der Erfolg, wenn ich mir diese Saison einen eigentlich sehr talentierten Stürmer anschaue, der erst diese Saison zu uns gekommen ist, dem aber ständig Situationen kaputt gehen, weil er keine Lösungen mit links hat und sich auch noch schwer tut, es dann zumindest zu versuchen. Ich kann insgesamt nur dazu ermutigen, immer weiter das beidfüßige Spiel zu fördern; es wird Ergebnisse zeigen, früher oder später. Aktuell arbeiten wir jetzt gerade am Flugball mit dem schwächeren Fuß - da wird's dann nochmal lustig bei manchen, aber auch hier bekommen einige mittlerweile ordentliche Ergebnisse hin und zumindest unsere Torhüter haben das auch schon im Spiel erfolgreich angewendet - bei den Feldspielern ist es denke ich eine Frage der Zeit.

    Ergebnisorientiert sollte man meines Erachtens ab dem Zeitpunkt spielen, ab dem es deutlich ausdifferenzierte Spielklassen gibt. Das wäre bei uns die D-Jugend. Für die Entwicklung einzelner Spieler und den Fußball insgesamt fände ich es zwar sinnvoller, sehr viel länger anders vorzugehen, aber die äußeren Vorgaben erfordern es meines Erachtens oft, neben dem Ausbildungsgedanken auch ergebnisorientiert zu denken. Je nach Situation bin ich sonst nämlich schnell einige Spieler los, etwa bei einem Abstieg bzw. habe im nächsten Jahr eine nicht zu meiner Mannschaft passende Spielklasse und darunter leidet dann wiederum die Ausbildung.

    Mein erster Gedanke, als ich das heute gelesen habe, war auch, dass ich das nicht so wahnsinnig dramatisch finde, was da geschildert wird. Entweder überzogene Reaktion oder aber eben vor dem Hintergrund vieler kleiner Disziplinlosigkeiten geschehen, die aber dann im Artikel nicht genannt werden und ja auch nicht unbedingt im Detail geschildert werden müssen.