Fair-Play-Preis für Aaron Hunt???????????????

  • Veröffentlichung auf fussball.de



    Hallo zusammen,
    zu diesem Vorschlag interessiert mich dringend eure Meinung.


    Meine Wahrnehmung zu der Situation war die, dass Aaron Hunt den Elfer vorsätzlich provoziert hat. "Warum auch immer" ist er von seinem Vorsatz abgewichen und hat ihn sogar öffentlich zugegeben. Deshalb soll er nun als Vorbild dargestellt werden. Mein Verständnis von Fairplay ist bisher, dass sich im Fairplay "meine Grundhaltung" zum Sport (zum Leben) wiederspiegelt. Die Grundhaltung von Aaron Hunt war der Vorsatz "einen Elfer zu schinden."


    Ist diese Handlung einen der bedeutensten Fair-Play-Preise wert? 

    Wie wir mit den Kindern von heute umgehen, das wird die Welt von morgen prägen (Hans Jonas 1903-1993)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Ralf K. ()

  • Hallo,
    Am nächsten Tag haben sich bei uns in der Straße beim Kicken einige Kinder und Jugendliche über das Verhalten von Aaron Hunt unterhalten. Die Wortwahl kann ich nicht wiedergeben, aber sie fanden es ziemlich Cool und hatten großen Respekt.
    Wenn diese Wirkung bei den Kids noch positiv verstärkt wird, ist mir die Person Aaron Hunt ehrlich sch.. egal.

  • Nein wieso?
    Bei dem Zwischenstand ist es wohl einfach sein Fehlverhalten zu korrigieren.


    Glaubst er hätte es beim Stande von 0:0 gemacht?


    Schalbe ist Schwalbe und wer versucht jemanden mit Vorsatz zu täuschen (auch wenn er es dann korrigiert) hat in meinen Augen der Fairplay Preis NICHT verdient

  • Ich denke, dass es den Preis verdient hat der Sache wegen.


    Ich sehe es ähnlich wie Ralf...eigentlich hat er diesen Preis so dem tiefsten Grund nach nicht verdient, denn er ist Täter.


    Andererseits sehe ich die Sache...man will da hin...zum fairen Spiel....und der Sache wegen ist der Sachverhalt "hunt" gerade richtig.


    Gerade beim Fußball geschehen schnell mal Fouls, die im "Kampfgeschehen" entstehen und dem Täter entglitten sind. Eigentlich sind sie Kumpels an der Theke, aber da gings mit ihnen durch....usw...so in diesem Sinne.


    Hier hat Hunt...als Täter...den Dreh gekriegt. Seine Grundeinstellung war die des unfairen Plays...dazu eine Brise ..."ist ihm entglitten"...und dann vor tausenden Zuschauern noch den Dreh zu kriegen, sie vom unfairen Play zum fairen Play zu drehen...war Situationsbedingt eine GRÖSSE, die einigen -zu recht- imponierte und dem Täter vermutlich sehr schwer fiel, was sein Tun empor hob.


    Lege ich entspechend beides in die Waagschale....finde ich die Entscheidung noch tragbar, wenngleich ich die Denke von Ralf grundsätzlich auch mitgehen könnte.

  • zur Situation ist folgendes festzuhalten:


    - Spielstand 2:0 in 75. Spielminute im Abstiegskampf ! --> die Sache war noch nicht in trockenen Tüchern, wäre es aber mit 3:0 gewesen.
    Heißt, Hunt ist ein persöhnliches Risiko eingegangen. Hallo ein Elfer !!!
    Für mich hat er in diesem Moment sehr wohl Größe bewiesen.
    Als Zeichen nach Aussen würde die Preisvergabe an Hunt viel Wirkung zeigen. Und damit wäre das Ziel der Initiative erreicht!

    Zitat

    Die „Fair-Play-Initiative im deutschen Sport“ (besonders unterstützt
    durch die Deutsche Olympische Gesellschaft) versucht seit Jahren den
    Fair-Play-Gedanken populär zu machen ( WIKIPEDIA)

    Es wird in diesem Falle nicht die Grundhaltung eines Sportlers gewürdigt, sondern seine Haltung in einer gewissen Situation.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Deshalb soll er nun als Vorbild dargestellt werden. Mein Verständnis von Fairplay ist bisher, dass sich im Fairplay "meine Grundhaltung" zum Sport (zum Leben) wiederspiegelt. Die Grundhaltung von Aaron Hunt war der Vorsatz "einen Elfer zu schinden."


    Ist diese Handlung einen der bedeutensten Fair-Play-Preise wert?


    Ralf


    für mich nicht.


    aber wundert dich das? mich nicht. natürlich wird sich der DFB darauf stürzen um den Faip Play Gedanken diesbezüglich auszuschlachten


    wer mal an einer Veranstaltung der Fair- Play- Preis- Verleihung teilgenommen hat, weiss, dass dort Vorgänge ausgezeichnet werden, die aus meiner Sicht
    nur Kopfschütteln hervorgerufen haben. da ragt so ein Vorfall dann doch schon deutlich heraus.


    Ich selbst wurde auch mal ausgezeichnet. warum? weil ich in der E-Jugend der Verlegung eines Punktspiels zugestimmt habe. lachhaft.






    Wenn diese Wirkung bei den Kids noch positiv verstärkt wird, ist mir die Person Aaron Hunt ehrlich sch.. egal.


    stimme dir zu, auf die kleinen Kids hat das durchaus eine positive Wirkung.


    bei Jugendlichen widerspreche ich dir, da habe ich durchaus kritsicheres gehört (bei 2:0 kurz vor Schluss ist das doch kein Problem; der hat den Pfiff gehört,
    und wollte noch schnell eine gelbe Karte vermeiden, hat gemerkt, dass sein Versuch einen Elfer richtig zu schinden zu deutlich misslungen war)

  • Ich kann in seinem Verhalten Größe erkennen, die eines FairPlay-Preises würdig ist. Natürlich hat er den Kontakt gesucht, das hat er selbst zugegeben. Aber im Eifer des Gefechts spielt sich ein Großteil der Prozesse und Entscheidungen im Unterbewusstsein ab und ist oft auch nichts anderes als erlerntes Verhalten. Ein Offensivspieler, der schon so lange im Profigeschäft spielt, ist bei Kontakt im Strafraum auf das Fallen gepolt. Und gerade, weil es das Profigeschäft ist und es um viel Geld geht, hätte er wohl sogar auf Verständnis hoffen können. Das nennen Kommentatoren heutzutage ja euphemistisch „ein Geschenk annehmen“. Die Schuld wird also dem ungeschickten Verteidiger gegeben. Wenn sich Aaron Hunt also nach einem durchaus üblichen, über lange Jahre ein geschliffenen Verhalten, ein Herz fasst, und den FairPlay Gedanken über den Erfolg stellt, der im Profifußball er das Maß aller Dinge ist, finde ich das durchaus bewundernswert. Es ist klar, dass bei einem philosophischen Tischgespräch jeder seine eigene Integrität betonen und dieses Verhalten als das normalste von der Welt darstellen würde. Fakt ist: Hunt war tatsächlich in dieser Situation, und er hat das Richtige getan, was im Profifußball leider immer noch eine erwähnenswerte Ausnahme darstellt und damit bemerkenswert ist.

  • Was diskutiert ihr da??
    Hunt hat die Entscheidung in Sekunden schnelle entschieden ohne das der Schiri ihn gefragt hat!
    Der Schiri hat nur auf den Punkt gezeigt. Ich Glaube nicht das man in den paar sek. Zeit,zeit zum überlegen hat was die Presse nächste Woche über mich schreibt so eine Entscheidung trifft man aus dem Bauch heraus!
    Und wieviele Superstars haben schon Schwalben hingelegt und da sah es besser aus als 2:0 in Führung!!
    Und diese Saison kiesling hat es nicht geschafft zu sagen das war kein Tor!
    Und jetzt Soll Hunt der puhmann sein weil er ehrlich war?
    Klar war es ein Fehler aber er gibt ihn zu in dem Millionen Geschäft bundesliga!!

  • Klar war es ein Fehler aber er gibt ihn zu in dem Millionen Geschäft bundesliga!!

    Ich denke, dass hier der feine Unterschied liegt. Im (Profi)- Fußball ist es akzeptiert, sich "clever" einen Vorteil zu verschaffen. Wenn das dann einer zugibt, wird er zum Held gekürt. Da dieses Verhalten bei den Profis "normal" ist und von vielen Zuschauern/Fans/Verantwortlichen akzeptiert wird, stellt sich um so mehr die Frage, ob es clever ist, dieses Verhalten als vorbildlich herauszustellen. Wenn wir diese Frage mit ja beantworten, ist es aus meiner Sicht "normal", wie sich viele Kindertrainer (Vorbilder) und dann auch ihre Kinder verhalten.

    Wie wir mit den Kindern von heute umgehen, das wird die Welt von morgen prägen (Hans Jonas 1903-1993)

  • Im (Profi)- Fußball ist es akzeptiert, sich "clever" einen Vorteil zu verschaffen. Wenn das dann einer zugibt, wird er zum Held gekürt. Da dieses Verhalten bei den Profis "normal" ist und von vielen Zuschauern/Fans/Verantwortlichen akzeptiert wird, stellt sich um so mehr die Frage, ob es clever ist, dieses Verhalten als vorbildlich herauszustellen.

    Die Schlussfolgerung verstehe ich nicht. Das "normale" Verhalten (sich clever einen Vorteil zu verschaffen) wird doch mit der Fairplay-Aktion nicht als vorbildlich herausgestellt, sondern die Korrektur des "normalen" Verhaltens. Er hat gängige Verhaltensmuster durchbrochen.

  • sondern die Korrektur des "normalen" Verhaltens. Er hat gängige Verhaltensmuster durchbrochen.


    Es wird eine sichtbare Abkehr vom "Irrweg" prämiert.

    Zunächst möchte ich kurz klarstellen, dass ich kein Problem mit Aaron Hunt und seinem Verhalten habe. Er ist Fußballprofi und orientiert sich an den vorgegegbenen Rahmenbedingungen. Die sind beim Fußball nun mal so, dass "Unfairness" (Vorteilsbeschaffung) als normal angesehen wird. Günter hat in seinem Beitrag Nr. 6 sehr gut beschrieben, wie unterschiedlich Kinder bzw. Jugendliche solche Geschichten verarbeiten.


    Wenn man solch eine Aktion für die breite Öffentlichkeit als vorbildlich mit solch einem "großen" Preis herausstellt, dann muss man auch so konsequent sein und beschreiben, wie die Realität aussieht, nämlich, dass das unfaire Verhalten von Fußballspielern (wenn es der Schiri nicht sieht) geduldet und als normal angesehen wird.

    Wie wir mit den Kindern von heute umgehen, das wird die Welt von morgen prägen (Hans Jonas 1903-1993)

  • dass ich kein Problem mit Aaron Hunt und seinem Verhalten habe

    mir persöhnlich geht´s null um Aeron Hunt (oder gibt´s Wechselgerüchte zum FCB ? :D ). Aber betrachte es mal "andersrum".
    Was soll er noch machen (realistisch) um dem Preis zu gerecht zu werden? Etwa eine Absichtserklärung auf dauerhafte Besserung unterzeichnen?
    Die Vorgaben des DFB sind klar:

    Evtl. sollte man sich bei der Preisverleihung am "Oscar" orientieren und unterschiedliche Fair-Play Rubriken schaffen.
    Z.B. Bester Darsteller: "Aron Hunt"
    Beste Lebensleistung: "Miro Klose"
    Beste Teamleistung: " FC Blabla"
    Beste Vereinsmaßnahme
    das währe dann ein "großer Preis", der den Stellenwert der Fairness herausheben würde.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Ralf


    Wie hier bereits erwähnt, werden jährlich Hunderte von Vereinen und Sportler öffentlich für ihre Leistungen (darunter zahlt ja auch die Fairness) ausgezeichnet. Man läßt dabei kaum ein Fettnäpfchen (Fairness für unfaires Verhalten im Spiel und Hinweis nach dem Spiel) aus! Zwar ist es immer noch lobenswert, wenn jemand seine Missetat im nachhinein gesteht, aber fair wäre es wirklich nur, wenn er von vornherein auf seinen Vorteil verzichtet hätte.


    Frage ist hier immer, wer wünscht keine Fairness: der Spieler oder sein Arbeitgeber? (weil Geld wichtiger ist als Fairness)


    Am nachfolgenden Beispiel ist ersichtlich, dass nicht nur der ADAC für eine verdrehte Darstellung von Fakten verantwortlich ist. (Darf ich ja jetzt wohl erzählen, weil FB im Flieger sitzt und sonst gleich wieder alle Deutschen unter Generalverdacht stellt :thumbsup: )


    Der DFB zeichnete im vergangenen Jahr einen Verein für seine hervorragende Mädchen-Jugendarbeit aus. Hintergrund war, dass ein Mädchen, welches früher mal in diesem Verein gespielt hatte, ihre ersten Länderspiele für die Juniorinnen-Nationalmannschaft absolviert hatte. Inzwischen hatte der zu ehrende Verein keine einzige Mädchen- oder Frauenmannschaft mehr, die mit diesem Geld hätte unterstützt werden können. Weil sich die Vereinsverantwortlichen nur für den männlichen Fussball interessiert und die Mädchen- und Frauenabteilung jegliche Unterstützung versagt, bis der Mädchen- und Frauenfussball schließlich ganz eingestellt wurde! Als Dank für die erfolgreiche Arbeit beim Kampf gegen den Mädchen- und Frauenfussball gabs vom DFB noch einen Scheck in 4-stelliger Höhe!!! Bemerkenswert war noch die Pos(s)e des Vereinsverantwortlichen für die Pressefotografen bei der Scheckübergabe. Das war großes Kino vom DFB und kaum ein Insider konnte sich vor Lachen noch halten!


    Klar sind das falsche Vorbilder für die Jugend! Die Tauglichkeit des Profisports als Leitbild für die Jugend kann ohnehin nur als sehr eingeschränkt beschrieben werden.


    Aber zum Glück interessiert die das kaum bzw. hat es schon nach kurzer Zeit wieder vergessen!


    Ich hätte da allerdings eine Idee: Wie wäre es mit einem jährlichen Tag der Fairness?


    An diesem Tag sollten die 10 fairsten, wie auch unfairsten Fussball-Aktionen einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Dazu könnte es auch zählen, dass man bei den Top 3 der jeweiligen Kategorie auch über gut recherchierte Hintergründe berichtet.

  • Frage ist hier immer, wer wünscht keine Fairness: der Spieler oder sein Arbeitgeber? (weil Geld wichtiger ist als Fairness)


    Aus meiner Sicht der Arbeitgeber. Ich habe zumindest noch keinen Profipräsidenten gehört, der von seinen Spielern vorbildliches faires Verhalten eingefordert hat. Deshalb ist Fairplay ja auch nur eine Phrase über die zwar gerne geredet, die aber nicht gelebt wird.

    Klar sind das falsche Vorbilder für die Jugend! Die Tauglichkeit des Profisports als Leitbild für die Jugend kann ohnehin nur als sehr eingeschränkt beschrieben werden.

    So sehe ich das auch. Deshalb stelle ich mir sogar die Frage, ob es fair ist, von einem Profi, Fairness einzufordern.

    Wie wir mit den Kindern von heute umgehen, das wird die Welt von morgen prägen (Hans Jonas 1903-1993)

  • " „Die Spieler verarschen sich mit dieser Schauspielerei auch gegenseitig“, sagte Verbeek und hat seine Akteure aufgefordert, „ehrlich“ zu spielen. Damit meint der Mann es ernst: Beim Nürnberger Sieg in Augsburg hat er vor Kurzem seinen Profi Timo Gebhart, dessen einzige auffällige Szene eine Schwalbe im Strafraum war, nach 20 Minuten ausgewechselt."


    Vielleicht gibt es da ja positive Profi-Impulse von einem unserer Nachbarn :)


    Ganzer Text

  • „Die Spieler verarschen sich mit dieser Schauspielerei auch gegenseitig“, sagte Verbeek und hat seine Akteure aufgefordert, „ehrlich“ zu spielen. Damit meint der Mann es ernst:


    Perfekt! Ganz perfekt wäre, wenn jetzt noch der Nürnberger Präsident seinen Trainer öffentlich und glaubhaft unterstützt.

    Wie wir mit den Kindern von heute umgehen, das wird die Welt von morgen prägen (Hans Jonas 1903-1993)