Stinkstiefel, Mobbing, Schlechte Stimmung

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  • Liebe KollegInnen,


    bin Trainer einer U15 (C-Jugend).
    Betreue die Mannschaft schon seit rund 8 Jahren, der Kern der Truppe ist noch immer derselbe. Kadergröße ist 22 Spieler.
    Ich hatte grundsätzlich immer das Gefühl, dass es in der Mannschaft gut läuft, sich die Spieler vertragen, hie und da mit kleineren Reibereien, aber wirklich nichts Tragisches.
    Im Sommer sind wir in die Leistungsklasse gewechselt, wo wir überraschend gut mithielten, am Ende zwar nur 2 Siege und 1 Unentschieden (bei 10 Spielen) hatten, aber fast immer mit nur einem Gegentor verloren.
    Ich kam damals schon ins Grübeln, warum uns dann oft der letzte Punch fehlte, ließ es aber mit fehlender Routine dabei.
    Jetzt kam aber eine Mutter auf mich zu, die mich darauf ansprach, dass es zwischen Spieler A und ihrem Sohn drei gröbere Konflikte gab. Einmal eine Rauferei mit ausgebrochenem Zahn, einmal ein absichtlicher schlimmer Tritt gegen dessen verletztes Bein und zuletzt etwas, dass ich besonders schlimm fand: Ein Schuss aus einem Luftdruckgewehr knapp unter das Auge des anderen. Letztere Situation war auch der Grund, dass sie das Gespräch mit mir suchte. Ich muss dazu sagen, dass Spieler A schon mehrmals durch fehlerhaftes Verhalten auffiel, durch Mobbingversuche, absichtlichen schweren Fouls während des Trainings, etc...
    Damals die Konsequenz meinerseits: Sofortige Suspendierung vom Training, jeweils über Wochen, sogar mal über zwei Monate. Dann reumütige Rückkehr, dann läuft es wieder usw... Die Jungs sahen, ok, der Trainer greift durch, Disziplin hoch.
    Die Mutter bat mich diesmal allerdings, diese Information nicht weiterzugeben, da ihr Sohn diese Dinge im Vertrauen weitergab.
    So weit, so schlecht.
    Ich mit dem Vorsatz, die Disziplin wieder anzuziehen. Stell mich vor die Mannschaft, erzähle, dass ich genauer hinschauen werde, schlechte Stimmung spüre. etc... Kündige schärfere Gangart bei Fehlverhalten an.
    Jetzt, kurz nach der Winterpause die nächste SMS. Diesmal von einem Vater. Inhalt: Sein Sohn wurde von Spieler A, B und C am Telefon bedroht. O-Ton: "Beim nächsten Training werden wir dich zusammenschlagen."
    Hab dann die Spieler angerufen, persönliches Gespräch gesucht. Zunächst nur mit Spieler B und C, die anscheinend Reue zeigten, zwar zunächst alles als (sehr schlechten) Scherz abtaten, aber verstanden, warum man so etwas nicht tut. Bekamen von mir jetzt 2 Wochen Hallentrainingssuspendierung. Habe dann beim nächsten Ausdauertraining auch Spieler A (derselbe Spieler A wie in der Geschichte oben) von der Strafe in Kenntnis gesetzt. Er sah es absolut nicht ein. Erste Frage: "Warum ich mich in Privatangelegenheiten einmische?" Sagte ihm, da es sich um Spieler derselben Mannschaft handelt, auch meine Angelegenheit wird. Kam dann mit einem Ereignis im Trainingslager: "Da wurde ich mit Messer bedroht, und du sagtest, dass sei privat". Konnte mich zwar nicht mehr an den Vorfall erinnern, aber sagte ihm auch klar, dass ich dann damals wohl falsch reagiert habe.
    Nach dem Training kamen plötzlich alle drei Jungs zu meinem CO-Trainer (war leider verhindert), um ihm zu erklären, dass sie doch nicht einverstanden seien mit der Strafe. Während des Trainings (war eine Ausdauereinheit) fielen die Jungs sehr negativ auf, schossen z.B. mit Knallern und Böllern um sich, waren Aussage Co-Trainer nicht zu bändigen. Er hat zwar versucht, dass Training dann ein bisschen zu "veranstrengen", aber das soll ja auch nicht unbedingt Sinn der Sache sein. Der zuvor "bedrohte" Spieler schlich dann schlussendlich mit hängendem Kopf nach Hause, da sich in seinen Augen an der Mobbing-Situation wohl nichts geändert hatte.


    Habe die Team-Situation meiner Meinung nach falsch eingeschätzt, irgendwie habe ich das Gefühl, dass auch aufgrund der schlechten Stimmung nicht mehr aus der letzten Saison herauskam. Auch bei den Hallenturnieren waren wir oft drückend überlegen, ohne Profit daraus zu schlagen. Möchte aber betonen, dass mir Ergebnisse nicht wichtig sind. Aber wenn die Teamatmosphäre leistungshemmend und spaßbremsend ist, leidet natürlich auch das Endergebnis.


    Zusammenfassend also:


    --> Hab einen Spieler A, der so ziemlich als Soziopath durchgeht, von Mobbing bis Verbal- und körperlicher Gewalt alles durchspielt.
    --> Zurzeit wenig Disziplin, mündend in Lustlosigkeit bei Turnieren, Training etc...
    --> Zwei Spieler, die sich unter Druck gesetzt und gemobbt fühlen...


    Die Probleme saugen mich ziemlich aus, gerade weil soviel in der Mannschaft steckt, und ich das so lange übersehen habe. Vielleicht habt ihr ja Tipps, wie ich die Themen angehen kann. Wäre mir sehr geholfen!!

  • Spieler A entgültig aus der Mannschaft schmeißen, dass ist mein Vorschlag.
    Alles andere wäre Meiner Meinung nach nicht angemessen. Er hat seine Chancen bekommen.


    Was will man mit so einem? Egal wie gut oder toll der ist, oder wie reumütig er sich zeigt,- wie man sieht ist er GIFT für die Mannschaft und animiert andere zu solchen Sachen.
    Ein Training würde ich komplett zum klären der Situation nehmen und ihnen sagen, dass sie erst wieder richtiges Training erwarten können wenn du spürrst, dass sie wieder ein TEAM sind.

    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • Was sagen denn die Eltern von Spieler A. Ich meine er steckt halt mitten in der Pubi.....was keine Entschuldigung sein soll, aber vielleicht eine Erklärung.
    Ich denke er hat wohl seinen Platz noch nicht gefunden. Viele Kids, die Mobben, haben wenig Selbstwertgefühl und versuchen das durch solche Aktionen
    zu überspielen.
    Das Problem welches ich sehe, wenn er aus der Mannschaft fliegt..... er macht das ja auch bei anderen Begegnungen mit den Jungs. Also bleiben die Angriffe
    wohl nicht aus. Wie wäre es mit einem Gespräch, indem du versuchst rauszubekommen, ob meine Vermutung mit dem Selbstwert richtig ist. Ihm dann sagen, dass
    er so ein Verhalten nicht nötig hat. Ein Gespräch mit den Eltern mußt du wohl auch führen, denn die werden sicher auch so ihre Probleme mit dem Verhalten haben
    und man sollte sie mit einbeziehen.

  • Meine Meinung zu einem sicherlich schwierigen Thema:


    Spieler A aus die Mannschaft endgültig schmeißen. Ich denke, dieser Spieler stört das Training und den Zusammenhalt eindeutig. Wenn während der schon vollendeten Suspendierung die Atmosphäre besser war, zeigt es, dass Spieler A die Schlüsselperson zu einer friedlichen Atmosphäre ist.


    Des Weiteren ist es ein Signal für die anderen Störenfriede.


    Der Spieler hat auch Recht, dass man sich als Trainer nicht in die Privatangelegenheiten mischen solle. Als Trainer soll man sich in Einzelgesprächen über schulische und familiäre Probleme informieren und Tipps und Ratschläge geben, damit sie sich wohler fühlen, dir vertrauen und auch ihre Leistungen steigern.


    Nichtsdestotrotz vertrete ich die Meinung, die in der Vergangenheit in diesem Forum thematisiert wurde, das Training (allgemein Fußball) nicht das Auffangbecken aller Konflikte und Aggressionen ist. Bei schwerwiegenden Vorfällen (Luftpistole, Messer, Drohungen) sollen sich die Eltern an die Eltern des Täters wenden oder andere Institutionen einschalten.


    Wenn Spieler A aus deiner Mannschaft ist, ist es sowieso nicht mehr dein Ding - so hart es klingt.


    Dein Handeln würde ich auch mit dem Vorstand absprechen. Einen einfach aus der Mannschaft zu schmeißen, ist meistens nicht vom Vorstand geduldet, oder ihn in eine andere Mannschaft stecken, wenn Ihr bspw. die C1 seid und es gibt eine C2, die aber nicht zur gleichen Zeit trainiert, wobei der Spieler A deren Training sicherlich massiv stören würde.


    EDIT: Ich meine auch, dass Mobbing und Täterrollen nicht von Kindern, Jugendlichen beabsichtigt sind. Ich leite viele Fußball-AGs mit auffallenden Kindern - meistens ist beispielsweise die Erziehung [..] schuld. Der Fußballtrainer kann auch nicht diese Aufgabe übernehmen.


    Gruß

    "Don't forget to love your haters. They keep you motivated."

  • Hallo 7Heby,


    bei ein paar Dingen von dir bin ich anderer Meinung.


    Zitat

    Der Spieler hat auch Recht, dass man sich als Trainer nicht in die Privatangelegenheiten mischen solle


    Mich interessiert es nicht, wer seine Freunde sind, welche Kleidung er anzieht und was er in seiner Freizeit macht....wenn es nicht mit der Mannschaft zu tun hat
    Wenn er die Stimmung durch sein Mobbing drückt, wenn er mitspieler bedroht und misshandelt, DANN ist es sehr wohl angelegenheit des Trainers, dort entsprechend einzugreifen und zur tat zu greifen.



    Zitat

    meistens ist beispielsweise die Erziehung [..] schuld. Der Fußballtrainer kann auch nicht diese Aufgabe übernehmen.


    Meine Meinung ist -> NEIN, er MUSS diese Aufgabe sogar übernehmen. Er hat den spieler so zu Disziplinieren, dass er das Training nicht aufhält und die Mannschaft darunter leidet. Das hat mit Erhziehung zu tun.
    Der Trainer hat oft einen ganz anderen, zum Teil auch stärkeren, Einfluss auf die Kids als man denkt.
    Der ein oder andere Satz wird vom Trainer anders vom Spieler verarbeitet /aufgenommen als die der Eltern.
    Beispiel von mir:
    Spieler X soll nach dem Training eine Mütze aufsetzen wenn es kalt ist.
    Eltern : Setz deine Mütze auf es ist kalt, na los
    Spieler : Keine reaktion
    Trainer : Hey X, es ist kalt, du wirst krank, kannst nicht trainieren... Ich möchte das du die Mütze aufsetzt.
    Spieler X: *zieht die Mütze auf*


    Und das ist nur ein Beispiel von vielen....

    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • Es ist schon so das der Trainer so eine Art Erzieher ist und auch oftmals die Kinder in der Entwicklung sehr Stark beeinflußt, ich Persönlich habe es auch schon oft erlebt das wie Christiof geschrieben hat die Spieler eine Anweisung (sei sie noch so Uncool) vom Trainer schneller Akzeptiert als wie von den Eltern.
    Hatte auch schon oft den fall das ein Spieler nur in Tshirt bei kaltem Wetter Trainieren wollte und alles Reden und Erzählen der Eltern nichts nutzt, ich als Trainer brauchte nur einmal kurz sagen "Jacke anziehen es ist zu Kalt" und der Spieler tut es sofort.
    Anderes Beispiel was nichts mit Fußball zu tun hat, ein Spieler hat kein Bock Hausaufgaben zu machen und für eine Wichtige Arbeit zu Üben. Beide Eltern haben Ewig auf ihn Eingesprochen usw..... ich war dann kurz bei dem Spieler zuhause da ich der Mutter Geld gebracht habe (Mannschaftskasse). Ich bekam dann ein Gespräch zwischen meinem Spieler und dem Vater mit, als gemerkt wurde das ich da bin wurde ich kurz Begrüst.
    Ich habe einfach mal die Hausaufgaben Angesprochen und Erzählt wie Scheiße ich als Schüler Hausaufgaben fand doch es für ihn Wichtig ist das er sie macht und das er auch für die Arbeit am nächsten tag Lernen muss und ich aber 100% davon Ausgehe das er nicht so Doof sei und nicht Lernen würde. Der Spieler hat sich sofort ohne wiederworte mit einem "Ok" an den Tisch gesetzt und Angefangen zu Lernen/Hausaufgaben zu machen....
    Abends Rief mich die Mutter an und sagte mir sie würde mich nun immer sofort zu sich Bestellen wenn ihr Sohn Zicken macht, er hätte lange gelernt und auch keinerlei Probleme mit dem Thema Hausaufgeben mehr gehabt....

    Fußball ist zwar "nur" die "schönste nebensache der Welt" doch es Verleiht einem verdammt viel Kraft zu sehen wie die Spieler Spaß haben und mit einem Lächeln nachhause gehen.

  • Bin in diesem Fall, absolut gegen einen Rausschmiss des Spielers A.
    Die geahndeten Sanktionen empfinde ich ebenfalls als falsch.


    Es schwebt eine grosse graue Wolke im Team mit der Innschrift "KOMMUNIKATION", was ja nicht gang und gäbe ist.


    Ich würde nun Spieler A packen und Ihn sämtliche in den letzten Wochen auffallende Fehlverhalten, aufzählen.
    Dies unter vier Augen nach dem Training. Vorab würde ich Ihm eine SMS schreiben: "Heute geht das Training ca. 30-45 minuten länger. Bitte Eltern informieren."


    Regeln beim Gespräch


    - Hier ist Respekt, oberstes Gebot. Spieler A muss trotz allem, Respekt und Wertschätzung spüren.
    - Gesprächsstrategie: In jeder Sekunde gehts um die Verbesserung des Spielers A. Keine Schuldzuweisungen. Lediglich Fakten auftischen und Lösungssuche mit Spieler A. Sachlich bleiben und Wärme geben (fast schnuggeln - aber nur mit Wörter).
    - Ziele: Spieler A empfindet Wertschätzung und Wärme des Trainers, trotz gebauten Scheiss! Er kennst seine Stärken und Schwächen. Er stellt selbst Ziele um seine Schwächen zu verbessern. Diese werden schriftlich notiert und Anhand eines Commitements, von Trainer und Spieler als Vertrag, unterschrieben.


    Das Gespräch selbst


    Warm Up (Beginn): Schaffe ein positives Klima durch Wärme deiner Seite. "Wie läufts so? Wie fühlst Du Dich?" sind Fragen die Zuneigung und Interesse zeigen. Dann die Begründung dieser sonderlichen Sitzung. "Heute möchte ich mit Dir, deine Stärken und Schwächen kurz analysieren. Du bist wichtig für uns, machst aber einzelne Fehler, die dein Potential nicht komplet ausschöpfen lassen. Das möchten wir nun verbessern."


    Fang mit Stärken an: "Mir gefällt wie Du X und Y kannst." Also klar aufdeuten, was Dir positiv von Ihm gefällt.


    Dann mit Schwächen: "In letzter Zeit hast Du mit deiner Missstimmung einzelne Spieler etwas angesteckt. Was stimmt nicht? Wieso hast Du XYZ gemacht? Was hat Dir dein Kollege (gemobbte Spieler) angetan?"


    Anhand der Antworten, weisst Du dann eher was wirklich los ist. Und wie Du siehst, sind es immer Fragen, dass Spieler A, in die Opferrolle bringen. Also fühlt er dann Mitleid, für seine schlechte Stimmung etc. Wenn der Junge aber keine Missstimmung kommuniziert und es einfach lustig findet, andere Junioren zu mobben... ändert sich die Sachlage und die zu verwendenden Argumente.


    Wenn Spieler A nun die gemobbten Spieler wg. Fehlverhalten und darauffolgenden Streit beschuldigt, ist beim nächsten Training ein Gespräch mit beide Parteien nötig. Auch da Lösungsorientiert. Spieler sollen selbst vereinbaren, wie sie sich verhalten möchten um sich zu ertragen.


    Wenn Spieler A aber alles aus Spass macht, dann mal fragen, wie es der gemobbte echt so empfindet?!
    "Wie würdest Du Dich fühlen? Wie würdest Du agieren? Stell Dir vor, Jemand schiesst Dir einen Schuss mit Waffe, wenige cm. am Auge vorbei? Wenn Du dann blind werden würdest? Wie wäre es dann?" Also auch hier, alles offene Fragen. Spieler A muss reden. Du musst Ihn, in die Rolle des gemobbten bringen. Er soll die Emotionen spüren des gemobbten. "Wie würdest Du Dich fühlen, wenn..."


    Nach dem aufzählen der Schwächen, die Spieler A, grundlengend durch viele offene Fragen, selbst hervorhebt, ist es Zeit für die Zielvereinbarung.
    Da eignen sich Fragen wie: "Wie machen wir weiter (so gehts eben nicht mehr weiter)? Wie kannst Du wieder Akzeptanz finden? Wie kannst Du das Team, im menschlichen Bereich nun besser helfen?" Usw.


    Im Prinzip gehts darum, den Spieler A durch offene Fragen etwas zu leiten.
    Er muss verstehen, was falsch ist und muss selbst Lösungen bringen. Das zeigt Vertrauen.


    Kurz; Spieler A braucht wärme und bestimmt kein abstossendes Verhalten. Lieber eine Frage mehr als eine weniger. Ich tendiere meistens auf offene Fragen (Warum, Was, Wie, Wer usw.) die den Spieler zum reden bringen. Spieler A soll selbst, seine Ziele die zur menschlichen Verbesserung führen, definieren. Diese musst Du notieren. Diese Notiz wird von Dir und von Spieler A, als Vertrag bis ende Saison unterzeichnet. WICHTIG; Am Schluss der Saison Feedback geben.


    So, das ist meine Meinung.
    Sehe dan keinen Bedarf von Sanktionen, Elterngespräche oder sogar von Ausschlüssen.


    Viele Grüsse
    TRPietro

  • sorry, aber ich wäre absolut für zero tolerance bei der fülle von schweren vergehen.
    ich meine, normalerweise sanktionieren wir ja schon unenetschuldigtes fernbleiben, ein absichtliches foul, verbale beleidigungen oder so mit sanktionen wie einmal aussetzen usw.
    wie soll dann in diesem zusammenhang eine strafe für das bedrohen mit messer oder das abbrennen von feurwerk während des trainings auf dem platz aussehen?
    scheinhinrichtung? ne leute, raus mit diesen jungs und zwar schnellstmöglich. abstimmung mit dem jugendleiter und gut ist.
    bei einem kader von 22 ist das vertretbar, setzt ein zeichen für alle und bringt hoffentlich wieder normalisierte verhältnisse.
    wenn das dann weitergeht, ist dies dann wirklich und ausschließlich privat und hat nichts mehr mit dem fußball zu tun.


    dann allerdings auch ein schwerer vorwurf an den threadsteller:
    was hast du denn gemacht in den trainingseinheiten? wo waren deine augen, was hast du alles übersehen? oder wolltest du es nicht sehen?
    bei dieser teamsituation merkt man schnell was, wenn man nur einigermassen aufmerksam ist: wer spielt mit wem, wie werden spieler angespielt, kommt es zu harten aktionen usw.
    da bekommt man sehr schnell raus, was da los ist, zumal du sagst, du hast einen co-trainer.


    deshalb würde ich glatt noch weiter gehen und dir raten das team abzugeben. das ist kein aufgeben sondern eine klare analyse der fehlenden einflussmöglichkeiten, die sich da entwickelt haben.
    8 jahre ist eine lange zeit, manchmal geht das gut aber oftmals nutzt sich da auch etwas sehr stark ab. überlege dir das mal.

  • Krasse Situation, da wären Psychotherapeuten u. Sozialarbeiter gefragt bzw. evtl. schon überfordert. Rauswurf bedeutet natürlich nur ein Ver- und Auslagern des Problemfalles, was sich vielfach rächen könnte: er könnte endgültig auf eine ganz schiefe Bahn geraten, die, die seiner Ansicht nach an seiner Bestrafung Schuld seien, seinerseits bestrafen wollen - und wenn da schon Messer im Spiel sind... Mit Toleranz hat es also nichts zu tun, von Strafen als Lösung abzusehen, sondern mit vorausschauender Vernunft. Klar, Eltern konsultieren, doch da das Gewaltproblem hier seine Wurzel haben dürfte, ist sicher wenig Erfolg zu holen. Aber danach kann man die Lage von dieser Front her besser einschätzen. Zu empfehlen wäre u.u. Kampfsport als zweite Sportart, um der im Alltag unterdrückten Aggression ein offenes Ventil nach außen zu geben. Dort hat man auch oft Erfahrung damit. Sanktionen sind im ursprünglichen Wortsinn stets positiv auf Belohnung, Verstärkung aus, nie negativ (das hat nur "Vater Staat" irgendwann draus gemacht), warum?


    Negatives ruft nur immer wieder neu Negatives hervor, führt von sich her nie zum Positiven, da Menschen nicht mathematisch im Umkehrschluss, sondern linear reagieren. Wie aber könnte man hier noch positiv das verstärken, was Ziel sein sollte, also Teamgeist/-play oder zumindest erstmal interner Respekt zB? Sucht A nur wahllos Schwache bzw. Außenseiter als Opfer o. haben Konflikte aus seiner Sicht einen inhaltlichen Grund? Das wäre wie gesagt schon von Profis kaum auf die Schnelle aufzulösen, daher ist weiterer guter Rat teuer, ad hoc nicht möglich, nur formal zu sagen: (auch negative) Motive lassen sich immer in (positive) Ziele ummünzen, indem man nach vorne zu blicken erlernt. Diesen Willen hat im Prinzip jeder, auch wenn ihn negative Erfahrungen zB innerfamiliär mit "hässlicher" Gewalt ans Vergangene fesseln u. so projektiv auf deren schwer auf- und abspaltbare Wiederholungschleifen per Hass-Abfuhr drängen. Vereinsleben wäre m.E. stets "realsozialistisch" zu deuten, also zu desillusionieren, wie dein Beispiel verdeutlicht: die Gemeinschaft wird vom eigenen Ich her definiert u. betrachtet, welches gewaltsam immer Recht haben u. anderen die Schuld zuweisen will. Daher wird's schwer, auf Einsicht von A zu bauen, ihn in reellen Teamgeist positiv zurückzuführen. Viel Glück dennoch!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Hi
    GodOfSheep,


    ich bin auch der Meinung, dass Du mit den Eltern sprechen sollst. Sie sind die erste Instanz. Ein Ausschluss kommt dann ganz am Ende, wenn es gar nicht anders geht. Natürlich ist es wünschenswert, dass das Kind dabei bleibt und sich integriert. Das ist eine Aufgabe des Vereins. Ok, vielleicht nicht die Aufgabe sondern eine Funktion des Vereins.


    Und wieder zum Thema, das man hier oft lang diskutiert. Ich bin voll dabei bei den Kollegen, die sagen, wir haben eine erziehrische Funktion (also keine Aufgabe). Wie der Christof1984 das geschrieben hat. Man sollte die Jungs/Mädels schon gezielt ansprechen und in dem Falle korrigieren. Ich vermeide bewusst das Wort , -erziehen-. Wie er bewusst oder intuitiv geschrieben hat, würde ich -immer- ich Sätze bauen. Ich möchte, dass du jetzt deine Mütze anziehst, ich finde es Mist, wenn Du nicht zuhörst, ich fühle mich genervt, wenn Du den Ball wegschießt, etc. Diese Art von Anrede wirkt wunder. Wir sind alle Menschen, und wenn Du deine Situation "erläuterst", das heißt, wenn Du sagst, wie es Dir geht, wenn das Kind Mist baut, versteht das Kind das Menschliche sofort.


    Natürlich mischen wir uns ein, wenn es um unsere Mannschaft geht, um unsere Umgebung. Es interessiert mich alles nicht, -ich mache mein Training und gehe danach nach Hause- Einstellung hat hier, glaube ich, keiner. Wie intensiv die Kollegen hier damit beschäftigt könnte unterscheidlich sein. Wir müssen uns damit beschäftigen, ob gewollt oder nicht. Pubertät ist eine schwierige Zeit, in der die Pubertierenden denken, warum wird mein Trainer schwierig? Warum wird meine Umgebung schwierig? Warum Freunde, Lehrer, Mitmescneh schwierig?


    Gruß,
    Uzunbacak

  • natürlich ist es ein verlagern der probleme und es besteht die gefahr eines abdriftens auf die schiefe bahn.
    nur, und das ist ganz wichtig, ihr seid hobbytrainer, die mehr oder weniger semiprofessionell ihrer leidenschaft in ihrer freizeit nachgehen.
    ihr habt das problem beruf, familie und den fußball unter einen hut zubringen, was oftmals genug konfliktpotential birgt.
    sicher sind euch eure jungs niemals gleichgültig und es interessiert euch auch wie es privat läuft, klar.
    aber, dieses kaliber ist ganz klar an fachleute zu übergeben. hier könnt ihr nur verlieren, da ihr ausser empathie nichts fachäquates einbringen könnt.
    und der fußballverein sollte auch nicht grundsätzlich als auffangbecken genutzt werden. denn neben diesen paar quertreibern gibt es ja noch die anderen, normalen jungs.
    die fallen wie immer hintenüber und verlieren an beachtung, da sich die anderen in der aufmerksamkeit sonnen, das ist zu einfach.


    nur mal als hinweis: selbst der liberalste streetworker besteht auf regeln. werden diese gebrochen gibt es konsequenzen.
    so ist mein vorschlag, schützt euch. lasst diese "harten" dinger nicht zu sehr an euch ran, so schwer es fällt.
    definiert eure arbeit, euer hobby und geht realistisch mit euren möglichkeiten um.

  • Ich habe nur die ursprüngliche Beschreibung der Situation genau gelesen und die Antworten nur überflogen. Aber ich muss mich hier schon wundern, wie sehr die meisten das verharmlosen. Bei allem Verständnis: wenn jemand andere mit einem Messer bedroht oder mit einem Luftgewehr auf jemanden schießt, gehört der nicht nur aus dem Verein geschmissen, sondern angezeigt, das sind doch Straftaten. Und bei einen Verein, der solche Vorfälle als "normal" ansieht, liegt meiner Meinung nach einiges im Argen.

  • GodOfSheep


    Wie aus deinem "Nick" zu entnehmen ist, fühlst du dich nicht nur als Trainer, sondern auch als "Vater einer Schafherde" (God of sheep) für deine Mannschaft verpflichtet! Wenn du darin eine spezielle Ausbildung hast, kann es klappen. Ansonsten bist du wie die meisten Trainer damit überfordert, wenn ein Spieler deiner Mannschaft kriminell wird. Denn deine Beschreibungen gehen weit über das allgemein empfundene Maß von Streitigkeiten innerhalb einer Mannschaft hinaus.
    Die Eltern der beiden Jungen sind gefragt, in welcher Weise die strafbaren Handlungen geahndet werden. Der kriminell gewordene Spieler sollte bis zur weiteren Klärung und einer nachvollziehbaren Reue und Einsicht supendiert werden.


    Zu etwas differenzierteren Ansichten gelange ich aufgrund deiner Mannschafts- und Ligabeschreibung. Für die C - Jugend ist ein Kader von 22 Spieler viel zu groß. Die Qualität des Fussballs leidet darunter, weil nicht alle Spieler ausreichend Gelegenheit finden, die im Training angeeigneten Fähigkeiten im Spiel unter realem Gegnerdruck auszuprobieren. Ein gutes Maß für die Mannschaftsgröße (einer 11-er Mannschaft) stellt sich, wenn die Anzahl der Spieler dem Alter in der Liga entspricht. Bei einer U 14 entsteht eine günstige Entwicklungschance für jeden einzelnen Spieler, wenn das Team aus ca. 14 Feldspieler plus 1 - 2 Torleute besteht.


    Wie sich die sportliche Situation nach dem Aufstieg gestaltet, hängt von vielen Faktoren (z.B. wie viele Spieler bleiben im Team, aus welcher Liga kommen die neuen Spieler, wie stark ist die Liga) ab. Im Jugendbereich zählt auch nicht allein das Leistungspotenzial zum Start in die neue Saison, nein es beginnt auch immer ein "Wettrennen" mit der Zeit der Mannschaftsweiterentwicklung. D.h. kann sogar bedeuten, dass die letztjähigen Spitzenteams teilweise um den Klassenerhalt kämpfen müssen, während einige der Abstiegskandidaten jetzt um den Titel kämpfen. Sehr vieles hängt dabei auch von der Qualität und insbesondere vom Engagement der Trainer ab. (Wer sich nicht permanent weiterbildet, dessen Leistungen stagnieren. Damit einher geht meist auch die Mannschaftsleistung. Anders formuliert: wer glaubt, schon etwas zu sein, hört auf etwas zu werden!)


    Die Gestaltung der Mannschaftsgröße kann natürlich nicht allein getroffen werden. Hier ist die Kommunikation mit dem Jugendleiter nötig. Denn alle Spieler haben ein Recht darauf zu spielen und der Verein sollte sich um gute Rahmenbedingungen dafür kümmern.

  • @ GodofSheep


    ich bin da bei siebener und BJL. Vielleicht lebe ich in einer Insel der Seligen oder bin völlig naiv, aber Knallkörper beim Training, Schüsse mit dem Luftgewehr auf Mitspieler und Bedrohungen mit dem Messer sind für mich offene Gewaltexzesse innerhalb der Mannschaftsstruktur (ob auf dem Platz oder in der Freizeit ist egal). "Stinkstiefel" und "schlechte Stimmung" finde ich verharmlosend. Die Prügelandrohung geschah auch nicht im Affekt ("Ein Wort gab das Andere") auf dem Platz, sondern am Telefon. Das ist eine gemeinschaftliche, geplante Aktion (immer unter dem Vorbehalt, das die Situation richtig wiedergegeben wird, halte ich aber vor dem Hintergrund für möglich).


    Du entscheidest, was bisher gelaufen ist und ob und welche Spieler noch welche Chancen verdient haben.


    TRPietros Ausführungen sind ein guter Leitfaden für das Gespräch mit den Spielern, wenn Du das führen möchtest, nur hier

    Sehe dan keinen Bedarf von Sanktionen, Elterngespräche oder sogar von Ausschlüssen.


    greifen sie m.E. zu kurz. Für Gespräche ohne Folgen ist es zu spät bzw. bei der Schwere der Vorfälle zu wenig. Die friedliebenden Mannschaftsmitglieder und Eltern werden hier klare Signale erwarten und zwar zu Recht.


    Man kann sich im Gespräch mit den betroffenen Spielern auf Sanktionen einigen und diesen auch erklären, dass die Sanktionen kommuniziert werden müssen. Darauf haben alle friedlichen Spieler und deren Eltern (s.o.) nach so vielen Vorkommnissen ein Recht, für "nur Gespräche", scheint es mir zu spät und (ich wiederhole mich) vor der Schwere der Vorfälle auch zu wenig.


    Ich kenne aus einem anderen Verein einen Fall, da wurde ein sehr auffälliger Spieler unter Einbeziehung des Mannschaftsrates für 4 Liga-Spiele gesperrt, zwei davon "auf Bewährung". Das hat wohl "funktioniert". Und da ging es nicht um Messer- oder Gewaltandrohungen, sondern "nur" um Unbeherrschtheiten und Eigensinn, mit der er fast allen Mannschaftsmitgliedern in Training und Spielen seit Jahren auf den Keks ging.

  • Ich würde darüber nachdenken, Spieler A in die nächst ältere Mannschaft weiterzugeben und nicht mehr in deine Mannschaft zu lassen. Das sind schon Dinge, die weit über deine Zuständigkeit herausgehen, deshalb Gespräch mit den Eltern suchen, Gespräch mit der Mannschaft suchen, ihn ausschließen und zu den Älteren weiter schicken. Dort traut er sich das gleiche wohl nicht mehr und dürfte des Öfteren mal selber auf die Schnauze bekommen.

  • Ein ausgeschlagener Zahn...Körperverletzung/ein Tritt gegen .....gefährliche Körperverletzung (beschuhter Fuß)/ein Schuss mit dem Luftgewehr.....Verstoß Waffengesetz (Führungspflichten) + gefährliche Körperverletzung.....das Drohen mit einem Messer in Vorhalt.....Bedrohung. Der Versuch ist strafbar.


    Ich sage es mal deutlich. Diejenigen die das so machen sind Täter und die sind ein derzeit krimineller Haufen Mist!


    Diejenigen die das zulassen und nicht verfolgen....haben die Hosen voll oder sind restlos überlastet mit der Situation und wenn da nun nichts passiert, wird sich schimmeres Ereignen, garantiert. Die Täter kennen offensichtlich keine Grenzen und kein Mitleid. Das was sie tun klappt doch prima. Die Erwachsenen gucken zu bis...spielen runter ..."nur" Mobbing...


    Wer den geschwärzten Eingang meines Statement liest erkennt doch wohl, dass es eine Steigerung im Zeitfenster gibt. Die Gefahr ist groß, dass sich das weiter fortsetzt und auch, dass andere da mit machen werden, weil....das doch geil und toll ist.


    Die restlos überforderte Mutter erkennt offenbar eine Sache nicht. Sie meint, weil ihr Sohn das ihr im Vertrauen erzählte, dass sie das nun hinter vorgehaltener Hand verzählen muß? Meiner Meinung nach ganz im Gegenteil. Sie sollte es mit ihrem Sohn besprechen. Sie sollte ihm klar machen, dass er weiter Opfer sein wird, wenn er sich nicht wehrt. Genau das wird sich aber so ergeben. Davon lebt diese Bande ja gerade und genau dieses Kneifen macht sie stark und stärker. Denen nun eins aufs Maul zu hauen wäre wohl der falsche Weg. Hier die Grenzpfähle zu setzen, dafür gibt es Gesetze und genau dafür sind die auch da. Wäre ich entsprechend der Trainer, würde ich der Frau den Kopf waschen. Würden die Straftaten -die abseits der einfachen Körperverletzung keine Privat.-und Antragsdelikte, sondern Offizialdelikte (werden von Amts wegen verfolgt)- auf dem Vereinsgelände stattfinden, würde ich persönlich als Privatperson zur Polizei gehen, egal ob das Opfer mit will oder nicht. Den "Rest" besorgt dann die Polizei, garantiert.


    Dabei gings mir nichtmal darum, ob oder wie die Täter bestraft würden, sondern einfach nur um die Tatsache, dass bei denen danach bekannt ist, dass hier eine Grenze erreicht ist, die nicht zu tolerieren ist und ich bis auf meine Haut verteidigen würde...für mein Team, für das menschliche allgemein...und letztlich sogar für den oder die Täter selbst. Wenn Diskussion und Ansprachen bei so einer Story nicht mehr helfen, dass diskutiere ich nicht mehr, dann mache ich!


    Ich würde dem Vorstand davon Kenntnis geben. Ich glaube das ist sogar Pflicht. Wer sich vereinsschädigend verhält usw....kann rausgeschmissen werden. Ich würde hier eine Empfehlung aussprechen...die vielleicht sogar mit den anderen Spielern absprechen, soweit die ausreichend alt wären. Z.B. würde ich eine Sperre von X Wochen ausssprechen und von den Tätern eine Entschuldigung einfordern ohne die sie dann auch nicht zurückkommen bräuchten. So siehts aus. :thumbup:

  • Ich möchte hier zu bedenken geben, dass das Verhalten deines Spielers nicht nur deine Mannschaft tangiert, sondern den Ruf des Vereins, des Dorfs und des Fussballsports insgesamt beeinträchtigen könnte.
    Ihr lauft da Gefahr, dass das Ganze noch weiter eskaliert, dann irgendwann mal in der Presse steht, und ihr damit einen ShitStorm auslösen könnte, der weitreichernde und vor allem auch längerfristige Konsequenzen haben könnte, als sich dies nicht nur der Fehlbare, sondern auch alle anderen Spieler der Mannschaft und Trainer das jemals erträumen konnten.
    Als Trainer sollte man primär einmal signalisieren, dass solches Fehlverhalten nichts ist, was nur zwischen dem Trainer und dem Spieler steht, sondern dass der Spieler ein sehr ernsthaftes gesellschaftliches Problem hat, welches es - ganz unabhängig vom Fussball - zu lösen gilt. Der Trainer hat dann lediglich die Pflicht und Verantwortung eines Bürgers, welcher als dem Spieler nahestehende Person versuchen kann (aber nicht muss), den Fehlbaren wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Ob der Trainer hierfür die geeignete Person ist fraglich. Ist er es aber nicht, gehört der Spieler solange vom VEREIN (und nicht vom Trainer) ausgeschlossen, bis der Spieler und dessen Eltern (welche als Erziehungsberechtigte die Verantwortung tragen) aufzeigen können, dass sie Situation (mit oder ohne fachkundiger Hilfe) geklärt haben und Massnahmen in die Wege geleitet wurden, um Rückfälle in alte Muster zu verhindern.

  • siebener: Es ist ein krasser Fall, keine Frage: Luftgewehrschüsse aufs Auge, Messer, Gewalt androhendes Raus-Mobben - lt. Staat Straftaten, klar. Nur dass auch er mit Strafen i.d.R. positiv nichts erbringt, man daher zumindest bei Jugendlichen längst andere Wege sucht, mehr o. oft leider minder erfolgreich. Selbst wenn der Staat Kriminelle ausweist, kommen sie oft bald wieder zurück, so martialisch das "Rausfliegen" sich auch als PR-Politik macht ;)


    GoS will sich aber ja sozial mitverantwortlich fühlen, gut so.* Denn: entscheidend ist eben, auch, wie es soweit gekommen ist, kommen konnte - im Kinder-Team! Das Problem wäre mal von der Systemebene her strukturell zu sehen: "Überwachen und Strafen" ist eine uns fremdbestimmen lassende Vorgabe, wider unserem menschlich residualen Naturell. Es sollte m.E. immer (vs Todesstrafe als gesellschaftlich letzter Konsequenz) zu retten sein, denn ein Aus-Schluss geht von grundfalschen Denkmodellen aus: als gäbe es irgendwo ein Außen, wo wir all die Bösen und störenden Übel hin wegschieben könnten, ohne dass sie insgesamt wie ein Bumerang auf uns zurückfallen (auch wenn die forcierten Gewalttaten dann vordergründig nur andere treffen könnten).... Zumal Fußball hier eben kein Auffangbecken ist, sondern die Gewalt auch ihm entstammt. Denn GoS räumt reumütig ein, dass A durch seine Jugend gegangen ist, stellt sich seiner sozialen Mitverantwortung, was super ist.. Von Versagen kann man nicht reden, da ein Hobbytrainer eben keine Ausbildung u. Aufgabe hat, als Sozialarbeiter oä solche Probleme zu behandeln. Dennoch würde es GoS kaum moralisch kalt lassen, wenn er irgendwann erfährt, dass sein Jugendspieler einen anderen Menschen erschossen hätte oä. Daher wäre es schon aus Eigennutz nicht vernünftig, den Problemfall nur nach "draußen" abzuschieben. So teuer hier guter Rat ist, das wäre zu einfach, würde die Gewalt grad gestatten, "tolerieren": per künftigem Wegschauen, so wie Bestrafen sich selbst dient,: man meint sich so einbilden zu dürfen, etwas gegen Negatives getan, es beseitigt zu haben; dabei ist man ihm eher auf den Leim gegangen, hat dies nur unmerklich projiziert auf seinen Aktionismus.....


    Wenn auch B u. C meinen, mobbende Gewaltandrohung sei irgendwie als Scherz auffassbar, so entschuldbar, zeigt das schon tiefgreifende Fehlsteuerung im Team. Konkurrenzdenke kann Auslöser, aber kaum Ursache sein. Ich habe den Aggressionen zB schon mit 10 Jahren per Rugby-Spaßkämpfen entgegen gesteuert, indem jeder es freiwillig ausprobieren konnte, und zwar leistungsstärkebezogen. Da gab's zwar Elternkritik, aber präpubertierende Prügelaffen fanden zueinander u. ein Ventil, lernten, dass man sich auseinandersetzen darf, aber mit Seinesgleichen u. freiwillig zum Spaß. Ob dies pädagogisch abgesichert ist, weiß ich nicht, aber es funktionierte passabel u. Problemfälle kamen danach zB früher, um zu kämpfen, was manch Jungs eben benötigen u. sonst nirgends dürfen. Eltern sahen es später ein, auch wenn Fußball nur mittelbar Kampfsport ist: auch hier liegt z.T. ein Motiv von Kids, aber sie sollten lernen dürfen, dass dies eine andere Sportart ist.


    *Denn diese Einstellung ist selten genug! Wenn man einst bei Kollegen spielende Freunde des eigenen Kindes mit 13 hinterm Vereinsheim mit Bier u. Zigarette sieht, und dass die so offenbar auf den Rest vorbildhafter wirken als deren Trainer, wurde ja alle positiv sportliche Aktivität verloren, nur eine für sie persönlich wertlose Affinität zum Fußball blieb, die nur noch rein zum passiven Zuschauen im Fan-Dasein reicht, dann brauche ich denen nicht damit kommen, dass dies ihre Jungs, nun ihr "Endergebnis" (daher wäre kindgerechter Erlebnis- immer auch Ergebnisfußball, immer) sei. GoS finde ich da echt vorbildlich, sich einzubeziehen, keinen aus seinem Team fallen lassen zu wollen, auch wenn der evtl. schon gefallen, es zu spät ist. Schuld dürfte GoS aber aus den von dir genannten Gründen nicht anzulasten sein, kein Hobbytrainer kann ausgleichen, was sonst alles im Umfeld der Jungs passiert und prägt, das ist ebenso klar wie der parallel notwendige Schutz der weißen Schafe. Aggression o. Destrudo/Todestrieb wohnen lt Freud in jedem, die meisten haben dies sublimiert, so kontrollierbar gemacht, einige nicht - denen nicht zu helfen, wär gesellschaftlich im selben Land, heut auch global mE grob fahrlässig, so kann ich nur stets ans Mit-Verantwortungsgefühl appellieren: man sieht sich im Leben ja meistens zweimal... Gib also alles, prima, besser spät als nie, GoS!!!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Bin überrascht. Wirklich...
    Unglaublich, wie viele von Euch, aus der Ferne einfach für einen Ausschluss durch eine "unüberlegte" Emotion, entscheiden würden.


    Dann meine Frage: Was ist die Konsequenz, wenn man den Jungen ausschliesst? Welche Konsequent hätte der Spieler A, der rausgeschmissen wird? Welche Konsequenzen tragen die gemobbten Spieler? Wie stellt Ihr Euch das vor?


    Frage an Threadersteller: Was ist das Ziel?
    Du erzählst ja nur, Du hättest den Jungen mehrmals sanktioniert. Jedoch ist über Gespräche und Kommunikation, sehr wenig geschrieben. Wie soll der Spieler denn begreifen, dass er vieles falsch macht, wenn man es Ihm nicht klar machen kann?


    Für mich ganz klar: Zu erst reden. Dann reden und verwarnen (schriftlich mit Unterschrift des Vorstandes - hier Jugendleiter). Dann Ausschluss und je nach Umstand verzeigen (Bedrohung mit Messer).
    Heute wird geredet, verwarnt und erst zum Schluss ausgeschlossen. Der Ausschluss kann auch temporär sein (zB. 1 Monat).


    Gruss
    TRPietro

  • absolutes NEIN, Keller-Kicker! Nicht "gib alles" sollte die Parole sein sondern "gib ab" muss es heissen, an Leute die was davon verstehen.
    denn was soll er tun ausser betroffenheit und verbundenheit zu zeigen? was kann er faktisch tun?
    hier geht es auch nicht um wegschauen und probleme zu nigieren, nein, hier geht es um was viel grösseres, was finsteres, was bei 14/15 jährigen wächst.
    da kann noch geholfen werden, bestimmt, aber nicht von einem hobbytrainer mit psychologischen kompetenzen.


    wir sind uns einig, dass gerade 15 jährige sehr betreuungsintensiv sind und man macht da was mit:
    von ersten alkohol und drogen kontakten, von schulischen desastern, bocklosigkeit oder unzuverlässigkeiten oder homophoben äusserungen.
    da können wir als trainer, mensch und oftmals väter gut beraten, kennen wir ja alles.
    aber diese gewalt geht weit über das eigene engagement hinaus. finger weg, man macht es nur noch schlimmer, befürchte ich.