Ich halte mich bewusst mit einer Ferndiagnose oder einem konkreten Ratschlag zurück.
Meine Meinung ist aber, dass wir eine Aufsichtspflicht während des Trainings/Spiels haben bzw. bis die Eltern diese wieder übernehmen. Für Sachen, die vor oder nach dem Training passieren, kann ich keine Konsequenzen oder Schlüsse ziehen. Um zu verstehen, was da passiert und entscheiden, wie man am besten reagiert, bin ich nicht ausgebildet und bin auch nicht nah genug am Kind dran.
Deshalb zieh die Eltern bei den Spielern, die Probleme machen und haben, hinzu und lass die das Problem lösen.
Wenn es während des Trainings zu Vorfällen kommt, bist du natürlich verantwortlich und da kannst du für das Training/Spiel bestehnde Bestrafungen aussprechen, die aber nicht darüber hinaus gehen sollten, d.h. wenn du siehst, dass ein Spieler extra hart in Zweikämpfe reingeht, kannst du ihn für das Training suspendieren und eine Entschuldigung beim Mitspieler verlangen.
Bei einem Training hat ein Spieler direkt nach einem Zweikampf dem anderen geohrfeigt. Dem Spieler habe ich dann die Wahl gelassen, sich für das restliche Training auf die Ersatzbank zu setzen, Runden zu laufen oder duschen zu gehen. Er hat gewartet und sich nach dem Training von selbst beim Mitspieler entschuldigt. Der hat die Entschuldigung auch direkt angenommen, weil die privat eigentlich auch gut befreundet sind. Die Eltern habe ich Kenntnis gesetzt, keine Ahnung, was die gemacht haben, für mich war die Sache auch gegessen, weil die Pflicht wieder bei den Eltern ist.
Der Spieler saß beim nächsten Spiel trotzdem erst auf der Ersatzbank, weil er durch sein Verhalten das Training gestört und sein Team im Stich gelassen hat. Er hat es verstanden und sich bei der Mannschaft für sein Verhalten entschuldigt.
Sehr gute Aktion von einem Kind finde ich.
Deshalb achte was beim Training vorgeht und versuch nicht über Aussagen irgendwelche Konsequenzen oder Strafen auszusprechen, weil du dich damit sehr schnell auf Glatteis begeben kannst. Du weißt nämlich nie, ob alles, was dir erzählt, auch 100% der Wahrheit entspricht. Zieh dafür die Eltern hinzu und erklär denen nochmal deine Aufgaben: du bist Fußballtrainer und kein Erzieher, Fußball als Hobby kann zwar Teil der Erziehung sein, aber die Eltern sind dafür verantwortlich, dass es mit der Erziehung klappt.
