Stinkstiefel, Mobbing, Schlechte Stimmung

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  • Ich halte mich bewusst mit einer Ferndiagnose oder einem konkreten Ratschlag zurück.


    Meine Meinung ist aber, dass wir eine Aufsichtspflicht während des Trainings/Spiels haben bzw. bis die Eltern diese wieder übernehmen. Für Sachen, die vor oder nach dem Training passieren, kann ich keine Konsequenzen oder Schlüsse ziehen. Um zu verstehen, was da passiert und entscheiden, wie man am besten reagiert, bin ich nicht ausgebildet und bin auch nicht nah genug am Kind dran.
    Deshalb zieh die Eltern bei den Spielern, die Probleme machen und haben, hinzu und lass die das Problem lösen.


    Wenn es während des Trainings zu Vorfällen kommt, bist du natürlich verantwortlich und da kannst du für das Training/Spiel bestehnde Bestrafungen aussprechen, die aber nicht darüber hinaus gehen sollten, d.h. wenn du siehst, dass ein Spieler extra hart in Zweikämpfe reingeht, kannst du ihn für das Training suspendieren und eine Entschuldigung beim Mitspieler verlangen.


    Bei einem Training hat ein Spieler direkt nach einem Zweikampf dem anderen geohrfeigt. Dem Spieler habe ich dann die Wahl gelassen, sich für das restliche Training auf die Ersatzbank zu setzen, Runden zu laufen oder duschen zu gehen. Er hat gewartet und sich nach dem Training von selbst beim Mitspieler entschuldigt. Der hat die Entschuldigung auch direkt angenommen, weil die privat eigentlich auch gut befreundet sind. Die Eltern habe ich Kenntnis gesetzt, keine Ahnung, was die gemacht haben, für mich war die Sache auch gegessen, weil die Pflicht wieder bei den Eltern ist.
    Der Spieler saß beim nächsten Spiel trotzdem erst auf der Ersatzbank, weil er durch sein Verhalten das Training gestört und sein Team im Stich gelassen hat. Er hat es verstanden und sich bei der Mannschaft für sein Verhalten entschuldigt.
    Sehr gute Aktion von einem Kind finde ich.


    Deshalb achte was beim Training vorgeht und versuch nicht über Aussagen irgendwelche Konsequenzen oder Strafen auszusprechen, weil du dich damit sehr schnell auf Glatteis begeben kannst. Du weißt nämlich nie, ob alles, was dir erzählt, auch 100% der Wahrheit entspricht. Zieh dafür die Eltern hinzu und erklär denen nochmal deine Aufgaben: du bist Fußballtrainer und kein Erzieher, Fußball als Hobby kann zwar Teil der Erziehung sein, aber die Eltern sind dafür verantwortlich, dass es mit der Erziehung klappt.

  • ehrlich gesagt, ich find das ganz schön harte Kost. Das läuft absolut nicht mehr unter Mobbing und Streitigkeiten.


    Klar, ich versteh schon irgendwie auch die "Weltretter", die dem auffälligen Spieler helfen wollen, aber bei sowas wäre für mich ganz schnell Schicht im Schacht. Wer fragt denn wie die Opfer, sprich MITspieler das finden??


    Für solche "Typen" gibt es Fachleute bzw -einrichtungen, da gehören die hin. Und sich um die entsprechende Betreuung zu kümmern ist Aufgabe der Elter bzw des Jugendamt. Auf jeden Fall sicher nicht Aufgabe eines Fussballtrainers.


    Nöö, sorry da gäb es bei mir keine Toleranz (zumal es die ja anscheined eh lange gab). Und tschüß! Sprech hier leider aus Erfahrung, wir hatten hier im Verein über Jahre einen ganz ähnlichen Fall. In frühester Jugend immer auffällig (negativ natürlich), wurde als "sehr emotional" abgetan, mit zunehmendem Alter wurden die Attacken gegen andere Personen immer heftiger, auch hier wurde es von Vereinsseite immer verharmlost bzw aus falschem Mitleid immer weiter vertuscht. Es haben einige (ich komme ohne langes Nachdenken auf ca 10) Mitglieder aus nur diesem einen Grund gewechselt/aufgehört. Der schlechte Ruf war unserem Verein immer vorraus. Auch alle unbeteiligten Vereinsmannschaften wurden mit in Sippenhaft genommen. Wir waren überall nur der Assi-Verein resp. Psychoverein.


    Es gab unendlich viele Gespräche, "letzte" Chancen, Sanktionen, etc. Völlig umsonst. Man muss einfach akzeptieren, dass es Menschen gibt, die genau so sein wollen. Die wollen "gefürchtet" sein, die wollen Macht haben (also in ihren Augen Macht). Alle Aufmerksamkeit wird als zusätzliche Bestätigung genommen. Die haben einen Riecher für mögliche Opfer. Und die meisten werden früher oder später Opfer!!


    Was ich damit sagen will: hätte man bei uns den "Störfaktor" schon viel früher entfernt, wäre vieles andere erst gar nicht so eskaliert.

  • Vorweg: Finde es gut, dass zu diesem Thema viel diskutiert wird.


    Zunächst war die Meinung eindeutig, dass Spieler A raus geschmissen werden sollte, jedoch konfrontiert diese Empfehlung nun mit der Meinung, mit Spieler A zu reden und klare Grenzen zu setzen.


    Zur Zuständigkeitsfrage: Ich leite sieben Fußball-AGs in Rahmen meines BFD bei einem größeren Sportverein. In allen AGs ist der Anteil an gewaltbereiten Kindern und Jugendlichen (Klasse 1 - 8 ) an ver. Schulen sehr groß. Ich habe vor einigen Wochen zu meinen Chef mal gesagt, dass "ich die Teilnehmer fußballerisch nicht mehr entwickeln könne, sondern viel mehr als Sozialpädagoge arbeite - viel Zeit mit Konfliktgesprächen und Präventionsspiele verstreiche."


    Die präsente Meinung, als Trainer solle man diese Rolle annehmen, vertrete ich nicht. Ich sehe mich als Fußballtrainer, der sich mit fußballerischen Inhalten beschäftigt und diese vermitteln möchte. Ebenso viel lese ich neuerdings Bücher über Erziehung, wobei ich 19 bin und keine Kinder habe ,z.B. "Das neue Kinder brauchen Grenzen", "Wenn Nervensägen an Nerven sägen". Nicht um mich als potenzieller Vater auszubilden, sondern um Tools zu lernen, um besser mit Situationen umzugehen. In den Lehrgängen des DFB werden einem auch pädagogische Inhalte gelehrt und ein erzieherische Funktion zugewiesen. Alles richtig! Trotz allem bin ich immer noch Fußballtrainer. Es kann den Fußballtrainer geben, der für sich als Erfolg definiert, "Einen jungen von der Straße zu holen". Allerdings haben die meisten Trainer keine richtige Qualifikation und verzweifeln am Handeln des Übeltäters und an ihrem eigenen Handeln.


    Zitat


    Spieler X soll nach dem Training eine Mütze aufsetzen wenn es kalt ist.
    Eltern : Setz deine Mütze auf es ist kalt, na los
    Spieler : Keine reaktion
    Trainer : Hey X, es ist kalt, du wirst krank, kannst nicht trainieren... Ich möchte das du die Mütze aufsetzt.
    Spieler X: *zieht die Mütze auf*


    Schönes Beispiel! Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der Spieler so handelt, weil er auf dich als Trainer besser hört, oder weil du deine Aufforderung richtig formulierst ("Ich-Botschaften"), was die Eltern versäumen/ versäumt haben.


    Zitat

    Weit über die Mannschaft hinaus


    Bei all den schönen Beispielen, richtigen Strategien (richtige Führung von Einzelgesprächen), bei vielen Tipps aus der Fachliteratur, bleibe ich dabei, dass vieles nicht realitätsnah ist. Kinder werden nicht als "böse" geboren, aber es kann ihnen schnell eingeimpft werden - welche Faktoren auch dazu geführt haben. Sie brauchen jetzt die Aufmerksamkeit, das Gefühlt, über anderen Macht zu ergreifen, sogar Gewalt als Befriedigung anzuwenden.


    Bei dem dargestellten Beispiel geht es um "Straftaten", die abseits (auch während) des Trainings vollbracht wurden. Als "Freizeittrainer" sollte man dieses Problem von sich abwenden/bewusst verschieben. Im Einklang mit dem Vorstand solltest du den Spieler von der Mannschaft ausschließen - ich bleibe dabei. Allerdings auch vorher mit den Eltern das Gespräch suchen (Dich nicht überreden lassen). Die Eltern sehe vlt. auch in der eine Lösung des Problems. Du musst ihnen trotzdem klar machen, dass andere Institutionen zuständig sind.


    Letztlich sind andere Pole für die "Schiebung auf die richtige Bahn" zuständig und verantwortlich. Wir, Trainer, können nicht wie beispielsweise Hausaufgabenbetreuer auch nach Hause fahren, "um die Welt zu verbessern".


    Ich trainiere Fußball, weil ich den Sport liebe, weil mich Trainingslehre und Taktiken faszinieren und NICHT, weil ich den Reiz suche, als Sozialarbeiter zu fungieren.


    7Heby

    "Don't forget to love your haters. They keep you motivated."

    2 Mal editiert, zuletzt von 7Heby ()

  • Erste Frage: "Warum ich mich in Privatangelegenheiten einmische?" Sagte ihm, da es sich um Spieler derselben Mannschaft handelt, auch meine Angelegenheit wird. Kam dann mit einem Ereignis im Trainingslager: "Da wurde ich mit Messer bedroht, und du sagtest, dass sei privat".


    HALLOOOOO???


    "Da wurde ich (Spieler A gemeint und nicht der Trainer) mit Messer bedroht und Du (Trainer gemeint) sagtest, dass sei privat".
    Der Junge hat etwas in Erinnerung gebracht, dass schon lange passiert ist.


    Der Junge hat NIEMANDEM mit Messer bedroht.
    Ist einfach unglücklich geschrieben...


    Der Junge hat einem den Zahn ausgeschlagen (dafür reicht ein starken Schupser in der Kieferregion oder eine Faust) und mit Luftgewehr geschossen. Das sind Fakten. Fakt ist auch, dass dies nicht unmittelbar vor/nach dem Training geschah. Während dem Trainings sowieso nicht.
    Und da wollt Ihr als Trainer, den Spieler bestrafen? Das möchte ich dann sehen... weit weck von der Realität.
    Wenn ein Vater zu mir kommt und meint, sein Sohn wurde von Spieler A, abgeschossen, übergebe ich diesem die Telefonnummer der Polizei und empfehle eine Strafanzeige. Ich als Trainer bin nicht befugt, Sanktionen IM FUSSBALLCLUB auszusprechen für Sachen, die in der SCHULE passieren.


    Ob der Spieler psych. Betreuung braucht oder weniger wissen wir alle nicht. Ich habe auch schon jemandem im jungen Alter, die Nase gebrochen (OK... nicht das selbe... es war Notwehr). Das geht ruck zuck. Braucht nicht viel. Und das mit dem Luftgewehr ist sache der Polizei. Finde es schon lästig, dass Eltern, den Trainern jeden Gugus im Privatleben informieren. Das kommt vermutlich öfters wenn man zu lange im gleichen Team, Trainer ist. Zu wenig Hemmungen und zu viel Offenheit.


    Geht noch bitte auf meine Frage ein.


    Welche Konsequenzen gibts bei einem Ausschluss?


    Viele Grüsse
    TRPietro

  • Ich als Trainer bin nicht befugt, Sanktionen IM FUSSBALLCLUB auszusprechen für Sachen, die in der SCHULE passieren.


    stimm ich Dir zu, aber Tatsache ist daß der Junge mit einem Lufgewehr einem Anderen ins Gesicht geschossen hat!!Ist zumindest für mich, nicht der übliche Weg Konflikte zu klären. Ironie aus.


    Und da ists mir ziemlich wurscht, WO das passiert ist, ich kann nachvollziehen das andere mit so jemandem nicht in einer Mannschaft spielen wollen.


    Was ist denn die Steigerung? Was passiert wenn er mal auf die Ersatzbank muss? Zertrümmert er dann dem Konkurrenten die Knie? Oder zündet dem Trainer das Auto an??


    Was meinst Du mit Konsequenzen nach dem Rausschmiss?? Der Rausschmiss ist die Konsequenz. Oder steh ich wieder aufm Schlauch??

  • kennt ihr das nicht, die chemie muss stimmen?
    da sind einige jungs, die auf gangsta machen. schön, sollen sie machen.
    aber nicht in meinem team, wenn dieses in irgendeiner weise tangiert wird.
    was ich nicht weiss, ok, aber bekomme ich das mit, reagiere ich.


    ihr macht doch auch probetrainings oder nicht? da wird der fußballer bewertet,
    aber auch die mögliche integration ins sozialgefüge, jedenfalls bei mir.
    wenn er aus meiner sicht, in absprache mit cotrainer und jugendleiter da nicht reinpasst,
    lehne ich ihn ab. fertig, ohne hintergrundwissen ob seiner persönlichen situation.
    das gleiche möchte ich dann aber auch tun können, wenn sich einer entsprechend verändert.
    darum geht es. wir sind trainer, keine betreuer, das wurde oft genug gesagt und geschrieben in vielen themenbereichen.
    warum soll man hier nicht für klare verhältnisse sorgen können?


    ein beispiel: es spielen viele migranten im team. zwei andere jungs hegen rechtes gedankengut.
    die migranten sind ruhig, verhalten sich wie immer. die rechten jungs werden aggressiver und fangen an (vor und nach dem training)
    diese migranten zu provozieren und zu bedrohen. eskalation droht, zwangsläufig!
    ich schmeisse die beiden rechten raus, bevor es eskaliert (auch wg. persönliche gründe aufgrund ihrer politischer meinung)
    würde ihr das auch so machen oder nicht?
    umgekehrt, durch islamistische radikalisierung übrigens genauso.
    (hatte ich auch schon, der junge woillte den anderen die hand nicht mehr geben, sich nicht im gleichen raum umziehen usw.
    zusammenspielen ging auch nur in höchster not...) konsequenz, such dir einen anderen verein.


    warum muss in deutschland immer alles hundertmal hin und her gedreht werden bevor einer den mut hat, eine klare entscheidung zu treffen.
    sicher tut man dann einigen weh, vlt. den eltern, mit denen man befreundet ist, was weiss ich. aber manchmal muss es sein.
    anderen wiederum hilft man, den stillen, den zurückhaltenden, diejenigen, die für sich darunter leiden.
    hier will aber nie irgendeiner jemanden weh tun und man muss immer mit allen gleich gut auskommen.
    schwierig....

  • Jenny82


    Du behauptest ja, dass meine Meinung nicht im Sinne der Konfliktlösung ist.
    Dabei behaupte ich:
    1) Das ich mit dem Spieler reden würde um zu verstehen ob da noch was geht (nur Treadersteller kann dies entscheiden).
    2) Das ich keine SANKTIONEN geben würde, weil die Tätlichkeiten, nicht im Fussball stattgefunden haben.


    Kurz; Reden, Lösungssuche = ja!
    Strafe = Nein!


    Wenn ich anhand des Gesprächs, das Gefühl hätte, es ändert sich sowieso nichts mehr (passiert auch mir - jedoch ganz selten), würde ich mir am nächsten Tag überlegen, das weitere Vorgehen überlegen.


    Eigentlich frage ich mich, wo Du eine Konfliktlösung mit einem Auswurf siehst?
    Ist ja lediglich eine Konfliktverschieben, weil Spieler A, die anderen Jungs, erst recht mobben würde... einfach halt NUR NOCH in der Schule... aber das geht Dich ja dann nichts mehr an, weil es plötzlich nicht mehr deine Angelegenheit ist.


    Bin auch weiter der Meinung, dass eine Anzeige für den Schuss mit Luftgewehr seits VATER (nicht Trainer) angebracht gewesen wäre.


    Viele Grüsse
    TRPietro

  • warum muss in deutschland immer alles hundertmal hin und her gedreht werden bevor einer den mut hat, eine klare entscheidung zu treffen.
    sicher tut man dann einigen weh, vlt. den eltern, mit denen man befreundet ist, was weiss ich. aber manchmal muss es sein.
    anderen wiederum hilft man, den stillen, den zurückhaltenden, diejenigen, die für sich darunter leiden.
    hier will aber nie irgendeiner jemanden weh tun und man muss immer mit allen gleich gut auskommen.
    schwierig....

    Guten Tag,


    ein Forum wie trainertalk.de ist dafür da, dass die Menschen alles hundert mal hin und her drehen können und einen "best-way" für sich finden. Ich denke, wir müssens wissen zu schätzen, dass der Uwe, als Administrator nicht sagt und vorgibt, was die Lösung fürs Problem ist, und sie für allgemeingültig erklären darf. Ich denke, wir haben hier alle unsere Erfahrungen gemacht. Es ist auch sehr gut, dass jede/r anders denkt. Alle Gedanken sind erlaubt. Ich finde es toll, dass wir so ein Thema lang und heftig diskturieren.


    Zum Thema: ich finde es falsch, alles/jeden sofort zu beurteilen und zu vereurteilen. Man kann das natürlich auch tun.
    Unsere Ressourcen sind Menschen, in BRD gibt es nicht so viele andere Ressourcen. Jeder Mensch, den wir ausschließen, ist verlorengegangen, manchmal unwiederbringlich. Daher muss der Ausschluss die letzte, die allerletzte Lösung sein. Wie ich lese, was sich der Bub erlaubt hat, mit 13-14 Jahren, hat er überhaupt keine Orientierung. (Orientierung kommt vom Orient, was ungefähr bedeuten soll, dass unbekannte, das gesuchte suchen und finden). Wenn er allein gelassen wurde von den Eltern, da die Eltern selber überfordert sind, würde ich mal den Eltern dabei helfen, eine Hilfe zu holen. Ja, manche werden jetzt sagen, es ist nicht mein Job; gut, sie sollens nicht tun. Ich würde es tun, dass ich paar Organisationen empfehle, die ich in der Umgebung kenne. So kann man einen Anfang machen. Oder?


    Gruß,
    Uzunbacak

  • "ein Forum wie trainertalk.de ist dafür da, dass die Menschen alles hundert mal hin und her drehen können und einen "best-way" für sich finden. Ich denke, wir müssens wissen zu schätzen, dass der Uwe, als Administrator nicht sagt und vorgibt, was die Lösung fürs Problem ist, und sie für allgemeingültig erklären darf. Ich denke, wir haben hier alle unsere Erfahrungen gemacht. Es ist auch sehr gut, dass jede/r anders denkt. Alle Gedanken sind erlaubt. Ich finde es toll, dass wir so ein Thema lang und heftig diskturieren. "


    ist mir schon klar und so soll es auch sein, uzunbacak.


    mein einwand bezieht sich auf den akt eine entscheidung zu treffen:
    jedem wird geholfen, jeder wird bearbeitet, eine "konsequenz" wird oft of so weit abgemildert, dass es schon keine mehr ist.
    eine klare grenze zu ziehen, ein "harte" entscheidung zu treffen, das ist nicht angesagt, oder?
    du bist raus! das darf nie sein, es könnte ja was schlimmes passieren.
    aber nicht du bist dann für nachfolgende aktionen verantwortlich sondern derjenige selbst.


    ich habe ein schönes beispiel gebracht wie ich finde, vlt. kannst du dich dazu mal äussern.


    und nochwas, ist zwar fast offtopic, aber warum wird eigentlich den "tätern", ich nenne sie mal so denn jeder weiss was gemeint ist,
    soviel hilfe und aufmerksamkeit entgegengebracht während deren opfer oft und nachweislich ohne diese unterstützung aukommen dürfen.
    warum kann man nicht einfach auch akzeptieren, dass es "ärsche" gibt, die sich entschieden haben, solche zu sein.
    ich kenne einige, die diesen weg gegangen sind, jede menge "staatliche fürsorge" erhalten und sich gut eingerichtet haben.
    deren opfer, ob es ihre ehefrauen waren oder unbeteiligte, denen geht es jedenfalls nicht so gut...

  • siebener


    Du hast in einem Beispiel die Rahmenbedingung gebracht, dass Rechte Spieler, Ausländer mobben würden.
    Oder in einem ähnlichen Beispiel, ein muslimischer Junior einem anderen Junioren die Hand nicht geben würde.


    Ist es aber das selbe Problem wie es der Treadersteller hat?
    Ich sehe in deinem Beispeil das Problem des Denkens. Die Spieler wurden so "programmiert".
    Der Rechtsextreme denkt "mit diesem Ausländer spiele ich nicht". Da kannst Du noch lange reden und versuchen gut zu machen (wobei auch in solchem Fall, dies der erste Schritt sein sollte). Aber da bin ich mir ziemlich sicher, dass es mit einem Ausschluss enden wird, weil man das Denken, die Usanz und das Leben des Spielers, dass nun gegeben wurde (von Irgendwem) nur sehr schwer, ändern kann (siehe American History X).


    In diesem Fall hier gehts aber um einen Gewaltbereiten Spieler. Ein Mensch das nicht weiss, wo es steht.
    Da kann man eher noch was ändern, resp. ein Versuch ist es eher Wert.


    Gruss
    TRPietro

  • stimmt, möglicherweise hilft "reden" in dem o.g. fall.
    allerdings bei den rechten sowie den "programmierten" migranten ebenso.
    nur, beim ersten fall kenne ich die hebel nicht, da ich kein fachmann bin und mich solche dinge zu sehr belasten würden
    und im zweiten fall, das gebrachte beispiel von mir, würde ich reden ablehnen (obwohl manche dies könnten) da mir das zuwider ist.


    verstehst du, auf was ich hinaus will?


    mir geht es hier zum einen um den selbstschutz des trainers,
    dann um die tatsache, dass bei diesen dingen "proffessionelle" hilfe gefordert ist,
    um ruhiges arbeiten mit den anderen kindern, die ebenfalls meine volle aufmerksamkeit verdienen
    und nicht zuletzt um grenzen, die gezogen, eingehalten und bei bedarf entsprechend hart sanktioniert werden müssen.


    ich meine, für das reden ist es längst zu spät. mglw. ein fehler des threadstellers, wer weiss.
    aber hauptverantwortlich bleibt der ca. 15 jährige und seine eltern.

  • ist mir schon klar und so soll es auch sein, uzunbacak.

    Hi,
    ich habe dich dann falsch verstanden. Ich dachte, du rufst nach einem starken Mann...


    mein einwand bezieht sich auf den akt eine entscheidung zu treffen:
    jedem wird geholfen, jeder wird bearbeitet, eine "konsequenz" wird oft of so weit abgemildert, dass es schon keine mehr ist.
    eine klare grenze zu ziehen, ein "harte" entscheidung zu treffen, das ist nicht angesagt, oder?
    du bist raus! das darf nie sein, es könnte ja was schlimmes passieren.
    aber nicht du bist dann für nachfolgende aktionen verantwortlich sondern derjenige selbst.

    Diese Kinder sind da, wo sie große Probleme haben, da sie ihre Grenzen nicht kennengelernt haben. Die Eltern sind oft schuld daran, weil sie selber überfordert waren.
    Aber einen 13-14 jährigen kann ich/möchte ich nicht so schnell ins Abseits schieben. Was ein Vorredner geschrieben hat, kann ich bestätigen: Gewalt bringt Gewalt. Konsequenz muss sein, ich bin voll auf deiner Seite. Konsequenz hat was "hartes" an sich, muss aber nicht unbedingt super hart sein, dass du die letzte Aktion, dein Colt sehr früh ziehst.
    Wir können die Kinder am Besten so integrieren, egal ob gewalttätig, rechts oder radikal. Wenn wir sie ausschließen, landen sie bei "falschen" Typen. Oder?
    Ich kann deine Entscheidung mit Ausschluss "nachvollziehen". Als Abschreckung kann mans "verstehen".
    Die Jungs, die Du weggeschickt hast, ich hoffe, die hatten einen besseren "guten" Ansprechpartner.
    Da es kein einfaches Thema ist, diskutieren wir hier so lang. Ich bleibe aber dabei, der beste Weg ist, dass man solche Jungs/Mädels in der Menge "schmilzt".


    Die Entscheidung mit "schmelzen" finde ich noch mutiger, als wegzuschicken.


    Wenn Du alles ausprobiert hast, alles versucht, kannst Du natürlich dann, wenn Du auch ein reines Gewissen hast, die Menschen wegschicken. Das ist dann zwischen Dir und Deinem Gewissen.


    Gruß,
    Uzunbacak




    ich habe ein schönes beispiel gebracht wie ich finde, vlt. kannst du dich dazu mal äussern.

    Ich hoffe, ich konntes.


    Gruß,


    Uzunback

  • Wirklich, ich bewundere jeden von euch, die ihr Freizeit hergeben und jede Woche neu auf den Platz stehen und die Herausforderung annehmen. Manche Eltern haben nur ein Kind und kommen damit nicht klar und vom Trainer erwartet man 15 bis 20 zu händeln.....


    Ehrenamtliche Arbeit gerade mit Kindern ist immer schwierig und geht sehr oft an persönliche Grenzen.
    Wie hoch oder niedrig jedem seine Schmerzgrenze ist, entscheidet jeder für sich. Der eine ist bereit mehr einzustecken und einzubringen, ob gesund oder nicht.
    Der andere steckt seine Grenzen klar ab, inwieweit diese freiwillige Arbeit ihn auch persönlich angreifbar macht. Angreifbar soll so verstanden werden, dass er
    für sich eintscheidet, bis hierher und nicht weiter. Vielleicht auch um sich selbst und die Kinder zu schützen. Denn es ist ein gefährlicher Grad, wenn man in
    Konflikten (auch gerade außerhalb des Platzes) vermitteln will und einfluß nehmen will.


    Das Kind hat Probleme keine Frage und es hilft ihm vielleicht in einem offenen Gespräch zu erkennen, dass er so nicht weiterkommt. Vielleicht öffnet er sich und
    offenbart sein Problem.


    Schreiben wir solche Problemkinder auch in der Freizeit ab, ist eine Wertvolle Chance vertan. Denn oft ist der Verein die einzige Regelmäßigkeit die solche Kinder haben
    und es liegt nun am TE inwieweit er sich noch einbringen möchte und mit dem Jungen vielleicht die Kurve noch zu kriegen.

  • Hi,
    netto 1 Jahr in der BRD, warum?
    Gruß,


    Uzunbacak


    In der Türkei evtl. länger.

  • und nochwas, ist zwar fast offtopic, aber warum wird eigentlich den "tätern", ich nenne sie mal so denn jeder weiss was gemeint ist,
    soviel hilfe und aufmerksamkeit entgegengebracht während deren opfer oft und nachweislich ohne diese unterstützung aukommen dürfen.
    warum kann man nicht einfach auch akzeptieren, dass es "ärsche" gibt, die sich entschieden haben, solche zu sein.

    Seh ich genauso! Irgendwann ist Schluß mit Tätermitleid, da ist "Opfersolidarität" wichtiger. Im Normalfall hören solche Jungs/Mädels in einem gewissen Alter sowieso mit Vereinssport auf, nämlcih meistens dann wenn sie ein anderes, besser geeignetes, Umfeld für ihre Aggressionen/Machtspielchen gefunden haben.


    TRPietro: der TE schreibt es gab schon mehrere dieser Vorfälle, es gab Suspendierungen etc. Da nehm ich an dass mit dem Spieler auch gesprochen wurde. Es hat ja wohl nix gebracht, wenn der Bursche dann hergeht und einem Mitspieler Schläge nach dem Training androht (das betrifft übrigens sehr wohl den Trainer).


    Ich bin sicher nicht der Typ, der keine 2.Chance gibt. Im Gegenteil, wer bei mir eine letzte Chance kriegt, kriegt meistens auch noch eine allerletzte Chance...aber irgendwann ist Schluß. Und so wie es der TE beschreibt wäre für mich diese Grenze jetzt überschritten. Hier wäre mir die Mannschaft als Gruppe wichtiger als ein einzelner Spieler.


    Schreiben wir solche Problemkinder auch in der Freizeit ab, ist eine Wertvolle Chance vertan



    Stimmt, nur ein Sportverein ist keine Sozialstation. Aber Milky, was würdest du denken wenn einer deiner Söhne, du hast welche, glaub ich : ), in seinem Verein aufhören will, weil er von einen Mitspieler bedroht bzw geschlagen wird. Und der Trainer würde nichts handfestes dagegen unternehmen?? Würdest du doch für dich auch Konsequenzen ziehen, oder?


    Ich bleibe aber dabei, der beste Weg ist, dass man solche Jungs/Mädels in der Menge "schmilzt".


    Mh, genauso wurde es bei uns gemacht, alle Ausraster wurden irgendwie entschuldigt, die eigentliche Täterin wurde immer mehr in der Opferrolle gesehen, genau mit den gleichen Argumenten die einige von euch hier gebracht haben. Sämtliche Warnzeichen wurden ignoriert, es war falsches Mitleid, Denn das Ende vom Lied war, dass fast eine gesamte Mannschaft richtig abgerutscht ist.

  • Mein 96ger wurde eine zeitlang in der Schule massiv gemobbt, das wurde auch schon handgreiflich und man hätte ihm fast die Nase gebrochen. Ich sollte auch eine zeitlang nix sagen. Doch als es immer massiver wurde habe ich mich eingeschaltet und Lehrer und Eltern angesprochen. Er war auch das perfekte Opfer, weil er sich nicht wehrte und mir immer nur Bruchstücke erzählte. Also weiß ich sehr wohl, wie das ist mit der Opferrolle.


    Dennoch, der TE fragt hier wie er damit umgehen soll / kann und bittet um Hilfe und 90 % schreien rausschmeissen und das, obwohl der TE es mit dem Jungen noch probieren will.


    Diese Reaktion ist sehr schade

  • aber milky way, was nützt es dem TE, wenn wir von hier draussen sagen, jawohl, knie dich reinund kümmere dich um den jungen.
    dazu sind wir zu weit weg und helfen können wir auch nicht. hört sich gut an, niemand wird zurückgelassen, aber ist es das richtige für beide?
    was wir aber können ist unsere meinung aus erfahrung kund zu tun.
    ob das jetzt schade ist oder dem TE nicht aus der seele spricht, kann man da nicht ändern.
    letztendlich sind es empfehlungen, meinungen oder erfahrungen.
    wie der einzelne damit umgeht bleibt ja meist ihm allein überlassen.


    @uzunbacak


    ich frage, weil sich die einstellungen und erfahrungen mit dem alter der kinder sich ändern, eben aus der erfahrung heraus.
    gestern fragte mich ein d-jugendtrainer, ob ich mit meinem team das outing von hitz bespreche.
    ich trainiere eine A-jugend, gemischt mit allen nationalitäten. es wäre ein fass ohne boden und würde den trainingsrahmen sprengen.
    in der d-jugend hätte ich das auf jeden fall getan. allein aus meinem persönlichen moralischen erziehungsanspruch.
    aber zwischen D und A liegen welten, hunderte gespräche in jede richtung. enttäuschungen, konflikte, stress usw.
    wenn sie in richtung volljährigkeit gehen, sollte der fußball bleiben und das erzieherische und soziale in den hintergrund treten.
    das sind männer, mit abi, studium und job. ich bin hobbyfußballtrainer und das ist es dann auch, was uns zusammenbringt.
    mehr nicht, auch wenn ich die jungs seid der f-jugend kenne.

  • absolutes NEIN, Keller-Kicker! Nicht "gib alles" sollte die Parole sein sondern "gib ab" muss es heissen, an Leute die was davon verstehen.



    Pietro hat Recht, leider wird oft etwas beantwortet, was gar nicht so dastand, weil man gar nicht richtig gelesen hat, was also nur eigenes Vorurteil ist. Ich zB hab natürlich auch geschrieben, dass die Vorfälle eigentlich ein Fall für Experten wären. Dennoch fühlt sich GoS selbst mit verantwortlich, da es alle im Team über lange Jahre betreut hat - und dies Gefühl ist prima! Was daraus im Handeln die rechte Konsequenz ist, muss er selbst entscheiden, wir können aus der Ferne nur spekulativ etwas raten, wie immer.


    Offensichtlich aber wird, so man genauer liest, so evtl. versteht, dass es da im Wesentlichen um Gruppendynamik im Team geht, nicht nur um den freilich herausstechenden Einzelnen A. Hat GoS den Vorfall mit dem Messer vergessen (wie kann man das?) o. ist er als Schutzbehauptung frei erfunden, das blieb unklar; B u. C empfinden Gewaltandrohung bzgl. dem nächsten Training! als Scherz: da stimmt etwas im Umgang ganz u. gar nicht. Gruppendynamik kann per Mobbing & Co ins Negative abdriften u. so viel Schädliches bewirken, aber man kann sie auch wieder mehr ins Lot bringen. Ob GoS dafür geeignet ist, was fraglich erscheint, steht mir nicht zu beurteilen an. Aber alles geben zu wollen, ist ebenso wie die selbstkritische Einsicht, bisher einiges übersehen zu haben, erstmal gut. Irgendwie Kampfsport zu integrieren, trainingsin- o. -extern, dürfte die Gemüter erstmal ab- u. evtl. in neue Bahnen lenken, könnte nicht schaden. Zitierte Spielermutter hat sich gegen eine Strafanzeige entschieden, da sollte ein Trainer nicht vorschnell dies konterkarieren, wenn dies gemeinsam mit Eltern korrigieren, denn: Begegnen sich betroffene Spieler auch in Schule etc., geht es um mehr als nur eine Problembeseitigung bzgl. dem Team, wen rigoros abzuschieben kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, wo Täter u. Opfer in unmittelbarer Nähe weiter zusammen leben u. Folgen (da man eben nur Hobbytrainer ist) unabschätzbar sind: Racheaktionen wie weiteres Abdriften Einzelner sind einzukalkulieren, da Fußball nicht alles ist. Ob GoS selbst Experten konsultieren kann u. will, entscheidet er selbst, schaden könnte dies nicht. So bleibt nur, ihm in seinem bzgl. Hinsehen und Eingreifenwollen geläuterten Einsatz viel, viel Glück zu wünschen, meine ich...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Guten Morgen,


    ich bin froh, dass man mich nicht aufgegeben hat, als ich während und nach meiner Pubertät Mist gebaut habe. Es liegt ein wenig vielleicht daran, dass ich "bemüht" bin, die Jungs/Mädels abzufangen, da man mich, zuerst meine Eltern und dann meine Umgebung, abgefangen hat.


    Ich kann die Einstellungen der andersdenkenden Kollegen/Kolleginnen durchaus nachvollziehen.


    siebener: Ich werde evtl. irgendwann wieder zurück in das Trainer-Ehrenamt, wenn ich meine jetzigen Tätigkeiten evtl. nicht mehr habe. Das hier kann man als Vorbereitung sehen. Ich habe genügend Respekt vor der Erfahrung, durchaus. Aber, Erfahrung ist nicht alles, die man mit der Zeit vermessen kann.


    Gruß,
    Uzunbacak