Team 2006 des DFB: Einer kam durch

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    • Offizieller Beitrag

    Ein ganz interessanter Artikel bei Spiegel-Online und einige "den gabs ja auch noch"-Erlebnisse und so schnell ist man wieder weg Nachweise:


    Spiegel-Online: Team 2006 des DFB: Einer kam durch


    Auszug:
    Also probierte der DFB damals etwas für ihn völlig Neues aus: Er kümmerte sich um den Nachwuchs. Es wurde gecastet und rekrutiert, was das Zeug hielt. Dabei wurden später bekannte Namen zu Tage gefördert wie Kevin Kuranyi, Stefan Kießling oder Robert Enke. Aber auch Silvio Schröter (Hannover 96), Roland Benschneider (Arminia Bielefeld), Alexander Huber und Daniyel Cimen (beide Eintracht Frankfurt). Für Profis wie sie reichte es am Ende nicht für die Nationalmannschaft. "Letztlich gelingt es damals wie heute nur wenigen, sich auf allerhöchstem Niveau durchzusetzen", sagt Sandrock. Dass viele durchs Netz fallen, gehört zum Prinzip dazu.

  • Interessant.


    Das hier fand ich auch ganz interessant.

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  • Dass viele durchs Netz fallen, gehört zum Prinzip dazu

    Ja, das gehört zum Leistungsbereich dazu. Dennoch finde ich den Spiegel-Artikel sehr reißerisch. Man muss die Latte schon sehr hoch legen, wenn man langjährige Bundesligaspieler als "gescheitert" ansieht. Es gibt auch unterhalb der aktuellen Nationalmannschaft noch Fussballer...


    Grüße
    Oliver

  • @Don


    stimmt, auch die Nati kann ja schliesslich nur mit 11 Spielern antreten.


    von 20 - 31 (viele spielen sogar schon früher und auch länger) Jahren ergibt das doch wohl einen Schnitt von 1 Spieler pro Jahrgang.


    danach müsste man von Zigtausenden, die vom DFB gefördert wurden als gescheitert betrachten.


    gg

    • Offizieller Beitrag

    Oliver,


    sehe ich auch so, Peter Ahrens ist dafür aber bekannt.


    Zweite Liga ist ja nicht gleich Totalversager, wie er es beschreibt. Es geht eigentlich darum, dass sich ein U-Nationalspieler mehr von seiner Zukunft erhofft als die 2 Liga und wie schnell diese Hoffnungen platzen können. Das A-Nationalteam kann tatsächlich nur mit 11 Spielern spielen, aber die erste und zweite Liga hat vielleicht rund 800 Spieler, da möchte ein U-Nationalspieler schon dabei sein und sein Umfeld (Eltern, Freunde) erwartet das wohl auch. Erstaunlich ist, dass mindestens damals, nicht alle A-Nationalspieler die U-Mannschaften durchlaufen haben.


    Der Artikel ist in der Tat sehr reißerisch, allerdings sagt DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock: "Letztlich gelingt es damals wie heute nur wenigen, sich auf allerhöchstem Niveau durchzusetzen". Der Spiegel macht daraus: "Dass viele durchs Netz fallen, gehört zum Prinzip dazu". Sie fallen ja nicht wirklich komplett durchs Netz oder zumindest nicht alle, die genannt werden, das ist reißerisch.


    Nehmen wir den Fall Achenbach. den kenne ich sehr gut, hat damals in Lübeck gespielt. Jeder in Lübeck dachte, der gehört hier nicht her, dass wird ein Großer. Jetzt spielt er in den Niederungen der zweiten Liga, was ja auch nicht so schlecht ist. Aber wenn ich die Zeit damals mit heute vergleiche, dann ist das ein Karriere-Abstieg und bestimmt nicht das, wovon er damals geträumt hatte.


    Weitere Fälle aus Lübeck: Iashvili, Raphael Schäfer, Torben Hoffmann und Dieter Hecking, die haben es geschafft nach oben zu kommen. Mindestens Hoffmann war im Vergleich zu Achenbach deutlich "schwächer".
    Dies zeigt uns doch, mit der Bemerkung "das wird ein Großer", sollte man ganz vorsichtig sein und gefärhlich wird es für die, die sich voll auf die Profikarriere konzentrieren und dann ganz scheitern. Verletzungen, der falsche Trainer zur falschen Zeit oder einfach nur kein Glück. Ich könnte allein hier aus der Provinz einige weitere Fälle nennen.


    Auch Kinder wurden hier schon als Stars der Zukunft gefeiert. So ging einer bereits in jungen Jahren (9) zum HSV, als vielleicht größtes Talent aller Zeiten, die Presse hier überschlug sich. Die Eltern wurden interviewt und alles. was so dazu gehört. Der ist nie oben angenommen. Den Namen nenne ich nicht, er hat noch einige Jahre in der 5. Liga gepielt, keine Ahnung, wo der heute spielt und ob überhaupt, müsste jetzt ca. 33 Jahre alt sein.

  • Ich denke, es ging im Spiegelbeitrag darum, die Anstrengungen des DFB nach dem "Versagen der Nationalmannschaft" im Jahr 2000 kurz zu umreißen. Die Ernüchterung war deshalb so groß, weil nach mehrmaligen internationalen Erfolgen bei der WM und EM Idole wie Franz Beckenbauer verkündet hatte, dass die Deutschen auch in ferner Zukunft mir ihrer Art des Fussballs zur Weltspitze gehören würden!


    Es war ja nicht nur die Erkenntnis, nicht allein mit Sofortmaßnahmen kurzfristig wieder in die Erfolgsstraße zu gelangen, sondern es ging um Perspektiven. Denn neben dem Perspektivteam wurde sehr viel Geld in die Hand genommen, um es bundesweit flächendeckendes Netz an Talentförderung auf den Weg zu bringen. Ferner wurden die Profivereine verpflichtet, auch intern Jugendfördermaßnahmen zu ergreifen, statt sich das Geld zu sparen und den Nachwuchsbedarf über preiswerte, im Ausland bereits fertig ausgebildete Spieler zu decken. Heute weiß man, das es ein richtiger Weg war, auch wenn es hier und da noch mal hakt! Die gerade erst stattgefundene Partie der U 18 zwischen Deutschland und Frankreich zeigte, dass es aufgrund unterschiedlicher Mannschaftstaktiken in den Nachwuchsabteilungen der BuLi-Vereine Abstimmungsprobleme zwischen den Mannschaftsteilen gibt. Diese Unordnung wußte der Gegner rasch auszunutzen und führte durchaus verdient bereits zur Halbzeitpause mit 3 : 0. Nur, weil die Franzosen zur zweiten Halbzeit mehrere Gänge zurückschalteten und sich ausschließlich aufs Konterspiel verlegten, gelang es dem deutschen Team wieder mit 2 : 3 heranzukommen. Allerdings resultierten beide Tore durch Einzelleistungen und nicht aufgrund systematischen Spielaufbaus! Als Fazit darf man jedoch mitnehmen, dass die indiviudellen Leistungen unserer Top-Talente international durchaus konkurrenzfähig sind, jedoch teilweise fehlende Konzeptabstimmungen mit dem DFB eine mannschaftlich geschlossene Leistung behindern! Wir jammern allerdings auf einem sehr hohen Niveau, denn bei den Niederländern ist die indiviuduelle Qualität noch höher, aber in den entscheidenen Spitzenduellen, in denen es um eine manschaftlich geschlossene Leistung bei 110 % Qualitätsniveau geht, versagt man immer noch!

  • Wobei ich gerade bei der u18 einiges nicht verstehe.


    Beispiel Max Meyer:


    Spielt bei Schalke bereits Bundesliga und hat Champions League Luft geschnuppert.
    Letzte Saison als b jugendlicher in der u19 Leistungsträger und mit ein Garant für den Meistertitel.
    Dieses Jahr als Jungjahrgang der überragende Spieler der Bundesliga West.


    Aber für die U18 Nationalelf soll es nicht reichen??!



    Die Kriterien sind für mich oft nicht mehr ersichtlich.

    "Ihr fünf spielt jetzt vier gegen drei."

  • Dies zeigt uns doch, mit der Bemerkung "das wird ein Großer", sollte man ganz vorsichtig sein und gefärhlich wird es für die, die sich voll auf die Profikarriere konzentrieren und dann ganz scheitern. Verletzungen, der falsche Trainer zur falschen Zeit oder einfach nur kein Glück


    100% Zustimmung! Das kann man eigentlich nicht oft genug wiederholen...


    Grüße
    Oliver

  • passt etwas hierher.


    Unser DFB Präsident wurde ja am vergangenen Sonntag auf die Mittelstürmerposisition angesprochen.


    Dabei erwähnte er, dass in den Nachwuchsmannschaften zurzeit das Fehlen der typischen Stosstürmer, wie z.B Klose oder Gomez
    zu beobachten sei, und dass diesbezüglich das DFB Trainerteam derzeit über das Konzept der Ausbildung in diesem Bereich nachdenke.


    Eine interessante Aussage finde ich.


    genauso wie Scholl gestern anriss, dass man zukünftig auch kleinere wendigere Spieler in der Innenverteidiger vorstellen kann, um so Mannschaften, wie wir gestern spielten zu begegnen.




    gg.

  • Günter
    Ein DFB-Präsident sollte schon etwas Ahnung von Fussball haben. Dennoch hat er als oberster Funktionär andere Aufgaben, weshalb der diese Arbeit an sein Fachpersonal vertrauensvoll deligieren sollte!
    (was willst du im heutigen Hochthempo-Passspiel mit Stoßstürmern, denen du den Ball auf den Fuss oder den Kopf legen mußt?)


    Ich finde die Kommentare von Scholl ebenfalls sehr interessant, weil es mehr um Fussball geht als um Personen (wie unter früheren Kommentatoren)! Ob man allerdings mit dem einen oder anderen Spielertyp besser liegt, hängt wohl auch von dessen Ausnahmeformat ab. Einem Messi wird man nicht vorhalten, er wäre zu klein und einem Ronaldo verzeiht man gerne, dass er sich auch einmal auf dem Platz ein paar Minuten ausruht. Ähnlich ist es bei den Trainern, denen man unabhängig von ihren Erfolgen an den Lippen hängt oder sie als Langweiler empfindet!


    Zum Fussball gehören Weisheiten - sonst würde was fehlen! Weil er sich jedoch ständig erneuert, ändern sich auch seine Weisheiten und kein Mensch erinnert sich morgen noch an das dumme Geschwätz von gestern!

  • @TW


    fachlich hat er dazu nichts gesagt, er hat ja praktisch dazu das Trainerteam ins Spiel gebracht.


    welsche Überlegungen da im Gange sind? keine Ahnung?


    bei deinem Einwand hast du jedoch einen zu einseitigen Stosstümrer im Kopf.


    anders sieht es jedoch aus, wenn ich da an Klose oder Kiesling denke. diesen Mittelstürmertyp würde ich z.B. nicht als reinen Stossstürmer bezeichnen.


    gerade ein weiterentwickelter Klosetyp hätte ich mir gestern bestens vorstellen können.


    gg

  • Günter


    Leider hat unsere U 18 gestern wieder verloren. Diesmal mit 1 : 4 gegen die Niederlande. Ähnlich wie beim Spiel gegen Frankreich agierte die Truppe von Horst Hrubesch in der ersten halben Stunde unsortiert und lang dabei schon mit 0 : 3 zurück. Danach schalteten die Niederländer (ähnlich wie die Franzosen) einen Gang zurück und ließen die Deutschen etwas besser ins Spiel kommen. Ob und welche Qualitäten unser Keeper hatte, war deshalb kaum zu erkennen, weil die Vorderleute teilweise ein katastprophales Stellungsspiel hatten und es so den gegnerischen Angreifern leicht machten.


    Für mich wird es immer deutlicher, dass die Ansprüche im Nachwuchsbereich der Profivereine nicht mehr durch geeignete Maßnahmen Rechnung getragen wird. Die Rechnung für diese Nachlässigkeiten werden wir in ein paar Jahren bekommen, wenn kaum noch einer dieser Talente den Sprung in die höchste Liga schafft und man wieder vermehrt auf ausländische Spieler zurück greifen muß!


    Da passt deine Anmerkung zum Stoßstürmer ala Klose oder Kiesling ganz gut! Natürlich braucht man auch einen guten Mann im Zentrum! Aber das alleine reicht längst nicht mehr! Denn andere Nationen brauchen ihre schwachen Leute nicht auf den Außenbahnen verstecken, weil sie auch da bärenstark besetzt sind!


    Nur mit einer Variablität im Spielaufbau und im Angriff kann man heutzutage in der Spitze mithalten. Wir sind dabei, uns teilweise davon zu entfernen. Ich bin mir aber sicher, dass diese Defizite auch den verantwortlichen DFB-Leuten aufgefallen sind und sie gemeinsam mit den Vereinen in Klausur gehen!

  • Es geht doch viel früher los, mit der B- und A-Jugend-Bundesliga! Davon gibt's je Jahrgang dann drei mit 14 Teams, zs. 42 x gut 20 Spieler, wobei auch in Regionalligen noch hohe Träume geschürt werden. In den entsprechenden Vereinen wird da ein ganz großer Ding draus gemacht, ca. 4 Trainings die Woche, die langen Auswärtsfahrten am WE und viel Druck von Trainern (die sich hier profilieren wollen und zT auch können) u. Umfeld inklusive. Dazu u.U. noch die Auswahlen: mitziehen o. raus. Schule o. Ausbildung wird oft vernachlässigt fürs Phantom "Bundesliga", obwohl es auf dieser Ebene was völlig anderes ist u. in der echten BuLi heute wohl ca. 50% aus dem Ausland kommen. Für wieviele lohnen sich alle Opfer, wieviele stürzen auch seelisch ab, was geschieht mit ihnen? Und was sind Kriterien dafür, ein Großer zu werden? Kann man dies nicht untersuchen? Wird Trainerarbeit nach ihnen ausgerichtet o. doch nur nach dem Erfolg im Ergebnis bzw. "viel bringt viel"? Alle schauen per massenmedial gelenktem Blick immer nur nach oben, auf die paar Stars, auch in der sog. Sportswiss. (die mich in ihrer fachlichen Ausrichtung eher an eine Art Hofstaat erinnert), nicht auf die Menge der in ihren gefütterten Selbstvorstellungen "Gescheiterten", ihr Schicksal in Fußball wie Leben...


    So, nun wäre es die Frage: geschieht dies aus Mangel an Wissen und Verständnis o. ist es nicht grad so selektiv gewollt: die, die scheitern, interessieren nicht, es kommt den Machern des ganzen Zirkus nur auf die wenigen an, die oben landen, oder? Vorbild Löw vorgestern nach dem Spiel auf die Frage, dass er wohl so spät komme, da er erst bei der Mannschaft war. Nein, er hat erst einen Expresso getrunken! Und der "kritische" Journalist fragt nur, ob der geschmeckt habe. Das sind heute die wichtigen Fragen und Dinge, so geht Fußball heute, dafür gibt's Millionengagen, wer schaut da schon auf die, die es nicht schaffen, die Verlierer u. Versager, die Folgen des Ganzen für sie, die, die noch fürs die Ehre statt Geld machen ;)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Es geht doch viel früher los, mit der B- und A-Jugend-Bundesliga! Davon gibt's je Jahrgang dann drei mit 14 Teams, zs. 42 x gut 20 Spieler, wobei auch in Regionalligen noch hohe Träume geschürt werden. In den entsprechenden Vereinen wird da ein ganz großer Ding draus gemacht, ca. 4 Trainings die Woche, die langen Auswärtsfahrten am WE und viel Druck von Trainern (die sich hier profilieren wollen und zT auch können) u. Umfeld inklusive


    auch ich sehe diese Entwicklungen in vielen Vereinen. und nicht nur dort. auch in den DFB Auswahlmannschaften.


    ich bezweifle, dass alle dort tätigen,noch den Ausbildungsgedanken im Vorderrund haben, oder obder Tabellenstand nicht doch ein übergeordnete Rolle spielt.


    gerade bei den DFB-Nachwuchsmannschaften rücken die Ergebnisse immer mehr in den Vordergrund.
    Schafft da irgendein Team nicht die Quali zur Endrunde wird doch direkt von einem schwachen Jahrgang gesprochen.


    war es nicht Sammer, der mal im Jugendbereich auch die entsprechende Erfolge einforderte.


    für viele Trainer im höheren Jugendbereich wird ihre dortiges Engaement doch als Sprungbrett zu Höherem angesehen.
    Dazu bedarf es aber entsprechender Erfolge.


    Mein Eindruck ist der, dass in vielen Vereinen, der vorrangige Ausbildungsedanke nach der C endet.


    Betonung liegt jedoch auf Eindruck, da ich ansonsten zu wenig Einblick in diesen Bereich habe.


    gg

  • auch ich sehe diese Entwicklungen in vielen Vereinen. und nicht nur dort. auch in den DFB Auswahlmannschaften.


    ich bezweifle, dass alle dort tätigen,noch den Ausbildungsgedanken im Vorderrund haben, oder obder Tabellenstand nicht doch ein übergeordnete Rolle spielt.

    Die Diskussion verblüfft mich: A- und B-Bundesliga oder Regionalliga, DFB-Auswahlen, das ist doch kein Kinderfussball mehr, sondern das sind (fast oder tatsächlich) Erwachsene im absoluten Leistungsbereich. Natürlich geht es da auch um Ergebnisse, wenn nicht da, wo denn dann?! Übergeordnetes Ziel aller NLZ ist es, Nachwuchs für die Profis auszubilden. Dazu ist es Voraussetzung (nicht Ziel!), dass die Jungs sich in ihrer Altersklasse durchsetzen. Und selbst von denen schaffen es doch nur die wenigsten. Und da wollt Ihr den Druck rausnehmen, also nur noch 2-mal trainieren, keine langen Fahrten am Wochenende?! Das gibt es doch bereits, das nennt sich dann Breitensport.


    Auf einem anderen Blatt steht, wie sehr der jeweilige Spieler seinen Fokus auf den Sport legt. Zumal ja Gerüchten zufolge manchmal sogar mehr als 4-mal traniert wird. Wer alles auf die Karte "kommender Profi" setzt, der riskiert viel. Viel zu viel aus meiner Sicht! Aber aus meiner Sicht kann man Leistungssport und Schule bzw. Ausbildung auch unter einen Hut bringen. Wer das nicht schafft, sollte den Leistungssport lassen oder gleich Lotto spielen.


    Grüße
    Oliver

    Einmal editiert, zuletzt von Don Quijote () aus folgendem Grund: Nachsatz ergänzt

  • Übergeordnetes Ziel aller NLZ ist es, Nachwuchs für die Profis auszubilden. Dazu ist es Voraussetzung (nicht Ziel!), dass die Jungs sich in ihrer Altersklasse durchsetzen. Und selbst von denen schaffen es doch nur die wenigsten. Und da wollt Ihr den Druck rausnehmen, also nur noch 2-mal trainieren, keine langen Fahrten am Wochenende?! Das gibt es doch bereits, das nennt sich dann Breitensport.


    ... oder: pädagog. Entwicklungsgerechtigkeit. Hat jemand mit 11 o. 13 zB schulische o. familiäre Probleme, wäre es fahrlässig u. schädlich, alles per äußerem Druck auf Fußballkarriere zu fixieren. Es würde ihn menschlich kaputt statt stark machen, denn Stärke kann nur von innen, nicht von fremdbestimmenden Konstrukten kommen, die ein NLZ autoritativ alle über einen Kamm scherend vorgibt. Sogar 2mal trainieren je Woche kann zeitweise zuviel sein, mancher benötigt eine Auszeit, um sich auf sich zu besinnen vs immer unter Strom zu stehen. Z.Z. ist es Voraussetzung, dass man sich im momentanen Leistungsoutcome äußerlich gegen alle anderen seines Alters durchsetze, das, was dies u.U. verhindert, wird in keiner Weise gesichtet - fast hätte ich Wiese geschrieben: gutes Beispiel, wie Leistungssichtung irre geht: national die Nr.2, nur 7 Monate später beim Abstiegskandidaten als Nr. 3 aussortiert, leistungsmäßig ein Nichts und niemand - dies wird dem Menschen wie dem Fußballer Wiese sicher voll gerecht: und er ist Profi, erwachsen, innen in der Persönlichkeit weitaus stabiler als es jedes Kind je sein könnte! Pädagogik spielt leider bei all dem Sichtungs- u. Auswahlzirkus eine völlig untergeordnete Rolle, da die Macher selbstfixiert offenbar vergessen, dass es um fragile Kinder bzw. Menschen geht. Falls sich ein Kind aus Eigenintelligenz dem Usus verweigert, ist es eh draußen, statt dass solch Verhalten als Charakterstärke anerkannt würde. (Klar, unser Älterer hat mit 13 schlicht "keine Lust auf diesen Blödsinn", wie er meint- und ich verstehe es.) Da werden im Zuchtwesen schon 8-jährige ein- u. aussortiert, als wüsste man, wie sie sich mal im Leben mit 20 entwickeln, pädagogisch völlig absurd. So ist der Mensch nicht, soll es hier aber passenderweise sein. Auch Trainer, die sich da nicht unterordnen, dies per zählbaren Erfolgen beweisen, bekommen bald Probleme o. sind gleich abgeschreckt. Schade für den Fußball...


    Obwohl doch klar ist: kein Talent ist in seinem Werden bereits bei 100%, der ein per biografischem Zufall bei 50, andere bei 60% o. 70% des Möglichen, wird so besichtigt u. beurteilt, als ob alle fertig wären. Da im Fokus Ergebnis- statt Erlebnisfußball, sofortiger Erfolg und Sieg stehen? Diese 50 o. 70% dann als ausschlaggebend zu nehmen, wird den 100% als Potential grad nie gerecht, verspielt sie durchs falsche Maßgeben, wo am Ende 2, 3% mehr den Unterschied ausmachen. Sind also die gewollt? Kann da Leistung hier-jetzt das rechte Kriterium sein? Wo ist da Achtung vor jenem Unterschied in der Jugend, wo ein Spieler leicht 20% unter seinen Möglichkeiten spielen kann? Das Ganze ist ein allgemein menschliches Problem: wer darf schon nach außen der sein, der er für sich innerlich ist? Bei Kindern ist es besonders tragisch, wenn sie nach äußeren Kriterien zurechtgestutzt o. abgewertet werden, denn sie haben dem kaum was entgegenzusetzen. Daher gehen soviel Talente bzw. grad die Genies im deutschen Fußballsystem verloren, werden wohl nie entdeckt: das nämlich hat die jüngste Vergangenheit entgegen allem Anschein für mich grad bewiesen: die Förderbasis wurde breiter angelegt, in Vereinen ökonomisch neu entdeckt - und schupps, plötzlich kommen jede Menge guter Spieler hervor, was es so davor nicht gab. Nun wäre aber die Frage, was geschähe, wenn man noch offener, kindgerechter fördern würde, die Basis noch breiter veranschlagen würde. Denn bisher wurde sie nur nach Quantität, nicht nach Qualität breiter angelegt, d.h. das aktuell leistungsschwache, sich in seinem Potential versteckende oder wg Sensibilität o. Genialität problembehaftetere Kind bleibt weiter systematisch außen vor, rückt bei gleichen Kriterien (von außen, oben) nur per Zufall in den Fokus, da in der Masse mehr Kinder gefördert werden. Ist es verständlich, wie ich das meine? Ich verstehe nicht, wieso es beim DFB niemand zu geben scheint, der das Dilemma der Leistungsselektion kritischer sieht...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    Einmal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • @kicker:


    Wie soll Deiner Meinung nach eine ideale Förderung konkret aussehen ? Mal angefangen von G - F -Jugend bis in den oberen Leistungsbereich. Wie würdest Du vorgehen ?


    Gruß Karl und frohe Ostern

  • Die zentrale Frage wäre doch eigentlich, WARUM die Quote nicht höher war. Solange diese Frage gar nicht gestellt und beantwortet wird, ist jegliche davon abzuleitende Grundsatzdiskussion doch irgendwie an der Relevanz vorbei ? oder ?

  • @kicker:


    Wie soll Deiner Meinung nach eine ideale Förderung konkret aussehen ? Mal angefangen von G - F -Jugend bis in den oberen Leistungsbereich. Wie würdest Du vorgehen ?


    Gruß Karl und frohe Ostern


    Im Kleinen....würde ich mir wünschen, dass nicht jeder einfach mal so ebend aus Trainermangel Trainer sein darf!


    Um das zu ändern, muß man das Amt als Trainer interessanter machen und zeitgleich die Qualtität der Trainer durch Fortbildungsmaßnahmen erhöhen.


    Das kostet Geld, denn meiner Ansicht nach müßte ein Trainer ein gutes Taschengeld erhalten und das muß so gut sein, dass er sich verpflichtet fühlt, an den Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen und sich an ein Konzept zu halten.


    Hier propagiere ich -da es nicht anders möglich ist- das Vereine die Mitgliedsbeiträge zur entsprechenden Finanzierung anheben....im Umkehrschluß propagiere ich das aber nur deshalb so, weil der Dfb hier die Kohle nicht in ausreichender Höhe nach unten verteilt. (Es wird für ausgebildete altve Trainer nach einem gewissen Berechnungsschlüssel Gelder an den Verein ausgeschüttet....das ist aber zu wenig, um die oben beschriebene Denke zu praktizieren).


    Ferner sollte man schauen, dass die Stützpunktteams feste Teams sind, die an einem Ligabetrieb teilnehmen. Die Stützpunktteams würden eigenständige Teams sein. Ob die nun vom Stützpunkt aus dergleichen tun, oder ob es ein LZ oder ein neuer Dachverein pro Fußballkreis für die Talente ist....wäre mir restlos egal. Ich denke, dass die Talente untereinander mehr gefördert und gefordert werden, als wenn der Stützpunktspieler wieder in den Dorfverein zurückkehrt, um dort im Ligabetrieb teilzunehmen. Sicher fordert ihn das auch...aber eher auf der individuellen Ebene....im gruppentaktischen oder gar mannschaftstaktischen Bereich dürfte die Förderung im Dorfverein nicht die gleiche sein, als würde er sich in einem Topteam bewegen.


    Diese "Talentteams" die -unter sich- am Ligabetrieb teilnehmen würden, wären das Aushängeschild eines jeden Fußballkreises. Um möglichst geringe Anfahrtswege zu gewährleisten, müsste man je nach Größe des Fußballkreis und damit verbunden, ...die Einwohnerzahl....abgeglichen werden, ob man sogar zwei Teams melden darf.


    Darüber hinaus müßte man überlegen, ob man diese Teams ohne Auf.u. Abstieg in einer festen Liga spielen lassen sollte. Das wäre für mich mehr Ausbildungsfußball....u.a. deshalb, weil die Trainer solcher Teams dann weniger Druck hätten. Die Trainer solcher Teams müssten mindestens den Leistungsschein inne haben. Ob C, B oder A....müßte man noch überlegen.


    Die Trainer wiederum müßten ordentlich entlohnt werden....und deren Arbeit müßte überprüft werden...von einem Koordinator!


    Unter dem Strich möchte ich aber auch zurück auf den Teppich. Ich bin der Meinung, dass Deutschland immer ein Spitzenteam stellen wird das mit Höhen und Tiefen oben mitmischen wird. Ich persönlich lasse an mich heran, dass es manchmal gute und schlechtere Jahrgänge gibt und man muß nicht immer an die Krone denken. Ich könnte mir gar vorstellen, dass das auch mit Glück und Gelassenheit zu erreichen ist...vielleicht viel schneller als mit dieser ewigen Arroganz und Hochnäsigkeit von uns Deutschen...weniger wäre manchmal vielleicht mehr....und zack...wäre man doch Weltmeister...aua.

    • Offizieller Beitrag

    Wir dürfen auch nicht vergessen, es ist ein Rückblick.


    Die U21 aus 2009 hat da schon andere Namen bereit:


    Aufstellung Endspiel:
    Manuel Neuer - Andreas Beck, Jérôme Boateng, Benedikt Höwedes, Sebastian Boenisch, Mats Hummels (83. Dennis Aogo), Fabian Johnson (69. Daniel Schwaab), Gonzalo Castro, Sami Khedira, Mesut Özil (89. Marcel Schmelzer), Sandro Wagner


    Vielleicht ist die Erklärung ganz einfach: durch das flächendeckende Netz der Stützpunkte, gehen ncht mehr so viele Talente verloren.
    Rummenigges Kritik war ja damals, dass nicht der DFB die ganz großen Spieler hervorbringt, sondern die Bundesliga. Damals haben die DFB-Talente es nicht nach ganz oben geschafft, weil es noch bessere gab, die der DFB nicht in seinen U-Teams hatte. Die Bundesliga hat sich auf ihre eigenen Talente gestützt und da das nicht viele waren, hat man sich fertige Spieler aus dem Ausland geholt. DFB-Spieler, wie zum Beispiel Achenbach, spielten in der Planung der Bundesliga nie eine Rolle. Vielleicht haben die Scouts der Vereine auch zu sehr nach fertigen Spielern gesucht, da spart man ja auch viel Zeit.


    Ich stimme Andre zu, nur mit der Beitragserhöhung nicht. Wir sollten das aber nicht hier diskutieren, denn wir sind uns ja insofern einig, dass andere bezahlen müssten, sie machen es aber nicht.


    Jedes Wirtschaftsunternehmen bildet seine eigenen Leute aus und das kostet Geld. Wer also gute Spieler für den Profifußball finden und ausbilden will, muss das auch selbst bezahlen. Sonst könnten man auch auf die Idee kommen, dass für die Stützpunkt-Teilnahme, oder aus dem Vereinsbeitrag Scouting-Gebühren fällig werden.


    Wenn Spieler für ihre Ausbildung noch viel bezahlen müssen, dann tragen die Auszubildenden das Risiko komplett allein. Die Qualifikation der Ausbilder ist nicht die finanzielle Aufgabe der Vereine, denn die nehmen den kleine dicken Paulke auch noch mit und auch dafür benötigt man Qualifikation, nur eine andere. Selbst wenn die Vereine mehr Geld zur Verfügung hätten, wo sollen sie investieren, in die Breite oder in die Spitze?


    Eine Qualifikation der Trainer wird im Elite-Bereich garantiert und bezahlt. Es müsste viel mehr Geld in die Hand genommen werden, um die Qualifizierung breit aufzustellen. Dann wäre auch dem kleinen dicken Paule richtig geholfen. Für den Elite-Fußball wäre das aber verlorenes Geld, denn aus Paule wird kein Messi. Deshalb nimmt man Geld in die Hand, bis runter zur ersten Talentsichtung und wo noch Risiken bestehen, lässt man sich die besondere Förderung von Eltern manchmal gut bezahlen. Profifußball ist ein Geschäft und der "normale" Fußballnachwuchs hat dort keinen Platz, der ist auf die soziale Einstellung der Verantwortlichen angewiesen. Damit sage ich nicht, es gibt diese Verantwortung nicht, sie wird durchaus praktiziert .. aber es reicht nicht.