Nehmen Abwerbungen zu ? Ist das der Trend der Zeit ?

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  • Hallo,


    was ist eure Meinung dazu, wenn DFB-Stützpunktrainer auch gleichzeitig Vereinstrainer in der jeweiligen Altersklasse ist,
    und er seine Vereinsmannschaft dann mit den StützpunktKindern besetzt, da sie plötzlich alle in diesen Verein wechseln.


    Gruss
    Coachie

  • Rein gar nichts.


    DFB und/oder FLVW melden und den interessenskonflikt mal aufzeugen. Stützpunkttrainer MÜSSEN neutral sein. Sie werden ja auch vom Verband bezahlt

  • Es ist ein Unterschied, ob ein Trainer ausschließlich Stützpunktarbeit oder ob er gleichzeitig auch Vereinstrainer aktiv ist. Stützpunkttrainer sind neben dem Fördertraining der Talente auch in der Trainerausbildung (Kurzschulungen und C-Breitensport-Lizenz) tätig. Wenn ein Stützpunkttrainer keine Ahnung von Vereinstrainerarbeit hat, wie will er da die unerfahrenen Trainer während der Schulung und Ausbildung vernünftig beraten?


    Ein weiterer Punkt ist, das der DFB bzw. die Verbände gar nicht genug entsprechend ausgebildete Stützpunkttrainer finden. Leider ist dort auch die Fluktuation sehr hoch, denn besonders talentierte Stützpunkttrainer werden von Vereinen abgeworben, wo sie bessere Rahmenbedingungen als auf dem Stützpunkt vorfinden.


    Klar ist, das das Stützpunktkonzept einer dringenden Reorganisation bedarf!


    1. Problem: keine bzw. unzulängliche Leistungsstandardbeschreibung der Talente
    Weil es nur grobe und ausschließlich stichtagsbezogene Leistungsmerkmale als Selektionskritierien gibt, werden Talente nicht nach Mindest-Anforderungen, sondern die Talentanzahl nach vorhandenen Förderplätzen bestimmt. Aufgrund kurzfristigem Gewinndenken werden physisch stärker Spieler der ersten Geburtsmonate eines Jahres bevorzugt. Im Extremfall kann dies dazu führen, das kein einziges Jahrgangstalent Mindestanforderungen erfüllt. Es werden aber trotzdem 4 jahrelang 15 Stützpunktspieler auf DFB-Kosten 1 x wöchentlich trainiert, ohne das die geringste Hoffnung besteht, daraus einmal Spitzentalente gewinnen zu können.


    2. unzulängliche Ausbildung bzw. fehlende Stützpunkttrainer
    In den NLZ teilen sich auch im Nachwuchsbereich längst mehrere Trainer die Ausbildung einer Mannschaft. Wer das Pech hat, als Torwart für den Stützpunkt gesichtet worden zu sein und sich mit großen Erwartungen auf eine weitere Ausbildung seines Talents ein qualifiziertes Torwarttraining als Einzel- oder Kleingruppentraining freut, wird meist tief enttäuscht werden. Sehr viele Keeper melden sich deshalb nach 6 Monaten wieder ab, wenn nicht die Eltern auf eine Fortsetzung bestehen. Andere, die sich vorher erkundigen, neben das Stützpunktangebot erst gar nicht auf, weil sie keinen Sinn darin sehen, als Schießbudenfigur für die Schießübungen ihrer Spielerkollegen herhalten zu müssen.


    3. Bessere Unterstützung und Ausstattung
    Jedes Nachwuchsleistungszentrum ist materiell und personell besser ausgestattet als ein DFB-Stützpunkt! Es ist deshalb ziemlich ilosorisch auch nur annähernd gleiche Ausbildungsqualität hinzubekommen. Manch ein Stützpunkttrainer läßt deshalb (mit Ausnahme der vorgeschriebenen Demo-Einheiten) nur noch Fussballspielen, weil er keine Lust dazu hat, im unbezahlten Teil des vor und nach dem Stützpunkttrainings Hütchen und Tore durch die Gegend zu schleppen oder für einzelne Talente, die sonst nicht kommen können, den unentgeldlichen Taxi-Fahrer zu spielen!


    Es würde ein zu langer Beitrag werden, umfangreiche Auskunft über Mißstände auf DFB-Stützpunkten zu berichten. Mancherorts mag es dank des Engagements von Stützpunktleiters besser laufen, aber das allein kann kein Trost sein, wenn es um die Sicherstellung einer flächendeckenden Talentausbildung gehen soll. Ohnehin ist ja nun Sammer als oberster Leiter des DFB jetzt nicht mehr dafür zuständig Siegertypen für die Nationalmannschaften, sondern für Bayern München zu suchen. Vielleicht macht es Robin Dutt ja besser die in die Jahre gekommene Kinder- und Jugendschatztruhe einmal gründlich zu sortieren?


    Zweck der Stützpunktförderung ist es aber, die Talente soweit zu fördern, das danach eine weitere Ausbildung in den Leistungs- und Profivereinen erfolgen kann. Die sind in den seltensten Fällen mit den Heimatvereinen identisch. Insofern ist der Wechsel der Normalfall, das Bleiben die Ausnahme. Nur der Zeitpunkt ist individuell unterschiedlich.


    Wenn Stützpunkttrainer aufgrund der eingangs erwähnten Erfahrungen auf Anfrage von Eltern einen Rat geben, ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn aktiv abgeworben und mit unseriösen Erfolgsprognosen allerlei Versprechungen in die Zukunft gemacht werden, dann ist dies deshalb noch negativer zu beurteilen, weil dieser Stützpunkttrainer das Vertrauensverhältnis zwischen ihm, dem Talent und dessen Eltern scharmlos ausnutzt, um meist kurzfristige Saisonziele seines Heimatvereins oder der eines befreundeten Vereins zu befriedigen! Der Heimatverein des Talents sollte dabei nicht tatenlos zuschauen, sondern sich an den zuständigen DFB-Stützpunktkoordinator (betreut die Stützpunkte) wenden, damit ggf. Maßnahmen (z.B. Abmahung bzw. Stützpunkttrainer-Austausch) ergriffen werden können!

  • Interessant wäre es aber zu erfahren, ob jemand konkrete Fälle kennt, in denen ein Verein Ablöse oberhalb dieser Tabellen gefordert und den Spieler gesperrt hat, weil der aufnehmende Verein sich geweigert hat,



    Hallo Steini, da nur kurz überflogen bin ich nicht sicher, ob du schon eine Antwort hast.


    darum hier:


    im Jugendbereich sind die genannten Aufwandsentschädigungen festgeschrieben. Wird diese gezahlt, kann der abgegebene Verein
    nicht sperren lassen. höhere Forderungen entbehren jeder Grundlage .Vorraussetzung es geschieht innerhalb der vorgegebenen Fristen oder der abgebende Verein hat den Spieler aus
    besonderen Gründen über den Verband sperren lassen. Ein solcher Fall ist mir aber im Jugendbereich nicht bekannt.


    gg


    gg

  • TW-Trainer


    Stimme Dir da zu. Ein Stützpunkt wird aus verschiedenen Gründen nie eine Konkurenz zu den NLZ'en sein. Das war so ja auch nie geplant.


    In punkto Wechseln kann ich mich bisher über unseren Stützpunkt nur lobend äussern. Nachdem die Sichtung vorbei war hat der Stützpunktkoordinator den gesichteten Spielern eindringlich geraten, ihren Heimatverein nicht sofort zu verlassen. Tenor war: "So schlecht kann es doch wohl in eurem Verein nicht sein, wenn ihr jetzt hier steht." Hat mich da schon ein wenig stutzig gemacht, dass er das so explizit anspricht. Dann noch der eindringliche Verweis auf dem Zettel, den JL darüber zu infomieren. Und kaum sind die Namen auf der Homepage veröffentlicht klingelt zuhause das Telefon. Sowas macht mich stocksauer.


    1. Kann ich diesen ganzen Hype um die Stützpunkte nicht nachvollziehen. Das ist ein zusätzliches Training in dem schon aufgrund der Leistungshomogenität jeder gefordert und gefördert wird. Völlig okay. Aber mehr eben auch nicht. Meines Erachtens wird da viel zu viel hinein interpretiert.


    2. Beim Sichtungstraining war die Leistungsdichte relativ hoch. Das Gesamtniveau nach Aussage der Sichter ebenfalls. Übrigens ist es auf diesem Stützpunkt so, dass nicht auf Biegen und Brechen alle Plätze auch belegt werden. Es wurden schon weniger Spieler genommen. Von den, ich glaube 36 Spielern, hätte ich 20 Feldspieler in die engere Wahl genommen. Die unterschieden sich hinsichtlich Koordination und Handlungsschnelligkeit schon deutlich von den anderen. 14 wurden genommen. Und da frage ich mich, was ist mit den anderen 6 ? Werden die tatsächlich weiter beobachtet ? Haben Stützpunkttrainer die Zeit ? Haben die Vereinstrainer, die eigene Interessen in den Hintergrund stellen und diese Spieler melden, wenn sie sich weiter entwickelt haben ? TW-Trainer, da schwimmen wir absolut auf der gleichen Welle. Da ist ein Fehler im System und es besteht Verbesserungspotenzial. Qualität setzt sich aber durch. Und das auch ohne Stützpunkttraining, also sollte man das nicht überbewerten.


    3. Manche bewerten dies aber wohl offensichtlich anders und sprechen Spieler gezielt an. Ich rede hier von Breitensportvereinen. Wo ist da das FairPlay der Vereine untereinander ? Gibt es das nicht mehr ? Egal, nach uns die Sinnflut ? Finde diese Entwicklung ( zumindest in unserer Umgebung ) sehr bedenklich.

  • Steini


    Auch, wenn bei uns der zuständige DFB-Koordinator beim NFV sonst eher ein Talentverhinderer ist, die Geschichte mit den Erklärungen zur Abwerbung vom Heimatverein und die entsprechende Instruktionen an die Stützpunkttrainer macht er gut! Allerdings bleibt ihm auch gar nichts anderes übrig, die Nummer so abzuziehen, denn sonst bekäme er kaum Spieler zur Sichtung! Sind die Jungs erst mal auf dem Stützpunkt, dann stellt man die Ohren auf Durchzug, weil man es sich ja nicht mit den Großen verscherzen will, was engagierte Stützpunkttrainer zu recht beklagen.


    Das Problem ist: die Heimatvereine wollen ihre besten Spieler behalten und die größeren Vereine können ihre Saisonziele nur mit Hilfe von jährlichem "Frischfleisch aus dem Stützpunkten" erfüllen. Ursache dafür ist die falsche Planung im unteren Jugendbereich! Eine zu frühe Leistungskonzentration ohne gleichzeitige Forderung im Punktspielbetrieb wirkt sich fast immer negativ auf die Leistungsentwicklung aus. Für den Außenstehenden sieht es jedoch so aus, als habe der große Verein alles richtig gemacht, weil er vorne in der Tabelle oder in einer höheren Liga spielt. In Wirklichkeit könnte man den Platzwart oder Hausmeister mit dieser "Stützpunktauswahl-Vereinsmannschaft" zum gegnerischen Verein schicken, den man vorher um beisten Spieler geschwächt hat.


    Aber kann man dafür den Stützpunkt verantwortlich machen? Wohl nur in den Fällen, in denen Stützpunkttrainer ihre Aufgaben verletzt haben! Ein weitaus größeres Problem sind die Eltern dieser Talente, die meinen, ihre Kinder seien schon auf einem geraden Weg in eine spätere Profikarriere. Diese ist aber auch nach der Selektion für den Stützpunkt noch so weit weg wie 6 Richtige im Lotto! Aber die Chance kann sich erhöhen, wenn Eltern die Verantwortung nicht leichtfertig aus Spiel setzen und zu leichtgläubig auf das alljährliche Geschwätz von Abwerbern größerer Vereine hören.


    Man sollte und könnte die Stützpunkte als erste Ansprechpartner in die Pflicht nehmen, aber entscheiden müssen letzendlich die Eltern.


    Nicht umsonst wurde das Elterncoaching mit ins Eliteförderprogramm des DFB aufgenommen. Denn dort ist der Schlüssel zu suchen, warum auch unseriöse Abwerbungen, die nicht im Sinne der Talentförderung sind, leider noch viel zu häufig erfolgreich verlaufen. Wenn der Satz. "so schlecht kann euer Verein nicht sein, wenn ihr hier seit" noch ein paar Wochen nach dem ersten Stützpunkttraining Bedeutung haben soll, dann sollte er auch davor schützen, das talentierte Kind nicht gleich beim ersten besten größeren Verein anzumelden!

  • @Coever Fan


    Ganz vergessen habe ich in diesem Zusammenhang die Broschüre mit der Auswertung der DFB-Talentförderung auf der DFB-Homepage. Denn dort kannst du u.a. auf Seite 9 in der Grafik 9 erkennen, das von 76 in der Saison 09/10 in der Bundesliga eingesetzten Spielern zwischen dem 18. - 21. Lebensjahr 14 im Ausland ausgebildet wurden. Wenn also fast 20 % der deutschen Eltern der Ausbildung ihrer Kinder in unserem Lande nicht über den Weg trauen, sollte es Alarmzeichen genug sein, sich einmal mit der Gruppe der Talent-Ausbildungsentscheider zu unterhalten! Wenn dann am Beispiel von Mario Gomez die hervorragende Ausbildung im Talentförderprogramm mit Spezialförderung gelobt wird, warum entscheiden sich die Eltern dann erst zu einem Vereinswechsel, als der Junge bereits 17 Jahre alt ist?


    Wie kommt es, das folgende Talente in ihrer gesamten Jugendzeit nahezu unerkannt blieben und erst im Seniorenalter in den höchsten Leistungsbereich eine Chance bekamen?


    Name: Alter beim Wechsel von Amateuer in Profimannschaft:
    Cacau 20
    Arne Friedrich 21
    Miroslav Klose 22
    Jörg Butt 24


    Wenn ich in diesem Zusammenhang einen Verein, den ich etwas näher kenne und der lange in der 2. BuLi- spielte, betrachte, dann hat der während dieser Zeit fast eine halbe spätere Nationalmannschaft nach dem Probetraining wieder weggeschickt wurde, weil diese nach flüchtigem, prüfenden Blick der Verantwortlichen nichts taugten! Andererseits wurden im gleichen Zeitraum fast Tausend Talente in den Verein geholt und nach 1 - 2 Jahren wieder nach Hause geschickt!


    Darf man angesichts dieser Zustände nicht an der Talentselektierung und insbesondere an deren häufig zu früh getroffene Erfolgsprognose als verantwortliche Eltern zweifeln?


    Ist es unter diesen Umständen nicht notwendig, wenn sich Eltern manchmal anders entscheiden, bzw. trotz Absage nach dem Probetraining hartnäckig nach alternativen Ausbildungsmöglichkeiten ihrer talentierten Kinder suchen?


    Für mich ist das Fazit nach dem Studieren der Broschüre zur DFB-Talentförderung 2010 folgendes: wir wissen so gut wie nichts über den Fussball und seine Spieler, glauben aber, die besten Ratgeber zu sein! So ist es gut, das besonders verantwortungsvolle Eltern die Zukunft ihrer Kinder selbst in die Hand nehmen und sich nicht durch Fehlentscheidungen aus der Bahn werfen lassen. Leichtgläubige Eltern hingegen lassen sich durch Abwerber täuschen. Wenn der DFB diese Situation verbessern will, sollte er sich mit den Eltern der Talente über eine kompetente Kommunikation unterhalten.


  • 2. Beim Sichtungstraining war die Leistungsdichte relativ hoch. Das Gesamtniveau nach Aussage der Sichter ebenfalls. Übrigens ist es auf diesem Stützpunkt so, dass nicht auf Biegen und Brechen alle Plätze auch belegt werden. Es wurden schon weniger Spieler genommen. Von den, ich glaube 36 Spielern, hätte ich 20 Feldspieler in die engere Wahl genommen. Die unterschieden sich hinsichtlich Koordination und Handlungsschnelligkeit schon deutlich von den anderen. 14 wurden genommen. Und da frage ich mich, was ist mit den anderen 6 ? Werden die tatsächlich weiter beobachtet ? Haben Stützpunkttrainer die Zeit ? Haben die Vereinstrainer, die eigene Interessen in den Hintergrund stellen und diese Spieler melden, wenn sie sich weiter entwickelt haben ? TW-Trainer, da schwimmen wir absolut auf der gleichen Welle. Da ist ein Fehler im System und es besteht Verbesserungspotenzial. Qualität setzt sich aber durch. Und das auch ohne Stützpunkttraining, also sollte man das nicht überbewerten.

    Habe ich bei diesem Sichtungstraining ähnlich gesehen. Wobei für mich ca. 6-8 Spieler deutlich hervorstachen, die 12-14 nächsten sah ich relativ eng beieinander.
    Bei einigen fragte ich mich aber auch, was für einen Sahnetag, sie wohl beim Sparkassencup erwischt hatten. Das fragte ich mich aber auch schon, als ich ich die Liste der EinIadungen las. Ich vermute eher, dass manche Vereine beim Sichtungstraining berücksichtigt werden müssen. ;)
    Du schreibst, Steini, dass Trainer ihre Vereininteressenin den Huintergrund stellen sollen und Kinder je nach Entwicklung nachmelden sollen. Damit würde ich äußerst vorsichtig umgehen.
    Wir haben einen 2002er, der zu Anfang der abgelaufenen Saison selbstverständlich zur Kreisauswahl gemeldet wurde. Er ist durchgefallen. Soweit o.k. - ein paar Wochen später wurde er dann wieder zum Kreisauswahltraining zur "Nachsichtung" eingeladen. Wieder durchgefallen. Er spielte die ganze Saison als 2002er (und er ist eher klein) in unserer E1 mit den 2001ern. Beim Sparkassencup wurde er vom Sichter für die Stützpunktsichtung eingeladen. Erst als ich ihn auf die Spalte mit dem Geburtsdatum aufmerksam machte, sah er ein, dass der Junge noch ein Jahr warten muss.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass die Entwicklung dieses Jungen ein Vorspielen in der Kreisauswahl rechtfertigen würde. Aber ich werde ihn garantiert kein drittes Mal hinschicken.

  • Aber ich werde ihn garantiert kein drittes Mal hinschicken.


    In dem von Dir beschriebenen Fall absolut nachvollziehbar.



    Zitat

    Bei einigen fragte ich mich aber auch, was für einen Sahnetag, sie wohl beim Sparkassencup erwischt hatten. Das fragte ich mich aber auch schon, als ich ich die Liste der EinIadungen las. Ich vermute eher, dass manche Vereine beim Sichtungstraining berücksichtigt werden müssen. ;)


    :D

  • Wie in einem meiner vorherigen Beiträge bereits formuliert, gibt es nur eine schwammige Talentbeurteilung vom DFB und davon ausgehend auch keinen Maßstab für Mindestanforderungen! Wenn die gewünschte Teilnehmerzahl nicht erreicht wird, liegt das meistens daran, das das Kind nicht will oder die Eltern keine Fahrt- bzw. Mitfahrgelegenheit für das Kind bieten können.


    Allerdings habe ich das Gefühl, das immer wieder die Kompetenz des Stützpunkttrainers infrage gestellt wird. Dies setzt voraus, das zur Beurteilung man selbst über fundierteres Wissen verfügt, was häufig nicht der Fall sein dürfte.


    Menschlich durchaus verzeihlich ist, das der überwiegende Teil der arbeitenden Bevölkerung seine Vorgesetzten und Chefs für ahnungslose Nieten hält, ohne daran etwas ändern zu wollen oder zu können. Ärzten, Anwälten und Lehrern wird perse Pfusch und Inkompetenz vorgeworfen, während Schornsteinfeger mit weißer Weste davon kommen. Es ist daher selten zielführend, die Erfahrungen und Kompetenz von Fachleuten aufgrund eigener, anderer Erfahrungen infrage zu stellen.

  • Ich will nur auf diesen Teil eingehen, denn hier enttäuschst du mich, da ich dich sonst als guten Diskussionsteilnehmer wahrnehme, egal ob ich deine Meinung nun teile oder nicht. Aber hier hast du nicht gut recherchiert...
    1) Cacau kam erst mit 19 nach Deutschland, lebte vorher in Brasilien !
    2) Und die anderen 3 sind ja in einem Alter, dass man klar erkennen kann, dass die Talentförderung (sowohl Stützpunkt, aös auch die NLZ) zu ihrer Jugendzeit maximal in den Kinderschuhen steckte, allerhöchstens. Talentförderung etc. in Deutschland kann man doch erst ab vielleicht 2000 so nennen, in vielen Vereinen (HSV, Wolfsburg z.B. erst seit 4-5 Jahren).
    Dass heißt, dass erstens Talente erst ab ca. dem Geburtsjahrgang 1985 (sie waren 2000 also 14-15 Jahre alt) seriös bezüglich der Talentförderung bewerten kann und zweitens in einigen Regionen, wo die NLZ noch sehr unprofessionelle Jugendförderung hatten man sogar noch zeitlich weit nach hinten gehen muss.


    3) Dass du nun genau die "alten" Spieler gelistet hast, kann man auch gegenteilig bewerten. Nähmlich, dass die Talentförderprogramme so gut greifen, dass solche Fälle immer seltener werden.
    Ich hatte das mal in einem anderen Thread aufgelistet. Alle Nationalelfspieler Jahrgang 86 und jünger und wann sie in die NLZ oder zumindest leistungsorientierte Mannschaften (z.B. RW Essen, Özil und Unterhaching, Bender-Zwillinge) wechselten, wann sie also als Talente erfasst und leistungsorientiert ausgebildet wurden.
    Ergebnis: Außer Schürrle waren alle spätestens mit 14 oder 15 in solchen Vereinen, in der Regel sogar schon deutlich eher. Und selbst Schürrles Verein Ludwigshafen spielt in C- und B-Jugend Regionalliga und zählt damit wahrscheinlich nicht als Ausnahme...

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Ein aktuelles Beispiel, wenn auch nicht so höherklassig, wie die anderen ist Lukas Schmitz.


    Er kam 2009 als Spieler des TSG Sprockhövel mit dem Umweg über Bochum II auf Schalke und wurde nach starken Auftritten bei der Regionalliga-Mannschaft nach oben berufen und wurde völlig überraschend Stammspieler.
    Und er hat nur 2000 zwischendurch mal ein Jahr beim VFL Bochum in der Jugend gespielt, müsste D gewesen sein.


    Und das als 21 oder 22 Jähriger.


    Sicher kein Spieler der internationalen Klasse, aber wenn zwischen Spielen der Verbandsliga Westfalen II und Champions-League in San Siro keine 18 Monate liegen, ist das wohl eine Bilderbuchkarriere.

    "Ihr fünf spielt jetzt vier gegen drei."

  • TW-Trainer
    Da hast Du was falsch verstanden. Die getroffene Auswahl geht in Ordnung. Keiner hat die Kompetenz der Sichter in Frage gestellt. Wenn denn auch die von uns angesprochenen 6 - 8 Spieler weiter beobachtet werden, die durchs Sieb gefallen sind, ist alles gut.


    Aber eines ist doch klar: In jedem von uns steckt ein Bundestrainer und wir würden alle den Job besser machen.

  • TW-Trainer
    Da hast Du was falsch verstanden. Die getroffene Auswahl geht in Ordnung. Keiner hat die Kompetenz der Sichter in Frage gestellt. Wenn denn auch die von uns angesprochenen 6 - 8 Spieler weiter beobachtet werden, die durchs Sieb gefallen sind, ist alles gut.

    Zustimmung. Die Top 6-8 waren so eindeutig, dass es auch für mich unübersehbar war. Bei den anderen verlasse ich mich darauf, dass die halt mehr Ahnung haben als ich.
    Mein letztjähriger Keeper hat´s geschafft. Der Junge war natürlich stolz und hat sich gefreut wie Bolle. Leider wird er aber in Zukunft auf das TW-Training im Verein verzichten müssen, das montags zusätzlich angeboten wird. Aufgrund Deiner Berichte zum "TW-Training im Stützpunkt" befürchte ich, dass er mehr davon hätte, wenn er nicht genommen worden wäre...

  • Zum von TW-Trainer verlinkten Handout würde mich interessieren, was sich hinter dem Punkt


    Eltern als Trainer - Kompetenzen von Nachwuchstrainern
    Fachkompetenz vs. Sozialkompetenz


    verbirgt. Gibt es da noch nähere Infos zu den Inhalten ?

  • Sir Alex
    Erst mal danke für deine Hinweise bezüglich der Talententwicklung, wobei es mir pirmär darauf ankam, das Eltern sich manchmal auch über eine Ausbildung im Ausland entscheiden, weil die Talentsichtung im eigenen Land lückenhaft war und vielleicht noch ist. Bei den talentierten Mädchen ist das Raster noch sehr viel gröber, weshalb hier noch mehr Mädchen erst später oder gar nicht entdeckt werden. Nur in den wenigsten Fällen setzen sich Eltern oder Trainer für eine Förderung ein.


    Genau, wie du es beschrieben hast, lag die Talentförderung seinerzeit noch in den Kinderschuhen. Es gab Kreis- und Verbands- und Junioren-Nationalmannschaften, aber kein wirklich flächendeckendes und ineinander verzahntes System!


    Doch während seinerzeit die Mehrzahl der Eltern die Entwicklung ihrer talentierten Kinder in die Hände von Vereinen legten, ist das Interesse der Eltern am Werdegang ihrer Kinder gestiegen. Egal, ob es um geistige oder sportliche Bildung geht, treten Eltern in der heutigen Zeit auch durch die gestiegene Mobilität deutlich stärker als Stellvertreter ihrer (talentierten) Kinder auf als noch vor Jahren.


    Waren die Schülertrainer früherer Jahre häufig Lehrer u.ä., sind es heute im unteren Jugendbereich meist Spielerväter, die die sportliche Grundausbildung übernehmen.


    Leider wurde die sich stark verändernde Rollen von Eltern im Sport viel zu spät wahrgenommen, weshalb mit der Einführung der FPL erste Zeichen dort gesetzt werden, wo es negative Entwicklungstrends gab. Leider wird dies von Eltern manchmal als eine Art von "Wegsperren" beurteilt, was es nicht sein soll. Dennoch funktioniert heutzutage Kinder-/Jugendfussball nur mit den Eltern und nicht gegen sie! Wenn Eltern statt Trainer bzw. Elterntrainer Entscheidungen für die Kinder treffen, dann muß man sich mit ihren Erwartungen beschäftigen. Denn selbst, wenn Eltern gleichzeitig als Trainer beschäftigt sind, geht ihre Fürsorgepflicht bei den eigenen Kindern doch über das Sportgelände hinaus in allen wichtigen Fragen. Andererseits können Eltern ohne Traineraufgaben, nicht klar trennen, wann denn nun Verein, Verband oder DFB für das talentierte Kind zuständig ist. Es entsteht also ein großer Informationsbedarf.


    In der Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen sollten die Erwartungen der Eltern unter Abwägung der Interessen und Erwartungen des Athleten/Fussballspielers und des Vereins in ihrer Auswirkung auf das Fördersystem diskutiert werden. Workshop heißt aber auch, das man noch ein gutes Stück davon entfernt ist allgemeingültige Verbesserungsvorschläge zu präsentieren, weil man sich zunächst einmal mit dem Istzustand intensiver beschäftigen muß.


    Zum Istzustand gehört selbstverständlich auch die Erwartungen der Eltern der Kinder, die als Torleute für die Stützpunktaufnahme gesichtet wurden. Leider wurde den Stützpunkttrainern mit dem Start der 3-stufigen TW-Trainerausbildung auch versprochen, das TW-Trainer ihre Förderarbeit unterstützen würden. Daraus ist dann leider nichts geworden. Deshalb bemühen sie sich teilweise um Unterstützung aus den Vereinen.


    Follkao
    Du möchtest jetzt sicherlich einen Rat von mir bezüglich eurem Torwart? Ich möchte dir die Vor- und Nachteile aufzeigen


    positiv:
    - er kann bei Übungen ohne Torwart sich als Feldspieler in der beidfüssigen Balltechnik verbessern (gute Keeper sind auch gute Feldspieler - Ballancetraining ist auch Teil des TW-Trainings)
    - er wird aufgrund des höheren Niveaus gegenüber dem Heimatverein im Spiel mit Torwart stärker gefordert (variantenreichere Angriffe, härtere, präzisere Schüsse, Mitspielen u. Spieleröffnung)


    negativ:
    - er bekommt kein qualifiziertes (systematisch aufgebautes, abwechselungsreiches, umfassendes) TW-Training und Korrekturen zur Verbesserung seiner Fähigkeiten
    - er bekommt manchmal ein falsches Feedback vom Stützpunkt-Mannschaftstrainer, wenn der nachlassende Konzentration mit "Flüchtigkeitsfehlern" verwechselt


    Vielleicht könnt ihr ja auch mit dem Stützpunkt- und dem Heimat-TW-Trainer einen Kompromiß finden, damit der Junge nicht nach 6 Monaten enttäuscht zurück kommt und die Eltern den Eindruck gewinnen, das das Talent und/oder der Leistungswille nur unzureichend vorhanden wären?

    Einmal editiert, zuletzt von TW-Trainer ()

  • Zurueck zum Thema Abwerbung!


    Kenne das aus unserer Gegend in Oesterreich gar nicht, mal ausgenommen von der BL-Mannschaft in der Naehe. Die Spieler sind viel zu verbunden mit dem Heimatverein/Heimatgemeinde - es gibt auch nicht wirklich Leistungsklassen. Es ist eher umgekehrt, das Spielgemeinschaften schwer zustande kommen, da muss man ja e.v. zum Nachbarverein:)


    Mich wuerde eure Erfahrung im Bezug auf Oesterreich interessieren, kann mir vorstellen, das in den Ballungszentren Vereinswechsel ueblicher sind!

    "...for the love of the game!"

  • Kenne das aus unserer Gegend in Oesterreich gar nicht, mal ausgenommen von der BL-Mannschaft in der Naehe. Die Spieler sind viel zu verbunden mit dem Heimatverein/Heimatgemeinde - es gibt auch nicht wirklich Leistungsklassen. Es ist eher umgekehrt, das Spielgemeinschaften schwer zustande kommen, da muss man ja e.v. zum Nachbarverein


    Im Grunde ein Thema für sich. Bei uns bestehen mittlerweile viele JSG'en aus drei Vereinen. Auch das nimmt zu. Und Du kannst Dir vorstellen, dass dadurch Differenzen untereinander nicht gerade einfacher zu lösen sind.


    Im Bezug auf Abwerben birgt dies zusätzlich die Gefahr, dass die Jungs schon zu Beginn sowas wie Vereinstreue kaum kennen lernen. Mir ging es bei diesem Thema auch eher um die Art und Weise. Das Spieler den Verein wechseln hat es schon immer gegeben. Da war es aber so, dass zunächst an den Verein heran getreten wurde oder an den Trainer. Da es hier nicht so viel höher klassig spielende Vereine im Jugendbereich gibt, waren dies immer die gleichen Ansprechpartner und da bestand ein guter Kontakt. Ich hatte mit dem jeweiligen Trainer vereinbart, dass die Spieler zunächst Probetrainings absolvieren. So hatte auch der Spieler immer die Gewissheit, problemlos sofort wieder zurück zu können, wenn er dort nicht klar kommt. Das ist dann zwar nie vorgekommen, aber diese Option für den Spieler finde ich schon wichtig. Hat super geklappt.
    Diese Regeln scheinen aber weitestgehend abgeschafft worden zu sein. Zumindest in unserer Gegend. Da wird stumpf gebaggert und zwar gleich beim Spieler oder dessen Eltern. Das Ganze dann auch schon ab E-Jugend. Und auch da, wo es meiner Ansicht nach nicht mal großen Sinn macht.