Paradigmenwechsel des DFB hin zum Passen

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  • Ich verstehe nicht ganz, was du damit meinst, wenn du davon schreibst, "bis ins letzte Detail" zu gehen. Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber meine persönliche Erfahrung ist die, dass ich einen zuvor fremden Gedankengang erst einmal bis in die Details und in seine konkrete Manifestation ausdeklinieren muss, bevor ich das Gefühl habe, ihn wirklich bewerten zu können. Der Grad der Fremdheit ist hier natürlich wichtig, bei einer einfachen Variation von Bekanntem komme ich viel schneller zu einem Urteil.



    meinen Gedankengang verstehtst du wohl besser , wenn ich den Satz bis ins letzte Detail zu gehen umformuliere in bis ins letzte Detail umsetzenmuss
    mir ging es nicht ums Verstehen sondern ums Umsetzen


    Da bin ich mir nicht so sicher, das würde ich gerne im einzelnen überprüfen. Es mag auch sein, dass einige Ansprüche leichter zu erfüllen sind als andere, es kann auch sein, dass man in einigen Punkten anderer Meinung ist. Jedoch einfach zu sagen, das sei ja alles Theorie und Wunschdenken, während die Realität ganz anders aussehe und deren Umsetzung gar nicht möglich sei, ist mir viel zu pauschal und verkommt so zur billigen Ausrede. Folgt man dieser Denkweise konsequent, so zementiert man letztlich den Status Quo und behindert den Fortschritt. So extrem meinst du es nicht, das ist mir klar. Unterschätze jedoch nicht die Attraktivität von bequemen Gedanken auf die Masse der Leute da draußen..


    hier meinte ich die personenbezogene Realität der tätigen Trainer


    gg

    • Offizieller Beitrag

    Stützpunkte, Nationalmannschaften, Talente, wir reden hier von der Minderheit im Fußball.


    Was hat sich denn konkret für die anderen 95% der Aktiven geändert?
    Dirk schrieb:
    "Diese Änderungen sind aber fast immer im Bereich des Leistungstrainings (B- und A-Jugend) und dort im Bereich der Gruppen- und Mannschaftstaktik sowie der Spielsysteme"


    Gibt es in den andern Altersklassen und bei der Ausbildung an der Basis wirklich keinen Grund nachzubessern? Hat sich der Fußball an der Basis wirklich entwickeln können? Ich habe es schon oft geschrieben, es geht mir alles zu sehr in die "Elite" und jeder definiert das Ausbildungskonzept über die Erfolge der Auswahlmannschaften. Was bleibt denn an Entwicklung für den "Normal-Trainer"?


  • meinen Gedankengang verstehtst du wohl besser , wenn ich den Satz bis ins letzte Detail zu gehen umformuliere: in bis ins letzte Detail umsetzenmuss
    mir ging es nicht ums Verstehen sondern ums Umsetzen


    Um besser hierüber diskutieren zu können, müssten wir, wie ich meine, etwas konkreter werden. Sicher muss ich als Trainer darauf gefasst sein, dass ich nicht alles perfekt machen kann. Und dass die Realität eines Dorftrainers eine andere ist als die auf dem Stützpunkt. Das ist dann Teil der Erkenntnis des beschränkten Selbst, man darf seine Ziele nicht zu hoch stecken, sonst macht man sich und alle Beteiligten nur unglücklich. Wenn es das ist, was du meinst, pflichte ich dir absolut bei. Ich muss auch als Trainer erkennen, was ich unter welchen Anstrengungen umsetzen kann. Und wenn die Anstrengungen, alles richtig zu machen, zu groß sind, dann setze ich Schwerpunkte. Und gehe natürlich auch Kompromisse ein. Solange das Ergebnis eines Kompromisses besser ist als die Ausgangslage, ist ja gegen sie auch überhaupt nichts zu sagen.


    Gibt es denn konkrete Punkte, an die du denkst?



    hier meinte ich die personenbezogene Realität der tätigen Trainer


    Wenn man weiß, dass man etwas nicht ändern kann, sollte man es lassen. Wenn man mit Kompromissen kleine Schritte in die richtige Richtung machen kann, so sollte man sie eingehen. Man sollte seine Mitmenschen auch nicht vor den Kopf stoßen, sondern dort abholen, wo sie sich befinden, sie überzeugen und zu eigenen Mitstreitern zu machen versuchen. Man sollte hingegen nicht faule Kompromisse eingehen oder Zustimmung signalisieren, wo Ablehnung angebracht ist. Verständnis und Akzeptanz vielleicht, aber keine Unterstützung.


    Ich hoffe aber, dass das jetzt nicht schon alles war, was du zu antworten hast. :)

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • @Uwe: Sehr gut, vollkommen richtig. Das geht in die selbe Richtung wie mein Anliegen: ich wünsche mir für alle Kinder kindgerechtes Training und einen kindgerechten Spielbetrieb. Der DFB ist in diesem Zusammenhang schon ziemlich fortschrittlich, aber wenn ich mich umsehe, so kommt davon in den Kindermannschaften der Breitensportvereine davon noch sehr, sehr wenig an.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Um besser hierüber diskutieren zu können, müssten wir, wie ich meine, etwas konkreter werden. Sicher muss ich als Trainer darauf gefasst sein, dass ich nicht alles perfekt machen kann. Und dass die Realität eines Dorftrainers eine andere ist als die auf dem Stützpunkt. Das ist dann Teil der Erkenntnis des beschränkten Selbst, man darf seine Ziele nicht zu hoch stecken, sonst macht man sich und alle Beteiligten nur unglücklich. Wenn es das ist, was du meinst, pflichte ich dir absolut bei. Ich muss auch als Trainer erkennen, was ich unter welchen Anstrengungen umsetzen kann. Und wenn die Anstrengungen, alles richtig zu machen, zu groß sind, dann setze ich Schwerpunkte. Und gehe natürlich auch Kompromisse ein. Solange das Ergebnis eines Kompromisses besser ist als die Ausgangslage, ist ja gegen sie auch überhaupt nichts zu sagen.


    Gibt es denn konkrete Punkte, an die du denkst?


    du hast es getroffen.
    bei allen guten persönlichen Vorstellungen, darf ich die vorzufindenen Gegebenheiten vor Ort (Spieler, Elternschaft,Verein), aber auch das Erkennen der persönlcihen
    Vorraussetzungen, nicht aussen vor lassen und muss meine Konzeption anpassen.


    konkretes Beispiel:


    durch Umzug E-Mannschaft eines kleinen Dorfvereins übernommen, bis dato vom kindsgemässem Fussbal war da nichts gewesen.
    ein zweistelliges Ergebnis war wichtiger als alle spielen lassen.
    meine komplett andere Denkweise direkt und in Gänze umgesetzt. Kinder, Eltern und auch Jugendleitung komplett überfordert.
    bin voll gegen die Wand gefahren.
    gegen besseres Wissen habe ich die Gegebenheiten vor Ort ausser Acht gelassen. Kompromisse und langsameres Vorgehen bei der Umstellung wäären
    sinnvoller gewesen.


    gg

  • Genau, da passt die Analogie zu dem Pott, den man nicht mal eben gewendet bekommt, auch wieder. Machst du es nämlich doch, so kentert er. Aber unter Volldampf im Nebel weiter zu fahren ist genauso schlecht, wenn man weiß, dass sich irgendwo da vorne ein Riff befindet.


    So scheint das nämlich im Nachbarverein mit unserer Parallelmannschaft gelaufen zu sein. Wir sprechen hier vom Jahrgang 2001. Zu G-Zeiten hatten sie mehr Spieler als wir, es müssen so um die 25 gewesen sein, wir hatten immer zwischen 15 und 20. Sie haben immer sehr viel Wert auf den sportlichen Erfolg gelegt, es gab da die 'Goldjungs', die immer gespielt haben, die eindeutig bessere zweite (!) Mannschaft, die sich zu Hallenkreismeisterschaften qualifizierte und bis ins Kreispokalfinale kam. Bei uns gab es auch immer mal wieder Zu- und Abgänge, der Kader blieb aber in seiner Stärke ziemlich stabil, aktuell haben wir 17 Spieler, unser Nachbarverein jedoch nur noch geschätzte zehn oder elf, auf dem Foto auf der Homepage sind es nur neun. Ich bin unheimlich traurig darüber, dass dort viele Kinder, die gar nicht schlecht gekickt haben, den Spaß am Fußball verloren und die Fußballschuhe an den Nagel gehängt haben, weil sie eben nicht zu den Gewinnern zählten, wo nur das Gewinnen zählte.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Also ich kann ja nur für mich sprechen:


    Aber bei mir hat es sich so entwickelt, dass ich jetzt schon eine starke Änderung meines Trainings erlebe,
    (Hauptsächlich: Dribbel/Fintentraining in der F // viele Positionswechsel etc.) insofern ist das beim Breitensport
    (mir) angekommen;


    aber leider pflichte tobn ein:
    es sind noch viel zu viele, wo wenig "von der DFB Philosophie etc." bei allen ankommt...


    Liegt leider aber auch daran, dass viele (Erst-)Trainer allein gelassen werden von ihren Vereine, was
    die interne Ausbildung etc. angeht ...


    mal sehen, habe am 14.2. ein Gespräch mit nem sportlichen leiter eines anderen Vereins die ein
    ganzes Konzept aufgebaut habe für ihre Jugendabteilung;


    da gibt es positive Sachen genauso wie extrem fragwürdige (z.B: Scouting !!!).
    Werde ich mal hinterfragen;


    sehr interessiert mich die Sichtweise mit den Zielen einer F Jugend etc.
    mal sehen wie ihre "Paradigmen" aussehen...


    apropo: Habe auch die Zeitschrift, mir aber noch nicht genau durchgelesen... gehe aber davon aus, dass
    dies kein Wechsel ist, vor allem nicht für die jüngeren Jahrgänge, wie hier auch schon öfters vorgetragen wurde.

  • Es geht immer wieder um das Gewinnen und "das Gewinnen" ist ja so eine verrückte Sache.



    Da gibt es bei uns eine E-Jugend als Spielgemeinschaftsmix, die wechselte schon immer alle Positionen durch und pfiff auf das Gewinnen. Am letzten Wochenende kam das, was kommen musste ...................... die Kinder wollten eigentlich nicht wirklich gegen ihre heutigen Gegner antreten, wurden aber von außen dazu gezwungen. Sie mussten gegen sich selbst spielen.


    Es war das Finale des Bezirkssichtungsturniers: zwei absolute Kracherteams gegeneinander........................ gleich mehrere Kinder aus diser E-Jugend in BEIDEN rivalisierenden TOP-Mannschaften (wohnortbedingt) .....................................



    Wie sind sie dahin gekommen? Talent ... sicherlich. Eine universelle, freie und ungezwungene Ausbildung war jedoch der Schlüssel dazu.


    Diese Kinder haben sichtlich Spaß am Fußball. UND DAS IST IHR ERFOLGSREZEPT............ nicht COERVER, nicht Dribbeln und auch nicht das Passen.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • nun gut, bitte seh mir aber nach, dass dies schon ein AHA Effekt bei mir verursacht hat, und man das ja auch "greifbar" machen will.


    Insofern seh ich bei der Gewichtung der Trainingsinhalte schon den "Schlüssel"...

  • Gibt es in den andern Altersklassen und bei der Ausbildung an der Basis wirklich keinen Grund nachzubessern? Hat sich der Fußball an der Basis wirklich entwickeln können? Ich habe es schon oft geschrieben, es geht mir alles zu sehr in die "Elite" und jeder definiert das Ausbildungskonzept über die Erfolge der Auswahlmannschaften. Was bleibt denn an Entwicklung für den "Normal-Trainer"?


    Das sehe ich ebenso als Problem an. Der Breitensport-Trainer wird ziemlich alleine gelassen. Natürlich kann man die für die Elite entwickelten Konzepte für sich und seine Mannschaft adaptieren, aber das muss jeder für sich machen. Zum Glück passiert das auch, das zeigen ja schon die Diskussionen hier im Forum. Aber viel besser wäre es, wenn es dafür explizite Empfehlungen seitens DFB gäbe.


    @Uwe: Sehr gut, vollkommen richtig. Das geht in die selbe Richtung wie mein Anliegen: ich wünsche mir für alle Kinder kindgerechtes Training und einen kindgerechten Spielbetrieb. Der DFB ist in diesem Zusammenhang schon ziemlich fortschrittlich, aber wenn ich mich umsehe, so kommt davon in den Kindermannschaften der Breitensportvereine davon noch sehr, sehr wenig an.


    "Kindgerechter Spielbetrieb" ist auch ein wesentliches Stichwort: Kleinere Mannschaften bei G,F,E, Spielfeste, FPL, leistungsgerechte Gruppeneinteilung, weitere Lockerung der Wechselregeln auch bei höheren Junioren....Der DFB bzw. die Landesverbände und Fussballkreise könnten viel bewegen, wenn sie selbst beweglich wären. Wobei ich nicht alles schlecht reden will: Es ist schon ein Trend in die richtige Richtung erkennbar (z.B. Abschaffung D-11), aber ein wenig mehr Mut beim Reformieren wäre nicht schlecht.


    Grüße
    Oliver

  • @Uwe
    Der DFB versucht doch heute heute schon nach der Devise zu handeln, Je besser die Ausbildung für die Masse, desto mehr Auswahl an Klasse.
    Das Konzept ist auch für den Breitenfußball 1:1 umsetzbar. Je mehr Talente im Breitenfußball aus gebremst werden, desto größer die Auswahl für die Auswahlen.
    Jedes Talent kommt doch ursprünglich aus dem Breitenfußall.


    Klar gibt es einen oder viele Gründe nachzubessern. Für mich der allerwichtigste. Die besten Trainer gehören in den Grund- und Aufbaubereich.
    Dort gibt es aber kein Geld oder Ehre. Wo bleiben also die besten Trainer?


    Sehr häufige Aussage hier:
    "Es wird nicht genügend für den Breitenfußball getan."


    Jeder Trainer im Bereich des DFB kann 12 verschieden Kurzschulungen kostenlos besuchen.
    Alle halbe Jahr findet auf den Stützpunkten eine kostenlose Weiterbildung statt.
    Jeder Trainer kann an einer Ausbildung zum Teamleiter oder zum Trainer-C Breitenfußballer teilnehmen.
    Die Ausbildungen dazu sind so flexibel, dass man die einzelnen Module je nach Wunsch, in Abendschulung, an Wochenendseminaren oder in Wochenblocks absolvieren kann.
    Unser KFV kommt bei genügender Teilnehmerzahl sogar in die Vereine und führt vor Ort die Ausbildung durch.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Das Konzept ist auch für den Breitenfußball 1:1 umsetzbar.


    Hmm, macht man es sich damit nicht ein wenig zu einfach? In der G bis E mag das ja noch stimmen. Aber spätestens ab D-Jugend sind die Voraussetzungen und entsprechend die Aufgaben in einem leistungsorientierten Verein mit selektierten Talenten doch ganz andere als in einem kleinen Dorfverein.


    Je mehr Talente im Breitenfußball aus gebremst werden, desto größer die Auswahl für die Auswahlen.

    Statt "ausgebremst" meinst Du sicher "ausgebildet", oder?


    Bzgl. der Möglichkeiten zur Trainerausbildung gebe ich Dir Recht, da gibt es schon ein vielfältiges Angebot.


    Grüße
    Oliver

  • [ich seh es etwas differenzierter


    auch wenn man sicherlich noch mehr machen könnte, im Bereich Kinderfussball tut der DFB schon einiges, ist auch ständig in der Weiterentwicklung.
    leider ist zuvieles letztendlich abhängig von der handelnden Personen.


    der DFB ist hier auch aus reinem Eigeninteress sehr aktiv.


    bis zu Beginn der Sichtungsphase sollen möglichst viele Grundbausteine gelegt sein.


    aber was kommt danach, und hier stimme ich mit Uwe überein.
    der Breitensport hört nicht ab C-Jugend auf.


    spätestens ab dem B-Jugendalter tut sich im Breitensport von DFB-Seite aus relativ wenig.
    aber da sind die, auf die der DFB setzt und auch braucht längst ausgesichtet
    und nicht mehr im Breitensport.


    ab hier geht es dem DFB doch grundsätzlich nur noch um einen einigermassen geordneten Spielbetrieb.


    hat von euch schon mal einer eine Fortbildung mit B oder A-Jugend gemacht? ich noch nicht, da war hier noch kein Angebot, zumindest hab ich das nicht mitbekommen.


    der DFB arbeitet bei seinen Vorstellungung nicht umsonst mit der Pyramide.


    je höher es geht, desto unwichtiger wird der Breitensport, zumindest was Ausbildung betrifft.


    man darf nicht vergessen, Sammer ist das Paradebeispiel für den absoluten Leistungsgedanken .


    gg

  • Es gibt vom DFB für B- und A-Jugend zumindest auch eine Kurzschulung, siehe http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=507665. Desweiteren soll der Trainer C-Breitenfußball, wenn man ihn im Profil "Kinder und Jugend" 'macht', eigentlich auch für diese Altersklassen qualifizieren, wie man http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=507547 entnehmen kann. Und es gibt auch ein Teamleiter-Profil Jugend, siehe http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=507546. In Training Online gibt es einen eigenen Abschnitt für B- und A-Junioren. Und dann bietet der DFB auf seiner Seite auch noch einige Hilfsmittel für die Trainer an. Untätigkeit kann man ihm daher, meiner Meinung nach, auch in dieser Altersklasse nicht vorwerfen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

    • Offizieller Beitrag

    Der DFB versucht doch heute heute schon nach der Devise zu handeln, Je besser die Ausbildung für die Masse, desto mehr Auswahl an Klasse.


    Ich würde das anders formulieren: je mehr Kinder wir zum Fußball bekommen und diese bis zu Sichtungsalter bei Laune halten, desto mehr Auswahl an Klasse!


    Der DFB versucht, angefangen im Kindergarten, immer mehr Kinder in die Vereine zu ziehen. Ich glaube, der DFB hat erstmal dafür zu sorgen und dafür viel mehr Mittel einzusetzen, dass eine umfassende, qualifizierte Betreuung der Kinder gewährleistet ist. Welche Gelder werden denn in die Förderung der Elite gesteckt und welche in die Basis? Irgendwo hier hatten wir dazu mal einen alten Haushaltsplan und man konnte nur erahnen, welche Mittel wohin gehören. Fast jeder glaubt, wenn der DFB wieder eine zusätzliche Million in die Ausbildungsförderung steckt, die Basis ist damit gemeint. Geschichten wie Campus etc., fließen in den Ausbildungstopf, der damit natülich sehr hoch ausgewiesen werden kann. Mindestens 95% der Fußball werden aber den Campus niemals sehen (ist übrigens nur ein Beispiel, keine Campus-Bewertung).


    Ich behaupte auch, haben die Spieler erstmal das Sichtungsalter überschritten, sind sie nur noch wenig interessant. Im Seniorenbereich quält sich alles unterhalb der Dritten Liga mit Finanznöten. Erste bis Dritte Liga werden gepuscht, damit wird Geld gemacht. Die restlichen Amateurklassen werden stark vernachlässigt, um es mal vorsichtig auszudrücken.

  • Hallo zusammen,


    eigentlich ist man hier ein wenig vom Thema abgekommen. Geht es doch um die Frage des Paradigmenwechsel. Finde ich aber nicht schlimm, sonst würde ich nicht auch einen Beitrag verfassen.


    Meiner Ansicht nach hat der DFB schon viel für eine bessere Ausbildung getan. Nach oben hin ist allerdings immer alles offen. Es geht immer noch ein wenig besser. Auf der anderen Seite finde ich, dass man die "Verantwortung" nicht unbedingt ausschließlich beim DFB sehen sollte. Eigeninitiative ist da schon auch gefragt. Wenn einige meinen, dass viele Trainer im Kinder- u. Jugendbereich alleine gelassen werden kann ich das so nicht ganz akzeptieren. Grundsätzlich werden vom DFB die Möglichkeiten gegeben sich zu informieren. Es gibt Lehrgänge, Lizenzen u. das DFB-Mobil. Schon da kann jeder Verein viel organisieren, um seine Trainer auszubilden. Es muss ja nicht gleich eine Lizenz sein.


    Nun kann man sicher argumentieren, dass es für die Vereine grundsätzlich schwer ist Trainer zu finden, da es für die jeweilige Person schon recht viel Zeitaufwand bedeutet. Wenn man da noch mit Fortbildung oder gar Lizenz kommt winken die schnell ab oder werfen sogar das Handtuch.


    Auf der anderen Seite wird es oft ein wenig so dargestellt, als sei es ein notwendiges Übel ein Trainer einer Kinder- oder Jugendmannschaft zu sein. Man kann als Verein froh sein jemanden zu finden, der die Aufgaben übernimmt. Jetzt denke ich mal an meine Anfänge zurück, die gar nicht mal so lange her sind. Ich kam quasi, wie so viele andere auch, wie die Jungfrau zum Kinde. Hatte nicht einmal ein eigenes Kind in der Mannschaft, sondern damals einfach relativ viel Zeit und eben Interesse am Fußball. Es machte mir dann unglaublich viel Spaß und das Interesse am Trainerdasein stieg an. Somit bin ich dabei geblieben. Und da ist der Punkt, wenn ich von Eigeninitiative schreibe. Bevor ich überhaupt eine Mannschaft übernahm habe ich mich umfassend informiert. Was ich nämlich von Anfang an wußte war, dass ich wahrscheinlich nichts weiß. Ich wollte nicht unvorbereitet sein. Das ging so weit, dass ich eigentlich zum Zeitpunkt der Erwerbung der Lizenz mir so viel angeeignet hatte, dass ich mir den Lehrgang fast hätte sparen können. Und der war sehr zeitaufwendig. Natürlich habe ich auch da noch viel mitgenommen, aber der größte Teil war mir bekannt. Und Spaß hatte ich auch.


    Da ist der Punkt. Wenn mir die Sache keinen Spaß macht, dann sollte ich es lassen. Sonst ist es schnell einfach nur eine Belastung. Für mich und die Kinder. Und wenn mir etwas Spaß macht, dann setze ich mich damit immer mehr auseinander. Will mehr wissen und ergreife immer mehr Eigeninitiative. Fehler werden gemacht - keine Frage. Aber aus denen lerne ich.


    Natürlich kann man jetzt auch argumentieren, dass es immer noch diese Jugend- u. Kindertrainer gibt, die keifend und eigentlich unwissend am Spielfeldrand stehen und offensichtlich auch Spaß daran haben und vom DFB nicht wirklich erreicht werden. Die, die im Grunde Bundesligaspieler und nicht Kinder auch dem Platz sehen und Erfolg anders definieren, als der Großteil hier im Forum. Aber da stelle ich mir die Frage: haben die wirklich Spaß an der eigentlichen Sache oder geht es im Grunde da nicht um andere Dinge? Und wenn es diese Trainer immer noch gibt, dann muss die von mir genannte Eigeninitiative eben vom Verein ausgehen. Immer kann man keine Lösung finden. Wie auch in anderen Bereichen gibt es immer Unbelehrbare. Aber die werden bei entsprechenden Gegenwind eben ihre Lust u. Freude irgendwann verlieren und sich anderen Dingen zuwenden.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • @Uwe
    Leider muß ich deine Aussagen zur Gewichtung der Interessen und Mittelverwendung bestätigen. Durch die Einführung der DFB-Stützpunkte in Verbindung mit dem Sparkassen-Cup wurde eine Klassifizierung eingeführt, die ich gerne ändern würde.
    Deutlich in den Breitensport hinein ragt die Auswahl für die erste Sichtung, die Auswahl und später dann die Selektion für die Spieler, die dem Verband präseniert werden. Wer durch dieses Sieb fällt, der darf sich auf den Breitensport freuen. Ihm werden in über 90 % aller Fälle Trainer zugeteilt, die kaum etwas vom kindgerechten Fussball wissen, so das ab der D-Jugend die Kinder in Scharen davon laufen.


    Selbst auf den Stützpunkten läuft nach dem Sparkassencup eine Zweiklassengesellschaft ab. Die einen, die mitgenommen wurden und im Verband weiter gefördert werden und die anderen, die eigentlich nur noch zum Stützpunkttraining kommen, um ihren Kumpels erzählen zu können, das sie ja noch "Auswahl" spielen. Weil es aber keine systematische Sichtung für die älteren Stützpunkt-Jahrgänge gibt, wird die Teilnahmequote dort auch deutlich geringer. Nur dann, wenn sie als Statistiken für Bezirks-, Bereichs-Turniere gebraucht werden, kommen sie mit der sehr geringen Hoffnung, doch noch nachnominiert zu werden. Diese "Ausschußliste" gibts dann später auch auf dem Verband. Während sich die Jungen das noch gefallen lassen, reagieren die Mädchen deutlich impulsiver. Für eine U 20 Verbandself lassen sich dann kaum noch welche begeistern, die im Verein ein deutlich höheres Niveau vorfinden. man findet meist nur noch solche, die die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben haben.


    Um diese 2-Klassengesellschaft im Nachwuchsbereich aufzulösen, braucht es zunächst einmal einen Hebel im Konzept, der umgelegt werden muß.Es ist schon richtig, das der DFB zu den Menschen in den Vereinen kommt, statt ein einer Glaskugel Gelder und Wissen zu verwalten. Es genügt aber nicht, sich ein paar Bullis anzuschaffen, durch die Orte zu den kleineren Vereinen zu fahren und gleich wieder zu verschwinden.


    Ich glaube auch nicht, das dieses Forum immer mehr Anhänger findet, weil alle ihre Zufriedenheit mit den Fussball und speziell den Trainer-Rahmenbedingungen zum Ausdruck bringen wollen. Es ist zum Teil die Suche nach Informationen und für manche mag es ein Ventil des Protests sein, wie wenig und mit welch langsamen Tempo sich der DFB auf die Bedürfnisse des Kinderfussballs zubewegt!


    Zum Glück ist aber der "breite graue Rand" groß genug, um mit seinen persönlichen Erfahrungen und den Ergänzungen von Kollegen in seiner Umgebung das Bestmögliche zu erreichen! Nur, wer zu spät kommt, den straft der DFB!

  • Deutlich in den Breitensport hinein ragt die Auswahl für die erste Sichtung, die Auswahl und später dann die Selektion für die Spieler, die dem Verband präseniert werden. Wer durch dieses Sieb fällt, der darf sich auf den Breitensport freuen.



    noch deutlicher


    die Stützpunkte enden nach der C-Jugend (zumindest bei uns ist das so)


    warum wohl? die Besten sind gesichtet, vom DFB und Leistungsvereinen, also sieht man keine Veranlassung für weitere Förderung.


    eine weitere Förderung käme dann nur den kleineren und mittleren Vereinen zugute . unnötige Geldausgabe.


    der talentierte Spieler, der bei seinem Heimatverein bleiben will, ist für den DFB uninteressant.


    gg

    • Offizieller Beitrag

    Auf der anderen Seite finde ich, dass man die "Verantwortung" nicht unbedingt ausschließlich beim DFB sehen sollte. Eigeninitiative ist da schon auch gefragt. Wenn einige meinen, dass viele Trainer im Kinder- u. Jugendbereich alleine gelassen werden kann ich das so nicht ganz akzeptieren. Grundsätzlich werden vom DFB die Möglichkeiten gegeben sich zu informieren. Es gibt Lehrgänge, Lizenzen u. das DFB-Mobil. Schon da kann jeder Verein viel organisieren, um seine Trainer auszubilden. Es muss ja nicht gleich eine Lizenz sein.


    Da stimme ich dir zu, das ist Originalton DFB und es würde auch anders gehen. Im Elitebereich erbringt der DFB die Leistung. Sichtung und ähnliche Dinge musst du nicht abrufen, die kommen von ganz allein.


    Warum macht man das nicht auch in der Basisförderung? Der Kindertrainer muss sich informieren und wenn er Glück hat, kümmert sich der Verein, ansonsten ist er in der Welt der Bürokratie und Kosten für sich allein verantwortlich. Nicht jeder Trainer kann damit umgehen und ist einfach nur mit solchen Dingen überfordert. Der DFB und/oder die Verbände müssen dorthin gehen, wo es weh tut. So könnte ein- oder zweimal im Jahr im Kreis eine Kurzschulung stattfinden, über die Anforderungen im Kinderfußball. 2- 3 Stunden ist doch schon was und nur wer teilnimmt, erhält einen Kinderfußball-Führerschein, der berechtigt eine Kindermannschaft zu führen.
    Eigentlich müssen wir uns darüber keine Gedanken machen, dafür ist der DFB verantwortlich. Wer ein Konzept anbietet, muss auch für die schnelle Umsetzung sorgen und wer das nicht kann, macht etwas falsch, oder hat hat nur einen Papiertiger geschaffen, mit welchem Hintergrund auch immer. Die Anmerkung "es gibt doch alles" reicht mir nicht aus, denn wenn es nicht angenommen wird, kann man nicht die Schuld beim "Kunden" suchen.


    Die Möglichkeiten sind da, es kostet aber Geld, womit wir wieder bei der Verteilung wären.

  • Der DFB und/oder die Verbände müssen dorthin gehen, wo es weh tut. So könnte ein- oder zweimal im Jahr im Kreis eine Kurzschulung stattfinden, über die Anforderungen im Kinderfußball. 2- 3 Stunden ist doch schon was



    scheint doch Unterschiede zu geben, und nicht immer liegt es am DFB oder Verband


    genau das, was du forderst, Ausbildung und Information vor Ort, haben die Stützpunkttrainer bei uns im Kreis ständig angeboten.
    Resonanz: äuusserst gering
    mit 2 Nachbarvereinen gemeinsam durchgezogen, Samstagvormittag 2 Stunden, Allgemeines über Kinderfussball, 1 Std Praxis, sehr gut vorbereitet vom Referenten.


    frag aber nicht, wieviel Trainer von der 3 Vereinen da waren bzw. nicht da waren, es hielt sich die Waage..


    was nützt das beste Angebot, wenn es nicht wahrgenommen wird. Eigeninitiative wurde ja schon angesprochen.


    der Bitte, eine Trainingseinheit mit meiner damaligen Mannschaft zu machen, wurde auch nachgekommen.


    wie gesagt, es ist halt überall anders.


    gg