Frust bei den schwächeren Teams

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  • Zuerst sollte man definieren, welches Ziel im Jugendfußball (untere Jahrgänge) das Ziel Nr. 1 ist, dem sich die anderen unterordnen müssen.
    Die fußballerische Ausbildung - das ist offensichtlich der Weg von Ranwie und Andre.
    Oder der soziale Aspekt, Freundschaften .... wie es duffy und Paul Breitner vertreten.
    Je nach dem ist es dann auch in Ordnung, die Mannschaften nach Spielstärke oder gemischt einzuteilen.

  • Sehe ich genauso. Klares Konzept und jeder muss sich dran halten. Fertig.


    Die Einteilungsmöglichkeit, die bei uns praktiziert wird, ist stumpf nach Jahrgängen. Also 2001er sind E1, 2002er E2 usw. bis runter zur Mini. Ist aber angelehnt bzw. eher einzuordnen nach sozialen Aspekten. Obwohl ich es klar anders ( wie in Ranwie's Club ) praktizieren würde, hätte ich es zu entscheiden.


    duffy


    Zu deinem ersten Statement über Einteilung hat Ranwie sich schon geäußert und dem stimme ich zu. Daher kurz hierzu:


    Zitat

    Dann wirst du eine Mischung in den Mannschaften haben, wie in einer Dorfmannschaft, die nur eine Mannschaft pro Jahrgang hat.
    Da funktioniert das mit den Leistungsunterschieden nämlich auch, ein guter Trainer muss das auch hinkriegen.
    Außerdem können die schlechteren auch von den besseren profitieren.


    Das ist dann aus der Not geboren. Und richtig, der Trainer muss es hinkriegen. Das ist nicht nötig, wenn es die Möglichkeit der homogenen Einteilung gibt, somit nicht vergleichbar.


    Zitat

    Die Kinder werden nicht gleich abgestempelt, das sie in der schlechten Mannschaft sind. Das sagen die Kinder in der F nämlich schon von selber!


    Sorry, aber wer das dann den Kindern auch so vermittelt, sollte sich ernsthafte Gedanken machen, ob er nicht lieber in höhere Altersklassen wechselt. Aber dazu müssen eben alle auch an einem Strang ziehen.




    Duffy, es gibt leider tatsächlich auch egoistische Gründe und Befindlichkeiten ( bei Trainer wie bei Eltern ). Das ist nicht weg zu diskutieren. Aber nicht jeder Befürworter der Einteilung nach leistungshomogenen Mannschaften hat die Befriedigung seines Ego oder Gewinngeilheit oder ähnliches im Sinn. Bei mir zumindest ( und bestimmt auch bei Ranwie und Andre nicht ) ist dies nicht so. Wir praktizieren ja Einteilung nach Jahrgang und ich trage dieses "Konzept" unseres Vereins damit ja auch mit. Ich sehe dabei aber auch in der Praxis ganz klar die Nachteile. Die sind hier schon genannt worden. Und wenn ein Verein die Möglichkeit hat, diese Nachteile zu vermeiden, ist es meiner Meinung nach für die fußballerische Ausbildung im gesamten Verein bis in die A-Jugend grob fahrlässig, wenn er das nicht tut.

  • Oder der soziale Aspekt, Freundschaften .... wie es [...] Paul Breitner vertreten.


    Das ist für mich auch nur Mittel zum Zweck, nämlich die Kinder beim Sport, im Verein und beim Fußball zu halten. Wenig Bewegung, Defizite im sozialen Umgang und Vereins-/Mannschaftssterben sind doch die Mega-Themen.

  • Soziale Aspekte sind wichtig und die gehen auch bei uns nicht unter. Kinder, die fußballerisch in die erste Mannschaft gehören, aber lieber mit ihren Freunden in der Zweiten spielen wollen, dürfen das natürlich auch. Da freut sich dann ein anderes Kind, wenn es in die Erste aufrücken darf. Umgekehrt geht das allerdings nicht. Ich verstehe Euer Ansinnen Freunde nicht auseinander zu reißen, aber man sollte sich auch nicht der Illusion hingeben, dass Kinder, die zusammen zur Schule gehen oder zufällig im Bambini-Alter in eine Mannschaft gekommen sind, alle die besten Freunde sind. Das ist nicht der Fall. Aus der Klasse meines Sohnes spielen 8 Kinder Fußball, davon sind einige untereinander befreundet, aber längst nicht alle. Dafür gibt es Freundschaften über den Klassenverband hinaus zu den Klassen darüber und darunter. Eine Mannschaft nach Zugehörigkeit zu einer Schulklasse zu bilden, halte ich daher für genauso beliebig, wie nach Haarfarbe.


    Früher war es bei uns genau so, wie duffy es fordert: es fanden sich im Bambini-Bereich Mannschaften und Trainer zusammen, die dann über Jahre unverändert blieben. Es gab teilweise gewaltige Leistungsunterschiede zwischen den Kindern. Viele schwächere haben mit der Zeit aufgehört, weil sie immer nur hinterher liefen, viele Gute sind zu (ebenfalls kleinen) Nachbarvereinen gegangen, weil sie dort mit besseren Spielern zusammen spielen konnten. Es gab kaum Austausch zwischen den Mannschaften und den Trainern, jeder kochte mit "seiner" Mannschaft sein eigenes Süppchen. Natürlich verlassen auch jetzt noch Kinder den Verein, aber es sind viel weniger geworden. Im übrigen gehen keine Kinder aus "sozialen Gründen", sondern i.d.R. weil ihre Eltern der Meinung sind, dass sie in die erste Mannschaft gehören. Das sind aber Einzelfälle.


    Was das Thema Freundschaften angeht, beobachten wir, dass durch die neuen Zusammensetzungen der Mannschaften plötzlich Kinder miteinander spielen, die sich vorher nicht oder kaum kannten. Bestehende Freundschaften bleiben indes auch dann bestehen, wenn die Kinder mal ein Jahr nicht in der gleichen Mannschaft spielen. Wir haben zudem die Besonderheit, dass die Gemeinde aus zwei Ortsteilen besteht, die etwa 2 km auseinander liegen. Wir haben auch zwei Grundschulen. Kinder gleichen Alters aus den beiden Ortsteilen begegnen sich daher fast nur im Sportverein. Schon allein deswegen, ist es für uns wichtig, dass es eine ordentliche "Durchmischung" gibt. Aus meiner Sicht unterstützt der sportliche Ansatz eindeutig den sozialen!

  • [


    Die Kinder werden nicht gleich abgestempelt, das sie in der schlechten Mannschaft sind. Das sagen die Kinder in der F nämlich schon von selber!


    Sorry, aber wer das dann den Kindern auch so vermittelt, sollte sich ernsthafte Gedanken machen, ob er nicht lieber in höhere Altersklassen wechselt. Aber dazu müssen eben alle auch an einem Strang ziehen.


    Hallo Steini,


    das wird den Kindern so natürlich keiner vermitteln, selbst nicht die leistungsorientiertesten Egomannentrainer.
    Aber ab der F-Jugend sind die Kinder schon schlau genug selbst darauf zu kommen, das sie leistungsgemäß einsortiert wurden und wie.
    Außerdem gibt es immer genug Kinder die tönen "wir sind die bessere Mannschaft, ihr seit die schlechten...."
    So blöd oder abgeklärt sind 9jährige wirklich nicht.


    Aber seis drum.


    Rawnie,


    wieviele Mannschaften habt ihr den pro Jahrgang?


    Duffy

  • Rawnie,
    wieviele Mannschaften habt ihr den pro Jahrgang?

    Unsere Gemeinde hat 8000 Einwohner. Wir haben 3 F und 2 E (eigentlich 3, aber es fehlt an Trainern), 2 D (eigentlich 3, siehe E-Jugend), 2 C, danach eine Mannschaft. Die Zahl der Mannschaften hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert. Als ich vor 4 Jahren angefangen habe, hatten wir 8 Mannschaften, jetzt sind 12 gemeldet, 14 könnten es sein, wobei die Bambini mit >30 Kindern nur als eine Mannschaft gerechnet werden, da wir in der Altersklasse im Kreis noch keinen Spielbetrieb haben und auch alle zusammen trainieren. Dazu kommen noch 3 reine Mädchenmannschaften. Ich möchte diese Entwicklung ganz sicher nicht unserem Einteilungssystem zuschreiben, wohl aber unserer Jugendarbeit im Ganzen. Von der Anzahl der Mannschaften gesehen, liegen wir hier im Kreis (sehr ländlich) im oberen Mittelfeld. Die größeren Vereine haben bis zu 16 Mannschaften, die meisten 8 bis 12, einige auch weniger.

  • Vielen Dank an Ranwie und einige, die hier erörtert haben, wie und warum die Mannschaften im Kleinfeld in den Vereinen sortiert werden. Ich trainiere bei uns den Jahrgang 2004 und wir haben aktuell 2 Mannschaften, bei den 2003ern sind es inzwischen schon 3 Teams. Und das Thema, ob man die Mannschaften zur neuen Saison etwas verändert, damit die Mannschaften möglichst homogen sind, wird - zumindest hinter vorgehaltener Hand - schon etwas diskutiert.


    Ich bin grundsätzlich auch für die Einteilung nach dem fussballerischen Können, möchte aber soziale Aspekte wie Freundschaften und Klassenkameradschaften - wenn möglich berücksichtigen. Es gibt Argumente für beides, und am wichtigsten ist letztlich, daß die Kids den Spass dabei nicht verlieren. Ich werde dazu mal unsere Jugendleiter befragen, da ich kürzlich auch gehört habe, daß bei uns grundsätzlich die besten Kinder in der 1. Mannschaft spielen sollten.

  • Aber ab der F-Jugend sind die Kinder schon schlau genug selbst darauf zu kommen, das sie leistungsgemäß einsortiert wurden und wie.
    Außerdem gibt es immer genug Kinder die tönen "wir sind die bessere Mannschaft, ihr seit die schlechten...."
    So blöd oder abgeklärt sind 9jährige wirklich nicht.



    Hallo Duffy,


    ist mir alles bekannt da ich diese Altersgruppe trainiere. Und eben deshalb bleibe ich dabei: Wenn die Kinder der 1. schon so tönen, ist es ihnen falsch vermittelt worden oder der jeweilige Trainer lebt es ihnen so vor! In der Altersgruppe wird natürlich auch das Selbstbewusstsein größer ( was ja positiv ist ) und das kann individuell schon mal in den roten ( ungewünschten ) Bereich, nämlich der Angeberei oder Hänselei, umschlagen. Und auch da bin ich wieder als Trainer ( sowohl der 1. als auch der 2. Mannschaft ) gefordert. Wenn solche Sprüche wie oben kommen gibt es sofort ein Gespräch mit diesen Kandidaten. Ruhig und sachlich aber eindeutig!!
    Und das gleiche gilt für mich im Umgang mit den Eltern: Kommen solche oder ähnliche Sprüche wird umgehend ein Gespräch mit denjenigen geführt. Ich sagte ja: Es müssen alle an einem Strang ziehen.




    Für mich zeigt sich Jahr für Jahr der größte Nachteil im Spielbetrieb.
    Hauptsächlich im zweiten Jahr als älterer Jahrgang, da nach den Sommerferien die Qualifikation gespielt wird. Da können sie alle noch gut mithalten. Nach Ende der Hallensaison haben wir dann aber immer in der für diese Altersklasse höchsten Liga gespielt. Und da sah man wieder deutlich die Unterschiede. Der größte Teil kann sich hier durchsetzen und entwickelt sich durch gleichwertige starke Gegner enorm weiter. Es gibt aber auch einen Teil, der ist hoffnungslos überfordert und stagniert dadurch. Bei mir wird rotiert und alle haben in etwa gleichlange Spielzeiten. Da kann es also nicht dran liegen. Ich denke der Grund ist so simpel wie normal in einem Breitensportverein. Die individuellen Voraussetzungen in der jeweiligen Altersklasse sind eben unterschiedlich.


    Zwei der Jungs sind halt etwas fülliger als die anderen und haben dadurch erhebliche Defizite in der Schnelligkeit und Koordination. Ich habe gerade mit ihnen besonders u.a. die Ballannahme und das ballhaltende Dribbling geübt. Was das betrifft bin ich richtig stolz auf ihre Entwicklung. Wenn sie vorne spielen und den Ball bekommen, hat auch die größte Schnarchnase hinten Zeit mit aufzurücken. Da geht selten ein Ball verloren. Ein anderer Spieler ist sehr klein. Ist auch ein Dezemberkind ( noch ein großer Nachteil: Die teilweise großen körperlichen Unterschiede innerhalb eines Jahrganges ). Der ist dafür super flink und koordinativ sehr geschickt. Mit ihm habe ich viel Tempodribbling geübt und ihn ermuntert, mutig zu sein. Setzt er auch schön um.


    Aber: Das nützt ihnen alles nichts beim 1:1, hauptsächlich auch in der Defensive. Die Gegner sind einfach schneller oder körperlich robuster. Und ich habe nicht den Eindruck das sie das besonders toll finden und mega Spaß dabei haben. Natürlich fange ich sie moralisch im Training wieder auf oder organisiere Freundschaftsspiele. Aber ist das Sinn der Sache?


    Wenn es nach meiner Einstellung gehen würde, hätte ich letztes Jahr folgendermaßen eingeteilt: Vier meiner Jungs in die E1, vier von denen zu mir in die E2. Die Quali wäre in den jeweiligen Mannschaften anders verlaufen, nämlich leistungshomogen für die Frühjahrssaison ! Kinder sind nun mal unterschiedlich in ihrer Entwicklung. Warum sollte man dem nicht Rechnung tragen, wenn man die Chance dazu hat. Ich habe dies nicht, würde es aber aufgrund meiner Erfahrungen im Sinne der Kinder sofort tun!! Dabei prallen auch die Argumente gegen eine Leistungseinteilung nicht an mir ab. Haben wir auch in einem anderen Thread schon mal diskutiert.

  • Wenn es nach meiner Einstellung gehen würde, hätte ich letztes Jahr folgendermaßen eingeteilt: Vier meiner Jungs in die E1, vier von denen zu mir in die E2. Die Quali wäre in den jeweiligen Mannschaften anders verlaufen, nämlich leistungshomogen für die Frühjahrssaison !


    Das verstehe ich nicht, kannst du bitte erläutern, was du insbesondere mit dem zweiten Satz meinst?


    Kinder sind nun mal unterschiedlich in ihrer Entwicklung. Warum sollte man dem nicht Rechnung tragen, wenn man die Chance dazu hat. Ich habe dies nicht, würde es aber aufgrund meiner Erfahrungen im Sinne der Kinder sofort tun!! Dabei prallen auch die Argumente gegen eine Leistungseinteilung nicht an mir ab. Haben wir auch in einem anderen Thread schon mal diskutiert.


    Wogegen bist du hier genau? Dass der Spielbetrieb häufig unflexibel und nicht kindgerecht ist? Kann ich nur bestätigen. Bei uns im Kreis gibt es nicht mal eine Quali, da werden alle Mannschaften scheinbar ziemlich wahllos in die Gruppen gewürfelt -- einzige Maßgabe scheint da zu sein, dass in jeder Gruppe nur eine Mannschaft eines Vereins sein darf. Aber was die Spielstärke anbelangt ist es kunterbunt. Und dazu gibt es diese Festspielregeln... Natürlich gibt es das Problem, dass flexiblere Regeln auch ausgenutzt würden... Ich kenne auch Teams, die in der Vergangenheit, als erste Mannschaften eher zusammen in eine Gruppe kamen und zweite ebenfalls, die zweite deutlich stärker als die erste gemacht haben, damit sie auf jeden Fall in die Kreismeisterschaft kommen... :(

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Hallo tobn


    Die Leistungsunterschiede waren in der E1 der abgelaufenen Saison ähnlich groß wie bei uns als E2. In der Quali haben sie hauptsächlich verloren und spielten daher in einer unteren Klasse in der Frühjahrssaison.


    Meine E2 trotz meist als jüngerer Jahrgang ( da bei größeren Vereinen auch deren E2 2000er stellt ) durch die Quali in der für sie höchsten Klasse. Und da ich viele Spiele der E1 gesehen habe kann ich sagen, dass es bei beiden Mannschaften gleich aussah: Die Schere in dieser Frühjahrssaison war einfach überdeutlich. Ein Teil der E1 unterfordert, ein Teil der E2 überfordert. Nicht in jedem Spiel, aber eben in der überwiegenden Mehrzahl.


    Hätten wir nun die E nach Leistung eingeteilt ( also vier von mir in die E1 und vier von der E1 zu mir in die E2 ) wäre die Einteilung der Spielklassen genau anders herum gelaufen. Nämlich E1 in die für sie höchste Klasse, da die Quali dementsprechend anders verlaufen wäre. Damit auch für "meine" vier Spieler jedes Spiel gefordert. Und meine E2 mit den vier "Neuen" eben nicht in der stärksten Klasse und damit keine Überforderung. Mehr Ballkontakte, mehr Erfolgserlebnisse, mehr Spaß. Ich hoffe, ich habe das mit der Einteilung einigermaßen erklären können :S




    Und daher bin ich gegen unsere unflexible Einteilung innerhalb unserer JSG.


    Den zweiten Teil von Dir mit erster Mannschaft als zweiter melden kenne ich von Turnieren :thumbdown: Unverbesserliche sterben leider nie aus.

  • Ich hoffe, ich habe das mit der Einteilung einigermaßen erklären können :S


    Ja, jetzt habe ich es kapiert, danke.


    Den zweiten Teil von Dir mit erster Mannschaft als zweiter melden kenne ich von Turnieren :thumbdown: Unverbesserliche sterben leider nie aus.


    Sieht so aus. Vielleicht hat der Kreis bei uns die Gruppeneinteilung vor diesem Hintergrund geändert... Eine Quali-Runde wäre mir dennoch lieber.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Das mit der Einteilung war bei uns auch immer so eine Sache.
    Vor 2 Jahren wurde dann bei uns aber auch ein Fußballjugendkonzept entwickelt, dass für alle verbindlich ist und in der Vereinssatzung verankert wurde.


    Bis einschließlich E-Jugend gibt es eine Alterseinteilung nur nach Jahrgang, sprich in der neuen Saison sind alle 2001er die E1, die 2002er die E2, 2003 die F1 usw...
    Da wir nur ein Dorfverein sind, kommen wir nie in den Konflikt, mehrere Teams pro Jahrgang zu melden.


    Ab der D sind wir fusioniert mit einem anderen Verein. Da wird dann auch nach Stärke eingeteilt. Hier kommen wir dann aber in den Bereich, dass teilweise 3 bis 4 Mannschaften pro Altersklasse gemeldet werden können.
    Zumindest im Leistungsbereich (wie aktuell meine D1) sollten da schon die stärksten Spieler auftauchen. Die Kreisliga A hat nunmal im D-Bereich schon so ein derart hohes Niveau. Da entwickeln sich die Spieler wirklich weiter. Vor allem die, die so talentiert sind, schon im jüngeren Jahrgang D1 zu spielen. Wenn die es schaffen, sich gegen ein Jahr ältere zu behaupten, sind sie in der kommenden Saison 2 Schritte weiter!


    Damit aber zwischen einer D3 und D4 der Unterschied nicht zu gravierend ist (Beispiel: Beide spielen Kreisliga D; einer würde 1. oder 2.werden, der andere punktlos letzter der Liga) wird geachtet, dass die Mannschaften relativ gleichstark sind. Bei den Spielern, die weniger talentiert sind,dennoch glücklicherweise einen riesen Spaß am Spiel haben, wird es ausgewogener gestaltet. Was bringt es einem Verein, wenn die D3 die D4 mit 10:0 besiegt?!?!

    "Ihr fünf spielt jetzt vier gegen drei."

  • Ich finde, bei der Einteilung nach Leistungsstärke wird oftmals vergessen, dass der DFB solche "Richtlinien" aufstellt, weil ihm daran gelegen ist möglichst viele Talente zu produzieren. Nicht jeder Verein schreibt sich auf die Fahnen für den fußballerischen Nachwuchs in der Nationalelf zu sorgen. Ich denke mal, dass die meisten das Interesse haben ein soziales miteinander zu leben und den Fußball dafür als Aufhänger zu nehmen. Zumindest in meinem Kreis ist es so, dass es so viele verschiedene Vereine gibt, dass gar nicht alle den Anspruch haben können tolle Fußballer hervorzubringen, sondern die meisten höchstens dafür sorgen können, dass eine Menge junger Leute Lust am Fußball haben und mit genügend "know how" ausgerüstet werden ein Fußballspiel anhand objektiver Kriterien zu bewerten - sprich: einen Fußballfan mit eigener Erfahrung. Wenn ein solcher Verein (der jeweilige Trainer) feststellt, dass er einen ausgesprochen starken Spieler in seinen Reihen hat, sollte er dennoch den Mumm haben ihm (seinen Eltern) nahe zu legen doch mal zu dem "Nachbarverein" zu gehen um sein Talent weiter zu fördern. In allen anderen Fällen finde ich, dass eine Einteilung ausschließlich nach Leistungskriterien nicht sinnvoll ist. Ich persönlich wollte immer lieber mit meinen Freunden zusammen spielen als mit welchen, die meinem Leistungsniveau entsprachen und mir völlig fremd.
    ...meine Meinung... nicht alles was der DFB predigt ist für jeden das Beste...

  • Stevo, in deinem Beitrag steckt viel Wahrheit. Der DFB ist sicherlich nicht völlig altruistisch, dass er die Talente im Blick hat, erkennt man ja recht einfach daran, dass ab der D-Jugend bei ihm nur noch von diesen die Rede ist. Im KiFu-Bereich sollten sich jedoch die Ziele des DFB mit denjenigen aller verantwortungsvoller Vereine, unabhängig davon, ob sie im Breiten- oder Leistungsbereich, in der Stadt oder auf dem Land angesiedelt sind. Damit meine ich Vereine, die nach dem Wohl der bei ihnen angemeldeten Kinder streben, und bei denen der Link zu http://ergebnisdienst.fussball.de/ erst viel später kommt. Sicher sollte in einem Verein, gerade in den Mannschaftssportabteilungen, der soziale Aspekt eine große Rolle spielen.


    Aber die bestmögliche Förderung der Kinder sollte auch ein Ziel sein. Dazu kommt, dass deutliche Leistungsunterschiede innerhalb einer Mannschaft sehr wohl zu Spannungen und anderen Belastungen des sozialen Klimas führen können. Die stärkeren Spieler werden evtl. nicht so sehr gefordert, weil auf die schwächeren eingegangen werden muss, sie kommen nicht dazu, entsprechend zusammen zu spielen, weil die schwächeren dazu einfach nicht in der Lage sind. Gleichzeitig leiden die schwächeren Spieler an einer permanenten Überforderung und haben stets das Gefühl, minderwertige Spieler zu sein. Im Vergleich mit einigen ihrer Mannschaftskameraden sind sie es ja auch. Das heißt noch lange nicht, dass das auch so sein wird, wenn sie 23 Jahre alt sind. Falls sie dann noch dabei sind. Und das ist der entscheidende Punkt.


    Es darf bei der Einteilung nach Leistungsstärke nicht um http://ergebnisdienst.fussball.de/ gehen, das muss ganz deutlich gemacht werden. Es geht vielmehr darum, Kinder in einer Gruppe mit ähnlich starken Spielern zu trainieren und spielen zu lassen, damit sie sich möglichst gut entfalten können. Auf Freundschaften bzw. Wünsche nach dem Zusammenbleiben von Kindern sollte Rücksicht genommen werden können, aber, wie Andre geschrieben hat, das sollte dann dazu führen, dass der stärkere Spieler in die Mannschaft des schwächeren wechselt und nicht umgekehrt. So bleibt das Einteilungssystem transparent und nachvollziehbar, und die Entscheidung über das persönliche Wohl des stärkeren Spielers, ob es für ihn besser ist, mit seinen besten Freunden zusammen zu bleiben, oder er stattdessen lieber das anspruchsvollere Training hat, trifft er selbst bzw. seine Eltern. Die Leistungseinteilung muss natürlich nachvollziehbar sein und durch eine Gruppe erfolgen, um den Nasenfaktor auszuschließen.


    Ich vermute, dass eine Einteilung nach Leistung in den Vereinen, die pro Jahrgang typischerweise eine oder, in guten Jahren, zwei Mannschaften stellen, selten zu stark jahrgangsgemischten Teams führen wird, dazu ist ein Jahr Entwicklungsvorsprung einfach zu viel. D.h. die E1 wird hauptsächlich aus dem Altjahrgang bestehen und die E2 überwiegend aus dem Jungjahrgang. Aber gerade die jungen Überflieger und die entwicklungsverzögerten oder später eingestiegenen Älteren kämen in den Mannschaften, die nicht ihrem Jahrgang entsprechen, vermutlich besser zurecht als unter Gleichaltrigen. Ein Wechsel in eine tiefere Mannschaft sollte natürlich immer möglich sein, wenn er gewünscht wird.


    Zu einem Problem wird die Einteilung nach Leistung, wenn man eine Wertung mit ihr verbindet. Das darf der Verein nicht tun, zumindest nicht im KiFu-Bereich. Es wäre wünschenswert, wenn sich das auch im Kreis widerspiegelt. Das ist bei uns sicher nicht der Fall, ich bezweifle auch, dass sich das in den nächsten paar Jahren noch ändern wird. Es bleibt noch viel zu tun.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Bei uns wird ab der E-Jugend weitestgehend leistungshomogen eingeteilt. Für mich überwiegen die Vorteile einer solchen Einteilung. Da sieht man dann Kinder, die in ihrer F-Mannschaft nur mit Mühe mithalten konnten, in ihrer neuen E-Mannschaft plötzlich als "Leistungsträger". Das tut den Kindern sichtlich gut.

    Die Leistungseinteilung muss natürlich nachvollziehbar sein und durch eine Gruppe erfolgen, um den Nasenfaktor auszuschließen.

    Und genau das ist der springende Punkt. Wenn es da hapert, macht man sich angreifbar. Optimalerweise erfolgt die Einteilung sogar durch Neutrale - also nicht durch die Trainer.

    Zitat

    Ich vermute, dass eine Einteilung nach Leistung in den Vereinen, die pro Jahrgang typischerweise eine oder, in guten Jahren, zwei Mannschaften stellen, selten zu stark jahrgangsgemischten Teams führen wird, dazu ist ein Jahr Entwicklungsvorsprung einfach zu viel. D.h. die E1 wird hauptsächlich aus dem Altjahrgang bestehen und die E2 überwiegend aus dem Jungjahrgang.

    Grundsätzlich liegst Du damit sicherlich richtig. Anders sieht es aber bei Vereinen aus, die mehr als 2 Mannschaften je Altersgruppe stellen. Da kann dann eine E2 vornehmlich aus dem jüngeren Jahrgang bestehen, während die E3 vornehmlich aus dem älteren Jahrgang besteht.


    Es gibt da aber noch ein anderes Problem: Ihr kennt sie sicherlich alle - die Kleinen, Dicken, Unbeweglichen, Hölzernen, Langsamen, Undisziplinierten, Hibbeligen usw... Irgendwo zwischen 10 und 20 % passen in diese Schublade. Wenn ein Verein also 5 oder mehr Mannschaften in einer Altersgruppe hat, landen die ggf. alle in einer Mannschaft. Da nur wenige Vereine so viele Mannschaften stellen, haben die Gegner dieser Mannschaften immer ein paar dabei, die was können. Und so kriegen diese Mannschaften Woche für Woche was auf die Mütze. Spieler mit diesen Fähigkeiten spielen in den anderen Mannschaften auch. Sie werden aber von ihren Mitspielern mit durchgezogen. In einer solchen F oder E5 sind sie unter sich.
    Ein Trainer einer solchen Mannschaft sagte mal zu mir "Die Hälfte meiner Jungs hat ADHS; die andere Hälfte hat Übergewicht." Und das meinte er gar nicht abwertend - das war eine rein sachliche Information.
    Ich habe großen Resekt vor Trainern, denen es gelingt, diese Kinder beim Fußball zu halten. Diese Leistung ist in meinen Augen höher einzuschätzen als manch Pokalsieg oder Kreismeisterschaft.


    Und wenn man eine solche Mannschaft trainiert, und dann sieht, wie sich die 1. Mannschaft für ihre "Erfolge" feiert, kann ich mir gut vorstellen, dass einem der Kamm schwillt, wie es beim Threadersteller offensichtlich der Fall ist.

  • Hallo zusammen,


    nachdem das Board schon seit langer Zeit gerne lese und Topics verfolge, habe ich mich doch jetzt mal registriert. Ein Hallo in die Runde :)


    Da dieses Thema bei uns im Verein auch relativ aktuell ist, möchte ich doch meine Meinung, bzw. unsere Vorgehensweise niederschreiben.


    Vorab sei gesagt, dass wir ein relativ großer "Dorfverein" sind, der sehr viele Kids in den Jugendklassen hat.



    In unserem Fall handelt es sich um die D-Jugend. Wir haben für die kommende Saison 3 Mannschaften gemeldet.


    - D1 BOL (höhste Spielklasse in Bayern)
    - D2 Kreisklasse
    - D3 Normalgruppe


    Die Einteilung der Kids ist immer sehr schwierig. Wir haben ca. vier Wochen alle gemeinsam trainiert um uns über einen längeren Zeitraum einen Überblick über das Potenzial der Kids zu verschaffen.
    Natürlich wollen alle Kids in der BOL gegen FCB, 1860, etc. spielen, aber dies geht leider nun mal nicht, da man auch nur 3x fest wechseln darf! Der D1-Trainer hat seine 13 Kids relativ schnell gefunden, wo er sich den Klassenerhalt mit den Kids erhofft. Ich als D2-Trainer konnte mir nach "Abzug" der 13 Kids ebenfalls aus einem noch relativ großen Stamm einen vernüftigen Kader aussuchen, denn als D2-Mannschaft in der Kreisklasse spielt man auch nur gegen D1-Mannschaften die sich die besten Kids "rauspicken". Dennoch ist auch die D3 sehr stark aufgestellt und sollte in der Normalgruppe vorne mitspielen. :)


    Als wir nach den vier Wochen die Mannschaften einteilten, gab es eigentlich nicht wirkliche Probleme. In die 4 Wochen haben sich zum Teil schon Freundschaften gebildet und die Kinder haben sich gefreut, dass man in der gleichen Mannschaft ist. Dabei spielte es keine Rolle ob D1 / D2 oder D3.


    Damit die Mannschaften nun nicht komplett getrennt werden, werden wir immer mal wieder zusammen trainieren, um einfach das Mannschaftsgefüge zu fördern. Des Weiteren werden die Mannschaften untereinander zu den Spieltagen angefeuert - sofern es der Spielplan zulässt.


    Viele Grüße

  • boiNG
    Ich finde den Ansatz die Kids ab und zu zusammen tranieren zu lassen nicht schlecht - gerade die "schlechten" Spieler haben hier die Möglichkeit enorm etwas mitzunehmen. Der ein oder anderen wird sicher "hinten runter" fallen weil sein Ego verletzt ist und er "nur" in der D2 spielt - aber das hast du auch wenn du KKL und Gruppe spielst :)


    Aus welchem Teil Bayerns kommt ihr den?


    Grüße
    Zodaik

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)


  • Genauso ist es bei uns. Wir sind einer der größeren Vereine der Gegend. Unsere schlechtere Mannschaft hat dann nicht wie die anderen Vereine noch ein paar Gute dabei. Schön von den Trainern der ersten Mannschaften dann immer zu hören, wie toll eine leistungsgerechte Einteilung doch ist.