Meine D1 hat das Fußbalspielen verlernt

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  • Hallo zusammen,


    Wir sind mit unserer Mannschaft [ D1 Jg 97 ] in der entscheidenden Phase der Saison . Aber ich bemerke wie die Kaspereien zunehmen und die Konzentration abnimmt. Im Training.
    Beim Spiel machen wir viele Fehler die auf Konzentration zurück zu führen sind. Abspielfehler on mas. Und die Laufbereitschaft auf dem Feld fehlt.
    Die Mannschaft ist erfolgreich, aber das Spiel entspricht nicht meinen Erwartungen eines technisch anspruchvollen Spieles . Ich weis was die Jungs können und davon sind wir weit weg.
    Ich weis das Meisterschaft und Pokal ist nicht alles, aber wenn man alles vor Augen hat und eine gute Mannschaft geformt hat so gönnt man der Jungs auch den Erfolg.


    Und ich würde lügen wenn ich sage das ich es nicht auch will.
    Das einst schöne, genaue Passspiel wird ersetzt durch Fehlpassorgien und der anschließenden, kraftaufwendigen Balleroberung. Wir kommen bis in die Nähe des Straufraumes , dann ist Ende. Die meisten Mannschaften spielen gegen uns sehr defensiv und stehen hinten drin. Da komme wir nicht durch. Ich spiele ein 3-5-2 mit einem defensien und offensiven Mittelfeldspieler. Ein 3-4-3 habe ich lange Zeit versucht, Das hat nicht so gut geklappt. Die Außenstürmer sind zu sehr in die Mitte reingezogen
    Ich bin im Moment etwas ratlos wie das abgestellt werden kann. Alles auf die beginnende Pubertät zu schieben ist mir zu einfach.


    Wer kann mir weiterhelfen




    Gruss


    Andreas

  • Hallo Andre,
    ich denke, dass es doch egal ist, ob ihr Meister oder Pokalsieger werdet, in der D-Jugend sollte doch immer noch Schwerpunkt sein, dass die Ausbildungsziele erreicht werden.
    Und das Kinder mal bessere und mal schwächere Tage haben, das kommt halt vor.
    Unkonzentriertkeiten im Training liegen meist daran, dass das Training nich fordernd genug ist, die Kinder sich somit langweilen.


    Also: Arbeite an deinem Training und denke nicht so erfolgsorientiert.





    Hmmm, irgendwie habe ich meine Antwort schon mal bei jemand anderen gelesen, wer war das bloss:)

  • Er wird sich sicher noch melden :rolleyes:
    Aber zu den Kaspereien sage ich auch, dass die Übungsformen vielleicht falsch konzipiert sind. Sie müssen nicht falsch sein, aber wenn die Jungs zu viel Zeit haben sich mit anderen beschäftigen, sollte man ihnen die Zeit nehmen ;)
    Versuche Übungsformen zu machen, in der alle in Bewegung sind und jeder was zu tun hat. Da bleibt keine Zeit rumzueiern. Das können Passstafetten, technische Dinge mit dem Ball sein oder noch besser und absolut D-Jugend konform: 1vs1-Situationen. Viele kleine Felder und Tore aufbauen, in denen die Jungs im 1vs1 gegeneinander agieren müssen.

  • Entscheidene Saisonphase: Spielt ihr um den Aufstieg oder warum ist es entscheidend?


    Wie viele Leute hast du durchscnittlich im Training bzw. wie viele Spieler insgesamt im Kader?


    Spielt ihr bereits jetzt in den Punktspielen auf Großfeld, oder beziehen sich deine genannten Aufstellungen auf Testspiele oder ähnliches, die ihr bereits für die nächste Saison absolviert?

  • Hallo,


    also ich denke manchmal, dass die Saison für Kinder einfach zu lang ist.


    Ich habe schon des öffteren gemerkt, dass meine Kids zum Saisonende einfach nicht mehr den
    Elan haben wie zu Beginn der Saison.


    Ich als Trainer bin im Moment auch wieder an einer Stelle wo es eigentlich reicht!


    Schöne Grüße,
    Michael

    Fußball-Power

  • Für mich kommen da mehrere Faktoren zusammen:


    Vergessen wir mal, dass Gewinnen usw. nicht wichtig ist. Wir spielen in Runden, und wenn man nun in einer D-Jugend den ersten Platz erreichen kann oder den Pokal gewinnen, dann wollen das in diesem Fall auch die Kinder - und die meisten Trainer auch. Das liegt schon ein wenig in der Natur des Menschen und ist erst einmal nicht verwerflich. Es ist nur dann ein Problem, wenn man deswegen schlecht handelt: Weniger Spielzeiten für schwächere Spieler, mehr Druck auf die Spieler, Trainer der mehr Ernsthaftigkeit verlangt usw. - dann wird es zu einem Problem.


    Es gibt meiner Meinung nach zwei Faktoren dafür, dass kein schöner Fußball mehr gespielt wird: Die Saison ist wirklich lang. Es gibt wenige Mannschaften, die gerade zum Saisonende hin ihre Hochform haben. Und dann: Es geht um etwas... Das ist den Jungs sicher im Bewusstsein und hemmt sie beim Fußballspielen. Sie haben gute Ausgangspositionen in Pokal und Meisterschaft, jetzt können sie etwas "verlieren"... da gibt es sicher Druck vom Elternhaus ("Ihr könnt Meister werden") und vom Trainer ("Ihr spielt nicht mehr so schön wie früher").

  • Andreas, zu allererst danke ich dir für diesen Thread, denn bei meiner D (Kleinfeld) ist derzeit genau dasselbe Problem offensichtlich: Was vor wenigen Monaten noch "leichtfüßig" klappte, funktioniert nunmehr kaum noch...teils spielen die wirklich grottig! Vieles, was "früher" wie von selbst ging, wirkt nunmehr schwerfällig bzw. wird unser Spiel speziell seit der Rückrunde von Kampf und Krampf bestimmt - man erkennt die kaum wieder.


    Was könnten die Gründe sein?


    Ich lese mich ja fast täglich durch die Probleme, Ansichten und Darstellungen, die hier im Forum diskutiert werden. Ich meine, die Gründe dafür, dass aus meinem "spielstarken" Team fast eine "Rumpeltruppe" geworden ist, sind vielschichtig. Zum Einen ist es so, dass ich gerade in der Rückrunde stetig personelle Probleme habe. Ein Spieler (Stützpunktspieler) hat sich verletzt und fällt die gesamte Rückrunde aus. Dazu kommt, dass ich fast in jedem Spiel zusätzlich auf einen weiteren "Leistungsträger" verzichten muss (oft deswegen, weil die irgendwelchen Mist verzappen und dann Fußballverbot haben).


    Das allein ist es aber nicht! Zudem hat die Trainingseinstellung stark nachgelassen. Zwei Jungs aus dem Kader meiner D trainieren in der E (passen körperlich, mental und spielerisch besser dorthin...fühlen sich dort wegen eines gewissen Leistungsunterschieds zum Rest meiner D einfach wohler). Dazu der Verletzte - macht im Optimalfall noch 9 verfügbare Spieler. Davon sind meist ein oder zwei elterlich "gesperrt" bzw. haben immer wieder mal welche "keinen Bock". So oft, wie in den letzten drei Monaten habe ich mein Training wegen Spielermangels in den gesamten fünf Jahren davor nicht ausfallen lassen müssen! Soll heißen: Es mangelt an Training.


    "Kein Bock" ist ein Indikator dafür, dass entweder das Training uninteressant ist, sich die Interessen aufgrund der aufkommenden Pubertät stark verändert haben oder ich nunmehr "meine Quittung" dafür bekomme, dass ich jahrelang "zu viel" wollte...ergebnisorientiert spielen lassen habe (Andre hat im Forum immer wieder eine interessante These formuliert...und mich damit wirklich beunruhigt :wacko: ).


    Ich meine, dass es eine Mischung aus allem ist! Wenngleich wir eigentlich nie dasselbe Training zweimal machen, pendeln sich bestimmte Dinge doch ein - auch wegen der altersbedingten Ziele...man trainiert im Gros immer dasselbe. Parcours, Zweikämfte, Über-/ Unterzahlspiel etc. Letztlich wissen die Jungs ja immer, was kommt, nur die Art und Weise ändert sich...vielleicht ist das schon zu eintönig.


    Dazu das Alter. Einige (sozial Schwache!) hängen verstärkt in Cliquen rum...rauchen, saufen, erste Freundin, Mist bauen. Da ist Fußballspielen max. noch an dritter Stelle..."cool" ist wohl was anderes. Wenngleich ich einiges toleriere, weiss jeder von denen, dass Trainingsanwesenheit die Grundlage dafür ist, Samstags von Beginn an auflaufen zu dürfen...nur was machen, wenn ich teils mit nur 9-10 Mann dastehe und davon drei oder vier aus verschiedenen Gründen nicht beim Training waren?! Die wissen, dass sie sowieso spielen...ich wechsle annähernd zeitgleich durch...will die Jungs auch nicht wirklich sanktionieren.


    Jetzt zu Andre's These, die in etwa lautet: Kinder, die in den unteren Altersklassen (unterhalb der D) ergebnisorientiert trainiert/getrimmt wurden, verlieren schneller die Lust, wirken mental "ausgebrannt" und kehren sich ab der C "vermehrt" ab vom Fußball. Diese "böse Vermutung" umtreibt mich seit einigen Wochen...wegen der genannten Tendenzen...woran auch unser Spiel "leidet". Ich bin seit gut 8-9 Monaten bestrebt, mein vorheriges Ergebnisdenken nicht mehr zu praktizieren...das Ganze "lockerer" zu sehen bzw. keinen Druck auszuüben. Das gelingt weitgehend gut, aber nicht immer (gestern ertappte ich mich nach längerem mal wieder dabei....hatten unser "entscheidendes" letztes Spiel um die Tabellenspitze :rolleyes: ...nach Krampf und Kampf gegen ein "mäßiges" Team 5:3 gewonnen :thumbup: ). Es ist eine Vermutung, aber vielleicht liegt es ja auch daran. Andersherum könnte ich auch sagen: Seitdem ich weniger Druck mache und mehr toleriere, machen die "was sie wollen"... ?( Es bleibt eine These, aber ganz uninteressant ist der Gedanke nicht!


    Fazit: Ich bin mir sicher, dass es mehrere Gründe hat, dass deine (meine) D "schlechter" spielt. Bei meinem Team kommen die beschriebenen Komponenten gleichermaßen zum Tragen, zudem Schulstress und...die Gegner sind besser geworden...zumindest läuferisch/ kämpferisch...muss man so sagen!


    Ich für meinen Teil muss versuchen, diese Phase bestmöglich zu meistern....mit einer Mischung aus Toleranz und den notwendigen Ernst. Aber irgendwo habe auch ich mir meine Grenzen gesetzt - das wissen auch meine Jungs...

  • Andreas


    1997er Jahrgang = alter Jahrgang D-Jugend. Hast Du schon einmal daran gedacht was die Kinder in dieser Entwicklungsphase durchmachen ?


    Kann es sein das pubertierende Kinder manchmal koordinative, und vor allem seelische (psychische) Probleme haben.
    Die Pässe können nicht ankommen und das herum albern ist halt eines von vielen Dingen die man in dieser Zeit akzeptieren muss.
    Erinnere Dich mal zurück wie es bei Dir war, als dein Körper um 15-20 cm in einem Jahr gestreckt wurde und als Du mit einem Mal gegen das Elternhaus rebelliertest und dir die Freunde und Freundinnen immer wichtiger wurden.
    Hier hilft nur viel Geduld.
    Mir geht es mit meinen 97er genau so. In einem Jahr lachst Du über die jetzigen Probleme.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Hallo Trainer2005, ...ich weiss ja wie du es meinst, aber verunsichern wollte ich dich nicht, bedenke immer -was du ja auch selber geschrieben hast- es sind auch von mir nur Thesen.


    Hier nun noch eine ;) .


    Teil 1


    Ich habe in der F versucht, den Jungs z.B. den Steilpass in den leeren Raum -zwischen den gegnerischen Abwehrspielern hindurch- beizubringen. Hierzu Passtraining aus technischer Sicht mit vielen Wiederholungen. Dann wurde darüber gesprochen, es in Zeitlupe vorgemacht und bei den Spielen oder im Trainingsspiel, wenns denn mal gemacht wurde, besonders hervorgehoben. Ich weiss nicht wie oft und wieviele Stunden ich bis in die D Jugend dafür verwendet habe. Es waren sehr viele und es war sehr oft.


    Ich propagiere hier auch immer das taktische 1:1 in der Defensive....dass ich ab dem zweiten Jahr in der E umsetzte. Ich habe noch heute Fussel an der Lippe und die Jungs einen Blumenkohl am Ohr. :) ....


    Was hats gebracht? Von 12 bis 13 Spielern setzten das vielleicht 4 um und das unter Stress auch nicht.


    Nun gab ich diese Kinder nach dem ersten Jahr D 1 ab und hörte auf. Der neue Trainer ist ein guter Trainer. Er legte aber auf andere Dinge Wert ...z.B. Angriff über die Flügel, Kondition usw.., ...etwas alte Schule, aber nicht schlecht, wenngleich manchmal am Altersziel vorbei. Wir sprechen von der D.


    Nun sind sie in der C 1 und siehe da....plötzlich spielen sie den tödlichen Pass durch die gegnerische Abwehr in den freien Raum, ....meine Augen glänzen....ohne dass es lt. meiner zwei Söhne die dort spielen, geübt oder angesprochen wurde. Es geschieht mehrfach pro Spiel. Ungefähr 2/3tel praktizieren plötzlich das taktische 1 gegen 1 in der Defensive, sowohl nahe vor dem Tor, als auch weiter entfernt (Varianten des Thema).


    Teil 2


    Dazu fielen mir nun die Worte von Dirk C. ein, der mal sagte, dass es wissenschaftlich belegt sei, dass Kinder in einem gewissen Alter körperlich, also vom Entwicklungsstand nicht schaffen, einfach nicht können (Ausnahmen bestätigen die Regel) ....gewisse Dinge zu tun. Hier war damals das "räumliche Sehen" benannt. Ein Trainer fordert -unerfahren und unbelesen oder auch ignorant und dickfällig- ein taktisches Passspiel von einem F oder E -Ling. Was ein quatsch, wenn man um die Dinge weiss, ...weil sie sehen den oder die MItspieler wohl nicht, weil sie dazu eher nicht in der Lage sind. Sie dribbeln die Pille und darauf ist die Festplatte völlig fixiert. Augen an Gehirn...., "ich sehe einen Ball, meine Füße zucken und ich soll auch noch Atmen und rennen und das Teil in Richtung gegnerisches Tor treiben....und vom Rand höhre ich unschöne Töne, wat is dat"...so der 6 bis 9jährige. ;) Und der soll nun noch ein sauberes taktisch wertvolles Passspiel aufziehen?


    Nun kommen wir zur D. Dort spielen die Synapsen verrückt. Die Hormone schießen langsam ein. Die Welt wird größer und die Mädchen werden interessanter, wenngleich das höchst peinlich ist. Plötzlich baseln sie zu Hause vor den Türrahmen, lassen wieder Gläser fallen, die 10 Zentimeter vor der Türkante losgelassen werden und legen sich plötzlich wieder mit dem Fahrrad auf die Klappe usw. usw.. Auch die Wortwahl wird lauter, die Worte härter und die Stimme wird dunkler. Tagsüber der harte Mann, abends oft butterweich, ...kennt ihr das?


    Das sind deine/eure D Spieler und das zieht sich im Prinzip bis zum Ende der C. Sie werden plötzlich langsamer, wissen nicht wohin mit den Füßen, die körperlichen Proportionen stimmen nicht, alles ist fremd im Körper und muß neu vermessen und erprobt werden. Deshalb spielen sie manchmal so, wie sie spielen, ....in denke, dass ich nicht weit von der Wahrheit entfernt bin.


    Komme ich zum Schluß, ....wenn ich den ersten Teil meines Statements auf den Nenner runter breche und mit dem zweiten Teil verbinde, komme ich zu folgendem Ergebnis als These:


    -neben technischem Training möglichst in Wettkampfform, würde ich heute die Themen immer noch wiederholen, im Wissen, es wird meist nicht umgesetzt. Weil ich das weiss, bin ich hier ganz ruhig, weil der Tag wird kommen, da sind sie dann in der Lage, das theoretisch und praktisch geübte, aber nicht umgesetzte dann in die praxis umzusetzen und zu nutzen, ...vor allem wenn es mal geklappt hat (der tödliche Pass).


    -in der Zwischenzeit sollte man/ich ganz viel Geduld und Verständnis mitbringen und abwarten. Ich verstehe es als Trainer so, das man für die Festplatte die Softwear anbietet, ...wann es abgerufen wird, entscheidet der Spieler.


    Das ist für mich unter dem Strich ein Grund mehr, ...den prozentualen Anteil des Spieletrainings (Ganzheitlichen Trainings) zu erhöhen, weil das andere ist auch wichtig, bringt aber unter dem Strich nicht fiel, ...diesen Verdacht habe ich. Spieletrainings machen Spass, denn es ist Wettkampf und sie tun das, was sie wollen, ...Fußballspielen. Dabei bleibe ich ruhig und mache Angebote im technischen Teil des Trainings, ...die der Spieler abrufen kann, wenn er dazu bereit und in der Lage ist. Bis dahin, bleibe ich freundlich und ruhig und verlange nicht Dinge, die sie unmöglich in der Lage sind umzusetzen. Gruß Andre

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Hallo Trainer2005, ...ich weiss ja wie du es meinst, aber verunsichern wollte ich dich nicht, bedenke immer -was du ja auch selber geschrieben hast- es sind auch von mir nur Thesen.


    Naja, mit "verunsichert" habe ich vielleicht etwas übertrieben, aber ein Fünkchen Wahrheit könnte dran sein....auf mich und mein Team könnte das zutreffen...aber die anderen 10.000 erfolgsorientierten KiFu-Trainer im Lande sitzen mit uns im Boot....sie wissen es nur noch nicht. 8)

  • Hallo zuammen,
    vielen Dank das ihr euch die Zeit genommen habt und mir gute Tipps und Hinweise gegeben habt.


    Lieber Zamorra, erfolgsorientiert ist ein Gummibegriff den ich immer wieder im Zusammenhang mit "Leistung fordern" lese und höre.
    Ich glaube nicht das es erfolgsorierntiert ist wenn die Saison gut abgeschlossen werden kann und man das auch als Mannschaft und Trainer erreichen möchte. Wie Chris schon sagte ist es normal , den eingegangenen Wettberwerb für sich entscheiden zu wollen. Unter Erfolsorientiert werstehe ich immer nur die Besten spielen zu lassen und den Wert nur auf das Gewinnen zu legen. Mein Eingangssatz bei meinem ersten Schreiben war auch irreführend . Ich hatte mich eigentlich nur gefragt warum eine gute Mannschaft auf einmal das Spielen verlernt hat.
    Zu Jose Morinho muss ich sagen das der Begriff " entscheidende Spiele in der Saison " darauf hinweisen soll das die Jungs die Ziele vor Augen haben , für die sie in der Meisterschaft und Pokal gestartet sind und jetzt diese aus den Augen verlieren. Meine Ziele waren es nie-ich möchte die Ausbildung vorantreiben. Aber es ist natürlich schön die Spiele zu gewinnen. Viel schöner als 0:8 zu verlieren und den Jungs zu sagen" dafür haben wir aber diese Woche gut tariniert" und " Gewinnen ist nicht alles " :rolleyes: Das eine schließt aber das andere nicht aus. Ich denke wenn ich auf den Platz gehe und meine Jungs ein Pokalhalbfinale haben und ihnen dann sage ---spielt mal Fußball habt Spass und selber dann kaffee trinken gehe , weil mich ja nur die Ausbildung nicht aber das Spiel oder der Ausgang des Spieles interessieren, dann bin ich der Meinung ist das nicht das was von einem Jugendtrainer erwartet wird. Ich habe auch 12-15 Jungs beim Training und das 3x die Woche. 3x die Woche deshalb weil wir als Trainer viel vermitteln wollen. Aber ich frage mich ob das den Jungs nicht ein Stück weit den Spass genommen hat. Denn Jungs in dem Alter brauchen auch was anderes wie nur Fußball. Wir spielen auf ein Großfeld von 5er zu 5er .
    Zu Dirk Coerverfan möchte ich noch anmerken das ich sicherlich weis was die in der Pubertät durchmachen. Aber in dem Alter denke ich das es noch eine Vorpubertät ist, die sicherlich in den Stoffwechsel beginnt einzugreifen. Aber meinst du wirklich das es solche Konsequenzen JETZT haben kann?? Ich weis nicht ob die Pubertät nicht zu viel als Ausrede herangezogen wird. Aber das mit der Geduld ist viellicht eine Lösung.


    Ihr habt mir aber mit euren verschiedenen Standpunkten und Meinungen sehr geholfen. Ich habe eins bemerkt. Was immer der Grund ist- es trifft viele andere auch.
    Und ich nehme die Anregung aus euren Antworten und Meinungen gerne auf .
    Und eine Erkenntnis ist mir beim Schreiben und Lesen der vorangegengenen Zeilen gekommen: Manchmal muss der Trainer bestimmte Dinge laufen lassen. Nicht immer gibt es bei Kindern eine Erklärung für das Verhalten. Muss es auch nicht.


    Gruss


    Andreas

  • Hallo zusammen,


    ich bin der Meinung -wie die meisten (alle?) anderen auch- dass es völlig normal ist, dass die Spieler nicht über eine Saison konstante Leistung brinen. Unsere D1 z.B. spielt eine überragende Saison. Sind nicht die besten Spieler in der Leistungsklasse-aber auch nicht schlecht- aber sie sind ein super Team und standen bis vor 2 Wochen auf Platz1. Bis dahin waren wirklich nur super Spiele dabei und man gewann bis auf ein Unentschieden alle Spiele. Jetzt gings Samstag gegen den Tabellendritten und nach einer katastrophen Leistung wurde das Spiel 2:0 verloren. Alle dachten: Ok kann passieren...guter Gegner,schlechten Tag erwischt usw. auch wenn der Trainier trotzem Entäuscht war (über die Leistung, Ergebnis ist dem wirklich egal). Nun gings Gestern (Donnerstag) im Nachholspiel gegen den Tabellenzweiten und man verlor ohne eigenen Torschuss mit 3:0 (7,8:0 war möglich...Glück gehabt).Morgen spielen die gegen den Tabellenvierten. Selber snd sie "nur" noch Zweiter.
    Ich denke, dass solche Beispiele zeigen, dass es Jungs in diesem Alter nicht (nur schwer) möglich ist eine konstante Leistung über eine komplette Saison zu zeigen. Außerdemmerken die Jungs irgendwann auch, dass jetzt Druck da ist und sie etwas gewinnen können. Da kommen immer mehrer Faktoren zusammen.

    Wer Rechtschreibfehler findet darf sie natürlich behalten !!! ;)

  • Servus,nach deiner Beschreibung der Mannschaft ist es mir wie eine Wiederholung der Situation bei meiner ehemaligen d-Jugend vorgekommen.Die Symptome hast du im D/C und jüngere B-Jugend immer wieder.Mache ein anspruchsförderndes Training deligiere die Aufgaben und gib acht das sie auch diese einhalten dann pendelt sich das wieder ein.Erwarte keinen Schnellschuß,du mußt schon Geduld haben.mfg Muecke :thumbup:

  • Mein Ziel für meine Mannschaft ist einen Fortschritt bei jedem Spieler zu erhalten.


    Manche Jungs können Spielerische,Taktische oder Kämpferische Vorgaben besser umsetzen.


    Jeder nach seinem eigenem Zeitplan manche Dinge sind einfach nicht erzwingbar.


    Und ich glaube dieses nicht erzwingen wollen ist der Schlüssel zum Fortschritt bei den meisten Kids, andere wieder wieder brauchen gewissen Druck damit Ihnen nicht alles zu leicht Vorkommt.


    Ein gutes Beispiel ist das unterfordern von Hochbegabten Kindern in der Schule, welche zu Problemkinder werden können, diese brauchen höhere Vorgaben um nicht in Langeweile zu verfallen.


    Ich habe vor ein paar Jahren mit einer neuen Sportart begonne, dort erwisch ich mich selber oft dabei das ich versuche Techniken zu erzwingen , ich kenne theoretisch den richtigen Ablauf der Technik kann diese aber nicht umsetzen oder habe immer die gleichen Problem dabei :cursing: .Ich bin aber 36 nicht in der Pubertät und auch nicht mehr im Wachstum. 8o Ich kann dann meinen Trainer nichts anderes sagen als habe Geduld mit mir....ich habe Sie auch mit mir selbst :!: , nur ein Kind kann und wird das seinen Trainer nicht sagen deshalb muss der Trainer von Haus aus Geduld mit seinem Schüler haben.


    Lange Rede kurzer Sinn, habe Geduld, trainiere konsequent weiter...dann wirds auch wieder funktionieren.

  • die luft ist raus (gerade die letzten wochen, wo auch in der schule nochmal alles dampft, sind stressig) oder die aufregung nimmt überhand (prüfungsangst = ggf. auch angst beim entscheidenen spiel zu versagen; das ist ne reine kopfsache).... ich glaube neben den bisherigen ausführungen, wäre es ggf. auch einfach hilfreich mal durch ein gespräch in die mannschaft reinzuhören.


    wenn du konstante trainingsbeteiligung hast, glaube ich weniger an ein langweiliges und unterforderndes training. die frage die sich mir hier stellt ist, wie die mannschaftsstimmung ist? gibt es in der mannschaft vielleicht zwei o. drei "häuptlinge", die du ermuntern kannst auch während der spiele die mannschaft verbal zu pushen? auch mal wieder wach zu rütteln und zu ermutigen.


    welche abwechselung bringst du in die saison rein? gibt es neben dem training auch mannschaftsereignisse, ausflüge oder alternative sportangebote, wo die jungs sich mal ausprobieren können? ich weiß, dass es ggf. albern klingt, aber blödel mit den jungs doch einfach mal zusammen rum. natürlich nicht immer und das training soll auch nicht zur kasperstunde verkommen, aber wo ist dein kind im manne?


    was bei uns ganz aberwitzige früchte getragen hat, ist eine trainingskooperation zwischen c-jugend und f-jugendmannschaft. unsere c-jugend macht ähnliches durch, wie bereits beschrieben. nun denn, dann sollen sie doch mal zum f-jugend-training kommen. ich habe den jungs etwas erzählt von, die kleinen brauchen mal hilfe, jemanden zu dem sie im verein mit aufschauen können und sich auch mal gegen ältere messen können. haben den c-spielern erklärt, dass sie doch gewiß den kleinen helfen wollen und sie doch gute fussballer sind, die auch was vermitteln können. zwei fliegen mit einer klappe: selbstwertgefühl der großen enorm gesteigert und im f-jugendtraining die möglichkeit geschaffen in noch kleineren gruppen üben zu können.


    die c-spieler haben mich erst etwas skeptisch angeguckt. dann kamen mal 2 zum f-jugendtraining und nun ist die situation eingetreten, dass sich oftmals die halbe c-jugend streitet, wer wann zum f-jugendtraining kommt und mithilft. die stimmung ist super klasse. die großen machen übungen mit den kleinen. die kleinen berichten stolz von gewonnen spielen. erzählen auch mal geknickt von einem verlorenen spiel. stellen dann aber im plausch mit den großen fest, dass es den tw. nicht anders ergeht. mittlerweile, ungewollt von mir als trainer, schließen die jungs untereinander wetten ab, wer sich am wochenende besser schlägt. und das süßeste ist echt, wenn die großen dann erzählen, dass es am wochenende mal um die wurst geht und ein kleiner 8jähriger dann frech wie oskar raushaut "mach dir nicht ins hemd. die haust du weg!" da glänzen dann plötzlich c-spieler augen und die auswertung über die spiele machen die jungs dann am montag beim training unter sich.
    das schönsten sind auch unsere abschlussspiele, wo die großen dann mit den kleinen zusammen spielen. das artet manchmal auch aus und ich muss dann den elan etwas bremsen, aber ich sehe auf beiden seite super lerneffekte.


    zumindest läßt sich hierbei ein toller nebeneffekt erkennen. die c-spieler, die vorher auch mal gern kasperle im training spielten, sind nach der trainingseinheit mit der f-jugend "ausgetobt" und wesentlich konzentrierter beim eigenen training dabei. was tw. die motivationshebung für die spiele am wochenende angeht, muss ich bei meinen kleinen und bei den großen nicht viel machen. ich erinnere sie dann ganz entspannt mit einem lächeln im gesicht an ihre eigenen geschlossenen wetten.
    natürlich ist es kein allheilmittel und manch einem großen, mag das alles auch zu kindisch und zu blöd sein. aber ich würde gerade in solchen situationen immer wieder versuchen, die spieler mental auch dort abzuholen, wo sie gerade stehen. es sind freiwillige angebote und die mundpropaganda tut ihr übriges.


    die konzentration bei unseren c-spielern ist gestiegen und das training verläuft auch wieder in anderen bahnen. versuch macht klug. :thumbup:

  • Super Idee und klasse Bericht. Wir haben eine ähnliche Situation auch bei uns. Werde mal schaun, ob ich da was aufgreifen kann.