Spieler ärgern sich in der Schule

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  • Situation:


    - E-Jugend, alter Jahrgang
    - Vier Kinder auf einer Grundschule:
    Spieler 1, seit 4 Jahren dabei, Klasse A
    Spieler 2, seit 3 Jahren dabei, Klasse A
    Spieler 3, seit einem Monat dabei, Klasse A
    Spieler 4, seit einem Monat dabei, Klasse B


    Eben einen Anruf von der Mutter des Spielers 4 bekommen. Spieler 2 und 3 hätten ihn nach der Schule mit "Du kannst gar nix und wir sind viel besser als du" (usw.) aufgezogen. Sowas ist bisher noch nie vorgekommen (oder ich hab es einfach nicht mitbekommen.)


    Erster Gedanke: "Spieler 2 und 3 kriegen zwei Wochen Spielpause." Hart, aber ein Zeichen gesetzt.
    Bei genauerem Nachdenken bin ich mir aber nicht sicher, welche Auswirkungen so ein Vorgehen, auf den Schulalltag haben könnte.


    Was mir sonst noch gerade so im Kopf rumschwirrt:


    - Spieler 1 (zweiter Kapitän) fragen, ob und was er mitbekommen hat.
    - Spieler 3 deutlich sagen, dass er keineswegs besser ist als Spieler 4 (normalerweise vergleiche ich die Spieler nicht. allerdings ist es in diesem Fall vom Spieler herausgefordert worden.)



    Habt ihr Meinungen dazu oder ähnliches schon mal erlebt?

  • Hallo Sambu


    Hast das Telefongespräch heute Mittag gehabt? Vom schreiben her könnte man denken, dass Du ziemlich entsetzt bist. Dabei sind das normale Kinderstreiche. Du willst Spieler 3 bestrafen? Da musst Du Dich aber zu erst versichern, dass er sein Fehler überhaupt versteht. Währe ja sinnlos, wenn er von der Suspendierung zurück kommt und immer noch keine Ahnung hat, was er falsch gemacht hat.


    Gruss TRPietro

  • Ich frage mich gerade wie ich mich verhalten würde wenn eine Mutter mir sagt das sich 2 Spieler von mir, sich in der Schule ärgern.


    Zum einen sehe ich die Schule und alles was drum herum passiert, NICHT in meinem Verwaltungsbereich. Das haben die Eltern unter sich zu klären.


    Was ich an deiner Stelle machen würde, wäre ein klärendes Gespräch, das SOWAS keiner mit seinem Mannschaftskollegen macht, sondern eine Mannschaft zusammenhält ect. pp.. .


    Für alles andere würde ich mich nicht zuständig sehen.

    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • Das ist für mich normales Kinderverhalten. Wenn es ein ernsteres Problem zwischen den Kindern geben sollte, würde sich das dann auch im Training innerhalb der Mannschaft zeigen. Und dann würde ich dem auch entgegenarbeiten. Dann aber auch nicht gleich mit Suspendierung vom Training. Das wäre viel zu hart.
    Ich finde es auch ein wenig von der Mutter übertrieben, sich deshalb gleich an den Trainer zu wenden. Wen ruft diese Mutter dann an, wenn ihr Kind das erste Mal im Spiel gefoult wird...?
    Vielleicht hat es diese Mutter auch bloß Dir gegenüber erwähnt und Du reagierst etwas empfindlich darauf.
    Ich würde die Bälle ganz flach halten und gar nicht reagieren. Der Trainer ist nicht für alles zuständig. Erst wenn sich ein ernstes Problem in Deiner Mannschaft entwickeln sollte, wirke ein. Aber auch nicht gleich mit den "letzten Mitteln".

  • 1)


    Ich schrieb in einem anderen Thema, ...dass ich am Ende des Trainings/Spiels/Turnier im F und E Bereich immer eine kurze Rückmeldung von jedem Einzelnen hören wollte. Man sprach kurz das an, was gut war und auch, was nicht so gut war, wer genervt hat und auch Kritik an mir war ok. Das möchte ich Dir für die Zukunft empfehlen einzuführen, ...wenn es nicht schon zu spät ist. Sie müssen lernen, dass jeder seine Stärken und Schwächen hat und haben darf. Sie müssen lernen, damit offen umzugehen, im Umkehrschluss aber auch, Schwächen anderer zu akzeptieren. Sie müssen lernen, dass wenn jeder seine Stärken in die Waagschale legt, eine Mannschaft stark sein kann. Sie müssen auch lernen, dass man den anderen stark reden muß, statt durch Worte nieder zu machen. Hier paßte dann darauf auch die Frage, ob sie glauben, den anderen durch niedermachende Worte stärker zu machen. Wenn sie dann klug genug sind, zu erkennen, dass sie den anderen noch mehr geschwächt haben, dann dürfte die Frage auch gestellt werden, ob sie erkennen, dass sie damit die Mannschaft geschwächt haben, ....weil sie ein Kettenglied statt gestärkt, ...geschwächt haben ;) .


    Das könnte man durch ein offenes allgemeines Gespräch in der Abschlussrunde und im Abschlussstatement des Trainers einbauen, ...dafür müßtest Du aber ein guter Redner sein.


    2)


    Ferner könnte ich mir vorstellen, gesetzt des Falles, der niedergemachte Spieler ist nicht schlecht, sondern sogar gleichwertig bis besser,


    ....dann würde ich ins nächste Training das 1:1 oder 2:2 einbauen. Wenn er hier gleichwertig und im besten Fall besser spielt, ...dann hättest du etwas für das Gespräch im Ärmel. In diesem Fall würde ich mir nur die Treiber und das Opfer schnappen und die Sache klären. Das Beispiel birgt die Gefahr, dass deren Meinung auch noch bestätigt wird, falls der Junge haushoch unterliegt. Das wäre dann natürlich das schlimmste was man machen könnte. Also bitte nur, wenn du der festen Überzeugung bist, dass das gut ausgeht. Das wäre die Sprache, die sie am ehesten verstehen, meine ich.


    Dennoch würde ich darüber hinaus den Absatz eins propagieren, ....ich glaube das es solche Probleme in einer so geführten Truppe nicht geben würde. Ich kenne so ein Problem nicht. Gruß Andre

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • - Spieler 3 deutlich sagen, dass er keineswegs besser ist als Spieler 4 (normalerweise vergleiche ich die Spieler nicht. allerdings ist es in diesem Fall vom Spieler herausgefordert worden.)

    Definitiv nicht! Das ist kein Argument.
    Diese Beurteilung hat gar nichts mit dem Vorfall zu tun.


    Ebenso Andres Alternative 2). Es geht nicht darum, ob es stimmt, dass ein Spieler besser ist als der andere! Sondern es geht darum wie man einem Mannschaftskollegen gegenüber damit umgeht. Vielleicht ist "gut sein" in eurer Mannschaft zu wichtig? Wie gehst du als Trainer mit "guten" oder "nicht so guten" Spielern um??

  • Danke schonmal für die Antworten.


    TRPietro:
    Ja, Anruf war "frisch" und ja: ich bin richtig entsetzt.
    Bestrafen (falls ich mich dafür entscheide) natürlich erst nach klärendem Gespräch.


    Chris:
    Da es auf Fußball bezogen ist, ist es mein "Verwaltungsbereich". Würden die sich in der Schule gegenseitig eins auf die Mütze geben, weil der eine dem anderen nen Stift geklaut hat, sähe das natürlich anders aus.


    Karl:
    Für dich mag das normales Kinderverhalten sein, für mich ist das der Beginn von Mobbing. Vielleicht bin ich da auch ein gebranntes Kind. Diese Truppe ist meine erste Trainerstation und in den 5 Jahren bis jetzt, durfte ich mitanschauen, wie ältere Mannschaften (immer die jeweiligen D-Jugend-Jahrgänge) auseinander gefallen sind. Grund dafür: Man hat bei Verfehlungen die Augen zugedrückt, weil "man die Spieler ja braucht", was zur Folge hatte, dass die "Braven" gegangen sind oder aufgehört haben und die "Pflegefälle" alleine nicht ausreichten, um eine Mannschaft zu stellen. So fehlen unserem Verein nun 2 komplette Altersklassen.


    Andre:
    Option 1 ziehe ich durch. Nicht nach jedem Training / Spiel und auch teilweise etwas anders verpackt, als du es schilderst, aber generell liegen wir da auf einer Linie.
    Das einzige, was mich dabei ein wenig stört: Sie machen sich bei Turnieren teilweise über andere Mannschaften lustig (nur intern, nicht den anderen Mannschaften gegenüber), wenn sich dort Spieler absolut daneben benehmen (Mitspieler beschimpfen, Gegenspieler "umkloppen", Schiri den Vogel zeigen, usw. usw.), weil ihre Mannschaft am verlieren ist. Selbiges passiert auch, wenn ein anderer Trainer "austickt". Sich über andere lustig zu machen, ist zwar auch nicht die feine englische Art, aber so lange, sie es nur unter sich besprechen, dulde ich das. Es zeigt ja immerhin, dass sie verstanden haben, dass die Dinge, über die sie sich lustig machen, im Mannschaftsport nichts zu suchen haben.


    Stärken und Schwächen werden (normalerweise) auch akzeptiert. Seien es die des Einzelnen oder die der gesamten Mannschaft. Am letzten Wochenende haben die ausgewechselten Spieler bei einem Hallenturnier sich darüber unterhalten, dass das gerade laufende Spiel bisher am meisten Spaß gemacht hat. Es stand zu dem Zeitpunkt bereits 0:3 gegen uns. Es wurde halt akzeptiert, dass der Gegner einfach besser war, wir aber alles geben, um dagegen zu halten.



    Wie ich in dem Fall jetzt reagiere ... darüber muss ich erstmal ne Nacht schlafen. Ich vermute momentan aber stark, dass das ganze von dem zweiten Neuzugang ausging und der zweite Spieler einfach mitgezogen wurde. (Guppenzwang? Interessant wäre es, die "Rangordnung" in der Klasse zu kennen.)


    ---


    Nachtrag:


    koeppchen:


    Ich versuche, "gut sein" aus allem rauszuhalten. Es geht mehr um "sich Mühe geben" kontra "wenn einer von uns nicht läuft, spielen wir in Unterzahl".
    (Also nicht: "wenn einer von uns gerade erst angefangen hat und noch gar nicht recht weiß, was er machen soll, spielen wir in Unterzahl" --- was aber de facto manchmal so ist :rolleyes: )


    Es gibt im Jahr ca. zwei Situationen, in denen ich alle Grundsätze kurzzeitig über Bord werfe und strikt auf Ergebnis spiele.
    Beispiel von vor zwei Wochen: Wichtiges Spiel bei der Hallenkreismeisterschaftsquali. Ansprache in etwa: "Seid ihr damit einverstanden, dass wir die Spieler, die am besten zum Gegner passen, möglichst lange spielen lassen - notfalls sogar komplett?" - Die Truppe war einverstanden (weiß man vorher, wenn man die 5 Jahre trainiert) und als ich bereits nach zwei Minuten meine eher schmächtige Abwehrspielerin gegen einen etwas molligen, aber fitten eigentlichen Mittelfeldspieler ersetzt habe, weil über die Seite ein wahrer "Schrank" als Gegner daher gelaufen kam, hat die ausgewechselte - und später nach dem Spiel die komplette Mannschaft - sofort verstanden, warum so gewechselt wurde.


    "Gut sein" gibt es nicht. Normalerweise werden alle gleichberechtigt eingesetzt (und schon dadurch irgendwann alle "gut") und situationsbedingte Wechsel, wie der oben beschriebene, finden eher zufällig statt. Dafür wird jedesmal, wenn sich zufällig ein "sinnvoller" Wechsel ergibt, dieser entsprechend erläutert. So kriegt man die Kinder zu der Einsicht, dass nicht der Einzelne zählt, sondern die komplette Mannschaft "gut" sein muss. Und "gut" sieht halt da immer anders aus. Im Moment noch etwas gesteuert und eher zufällig aber in späteren Jahren (wenn dann irgendwann wirklich nur auf Ergebnis gespielt wird), wird es ja tatsächlich so sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Sambu ()

  • also da der vorfall nicht wärend des trainings oder spiel war würde ich keine suspendieren. aber ich würde alle beteiligten zusammen holen und über des ganze sprechen und dehnen auch sagen das des absolut nicht in ordnung ist
    lg
    hans

  • Dieser Vorfall hat nicht im Training stattgefunden, das würde ich ganz klar der Mutter sagen.


    Ich würde ihr auch sagen, dass Du diesen Vorfall natürlich im Hinterkopf behältst und im Training genau beobachten wirst, ob auch hier so etwas vorkommt. Dann musst Du tätig werden.


    Eine Strafe für einen Vorfall, der sich in der Schule abgespielt hat, auszusprechen, halte ich für unangemessen.

  • Wir hatten vor knapp zwei Jahren ein ähnliches Problem, damals innerhalb und zwischen den damaligen F (älterer Jahrgang) und der E (jüngerer Jahrgang). Da ging es zumeist auf dem Schulhof "heiß" her, eigentlich immer wegen Fußball. Während der Pausen durfte dort mit privaten Bällen gebolzt werden - soweit so gut! Aber: ohne wirkliche Aufsicht, so dass sich bei strittigen "Entscheidungen", die jedes Team für sich traf (weil kein Schiri), immer irgendwer in den Haaren lag.


    Das ging oft soweit, dass sich da hin und wieder auch geprügelt worden ist - speziell unter den Leuten, die sich ohnehin nicht "grün" waren. Erst dann griff die Pausenaufsicht ein, für mich u.a. ein Versagen der Schule an dieser Stelle.


    Was tat ich als Trainer? Ich habe den Jungs, wir trainierten damals parallel, eben das, was Andre unter Punkt 1 dargestellt hat, so ziemlich 1:1 versucht rüberzubringen. Dass man damit vor allem das Team und den Mannschaftsgeist schwächt. Dass es Jungs geben wird, wie von Sambu erwähnt, die aufhören werden und dann kein Team mehr da sein wird. Dass sich die Jungs letztlich (auch in der Schule) selber schaden.


    Das tat ich damals in etwa zwei-dreimal, irgendwann auch so deutlich (als sich keine Besserung einstellte), dass ich mit Spielverbot drohte. Nach dem Motto: Wer sich auf dem Schulhof prügelt, kann nicht zusammen in einem Team spielen - auch nicht am Wochenende. Zusätzlich wurde in der Schule irgendwann ein Fußballverbot ausgesprochen (m.E. hätte die Schule hier nur die Aufsicht besser in die Pflicht nehmen müssen!)...und das Problem war erledigt.


    Letztlich ist es nicht einfach Schule und Verein als Trainer unter einen Hut zu bringen. Bei offensichtlichen Problemen sollte man aber als Trainer immer mit einem gewissen Maß an Verantwortung eingreifen.

  • "für mich ist das der Beginn von Mobbing"


    das ist, mit verlaub gesagt, schwachsinn! kinder haben viele gefühle, die reichen von spass, übermut bis zu frust und ärger.
    worte wie stress oder auch mobbing sind erwachsenenwörter, die in den letzten jahren vermehrt einzug gehalten haben.
    allein die tatsache, dass diese mutter dich zeitnah informiert hat, ist ganz großes kino. das hat mich schon immer geärgert.
    lass dich doch nicht bekloppt machen von den übermuttis. meistens ist das ganze harmloser als angenommen.
    kinder müssen sich ärgern, necken oder auch schonmal raufen, ohne das sofort deren muttis dort auf den plan kommen müssen.
    das regeln die selbst untereinander, vor allem als teamsportler und grundschüler, glaube mir, und beobachte das mal in deinem "verwaltungsbereich" training oder spiel.
    die idee mit "unauffälligem" wettkampf im training ist in ordnung, finde ich gut. dann kannst du aktion und reaktion selbst am besten beurteilen.
    bedenke, für viele eltern ist heutzutage das kind ein fulltimejob. die erleben jede minute ihrer sprösslinge so hautnah mit, als wäre es ihre eigene kindheit.
    dann passieren oft überzogene reaktionen, habe ich selbst schon häufiger erlebt.


    kleine anekdote: könnt ihr euch an euer rodelvergnügen vor 20 - 30 jahren erinnern? brennholz, kette bilden und drauf. platz da.
    ein paar beulen gab es, sicher hat auch mal jemand nach dem einseifen geweint, aber hinterher ist man doch gemeinsam nach hause gelaufen
    oder hat einen bogen um denjenigen gemacht gegen den man nicht ankam.
    diese erfahrungen können oder dürfen kinder heute gar nicht mehr machen. denn am rodelhang stehen mindestens genausoviele mütter wie kinder,
    die das ganze "regeln". hier werden "rüppel" ohne bodyguard abgestraft und eine freie bahn für den eigenen schatz geschaffen, der dann meistens noch einen fahrradhelm aufhat.
    so ist das heute eben.


    also mein ratschlag: lass es erstmal laufen, schau es dir an und greif erst ein, wenn hier über einen zeitraum ein kind geschnitten oder ausgeschlossen wird.
    dann ein kurzes statement von wg. teamsport usw. das fluppt dann meistens aber klär das unter den kindern. nimm sie wichtig und gebe ihnen auch das gefühl,
    den fußball können sie alleine ohne eltern regeln. das wird schon. ;)

  • siebener, ich möchte nicht umschwenken, aber.....


    nachdem ich dein Statement gelesen habe, muß ich sagen, dass du irgendwie recht hast. Ich würde zwar weiterhin eine allgemeine Ansprache abhalten ohne das sie wüßten, das ich es wüßte und danach könnte man die Sache einfach mal beobachten (aus der Ferne). Meine alternative 2 wäre dann so, dass man den Jungen der niedergeredet wurde beim Training stark redet, im Mut zuspricht, sein Können zu zeigen. Es macht schon einen Unterschied, ob jemand einmal geärgert wurde oder ob es viele Male, also ständig geschieht. Es gibt irgendwo so einen netten Brief, wo es um diese Dinge die du beschrieben hast geht. Dort wird u.a. beschrieben, dass wir als Kinder in Betten schliefen, dessen Seitenteile mit bleibehafteter Farbe bemalt war -hochgiftig-, ...aber wir haben es überlebt :] , ....ist schon was wahres dran, ...mit dem Helm und so weiter.

  • - Spieler 1 (zweiter Kapitän) fragen, ob und was er mitbekommen hat.
    - Spieler 3 deutlich sagen, dass er keineswegs besser ist als Spieler 4 (normalerweise vergleiche ich die Spieler nicht. allerdings ist es in diesem Fall vom Spieler herausgefordert worden.)

    Weder noch.


    Sondern mit Spieler 1-12 (also allen) ein erklärendes Gespräch führen.
    Wichtig hier: Nicht auf den konkreten Fall beziehen, sondern auf allgemeine Verhaltensregeln. Und das mit Nachdruck.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Schon bei den ersten Anfängen der Pubertät beginnen die Kids Koalitionen zu schmieden. Damit diese "Freundschaft" auch hält, braucht man "Feinde". Da eignen sich am besten Kinder, die etwas nicht so gut können. Ein "Looser" in der Klasse kommt da gerade recht! Der spielt entweder eine Klasse tiefer oder ist Tabellenletzter und bekommt ständig was auf "die Mütze"? Aufgrund der im übrigen fehlenden Gemeinsamkeiten halten diese Art der Freundschaften meist nicht lange. Deshalb sind die Gemobbten auch nicht permanenter Kritik ausgesetzt, sondern können schon kurz nach Beendigung der Koalititon mit einem der früheren Feinde befreundet sein. Ekelig wirds eigentlich erst dann, wenn sich die Eltern einmischen und vom Trainer verlangen, das er die vermeintlichen Feinde seines Kindes sanktioniert. Als Trainer sollte man über den Dingen stehen und erst einmal in Ruhe betrachten, was Realität und was Wunschdenken ist. Häufig werden solche Streitigkeiten künstlich hochgepuscht und sind schon nach kurzer Zeit nichts mehr als Schall und Rauch.

  • "für mich ist das der Beginn von Mobbing"


    das ist, mit verlaub gesagt, schwachsinn!

    Mit Verlaub: Das ist Schwachsinn was du da schreibst! Unter Kindern gibt es genauso Mobbing wie unter Erwachsenen. Die Gründe mögen vielleicht teilweise unterschiedlich sein, aber das Phänomen bleibt gleich. Ich empfehle dir mal das Buch Gewalt in der Schule von Dan Olweus. Hier werden die verschiedenen Formen der "Gewalt" beschrieben. Ich habe u.a. eine Hausarbeit zum Thema verfasst und kann dir gerne ein paar Literaturtips geben.


    "Nach Olweus wird „Mobbing“ innerhalb des Systems Schule folgendermaßen definiert: „Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler ausgesetzt ist“ (Olweus 1996, 22)."


    Die Frage ist jetzt ob der Schüler schon häufiger "beleidigt" wurde, oder ob es sich bisher nur um einen Einzelfall gehandelt hat. Denn " Olweus legt bei dieser Definition besonderen Wert auf den Ausdruck „wiederholt und über eine längere Zeit“ (Olweus 1996, 23). Er will damit „gelegentliche, nicht ernsthafte negative Handlungen ausschließen, die einmal gegen das eine Schulkind und einmal gegen ein anderes bei verschiedenen Gelegenheiten ausgeübt werden“ (ebd.).
    Der Begriff „negative Handlungen“ beinhaltet sämtliche Formen durch welche gemobbt werden kann. Sei es nun verbal, durch Körperkontakt oder ohne den Gebrauch von beiden, wie etwa schmutzige Gesten oder das Ausschließen eines Mitschülers bzw. einer Mitschülerin aus einer Gruppe (vgl. Olweus 1996, 22)."

  • @ Trainerlegende und Sambu




    Weder siebener noch ich haben in unseren Beiträgen behauptet, daß es Mobbing unter Kindern nicht gibt.


    Trainerlegende, Du schreibst selbst, dass die Handlung dazu wiederholt und andauernd sein muß. Für diesen Fall haben wir geschrieben, daß wir dann natürlich einschreiten müssen. Weiterhin bin ich der Meinung, wenn es sich wirklich um so eine ernste Sache handelt oder sich dazu zu entwickeln beginnt, wird sich das Problem nicht nur in der Schule zeigen, sondern sich auch im Training offenbaren. Das heißt, ich würde es als Trainer merken und wäre auch zuständig.


    Sambu, Du hast selbst mit der Mutter gesprochen und weißt vielleicht noch etwas mehr. Ich kann nur die Sache aus meiner Sicht bewerten, wie Du Sie hier schilderst. Und da stellt es sich als erstmaliger Vorgang dar. Und dann bleibe ich dabei, dass ich nicht alles als Trainer/Erwachsener für die Kinder regeln kann. Und schon gar nicht schieße ich mit "Kanonenkugeln auf Spatzen" (ich meine hier die angedachte Suspendierung)!


    Ich denke dass wir eigentlich in der Sache das Gleiche meinen: Wenn Mobbing zu erkennen ist - dann sollte/muß auch der Trainer entgegenwirken. Manches, was wir Erwachsene einfach als beginnendes Mobbing einstufen, würde sich aber warscheinlich im Nachhinein als harmloses und normales Gebaren unter Kindern entpuppen.




    @ Andre


    Deinen Beitrag, nachdem Du das Statement von Siebener gelesen hast, empfand ich nicht als"Umschwenken". Im Gegenteil! Weil, in Deinen Beiträgen wirbst Du mittlerweile dafür, den Kindern das "freie Fußballspiel " zu ermöglichen. Das heißt, sie sollen Ihre Erfahrungen, "wenn nur irgend möglich" selbst machen ohne Regularien Aussenstehender. Warum sollten wir da einen einen Unterschied zwischen Schule, Freizeit,Training oder Punktspiel machen. Für die Kinder ist es immer gleich Ernst oder Spaß.


    Ich interessiere mich schon seit einiger Zeit für die Ausbildung nach COERVER. In diesem Rahmen durfte ich mir schon einige "Hollandturniere" anschauen. Dort wurden immer Kinder der verschiedensten Altersstufen gemischt und die Zusammenstellung der Mannschaften wechselte in jedem Spiel. Das was mir so imponierte, war, daß es keine Schiedsrichter gab. Die Kinder sollten, wenn möglich alles untereinander regeln. Erwachsene/Trainer waren zwar außerhalb des Spielfeldes anwesend und sollten auch in bestimmten Fällen einschreiten, aber diesen "Ernstfall habe ich persönlich noch nicht gesehen.




    Also meine abschließende Meinung zu dem Thema(es sei denn, es ergeben sich neue Fakten): Wenn es sich als "wirkliches Problem" entwickelt - gegensteuern( in entsprechender verhältnismäßiger Form und kindgerecht/altersentsprechend). Ansonsten: "Problem registrieren, weiter beobachten und im hoffentlich positiven Fall "LÖSCHEN" und beim nächsten Mal ruhiger an die Sache rangehen. Ich habe selber Kinder und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man manchmal überreagiert, wenn es um die eigenen Kinder geht und versucht diese vor allen lauernden Gefahren zu "beschützen". Deshalb kann ich hier auch die Mutter des betroffenen Kindes verstehen. Aber man kann es nicht, und man tut auch den Kindern keinen Gefallen damit( ernste Fälle ausgenommen)


    Sollte sich mein Beitrag mit anderen überschnitten haben und hier vielleicht Sachen doppelt oder nicht mehr aktuell sein, bitte ich um Entschuldigung.

    Einmal editiert, zuletzt von Karl ()

  • Also ganz ehrlich , wenn die Mutter eines 10-jährigen Jungen den TRAINER anruft, um sich zu beschweren, daß ihr Sohn auf dem Heinweg geärgert wurde .... 8o
    als Mutter eines 7-jährigen, der nicht auf den Kopf gefallen ist , würde ich mal behaupten, daß bei einem derartigen einmaligen Vorfall, der Junge dies mit den "Gegnern" selbst klären könnte .
    Für den Jungen, der geärgert wurde , ist es mit Sicherheit noch viel unangenehmer, wenn dies im Training zur großen Sache gemacht wird. Der Junge ist neu, muß vielleicht noch in alles reinfinden, ist zudem noch in der anderen Klasse , da stehen sich die anderen sowieso schonmal näher .


    ICH würde mit dem Jungen unter 4 Augen reden, IHN fragen , was er erwartet , was er vorschlägt . Könnte mir vorstellen, daß das alles nicht SO die große Sache ist .

  • boa, trainerlegende, das ist aber auch mal ne ansage. den ganzen wissenschaftlichen exkurs hättest du dir sparen können, wenn du mein posting und den eigentlichen anlass des fragestellers hier mal ganz pragmatisch zusammengebarcht hättest: kind wurde geärgert, mutter ruft sofort beim trainer an, diagnose beginnendes mobbing. mein lieber mann, ist das so? ich denke nicht, hier wird übertrieben.


    sicherlich gibt es den tatbestand mobbing und sicherlich gibt es den auch bei kindern und das ist schlimm. auf der anderen seiten erkenne ich aber auch viele kleine anlässe, wie auch unser thema, die zur ganz grossen sache erklärt werden und wo sich aus nichtigem anlass eine ganze walze von massnahmen durch unterschiedliche quellen in bewegung setzt. schon mal was vom mittel zum zweck gehört? manche leute leben von diesen dingen, gerade bei unseren kindern wird viel geld verdient durch menschen die eine diagnose stellen und dann an weiteren konsequenzen nutzen haben. vom gestaltungsterapeut über den logopäden, den psychologen, den sozialwissenschaftler, den professor und dessen studenten. tja, ich gehöre nicht zu denen die sagen früher war alles besser, ganz sicher nicht, aber ein wenig mehr gelassenheit, glaube an die kraft der kinder sowie abkehr vom sensationellen, der einer gelangweilten hausfrau und mutter jede menge redestoff und aktionsraum bietet.


    trotzdem danke, das du der anlass warst, dass die wäsche, die ich gerade zusammenlegen sollte nunmehr von mein frau weggefaltet wurde. so hatte ich auch aus nichtigem anlass durch mein posting hier ein riesegen nutzen. in diesem sinne, ich freu mich handball gleich und sg noch, weiterhin frohes schaffen.
    :D:thumbup::D:thumbup::D