Wenn man sich mal die Karrieren vieler Bundesliga-Profis anschaut, sind die meisten Spieler bei einem kleinen Verein groß geworden und erst mit der Pubertät (oder noch später) zu einem ambitionierten Verein gewechselt.
Dafür das die ambitionierten Vereine einen großen Zulauf und meist in einer Region die freie Auswahl haben, ist deren Output an guten Spielern erschreckend schwach.
Das zeigt mir persönlich, dass die Basis für einen großen Fussballer in der spaß- und nicht der leistungsorientierten Förderung liegt. Deswegen würde ich ein Abwerben eines 7-Jährigen aus Leistungsgründen immer mit kritischen Augen betrachten. Es können natürlich auch persönliche Gründe sein, aber in den seltesten Fällen werden schwache oder durchschnittliche Kinder abgeworben, oder?
Wenn man sich mal die Karrieren vieler Bundesliga-Profis anschaut, sind die meisten Spieler bei einem kleinen Verein groß geworden und erst mit der Pubertät (oder noch später) zu einem ambitionierten Verein gewechselt.
Das ist falsch.
Die Zeiten haben sich geändert. Ich habe es in einem anderen Thread vor einiger Zeit (letzte Länderspiel der abgelaufenen Saison) aufgezeigt.
Nahezu alle deutschen Nationalspieler (Baujahr 1986 und jünger) haben bereits in jungen Jahren den Wechsel in ein Leistungszentrum vollzogen. Spätestens mit 12 oder 13.
In einem ganz kleinen Verein groß geworden ist keiner. Träsch und Schürrle, also Ludwigshafen (seit jeher gute Jugendarbeit, aktuell C-und B-Jugend Regionalliga) und MTV Ingolstadt ( Ingoldstadt 04, heutiger Zweitligist,ist eine Fusion u.a. aus Träschs Heimatverein, bis 2002 immer mindestens Bayernliga, teilweise 2.Liga) sind die "kleinsten", allerdings sind auch diese stetiger Anlaufpunkt für Talente ihrer Region und gelten wohl eher als große bzw. größere Vereine.
Hier die Liste ( http://www.dfb.de/index.php?id=128 ) , Quelle wikipedia
Neuer: Schalke/6 Jahre
Hummels: Bayern/ 6
Badstuber: Stuttgart/ 11
Höwedes: Schalke/ 12
Özil: RW Essen/11
Bender-Zwillinge: Unterhaching/10, 1860/13
Khedira: Stuttgart/ 8
Marin: Frankfurt/7
Boateng: Hertha/13, davor TeBe
Reus: keine Angaben bei wiki, BVB/ 6 ( Quelle: http://members.dokom.net/m.red…ichte_abt4.html#MarcoReus )
Götze: BVB/6
Schürrle: Mainz/15, davor Ludwigshafen (C-und B-Jugend spielen aktuell Regionalliga)
Zieler: Köln/6
Aogo: KSC/7
Träsch: 1860/15, davor Ingolstadt
Müller: Bayern/10
Gündogan: Schalke/7
Kroos: Rostock/12
Man könnte diese Liste wahrscheinlich auch um die Bundesligaspieler, diesen Alters führen, und käme zu dem gleichen Ergebnis, aber ich denke die Liste der aktuellen Nationalspieler ist repräsentativ genug.
Es ist ganz offensichtlich, dass die Zeit der "Quereinsteiger", Klose oder Briegel vorbei ist.
Ob man das gut heißt oder nicht, sei jedem selbst überlassen, aber die Fakten sprechen ganz klar gegen deine Aussage.
Edit:
Hatte gerade Zeit und habe auch die läteren Spieler rausgesucht, die aktuell auf der DFB-Homepage als Nationalspieler gelistet sind.
Selbst die Spieler, die altermäßig vor der qualitativen Talentförderung der Profivereine liegen (die Nachwuchsförderung der Vereine hat ihren qualitativen Ursprung so vor ca 10-12 Jahren, davor war in der Ausbildung kein/kaum ein Unterschied zum kleinen Verein) haben bis auf Rolfes und Klose (Cacau liste ich mal außer Konkurrenz) frühzeitige Wechsel in NLZ getätigt.
Lahm: Bayern/11
Schweinsteiger: Bayern/13
Wiese: Leverkusen/ 7
Mertesacker: Hannover/10
Podolski: Köln/10
Gomez: finde keine Angaben, wann er nach Ulm (im Jugendfussball herausragend) wechselte, wiki sagt nur, wechselte 2001 von Ulm nach Stuttgart, also mit 16.
Rolfes: Bremen/ 17, spielte vorher wahrscheinlich wirklich auf dem Dorf, ich kenne TuS Recke jedenfalls nicht
Klose: Kaiserslautern im Herrenbereich
Cacau: irgendwo in Brasilien
Das sind 28 Nationalspieler, die Quote ist ziemlich eindeutig und läßt eigentlich nur einen Schluß zu:
Ein zu später Wechsel ins NLZ scheint hinderlich.
