Trainer die kinder mit 7, schon abwerben ..!!

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  • Wenn man sich mal die Karrieren vieler Bundesliga-Profis anschaut, sind die meisten Spieler bei einem kleinen Verein groß geworden und erst mit der Pubertät (oder noch später) zu einem ambitionierten Verein gewechselt.
    Dafür das die ambitionierten Vereine einen großen Zulauf und meist in einer Region die freie Auswahl haben, ist deren Output an guten Spielern erschreckend schwach.
    Das zeigt mir persönlich, dass die Basis für einen großen Fussballer in der spaß- und nicht der leistungsorientierten Förderung liegt. Deswegen würde ich ein Abwerben eines 7-Jährigen aus Leistungsgründen immer mit kritischen Augen betrachten. Es können natürlich auch persönliche Gründe sein, aber in den seltesten Fällen werden schwache oder durchschnittliche Kinder abgeworben, oder? ;)


    Wenn man sich mal die Karrieren vieler Bundesliga-Profis anschaut, sind die meisten Spieler bei einem kleinen Verein groß geworden und erst mit der Pubertät (oder noch später) zu einem ambitionierten Verein gewechselt.

    Das ist falsch.
    Die Zeiten haben sich geändert. Ich habe es in einem anderen Thread vor einiger Zeit (letzte Länderspiel der abgelaufenen Saison) aufgezeigt.


    Nahezu alle deutschen Nationalspieler (Baujahr 1986 und jünger) haben bereits in jungen Jahren den Wechsel in ein Leistungszentrum vollzogen. Spätestens mit 12 oder 13.


    In einem ganz kleinen Verein groß geworden ist keiner. Träsch und Schürrle, also Ludwigshafen (seit jeher gute Jugendarbeit, aktuell C-und B-Jugend Regionalliga) und MTV Ingolstadt ( Ingoldstadt 04, heutiger Zweitligist,ist eine Fusion u.a. aus Träschs Heimatverein, bis 2002 immer mindestens Bayernliga, teilweise 2.Liga) sind die "kleinsten", allerdings sind auch diese stetiger Anlaufpunkt für Talente ihrer Region und gelten wohl eher als große bzw. größere Vereine.


    Hier die Liste ( http://www.dfb.de/index.php?id=128 ) , Quelle wikipedia
    Neuer: Schalke/6 Jahre
    Hummels: Bayern/ 6
    Badstuber: Stuttgart/ 11
    Höwedes: Schalke/ 12
    Özil: RW Essen/11
    Bender-Zwillinge: Unterhaching/10, 1860/13
    Khedira: Stuttgart/ 8
    Marin: Frankfurt/7
    Boateng: Hertha/13, davor TeBe
    Reus: keine Angaben bei wiki, BVB/ 6 ( Quelle: http://members.dokom.net/m.red…ichte_abt4.html#MarcoReus )
    Götze: BVB/6
    Schürrle: Mainz/15, davor Ludwigshafen (C-und B-Jugend spielen aktuell Regionalliga)
    Zieler: Köln/6
    Aogo: KSC/7
    Träsch: 1860/15, davor Ingolstadt
    Müller: Bayern/10
    Gündogan: Schalke/7
    Kroos: Rostock/12


    Man könnte diese Liste wahrscheinlich auch um die Bundesligaspieler, diesen Alters führen, und käme zu dem gleichen Ergebnis, aber ich denke die Liste der aktuellen Nationalspieler ist repräsentativ genug.


    Es ist ganz offensichtlich, dass die Zeit der "Quereinsteiger", Klose oder Briegel vorbei ist.



    Ob man das gut heißt oder nicht, sei jedem selbst überlassen, aber die Fakten sprechen ganz klar gegen deine Aussage.



    Edit:
    Hatte gerade Zeit und habe auch die läteren Spieler rausgesucht, die aktuell auf der DFB-Homepage als Nationalspieler gelistet sind.
    Selbst die Spieler, die altermäßig vor der qualitativen Talentförderung der Profivereine liegen (die Nachwuchsförderung der Vereine hat ihren qualitativen Ursprung so vor ca 10-12 Jahren, davor war in der Ausbildung kein/kaum ein Unterschied zum kleinen Verein) haben bis auf Rolfes und Klose (Cacau liste ich mal außer Konkurrenz) frühzeitige Wechsel in NLZ getätigt.


    Lahm: Bayern/11
    Schweinsteiger: Bayern/13
    Wiese: Leverkusen/ 7
    Mertesacker: Hannover/10
    Podolski: Köln/10
    Gomez: finde keine Angaben, wann er nach Ulm (im Jugendfussball herausragend) wechselte, wiki sagt nur, wechselte 2001 von Ulm nach Stuttgart, also mit 16.
    Rolfes: Bremen/ 17, spielte vorher wahrscheinlich wirklich auf dem Dorf, ich kenne TuS Recke jedenfalls nicht
    Klose: Kaiserslautern im Herrenbereich
    Cacau: irgendwo in Brasilien


    Das sind 28 Nationalspieler, die Quote ist ziemlich eindeutig und läßt eigentlich nur einen Schluß zu:
    Ein zu später Wechsel ins NLZ scheint hinderlich.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    5 Mal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Danke für den Beitrag Sir Alex!


    Weißt Du auch ob diese Spieler in der Stadt des Vereins gewohnt haben bzw. ob das ihr erster Verein war (a la Neuer) oder ob die ggf. tatsächlich "richtig" gewechselt sind?


    Danke!


    LG Paul

  • Paul:
    Da sie meisten NLZ erst mit der U7, U8 oder U9 anfangen, die Kinder aber heutzutage wesentlich eher mit Fussball anfangen, ist der Heimatverein wohl meist ein kleiner.


    Die gelisteten Nationalspieler stammen meines Wissens alle aus der Region, in der ihr erster NLZ-Verein liegt.


    Aber bis vor 2-3 jahren galt in Deutschland bei allen Profivereinen das ungeschriebene Gesetz bis zur U14/U15/U16 keine Spieler außerhalb des Einzugsgebietes (je nach Verein und Verkehrslage ca 50 km) zu holen. Deshalb gehe ich davon aus, dass alle gelisteten Spieler in der näheren Umgebung wohnten.


    Heute ist das anders, der "Markt" verlagert sich in jüngere Altersklassen.
    Bei Bayern, Hoffenheim und Leverkusen kenne ich Spieler, die schon mit 10 oder 11 aus einer anderen Region geholt wurden. Und weitere, die das Angebot ablehnten. Logischerweise hängt die Offenheit für solche Wechsel vom Umfeld bzw. den Arbeitsverhältnissen der Eltern zusammen. Denn diese Spieler spielen ja i.d.Regel schon in einem anderen NLZ,aber in ihrer Region halt. Sie kicken also nicht mehr auf dem Dorf
    Die Eltern hatten dann z.B. einen plötzlichen Arbeitsplatzwechsel oder der Vater einen Zweitwohnsitz (bzw. neuen Erstwohnsitz, der bei Wechseln aus dem Ausland, z.B. Österreich notwendig ist).
    Ein ganz prominentes Beispiel, dass man auch massiv googeln kann ist Marco Friedl, Bayern München, 98er Jahrgang, zur U10 zu Bayern aus Österreich.
    Auch
    David Domej von Rapid Wien, wollte Bayern zur U12 oder U11 bereits von Rapid loseisen.
    Ich brinde mal nur diesen beiden Spieler, weil mich die Doppelmoral von Rummenigge aufregt, der ja von Kinderhandel bei Arsenal sprach ( z.B. http://www.welt.de/sport/fussb…ger-Kinderhandel-vor.html ) aber Bayern das gleiche macht. Allerdings längst nicht in der Quantität. Bayern beschränkt sich auf ganz wenige besonders herausragende.



    Meine persönliche Meinung ist, dass man so zur U10 den Wechsel in das regionale NLZ machen sollte. Voher sind Talentprognosen sehr schwer, ab der U10 wird die Quote deutlich besser. Ich spreche da nicht von Kickern, die es in die erste Liga schaffen, aber Spieler, die man ab diesem Alter scoutet fallen doch deutlich seltener ins Bodenlose, d.h. überregionaler Herrenfussball ist für viele drin.
    Hängt aber auch mit dem NLZ und dessen Qualität zusammen, aber BVB, Hertha oder Stuttgart bestücken umliegende Ober- oder Regionalligisten doch erheblich mit den ehemaligen Spielern ihrer U11, U12 etc.für die es irgendwann (meist zwischen U14 und U23) dann eben nicht mehr für "ganz oben" gereicht hat.

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  • Ich brinde mal nur diesen beiden Spieler, weil mich die Doppelmoral von Rummenigge aufregt, der ja von Kinderhandel bei Arsenal sprach ( z.B. http://www.welt.de/sport/fussball/articl?handel-vor.html ) aber Bayern das gleiche macht. Allerdings längst nicht in der Quantität. Bayern beschränkt sich auf ganz wenige besonders herausragende.

    Ja, das finde ich auch abenteuerlich. Dazu kommt, daß der FCB auch in der abgelaufenen Saison aktiv 7 jährige Kinder (also zu der Zeit G-Junioren!!!) für seine aktuelle U8 gescoutet hat. Ein Spieler von mir war da auch dabei und spielt jetzt dort. Den Scout kenne ich auch vom sehen her und der schaut sich z.B. auch F2 spiele an - ob das nun speziell unsere sind oder allgemein weis ich nicht.


    Wir haben auch noch Kontakt zu den Eltern, und das Kind tut sich schon manchmal schwer, weil er nach 2 Jahren bei uns Freundschaften aufgebaut hat, Klassenkameraden in der Mannschaft sind usw. Er kommt auch gelegentlich vorbei und schaut beim Training zu. Obwohl ich ihm die tollen Erfahrungen, die er dort sicherlich machen kann, gönne, hoffe ich doch ein wenig, daß er irgendwann wieder zurückkommt. Das Kind ist nicht nur ein wirklich guter Kicker sondern vor allem ein richtig "guter Typ".

  • Ja, das finde ich auch abenteuerlich. Dazu kommt, daß der FCB auch in der abgelaufenen Saison aktiv 7 jährige Kinder (also zu der Zeit G-Junioren!!!) für seine aktuelle U8 gescoutet hat. Ein Spieler von mir war da auch dabei und spielt jetzt dort. Den Scout kenne ich auch vom sehen her und der schaut sich z.B. auch F2 spiele an - ob das nun speziell unsere sind oder allgemein weis ich nicht.

    Das wiederum hat nichts mit Kinderhandel zu tun. Der von dir beschriebene Fall ist, so denke ich, ein Spieler, der im Einzugsgebiet der Bayern wohnt. Da ist der Wechsel von Talente in die NLZ in meinen Augen ein logischer und notwendiger Schritt. (Auch wenn meiner Meinung nach zur U10, also in der U9 gescoutet werden, erst das passende Alter ist.)
    Man schaue nur in andere Sportarten, Turnen z.B. wer da nicht schon mit 7 Jahren eine besondere Förderung erfährt, ist chancenlos, wenn es darum geht später deutsche ELite zu werden. Völlig losgelöst vom Talent.



    Exkurs:
    Hat nur am Rande mit diesem Thema tu tun, aber ich finde es bemerkenswert.
    Ich erzählte davon, dass mittlerweile sich die Bundesligisten teilweise die Talente gegenseitig abjagen, das läuft natürlich i.d.Regel über den größeren Euro. Denn ob nun BAyern, BVB, Leverkusen, Stuttgart, Hertha o.ä., sie nehmen sich nicht viel, wenn es um Ausbildung geht. Auch haben diese Klubs mittlerweile häufig eine gute Durchlässigkeit zu den Profis.


    Nun das "bemerkenswerte":
    Schaut euch mal den Kader der U17 der TSG Hoffenheim an.
    Die haben sich ja reichlich mit deutschen jugendnationalspielern anderer Bundesligisten eingedeckt. Aus Stuttgart, Dortmund, aus Berlin von Hertha (2Spieler) und TeBe, aus Linz, aus Frankfurt etc.


    Also wenn die in den nächsten Jahren nicht einige Spieler in die Bundesliga führen, dann ist denen nicht mehr zu helfen. Haben schließlich die halbe U16-Nationalelf Deutschlands (http://www.dfb.de/index.php?id=500115 ) gekauft, garniert mit weiteren Talenten aus dem In- und Ausland.

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    Einmal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Sir Alex: Danke für deine Liste.
    So ausführlich hatte das nicht recherchiert, sondern nur sporadisch geschaut.


    Mir ging es auch gar nicht um Quereinsteiger alà Klose, sondern darum, ob man als 7-Jähriger schon zu einem ambitionierten Verein MUSS, damit man überhaupt ne Chance auf Profifussball hat.
    Das würde ich nämlich verneinen. Gerade im Kinderfussball ist man auch bei einem "kleinen" Verein gut aufgehoben. Wenn man bedenkt, dass die großen Vereine praktisch alle talentierten Kinder einer Region zur Auswahl haben und von ehrgeizigen Eltern auch meist früh "präsentiert" bekommen, aber trotzdem nur jeder Zweite (grobe Schätzung) der Bundesligaspieler vor dem 10. Lebensjahr schon in einem Profi-Verein gefördert wurden, ist die Quote eigentlich gar nicht so gut.


    Trotzdem ist es natürlich so, dass die Talentförderung in Deutschland große Fortschritte gemacht hat. Gerade weil sich die Ideale und Inhalte des Kinderfussballs und das Leistungsdenken, wie es natürlich in den großen Vereinen vorherrscht, eigentlich ausschließt.


    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • In anderen Threads hier im Forum wurde oft gesagt: Frühestens zur D-Jugend ins NLZ. Das ist U12/U13. Aus der Liste kommt aber raus, dass das eigentlich fast schon der letzte Drücker ist, der Wechsel kommt oft schon 2 (oder noch mehr) Jahre früher, also U10/U11. Das ist noch in der E-Jugend, das überrascht mich schon.


    Grüße
    Oliver


  • Schaut euch mal den Kader der U17 der TSG Hoffenheim an.
    Die haben sich ja reichlich mit deutschen jugendnationalspielern anderer Bundesligisten eingedeckt. Aus Stuttgart, Dortmund, aus Berlin von Hertha (2Spieler) und TeBe, aus Linz, aus Frankfurt etc.


    Also wenn die in den nächsten Jahren nicht einige Spieler in die Bundesliga führen, dann ist denen nicht mehr zu helfen. Haben schließlich die halbe U16-Nationalelf Deutschlands (http://www.dfb.de/index.php?id=500115 ) gekauft, garniert mit weiteren Talenten aus dem In- und Ausland.

    Nun, dieser Mann.. äh Verein hat ja vor geraumer Zeit öffentlich geäußert, dass Ziel zu haben, in nicht allzu ferner Zukunft in der Bundesliga mit hoher Anzahl an jungen Spielern aus der eigenen Jugend aufzulaufen. Das muss doch irgendwie zu schaffen sein.

  • In anderen Threads hier im Forum wurde oft gesagt: Frühestens zur D-Jugend ins NLZ. Das ist U12/U13. Aus der Liste kommt aber raus, dass das eigentlich fast schon der letzte Drücker ist, der Wechsel kommt oft schon 2 (oder noch mehr) Jahre früher, also U10/U11. Das ist noch in der E-Jugend, das überrascht mich schon.

    Grüße
    Oliver

    Mich überrascht das zum Beispiel überhaupt nicht. Je mehr Zeit vergeht, desto größer werden die Unterschiede. Die Kinder, die in einem NLZ bereits mit 9 trainieren, haben in der D-Jugend einen riesen Vorsprung. Bereits ind der E-Jugend werden die Grundlagen unter Gegenerdruck perfektioniert und auf der anderen Seite sind die Spieler aufeinander abgestimmt. Einer, der von außerhalb kommt, hat es unheimlich schwer, sich einzufügen und gegen seinen Konkurrenz zu behaupten. So ein Spieler müsste dann schon sehr talentiert sein.

  • In der E-Jugend spielen die Bundesligisten in unserer Region (Rhein-Main) in der Kreisliga gegen ganz "normale" andere Vereine. Wenn man also davon ausgeht, dass die talentiersten Spieler im NLZ konzentriert sind, dann haben die zumindest bei Punktspielen eher weniger Gegnerdruck, denn die hauen alle anderen 2stellig weg (übertrieben, ganz so deutlich ist das nicht immer). Daher hielt ich es für plausibel, dass auch die sehr guten Spieler lieber in ihrem Heimatverein bleiben sollen (und sich dort als "Häuptling" entwickeln), statt im NLZ als einer der "indianer" zwar alles leicht zu gewinnen, aber sich mangels gegnerdruck persönlich nicht optimal weiter zu entwickeln. Die Statistik spricht eine andere Sprache. Offenbar macht das Training im NLZ doch auch in frühen Jahren schon viel Unterschied.


    Grüße
    Oliver

  • In der E-Jugend spielen die Bundesligisten in unserer Region (Rhein-Main) in der Kreisliga gegen ganz "normale" andere Vereine. Wenn man also davon ausgeht, dass die talentiersten Spieler im NLZ konzentriert sind, dann haben die zumindest bei Punktspielen eher weniger Gegnerdruck, denn die hauen alle anderen 2stellig weg (übertrieben, ganz so deutlich ist das nicht immer). Daher hielt ich es für plausibel, dass auch die sehr guten Spieler lieber in ihrem Heimatverein bleiben sollen (und sich dort als "Häuptling" entwickeln), statt im NLZ als einer der "indianer" zwar alles leicht zu gewinnen, aber sich mangels gegnerdruck persönlich nicht optimal weiter zu entwickeln. Die Statistik spricht eine andere Sprache. Offenbar macht das Training im NLZ doch auch in frühen Jahren schon viel Unterschied.


    Grüße
    Oliver

    Hallo Oliver,


    mit Gegnerdruck meinte ich die Zweikämpfe. Ein guter Spieler kann sich in seinem Heimatverein in der E-Jugend nur dann entwickeln, wenn die gesamte Mannschaft einen guten Entwicklungsstand hat und wenn der Verein Qualitätstraining anbietet. Es gibt tatsächlich auch solche Vereine, die aufgrund der anerkannten Qualität, als Partnervereine agieren.

  • Mich überrascht das zum Beispiel überhaupt nicht. Je mehr Zeit vergeht, desto größer werden die Unterschiede. Die Kinder, die in einem NLZ bereits mit 9 trainieren, haben in der D-Jugend einen riesen Vorsprung. Bereits ind der E-Jugend werden die Grundlagen unter Gegenerdruck perfektioniert und auf der anderen Seite sind die Spieler aufeinander abgestimmt. Einer, der von außerhalb kommt, hat es unheimlich schwer, sich einzufügen und gegen seinen Konkurrenz zu behaupten. So ein Spieler müsste dann schon sehr talentiert sein.

    Das obige Beispiel bezieht sich ausschließlich auf aktuelle Nationalspieler.
    Wenn man sich diese Auswertung http://www.imspiel-magazin.de/pdf/dfb_ppp_bilanzII.pdf ansieht, sieht das schon ganz anders aus. Natürlich ist mir klar, dass die NLZ vor 10 Jahren noch nicht die Qualität hatten, die sie jetzt haben.
    Seite 41: Ca. 7% der U19-Spieler im LZ waren bereits in der U12 im LZ. Der Rest kam später.
    Seite 12: Lediglich 5 Spieler aus dem WM-Kader waren schon vor der U11 in einem LZ.

  • Das obige Beispiel bezieht sich ausschließlich auf aktuelle Nationalspieler.
    Wenn man sich diese Auswertung http://www.imspiel-magazin.de/pdf/dfb_ppp_bilanzII.pdf ansieht, sieht das schon ganz anders aus. Natürlich ist mir klar, dass die NLZ vor 10 Jahren noch nicht die Qualität hatten, die sie jetzt haben.
    Seite 41: Ca. 7% der U19-Spieler im LZ waren bereits in der U12 im LZ. Der Rest kam später.
    Seite 12: Lediglich 5 Spieler aus dem WM-Kader waren schon vor der U11 in einem

    Ich habe mir mal die Seite 12 angesehen, also die Werdegänge angesehen.
    Hier werden Vereine, wie TeBe, RW Essen, Waldhof Mannheim eben nicht als NLZ geführt, was ja stimmt. Allerdings sind es ja wohl sehr wohl Vereine, die trotzdem eine Elite im Nachwuchsfussball bedienen. ein fehlendes Internat o.ä. hat aber eben zur Folge, dass sie kein Status NLZ haben.
    (Aogo, zB. wird dort erst mit dem Wechsel in die U16 zu Freiburg geführt, dabei war er in die U8 zum KSC, dann in die U14 zu Waldhof Mannheim gewechselt.)


    Ausgangsfrage war/ist aber, wann von einem kleinen Verein zu einem großen Wechseln? Und da zähle ich RW Essen, SpVgg Unterhaching, Waldhof Mannheim, TennisBorussia Berlin und den SSV Ulm ganz klar mit in die Kategorie "große Vereine".


    Außerdem hast du ja selbst erkannt, das sie NLZ vor 10 Jahren ne ganz andere Qualität hatten. Und man muss sich nur mal angucken, wer bei deiner Auswertung ab U14 gewechselt ist. Das sind fast ausnahmslos die "alten Spieler" . Die mittlerweile aktuellen Nationalspieler (Benders, Gündogan, Götze etc) sind alle deutlich eher gewechselt.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Für mich steht die Frage des Abwerbens mit einem gewissen Rückschluss in Verbindung. Nur mal rein hypothetisch, wenn sich die Breitensportvereine alle einig wären, dass die Kinder nur ab einem bestimmten Alter wechseln sollten, dann würde das bedeuten, dass die Profivereine unterhalb dieses Alters keine Spieler trainieren dürften. Eventuell nur diejenigen, die direkt einsteigen. Ist das so?
    Es wird wohl kaum Kinder geben, die eines Tages aufwachen, plötzlich den Fußball für sich entdecken und für den Direkteinstieg bei einem Profiverein überzeugen.
    Man sollte wiederum nicht vergessen, dass die Kinder an organisierte Sichtungstage, oder an Trainingcamps teilnehmen. Die wenigen Ausnahmen, die von den ehrgeizigen Eltern dort hin verschleppt werden, zeigen auch nicht sehr viel. Sie sind ängstlich und haben eigentlich keinen Bock darauf. Sie werden zu weiteren Probetrainings auch nicht eingeladen. Was übrig bleibt, sind die Kinder, die es selbst wollen und wenn sie eingeladen werden, bedeutet das lange noch nicht, dass sie auch aufgenommen werden. Der Scoutingprozess ist nicht so einfach, wie man sich vielleicht denken würde. Sollte damit diese Frage wirklich Kopfschmerzen bereiten?

  • Für mich steht die Frage des Abwerbens mit einem gewissen Rückschluss in Verbindung. Nur mal rein hypothetisch, wenn sich die Breitensportvereine alle einig wären, dass die Kinder nur ab einem bestimmten Alter wechseln sollten, dann würde das bedeuten, dass die Profivereine unterhalb dieses Alters keine Spieler trainieren dürften. Eventuell nur diejenigen, die direkt einsteigen. Ist das so?


    Beim hiesigen Profi-Verein Eintracht Frankfurt ist es so, dass es dort erst mit der U9, also F1 los geht. Laut einem ihrer Jugendtrainer sind alle Spieler, die in den Jugendmannschaften der Eintracht spielen, zuvor bei anderen Vereinen gewesen. Es ist dort wohl auch so, dass die Kader auf zwölf Spieler beschränkt sind und dass von Saison zu Saison neu selektiert wird, woraus ich schließe, dass viele Kinder nur ein oder zwei Jahre dort spielen. Wie Kinder konkret zur Eintracht kommen, weiß ich nicht. Was ich zufällig mitbekommen habe, war, dass ein Spieler, der in unserem (nicht Frankfurter) Kreis zum D-Junioren-Stützpunkttraining geht, vom dortigen Stützpunkttrainer, der wohl mit der Eintracht verbandelt ist, oder zumindest mit dessen Wissen zu dieser Saison dorthin gewechselt ist. Für meine E-Junioren steht in dieser Saison das Vorspielen für das Stützpunkttraining an, danach weiß ich vielleicht mehr.


    Noch ein paar ergänzende Infos: Die Kaderstärke nimmt in den Eintracht-Jugendmannschaften doch zu, wenn ich mich nicht verzählt habe, sind sie: U9: 12, U10: 11, U11: 14, U12: 17, U13: 18, U14: 19. Ich habe auch mal die Verteilung der Eintrittsjahre tabelliert, weiß aber nicht, ob das hier interessiert.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

    Einmal editiert, zuletzt von tobn ()


  • Beim hiesigen Profi-Verein Eintracht Frankfurt ist es so, dass es dort erst mit der U9, also F1 los geht. Laut einem ihrer Jugendtrainer sind alle Spieler, die in den Jugendmannschaften der Eintracht spielen, zuvor bei anderen Vereinen gewesen. Es ist dort wohl auch so, dass die Kader auf zwölf Spieler beschränkt sind und dass von Saison zu Saison neu selektiert wird, woraus ich schließe, dass viele Kinder nur ein oder zwei Jahre dort spielen. Wie Kinder konkret zur Eintracht kommen, weiß ich nicht. Was ich zufällig mitbekommen habe, war, dass ein Spieler, der in unserem (nicht Frankfurter) Kreis zum D-Junioren-Stützpunkttraining geht, vom dortigen Stützpunkttrainer, der wohl mit der Eintracht verbandelt ist, oder zumindest mit dessen Wissen zu dieser Saison dorthin gewechselt ist. Für meine E-Junioren steht in dieser Saison das Vorspielen für das Stützpunkttraining an, danach weiß ich vielleicht mehr.


    Noch ein paar ergänzende Infos: Die Kaderstärke nimmt in den Eintracht-Jugendmannschaften doch zu, wenn ich mich nicht verzählt habe, sind sie: U9: 12, U10: 11, U11: 14, U12: 17, U13: 18, U14: 19. Ich habe auch mal die Verteilung der Eintrittsjahre tabelliert, weiß aber nicht, ob das hier interessiert.

    Es gibt einige Möglichkeiten von einem Profiverein aufgenommen zu werden. Die Sichtungen habe ich erwähnt. Des Weiteren durchforsten die Trainer oder die Beobachter selbst die Vereine. Teilweise kommen E-Mails mit Videos und Hinweise von Youtube. Manchmal liefern die Anhänger der Mannschaft Informationen zu herausragenden Talenten.
    Alle werden aber zunächst durch mehrere Probetrainings gecheckt.

  • Beim hiesigen Profi-Verein Eintracht Frankfurt ist es so, dass es dort erst mit der U9, also F1 los geht. Laut einem ihrer Jugendtrainer sind alle Spieler, die in den Jugendmannschaften der Eintracht spielen, zuvor bei anderen Vereinen gewesen. Es ist dort wohl auch so, dass die Kader auf zwölf Spieler beschränkt sind und dass von Saison zu Saison neu selektiert wird, woraus ich schließe, dass viele Kinder nur ein oder zwei Jahre dort spielen.

    Genau das ist der Fall. Kommt ein besserer Spieler, so muss ein anderer dafür weichen. Ob man sein 7- oder 9jähriges Kind dieser Selektion und der drohenden großen Enttäuschung aussetzen möchte, muss jeder selber entscheiden. Ich persönlich würde es nicht tun.

  • Genau das ist der Fall. Kommt ein besserer Spieler, so muss ein anderer dafür weichen. Ob man sein 7- oder 9jähriges Kind dieser Selektion und der drohenden großen Enttäuschung aussetzen möchte, muss jeder selber entscheiden. Ich persönlich würde es nicht tun.


    Soweit ich weiß, wird dort mit offenen Karten gespielt. Nichtsdestotrotz gehe ich auch davon aus, dass sich die Kinder, die von der Selektion bedroht sind, dessen sehr wohl bewusst sind und dass das bestimmt nicht angenehm für sie ist. Zumindest für einige von ihnen. Andere mögen sich anders, d.h. i.d.R. falsch einschätzen und sich daher im Zustand einer Art 'blissful Ignorance', wie der Engländer sagt, befinden. Und wiederum andere mögen die Zeit einfach genießen und den Selektionsdruck ausblenden können. Da sind Kinder vermutlich sehr verschieden.

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  • Soweit ich weiß, wird dort mit offenen Karten gespielt. Nichtsdestotrotz gehe ich auch davon aus, dass sich die Kinder, die von der Selektion bedroht sind, dessen sehr wohl bewusst sind und dass das bestimmt nicht angenehm für sie ist. Zumindest für einige von ihnen. Andere mögen sich anders, d.h. i.d.R. falsch einschätzen und sich daher im Zustand einer Art 'blissful Ignorance', wie der Engländer sagt, befinden. Und wiederum andere mögen die Zeit einfach genießen und den Selektionsdruck ausblenden können. Da sind Kinder vermutlich sehr verschieden.


    Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es für die Kinder i.d.R. die Hölle ist, wenn sie dort nicht übernommen werden. Oft rechnen sie tatsächlich nicht damit, auch wenn sie nur Auswechselspieler sind. Gerade die Eintracht tauscht oft und gerne - da sind von der U14 vor etwa drei Jahren, die damals Regionalmeister wurde ohne Punktverlust, gleich mal die Hälfte der Spieler ausgetauscht worden...

  • Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es für die Kinder i.d.R. die Hölle ist, wenn sie dort nicht übernommen werden. Oft rechnen sie tatsächlich nicht damit, auch wenn sie nur Auswechselspieler sind. Gerade die Eintracht tauscht oft und gerne - da sind von der U14 vor etwa drei Jahren, die damals Regionalmeister wurde ohne Punktverlust, gleich mal die Hälfte der Spieler ausgetauscht worden...


    Sehr interessant. Dazu passt auch, dass dort die aktuelle U13 zu 55% aus Neuzugängen besteht, in den anderen Teams (U9 ausgenommen) sind es zwischen 11% (U12) und 27% (U10). Ich denke auch, dass es für die meisten Kids, die ich betreue, ein ganz schöner Schlag wäre, wenn sie unverhofft aussortiert würden...

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