Ich möchte zu dem Thema einen neuen Thread erstellen, weil es von Jahr zu Jahr immer wieder brandaktuell scheint.
Problem
Die neue Saison steht vor der Tür und in den Trainerköpfen wird schon fleißig geplant, taktiert usw.. In manchem Verein gehen feste Jahrgänge geschlossen einen Schritt weiter, ....die haben dieses Problem eher nicht, ....dafür aber ein anderes -ist aber ein anderes Thema.
Die Vereine, die nach Leistung einteilen -und das dürften wohl eher die Meisten sein- beginnen nun mit der Einteilung. Ich habe es im Laufe der Jahre auf drei Arten im Verein und auf eine Art in der Kreisauswahl/Stützpunkt erlebt. Derzeit habe ich einen Hals, weil ein bestimmter Spieler nicht in die C 1 gekommen ist, dafür aber ein paar Andere.
Verein
1. Trainerversammlung.... Mannschaftseinteilung durch Gespräche am Tisch, am Ende wurden die Pässe entsprechend verteilt und die Mannschaften standen. Hierbei war -neben wenigen Eindrücken des übernehmenden Trainers- die alleinige Meinung des Vorgängertrainer maßgeblich für den Verbleib des einzelnen Spielers.
Problem: Was ist wenn der Trainer Tomaten auf den Augen hat oder sonst eine Abneigung gegen den ein oder anderen Spieler hat?
2. Der einzelne Trainer fährt zu den Spielen und schaut sich diese an, um hier die Leistung der einzelnen Spieler zu beäugen. Das ist für mich teilweise sehr übertrieben im unteren Jugendbereich, später aber schon mal besser anzusehen, als es unter Punkt 1 beschrieben ist. Motto hierbei: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Problem: Ein Spieler könnte krank sein, begründet fehlen, oder schlimmstenfalls auf einer Position spielen, wo er nicht so auffällig ist, ein Trainerproblem zwischenmenlicher Art haben oder auch auf der Reservebank versauern.
3. Es werden meist einmalige Sichtungstrainings abgehalten. Die Spieler spielen entweder auf dem Großfeld ein Spielchen oder man läßt auf Kleinfeldern spielen. Hierbei standen die Listen mit den Namen aber meist schon zu 80 Prozent fest. Zudem standen die Trainer oft zusammen und redeten sich heiss. Man fühlte sich ganz wichtig und ließ sich in Teilen auch beeinflussen. Trainersöhne waren bei jedem Beispiel schon gesetzt, ganz klar. Danach sitzen alle Teilhabenden auf dem Rasen und man verließt die Namen. Darauf rennen immer zwei oder drei weinend weg. Hierauf folgen Elternanrufe und Beschwerden, ...."Vetternwirtschaft/Schmierentheater/Verarschung"usw so die Betroffenen.
Problem: Es kommt keine objektive Meinung zu stande, vielmehr entscheiden Tageseindrücke, "Sympathien", die persönliche Philosophie des Trainers (die nicht immer o.k. ist).....
Stützpunkt
4. Es werden entsprechend der Anzahl der Trainer Kleinfelder abgesteckt. Es werden Vierermannschaften eingeteilt. Jeder Name wird in eine Exeltabelle übertragen. Die Tabelle umfaßt Kriterien, die sich an den Zielen der zu beurteilenden Altersgruppe orientiert. An jedem Feld steht ein Trainer, der während der Spielephase nicht mit dem anderen Trainer spricht, sondern sich auf die Spieler konzentiert und entsprechend den festen Vorgaben Punkte vergibt. Die Jungs spielen ca. 6 Minuten gegen und miteinander. Es folgt eine Kurze Pause und alle Rücken in ein anderes Feld zu einem anderen Trainer auf. Die Trainer stellen dem Spieler auch schon mal eine Frage, wo dann nachgefragt wird, warum er etwas so und nicht anders gemacht hat. Am Schluß wird abgerechnet. Dort wo es eng ist, wird in der Runde diskutiert. Man sucht eine Spielerzahl für zwei Mannschaften aus. Diese Spieler werden zu einigen Trainings eingeladen und man sotiert weiter aus.
Beim Verein könnte man hier ein zweites Sichtungstraining einbauen, um die erste und zweite Mannschaft der jeweiligen Jugend zu bestücken.
Hinzu kommt ein Rotationsverfahren, was für mich bedeutet, dass beispielsweise Trainings zusammen abgehalten werden, damit die Kinder sich und die Trainer gut kennen. Da sollte eine Stimmung entstehen, die Gemeinsamkeit erzeugt. Da fällt es dann auch nicht so schwer, mal einen Spieler nach "unten" und einen anderen nach "oben" zu holen. Wichtig hierbei: Es geht um Fördern und Fordern und nicht ums gewinnen!
Problem: Ein Kind könnte bei der Sichtung fehlen oder auch mal einen schlechten Tag haben.
Fazit
Ich schreibe das hier aus gegebenem Anlass. Bei einem hiesigen Sichtungstraining gab es wiederum mindestens zwei Elternteile die sich aus meiner Sicht ein Stück weit zu recht darüber aufregten, dass wieder ein Trainersohn und ein weiterer ziemlich talentfreier Sohn eines Vereinsaktiven in die erste Mannschaft der entsprechenden Jugend kamen. Hierbei glaube ich, dass die Väter dieser Söhne hier keinen Einfluss nahmen. Die waren einfach in den Köpfen der beiden Verantwortlichen gesetzt, weil das war schon immer so. Hier wurden aus meiner Sicht Fehldiagnosen gestellt. Zur Zeit habe ich da einen Leistungsüberblick weil ich die betroffenen Spieler sehr oft beim Spiel gesehen habe. Zudem habe ich sie jahrelang selbst trainiert und ich war deren Koordinator. Der nun für die zweite Mannschaft vorgesehene Junge schied -nur mal am Rande- als Nummer 17 von 80 Bewerbern aus. 15 wurden für den Stützpunkt genommen. Weil er so ehrgeizig ist, hört er nun wahrscheinlich auf, denn ....die jetzige zweite Mannschaft besteht aus ehemaligen dritte Mannschaft-Spielern, davon kennt er keinen und aus meiner Sicht sind die ihm leistungsmäßig wirklich nicht gewachsen.
Ich bin der Meinung, dass ein Verein den Punkt vier vorgeben sollte, statt die Trainer hier walten zu lassen. Ich habe das im Jugendvorstand zu meiner aktiven Zeit auch so vorgeschlagen, aber das sah man nicht für nötig an. Man schaut ja schließlich ständig, war die Antwort. Ich hatte da eher den Eindruck, dass man sich hier nicht reinreden lassen wollte, man glaubte, hier schon alles richtig zu machen. Man war wohl eher nicht selbstkritisch und erkannte nicht die Vor.- und Nachteile für den Verein, sehrwohl aber für sich! Komischer Weise wurde ich bei dieser Vorderung durch Trainer der unteren Mannschaft unterstützt, denn die sahen dann auch im Sinne der Förderung Chancen für ihre Spieler, mal etwas höher spielen zu können.
Für den unteren Jugendbereich im Bereich der F werden wöchentlich einmal Spieletrainings abgehalten. Da sieht man wirklich konzetriert auf den Punkt wer derzeit stark ist und wer nicht. Darüber hinaus (oberhalb der F Jugend) findet aber kein Spieletraining statt, von daher kann man das so nicht gelten lassen. Für mich ist Punkt 4 eindeutig der Renner und sollte im Verein in einem genauen Ablauf zu festen planbaren Terminen vorgegeben werden. Nur dieses System schließt Vetternwirtschaft aus. Es erzeugt ein weitestgehend objektives Ergebnis des aktuellen Iststandes. Durch Rotation können etwaige Fehler oder Veränderungen auch noch später offiziell und mit gutem Gewissen bearbeitet werden.
Meine Fragen zur Diskussion
Wer von uns Trainern glaubt von sich, beim Aussuchen der Spieler keine Fehler zu machen? Hebe er bitte jetzt den Arm, danke.
Welches System, welche Verfahrensweise ist für Euch das Beste.?
Findet ihr das nicht auch grausam, welche Fehler und Ungerechtigkeiten hier beidseitig geschehen oder ist damit zu leben?
Gruß Andre ![]()

. Natürlich ist quer denken manchmal unbequem, das sehen vor allem die so, zu deren Richtung man quer denkt. Ich habe es glaube ich geschafft, bei uns im Verein einen Mittelweg einzuschlagen. Vorstandsarbeit käme für mich nicht in Frage, weil wir uns nur blockieren würden, was dort "verzapft" wird, ist überhaupt nicht überein zu bringen mit meinen Ansichten, glücklicherweise glänzen sie dort auch viel mit Untätigkeit, insofern können sie auch nicht viel kaputt machen