Vater Trainer Sohn Spieler

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  • Zitat:


    Coach99 schrieb am 13.10.2008 10:03
    Bin auch seit nunmehr 6 Jahren Vater-Trainer und passe durchaus in die genannten Klischees:

    Mein Junior zählt zweifelsohne zu den talentiertesten Kids seines Jahrgangs (das ist zumindest die Rückmeldung, die regelmäßig auch von Außenstehenden kommt) und ist Kapitän (aber deshalb, weil er trotz seiner ruhigen Art ein Leader im Team ist und stets mit vorbildlichem Einsatz vorangeht), außerdem ist er seit Jahren einer der erfolgreichsten Goalgetter.




    Ich werd dich jetzt mal kritisieren. Ganz ehrlich: Bei uns im Verein würde ich das mit dir nicht machen, weil ich vielleicht einen funktionierenden Trainer verlieren würde. Du musst jetzt also stellvertretend für einen Trainer bei uns herhalten, bei dem das ähnlich ist, wie du beschreibst. ALso nimm es bitte nicht persönlich (ich kenne dich ja gar nicht!), sondern gib mir eine sachliche Antwort wenn möglich:

    Ich halte es für absolut falsch, dass du deinen Sohn zum Kapitän machst. So veranschaulichst du seine Sonderrolle auch noch nach Außen hin. Du machst dich angreifbar. Meine Frage ist: Wäre das wirklich nötig gewesen? Kann dein Sohn seine Qualitäten als Leader usw. nicht auch einbringen, ohne dass er wirklich die Binde spazieren tragen muss? Es hat für mich einfach einen Beigeschmack!

  • Ich schreib dazu mal aus meiner Sicht, auch wenn die Frage von Chris direkt an Coach99 ging: bei uns wechselte der Kapitän öfter mal, und mein Sohn war aus den von mir vorgegebenen Kriterien, Verhalten im Training, den Mitspielern gegenüber, Leistungsbereitschaft (Achtung: nicht der beste sein sondern im Rahmen der eigenen Möglichkeiten bereit sein mitzumachen) etc. auch mal dran. Ich habe auch überlegt, ob ich ihn damit und so auch indirekt mich Angriffen von außen aussetze. Aber wenn man A sagt, dann muss man auch B sagen. Wenn ich mein Kind gleich behandeln will, dann darf ich nicht mehr von ihm erwarten wie von anderen, er muss aber auch die gleichen "Belobigungen" wie die anderen erhalten, also genau so auch die Binde mal spazieren tragen dürfen.

    "Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen."
    Lao-Tse (chinesischer Philosoph)

  • Es gibt doch verschiedene Varianten wie es zu einem Kapitän kommt. Trainer können wählen lassen, oder bestimmen.

    Wer will seinem Kind verbieten eine Wahl anzunehmen, die frei und unabhängig von der Mannschaft (allen Spielern/Spielerinnnen) getroffen wurde.

    Das ist sicherlich ein Grund warum Chris die Kombination Kind-Vater-Team nicht für sinnvoll hält.

    Aber es gibt auch gute Gründe warum die Teilung nicht praktikabel ist. Folgende Punkte würden mir da einfallen:

    1. Kind und Trainer fahren gemeinsam zum Training.

    2. Wie kommt das Kind allein zum Training bzw. zu den Spielen

    3. Es steht ein Auto weniger für Auswärtsfahrten des Kindes zur Verfügung.

    4. Da Vater und Kind unterschiedliche Spielzeiten und Orte haben, kann der Vater sein eigenes Kind nur recht selten beobachten ;)

    5. Der Sinn etwas gemeinsam mit dem Kind zu machen, wird nicht mehr erfüllt

    6. Viele Väter/Mütter springen nur ein weil sie es für ihr eigenes Kind machen. Wenn sie andere trainieren sollen schaffen sie es urplötzlich aus beruflichen- und Zeitgründen nicht mehr

    7. Ein gemeinsames Hobby und Gesprächsthema

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren

  • Hallo Chris,

    habe gar kein Problem damit, kritisiert zu werden. :)

    Mein Junior war im übrigen nicht immer Kapitän, sondern erst, nachdem er sich entsprechend entwickelt hatte und beim damaligen Kapitän irgendwann das Quatschmachen überhand nahm und sich auch nur schwer abstellen ließ.

    Deshalb mussten wir die Kapitänsfrage leider neu regeln und sind dabei alle Teammitglieder durchgegangen. Die Entscheidung, meinen Junior zum Kapitän zu machen, haben mein damaliger Co-Trainer und ich anhand eines klaren Kataloges, der im übrigen u.a. auch die Punkte von Holler beinhaltete, ganz lange diskutiert, gerade im Hinblick auf mögliches Gerede von wegen Sonderstatus.

    Wir haben uns die Frage auch unter dem Gesichtspunkt gestellt, wie wir entscheiden würden, wenn wir nicht selbst Kids in der Mannschaft hätten und da kam dann halt die Auswahl des Spielführers inklusive des Stellvertreters anhand des Kriterienkatalogs zustande.

    Da mein Sohn wie dargestellt immer mehr Leistung als die anderen bringen muss - was für ihn sicherlich eine dauernde Herausforderung darstellt und nicht einfach ist - gibt es erfreulicherweise kein Problem mit der Vermutung von Sonderlocken, die Akzeptanz für die Maßnahme ist bei Kindern und Eltern absolut vorhanden. Auch in der Schule "trifft" es meinen Sohn aufgrund seines ausgleichenden Wesens immer wieder, wenn es um Streitschlichter oder ähnliches geht.

    Im übrigen war es ganz interessant, dass mein Junior bei einem Turnier einer anderen Mannschaft im Sommer ausgeholfen hat (alle Kids kennen sich), welche für dieses Turnier noch die Spielführerfrage regeln wollte. Ich habe mich natürlich völlig rausgehalten und sogar interveniert, als die Wahl dann für das Turnier auf meinen Sohn fiel, da ich es für viel besser und passender gehalten hätte, wenn es ein Kind der eigentlichen Mannschaft getroffen hätte.

    Deshalb die Gegenfrage: Wenn das Trainerkind objektive Kriterien erfüllt, warum sollte man es ausschliessen?

    Ach so, eine Frage habe ich noch nicht beantwortet: Mein Sohn hat überhaupt kein Problem damit, nicht Kapitän zu sein und stellt sich trotzdem voll in den Dienst der Mannschaft (habe ich ganz bewusst ausprobiert, um sicherzustellen, dass er nicht abhebt). :)

    Schöne Grüße

    Coach99

  • Ob das gut geht, hängt vor allem vom Typ deines Sohnes ab.

    Wenn es deinen Sohn nicht stört, ist es in Ordnung. Allerdings sollte man darauf achten, dass man ihn in etwa so behandelt wie die anderen, genau so geht es wahrscheinlich nicht.

    Ich denke die Probleme können dann erst ab der C- bis A-Jugend enstehen. Die Jugendlichen fangen an über Sachen zu reden, wobei es für einen Sohn häufig nicht angenehm ist, seinen Vater dabei zu haben.
    Auch ist der Sohn dann auch wenig angreifbar und Probleme werden weniger angesprochen, da die anderen Spieler "Angst" haben, dann Probleme mit ihrem Trainer zu bekommen.

  • @all:

    Ich würde mal sagen wenn man es auseinander halten kann,das heißt Trainer verhältnisse zu seinem Sohn in der Trainingszeit.

    Ich kenne auch einen guten Freund wo sein vater Jahre lang Trainer wahr,bis er A1 gespielt hat,und es gab nie probleme da sie wussten wie man es auseinander hält.

    Lg aus Lübeck

    Kämpfe um dich behaupten zu können,lasse niemanden über dich Ziehen.
    Tranierst du für dein Leben gern,sind Kinder bei dir in guter Hand.

  • Hallo, ich selbst habe 10 Jahre lang unter meinem Vater Fussball gespielt. Es gab nie Probleme, den auf dem Platz musste ich lernen das mein Vater hier der Trainer und nicht Vater ist. Und über die Jahre hin, habe ich es gelernt und begriffen. Das Problem zwischen Vater und Sohn ist die Behandlung außerhalb des Platzes, dadurch das man nach dem Spiel immer mit seinem Vater unterwegs ist, bekommt man alles mit was falsch lief, insbesondere die eignene Leistung. Bei mir war es der Fall das mein Vater mich grundsätzlich mehr Kritisiert hat als alle anderen. Damit muss man Klar kommen, denn der Vater will nur das Beste für seinen Sohn. Mfg Vicenzo

  • Die Beziehung "Vater (Trainer) - Sohn (Spieler)" ist Disziplinsache.
    Wenn der Vater fähig ist, nur im Training und Spiel, mit seinem Sohn über Fussball im Verein zu diskutieren und nicht auch noch zu Hause diesen zu kritisiert oder so, dann ist es machbar.
    Zusätzlich muss sich der Vater bewusst sein, dass er in Notsituationen im unterbewusstsein evtl. sein Sohn anders (positiv aber auch negativ) behandelt. Da ist Disziplin nötig.

    Probleme sehe ich eher dann, wenn der Sohn in die nächste Kategorie rauf gehen muss und der Vater unbedingt mitgehen möchte. Ist dann der Trainer bereit das Team abzugeben, nur weil der Vater aufsteigen möchte?

    Meine Position zum ganzen; Ich wurde auch schon aus "meiner" Mannschaft rausgemobbt, weil ein Vater unbedingt ein Team übernehmen wollte, das von mir besetzt wurde. Sein Sohn musste eben aufsteigen.
    Daher muss ich ganz klar sagen, dass ich solche Trainereinteilungen nicht befürworten kann. Ausser der Vater ist auch fähig sein Sohn loszulassen und weiterhin seine Kategorie zu trainieren.

    Gruss
    Pietro

  • Hallo Pietro,

    nur eine Verständnisfrage: Was ist mit "Kategorie" und "aufsteigen" gemeint? Meinst du Altersklassen wie z.B. C-Junioren etc. oder unterschiedliche Ligen wie z.B. Kreis- und Landesliga?

    Generell stimme ich dir darin zu, dass kein Vater-Sohn/Trainer-Spieler-Paar erwarten sollte, von den Bambinis bis zu den ersten Männern gemeinsam zu trainieren, insofern muss jeder Vater, der auch Trainer ist, sich die Frage stellen, ob und wann er perspektivisch ein Team ohne eigenes Kind trainieren will.

    Die Frage, ob die Trainer - unabhängig davon, ob Vater oder nicht - zumindest für einige Jahre und über mehrere Altersstufen hinweg mitgehen sollten oder ob es für die Altersstufen feste Trainer und damit alle zwei Jahre einen neuer Coach für die Kids ansteht, ist sicherlich ein weiteres Thema, über das man trefflich diskutieren kann. Haben wir bei uns im Verein auch schon durch und es gibt für beide Positionen viele gute Argumente.

    Schöne Grüße

    Coach99

  • Zitat:


    Coach99 schrieb am 16.10.2008 13:39
    Hallo Pietro,

    nur eine Verständnisfrage: Was ist mit "Kategorie" und "aufsteigen" gemeint? Meinst du Altersklassen wie z.B. C-Junioren etc. oder unterschiedliche Ligen wie z.B. Kreis- und Landesliga?

    Generell stimme ich dir darin zu, dass kein Vater-Sohn/Trainer-Spieler-Paar erwarten sollte, von den Bambinis bis zu den ersten Männern gemeinsam zu trainieren, insofern muss jeder Vater, der auch Trainer ist, sich die Frage stellen, ob und wann er perspektivisch ein Team ohne eigenes Kind trainieren will.

    Die Frage, ob die Trainer - unabhängig davon, ob Vater oder nicht - zumindest für einige Jahre und über mehrere Altersstufen hinweg mitgehen sollten oder ob es für die Altersstufen feste Trainer und damit alle zwei Jahre einen neuer Coach für die Kids ansteht, ist sicherlich ein weiteres Thema, über das man trefflich diskutieren kann. Haben wir bei uns im Verein auch schon durch und es gibt für beide Positionen viele gute Argumente.

    Schöne Grüße

    Coach99




    Ich meinte Aufstieg von Kategorie zu Kategorie. Zb. Von D - Jugend zu C - Jugend.
    Da kann es dann eben wie mir schon geschehen, passieren, dass der Vater Dich von deinem Team weckmobbt und dabei noch das Gefühl hat, es sei ganz normal, dass man "Platz" machen muss.
    Finde ich ehrlich gesagt, sehr schlecht. Ein Vater, der den Traineramt annimmt, muss auch loslassen können.

    Gruss
    Pietro

  • Coach99 und TRPietro,

    ich bin nur ein Beispiel für ca. 50 vielleicht bis zu 65 Prozent (vorsichtig geschätzt) im Verein. Also ein Vater der "genötigt" wurde, den Trainerposten in der F 2 zu beginnen. Ein Verein mit 102 Trainern und 43 Mannschaften.

    Es tut mir leid, aber ich würde direkt aufhören, wenn ich nicht die Mannschaft trainieren könnte, in die mein Sohn leistungsmäßig gehört. Ich ziehe vor jedem unbezahlten Trainer den Hut, der eine Mannschaft trainiert, ohne das sein Sohn/Tochter dort spielt, ....für mich käme das nicht in Frage. Ich könnte mir vorstellen, das zu tun, wenn meine Kinder mal aus dem Haus sind, so hobbymäßig. Bis dahin würde ich Samstags mit Sicherheit keine "fremden" Kinder begleiten, wenn mein eigener Sohn woanders spielt.

    Also lange Rede kurzer Sinn, ...ich würde aufhören, wenn ich nicht dort trainieren könnte, wo mein Sohn spielen soll. Ich gehe davon aus, dass die anderen Vatertrainer das so oder so ähnlich sehen, sprich der Verein hätte annähernd 20 Mannschaften ohne Trainer.

    Deshalb die Gegenfrage, ...warum fällt es Euch schwer, hierfür Verständnis zu haben, schließlich seit ihr doch viel flexibler? Schließlich würdet ihr bei einem Wechsel doch zumindest mit einem Teil bzw. mit der ganzen alten Mannschaft einen höher gehen können, oder?

    Gruß Andre

  • Hallo Andre,

    ich glaube, du hast meinen Beitrag mißverstanden. Ich habe ja lediglich gesagt, dass man nicht davon ausgehen kann, von den Bambinis bis zur ersten Mannschaft die Mannschaft des Kindes zu trainieren und dass man sich deshalb irgendwann die Frage stellen muss, ob man auch bereit ist, ein anderes Teams zu trainieren.

    Es fällt mir überhaupt nicht schwer, dich zu verstehen! =)

    Bei unserer Diskussion im Verein haben sich übrigens nahezu alle Vater-Trainer dafür ausgesprochen, das Team der eigenen Kinder weiterhin trainieren zu wollen. Ich habe auch abgelehnt, als man mich gebeten hat, dauerhaft die E1-Landesligamannschaft zu trainieren und mich dafür entschieden, lieber im nächsten Jahr mit den Jungs in die D hochzugehen. Da wir jüngerer Jahrgang sind, steht trotz der sehr hohen Qualität der Mannschaft erst im übernächsten Jahr wieder das Spielen in der höchsten Spielklasse an (bei uns spielt immer die stärkste Mannschaft des älteren Jahrgangs, ergänzt um besonders talentierte Kicker des jüngeren Jahrgangs in der höchsten Spielklasse). Problematisch könnte es dann werden, wenn ich darum gebeten werden sollte, meinen Junior auch als jüngeren Jahrgang schon in der ersten D im Land mitspielen zu lassen. Da es aber noch eine ganze Weile hin ist, werde ich mich überraschen lassen und zunächst die laufende Saison, wo die Jungs mir bislang extrem viel Freude machen und sich prima entwickeln, geniessen.

    Ich bin ohnehin gespannt, wie es in dieser Frage perspektivisch bei uns weitergeht, da sich auch die festen Trainer ab der C nach der letzten Saison nicht nur positiv geäußert haben, nicht mit "ihren" Spielern weitermachen zu können und es nach und nach ansteht, dass Vater-Trainer ihre Mannschaften abgeben müssten. Ich persönlich befürchte schon einen Aderlass an guten Trainern, da sich die meisten ja zunächst entschieden haben, Trainer zu werden, damit die eigenen Kinder trainiert werden und da auch die gemeinsame Freizeit mit den Kindern einen besonderen Stellenwert hat. Bei dem zeitlichen Einsatz, den ich für mein Team aufwende, würde ich meinen Junior kaum noch sehen, wenn ich ein anderes Team trainieren würde.

    Schöne Grüße

    Coach99

  • Zitat:


    Andre schrieb am 16.10.2008 23:10
    Coach99 und TRPietro,

    ich bin nur ein Beispiel für ca. 50 vielleicht bis zu 65 Prozent (vorsichtig geschätzt) im Verein. Also ein Vater der "genötigt" wurde, den Trainerposten in der F 2 zu beginnen. Ein Verein mit 102 Trainern und 43 Mannschaften.

    Es tut mir leid, aber ich würde direkt aufhören, wenn ich nicht die Mannschaft trainieren könnte, in die mein Sohn leistungsmäßig gehört. Ich ziehe vor jedem unbezahlten Trainer den Hut, der eine Mannschaft trainiert, ohne das sein Sohn/Tochter dort spielt, ....für mich käme das nicht in Frage. Ich könnte mir vorstellen, das zu tun, wenn meine Kinder mal aus dem Haus sind, so hobbymäßig. Bis dahin würde ich Samstags mit Sicherheit keine "fremden" Kinder begleiten, wenn mein eigener Sohn woanders spielt.

    Also lange Rede kurzer Sinn, ...ich würde aufhören, wenn ich nicht dort trainieren könnte, wo mein Sohn spielen soll. Ich gehe davon aus, dass die anderen Vatertrainer das so oder so ähnlich sehen, sprich der Verein hätte annähernd 20 Mannschaften ohne Trainer.

    Deshalb die Gegenfrage, ...warum fällt es Euch schwer, hierfür Verständnis zu haben, schließlich seit ihr doch viel flexibler? Schließlich würdet ihr bei einem Wechsel doch zumindest mit einem Teil bzw. mit der ganzen alten Mannschaft einen höher gehen können, oder?

    Gruß Andre




    Lieber Andre

    Was passiert, wenn der Trainer der eben weiter oben ist, sein Team nicht abgeben will? Muss ich dann, nach einer harten Saison, wirklich mein Team aufgeben, weil ein anderer Trainerkollege unbedingt sein Sohn in eine erste Mannschaft haben will und dieses noch trainieren möchte?
    Ich würde Platz machen wenn; Der neue Trainer mind. auf dem gleichen Niveau arbeitet wie ich und ich der Ueberzeugung bin, dass dieser "meine Mannschaft" nicht beschädigt.

    Du musst verstehen; Der Vatertrainer war eben schon ein paar Nieveaus unter meiner Möglichkeiten. Konsequenz; Er hat das Team und ich bin zum Nachbarverein gewechselt. Es sind Momentan 3 Spieler mit mir mitgekommen und im Winter kommen weitere 2! Abgeworben? Nein!!! Sie haben selbst angefragt...

    Es kommt noch die Ethik dazu; Ich würde niemals (auch nicht wenn mein Sohn aufsteigen würde) ein mit Trainer besetzten Team beanspruchen wollen. Vor allem nicht sofort über die Jugendkommission (also hinter dem Rücken des Trainers). Ich finde sowas respektlos gegenüber den bestehenden Trainer. Vor allem wenn man Trainingslager, ca. 6 Hallenturniere und noch Geld fürs Team auch selbst investiert hat. So egoistisch könnte ich nicht handeln... und Du vermutlich auch nicht. Kannst noch lange erzählen... ;)

    Gruss
    TRPietro

  • Coach, alles klar, habe ich wohl wirklich falsch verstanden.

    TRPietro,

    ich sehe das irgendwie differenziert.

    Wenn wir über eine normale Jugendmannschaft reden, die in einer normalen Staffel und Kreisliga im Breitensport spielt, könntest Du mit deiner Qualifikation wechseln, denn Du bist aus meiner Sicht flexibel. Also der Ehrgeiz sollte -nicht muß- hier nach hinten gerückt werden, ...es geht doch um "nichts". :]

    Das gleiche würde ich nicht so sehen, wenn die Mannschaft in die mein Sohn welchseln würde, höher spielt, also nicht nur altersmäßig höher spielt, sondern eine Liga höher spielt. Dann sprechen wir von "Spitzenfußball" und da gehörte ich bis Dato noch nicht als verantwortlicher Trainer hin. Ich würde also aufhören als Trainer, weil ich an den wochenenden meinen Sohn begleiten wollte, wie Coach es auch schön beschrieb: Ich möchte die wenige gemeinsame Zeit -speziell an den Wochenenden (ich arbeite drei Wochenenden Früh.-Spät.-Nachtschicht) nicht mit "fremden" Kindern teilen.

    Bei uns spielte die C in der Bezirksliga (abgestiegen 2007/2008). Ich würde mir das schon zutrauen, aber der jetzige Trainer ist qualifizierter als ich und ich hätte mich hier als Co Trainer angeboten oder ganz aufgehört.

    Bei uns im Verein gäbe es deswegen keinen Streit, sondern ein paar zu klärende Fragen. Der nicht Vatertrainer würde gefragt, ob er eine andere Mannschaft trainiert bzw. ob er mit den älteren Spielern eine Jugend weiter rutscht und wenn er das nicht machen würde, dann eben nicht. Das ist hier alltag, es wird niemand weggeekelt. Gruß Andre

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Meine Erfahrung ist, dass es für den Sohn (Spieler) meistens problematischer ist als für den Vater (Trainer)! Um so älter der Sohn wird (Pubertät), desto besser ist es ihn in andere Hände zu geben.

    Der Abnabelungseffekt spielt dabei eine gewisse Rolle für die Akzeptanz und den Respekt.
    Allerdings ist das Vertrauensverhältnis zwischen den beiden im Normalfall nicht zu toppen.

    Vieles hängt vom gegenseitigen Umgang ab. Wichtig ist aber, und das gilt für Beide, Training und Privates (familiäres) strikt zu trennen. Wenn sie das können, dann sollte es auch keine Probleme geben.
    Ebenfalls nicht mehr als mit den anderen Spielern.

    Ich spreche aus Erfahrung, denn ich habe mein Kind von der F-Jugend bis zur C-Jugend trainiert. Jetzt spielt er in der B-Jugend und fühlt sich sichtlich wohl unter einem anderen Trainer. Wie schon gesagt, dass hat viel mit Selbstfindung, Abnabelung und Selbstbewusstsein ("Ich kann mich auch woanders durchsetzen ...) zu tun!

    Alles völlig normal! ;)

    Gruß Heiko

  • da ich finde, das dieses thema momentan aktueller denn je ist, hol ich den thread einfach mal wieder hoch.


    wie hier schon einmal geschrieben, kann ich mich persönlich als trainer eines sohnes :) enspannt zurücklegen, da meiner mit abstand einer der besten seines jahrgangs ist.
    in zwei jahren hat er nur einmal in der halle und einmal draussen beim training gefehlt und hat bis dato nie ein spiel verpasst.
    schon oft, wenn er mal gekränkelt hat, haben wir ihm nahe gelegt doch mal ein spiel auszusetzen und zuhause zu bleiben, aber er ist so fussballverrückt und in dem alter dermassen ehrgeizig das man dies schon "nervt" und man garkeine channce hat als ihn dann doch spielen zu lassen.


    für mich als "vater" ist es schön zu sehen, das ohne ihn (bei auswechslung) nichts so richtig läuft in der mannschaft, aber als trainer macht mir das aber schon sorgen, obwohl wir einige talentierte jungs in der truppe haben. (ist jetzt aber auch eher nebensächlich)


    haben ne homogene truppe und die eltern sind eigentlich auch alle klasse, bis doch doch letzte woche zu ohren kam, das zwei elternpaare sich darüber mokkierten, das die trainerkinder doch immer spielen.


    darauf hin, werden wir heute mal wieder nen gemütlichen elternabend machen und das thema auch ansprechen.


    ist es der neid oder die enttäuschung, das ihre kinder zb nicht diesen starken ehrgeiz haben?

    "der runde steht im eckigen!"

    Einmal editiert, zuletzt von CoTrainer ()

  • Mein lieber Mann,
    zwei Dumme, ein Gedanke.


    Gut, dann lass uns hier weitermachen und den eben von mir gestarteten Thread
    'Der Trainersohn' schnell wieder schließen



    Ich lehn mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass viele von uns, wenn nicht die meisten, durch ihren Sohn an den Trainerjob gekommen sind.
    Bei mir war es genauso.


    Als ich sah, dass nichts lief in der Bambini-Truppe meines Jungen, war mir klar, dass sich etwas ändern musste. Der Trainer war unorganisiert. Es gab keine Informationen, Trainings und Spiele fielen reihenweise aus.


    Er wirkte aber durchaus glücklich, als ich mich anbot zu helfen. Aus dem 'Helfen' wurde dann eine One-Man-Show. So ist es bis heute (nach 4 Jahren).
    Mittlerweile ist es mein Hobby.


    So, aber wie ist das nun mit dem Trainersohn?
    Ist sowas gut oder schlecht, erstrebenswert oder nicht?
    Es ist auf jeden Fall etwas Besonderes.


    Positiv (aus meiner Sicht):


    • ich verbringe viel Zeit mit meinem Sohn
    • ich lerne ihn besser kennen (gerade in einem Umfeld, welches Eltern normalerweise verwehrt ist)
    • ich kann ihn fußballerisch besser einschätzen, als es der Fall wäre, würde ich ihn nur samstags zum Spiel begleiten

    Negativ (aus meiner Sicht)



    • ich kritisiere ihn häufiger als andere Spieler
    • ich opfere ihn als Ersten, wenn es ums Auswechseln geht, obwohl erbesser ist als andere (um Eltern kein Futter für Kritik zu bieten. Ist doof, ich weiß)
    • ich erwarte mehr von ihm, wissend, dass er es kann. Gönne ihm alsoweniger 'Auszeiten'.
    • versuche ihn auf-Teufel-komm-raus vor der Mannschaft gleich zu behandeln ( er würde bei mir niemals Kapitän sein)

    Wahrscheinlich gibt's noch weitere Punkte...


    Ich weiß auch nicht, wie lange das geht. Manche sind der Meinung, man solle sein Team nach 3-4 Jahren abgeben.


    Aber noch erreiche ich sie. Und auch meinen Sohn. Ich frage ich auch von Zeit zu Zeit, ob er noch 'Lust' auf mich als Trainer hat. Bislang ist es so.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • zum positiven:


    stimmt. die zeit die wir mindestens dreimal die woche miteinander verbringen, kann uns keiner mehr nehmen, schön das wir beide das gleich hobbie haben.


    ob ich ihn besser einschätzen kann? jein... ich bin froh einen gleichwertigen mittrainer zu haben, der manche sachen objektiver betrachtet wie ich als vater. gleiches gilt auch bei seinem sohn.


    negativ:


    ja ich kritisiere ihn (auf dem platz) auch mehr als alle anderen, was ich aber mitlerweile stark eingeschräkt habe.


    auch ich erwarte mehr von ihm gerade weil ich weiss was er kann. bin aber gerade in der trainervater selbsfindungsphase und versuche das zu reduzieren. :)
    auswechseln oder häufiger raus wegen den eltern? NIEMALS! haben wir anfangs auch gemacht um den unangenehmen dingen aus dem weg zu gehen. aber warum?
    er und einige andere haben das talent und wollen auch gefördert werden, also spielen sie auch folglich etwas länger und öfter als die anderen.


    wir als trainer verstehen uns als ausbilder, wir bringen ihnen die grundlagen des fussball bei. wer das talent und den ehrgeiz hat, wir halt mehr gefördert als der, der nur just for fun dabei ist. sehe ich auch nichts verwerfliches bei.


    zum thema wielange:


    wir für uns, haben ausgemacht sie ab der d-jugend abzugeben. sie sollen was neues und anderes sehen und sind der meinung das dies auch wichtig ist für die persönliche entwicklung.

    "der runde steht im eckigen!"

  • bei den genannten punkten gehe ich auf jeden fall mit.
    ob ich ihn schneller auswechsel als andere, weiss ich nicht, da ich ehrlicherweise tief im innersten ja auch die meckerei dann übers wochenende fürchte.
    da ich die leistung so objektiv wie möglich versuche zu beurteilen, werden beide normal ein und ausgewechselt. habe ich auch noch nix gegenteiliges gehört.
    das mit dem kaptän konnte ich unterschreiben, bis ihn die mannschaft selbst gewählt habe. und er macht das gar nicht mal schlecht, hätte ich nicht gedacht...


    ein weiterer negativer punkt ist allerdings die bei eigenen söhnen ausgeprägtere neigung zu widerspruch.
    das ist manchmal recht nervig, weil sie natürlich nicht sofort wecheseln können gegenüber den diskussionen am küchentisch.
    das ist recht anstrengend.


    für die jungens ist es sicherlich schlimm, dass ich gerne auch die bundesliga kommentiere und anfange zu dozieren.
    da sitze ich dann schnell allein da... aber das krieg ich auch noch in den griff. :S

  • Ich habe einen Trainerkollegen, der ging mit seinem Sohn, von der D - Jugend in die C - Jugend. In der C - Jugend gabs schon die ersten Streitereien. Ab der B - Jugend ging gar nichts mehr.
    Ich denke, dass das Vater - Sohn Zeug max. bis zur D - Jugend durchgezogen werden kann. Spätestens im C - Alter könnte es Probleme geben.


    Ich würde mein Sohn oder einen näheren Bekannten von mir, nur ungerne trainieren, da ich angst hätte, diesen zu bevorzugen oder zu sehr zu schickanieren.


    Grüsse
    TRPietro