Beiträge von Coach1976

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    Das Hauptziel ist doch nicht das FUNino, sondern die deutliche ERhöhung der Ballkontakte für die Kinder, die HAUPTSÄCHLICH aufgrund kleinerer Spielformen entsteht, also 3 gegen 3, 5 gegen 5 usw.


    Das FUNino ist eben eine Möglichkeit, den Kindern noch mehr Torerfolge zu ermöglichen und Ergebnisse und Tabellen sind außer vielleicht an dem Tag dann für die Kinder völlig uninteressant. Die wissen doch nach einer Woche gar nicht mehr, wie die Ergebnisse im einzelnen waren, sondern wissen nur, dass sie oft am Ball waren und hier und da vielleicht sogar ein Tor geschossen haben.

    Ich finde Funino auch nicht besonders glücklich als Wettkampf, aber das ist doch bei den Bambini und F-Jugend auch egal letztlich. Es ist sogar deutlich intensiver, da ja zwei Tore zu verteidigen sind und man dann nicht einfach den dicken Lars ins Tor stellen kann.

    Es sind aber nicht nur die Ballkontakte (die natürlich der wesentliche Pluspunkt sind), sondern wie Du auch schon beschreibst wird das Spiel wesentlich intensiver und die Kinder sind wesentlich aufmerksamer und gedanklich viel besser beim Spiel dabei, als wenn Du "klassische" Fußballspiele in der Altersklasse siehst.

    Das waren gestern auf allen Feldern keine Überflieger, aber auf jedem Feld standen 6 Kinder, die alle am Spiel teilgenommen haben, sich aktiv beteiligt haben, egal ob freilaufen oder verteidigen oder dribbeln.

    Gestern einen Festival-Tag als Zuschauer genossen (erst U7, dann U9).

    Mit der Erfahrung von 7 Trainerjahren 2 Bambini, 2 F und 3 E, der sehr sehr viel Funino und Kleispielformen trainiert hat, aber leider nie im Wettkampf durchführen konnte (bzw. vielleicht nicht mutig und beharrlich genug war sich Gegner dafür zu suchen - war aber auf dem Land auch einfach schwierig) behaupte ich, dass die Jungs und Mädels, die ich gestern habe spielen sehen in 8 Jahren deutlich weiter und besser sein werden, als die Jungs, die ich trainiert habe und die von G-E so ziemlich alles im näheren Umkreis deutlich geschlagen haben. Die tun sich aber heute in der C und B-Jugend verdammt schwer, weil natürlich die stärksten mittlerweile weg sind (höherklassig oder andere Sportart). Aber auch die "guten", die mittlerweile was anderes machen oder woanders spielen wären heute in allem was im Fußball wichtig ist besser als sie es jetzt sind, wenn sie diese 4 Jahre in G und F ausnahmslos mit Funino verbracht hätten (Ausnahme vielleicht bei Weitschüssen).

    Wenn Du Konsequenzen erbittest, bist Du schon auf dem falschen weg. Unter den beschriebenen Umständen bist Du am Zug für Konsequenzen zu sorgen.

    Entweder Dein Trainerkollege unterstützt Dich und steht zu Dir, oder er soll das Team alleine coachen. So wie Du die Situation und das Verhalten von Spielern und Trainern beschreibst, gibt es ja keine zwei Meinungen, wer im Recht ist.

    Es ist ja auch nicht gleich nötig die drei Störenfriede rauszuschmeißen (wobei das bei 17/18-jährigen, die sich so verhalten das erste wäre, was mir in den Sinn kommt). Zumindest wäre mal ein Gespräch mit den Spielern, dem Trainer und Dir angesagt. ggf. auch mit der gesamten Mannschaft. Vielleicht hilft es ja, wenn die drei mal von ihren Mitspielern ein deutliches Feedback bekommen, wie ihr Verhalten beim Rest des Teams ankommt.

    Ich stimme Dir zu, dass es am wichtigsten ist, dass die Kinder in kleinen Spielformen trainieren bzw. trainiert werden.

    Trotzdem finde ich den Spielbetrieb in kleineren Formaten mindestens genauso wichtig.

    Wir "älteren" haben uns die Kleinfeldspiele jeden Tag auf dem Pausenhof und / oder Bolzplatz geholt.

    Dieses natürliche Grundlagentraining fehlt den Kids heute meistens.

    Dementsprechend ist es wichtig ihnen sooft wie möglich die Chance zu geben die nötigen Skills im Spiel und Training in und mit Kleinspielformen zu erlernen.

    Das heißt höchstens ein 5 gegen 5? Und das in der B-Jugend?

    4 gg 4 + 2 geht auch noch.;)


    Aber mal im Ernst: Gerne kleine Spielform zur Erwärmung und Hinführung, aber in diesem Altersbereich spielen natürlich große Spiele eine ganz gewichtige Rolle. Und gerade um die Möglichkeit im Training regelmäßig 11 gg 11 zu spielen werden Dich viele B-Jgd Trainer beneiden.

    Mit einer B-Jugend mit 2x Training pro Woche würde ich nicht regelmäßig 11gg11 im Training spielen.

    In der Klasse, in der die beschriebene Mannschaft unterwegs ist, muss man ja davon ausgehen, dass die beiden Trainings den kompletten Wochensport der Spieler darstellen.

    Da wäre mit 5gg5 auf 2 große Tore mit Torhütern z.B. im 16er auch wichtiger als regelmäßig 11gg11 zu spielen. Irgendwie müssen die Jungs ja Intensität spüren und lernen um diese auch am Wochenende auf den Platz zu bringen.

    Was nutzt es, wenn man weiß wo man zu stehen hat, weil man viel auf dem ganzen Platz trainiert, aber nach dem ersten Zweikampf Seitenstechen hat.

    Außerdem: was machen die anderen 4-6 Jungs, wenn der Rest den Platz fürs 11 gegen 11 benötigt.

    Im aktuellen "System" ist das natürlich nicht umsetzbar. Ligenbetrieb und Tabellenwettbewerbe haben von G-E (meiner Meinung nach im kompletten Jugendbereich) nichts zu suchen.

    Dementsprechend beißt sich die Katze hier in den Schwanz. Zumindest in G&F sollte sich da ja ab nächstem Jahr was verbessern.

    Ihr bezieht euch aber wieder auf Kader und Meisterschaft und Saison.

    Das Problem ist doch, dass dieser Zyklus von einem Jahr mit festen Kader der Entwicklung von 5-9 jährigen gar nicht gerecht werden kann, da diese je Sprung und Schubhaft erfolgt.
    Deswegen wäre es einfach besser kleine Einheiten aus einem vielleicht sogar größeren Pool an Spielern zu generieren.

    Klar ist das im Moment überhaupt nicht vorstellbar, weil wir alle in unserem Denken mit festen Strukturen und Mannschaften und Meisterschaften gefangen sind.

    Ein Kind kann aber heute ohne Problem einen Wettbewerb in Mannschaft A spielen und nächste Woche in Mannschaft B.

    Wenn ich als Verein (geht natürlich nur, wenn das komplette System so organisiert ist) in der Lage bin den Kindern diese flexible Gestaltung von Spiel und Trainingsbetrieb zu bieten, haben sie dauerhaft Spaß am Spiel und werden immer auf ihrem aktuellen Niveau gefordert. Durch ständig neue Kontakte und Teamkonstellationen sind sie maximal anpassungsfähig, offen und sozialkompetent um später in höheren Jahrgängen im Team zu funktionieren.

    Klingt verrückt, weil es den Anschein erweckt, dass der Mannschaftssport so zur Einzelsportart wird, aber es passt einfach besser zu den Wünschen und Anforderungen der Kinder in der Altersklasse und wirkt sich für später trotzdem positiv aus.

    Anspruchsvoll ist es natürlich auf Seiten der Trainer, wenn es darum geht, dass man den aktuellen Stand der Kinder erkennt um sie dann den richtigen Gruppen und Spiel- / Trainingspartnern zuzuordnen.

    Andererseits gewinnt man ja jede Menge Zeit und Kapazität, wenn man sich nicht mehr um Mannschaftsthemen, Aufstellung, etc. kümmern muss.

    Goodie

    Ich würde das nicht Pauschalisieren. Es kommt auf den Einzelfall an und der Rückweg muss offene bleiben. Das biologische Alter schwankt etwa +/ 1,5 Jahre. Und gerade im Grundschulalter sind die körperlichen und geistigen Entwicklungssprünge enorm. Ein homogenes Umfeld ist super, muss aber auch regelmäßig überprüft und angepasst werden.

    Das zeigt aber doch auch wieder wie wichtig die Flexibilisierung ist und wie schwierig es uns das in allen verhaftete starre denken in Saisons und Mannschaften macht. Wenn ein Spieler hochgeht, dann muss er möglichst eine ganze Saison im höheren Team spielen. Es kann aber sein, dass die Älteren nach den Weihnachtsferien so einen Sprung machen und ihm davonziehen, dass er besser wieder zurückgehen sollte. Welcher Trainer, welche Eltern stimmen dann einem Schritt zurück wieder zu? Sollte eigentlich selbstverständlich sein, wir stehen uns aber mit dem Schubladendenken selbst im Weg.

    Wenn er für seine Altersgruppe zu stark ist, dann kann er ja nächste Saison eine Mannschaft höher spielen. Problem: bis dahin stagniert er vielleicht in seinem Umfeld und im nächsten Jahr kann er bei den Älteren nicht mehr mithalten.

    Das Hochziehen hat m.E. auch nur dann Sinn wenn die soziale Komponente stimmt. Ich halte viel davon mit seinen Freunden zusammen zu spielen. Hat der Minimessi Freunde bei seinem Jahrgang bei den bambini sollte er m.E. auch bleiben. Alternativ kann er ja trotzdem ab und zu bei der F Jugend mittrainieren und evtl. mal an Spielfesten/Spieltagen der F-Jugend aushelfen/reinschnuppern, aber nur an wenn er keinem F-Jugend-Kind des Kaderplatz weg nimmt.

    Ich glaube es ist im Kinder- und Jugendfußball wichtig im Moment zu leben und das Individuum und den Moment zu sehen und weniger die Mannschaft und die Saison.

    Das geht nur wenn man Ligen und Saisons abschafft. Jede Woche kann bei Kindern eine neue Saison sein und Kinder können theoretisch jede Woche in einer neuen Mannschaft in einem Wettbewerb, der gerade zu ihnen passt Top-Leistungen bringen.

    Kinder können das noch. Nur weil wir Erwachsenen diese Offenheit und Flexibilität im Laufe der Zeit verlernt haben, pressen wir die Kids in diese organisatorischen Korsetts, die ihnen nicht immer guttun.

    Wenn ich einem Kind am Samstag sage: Das ist dein Team für das heutige Festival, Turnier, Spiel. Dann gelingt es normalerweise, dass dieses Kind sich in die Mannschaft integriert und spielt so gut es kann. Mehr braucht es bis inkl. E-Jugend definitiv nicht.

    Unser aktuelles System lässt das aber nicht zu, weil Erwachsen denken Kinder müssen denken und fühlen wie Erwachsene und benötigen eine Mannschaft und Eingespieltheit und Abläufe.

    Ich finde das ist grundsätzlich ein guter Ansatz um das Thema anzugehen.

    Das Thema mit dem Co-Trainer ganz totzuschweigen halte ich für schwierig. Und hier wäre meiner Meinung nach auch der einzige Punkt, wo Du deinen engen Draht zu den Spielern nutzen solltest. Schnapp Dir jeden von denen einzeln persönlich unter 4 Augen und erkläre ihnen im direkten Gespräch, was Du von dem Verhalten hältst und was Du von ihnen erwartest. Dass Du den Trainerkollegen damit zunächst nicht belasten willst ist ok, aber wenn Du es nur vor versammelter Mannschaft ansprichst ändert sich nichts. Wenn Du es einzeln persönlich tust kann keiner ausweichen.


    Dass es noch mehr Leute gibt, die mit ähnlichen Problemen kämpfen stimmt mit Sicherheit in Bezug auf Werteverlust und schwindenden Respekt bei Jugendlichen.

    Was einen 40 (!) Mann-Kader in einer B-Jugend betrifft, egal wie groß das Leistungsgefälle auch sein mag, ist ein absolutes Luxusproblem, vor allem im Breitensport. Hier sind die Vereine gefordert alles zu tun was möglich ist um zwei Mannschaften zum Spielen zu bringen.

    Frage an der Stelle: Du kennst doch sicher auch die Spieler die einen Bankplatz nicht akzeptieren, allerdings das Spiel entscheiden können, wenn du sie einwechseln würdest. Wie verfährst du mit denen die dann ständig auf der Bank nörgeln? Zuhause lassen? Rauswerfen?

    Wer nicht auf die Bank will, bleibt zu Hause.

    Ihr müsst Euch entscheiden, ob Ihr Leistungsfußball oder Breitensport haben wollt. Sowohl als Verein aber auch als Trainer oder Spieler.

    Die Ausrichtung bestimmt die Kadergröße und letztendlich auch wie Ihr Eure Entscheidungen wer spielt und wer nicht kommuniziert.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, egal ob Leistungsfußball oder Breitensport sollte jeder Spieler eine Mindestspielzeit bekommen.

    Und ein Kader muss immer so groß / klein sein, dass ich allen einigermaßen gerecht werden kann.

    Das ist mit 25 schon schwer, mit 30-40 unmöglich.

    Ihr habt nur eine Chance, wenn Ihr das Team so schnell wie möglich in zwei aufteilt und entsprechende Trainer findet.

    Sonst fällt es eh auseinander, dann könnt ihr auch gleich aktiv aussortieren und entscheiden wer im Team bleibt und wer zu Hause bleiben kann. (vorausgesetzt die Vereine akzeptieren diese Vorgehensweise)

    Der Verein muss auch hinter Regeln stehen, es werden Schilder benötigt.

    Wer zwei Gespräche, 5 WhatsApp-Nachrichten und Telefonate ignoriert wird sich von Schildern auch nicht beeindrucken lassen. An vielen Plätzen der Republik hängen die üblichen "Fairplay"-Schilder mit der Aufforderung, auch die Schiedsrichter in Ruhe zu lassen. Was bringts?

    Die Schilder sind sicher nicht das Allheilmittel.

    Grundsätzlich gilt aber schon viel hilft viel. Wichtig ist v.a. mehrstufiges vorgehen:
    1. Handout zum Mitgliedsantrag, in denen die Regeln für Respekt und Disziplin bekannt gemacht werden und diese mit der Unterschrift zur Mitgliedschaft verknüpfen.

    2. Elternabend mit klarer Kommunikation der Erwartungen in Sachen Respekt und Disziplin
    3. Schilder am Sportplatz, in der Kabine etc.
    4. Konsequentes handeln bei Zuwiderhandlung.
    Jeder Vereinsverantwortliche und Trainer spricht jeden Elternteil, der gegen den "Codex" verstößt direkt an egal, ob jemand im Umfeld das mitbekommt. Im Wiederholungsfall Gespräch mit der Vorstandschaft, bei Uneinsichtigkeit gerne auch Trennung.

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Vor allem das Argument, die Kinder wollen doch auf große Felder und große Tore spielen ist meiner Meinung nach totaler Humbug.
    Man lässt 6 Jährige auch nicht mit einem 28-Zoll Fahrrad fahren, weil sie das wollen oder an der Playstation Ballerspiele mit FSK ab 16 zocken. (hoffentlich)

    Ein 25er Kader ist in der Kreisliga schon sehr üppig. Selbst wenn 3-5 regelmäßig nicht verfügbar hast Du also jedes Wochenende mindestens 4, die Du ausschließen musst.

    Ich gebe zu eine B-Jugend mit 16-17 Spielern ist sportlich, andererseits kann man 2x40 Minuten auch mit 2-3 Auswechselspielern bestreiten. Dementsprechend stimme ich RedDevil zu, dass die Idee mit der JSG suboptimal war, v.a. ist im Vorfeld solcher Zusammenschlüsse immer zu klären, ob der Leistungsgedanke oder die Möglichkeit die Spieler an Bord zu halten relevant ist.

    Weiterhin schreibst Du, dass Ihr Spieler von höherklassigen Vereinen dazu gewinnen konntet, das klingt ja auch eher danach, dass ich aktiv ward und nicht, dass die Spieler bei Euch angeklopft haben.

    Letztendlich auch egal. Euer Kader war mit 25 eigentlich schon überfüllt und alles was plötzlich neu dazu kommt war zu viel.

    Bei der Kadergröße bekommt Ihr das weder zu zweit noch zu dritt geregelt.
    Erster Schritt wäre mit dem kompletten Kader zu besprechen, wer Interesse hat zu spielen und wer nicht.

    Dann wird ein Plan aufgestellt, der sicherstellt, dass jeder Spieler der Interesse hat ausreichend Spielzeit bekommt und dementsprechend aber auch Spielpausen akzeptieren muss, wenn die anderen Spielen.

    Das alles sollte unabhängig davon erfolgen, wie die Spiele ausgehen und welchen Platz ihr belegt.
    Klare Ansage: jeder der trainiert spielt und zwar so häufig wie eine gerechte Spielzeitverteilung im Kader es zulässt. Wer nicht trainiert spielt nicht.

    Sollten mit dem Konzept alle Jungs an Bord bleiben, dann ist es an den Vereinen der JSG einen Trainer für eine zweite Mannschaft zu finden, die dann zur neuen Saison bzw. wenn möglich ab der Rückrunde aktiv wird.
    Für mich klingt das prinzipiell so, als ob v.a. die Möglichkeit Spieler von höherklassigen Vereinen zu bekommen bei Euch Trainern den Ehrgeiz geweckt hat sportlich durchzustarten und dabei habt Ihr die Auswirkungen aufs Mannschaftsgefüge vernachlässigt.
    Das gilt es jetzt möglichst ausgewogen auszubaden.

    Facebook Seite des NLZ Stuttgarter Kickers - zum Thema Flexibilisierung:

    - U12 spielt 6+1 und 8+1 gegen einen Gegner

    - U13 spielt in Drittel

    - U8 spielt 5x 15 min.

    Das Spielen in Dritteln ist ja im Leistungsbereich von U12 bis U14 auch in Bayern mittlerweile Standard, sowohl in den BL-NLZ- als auch den BFV-NLZ-Förderligen. In der U13 der BuLi-NLZ spielt man 1 Drittel sogar im Kleinfeld mit (je nach Kaderstärke) 4+1, 5+1, 6+1.

    Die anderen beiden Drittel werden leider im 11gg11 gespielt und trüben das schöne Bild leider etwas.

    Jeder Spieler im Aufgebot muss außerdem mindestens 1 Drittel Spielzeit bekommen.

    Schade ist allerdings, dass ab der U15 wieder 2x35 gespielt wird und aufgrund der Auf-/ Abstiegsregelung in den Ligen ggf. einzelne Spieler gar nicht zum Einsatz kommen und selbst die Stammspieler vermutlich oft weniger Spielzeit haben als vorher in U13 und U14.


    Das Konzept mit Dritteln und Mindestspielzeit für jeden Spieler funktioniert aber eben nur in Förderligen ohne Auf- und Abstieg.

    Wer sich aber mal das Niveau und die Intensität in diesen Ligen anschaut, stellt fest, dass dort ausreichend Ehrgeiz und Motivation vorhanden ist egal der wievielte Spieltag gerade ist und auf welchem Tabellenplatz die beteiligten Teams stehen.

    Grundsätzlich hast Du mit Deiner Kritik an der Art der Einführung gar nicht unrecht.

    Der Fehler liegt aber woanders.

    Es wurde viel zu spät begonnen das Thema verpflichtend zu machen, und deswegen hat man jetzt die Not alles auf einmal zu machen.

    Die Pilotphase und Freiwilligkeit ist leider an renitenten Kreisen, Vereinsfunktionären, Trainern und Eltern gescheitert, weil sich viel zu wenige an der Sache Interessierte und Aufgeschlossene damit beschäftigt haben.

    Klar man hätte schon vor 10 Jahren beginnen können in der G-Jugend verpflichtend Funino oder ähnliches zu spielen und dann mit dem Jahrgangswechsel der damaligen Kinder alle 2 Jahre die nächst höhere Klasse nachziehen.

    Dann würden wir heute in der U15 vielleicht 9gg9 Spielen und niemand hätte etwas mitbekommen.

    Wenn wir heute aber so anfangen, dann brauchen wir nach der Vorgehensweise ja nochmal zehn Jahre und die Zeit haben wir einfach nicht.


    Während in Deutschland derzeit diskutiert wird, ob die Umsetzung von über 40 Jahre alter Erkenntnisse, die wiederholt wissenschaftlich belegt wurden, sinnvoll ist für die kindgerechte fußballerische Ausbildung, gehen andere Länder schon die nächsten Schritte und versuchen weiter zu optimieren.


    Zum Beispiel Belgien mit seiner Bambini Spielform 1+1 auf 3m x 1.5m Tore.


    ✂️ Belgian 1+1v1+1 - YouTube

    Zitat aus dem Vortrag: "The Journey startet in 2000"

    Damals haben wir die NLZ eingeführt und damit zwar einen Quantensprung in der Ausbildung gegenüber vorher erreicht.

    Belgien aber hat parallel angefangen, und vermutlich das nachhaltigere Modell entwickelt.

    Zum Vergleich: In Deutschland wurde zur Saison 2010/11 empfohlen in der D-Jugend das 11gg11 durch das 9gg9 zu ersetzten und die meisten Kreisverbände sind dem dann auch gefolgt. Auch das war ein guter Schritt. Aber zu dem Zeitpunkt, war in Belgien das was wir heute versuchen einzuführen und was immer noch auf Widerstand trifft bereits vollständig umgesetzt.


    ruffy85 : Vielen Dank für den Link zum Vortrag. Absolut eindrucksvoll, sowohl inhaltlich als auch in der Emotionalität der Präsentation. Wer es danach noch nicht kapiert hat, dem ist nicht zu helfen.

    Wäre vielleicht mal noch ein guter Tipp für Hannes Wolf in Sachen Argumentation. Der belgische Kollege erklärt neben den individuellen Skills zusätzlich noch, wie sich über die Spielformen das Team und die Spieler sukzessive hin zum 11 gegen 11 entwickeln.

    Damit wären eigentlich auch die letzten Kritiker noch zu überzeugen, wenn sie interessiert an der Sache sind, und nicht einfach dagegen.

    Tatsächlich finde ich es "Gesamtgesellschaftlich" schon erschreckend, dass Leistung ein immer mehr negativ besetzter Begriff ist. Aber das ist noch mal ein ganz anderes Thema....

    Bezogen auf den Fußball und Tabellen kommt das Thema: "Leistung ist negativ besetzt" aber irgendwie auch falsch rüber.

    In der Leichtathletik ist es relativ einfach Leistung zu beurteilen (mal abgesehen davon, dass wie in jeder Sportart die Altersmäßige Einteilung von Klassen aufgrund der schwankenden körperlichen Entwicklung immer problematisch ist).

    Aber grundsätzlich versucht jeder das Optimum aus sich herauszuholen und seine bestmögliche Leistung zu bringen.

    Dabei gibt es Sieger und Verlierer. Jeder der sich anmeldet kann teilnehmen. Es gibt keinen Abstieg und auch keine taktischen Möglichkeiten einen Abstieg zu verhindern. In der Regel gibt es z.B. Vor- und Endläufe und im Idealfall auch einen Hoffnungslauf mit den langsameren der Vorläufe, so dass im Wettkampf jeder Teilnehmer auf annährend gleiche Einsatzzeiten kommt.


    Auch beim Fußball habe ich kein Problem damit dass Tabellen den Sieger ermitteln und Pokale verteilt werden.

    Problematisch wird es aber da (unabhängig ob Leistungsbereich oder Breitensport) wo Spieler, die sich noch in der Entwicklung befinden und nichts mehr benötigen als regelmäßige Wettkampfpraxis, nicht eingesetzt werden, weil die Meisterschaft gewonnen, der Aufstieg geschafft oder der Abstieg vermieden werden muss.

    Dementsprechend: Leistung ja, Wettkampf ja, aber Wettbewerb, der um das optimale Ergebnis zu beeinflussen einzelne Spieler (im Falle von Jugendbundesliga und NLZ sogar hochtalentierte Spieler) vom Spielbetrieb ausschließt: NEIN.


    Es muss Möglichkeiten geben, dass jugendliche Spieler, die Spaß am Sport haben und die anscheinend etwas können, sonst würden die Vereine sie ja nicht in ihre Kader aufnehmen einen gleichmäßigen Anteil an Spielpraxis bekommen.

    Wenn man nach Saisonende feststellt, dass es für den Spieler trotz Training und Spielpraxis nicht mehr weitergehen soll, dann OK (auch wenn ich mir eigentlich einen längeren Beurteilungshorizont wünschen würde). Aber was heute in der Regel passiert ist ja, dass Spieler in höherklassige Vereine wechseln, dort Ihr bestes geben, aber der Sprung trotzdem zu groß war. Sie kommen nicht zum Einsatz und kehren nach einem Jahr schlimmstenfalls als schlechtere Spieler zurück als sie vorher waren, weil ihnen die Spielpraxis fehlte...