Beiträge von Coach1976

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    Im Eingangspost wird gefragt, wie man lernen kann ein Spiel zu lesen.

    Dazu ist es sicher sinnvoll viele Spiele anderer Mannschaften als Außenstehender zu analysieren und zu beobachten.

    Der isolierte Fokus auf die reine Spielbeobachtung ohne als Coach eingreifen zu müssen, ohne emotionale Bindung zum Spiel, ohne sich zu ärgern, welche falschen Annahmen man im Vorfeld hatte und zu welchem Spielverlauf diese nun geführt haben führt dazu, dass ich mich auf das konzentrieren kann was ich sehe und meine Schlüsse daraus ziehen kann.

    Das Ganze dann „unter Druck“ im Spiel der eigenen Mannschaft umzusetzen ist ein Lern- und Erfahrungsprozess, für den ich aber meine Werkzeuge benötige.

    Die Spieler lernen Finten, Passen etc. auch zuerst mal isoliert und anschließend mit immer höherem Zeit- und Gegnerdruck. Warum soll das für den Trainer nicht gelten.

    Somit gebe ich Coach31 dahingehend recht, dass Erfahrung eine große Rolle spielt.

    Trotzdem bin ich überzeugt:

    ein Trainer, der viele Spiele auf verschiedenen Leistungsniveaus beobachtet und dabei vielleicht auch noch seine Lehren aus dem Verhalten der Trainerkollegen dort zieht kommt schneller und qualitativ besser zum Ziel, als wenn er darauf hofft, dass die Weisheit im Lauf der Jahre die er mit seinen eigenen Teams verbringt über ihn kommt.

    Ich finde diese Diskussion, ob NLZ „lohnt“ oder nicht dreht sich im Kreis.

    Wenn das Ziel ausschließlich lautet: Profi werden, dann lohnt es sich zu 99% nicht.

    Das Ziel kann aber auch sein: das, was man am liebsten tut in maximaler Ausprägung ausleben und die damit verbundenen Erlebnisse und Erfahrungen aufsaugen und mitnehmen,

    Wichtig ist hier in erster Linie, dass die Eltern dem Kind keine Flausen in den Kopf setzten und eher Begleiter als Antreiber sind. Sollte der Spaß irgendwann verloren gehen, ist ein Ausstieg kein Drama und die Zeit Vorher war nicht umsonst, sondern trotzdem wertvoll.

    Wenn sich Sinn und Unsinn der NLZ-Zeit aber von Anfang an nur auf das Ziel Profifußball ausrichtet, sollte man die Finger davon lassen.

    Ich habe mich mit dem Buch mittlerweile auch gut arrangiert.

    Nachdem ich es fertig gelesen habe dient es immer noch als Nachschlagewerk für meine U11 bzw. gelegentlich U13 (als Vertretungscoach). Gerade bei der U13, die seit der Bambini eher „klassisches Training“ mit 7gg7 oder mehr als Abschlussspiel gewohnt sind zeigt sich

    a) was in den Jahren davor nicht vermittelt wurde

    b) was man mit entsprechenden Methoden auch später noch aufholen kann, wenn man die Kids fordert. Speziell Aktivität und Aufmerksamkeit sind in den kleinen Spielfirmen auch bei den Jungs deutlich höher als am Samstag im regulären Spiel.

    ... das gehört aber eher in den Diskussions-Thread zum Thema von Hr. Lochmann.

    Meine ursprüngliche Frage zielte eher darauf an ob es einfachere, weniger umfangreiche „Werke“ über die weinschen Ansätze gibt. Ich hätte zum einen Verwendung zum missionieren bei mir im Verein, zum anderen würde mancher, der das Thema aktuell kategorisch ablehnt vielleicht doch bereit sein sich mal damit zu befassen.

    Absolute Zustimmung.

    Ehrlicherweise muss man dann aber auch den Kollegen, die Funino gegenüber Skeptisch sind zugestehen, dass das Buch von H. Wein alles andere als die ideale Einstiegslektüre ist. Ich muss zugeben, dass ich - trotz vollkommener Offenheit und Begeisterung für das Thema und Funino als Trainingsschwerpunkt - mit so manchem Kapitel zu kämpfen hatte, was teilweise der Hinführung an die Themen und auch am Schreib-/ Sprachstil lag.

    Kennt jemand eine „seichtere“, komprimierte Alternative zu „Spielinteligenz ...“?

    Den Standpunkt, dass Funino als ausschließliche Wettkampfform ab F-Jugend nicht das non-plus-Ultra sein muss kann ich nachvollziehen. Daraus ergibt sich aber kein Widerspruch zum BFV-Konzept.

    Hier wird vorgeschlagen mit 3:3 auf vier Minitore zu starten und ab U8(?) spätestens U9 ist 4+1 auf Handballtore vorgesehen. (für mich ist das größte Problem die Investion in die Handballtore. ggf würden hier die im Forum schon mal vorgestellten Torverkleinerungen helfen.) Ich finde, richtig ausgelegt und umgesetzt ist der Vorschlag sehr nah an dem was den Kids Fußball mit Spaß, Nähe zum „echten“ Fußball und Entwicklung durch viele Ballkontakte geben kann.

    Nicht zu verachten die einfachere Möglichkeit Teams homogener zusammenzustellen und ggf. In Abstimmung mit dem „Gegner“ den Kindern Spiele auf Augenhöhe zu ermöglichen. 4+1 ermöglicht außerdem vielen kleineren Vereinen Teams ohne Spielgemeinschaften zu stellen oder einfacher eine zweite oder dritte ins Rennen zu schicken.

    ...

    und ich bin überzeugt, dass die kleinere Spielerzahl im „Wettkampf“ - egal ob 3:3 oder 4+1 viele Trainer überzeugt auch im Training verstärkt auf kleine Spielformen zu setzen bzw. Kinder und Eltern vom Sinn des ganzen zu überzeugen.

    Denn klar ist: egal wie am Samstag gespielt wird, 6+1 oder mehr hat bis inkl. U11 im Training nichts zu suchen, außer beim Spaßkick zum Saisonabschluss.

    Charles De Goal

    inhaltlich mag vieles von dem was Du schreibst zutreffen, aber damit dieses Verhalten eines Erwachsenen Dorftrainers gegenüber einem 11-jährigen zu rechtfertigen ist schon sehr weit hergeholt.

    Wenn sich Kind und Eltern beim Vollzug und der Ankündigung des Wechsels korrekt verhalten haben, dann hätte ein Trainer null Berechtigung das Kind zu benachrichtigen.

    Speziell den hier schon mehrfach genannten Weg zurück sollten sich unterklassige Vereine nicht verbauen.

    Später kann sich die Gute Ausbildung, die ein talentierter Spieler woanders genossen hat in älteren Jugendteams oder bei den Senioren auszahlen.