Beiträge von tobn

    Ich kann nur selten feststellen, dass andere Trainer eine geringere Meinung von Mädchen als von Jungs haben, zumindest nicht bis in unser Alter (E-Jugend). Meine Jungs hatten vielmehr richtig Schiss vor einem richtig talentierten, aber auch körperlich sehr weiten Mädchen eines anderen Vereins. Sie war auch ein Jahr älter als sie, umso größer ihre Überlegenheit. Sie haben sie schon in der G kennen gelernt, ich weiß nicht, ob es etwas damit zu tun hat, aber von meinen Jungs habe ich noch nie abfällige Bemerkungen über Mädchen gehört.


    Außerdem gibt es immer mal wieder auch Jungs mit langen Haaren, die dann bis in die E-Jugend durchaus erstmal noch für Mädchen gehalten werden. Wir haben selbst einen solchen Fall im Team, einer der besten Spieler. Und unser vorletzter Gegner hatte auch einen richtig guten Nils, den ich im Spiel zuvor für ein Mädchen gehalten hatte.


    Ich glaube, ein Großteil der ja durchaus sichtbaren Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs im Kinderfußballalter im Allgemeinen ist der Sozialisation und den Rollenvorbildern ähnlich viel geschuldet wie den Genen. Was Wettkampfverhalten anbelangt: meine Tochter spricht auf das 'wer als erster die Treppe hoch ist' genau so an wie mein Sohn.

    Das mit dem Streß war ja auch ein Witz, wie der geneigte Forenbenutzer unschwer am Zwinkersmilie erkennen kann.


    Sorry, da war ich zu ignorant.


    Zitat

    Im Ernst: Ich halte von so festen Plänen gar nix. Da rennen zwei F-Jug. einfach mal zusammen und einer weint. Meine Güte, dann nehme ich den raus und wenn er keinen Bock mehr hat, muss er auch nicht mehr rein. 5min Rhythmus hin oder her. Gut finde ich, dass ihr Euch bemüht, dass alle spielen dürfen die dabei sind. Mein Tipp: Nehmt es etwas lockerer und macht kein Projektmanagement d'raus. Das positiv lockerer überträgt sich auf die Kinder und auf die gesamte Atmosphäre. Die Dinge zu ernst nehmen bringt nix.


    Keine Angst, der Plan ist nicht in Stein gemeißelt, er dient mir aber zur Orientierung, das finde ich ganz hilfreich, weil ich sonst schon desöfteren festgestellt habe, dass bei bereits fortgeschrittener Spieldauer Spieler XY von mir übersehen wurde. Und das tut mir dann im Nachhinein immer furchtbar leid. Um das zu vermeiden habe ich ganz gerne vorab einen gewissen Spielplan, von dem ich aber natürlich je nach Spielverlauf abweiche.


    Die Kinder nehmen das mit den regelmäßigen Wechseln bisher übrigens sehr gut auf. Da geht es ja auch sehr um die Gerechtigkeit.. Die Naseweise haben mich auch schon darauf hingewiesen, dass es keine gute Idee wäre, mitten in einem Angriff auszuwechseln, da konnte ich dann gleich erklären, dass ich mir da schon passende Momente heraussuche.

    In der F wird ja bekanntlich 20min gespielt, d.h. also 3 *2 Auswechslungen pro HZ. Wow! Und das nennst Du sehr, sehr einfach? Hast Du sonst keinen Streß? ;)


    Lass die Kinder doch etwas länger am Stück drin - wenigstens 10min. Du hast ja wie Du sagst eh meist nur 2 Auswechselspieler dabei. Gib ihnen die Chance ins Spiel zu finden.


    Bei uns sind es ja 25 Minuten pro Halbzeit, aber auch bei 20 sind drei Auswechslungen meiner Meinung nach nicht wirklich stressig (vor allem, wenn man nicht ständig die Mannschaft dirigiert) dazwischen liegen ja immerhin jeweils fünf Minuten. Und was die längere Spieldauer pro Spieler anbelangt: ich habe die Beobachtung gemacht, dass es Kinder gibt, die erst mal ins Spiel kommen müssen, es aber auch welche gibt, die sofort abgehen wie Schmidts Katze. Und manche von denen bauen dann auch schneller wieder ab, so dass es ihnen entgegen kommt, wenn sie nicht 15 bzw. 18 Minuten am Stück spielen müssen. Man muss da halt ein bisschen auf die Kinder eingehen.

    Micha71 : Danke für deine motivierende Antwort. Letztlich machst du es ja so ähnlich, wie ich es vorhabe, nur, dass ich bisher noch vorgebe, wer links, in der Mitte und rechts spielen möge. Das lasse ich wohl aber demnächst auch mal weg, mal sehen. Außerdem werde ich deine Anregung mal aufnehmen und die beiden Reihen wieder verflachen.


    Am Samstag kann ich das ja gleich machen. Nach einer Vielzahl von (nachvollziehbaren) Absagen wird das für uns wohl eine harte Prüfung bei unserem starken Lokalrivalen. Da werde ich evtl. vorher die anwesenden Eltern (vertraulich) vorbereiten müssen.

    Hallo zusammen,
    ich wechsle nur einige wenige Spieler und das abhängig vom Spielstand. Ich halte garnichts davon, Spieler nur wenige Minuten spielen zu lassen, denn wenn sie das spitz kriegen, dann bauen sie sich selber viel zu viel Druck auf, weil sie so schnell wie möglich zum Torerfolg kommen möchten und am Ende garnichts klappt.


    So wie ich es vorschlage, ist jeder drei Viertel einer Halbzeit im Angriff und drei Viertel einer Halbzeit in der Abwehr. Das sind doch nicht wenige Minuten? Ich wechsle ja immer nur zwei Spieler auf einmal (einen Angreifer und einen Abwehrspieler), die anderen vier Feldspieler bleiben ja auf dem Platz.


    Zitat

    Ausserdem möchte ich mal sehen, wie ihr während eines Spiels andauernd den Torwart austauscht.


    Das mache ich nicht. Ich wechsle ihn öfters mal in der Halbzeitpause, aber nicht während des Spiels.


    Zitat

    Ausserdem finde ich es völlig sinnlos aus jedem Spieler einen Alrounder zu machen der alle Positionen irgendwie hin bekommt, aber nichts richtig. Ist in keiner Weise gewinnbringend, weder für das Team noch für den Spieler.


    Bisher ist mir noch kein Spieler untergekommen, der nur auf einer Position spielen konnte.. Oder wollte -- naja, OK, diejenigen, die nur im Sturm spielen wollen, gibt es natürlich schon..

    Du machst ja quasi nur eine leichte Rotation; Rechts und Links lässt du die Kinder selber entscheiden ??


    Mal so, mal so. Ich lasse sie mal komplett selbst entscheiden, wer wo spielt, d.h. dann diskutieren sie manchmal noch, wenn ich den Ball reinwerfe. Und im anderen (allerdings sehr seltenen, auch weil viel zu zeitaufwendigen) Extremfall gebe ich für jeden Spieler die Position am Anfang vor. Ab und an mache ich auch selbst mit. Und wir haben auch schon eine 'Raupenrotation' gemacht, d.h. hinten alle eine Position nach rechts, der Rechte eins nach vorne, dort alle eins nach links, der Linke nach vorne, dort wieder alle eins nach rechts, der Rechte ins Tor, bisheriger Torwart nach hinten links.


    Zitat

    Also mein Fazit ist, dass es noch nicht sehr gut Fluppt. 3 Minuten ist einfach zu kurz...
    bzw sie müssen erstmal längere Spielerfahrung haben insgesamt...


    Drei Minuten pro Position sind zu kurz, das denke ich auch. Damit wären sie bei mir auch größtenteils überfordert. Ich selbst evtl. auch.. ;-)


    Ich hatte vor ca. drei Jahren in der Halle auch mal eine Zeit lang in Eishockey- oder Handballmanier rotiert. Das klappte bei einem Turnier ganz wunderbar, danach aber nicht mehr. So kam ich wieder davon ab und würde es so auch nicht mehr machen. Aber da setze ich im 1-2-1 von Spiel zu Spiel die Jungs durchaus immer mal wieder auf unterschiedliche Positionen.


    Zitat

    Nur am Rande: "nur" 0:3 lagen wir hinten (Dank des überragenen TW bei uns !) 2. HZ haben nicht mehr so
    nach dem Schema rotiert, sondern die Kinder viel länger auf den Positionen gelassen.
    Auf 3:3 herangekommen, dann 3:4 verloren.


    Naja, aber einen Versuch war es ja wohl wert.


    Zitat

    So bestimmen wir Trainer im Prinzip selber, ob wir gewinnen oder nicht ;-)


    Das ist halt ein Teil meines Problems. Wir können gegen die meisten Gegner bestehen, wenn ich meine stärksten Spieler entsprechend ihrer Stärken aufstelle und sie um die Nächstbesten auf den unterstützenden Positionen ergänze. Das wäre dann die siegesorientierte Aufstellung. Aber das entspricht nicht den KiFu-Zielen.


    Zitat

    Man sollte, auch wenn es noch sooo verlockend ist, die Kinder auf eine Position festlegen !!!


    Kann es sein, dass da ein 'k' fehlt, so dass aus 'eine Position' stattdessen 'keine Position' wird?


    Zitat

    Wie gesagt, "Beste" Positionen gibt es auch bei meinen Kinder, aber durch das ofte Wechseln (innerhalb der Wochen) gewinnen sie einfach an Horizont. Aber es geht "langsam" voran, wenn man so als ganzes sieht. aber 8-9 Monate ist ja auch noch keine Zeit (seitdem bin ich Trainer von denen).


    Ich habe meine schon fast fünf Jahre... Es wird auch immer mal wieder sonderbare scheinbare Rückschläge geben, stelle dich schon mal drauf ein.



    Ja, probiere ich. Bei mindestens zwei von ihnen wird das sehr schwer werden.. Danke aber fürs Mutmachen.

    OK, nachdem ich die These mal in den Ring geworfen habe und ja schon zwei unterschiedliche Meinungen dazu geäußert wurden (danke dafür!), hier meine eigene (momentane) Meinung:


    Ein Pflichtspiel kann das Training niemals ersetzen.


    Das ist unstrittig. Wobei ich 'Pflichtspiel' gerne mal definiert hätte. Den Eltern, die bei uns ein Pflichtspiel höher bewerten als ein Freundschaftsspiel, möchte ich entgegenhalten, dass ein Pflichtspiel nur auszeichnet, dass man verpflichtet ist, anzutreten und sonst betraft wird. Da bzw. wenn ich die Tabelle nicht beachte, besteht für mich sonst kein Unterschied zwischen Pflicht- und Freundschaftsspiel.


    Beim Pflichtspiel geht es nicht darum technische Fähigkeiten zu erlernen, es geht um den Sieg.


    Das ist wohl die Behauptung, die am meisten aufstößt. Es sollte doch nicht um den Sieg gehen, sondern darum, dass die Kinder das Erlernte unter Wettkampfbedingungen erproben. Die Erprobung schließt doch aber inhärent das Risiko des Misslingens ein, das muss dann ja aber auch erlaubt sein -- sprich, sie sollen sich doch ruhig etwas trauen, auch wenn sie bei der Finte aus dem Training den Ball verlieren, freue ich mich, wenn sie sie probieren. Springt am Ende ein Sieg heraus, dann ist es umso besser. Aber primär sollte es doch nicht um den Sieg gehen, sondern um die gezeigte Leistung, gemessen an dem, womit man gerechnet hätte. Und im KiFu kombiniert mit viel Verständnis.


    Einige der Teams, die bei uns (in der E2, d.h. U10) sehr viele Spiele gewinnen, tun dies, weil sie gruppen- und mannschaftstaktisch eingenordet sind, da gibt es dann teilweise schon Standardspielzüge und Passspiel noch und nöcher. Dagegen sehen meine dann in der Defensive (natürlich) öfters aus wie ein Hühnerhaufen. Im 1:1 sind sie aber zumeist mindestens ebenbürtig. Finde ich OK, für das Ergebnis ist es natürlich nix..


    Das Erfolgserlebnis in einem Spiel gegen andere Vereine ist für jedes Kind und Jugendlichen wichtig.


    Und das ist die zweite These, die meiner Meinung nach nur eingeschränkt gültig ist. Natürlich gewinnt das Team gerne und jeder, der dem Sieger-Team angehört, freut sich darüber. Ich habe aber schon beobachtet, dass diejenigen, die eben nicht bevorzugt werden, weil sie in der Regel oder zumindest häufig nicht auf ihren Wunschpositionen spielen können, da diese ja schon von den Besseren besetzt sind, sich deutlich weniger freuen als die 'Star-Spieler'. Die Schwächeren freuen sich vielmehr über ihre (natürlich selteneren) Tore meiner Beobachtung nach mindestens genauso sehr wie die Stars, eher sogar noch mehr. Da wiegt ein geschossenes Tor durchaus schwerer als die Niederlage.


    Der Lernerfolg für seine technische Ausbildung ist in solchen Spielen gering.


    Das sehe ich auch nicht ganz so. Tatsächlich beobachte ich, dass den meisten meiner Spieler die Spiele gegen andere Teams sehr gut tun. Sie sind im Training ja doch immer dieselbe Gruppe, da weiß man nach drei, vier Jahren wer wie gut spielt, da fehlen dann die Anreize. Diese gibt es in den Spielen gegen andere, zumeist wesentlich weniger vertraute Teams.

    Wir haben mit meiner F am Samstag ein Meisterschafts-Spiel gehabt, da habe ich folgendes praktiziert
    (so "krass" zum 2.mal (beim 1.mal beim Demo Spiel im Rahmen der Fair-Play Liga (Sportschule Hennef) ) ...


    So in dieser Art mache ich es oft im Training, wenn wir das Abschlussspiel im 7:7 oder 8:8 gestalten, da rückt dann jede Reihe alle paar Minuten um eine nach vorne, die vorderste wird zur hintersten. Und jede Mannschaft muss den Torwart rotieren, jeder muss im Tor gewesen sein, bevor der erste das zweite mal reingeht. Und dann alle drei Minuten der Torwartpfiff, alle sechs die Reihenrotation. Das hat, meine ich, auch schon was gebracht. Daneben bemühe ich mich natürlich aber auch um die Abschlussspiele in kleinen Teams, da ist nur die Aufteilung in Mannschaften und das Abstecken der Felder leider ziemlich zeitaufwendig..

    Zuerst gleich mal vielen Dank für Euren Zuspruch, tut gut, wenn man so ein notorischer Grübler ist..


    ... Aber ich sage ihnen auch immer, dass das ja nicht heisst, dass sie hinten bleiben sollen und keine Tore schießen dürfen. Sondern es heisst vor allem, dass sie nicht vorne bleiben dürfen, wenn der Gegner den Ball hat und auf unser Tor losmarschiert.


    Ja, so werde ich das auch verkaufen, d.h. noch klarer als bisher.


    Soweit alles positiv, jetzt kommt das aber: Manche Kinder kriegen die Umstellung nicht gut hin. D.h. erste HZ vorne, zweite hinten (oder umgekehrt), das klappt nicht so recht. Noch schlimmer ist es, wenn ich im laufenden Spiel umstellen will. Bessere Erfahrungen habe ich damit, nur von Spiel zu Spiel die Rollen zu tauschen. Allerdings ist dann das Gemaule noch größer.


    Ich befürchte eben auch das noch größere Gemaule und auch die größere Schwierigkeit in der gleichmäßigen Aufteilung der Einsätze, da bei mir der Kader von Spiel zu Spiel variiert. Da hätte dann ein Spieler mal zweimal hintereinander Offensivdienst und ein anderer ist in der Abwehr, setzt dann einmal aus und kommt dann wieder in die Abwehr. Er erinnert sich dann doch gar nicht mehr daran, dass er davor vorne gespielt hat und in zwei Wochen auch dort spielen wird. Und was ist, wenn er dann auch noch absagen muss? Nee, ich verstehe, dass für manche die Umstellung schwierig ist, aber ich sehe das erstens bei meinen nicht so sehr und zweitens erkläre ich das dann auch zum Ausbildungsziel. :-)


    ch würde es weiter machen. Und den ehrgeizigen Eltern kannst Du das ja als die vielseitige Ausbildung verkaufen, die es ist - und die ja die Basis für jeden BuLi-Spieler bilden muss.


    Sie denken dann aber an Messi und dessen Abwehrverhalten...



    ich finde Deine Einstellung zu dem Ganzen sehr gut.


    Na, das geht ja schon mal runter wie Öl. :-)


    Mein Tipp an Dich...probiere es einfach aus.


    Habe ich und fand es gut. Das Spiel lief allerdings auch wirklich gut, am Ende siegten wir mit 3:2, das war für den Gegner, glaube ich, auch OK. Ich war regelrecht begeistert. Deshalb traf es mich ja auch so sehr, als am Tag drauf der Papa dieses einen Spielers, als ich ihn fragte, wie er es denn fand, sagte: "Naja, ehrlich gesagt nicht so toll."


    Jede Mannschaft und jeder Gegner ist anders...und somit wirst Du bei einem Gegner nach 6 min Wechsel, alles richtig machen,
    und wiederum bei dem anderem, durch zu häufiges verschieben, zu viel durcheinander bringen.
    Ich würde mich da mit der Zeit nicht so festlegen.


    Ich wechsele ja nach sechs Minuten nur jeweils einen Spieler aus, d.h. es sieht so aus:
    - ich habe vier Angreifer für die erste Halbzeit: a11, a12, a13, a14 und ebenso vier Verteidiger: v11, v12, v13, v14
    - für die zweite Halbzeit auch: a21 bis a24 und v21 bis v24.
    - Nun gilt: a11=v21, a12=v22, a13=v23, a14=a24 (d.h. ein Spieler, der in Halbzeit 1 hinten war, ist in HZ2 vorne und umgekehrt)
    - ich habe vier Spieler für drei Positionen, es spielen also am Anfang: a11, a12, a13 vorne und v11, v12 und v13 hinten. a14 und v14 sind draußen.
    - Nach ca. (sic!) sechs Minuten kommen a14 und v14 für a11 und v11 ins Spiel.
    - Nach ca. 12 Minuten kommen a11 und v11 wieder rein, a12 und v12 gehen raus.
    - Nach ca. 19 Minuten kommen a12 und v12 für a13 und v13. So bleibt es bis zur Halbzeit.


    Ich wechsele also nicht während der Halbzeit zwischen Angriff- und Abwehraufgaben.


    So spielt dann jeder Spieler ca. drei Viertel einer Halbzeit, die eine Hälfte der Spieler am Stück, die andere Hälfte in einem 6- und einem 12-Minuten-Block. Sollte einer damit konditionell überfordert sein, dann kann er früher raus kommen. Solange sie es aber durchhalten, möchte ich sie nicht frühzeitig rausholen.

    Auf soccerdrills finde ich unter "Grundsätze optimaler Trainingsgestaltung und Trainingsplanung" -> "1. Optimale Trainingsplanung und Trainingsgestaltung" (http://www.soccerdrills.de/The…etze.htm#Trainingsplanung) unter Punkt 6:


    "THESE: Ein Pflichtspiel kann das Training niemals ersetzen. Beim Pflichtspiel geht es nicht darum technische Fähigkeiten zu erlernen, es geht um den Sieg. Das Erfolgserlebnis in einem Spiel gegen andere Vereine ist für jedes Kind und Jugendlichen wichtig. Der Lernerfolg für seine technische Ausbildung ist in solchen Spielen gering."


    Widerspricht das nicht den Zielen des KiFu?

    Der DFB empfiehlt für den Kinderfußball mit 7'er-Mannschaften ja grob das 3-3 als Aufstellung, ich sehe diese auch in Abwandlungen allenthalben bei uns im Kreis und wir spielen mit einem 2-1-2-1 auch eine Abwandlung davon. Wir sind eine E-Jugend, jüngerer Jahrgang. Als Papa-Trainer habe ich erst nach und nach die Ziele des KiFu verinnerlicht und umgesetzt. Mein Kader ist recht groß (~20 Kinder) und hat leistungstechnisch eine recht große Streubreite. Da es im KiFu ja nicht um die Ergebnisse, sondern um die Erlebnisse gehen soll, und da jeder Spieler auf jeder Position gefördert werden soll, möchte ich jetzt der Tabelle eine Absage erteilen und eher einem Prinzip bei allen Spielen folgen, egal ob Pflicht- oder Freundschaftsspiel: Es spielen drei vorne und drei hinten. Die drei, die in der ersten Halbzeit vorne gespielt haben, spielen in der zweiten Halbzeit hinten und umgekehrt. Ich versuche, zwei Auswechselspieler mitzunehmen und halbwegs gleichmäßig durchzuwechseln, d.h. bei einer Halbzeit von 25 Minuten so ca. alle sechs Minuten.


    Ich habe das am vergangenen Wochenende erstmals so praktiziert und war ganz angetan. Die gewohnheitsmäßigen Stürmer (bzw. mindestens einer) fanden es doof, dass sie auch hinten spielen mussten. Wenn es die nächsten zwei trifft, wird es vermutlich auch Unmut geben. Diese Kinder gehören natürlich zu den besten Spielern. Sie und ihre Eltern erwarten meiner Einschätzung nach, dass ihre Kinder gleicher sein sollten als die anderen (in Anlehung an George Orwell's Animal Farm). Das wiederum geht mir total gegen den Strich, ich halte es eher mit den hehren Zielen des Fußballs, wie sie im Film "Der ganz große Traum" dargestellt werden: Fairness, Einsatzbereitschaft, Kameradschaft.


    Haltet Ihr mein Vorhaben für sinnvoll oder bin ich damit zu sehr der Prinzipienreiter?

    Wir haben bei uns hauptsächlich Light-Bälle von Jako. Da ich nur der Trainer und nicht der Einkäufer bin, weiß ich nicht, was wir für sie bezahlt haben, der Listenpreis liegt, glaube ich, bei knapp EUR 20,-, aber den bezahlt ja vermutlich niemand. Ich bin mit ihnen ganz zufrieden.

    @ Andre, Um die Halbzeit Pause kümmert sich mein Trainingspartner, vielleicht gibt er dabei zu viel von sich.
    Wir werden beim nächsten Spiel, so wie Otto es vorgeschlagen hat, mal nichts sagen...schauen wir mal was dann passiert.


    Ich weiß nicht, ob es besser ist, nichts zu sagen. Ich würde eher wenig sagen, in dem von dir betreuten Jahrgang (F) ist es dabei wichtig, positiv zu motivieren. D.h. Wert auf die Punkte legen, die gut waren. Dabei kann man dann einzelne Kritikpunkte einstreuen, muss aber gleich mit einer Lösung dafür kommen. Ich würde es auch in den allermeisten Fällen tunlichst vermeiden, einen einzelnen Spieler für irgendeinen vermeintlichen Fehler zu kritisieren. Die Ausnahme hierzu ist der Fall, dass es etwas Offensichtliches gab, d.h. etwas, das den anderen Spielern auch deutlich aufgefallen ist, dann muss man das meiner Meinung nach aber nicht totschweigen, ich spreche das dann direkt an, benenne auch den Fehler, äußere aber unbedingt Verständnis dafür. Damit möchte ich dann verhindern, dass die anderen Spieler dem 'Schuldigen' seinen Fehler vorhalten. Also: Bloßstellen vermeiden. Und ansonsten dazu motivieren, in der zweiten Halbzeit nochmal Alles zu geben, die erste sah doch so toll aus.


    Wie ausgeruht sind deine Schützlinge? Bekommen sie genug Schlaf? Ich habe festgestellt, dass bei vielen meiner Spieler die Leistungsfähigkeit dramatisch einbricht, wenn sie in der Nacht zuvor bei einem Kumpel übernachtet haben, mit den Eltern auf einer Feier waren oder ähnliches.


    Zitat

    Rotieren während des Spiels wäre super...klappt aber nur von Spiel zu Spiel...nicht im gleichen Spiel.


    Wieso? Worin äußert sich, dass es nicht klappt?

    [...] ich habe auch einen sehr großen Ergeiz, der mich in der Schulzeit und auch jetzt noch am Wochenende im Regen, bei praller Sonne, bei Gewitter manchmal 3 und manchmal 7 Stunden fussballspielen lässt.


    Lass es aber lieber bei Gewitter, das ist viel zu gefährlich. Ansonsten freut mich deine Entwicklung sehr.

    Durch den Verzicht auf den Schiri soll es doch einfacher werden und nicht komplizierter...


    Hmm, das ist mir neu. Sicher ist es nicht zu begrüßen, wenn es komplizierter wird. Aber Ziel des schiri-losen Spiels ist es doch eher, die Eigenverantwortlichkeit zu fördern.


    Genau das, was Du da beschreibst (beschweren und Spiel einstellen) ist doch das, was wir NICHT sehen wollen.


    Nicht, wenn es zu häufig vorkommt. Aber bei Foul wird unterbrochen, das ist auch gut so. Solange beide dieselbe Vorstellung davon haben, was Foul ist und was nicht, klappt doch auch alles. Sicher gibt es da auch auf der einen Seite Rabauken und auf der anderen Mimosen und dann noch ganz viel zwischendrin, aber bei meinen E-Jugendlichen (jüngerer Jahrgang, d.h. 9/10 Jahre alt) beobachte ich, dass sie ziemlich gut begreifen, was erlaubt ist und was nicht. Und sich auch dementsprechend verhalten können, eben indem der Torwart von sich aus sagt, dass er noch am Ball war. Die Sache mit dem Körpereinsatz ist sicher diffiziler als die Frage nach dem Überschreiten der Linie durch den Ball, da gebe ich dir Recht. Vielleicht ist es tatsächlich nicht gut praktikabel.


    Ja, ich glaube, dass das schirilose Spiel funktioniert. Aber nur in den jüngeren Jahrgängen und wenn es um nix geht. Sobald es im Zweikampf zur Sache geht oder es für irgendjemanden um irgendwas geht, wird das nix mehr.


    Damit magst du Recht haben. Ich würde halt auch gerne vermeiden, dass es Zweikampf zu sehr zur Sache geht. Und Andre würde, wenn ich ihn richtig einschätze, bevorzugen, dass es im KiFu, d.h. bis zum Ende der E-Jugend keine Spiele gibt, in denen es 'für irgendjemanden um irgendwas geht'. Meine Jungs sind noch nicht soweit, insofern kann ich noch nicht beurteilen, wie die Situation dann sein wird, wenn es um die Stützpunkt-Frage geht. Ich glaube momentan allerdings durchaus, dass diejenigen meiner Spieler, die aus meiner Sicht am ehesten das Zeug dazu hätten, auch ohne übertrieben hartes Spiel genug auffallen dürften. Zumindest spricht die Reaktion neuer Zuschauer auf ihr Spiel dafür.


    Zitat


    Erzähl das mal einem 10/11-Jährigen, für den der Stützpunkt z.Zt. das größte ereichbare Ziel ist.


    An diesem Tag ist es dafür natürlich zu spät. Aber ich versuche schon, auf meine Spieler bremsend einzuwirken, wenn sie sich von der Härte der Gegner anstecken lassen.


    Egal, ich denke, wir stimmen nahezu vollständig überein, ich bin dabei vielleicht noch ein bisschen weniger resistent gegenüber der 'normalen Härte' als du und die meisten anderen. Ich unterstelle dir nicht das Gegenteil, aber mich macht es wütend, wenn diejenigen meiner Spieler, die einmal die Woche noch in so'n kommerzielles Fußball-Training mit lauter Talentierten gehen, dort lernen, zu schubsen, einen auf Kondor zu machen, am Trikot zu ziehen oder die Technik des Body-Checks. "Im Soccer-Park darf man das aber..", höre ich dann immer. Sorry, musste mal raus.

    Wenn man mit den KiFu-Zielen des DFB schon vertraut ist, erfährt man nicht viel neues. Es diente aber in meinem Fall, sich diese wieder ins Gedächtnis zu rufen, da ich es damals in dieser Hinsicht ein wenig schleifen ließ und hätte auf Abwege kommen können. Und ich wurde wieder disziplinierter, was die Vorbereitung aufs Training anbelangte. Mir fiel auch noch auf, dass die Trainerdichte sehr hoch war, höher als ich für typisch halte, d.h. es kam ein Trainer auf ca. acht Spieler. Ich musste zu dem Zeitpunkt alleine um zwanzig kümmern. Zum Glück habe ich mittlerweile anderthalb Co-Trainer.