bei uns ist es im Training auch so, dass wir immer ein Abschlußspiel machen, bei dem es keine Vorgaben gibt, völlig klar.
Und hier kannst du sie ja vorab in die sechs Positionen einteilen, kurz erklären, wie sie sich bewegen sollten, dann mal kurz abfragen, um zu sehen, ob sie das verstanden haben, und ab gehts. Dann während des Spiels jede sinnvolle Aktion oder Situation, in der sich die Positionstreue positiv ausgewirkt hat, geradezu überschwänglich loben. Aktiv eingreifen würde ich auch nur selten, bei mir kommt es aber durchaus vor, dass die Kids mich fragen, also z.B. wer den Einwurf ausführen soll. Da antwort ich dann auch mit Bezug auf die Positionen. Gerade beim Einwurf gibt es natürlich noch die Besonderheit der schnellen Ausführung des Einwurfs, um den augenblicklichen Vorteil zu nutzen. Darauf kann man auch hinweisen, diese Situation aber auch zu erkennen dürfte viele F'ler noch überfordern.
Ich werde das mit den Feldern übernehmen, es ist der Jahrgang 2002, einige von denen haben schon so viel Spielverständnis, dass sie das Prinzip, in die Nachbarfelder zu gehen, verstehen werden. Es gibt halt auch die Spieler, die noch gar nicht die zugeteilte Position halten, genauso wie es die gibt, die nicht abgeben, weil sie glauben, der Ball ist dann verloren.
Das ist ganz normal. Es wird auch in der E so bleiben, dass einige Spieler ein größeres Spielverständnis haben als andere. In meiner E2 (Jg 2001) habe ich auch noch so einige, die gar nichts außer sich selbst wahrnehmen, wenn sie den Ball haben. Das sind aber auch überwiegend, wenn nicht sogar ausschließlich jüngere Spieler oder (zumindest geistige) Spätentwickler. Deshalb ist das auch in Ordnung. Sie machen jetzt die Entwicklung durch, die die besseren Spieler vor einem oder anderthalb Jahren durchgemacht haben, das ist gut so. Blöd wäre es, wenn sie die Entwicklung nicht durchlaufen.
Was ich nicht gerne sehe, aber auch nachvollziehen kann, ist, wenn die stärkeren Spieler den Ball bevorzugt an andere starke Spieler abgeben, obwohl andere, wenn auch schwächere Spieler viel besser stehen (und das für den Passgeber so auch eindeutig zu erkennen war). Ich falte da zwar keinen zusammen, weise aber schon darauf hin, dass ein anderer Spieler völlig frei stand, wenn der Ball aufgrund des Passes zum gedeckten Lieblingspartner verloren geht. Wenn es allerdings gut geht, übe ich keine Kritik, ebenso wie ich nie ein Tor kritisiere, völlig egal, wieviel Eigensinn und Egoismus bei seiner Entstehung beteiligt war.
Ich trainiere auch einen mittelmässigen 2002er Jahrgang und dort funktioniert dies wunderbar. Und selbst die "verpeilten" kapieren was wir vorhaben.
Meine Beobachtung ist auch, dass sie es durchaus kapieren. Ob es ihnen dann während des Spiels bewusst ist und sie danach handeln, ist eine ganz andere Frage. Da braucht man sehr viel Geduld, um die Spieler immer wieder freundlich an das zu erinnern, was sie ja eigentlich wissen. Wobei man das nur in passenden Momenten machen darf, also niemals in einer 'heißen' Situation.
Sicherlich gibt es immer mal wieder einen Ausreißer, sodass der linke Verteidiger vorne rechts den Einwurf macht, aber das ist nun mal ne F-Jugend. Da sollen sie das nicht, aber sie dürfen es
Ich habe da auch so ein, zwei Nomaden im Team, denen ich bei Einwürfen o.ä. dann mal (d.h. sicher nicht ständig) die Frage zurufe, wo sie spielen. Gerade bei Einwürfen beobachte ich nämlich, dass viele Kinder wie in Trance auf den Einwerfenden zuwandern, so dass die Traube am Spielfeldrand immer kleiner und enger wird, je länger sich der Einwerfende Zeit lässt. Grässlich...
Wichtig ist aber in meinen Augen, das die Kinder aktiv mitarbeiten. Bete die Felder nicht nur runter, sondern binde die Jungs mit ein und lasse sie auch selbst beantworten, wo sie hin "dürfen".
Genau, fordere sie zum Mitdenken auf. Dazu halte ich auch ganz gerne mal eine (eindeutige!) Situation an, jeder muss stehen bleiben, und dann analysieren wir gemeinsam die Situation und spekulieren darüber, was passieren könnte. Das kann durchaus eine Menge fürs Spielverständnis bringen, sollte aber nur sehr sparsam eingesetzt werden, um den Spielfluss nicht zu oft zu unterbrechen. Denn das Spiel interessiert die Kinder ja doch weit mehr als deine Ausführungen..
