Spieler zu mehr Bewegung im Spiel fördern

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Guten Tag zusammen,

    Solangsam beginnt ja bei allen die Rückrundenvorbereitung. So auch bei uns nächste Woche.

    Was mir in der Hinrunde besonders aufgefallen hat und wodurch wir schon sehr viele Probleme hatten, war das Laufverhalten/Umschaltverhalten mit und ohne Ball.

    Wenn wir vorne den Ball verlieren, arbeitet teilweise nur die Abwehr mit zurück und wenn wir vorne sind, bleiben Abwehr und teilweise die Mittelfeldspieler hinten stehen.

    Ich habe das auch schon paar mal angesprochen und weiß, dass es in der D Jugend noch relativ normal ist auch mit der Umstellung auf 9vs9. Daher meine Frage;


    Kennt ihr gute Spielformen oder vielleicht auch Übungsformen, die man machen kann, um das zu lösen?


    Danke!

  • Zwei Tore, ca 40-50m auseinander. Neben jedem Tor eine Reihe Spieler, zB auf jeder Seite 5, jeder mit Ball.

    Auf einer Seite startet einer und läuft auf das gegenüberliegende Tor zu. Quasi ein 1vs0.

    Unmittelbar nach dem Torabschluss (egal ob drin oder nicht) startet einer vom anderen Tor das man ein 1vs1 hat.

    Der der abgeschlossen hat ist sofort gezwungen in die Verteidigung zu gehen. Nach jedem Abschluss kommt einer dazu.

    1vs0

    1vs1

    2vs1

    2vs2

    usw


    In der zweiten Runde wechselt das Startteam und der der in der ersten Runde zuerst gelaufen ist startet als letzter.


    Umschalten, Überzahl und es ist eine sehr intensive Übung.


    Ich hoffe das war verständlich :)

  • Hi Moritz,

    Du kannst es mit Provokationsregeln versuchen. Z.B.:

    Treffer sind nur gültig, wenn sich alle Spieler der torerzielenden Mannschaft in der gegnerischen Hälfte befinden.

    Wichtig ist, dass die Spieler es verstehen das es für das Team ein Nachteil ist wenn ich einfach stehen bleibe. Ich habe es oft beim Abschlusspiel erklärt, wenn die Situation es ergab.

    Super war bei uns ein Spiel, dass wir auf Video hatten, wo unser Verteidiger nur darum ein Tor erzielt weil er nachgerückt ist. Das hat sehr geholfen. Seitdem klappt es ganz gut.

  • Zonen einteilen in denen sich die Spieler bewegen müssen und nicht in die andere Zonen reinbewegen. So laufen die Abwehrspieler nicht zu sehr nach vorne und die Mittelfeldspieler haben auch eine gewisse Laufdistanz zu absolvieren

  • Zonen einteilen in denen sich die Spieler bewegen müssen und nicht in die andere Zonen reinbewegen. So laufen die Abwehrspieler nicht zu sehr nach vorne und die Mittelfeldspieler haben auch eine gewisse Laufdistanz zu absolvieren

    Bist du sicher, das diese Übung das Problem von Moritz33 beheben kann?


    Seine Kinder bleiben ja in ihren "Zonen". Er möchte eigentlich das Gegenteil erreichen, wenn ich es richtig verstehe. Dass z.B. der Angreifer sich mit an der Balleroberung beteiligt.

    Durch deine Übung kann ich evtl. Raumaufteilung oder Aufgaben in verschiedenen Zonen erklären.

    Ansonsten ist das eher eine "nicht meine Zone-> nicht mein Problem"-Übung.

  • Moritz33

    Für mich beschreibst du genau die Fehlentwicklungen, die durch zu große Felder, zu große Mannschaften und zu frühes Positionieren der Spieler, entstehen.

    Zu große Felder: Es lohnt sich nicht für den einzelnen Spieler, hinter einen 50m Pass hinterherzulaufen. Er hofft, dass dort schon ein anderer Spieler seiner Mannschaft steht und die Situation klärt. Somit kann er die Verantwortung für das Spiel an einen anderen Mannschaftsteil übertragen.

    Zu große Mannschaften: Er lernt schon sehr früh, dass es immer noch genügend Spieler in seine Mannschaft gibt, die ihm zur Hilfe kommen können. Er verlässt sich auf andere. Dadurch, dass er in solchen Mannschaften spielt hat er automatisch weniger Situationen und muss somit nicht immer zu 100% konzentriert spielen. Er hat gelernt, dass es mindestens 3 Linien im Team gibt. Er fühlt sich maximal für 2 Linien verantwortlich und übergibt wieder die Verantwortung auf andere Positionen und Spieler.

    Zu frühes Positionieren und noch viel schlimmer; positionsspezifische Ausbildung. Wenn der Mittelstürmer zurücklaufen soll, fragt er sich doch warum soll ich das. hinter mir gibt es doch mindestens 5 oder 6 andere Spieler, die schon defensiv ausgebildet sind. Die können es viel besser als ich. Er überträgt somit die Verantwortung eventuell lehnt er sogar die Verantwortung für das gesamte Spiel ab.


    Da wir als Trainer noch nicht immer den unmittelbaren Einfluss auf die Feldgröße und die Anzahl der Spieler im Punktspielbetrieb haben, können wir nur an der individuellen Mentalität und der Einstellung der einzelnen Spieler zum gesamten Spiel etwas verändern.


    Mein Tipp der auch wirklich funktioniert.


    Spiele im Training so oft wie möglich 1 gegen 1 ohne Torwart, seltener 2 gegen 2 mit wechselnden Torwart und als Abschlusspiel maximal 3 gegen 3 in Turnierform mit wechselnden Torwart.


    Beim

    1 gegen 1 geht jeder Spieler in die 100% Verantwortung für sein Spiel.


    Beim

    2 gegen 2 bekommt jeder Spieler sofort eine Rückmeldung von seinem Mitsspieler, wenn er sich nicht um das ganze Spiel auch im defensiven Bereich kümmert.

    Freilaufen und sich aus dem Gegnerschatten lösen sind die ersten individualtaktischen, offensiven Elemente, die sich zu gruppentaktiken entwickeln. Das finden deine Jungs ganz von selbst heraus. Ganz nach der Philosophie: "Sage es mir und ich vergesse es, lasse es mich machen und ich behalte es, lasse es mich selbst entwickeln/erfinden und ich beherrsche es"


    Beim

    3 gegen 3 hat er auch im Abschlusspiel keine Möglichkeit, sich aus dem Spiel zu ziehen. Die Gruppe wird ihn automatisch in die Verantwortung nehmen.


    Spätestens nach 5 Wochen wirst Du die Erfolge auch auf dem viel zu großen mit viel zu vielen Spielern besetzten Feld sehen. Das geniale daran, du musst ihnen überhaupt nichts erklären. Denn in der D-Jugend fangen die Kinder/Jugendlichen an sich für andere mehr zu interessieren. Sie möchten auch in dieser "peer group" (Freundesgruppe) Anerkennung finden. Die Meinung der Mitspieler ist den Spielern in deiner Altersgruppe jetzt oftmals wichtiger als die Meinung der Trainer. Nutze diesen Effekt für deine Ausbildungsziele.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Denke, dass das anders gemeint war.

    Es gibt zwar Zonen für jeden Spieler, aber die sind halt je nachdem ob man selber oder der Gegner den Ball hat anders.

    Ganz einfaches Beispiel mit zwei Zone (=2 Hälften).

    Nur wenn alle Spieler der angreifenden Mannschaft in der gegnerischen Hälfte sind, gilt ein Tor.

    Sollten nicht alle Spieler des Gegners in ihrer eigenen Hälfte sein, zählt es 3-fach.


    Das fkt. natürlich auch mit mehr Zonen.

    Kann man auch mit verschiedenenfarbigen Leibchen ganz gut kontrollieren.

  • Da steht eindeutig z.B. "nicht in andere Zone hineinbewegen" oder "so laufen die Abwehrspieler nicht zu sehr nach vorne" also das Gegenteil von deiner Varinte.


    Wenn der Abwehrspieler nicht nach vorne laufen soll (andere Zone), könnte ich nie ein gültiges Tor machen deinen Regeln (Tor zählt nur, wenn alle in der gegnerischen Hälfte sind) erzielen.



    Deine Variante finde ich gut, zumindest die zweite Regel kann die Stürmer (darum geht es im Ausgangsproblem) durchaus zur Rückwärtebewegung animieren. Wer möchte schon 3 Gegentore kassieren.

  • Denke, das "nicht in andere Zone hinein laufen" war so gemeint, dass nicht alle Zonen von jedem Spieler betreten werden dürfen.


    Beispiel mit 3 Zonen:

    Feld wird gedrittelt, jedes Drittel ist eine Zone.

    Vom eigenen Tor aus gezählt Zone 1 - 3.


    Eigene Mannschaften greift an:

    => Eigene Stürmer müssen in der Zone 2 o. 3 sein.

    => Eigene Abwehrspieler in Zone 2


    Gegner greift an:

    => Eigene Stürmer müssen in Zone 2 sein

    => Eigene Abwehrspieler in Zone 1 o. 2


    Oder anders ausgedrückt:

    In dem Beispiel oben sollen die Abwehrspieler eben nicht zuweit vor das gegnerische Tor (Zone 3) aufrücken, aber soll aufrücken, müssen daher in die Zone 2 laufen.


    Die Stürmer sollen in der Abwehr unterstützen, müssen daher in die Zone 2, sollen sich aber nicht zu weit nachhintenfallen lassen, also nicht in die Zone 1.


    Man kann das aber auch ohne Definition von Stürmer und Abwehrspieler spielen.

    Z.B. so mit 4 Spielern je Mannschaften:

    Gegner greift an:

    => Kein eigener Spieler in Zone 3. Aber mind. 2 eigene in Zone 1


    Man greift selber an:

    => Kein eigener in Zonen 1. Aber mind. 2 Eigene in Zone 2


    Hält sich die angreifende Mannschaften an ihre Regeln zählt das Tor.

    Hält sich zusätzlich die abwehrende M. nicht an ihre Regel gilt es x-fach.

  • Ok, jetzt hast du, zusätzlich zur gegnerischen Hälfte für die Torwertung, noch drei Zonen.


    Jedes von deinen Beispielen ist für sicj betrachtet super.

    Aber vermischt ist es mMn mit zuviel Regeln überfrachtet.

    Und:

    Trotzdem hat nichts mit der von mir in Frage gestellten Übung gemein.

  • Ich denke einfach, dass sich LatinI ungeschickt ausgedrückt hat, sonst macht es ja wirklich keinen Sinn 😃.


    Und nein, die von mir geschilderten Regeln hören sich komplizierter an als sie sind 🙂.

    Bei allen drei Var., hat sich jeder Spielertyp doch nur 2 Regeln zu merken.


    Eigentlich ist es ja ganz klar:

    Abwehrspieler haben mit anzugreifen, aber sollen nicht zu weit vors geg. Tor.

    Stürmer müssen mit in die Abwehr, aber nicht zu weit zurück.

    Dann ergibt sich von ganz alleine, wer wohin soll bzw. max darf.


    Und anfangs kann man es auch 1-2× langsam auf dem Feld durchspielen, welche Spieler wann in welcher Zone sein müssen/dürfen.

    Mit 2 unterschiedlichen Leibchenfarben je Mannschaft, ist das auch gut für die etwas Verpeilteren gut zu beobachten.


    Es ging ja um eine D-Jugend, die verstehen das ganz schnell, wenn es ums Gewinnen geht.

    Und kontrollieren sich auch gegenseitig, Diskussion sind aber sicher 😄