Aktuelle Situation der deutschen Nationalmannschaft

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  • Was mir hier ein bisschen zu kurz kommt, ist das die Fußballer Menschen sind und die Spiele (v.a. Turniere) nicht nur auf dem Platz entschieden werden. Kicken können die heute alle - was ja auch die Diskussion hier zeigt.

    Hier mal ein paar Zitate zu Flick aus dem Bayern-Magazin:

    "Hansi Flick habe „ein Top-Team an Fachleuten um sich herum – und er hört sich jede Meinung an. Sein Umgang mit den Menschen ist phänomenal.“ (Anmerkung von mir: Hermann Gerland) Auch Rummenigge hat das angemerkt, als er das Flick-Jahr Revue passieren ließ: „Wann auch immer wir über seine Arbeit reden,sagt er jedes Mal: ,Vergesst bloß meinen Staff nicht! Die leisten tolle Arbeit.‘ Er ist unglaublich loyal.“ (51 - 12/20; S. 24)

    "Hasan Salihamidzic findet, auf diesem Weg habe man mehrfach erlebt, „dass Hansi ein Trainer ist, der es versteht,

    die ganze Mannschaft auf ein Ziel einzuschwören“. Der Sportvorstand erklärt: „Hansi nimmt immer alle mit. Bei ihm besteht ein

    Team nicht aus elf Spielern, sondern aus 22, 23, 24. Dazu hat er eine klare fußballerische Vorstellung, die er konsequent umsetzt.“ (51 - 12/20; S. 21)

    Motivation vor dem CL-Finale:

    "Wir haben bei den Familien der Spieler um Videos gebeten und einen sehr emotionalen Clip zusammenschneiden lassen. Als ich den Film vorab sehen konnte, hatte ich Gänsehaut. Und als wir den Clip dann vor dem Spiel gemeinsam angeschaut haben, hatten einige feuchte Augen." (51 - 12/20; S. 21)


    Ich könnte mir vorstellen, dass ein Großkreutz (ohne Spiel) und Podolski (53 min.) einiges zum Weltmeistertitel gruppendynamisch geleistet haben. Und auch diese Aussage

    "Ich habe die gesamte Entwicklung mitgemacht, der Weg nach Rio begann viel früher. 2006 haben wir uns aufgemacht, acht Jahre danach waren wir am Ziel." von Podolski sagt viel über den Weg zu einem WM-Titel aus. (Quelle: sport.de)


    "Für mich hat das Wohlfühlen großen Einfluss auf meine Leistung, sich wohlfühlen innerhalb der Mannschaft, im Verhältnis zum Trainerteam, innerhalb des Vereins. ... Neulich ist mir sogar ein Foto in die Hände gefallen, das Leroy Sane und mich in der Schülerauswahl zeigt." (Quelle: DFB Journal, 02/20 S. 28/29)


    Und da bin ich mir nicht sicher, was passieren wird, wenn die "Alphatiere" Müller und Hummels wieder zurückkehren. Und ich glaube eine "öffentliche" Spielerfrau ist auch nicht immer leistungssteigernd für das Gesamtgebilde. Da unterscheidet sich eine Profimannschaft wahrscheinlich kaum von einer Amateurmannschaft - auch wenn das nicht so sein sollte. Es sind wie gesagt Menschen.

  • Fakten zu Müller: 40 Scorerpunkte in 50 Spielen als offensiver Mittelfeldspieler, wobei er bis zum Trainerwechsel eine Nebenrolle gespielt hat


    Seine Bedeutung für das Münchner Pressing und seine raumschaffenden Läufe lassen sich leider nicht in Zahlen fassen.



    Für IV Fakten zu finden, halte ich für wesentlich schwieriger, da Passquote und Zweikampfwerte nicht erfassen, zu welchen Folgesituationen, die Aktionen führten.

    Das wird wohl eine rein subjektive Ansicht bleiben.


    Ich kann auch deinen Punkt verstehen, dass du gerne einen längeren Betrachtungszeitraum berücksichtigst und andere Ansichten hast.



    Wie in den vorherigen Beiträgen geschrieben, sind für mich die falschen Schlüsse gezogen worden.

    Es gehört auch zu den Stärken eines Trainers Entscheidungen, die nicht den gewünschten Effekt hatten, rückgängig zu machen.


    Wie meine Mannschaft aussehen würde, kannst du eh nachlesen.

    Garantiert sie den Erfolg?

    Sicherlich nicht...

    Aber sie bietet die Chance den Schwachpunkt bei Standardsituationen loszuwerden und taktisch flexibel zu bleiben.

  • Fakten zu Müller: 40 Scorerpunkte in 50 Spielen als offensiver Mittelfeldspieler, wobei er bis zum Trainerwechsel eine Nebenrolle gespielt hat

    In einem Team, das 160 Tore in der Saison geschossen hat. Sicherlich ist 40 eine gute Quote und das zeigt auch, dass es eine richtig gute Phase für ihn ist. Dennoch sind 40 Scorerpunkte bei 160 Toren nur 1/8 der möglichen Beteiligungen (Vorlage + Schütze). Das ist dann wiederum nicht so außergewöhnlich bei einem Offensivspieler, der in einem Top-Team 50 von 52 möglichen Spielen (Hälfte als hängende Spitze, jeweils ein Viertel als OM oder RA) gemacht hat.


    Vergleichen wir kurz mit Sancho: ebenfalls 40 Scorerpunkte in nur 44 Spielen und das in einer Mannschaft, die sich in CL und Pokal bereits im Achtelfinale verabschiedet hat. Hälfte der Spiele als RA, jeweils ein Viertel LA oder OM. Und das bei "nur" 100 Dortmunder Toren in der Saison 19/20 - Also 1/5 aller möglichen Beteiligungen.


    Ich möchte damit Müller nicht viel schlechter reden, aber diese Quote ist kein Alleinstellungsmerkmal. Und in der Bayernmannschaft von 19/20 ebenfalls nicht (Lewandowksi und Gnabry haben eine bessere Quote als er - mit weniger Spielen). Weltweit reiht sich Müller übrigens auf Position 16 der meisten Scorerpunkte 19/20 ein. Das ist gut, aber nicht so sensationell, wie 40 in 50 Spielen klingt.


    Aber das driftet jetzt vom eigentlichen Thema ab, denn ich hatte ursprünglich einem User geantwortet, der behauptete, Löw müsse mit der Nationalmannschaft genauso erfolgreich sein wie die Teams, in denen die Nationalspieler spielen. Und ich habe dagegen argumentiert.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Es gehört auch zu den Stärken eines Trainers Entscheidungen, die nicht den gewünschten Effekt hatten, rückgängig zu machen.

    Es wird Löw aber mit Sicherheit als Schwäche ausgelegt, wenn er jetzt die beiden (oder drei) Spieler zurückholt und somit den Umbruch offiziell abbricht. Schlimmer noch - wie schon geschrieben - den aktuellen Spielern der Nationalmannschaft den symbolischen Mittelfinger zeigt.


    Und erwiesen ist nunmal auch überhaupt nicht, dass dieser Rückschritt einen positiven Effekt auf dem Feld hätte. Die Spieler passen offensichtlich nicht zum aktuellen Spielsystem und warum den Weg nach 2 Jahren und ein halbes Jahr vor dem Ziel abbrechen?

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  • Es gehört auch zu den Stärken eines Trainers Entscheidungen, die nicht den gewünschten Effekt hatten, rückgängig zu machen.

    Es wird Löw aber mit Sicherheit als Schwäche ausgelegt, wenn er jetzt die beiden (oder drei) Spieler zurückholt und somit den Umbruch offiziell abbricht. Schlimmer noch - wie schon geschrieben - den aktuellen Spielern der Nationalmannschaft den symbolischen Mittelfinger zeigt.

    Naja, wenn Jogi die Ergebnisse und Leistungen immer mit der individuellen Qualität der Spieler verknüpft in seinen Analysen/Statements/Rechtfertigungen ist das dann besser?


    Ich habe von Jogi noch nie gehört, dass seine gewählte Taktik vielleicht murks war oder wenigstens, dass sie nicht aufgegangen ist aus xy Gründen ohne es auf die Qualität der Einzelspieler zu schieben.


    Und ja, dass habe ich von anderen Trainer so schon gehört. Klopp zB hat mal beim BVB die Raumdeckung bei Standarts eingeführt, was zu 2 Gegentoren nach Ecken führte. Statement von ihm: "Mein Fehler, die Gegentore/Niederlage geht auf mich. Habe dieses Mal Raumdeckung vorgegeben, machen wir nie wieder."

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Nein, Löw muss nicht mit der aktuellen Nationalmannschaft eine ähnliche Stellung einnehmen, wie es aktuell beim FCB der Fall ist.

    Allein darum ging es mir. Und ich hatte das auch nicht so gegenüber dir formuliert, sondern gegenüber Coach1976, der diese These ursprünglich aufgestellt hat. Ich hatte das Gefühl, du würdest diese These unterstützen.

    Da hast Du mich definitiv falsch verstanden.

    Ich habe nicht die These aufgestellt, dass eine Nationalmannschaft das Niveau der besten Vereinsmannschaften des Landes erreichen muss.
    Das ist für die Nationen mit den Top-Ligen quasi unmöglich.

    Mir ging es bei dem von Dir angesprochenen Post ausschließlich darum, dass es den Vereinstrainern aktuell gelingt die meisten Nationalspieler zu deutlich besseren Leistungen zu führen, als diese in der Nationalmannschaft zeigen.
    Natürlich haben die in Ihren Teams andere Mitspieler dabei, die sie dabei sehr gut unterstützen. Klar ist die Qualität aller Top-Spieler aller Ligen (egal woher diese kommen) höher als die der bestmöglichen Spieler für die Nationalmannschaft.

    Das gilt aber nicht nur für Deutschland, sondern für alle Länder.
    Nehmen wir noch einmal das Spanien-Spiel als Benchmark:
    Bei den Spaniern standen bis auf Ramos auch größtenteils Spieler in der Startelf, die in Ihren Vereinen nicht die die absoluten Top-Stars und Führungsspieler sind.
    Ich behaupte sogar, Deutschland hatte in dem Duell mehr Spieler auf dem Feld, die tragende Säulen ihrer Vereinsmannschaft sind oder zumindest prägenden Einfluss auf die Leistung ihrer Mannschaft haben als die Spanier (frag mich Bitte nicht nach Belegen, das kommt eher aus dem Bauch) .
    Aber sie haben uns in Grund und Boden gespielt, weil sie einen Plan hatten und der Trainer samt Team ihnen eine Idee mitgegeben hat, mit der sie spielen wollen.

    Ich spreche Löw nicht ab, dass er dazu wieder in der Lage ist. Dazu muss er aber ganz schnell aus seinem Schneckenhaus raus, schauen welche Spielweise zur Mannschaft passt und diese umsetzen. Ich bin überzeugt davon, dass der reine Underdog-Fußball, der in erster Linie tief stehen und schnell umschalten beinhaltet nicht zu den Zielen, die er mit der Mannschaft hat passt und dass die Spieler eigentlich ganz anders spielen möchten.

    Da wären wir wieder bei Flick. Dem ist es gelungen eine Mannschaft, die den Kovac-Fußball nicht konnte (oder wollte?) mit den richtigen Kniffen mitgenommen hat und mit der Spielidee, die zu ihr passt wieder maximal erfolgreich machen konnte.

  • Auch wenn ich in vielen Punkten zur Arbeit von Löw eher eine Gegenposition zu Charles De Goal habe, kann ich ihm beim Thema Boateng, Müller, Hummels insoweit zustimmen, dass es mit den drei Spielern nicht zwingend besser werden muss.

    Zum Zeitpunkt, als sie abgesägt wurden gab es vermutlich mehr Argumente das zu tun als es nicht zu tun. Alle drei haben damals sowohl im Verein als auch in der Nationalelf schwächere Leistungen gezeigt. Die Art und Weise, sowie die Endgültigkeit war in meinen Augen trotzdem ein Fehler und unterste Schublade.

    Der Knackpunkt für die Auftritte der NM in den letzten 12 Monaten liegt aber eher in taktischen Aspekten, als an diesen drei Namen. Alle drei hätten mit tiefstehender Verteidigung und dem Focus auf Umschaltspiel vermutlich noch schlechter ausgesehen als manch andere Kollegen (siehe Bayern unter Kovac oder Ancelotti).
    Wer Titel gewinnen will, der darf sich nicht vor dem eigenen 16er verschanzen und vorne auf den lieben Gott hoffen.
    Das geht sicher in Ausnahmefällen mal gut (siehe Chelsea 2012), aber Titel gewinnt man nach wie vor durch eine aktive Spielweise, entweder mit Ballbesitz oder Ballgewinnen in den gefährlichen Zonen (siehe Bayern, Leipzig, Liverpool ...).
    Auch die Franzosen 2018 waren ja keine Kontermannschaft, die 20m vor dem eigenen Tor den Ball erobert hat und dann ab auf Mbappé und Co.
    Die haben natürlich auf Ballbesitz weitgehend verzichtet. Die Balleroberungen fanden aber in der gegnerischen Hälfte, spätestens an der Mittellinie statt.

    Ich glaube schon, dass die Jungs, die zur Verfügung stehen in der Lage sind einen etwas pro-aktiveren Fußball zu spielen als Löw es im Moment zulässt. Wenn er sich hier wieder etwas öffnen würde + klare Ideen und Verhaltensmuster für jede Position erkennbar werden sind meiner Meinung nach mit dem aktuellen Personal deutlich bessere Auftritte drin als wir in diesem Jahr gesehen haben. Unabhängig, davon ob er die drei aussortierten wieder einbezieht. Mag sein, dass es mit denen noch besser würde, hier möchte ich die Gruppendynamik, die let1612 angesprochen hat aber auch nicht unterschätzen.

  • Und ja, dass habe ich von anderen Trainer so schon gehört. Klopp zB hat mal beim BVB die Raumdeckung bei Standarts eingeführt, was zu 2 Gegentoren nach Ecken führte. Statement von ihm: "Mein Fehler, die Gegentore/Niederlage geht auf mich. Habe dieses Mal Raumdeckung vorgegeben, machen wir nie wieder."

    War es nicht mal Klopp der Sinngemäß gesagt hat: Soweit die Mannschaft alles gibt, nehme ich Niederlagen auf meine Kappe. Siege spreche ich aber immer der Mannschaft zu.

  • Ich bin durch einen Zufall an Lokalzeitungen aus der Vergangenheit gekommen, ein Leserbrief zur Nationalmannschaft und Löw erweckte mein Aufsehen:


    Es wurde exakt das kritisiert, was hier auch geschrieben wird. Führungen werden aus der Hand gegeben, man hat das vorherige Spiel mit Glück nicht verloren, weil der Gegner seine Chancen nicht genutzt hat. Der gespielte Fußball passt nicht zur Mannschaft und man solle sich ein neues Spielsystem ausdenken. Die Defensive gerät bei jedem langen Ball ins Schwimmen. Mittelfeldspieler bauen im "letzten Drittel" stark ab. Das Umschaltspiel von der Offensive in die Defensive wäre die "Achillesferse" des deutschen Fußballs.

    Das Fazit ist: Löw sollte sich taktisch nicht an den Spaniern (die natürlich mal das Non-plus-ultra waren) orientieren. Er sollte keine Stammplatzgarantien an erfahrene Spieler verteilen und den goldenen Nachwuchs einbauen. Für die nächste WM muss der DFB ein Erfolgsrezept von Löw verlangen.


    Und was ist daran jetzt so interessant? Der Artikel ist aus dem November 2012, also etwa 1,5 Jahre vor dem Weltmeistertitel 2014. Ich möchte bezügliches des Ausgangs keine Parallelen ziehen, aber vor genau 8 Jahren war die Stimmung in Deutschland offenbar genau die gleiche wie jetzt - erzeugt durch ein paar spielerisch schwache Spiele und dem Höhepunkt, einem 4:4 (nach 4:0-Führung) gegen Schweden. Damals brannte der Baum und es gab die gleichen Diskussionen (nur natürlich nicht über Hummels, Boateng und Müller) wie heute. Die damalige Krise hat die Nationalmannschaft gemeistert und ist mit einem Weltmeistertitel herausgekommen. Es wäre utopisch, das gleiche wieder zu erwarten, aber die damalige Mannschaft zeigte bei den folgenden Turnieren nicht das, was in diesem "Katastrophen-Spielen" vorher gezeigt wurde. Ein bisschen Vertrauen muss man vielleicht doch haben für ein Trainerteam bzw. einen Trainer, der vor 8 Jahren aus der gleichen Situation mit einem Weltmeistertitel herausgekommen ist.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Also da habe ich doch eine andere Erinnerung.

    Welche Führungen (Mehrzahl !!!) wurden denn da aus der Hand gegeben?


    Die Leistungen (und Ergebnisse) damals waren ganz andere, als die aktuellen.

    Abgesehen von dem 4:4 nach 4:0 Führung hat Deutschland 9 Siege aus den anderen 9 Spielen geholt.

    (was bis zum 4:1 eine Gala sondergleichen war, Schweden wurde einfach nur vorgeführt, man könnte sogar meinen die beste Halbzeit aller Zeiten, bis zum Brasilienspiel, aber im Gegensatz zu Schweden hat Brasilien auch vogelwild verteidigt nach dem ersten Gegentor.)

    Das Qualispiel vor dem 4:4 wurde in Irland 6:1 gewonnen.

    Die EM Quali davor mit 10 Siegen aus 10 Spielen absolviert, bei der EM bis zum Halbfinal-Aus jedes Spiel gewonnen.


    Von welchen Führungen in der Mehrzahl sprichst du da?

    Von welchen Pflichtspielen, die nicht gewonnen wurden?

    Nach dem Schwedenspiel wurde 5 mal in Serie 3:0 gewonnen (in der Quali), welche schwachen Spiele meist du also? (und selbst das Schwedenspiel war lange Zeit das Gegenteil von einem schwachen Spiel, das war eine Gala hoch 10 bis man sich zu sicher fühlte.)


    Und jetzt nehmen wir die aktuelle Lage:

    Deutschland hat diverse Spiele nicht gewonnen. Zurecht nicht gewonnen.

    Es fällt ja schon schwer, sich an das letzte gute Länderspiel zu erinnern.


    Das nennst du vergleichbar?

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    Einmal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Der einzig mir bekannte "Tiefpunkt" der Nationalmannschaft zwischen 2010 und 2014 war meiner Meinung nach das evtl. "vercoachte" Halbfinale gegen Italien. Da hat Löw ja die Verantwortung übernommen und die nicht passende Aufstellung als Hauptgrund für die Niederlage eingeräumt. Da war ich sogar eher auf seiner Seite und hatte mehr das Gefühl, dass ein Schuss Übermotivation und fehlende Reife entscheidender waren. Besser waren die Italiener bei der EM damals sicher nicht. Aber etwas abgezockter und zielstrebiger.

    Ansonsten sehe ich v.a. die Phase zwischen den WMs 2010 und 2014 als die überragende Zeit der Nationalmannschaft, die sich (auch wenn ich diese noch nicht erlebt habe) nur noch mit der zwischen 1972 und 1976 vergleichen lässt.

    Beim 4:4 erinnere ich mich an eine überragende knappe erste Stunde der deutschen Mannschaft, in der man deutlich höher hätte führen können (wann war das in diesem Jahr mal der Fall?) und dann an einen Leistungsabfall aufgrund einer gewissen Überheblichkeit im Gefühl des sicheren Sieges.

    Einzige parallele zu heute ist dabei, dass es auch da dem Trainerteam und der Mannschaft nicht gelang der negativen Entwicklung entgegenzusteuern. Sollte in dem Zusammenhang Kritik aufgekommen sein, dann sicher auf hohem Niveau, weil das realistische und angestrebte Ziel gefährdet war Titel zu gewinnen.
    Heute habe ich eher Angst die Vorrunde nicht zu überstehen bzw. die nächste Blamage bei einem Turnier zu kassieren.

    Und nochmal: der Kader hat es drauf, der Trainer hat es drauf. Sie müssen das aber auch beide mal zeigen.


    Charles De Goal: vielleicht kannst Du den Artikel von dem Du schreibst ja mal verlinken.

  • Von welchen Führungen in der Mehrzahl sprichst du da?

    Von welchen Pflichtspielen, die nicht gewonnen wurden?

    Ich spreche da von gar nichts, ich gebe einen Leserbrief wieder. Auf den nehme ich Bezug mit dem letzten Absatz. Der Inhalt dieses Artikels, den ich übrigens klar durch einen eigenen Absatz kennzeichne, beruft sich wahrscheinlich auf folgende Spiele aus 2012 unmittelbar vor dem Verfassen des Artikels:

    - 4:4 gegen Schweden (nach 4:0-Führung)

    - 2:1-Sieg gegen Österreich (Überschrift Kicker: "Özil sichert schmeichelhaften Sieg")

    - "nur" 3:0-Sieg gegen den Fußballzwerg Faröer

    - 1:3-Niederlage gegen Argentinien

    - 1:2-Halbfinal-Aus gegen Italien


    Das erste Spiel nach diesem Artikel war ein 0:0 gegen die Niederlande.


    Ich sehe hier nur eine Führung, die aus der Hand gegeben wurde, aber 2 Niederlagen und mehrere Schmeichelhafte Siege (siehe weiter unten). Ich bin aber nicht Verantwortlich für den Inhalt des Leserbriefes.

    Das nennst du vergleichbar?

    Ich nenne vergleichbar, dass Deutschland im EM-Jahr 2012 von 14 Spielen 8 Siege hat, zwei Unentschieden und 4 Niederlagen erreicht hat. Drei dieser Siege waren außerdem laut Medien der damaligen Zeit "schmeichelhaft". Niederlagen gab es gegen die Schweiz, Frankreich, Italien und Argentinien. Schmeichelhafte Siege gab es gegen Israel, die Faröer, Österreich. Die 4 EM-Siege waren ebenfalls auf Messers Schneide und zum Teil nicht berauschend.

    Heute stehen wir mit 8 Spielen (3-4-1) da, wobei eher die Unentschieden schmeichelhaft für den Gegner waren (3 Unentschieden durch Gegentore in der Nachspielzeit).


    Vergleichbar nenne ich in erster Linie nicht die Ergebnisse, sondern die Entwicklung, da laut dem Autor spielerisch die gleichen Aspekte kritisiert werden und die komplette Spielidee in Frage gestellt wird, weil es ein paar weniger erfolgreiche Spiele gab. Löw sollte sich auch damals rechtfertigen und war offenbar den Zuschauern Rechenschaft schuldig. Wir stehen jetzt an der gleichen Stelle, nur dass die Ergebnisse eben nicht mit einem 2:1-Sieg enden, sondern dann halt mal 3:3 ausgehen.


    vielleicht kannst Du den Artikel von dem Du schreibst ja mal verlinken.

    Ja, ich tippe den ganzen Artikel mal ab.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Ok, sehe ich anders. Ich finde deine Formulierung " ein paar weniger erfolgreiche Spiele" auch nicht zutreffend, es suggeriert dass es seit 2016 ein paar Einzelfälle zwischen vielen guten Spiele wäre. ( So war es zwischen 12 und 16)


    In der von dir angesprochenen Phase haben wir die Qualispiele alle dominiert und es stimmten auch alle Ergebnisse.

    Auch beim 4:4 haben wir das SPiel turmhoch überlegen geführt, eine Stunde Sahnefussball vom Feinsten geboten.


    Die Freundschaftsspiele, in denen Jögi die halbe B-Elf hat auflaufen lassen, die interessieren da mM nach null. Ganz besonders, wenn in den Pflichtspielen das Spiel und die Ergebnisse passen.


    Seit 4 Jahren ist aber jedes, wirklich jedes Spiel ein Gewürge und wenn man die Nationsleague als Pflichtspiele ansieht (und das tut Jogi, denn er bringt da immer seine beste Elf), dann stimmt auch kaum ein Ergebnis über einen langen!! Zeitraum.

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  • Seit 4 Jahren ist aber jedes, wirklich jedes Spiel ein Gewürge und wenn man die Nationsleague als Pflichtspiele ansieht (und das tut Jogi, denn er bringt da immer seine beste Elf), dann stimmt auch kaum ein Ergebnis über einen langen!! Zeitraum.

    Und was ist, wenn man die Nations League nicht als Pflichtspiele ansieht? Die Option gibt es ja offenbar. Und wenn man dann deine Aussage

    Die Freundschaftsspiele, in denen Jögi die halbe B-Elf hat auflaufen lassen, die interessieren da mM nach null.

    betrachtet, scheint es ja nicht so wild zu sein.


    Dann blieben uns die Souveräne EM-Qualifikation, in der lediglich ein Spiel gegen die Niederländer verloren ging.

    Ganz besonders, wenn in den Pflichtspielen das Spiel und die Ergebnisse passen.

    Es geht also dann doch nicht mehr um die Art des Fußballs, sondern um die Ergebnisse?


    Ich verstehe es die Argumentationskette nicht.


    Deiner Wertung zu Folge sollten dir die aktuellen Testspiele egal sein. In den Pflichtspielen passten bei 16 Spiele die Ergebnisse im Durchschnitt schon (9-3-2). Ist es jetzt doch die Spielweise in den Pflichtspielen?

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Die Nationsleague-Spiele sind aber Pflichtspiele.


    Und viel entscheidender, Jogi betrachtet sie auch als diese, lässt immer die bestmögliche Elf auflaufen.



    Und zum zweiten, du zitierst mich doch sogar, aber womöglich war ich unklar. Ich schrieb: " das Spiel (damit meinte ich die Art und Weise) und die Ergebnisse". Es passt beides überhaupt nicht.


    Wie kommst du auf 9-3-2?

    Gab ja alleine beim letzten Turnier 2 Niederlagen oder willst du die rausnehmen? Und falls ja, warum? Du zitierst mich sogar mit dem Zeitraum von 4 Jahren! Aber ich muss mich auch korrigieren, die WM Quali 2018 in einer wirklich sehr leichten Gruppe war souverän, nimm also die letzten drei Jahre. Da war ja kein gutes Spiel dabei, oder? EIn Sieg gegen Holland, das aber im radikalen Umbruch war? Na gut, lasse ich zählen, aber welches noch?

    Mal abgesehen davon wäre 9-3-2 auch nicht dolle, wenn man sich nur über Ergebnisse definieren kann, weil der Ball, den man spielt mau ist.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • Löw war ein erfolgreicher Trainer.




    In der Weltrangliste liegt die Schweiz ja auch dicht hinter Deutschland. Aber was hat sich denn verändert seit 2014?

    In der Zwischenzeit gab es ja Turniere

    Olympia 2016, EM 2016, ConFed Cup 2017, U21 EM 2015, U21 EM 2017, U21 EM 2019


    Und aus den Spielern konnte man nach 2018 und vor allem zur WM2018 keine Mannschaft finden?


    Zitat

    Wir Deutschen schalten aber mit dem Selbstverständnis das Länderspiel, dass wir tolle Einzelspieler haben (was sicherlich stimmt) und damit doch jeden Gegner schlagen müssen. Nunja, so einfach ist es aber nicht mehr. Vorgestern hat die Ukraine, die wir mit Mühe besiegt haben, die Spanier geschlagen. Wenn vielleicht auch unverdient, aber das zeigt, dass man auch gegen diesen Gegner verlieren kann - wir haben allerdings gewonnen.

    Das Wort unverdient, warum schreibst du das?


    Zitat

    Das gleiche erleben wir doch in der Bundesliga: konnte man vor 15 Jahren noch die Tabellenplätze zu 70% voraussagen, gibt es inzwischen jährlich Überraschungen wie Freiburg, Köln oder Augsburg in der Europa League. Klar beißen sich z.B. die Schalker und Hamburger in den Arsch und fragen sich: wie können diese "kleinen" Vereine das schaffen?


    Für mich eine einfache Antwort: Die Spitze ist einfach zusammengerückt. Durch die Ausbildung heutzutage spielen in der Bundesliga eben nicht mehr nur 30% top-ausgebildete Spieler bei den Top-5, sondern 100% top-ausgebildete Spieler bei allen Teams. Und dann können auch die Hoffenheimer deutlich gegen den CL-Sieger gewinnen, weil ihre Spieler die gleiche Ausbildung genossen haben, wie die Spieler des FC Bayern. Jahrelang NLZ, immer gegen die besten Nachwuchsspieler. Vor 10 bis 15 Jahren gab es wirklich noch Bundesliga-Spieler die ihre ersten Profi-Schritte in der Landesliga gemacht haben oder bis 17 im Dorf gespielt haben. Heute sind diese eine große Ausnahme.

    Schalke, Hamburg und auch Stuttgart sind über die eigene Erwartungshaltung gestolpert.

    Das gleiche hatte den BVB erwischt. Mit Klopp änderte sich das dann.

    Wenn die Spitze zusammenrückt, warum heißt der Meister seit Jahren.....

    Mit dem Spiel von Hoffenheim gegen Bayern willst du aus der Ausnahme die Regel machen.


    Zitat

    Und ich behaupte, dass ein Großteil der Bewertung falsch auf die Trainer zurückgeht: Es gibt nirgendwo ein Selbstverständnis, dass man jeden Gegner schlagen kann, weil man gute Spieler hat. Aber hier wird dann die Schuld beim Trainer gesucht: Entweder ist er immer schon der falsche oder er ist der falsche geworden - Hauptsache er ist Schuld. Aber meiner Meinung ändern sich eben auch äußere Einflüsse, für die ein Trainer nichts kann.

    Die er aber beeinflussen kann.

    Werden in Deutschland die Formstärksten Spieler nominiert?



    Zitat

    Dazu kommt noch, dass plötzlich jeder ein Experte ist und jeder überall seine Meinung zu abgeben kann. Früher hieß es immer "lass den Loddar mal labern, der hat als Trainer nichts auf die Reihe bekommen". Heute gibt es 1500 Facebook-Posts unter seinen Sky-Interviews, die ihm voll zustimmen und den Tenor "Löw muss weg" singen. Da wird so eine Anti-Stimmung viel leichter aufgebaut und durchgedrückt als vor 15 Jahren.


    Das ganze gehört leider auch zum heutigen Zeitgeist: Jeder ist für alles Experte und selbst der Typ, der jeden zweiten Sonntag mit einer Kiste Bier zum Kreisliga-Spiel kommt, weiß mehr über den Fußball, als ein ausgebildeter Fußballlehrer. Noch nie vor einer Mannschaft gestanden und Angriffspressing erklärt, aber Hauptsache genau wissen, welche Spieler nominiert werden müssen, damit es endlich wieder läuft. Und das auch möglichst laut und unsachlich. Aber fünf andere hören das und meinen "Ja, wenn der das sagt"... Ihr glaubt gar nicht, wie sehr euch das beeinflusst, ohne eure eigene Bewertung der Situation runterspielen zu wollen.

    Welche Spieler ich nominiere, ist meine Entscheidung. Die Verantwortung für das Ergebnis dann aber auch.

  • Ich glaube nicht das wir über ein halbes Jahr sprechen. Und die Leistung von z.B. Rüdiger ist dann ausreichend?

    Zitat

    Es kommt außerdem noch ein Punkt für mich hinzu, der hier auf den letzten Seiten schonmal Thema war: Was sollen die genannten Spieler in der Nationalmannschaft tun? Passen sie in die Spielidee? Das System ist auf tief stehen und schnelle Konter aufgebaut, wo hätte Müller als 10er hier einen Platz im 4-3-3? Wen von den pfeilschnellen Sané, Gnabry und Werner lässt man draußen, damit der eher langsame Müller irgendwo einen Platz hat?

    Ich verbinde weder Gündogan, noch Kroos mit dieser Spielidee.

    Wo hat Müller denn bei der WM 2010 gespielt?

  • Lewandowski hatte 65 Scorerpunkte. War ja dann auch nicht so außergewöhnlich.

    Hat aber zu Europas Fußballer des Jahres 2020 und Weltfußballer des Jahres 2020 gereicht ....


    ABER eines haben Sancho und Lewandowski gemeinsam. Beide dürfen nicht für Deutschland auflaufen.

    Die Vergleichsspieler für Müller sind andere Spieler. Sane hat heute erneut enttäuscht.

  • Das große Problem der deutschen liegt meiner Meinung nach in der Defensive und nicht in der Offensive. Offensiv ist halt in einem 4-3-3 für einen Müller keinen Platz. Er benötigt einen klassischen Mittelstürmer wie Lewandowski oder damals Klose in der Nationalmannschaft. Seine Qualitäten passen nicht zu dem Konterfußball den Löw spielen lassen will, auch wenn davon öfters wenig zu sehen ist. Unsere Baustellen liegen eindeutig in der Defensive. Ob ein Hummels oder Boateng da helfen würden, ist schwer zu beurteilen. Schlechter kann es jedoch kaum werden und in der aktuellen Verfassung haben allenfalls Süle und Ginter internationales Format in der Innenverteidigung.