Dienstleister Trainerausbildung

  • Immer häufiger sehe ich Angebote, die sich an Trainer und Jugendleiter richten.

    Von einfachen Coaching Trainings bis zu Workshops zur Entwicklung einer Spielphilosophie.

    Da viele Vereine kein lebendes Ausbildungskonzept haben finde ich das grundsätzlich erstmal interessant.

    Habt ihr Erfahrungen mit solchen Anbietern?

    Gerade für das Kleinfeld mit seinen Papatrainern vielleicht eine gute Sache.

  • Toll wenn es die richtigen machen. Allerdings müßte der Verein auch auf Nachhaltigkeit bei den eigenen Trainern pochen,

    und es sollte eben über einen längeren Zeitraum m.e. geschult werden.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Tatsächlich habe ich unserer Jugendleitung einen Anbieter vorgeschlagen von dem ich mir vorstellen könnte unsere ziemlich am Boden liegende Jugendarbeit zu beleben. Aktuell ist es so, jeder Trainer macht eigentlich mehr oder minder was er will.

    Es gibt kein Konzept, keine Vorgaben nichts. Dabei glaube ich, wenn man schon verbindliche Prinzipien erarbeiten würde, runtergebrochen auf Jugend und Spielform, würde das schon viel helfen um nachhaltiger auszubilden.


    Mir scheinen die Jungs von Advanced.Football hierfür gut geeignet. Ich mag deren Podcasts und habe auch einen Monat ihr Premiumpaket getestet bei dem man sowohl ihre Spielformen, als auch ihre Webinare on demand schauen konnte.


    Haben wir schon immer so gemacht funktioniert einfach nicht mehr. Diese ganzen alten verkrusteten Strukturen müssen durchbrochen werden und neue Ideen müssen in die Vereine und bevor man der zweiten Herren aus der Kreisliga D den dritten Satz Trikots kauft, sollte man lieber ein paar Euro in die Hand nehmen und gucken sich die Zukunft zu sichern.

  • Tatsächlich habe ich unserer Jugendleitung einen Anbieter vorgeschlagen von dem ich mir vorstellen könnte unsere ziemlich am Boden liegende Jugendarbeit zu beleben. Aktuell ist es so, jeder Trainer macht eigentlich mehr oder minder was er will.

    Es gibt kein Konzept, keine Vorgaben nichts. Dabei glaube ich, wenn man schon verbindliche Prinzipien erarbeiten würde, runtergebrochen auf Jugend und Spielform, würde das schon viel helfen um nachhaltiger auszubilden.


    Mir scheinen die Jungs von Advanced.Football hierfür gut geeignet. Ich mag deren Podcasts und habe auch einen Monat ihr Premiumpaket getestet bei dem man sowohl ihre Spielformen, als auch ihre Webinare on demand schauen konnte.


    Haben wir schon immer so gemacht funktioniert einfach nicht mehr. Diese ganzen alten verkrusteten Strukturen müssen durchbrochen werden und neue Ideen müssen in die Vereine und bevor man der zweiten Herren aus der Kreisliga D den dritten Satz Trikots kauft, sollte man lieber ein paar Euro in die Hand nehmen und gucken sich die Zukunft zu sichern.

    Finde auch das die Jungs von advance football die zeichen der zeit erkannt haben. Ihre Videosammlung ist aber noch ausbaubar. Erklären alles sehr gut und arbeiten mit wenigen Hilfsmittel auf dem Platz.

  • Das Problem, was ich hier sehe, sind zu große Egos (auf allen Seiten).

    Ich denke es erfordert eine sehr feinfühlige sportliche Leitung um Trainer und Mamas/Papas langfristig weiterzubilden und an Konzepte zu binden. Vorgaben sind schwierig, besonders weil Trainer rar sind und jeder zu glauben scheint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

    Die meisten Vereine sind froh, wenn nach den Sommerferien, alle Posten besetzt sind.

  • Guten Morgen,


    hier wird immer von fehlenden Konzepten gesprochen.

    Kennt jemand einen Verein der ein Konzept von Bambini bis A-Jugend durchzieht?

    Vielleicht die Homepage mitteilen, da wäre ich sehr interessiert.

    Bitte keine NLZ´s, mit hauptberuflichen Trainern ist das einfach eine andere Hausnummer.


    Wir selber haben auch ein Konzept erarbeitet, Arbeitsaufwand geschätzt über 100h.

    Kann ich die Umsetzung kontrollieren und einfordern?


    Nein, das wäre nur möglich, wenn ich arbeitslos und am Besten noch ohne Familie wäre.


    Am Rande bemerkt: Wir haben aktuell 34 Spieler für 2 Mannschaften ohne Trainer.

  • Ich meine gar nicht so sehr ein sportliches Konzept, sondern ein eher allgemein gehaltenes in dem Verhaltensweisen vorgegeben werden. Umgang untereinander, mit den Kindern usw.


    Was das sportliche betrifft, finde ich hat man bei A.F mit den Prinzipien einen guten Ansatz. Sie haben das Vier Phasen Modell nach Van Gaal etwas abgewandelt und leichter verständlich für Kinder gemacht.


    Dort heissen die Phasen jetzt: ich habe den Ball, wir haben den Ball. Mein Gegner hat den Ball, die gegnerische Mannschaft hat den Ball.


    Beispiel ich habe den Ball -> ich suche lohnende Dribbling Chancen -> Methoden ...


    Das kann man bei den Kleinsten leicht mit wenigen Prinzipien beginnen und nach oben hinten immer umfangreicher ausgestalten.


    Natürlich setzt das Voraus das man eine einheitliche Spielphilosophie verfolgt, was ich aber für machbar halte.


    Hat für mich auch den Vorteil, du hast auch präzisere Coaching-Ansätze im Wettspiel.

  • Wir selber haben auch ein Konzept erarbeitet, Arbeitsaufwand geschätzt über 100h.

    Kann ich die Umsetzung kontrollieren und einfordern?


    Nein, das wäre nur möglich, wenn ich arbeitslos und am Besten noch ohne Familie wäre.

    Ich lese oder höre immer wieder von ähnlichen Verläufen. Mit viel Arbeit und teilweise erheblichen Diskussionen wird ein Konzept erarbeitet, manchmal mit großem Tamtam der Öffentlichkeit präsentiert, aber letztlich nicht gelebt. Gründe dafür wurden schon benannt, teilweise die Ego´s von Leuten, die alles besser wissen, teilweise das fehlende Nachhalten, sprich Kontrolle der Einhaltung, aber auch regelmäßige Reflektionen und ggfs. Anpassungen des Konzeptes. Hinzu kommt aus meiner Sicht aus das Thema Fluktuaktion der Nachwuchstrainer. Bei der Erarbeitung und Vorstellung des Konzeptes mögen die aktuellen Trainer vielleicht noch mitgenommen werden, aber nach 2-3 Jahren sind doch oftmals viele neue Trainer am Start, die das Konzept bestenfalls von der Vereinshomepage kennen.

    Für wirkliche Nachhaltigkeit braucht es regelmäßige Schulungen und auch Fortentwicklungen des Konzeptes. Diesen Zeitaufwand kann ein gewöhnlicher Kinder- bzw. Jugendtrainer kaum bewältigen, jedenfalls nicht über einen längeren Zeitraum. Es braucht aus meiner Sicht einen Jugendleiter oder einen Vorstand, der nicht noch irgendwelche Baustellen "nebenbei" hat. Von hauptamtlichen Mitarbeitern will ich dabei gar nicht sprechen.

    Zum Thema Dienstleister fällt mir folgende Parallele ein: was machen Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine bestimmte Strategie verkaufen wollen, damit aber auf wenig Akzeptanz stoßen würden? Sie kaufen sich eine Beraterfirma ein, die diese Strategie als das Nonplusultra vermarktet.

    Ich denke in den Vereinen selbst gibt es genug gute Ideen, aber es fehlt an der Kraft diese durchzusetzen (gegen die Besserwisser in den eigenen Reihen). Hierbei kann ein Dienstleister sicherlich nützlich sein.

  • Ich finde das Thema Konzepte sehr schwierig.

    Bei uns gibt es ein Konzept, dass ab der C-Jugend in Viererketten gespielt werden soll, damit der Übergang in den Seniorenbereich fließend erfolgen kann.

    Das hörte sich für mich erst einmal gut und interessant an.


    Ein paar Monate später höre ich einen Podcast über die Jugendabteilungen des BVB. Und hier dürfen die Trainer der Jahrgänge selbst entscheiden, ob sie mit Dreier- oder Viererkette arbeiten wollen. Damit sollen die Spieler flexibler bleiben.


    Hier ist in unserem Verein das "Gut gemeint" vielleicht eher negativ als positiv.



    Das gilt für mich auch für Trainings-Konzepte, jedenfalls im Kinderbereich:

    Hier ist es auch schwierig ein Gesamt-Konzept zu entwickeln. Um so konkreter es wird, um so schwieriger ist es für die Trainer umzusetzen.


    Beispiel nur der E-Jugend bei uns. Fünf Mannschaften.

    E1: Gute/talentierte Kicker, die hoch motiviert zum Fußball kommen.

    E5: Gute Jungs, die aber Fußballerisch teilweise echt schwach sind.

    E2 - E4 sind irgendwo dazwischen.


    DFB-Übungen überfordern Kinder und Trainer der E5 garantiert. Die Trainer werden technische Fehler auch kaum erkennen. Hier würde ich als Trainer tatsächlich noch Übungen wie den "Tannenbaum" empfehlen, damit die Jungs viele Ballkontakte haben. Und neben Übungen mit ganz vielen Ballkontakten dann noch spielen spielen spielen, möglichst in kleinen Teams.

    Eine E1 hingegen kann ganz anders trainieren. Hier ist eine Ballgewöhnung nicht mehr notwendig.



    Was wäre schön:

    Es wäre aus meiner Sicht hilfreich, wenn die "echten" Trainer im Verein regelmäßig Hilfestellung leisten. Z.B. ein Training der F2 angucken und Tipps geben, was man anders machen könnte. Oder generell mal ein "Schau-Training" anzubieten.

  • Wie so oft hängt die Vereinsphilosophie oder das Gesamtkonzept von den verantwortlichen Personen ab.

    Wenn es keine gelebte offene Kommunikation oder Transparenz innerhalb des Vereins gibt, dann ist jedes Papier zum scheitern verurteilt. Das fängt ganz oben mit dem Vorstand + Jugendleiter an, wie die sich verhalten im Umgang miteinander, färbt natürlich auf den Rest des Vereins inkl. Trainer und Eltern ab.

  • Bei uns gibt es ein Konzept, dass ab der C-Jugend in Viererketten gespielt werden soll, damit der Übergang in den Seniorenbereich fließend erfolgen kann.

    Das hörte sich für mich erst einmal gut und interessant an.

    Ein paar Monate später höre ich einen Podcast über die Jugendabteilungen des BVB. Und hier dürfen die Trainer der Jahrgänge selbst entscheiden, ob sie mit Dreier- oder Viererkette arbeiten wollen. Damit sollen die Spieler flexibler bleiben.

    Hier ist in unserem Verein das "Gut gemeint" vielleicht eher negativ als positiv.

    Vielleicht einfach nur dahingehend korrigieren, dass das ballorientierte Verteidigen vermittelt und gespielt wird. Dann ist es egal, ob Dreier- oder Viererkette.


    Selbst große Vereine wie der FC Arsenal lassen zuweilen Konzepte vermissen (https://tribuna.com/en/arsenal…-on-lack-of-quality-of-a/).


    Ich denke auch, dass man außerhalb von NLZ allenfalls grobe Prinzipien vorgeben kann. Denn wenn man es tatsächlich so leben würde, wie es auf dem Papier steht, bräuchte man zwingend in allen Mannschaften Trainer, die sich diesem Konzept einerseits verpflichtet fühlen und andererseits die Fähigkeiten haben, das auch so umzusetzen. Dafür wiederum bräuchte man eine Kontrollinstanz (Traineranalyst, Trainerscout), die weder Nachwuchsleiter noch Trainer einer Mannschaft innerhalb des Vereins sein darf. Dieser Scout beobachtet regelmäßig die Trainings und Spiele. Auf dieser Grundlage bewertet und bespricht er in ständigem Austausch mit den Trainern Inhalte und Methodik. In regelmäßigen Abständen (1x monatl.?) setzen sich alle Trainer zusammen und diskutieren unter Führung des Trainerscouts aktuelle Themen (Umgang mit Talenten, Maßnahmen zu Erreichung saisonaler Zielsetzungen, Austausch über Spielformen).

  • Hier ist es auch schwierig ein Gesamt-Konzept zu entwickeln. Um so konkreter es wird, um so schwieriger ist es für die Trainer umzusetzen.

    ...und deswegen wird man ein solches Konzept auch nie bis auf Übungsebene detailliert ausformulieren. Macht auch gar keinen Sinn. Dann wäre es kein Konzept mehr, sondern ein Trainingsplan.

    Beispiel nur der E-Jugend bei uns. Fünf Mannschaften.

    E1: Gute/talentierte Kicker, die hoch motiviert zum Fußball kommen.

    E5: Gute Jungs, die aber Fußballerisch teilweise echt schwach sind.

    E2 - E4 sind irgendwo dazwischen.


    DFB-Übungen überfordern Kinder und Trainer der E5 garantiert.

    Alle 5 Mannschaften können sich durchaus mit denselben Themen beschäftigen. Sie werden es aber auf einem unterschiedlichen Niveau machen. Wenn das Thema beispielsweise offensives 1:1 heißt, wird Eure E1 sicherlich mit mehr Tempo auf einem kleineren Raum arbeiten können. Daraus folgend wird man die Spielformen anders aufbauen. Trotzdem beschäftigen sich E1 und E5 mit dem Thema offensives 1:1 und beide Mannschaften können das mit einem hohen Anteil an Spielformen bearbeiten.