Trainersituation bei Euch in den Vereinen

  • Guten Morgen,


    jetzt tun wir mal so, wie wenn es Corona nicht geben würde.



    Ich beschreibe mal meine Situation im Verein, ab D-Jugend aufwärts.

    Die Trainersuche gestaltet sich äußerst schwierig und wird gefühlt immer noch schwerer.


    Was ich genügend habe, wären Trainer die in der 2. Reihe bleiben wollen.

    Sie haben nicht für jedes Training Zeit, würden aber gerne unterstützen.

    Damit bin ich aber dieses Jahr richtig baden gegangen. Wir hatten in einem Jahrgang 2 Mannschaften und vier halbe Trainer.

    Könnte man meinen, das aus 4 Halben 2 Ganze werden. Tatsächlich hat es nicht funktioniert.


    Mein gesuchtes Trainerprofil:

    Sollte es Probleme geben, dann zu mir.

    Trainingsgestaltung mache ich, Vorbereitungsspiele mache ich

    Bei Schwierigkeiten mit Eltern auch zu mir.

    Ganz wichtig, ich habe auch Bock auf den Trainerjob


    Es bringt nichts jemand zu überreden, ohne Eigenmotivation wird die Saison sehr, sehr lange.


    Für nächste Saison brauche ich für 2 Mannschaften noch Trainer, so wie es aussieht werde ich diese nicht finden.

    Und jetzt?

    Habt Ihr in eurem Verein alle Mannschaften mit einem einigermaßen funktionierenden Trainerteam besetzt oder bin ich da nicht alleine?


    Unsere Voraussetzungen im Verein:

    Breitensport, meist mittlere Spielklasse, oberes Tabellendrittel aber ohne Aussicht auf Meisterschaft.

    Keine Bezahlung für Trainer.

  • Hi!


    Also ich glaube mittlerweile einfach, dass die Jugendleitungen der kleinen Vereine tendenziell (nicht auf dich bezogen, kenne dich ja nicht) nicht genügend Initiative bei der Trainersuche zeigen. Ich habe nun bereits zum zweiten Mal einen Aufruf in der Trainerbörse meines Landesverbands geschaltet, weil ich auf Vereinssuche bin. Beim ersten Mal meldete sich ein Oberligist bei mir, aktuell geht es wieder um ein Team aus der U17-Regionalliga, bei dem ich als Co-Trainer einsteigen könnte.


    Ich habe beim aktuellen Aufruf sogar dazugeschrieben, dass ich sehr gerne auch wieder eine normale Kreisligatruppe trainieren würde - Hauptsache, ich bin wieder hauptverantwortlicher Trainer. Es hat sich dennoch bislang kein Dorfverein bei mir gemeldet.

    Das Problem, was ich bei euch sehe, ist dein Anforderungsprofil in Verbindung mit der Bezahlung. Natürlich treffen die Punkte auf mich zu, Eigenmotivation ist sowieso immer da, weil der Trainerjob Bock macht. Deswegen habe ich vor zwei Jahren auch meine B-Lizenz gemacht (und sogar selbst bezahlt im Übrigen). Nur: Warum sollte jemand mit diesem Profil dann ohne Bezahlung bei euch arbeiten?


    Du sprichst halt dann eher die typischen Papatrainer an, die die Jungs in der Regel zwar gut betreuen (auch und v.a. in menschlicher Hinsicht), aber fachlich eben wenig Wissen und auch wenig Antrieb haben. Der Papa will halt nicht in fünf Jahren möglichst hochklassig trainieren, sondern ein bisschen Zeit mit seinem Sohn verbringen. Das Urteil erlaube ich mir jetzt einfach mal an dieser Stelle. Bei meinem vorletzten Verein bestand die GANZE Jugendabteilung mit Ausnahme von mir aus Vatertrainern. Es war ein komplett ambitionsloses Arbeiten und die Mannschaftszuteilung war auch sehr abenteuerlich, weil natürlich jeder nur seinen Sohn trainieren würde.


    Lösungsidee: Trainersuche ausweiten durch ...
    1. Trainerbörse studieren und/oder selbst einen Aufruf starten.
    2. bei eurer Sportschule anfragen, ob Kontakt zu passenden Lehrgangsteilnehmern (v.a. erstmal in Bezug auf den Wohnort) hergestellt werden kann.

    3. bei Vereinen mit dezentraler C-Lizenz-Ausbildung nach Kontakten fragen.
    4. die bisherigen Trainer um Kontakte bitten. Ich gab meinem letzten Verein bestimmt zehn mir bekannte Namen für den U19-Posten. Kontaktiert wurde niemand, dafür sucht man jetzt über die Trainerbörse wieder Leute für die nächste Saison. Ist doch komplett eigenverschuldet.

    5. die (älteren) Spieler um Trainervorschläge bitten. Die haben doch auch entsprechende Kontakte oder Vorerfahrungen.

    6. im eigenen Herrenbereich einmal vorfühlen, wer sich eignen würde. Ich plädiere da an der Stelle nicht für die selbstbewussten alten Hasen (eingefahrene Denkmuster und jahrelang veraltete Trainingsmethoden miterlebt), sondern fragt junge, intelligente Spieler, die vielleicht nicht die großen Lautsprecher sind, die aber Bock haben, Verantwortung zu übernehmen. Und vielleicht haben die ja auch noch Kumpels, die dann mitmachen würden.

    7. findet Wege, wie ihr einem (qualifizierten) Trainer monatlich eine dreistellige Entschädigung bieten könnt. Durch das Erhöhen der Mitgliedsbeiträge, durch Umverteilung des Vereinsbudgets oder wie auch immer. Ansonsten: No chance, konstant gute Trainer für lau zu bekommen und vor allem zu HALTEN.

  • Stimme Taktiker_95 in allen Punkten zu.


    Habe auch die B-Lizenz und wäre auch raus, wenn es heißen würde es gibt kein Geld. Ich glaube keiner von uns möchte als Fußballtrainer reich werden oder sich damit den kompletten Lebensunterhalt finanzieren, aber alles in dieser Gesellschaft kostet Geld und warum sollten da gerade die Fußballtrainer leer ausgehen? Ein Trainer der nichts von euch bekommt, bringt im Endeffekt noch Zeit und Geld mit. Eine B-Lizenz kostet in Bayern momentan so um die 1000 €, wenn ich nicht ganz falsch liege. Warum sollte jemand diesen Betrag investieren um dann von euch nichts zurückzubekommen? Scheinbar ja nicht mal die Fördermittel die ihr sogar vom Bundesland für den Trainer erhaltet?

    Mal ganz abgesehen von dem Aufwand und Stress den eine solche Lizenz beinhaltet.


    Kurzum. Gute Trainer, oder zumindest lizenzierte Trainer, sind sehr stark gefragt und haben auch selbst gewisse Ansprüche an den Verein. Daher werden hier Vereine die mehr bieten (Geld, höhere Liga, bessere Infrastruktur etc.) immer die Nase vorne haben. Daher bleiben euch wohl nur (wie den meisten Dorfvereinen) die Papatrainer. Da kommt es dann natürlich zu den entsprechenden Problemen. Selbst Papatrainer als Co-Trainer sehe ich schon sehr kritisch, weil es da auch schnell mit dem Engagement vorbei ist, wenn der Sohnemann nicht Stammspieler und Kapitän ist.


    Meine Tipps an euch:

    - Zahlt jedem Trainer zumindest eine Aufwandsentschädigung (mindestens Sprit + 100 €)

    - Lasst alle Kontakte spielen

    - Geht aktiv auf potenzielle Kandidaten zu

    - und natürlich alles weitere was im vorigen Beitrag genannt wurde...

  • Erstmal vielen Dank für eure Ratschläge.


    Ein paar eurer Tipps, gehen in Richtung Bezahlung.

    Das war mir auch vorher schon bewusst und habe ich auch soweit durchdacht.

    Dabei ergeben sich zwei Knackpunkte:


    1.

    Die Geldsituation bei uns vor Ort bei den Herren. Bei uns geht es für einen A-Klassen Trainer ab 600 € monatlich los.

    Bin ich ehrlich zu mir selber, dann können alle meine "guten" Trainer im Jugendbereich auch in der A-Klasse trainieren.

    Somit würden meine 200-300 € pro Monat niemanden hinter dem Ofen hervorlocken.


    2.

    Wir berechnen die Gesamtsumme für 6 Mannschaften.

    Ich nehme den Mittelwert von 250,- €. Das ergibt 1500,- € + Lohnnebenkosten + Lohnbuchhaltung = 2000 € pro Monat

    Bei einem Minimalansatz von einem Trainer pro Mannschaft.

    Im Jahr ergeben sich daraus Trainerkosten von über 20000 €.

    Rechne ich noch die sonstigen Vereinskosten (Schiri, Trainingsmaterial usw.) mit dazu ergeben sich ungefähr 30000 €.


    Wir haben ca. 100 Spieler. Würde man das Ganze nur über Mitgliedsbeiträge finanzieren, wären 300 € pro Spieler fällig.

    Anders ausgedrückt eigentlich nur 25,- € pro Monat.

    Fussball darf halt leider nichts kosten, dass das irgendwann zum Problem wird ist mir bewusst.

    Bei uns in der Region kenne ich keinen Breitensportverein, der über 100€ Jahresbeitrag verlangt.

    Es gibt einen Verein der Bezirksoberliga spielt, der verlangt 180 €. Ist aber mit uns nicht vergleichbar.


    Sollte jemand auf die Idee kommen Sponsorensuche intensivieren.

    98% aller ortsansässigen Firmen sind schon Sponsor im Verein, aber leider nicht für die Jugendabteilung.



    Einen Denkfehler habe ich dann aber doch bei mir entdeckt.

    Ich gehe nur immer auf "meinen" Bekanntenkreis zu.

    Das muss breiter gestreut werden, vielleicht bleibt dann doch der ein oder andere als Trainer hängen.

  • Die Geldsituation bei uns vor Ort bei den Herren. Bei uns geht es für einen A-Klassen Trainer ab 600 € monatlich los.

    Bei euch in der Region oder direkt im Verein? 600 Euro sind für die Kreisligatrainer, die ich kenne, komplett pervers, sorry. Ist aber keine Kritik an euch, sondern am System - habe schon öfters von solchen Summen gehört.

    Aber auch da müsst ihr ja nicht mitmachen. Befördert halt euren geeigneten U19-Trainer, der macht's auch für 300, wenn er vorher "nur" 200 bekommen hat. Wahrscheinlich macht er's auch für's gleiche Geld, darum geht's doch gar nicht in erster Linie.


    Zitat

    Bin ich ehrlich zu mir selber, dann können alle meine "guten" Trainer im Jugendbereich auch in der A-Klasse trainieren.

    Ich sehe mich als guten Jugendtrainer, werde mich aber bestimmt nicht mit 24 Jahren vor 'ne Herrentruppe stellen. Und das werden die wenigsten U30-Trainer. Auch diese Trainer müssen irgendwo arbeiten, und das können sie bei euch in der Jugendabteilung. Zumal es natürlich ohnehin viel mehr Trainer als freie Herrenteams gibt.




    Zitat

    Sollte jemand auf die Idee kommen Sponsorensuche intensivieren.

    98% aller ortsansässigen Firmen sind schon Sponsor im Verein, aber leider nicht für die Jugendabteilung.

    1. Förderverein ins Leben rufen, der aus engagierten Leuten besteht, die euch a) mit Ideen und Einsatz voranbringen und/oder b) monatlich Betrag x spenden. Dafür entsprechende Werbung machen und konstant weiterwachsen.


    2. Eine Sponsoren-Tafel auf dem Vereinsgelände aufstellen, auf der man auch als Privatperson Flächen kaufen kann. Bei 100 Spielern hast du geschätzt 500 Familienmitglieder. Von denen kaufen 70 Leute 'nen Platz auf der Tafel für einmalig 20 Euro = 1.400 Euro, ein Trainer für ein Jahr finanziert. (Google: Sponsorentafel). Zahlen sind komplett ausgedacht, Preis kann ja auch gestaffelt werden. Hier ein Beispiel, wahllos über Google-Bildersuche:

    https://hallefueralle.ch/organisation/


    3. Mit den 98 Prozent sprechen und bitten/fordern, dass die Jugend zusätzlich auch unterstützt wird oder die aktuelle Herren-Summe teilweise in den Nachwuchsbereich fließt. Ich wüsste gar nicht, was in einem (=eurem) Herrenteam so viel teurer ist als der Unterhalt einer gesamten Jugendabteilung.


    4. Sponsorensuche intensivieren. ;) Auch in der nächsten Stadt suchen.


    5. Feste feiern, an denen gespendet werden kann und an denen ihr automatisch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werdet. Zusätzlich Kuchenverkauf o.ä. Das gepaart mit Infos zu einer Fördermitgliedschaft (sei es über Zeitung oder direkt auf dem Fest durch einen Stand/Aushang) sollte doch auch einen Effekt haben.


    6. Mitgliedsbeitrag wurde angesprochen. Sofortiges Anheben auf 25 Euro ist sicherlich schwierig zu vermitteln, aber: Wenn ihr Qualität habt (lizenzierte Trainer, gut besetzte Teams, Vereinsgelände usw.) und diese sich herumgesprochen hat, könnt ihr doch problemlos auch entsprechendes Geld (meinetwegen 15-20€) verlangen. Wenn sich die Kinder bei euch wohlfühlen, gut umsorgt werden und die anderen Vereine weniger anbieten können, werden nahezu alle eure Eltern mitziehen - bin ich komplett von überzeugt.


    Vielleicht müsst ihr auch mal in den sauren Apfel beißen und ein Jahr mit finanziell leichtem (verkraftbarem) Verlust im Jugendbereich hinnehmen (wie auch immer ihr den auffangt), um dann im folgenden Jahr mit durchgehend lizenzierten Trainern und gut besetzten Teams die benötigte Erhöhung des Mitgliedsbeitrag rechtfertigen zu können. Bei meinem letzten Verein hieß es zum Beispiel: "Wir sehen uns als Ausbildungsverein und wollen unserem Oberliga-Herrenteam gute Spieler nachschieben können. Wenn die Jugendabteilung dann mal in 'nem Jahr 20.000 Euro Miese macht, ist das halt so." Die Summe ist natürlich für den Dorfverein nicht übertragbar, aber das Prinzip und die Priorität des Jugendbereichs ist klar.

    Damit würdet ihr auf jeden Fall Eltern-Argumenten wie "Warum soll ich für die gleiche Leistung plötzlich doppelt so viel Geld bezahlen?", aus dem Weg gehen, weil sie selbst sehen, was sich in den letzten Monaten alles positiv bei euch verändert hat.




    Ist es bei Euch normal das Jugendtrainer bezahlt werden?

    Höherklassig kenne ich, aber im unteren Bereich kenne ich keinen Verein.

    Kommt ja drauf an, was derjenige Trainer verlangt und bieten kann. Ich werde nirgends kostenlos arbeiten - da kann mir der potentielle Verein auch sagen, dass sie seit 379 Jahren keine Aufwandsentschädigungen mehr gezahlt haben, wäre mir egal.

    Aber klar: Wenn im "unteren Bereich" die Trainer aus Vätern gebildet werden, werden die natürlich wenig bis gar nichts verlangen. Ist natürlich für die Jugendleitung immer der angenehmste Weg, wenn sich zufällig mal einer findet. "Leider" (oder Gott sei Dank) nicht der langfristig erfolgreichste.


    Geh auch mal davon aus, dass du innerhalb jedes Vereins nochmal eine finanzielle Staffelung vorfinden würdest. Der F-Jugendtrainer bekommt garantiert im Normalfall weniger als der U17-Trainer - alleine schon, weil er für weniger Spieler verantwortlich ist (bitte keine Grundsatzdiskussion - ja, der zeitliche Aufwand ist nahezu identisch). Deswegen könntest du dein Rechenbeispiel da oben bzgl. der Gesamttrainerkosten nochmal etwas nach unten korrigieren.

  • Ist es bei Euch normal das Jugendtrainer bezahlt werden?

    Höherklassig kenne ich, aber im unteren Bereich kenne ich keinen Verein.

    Aufwandsentschädigung schon. Ab C Jugend nen paar Euro mehr.

    Gute Trainer sind ja evtl. auch woanders im Gespräch und ambitioniert genug auch was entwickeln zu wollen.

    Das es gerade in dem jüngeren Bereich, und hier meine ich E und D, gute Trainer braucht, die Spieler entwickeln, da aber das reine -Vater- Modell gefahren wird, ist eine andere Sache und schade genug!!!

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich denke mit 200€ pro Monat kann man schon richtig gute Jugendtrainer bekommen.

    Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis haben in meinen Augen junge Sportstudenten, da kriegst du für wenig Geld richtig viel Qualität und Wissen in deinen Verein. Wenn die älter und erfahrener werden sind sie halt irgendwann nicht mehr zu halten (wie die meisten ambitionierten Trainer) aber bis dahin können sie euch gut vorranbringen. Vielleicht könnt ihr euch ja als eine Art "Trainer-Ausbildungsverein" platzieren und somit noch eher unerfahrene, aber sehr engagierte, junge Trainer anlocken.


    Das Problem mit dem Geld ist mir bewusst, andererseits hab ich überhaupt kein Mitleid mit den Vereinen, wenn ich dann höre was deren Herrentrainer (du hast es ja auch erwähnt) verdienen. Die stehen dann mit dicker Plautze, verschränkten Armen und zum Teil noch nem Seidla am Spielfeldrand, bekommen dafür 600€, und der Jugendtrainer mit Spielererfahrung, Sportstudium und Trainerlizenz soll es für lau machen?
    Verstehe auch nicht wie sich das einbürgern konnte. Wenn ein Regionalligatrainer 600€ oder mehr bekommt verstehe ichs ja noch. Aber jeder Hans und Frantz in der A-Klasse? Was haben die Vereine davon? Was haben die Sponsoren davon??

    Naja, glaube das ist ein Thema für sich :D

  • Verstehe auch nicht wie sich das einbürgern konnte. Wenn ein Regionalligatrainer 600€ oder mehr bekommt verstehe ichs ja noch. Aber jeder Hans und Frantz in der A-Klasse? Was haben die Vereine davon? Was haben die Sponsoren davon??

    Naja, glaube das ist ein Thema für sich

    Viele Probleme lassen sich glaube ganz gut mit folgendem Satz zusammenfassen: Aber das haben wir doch schon immer so gemacht 8o


    Okay, genug getrollt :S

  • Bei uns im Verein setzt unser Jugendleiter jede Saison Jugendspieler (ab C-Jugend Altjahrgang) als Co-Trainer für die unteren Mannschaften ein. So können sie in das Trainergeschäft reinschnuppern. Gleichzeitig nehmen sie auch für ihr eigenes Spiel viele wertvolle Impressionen mit. Bei vielen weckt das die Lust auf mehr und so sind bei uns schon einige Nachwuchsspieler ein paar Jahre später zu Cheftrainern avanciert. Oft werden diese Jungs / Mädels auch von ihren eigenen Trainern vorgeschlagen. Ist zwar nicht gerade die schnelle Lösung, die du gerade suchst, aber bei uns ist dadurch ein stetiger "Markt" an Trainern entstanden und unser Obmann hat immer jemanden in der Hinterhand, wenn mal zur neuen Saison Not am Mann sein sollte. Da haben sich auch echt einige Trainertalente heraus entpuppt. Einer von denen hat zB. als F-Jugend Co Trainer angefangen und trainiert mittlerweile die U13 Bezirksligatruppe.

  • Hallo,

    bei uns haben wir fast nur Papa-Trainer in den Jugendmannschaften.


    Trainer werden grundsätzlich nicht bezahlt, nur die C-Lizenz Trainer A1, B1 und C1.



    Ich bin selbst Koordinator. Wir haben in F und E immer ca. 4-5 Mannschaften.


    Problem ist jährlich das gleiche.

    Bei den meisten Teams finden sich Trainer, allerdings bei den schwächsten Teams gerade nicht.

    Hier sind die Eltern selbst meistens nicht Fussball-Nah.


    Jugendliche Trainer haben wir fast gar nicht. Und die paar Jugendlichen wollen dann keine F4 trainieren, sondern eine höhere Mannschaft.


    Das führt dann jährlich zu Elternrunden, dass die Eltern einen Trainer unter sich finden oder es gibt keine Mannschaft.

    Immer schwierige Gespräche.



    Bezahlte Trainer sind bei uns leider überhaupt nicht vorstellbar.




    Nachtrag:

    Sorry, Thema verfehlt. Geht ja um D-Jugend aufwärts und nicht abwärts.

  • Hallo Stefan,


    das Thema hast Du nicht verfehlt. Ist auch sehr interessant für mich


    Trainer für die 1. Mannschaft zu finden ist immer vergleichsweise einfach, auch in der C-Jugend.

    Jugendliche Trainer haben wir immer wieder, aber zu 95% immer mit dem gleichen Ergebnis.

    Die ersten 2-3 Wochen sind Sie in jedem Training und dann wird es schleichend weniger.

  • Ich persönlich habe bei mir auch mal 5 schwächere Spieler aussortiert.

    Und auch wenn die Jungs nett waren, haben sie mir beim Fußball keinen Spaß gemacht. Die haben lieber Fangspiele als Fußball gespielt und auch schnell gemeckert wenn es mal technischer wurde.


    Ich trainiere auch keine Stars, sondern durchschnittliche Kicker. Aber die entwickeln sich auf ihrem Niveau, haben entsprechende Gegner und sind motiviert.

    Das macht mir dann auch Spaß.


    Deshalb kann ich aber auch verstehen, wenn man für schwächere Teams keine Trainer findet.

  • Jugendliche Trainer haben wir immer wieder, aber zu 95% immer mit dem gleichen Ergebnis.

    Die ersten 2-3 Wochen sind Sie in jedem Training und dann wird es schleichend weniger.

    Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Job des Trainers viel viel schwerer ist, als ihn sich die Leute vorstellen.

    Die meisten denken: "Ob ich jetzt zweimal die Woche selber kicke, oder den Trainer mache, ist doch fast das Gleiche"

    Aber wie wir alle Wissen ist das eine mehr als Naive Vorstellung. Ganz schlimm wird es, wenn diese jungen Trainer dann noch mit ihren Problemen alleine gelassen werden, da ist ein "Trainer-Dropout" vorprogammiert.

  • Ich finde man muss aber zwischen unmotivierten Spielern unterscheiden und denen die einfach nicht so viel Talent haben oder noch nicht soweit sind, aber ansonsten völlig motiviert und mit Freude dabei sind.


    Bei ersterem ist Frust eigentlich fast vorprogammiert. Eine Mannschaft in der mehrere Spieler vom zweiten Typus kann allerdings auch Spass machen, wenn man sieht wie sich manche entwickeln und mehr und mehr den Anschluss finden.

    Aber ja, die Realität sieht so aus, dass zweite Mannschaften in kleineren Vereinen meist die Resterampe sind, in der keiner spielen will und die keiner trainieren will...

  • Ich bin in einem kleinen Breitensportverein. Wir sind in der Kreis- und Kreisoberliga, mal besser, mal schlechter.

    Bei uns erhalten die Trainer 40 (Trainer)-20 (Co) Euro pro Monat als Aufwandsentschädigung. Das ist natürlich ein Tropfen auf dem heißen Stein, zumal wir in einem ländlichen Raum leben und ich für ein Spiel auch schon mal 60-70 Kilometer fahren muss. Ich persönlich habe auch darauf verzichtet, da ich genug verdiene.

    Wir haben tatsächlich erhebliche Schwierigkeiten, überhaupt alle Mannschaften mit Trainern zu versorgen. Dabei haben wir in fast allen Jugenden nur eine einzige Mannschaft. Selbst bei so wenigen Mannschaften ist es schwer, jemand zu finden. Mindestens die Hälfte sind Väter, die die Personalnot sehen und sich freiwillig gemeldet haben - wie ich.

    In diesem Jahr haben wir trotz aller Bemühungen auch nicht alle Jugenden besetzt bekommen. Ein Jahrgang trainiert nun übergangsweise bei einem benachbarten Verein. Bin mal gespannt, wie es dann nächste Saison weitergeht.

    Das Hauptproblem sehe ich einfach darin, dass es vielen zu viel Aufwand ist. Das fängt schon damit an, dass man halt gerade bei den jüngeren Mannschaften das Training nicht zu spät ansetzen kann (16 Uhr, 16:30 Uhr). Ich muss also einen Job haben, bei dem ich sicher sagen kann, dass ich um 15:30 Uhr / 16 Uhr pünktlich Feierabend machen kann. Diese Sicherheit haben viele einfach nicht.

    Hinzu kommt auch der zeitliche Aufwand. Zwei mal die Woche Training, Wochenende Spiel, teilweise auch zwei Spiele die Woche, Vorbereitung. Ich denke, das schreckt viele ab.

    Für diese Form der Vereine sehe ich ohnehin auch nur die Möglichkeit, aus den Spielerkader oder den Eltern Trainer zu gewinnen. Ganz selten hat man mal das Glück, dass sich jemand von außen meldet.

  • Ich berichte mal aus einem selbsternannten Nachwuchsförderzentrum, bei dem ich für die U15 hauptverantwortlich bin, aber bereits kommuniziert habe, dass ich für die neue Saison nicht zur Verfügung stehen werde.


    Auch wenn wir in unserer Region quasi der namhafteste Verein sind, der mit C1, B1 und nächste Saison wohl auch A-Jgd in der höchsten Spielklasse (Oberliga) spielen wird, fällt es dem sportlichen Leiter schwer, gute und lizensierte Trainer zu bekommen. Für meinen Jahrgang lässt sich beispielsweise schwer ein Nachfolger finden.. Wir haben eine Aufwandsentschädigung von 200€, was schon verhältnismäßig viel, aber in meinen Augen auch notwendig ist. Trotz dieser Summe und der Möglichkeit, den nächsten Schritt in der Entwicklung zu gehen, kommen seit Jahren nur Trainer mit Stallgeruch oder alte Weggefährten des sportlichen Leiters. Junge, ambitionierte Trainer hingegen haben - obwohl wir einer Studentenstadt entstammen - nur wenig Lust.. Es scheint ein allgemeiner Trend also zu sein..


    Ich für mich kann sagen, dass ich vor zwei Jahren froh war, dass mir ein NFZ die Möglichkeit gibt, meinen nächsten Schritt zu gehen. Genauso hoffe ich jetzt, dass ich in einem NLZ unterkomme, wenngleich ich mich nicht darüber definiere und mir auch gut vorstellen kann, konzeptionell bei einem kleineren Verein in der Gegend etwas aufzubauen. Auch dann würde ich aber vermutlich auf das Trainer-Problem stoßen. Die Idee, eigene Jugendspieler mit einzubinden finde ich sehr wertvoll und eine Win-Win-Situation. An der Seite eines erfahrenen Coaches habe ich beispielsweise zwei ehemalige Spieler von mir bereits in das F- oder E-Jugend Traininig eingeführt. Die sind mit Feuereifer dabei.. und geben sich mit 50€ vierteljährlich zufrieden.

  • Was ich wirklich abschreckend finde sind die wöchentlichen Spieltage. Daher werde ich auch bei den Bambinis stehen bleiben und weiter mit ihnen 5 Spielfeste pro Halbjahr bestreiten statt mich jede Woche auf den Platz zu stellen.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass es vielen so ergeht... dass das wöchtentliche Training gar nicht so schlimm ist aber Spieltage und Turniere als großer Zeiträuber gesehen werden.

    Klar - als Vatertrainer müsste man mit seinen Kindern ja eh los. Aber wenn man andere Personen rekrutieren will, braucht man schon absolute Idealisten... Und fragt man aktive Spieler der Herren oder Alten Herren bekommt man immer zu hören: keine Zeit. Und ich bin fest überzeugt, dass damit "keine Lust mich jedes Wochenende aufm Platz zu stellen" gemeint ist. Denn mal ehrlich: wenn man selber um 19 Uhr trainiert, könnte man doch davor noch ne C-Jugend trainieren (sofern die Arbeitszeiten das zulassen)...


    Bei den Volleyballern ist das im Grunde eine Selbstverständlichkeit. Eltern als Trainer fallen bei dieser technischen Sportart aus oder sie sind selber ehemalige Volleyballer. Wie handhaben die Volleyballer dies? Ganz einfach: ein WE im Monat ist Jugendspieltag, da haben die Senioren Pause von Kreisliga bis Oberliga. Es gibt also keine Ausreden von Aktiven, dass sie selber spielen müssten. Vorallem: es ist auch nur einmal im Monat Spieltag! Drei Teams kommen zusammen und spielen jeder gegen jeden über zwei Gewinnsätze. Also ausreichend Spielzeit für alle Kinder und eine Tabelle ist in der halben Zeit ausgespielt.


    So manchem hier dürfte das viel zu wenig sein und ich kann das verstehen, weil wir alle anders "sozialisiert" sind. Aber manchmal ist auch weniger einfach mehr. (ich finde, die Coronakrise zeigt eindrucksvoll, dass es auch anders geht als in der Tretmühle weiter zu stampfen)

    Ich jedoch könnte mir eine Reform vorstellen, in der immer drei Teams zusammen kommen, jeder gegen jeden eine Halbzeit, und das dritte Team stellt den SR.


    Ich gehe sogar soweit, dass dies auch dem Dropout bei Jugendlichen entgegen wirken könnten, wenn die Jugendlichen nicht mehr jeden Sonntag morgen pünktlich ausm Bett krabbeln müssen. Btw: wer hat sich eigentlich ausgedacht, dass ausgerechnet die B-Jugend sonntags morgens dran ist? Warum lässt man da nicht die F-Jugend spielen? Die sind eh früh wach.

  • ..... Btw: wer hat sich eigentlich ausgedacht, dass ausgerechnet die B-Jugend sonntags morgens dran ist? Warum lässt man da nicht die F-Jugend spielen? Die sind eh früh wach.

    :thumbup::) So sieht es aus. Trainiere ja selber eine.


    Ein wenig Off-Topic, ich entschuldige mich schon mal.


    Wollte mal am Samstag um 09:30 ein Testspiel ansetzen.

    Ging nicht, Platz darf am Samstag erst ab 11:00 bespielt werden.

    "Nimm doch Sonntag, da geht ab 09:00" :wacko:


    Zum Thema:


    Wir als Stadtrand- / Dorfverein haben, falls ich das Recht erinnere, zu 100% Vater-Trainer.

    Gibt allerdings pro (leitendem) Trainer und Quartal eine Aufwandsentschädigung.


    Außer mir besuchen noch zwei Trainer Fortbildungen / Kurzschulungen.


    Oft läuft es auch nur mit aufgesetzter Pistole à la "Kein Trainer - keine Mannschaft".

    Wer im KiFu nur auf Ergebnis spielen läßt, liebt das Spiel nicht. Und seine Spieler werden es auch nicht lieben können.


    KiFu bedeutet nicht Wissen weiter zu geben, sondern ein Feuer zu entfachen.

  • Oh, diese Pistole ist bei Volleyballern sogar geladen. Wenn man keine Jugend stellen kann/will, darf man nicht höher als landesliga spielen (das ist aber keine sonderlich hohe Liga mehr, weil viele Teams weiter unten weggebrochen sind)

    Und auch die Vereine handhaben das zumeist so: jedes Seniorenteam muss x Trainer stellen, sonst gibt es Sanktionen.