G-Jugend steht sich selbst im Weg

  • Ich trainiere eine G2-Jugend (Jahrgang 2013) und habe bei den ersten Hallenturnieren meiner Mannschaft festgestellt, dass sich die Kinder meiner Mannschaft oft selbst im Weg stehen, wenn sie den Ball haben. Dadurch schafft es kaum ein Spieler unserer Mannschaft mal den Ball in einen freien Raum zu bringen. Besonders auffällig war dies bei den letzten beiden Turnieren, in denen uns nur ein einziges Tor gelang. Auf Positionen habe ich bisher bewusst verzichtet, um alle Kinder aktiv am Spielprozess zu beteiligen und das typische Herumstehen der Verteidiger zu verhindern. Im Training spiele ich eigentlich nur Funino (2 gegen 2 oder 3 gegen 3), da ich den Kindern möglichst viele Ballkontakte und Spielerfahrungen ermöglichen möchte. Vielleicht habt ihr ja ein paar Tipps, wie ich mit der Problematik umgehen kann.

  • Normalerweise 5+1, beim letzten Turnier leider sogar im 6+1.

    Das ist meist zu viel, da ist es kein Wunder und ein Problem ist das eigentlich auch nicht.

    Ich rate dir einfach weiter viel auf mehrere Tore zu Spielen. Funino im 3 gegen 3 eignet sich da besser als ein 2 gegen 2.

    Im 2 gegen 2 ist es nämlich besser, wenn sich die Verteidiger vor den Toren positionieren, zu zweit ein Tor anzugreifen.

    Selbst wenn sie es nicht tun ist es bei so jungen Kindern oft auch sehr erfolgsversprechend dem dribbelnden Mitspieler hinterher zu laufen und sich bei einem Zweikampf einen "Querschläger" zu schnappen und selbst weiter zu dribbeln. Im 3x3 auf zwei Tore zieht sich das Spiel automatisch in die Breite.


    Es gibt noch einige Fangspiele um die Orientierung zu schulen, ich muss mal schauen ob ich da nachher was finde.

    Noch als kleiner Tipp fürs Training:

    Um die Kinder für Spielfelder zu sensibilisieren, hilft es viel die Felder einmal abzulaufen. Schnapp dir die Kinder und ihr geht gemeinsam einmal rum während du erklärst: "Das ist das Seitenaus, Hier ist das Aus hinter den Toren und auf diese beiden Tore muss das Team Dortmund schießen und auf die anderen schießt Bayern" usw.

  • Funino im 3 gegen 3 eignet sich da besser als ein 2 gegen 2.

    Danke für den Hinweis. Da ich in letzter Zeit vermehrt Wert auf das 1 gegen 1 gelegt habe bzw. Spielformen im 2 gegen 2 gespielt habe, könnte das ein sinnvoller Ansatzpunkt sein.

    Noch als kleiner Tipp fürs Training:

    Um die Kinder für Spielfelder zu sensibilisieren, hilft es viel die Felder einmal abzulaufen. Schnapp dir die Kinder und ihr geht gemeinsam einmal rum während du erklärst: "Das ist das Seitenaus, Hier ist das Aus hinter den Toren und auf diese beiden Tore muss das Team Dortmund schießen und auf die anderen schießt Bayern" usw.

    Das ist den Kindern inzwischen eigentlich klar. Das Problem liegt mehr darin, dass sich alle immer zum Ball orientieren, selbst wenn unsere Mannschaft im Ballbesitz ist.

  • Das die Kinder sich selbst im Weg stehen musst du nicht korrigieren. Lass die Kids einfach machen. Du hast schon erkannt das Funinio und Spiele mit geringer Spieleranzahl gut für die Kids sind.

    Danke für den Hinweis. Da ich in letzter Zeit vermehrt Wert auf das 1 gegen 1 gelegt habe bzw. Spielformen im 2 gegen 2 gespielt habe, könnte das ein sinnvoller Ansatzpunkt sein.

    Jahrgang 2013! Die Kinder sind 5 Jahre alt. Lass die Kinder mit verschiedenen Bällen Spaß haben und viele verrückte Ballspiele spielen. Einziges coaching: Spielfeldbegrenzungen, den Ball darf im Spiel nur der Torspieler in die Hand nehmen, Ziel des Spiel ist es beim Gegner ein Tor zu erzielen, bitte nicht auf die Bäume klettern.


    Die Kinder wollen Spaß haben, sich bewegen, verschiedene Bälle ausprobieren. Mach dir kein Stress wenn es bei Spielen nicht läuft. :)

  • Naja, den Tipp von Hallenturnieren fernzubleiben find ich jetzt nicht so dolle. Die Hallenturniere sind doch auch kleine Highlights für die Kinder. Das miteinander Messen, die vielen Zuschauer, der Trubel, die Snack-Bude etc. ;-)


    Hab mittlerweile einen F2 Jahrgang (2011er) und hatte am Anfang exakt dieselben "Probleme" mit dem jüngeren Bambini-Jahrgang. Da konnte ich noch so viele gute Ratschläge verteilen xD


    Mit der Zeit wächst sich das aber halt raus.

  • Naja, den Tipp von Hallenturnieren fernzubleiben find ich jetzt nicht so dolle. Die Hallenturniere sind doch auch kleine Highlights für die Kinder. Das miteinander Messen, die vielen Zuschauer, der Trubel, die Snack-Bude etc.

    Je weiter man mit seiner Mannschaft im Altersgefüge rutscht, um so kritischer sieht man zurück auf die Anfänge.

    Geht mir auch so.


    Ich finde Hallenturniere inzwischen auch eher schrecklich und bin froh, wenn es sich auf 1-2 Turniere beschränkt. Laut, nicht selten aggressiv, Fouls die auf dem harten Hallenboden weh tun, langes warten auf die nächsten 10 Min Aktion. Trainer müssen für jede Auswechselung lautstark durch die Halle brüllen und nicht selten ist man 3-4 h in der Halle für 40 Min Fußball.
    Wenn dann der Organisator noch meint, bei jedem Tor einen "Tusch" einspielen zu müssen, platzen einem irgendwann die Ohren.

  • Mein Tipp wäre: Bleibt solchen Turnieren und auch dem Spielbetrieb fern und nutzt die Zeit mit den Kindern sinnvoll. Selbst FUNiño ist hier nicht zielführend.

    Dem kann ich nur zustimmen. Wenn Turnierbetrieb, dann nur mit der Einstellung von A(ni)mateur


    Bei Kindern des Jahrgangs 2013 wird man doch kaum Kinder dabei haben, die "Fußball spielen". Wenn die Teilnahme an Turnieren eine reine Zusatzmöglichkeit ist, damit die Kinder sich sportlich/spielerisch betätigen können, ist es - mit entsprechenden Rahmenbedingungen - natürlich auch nicht schädlich. Aber steht der Vorteil in einem gesunden Verhältnis zum Aufwand? Frustriert man damit nicht auch ein wenig die Elternschaft, die ja möglicherweise auch erkennt, dass die Kinder überfordert sind?

    Und noch etwas: Man wird als Trainer angesichts frustrierender Turniererlebnisse versucht sein, in das Spiel der Kinder einzugreifen, um gegebenenfalls die Ergebnisse freundlicher zu gestalten. Ob das der Entwicklung zuträglich ist? Schwierig....


    Auf strenge Positionen solltest Du - auch wenn es schwer fällt - noch einige Jahre verzichten;)

  • Naja, den Tipp von Hallenturnieren fernzubleiben find ich jetzt nicht so dolle. Die Hallenturniere sind doch auch kleine Highlights für die Kinder. Das miteinander Messen, die vielen Zuschauer, der Trubel, die Snack-Bude etc. ;-)


    Hab mittlerweile einen F2 Jahrgang (2011er) und hatte am Anfang exakt dieselben "Probleme" mit dem jüngeren Bambini-Jahrgang. Da konnte ich noch so viele gute Ratschläge verteilen xD


    Mit der Zeit wächst sich das aber halt raus.

    Ein Highlight wird es auch später noch sein, wenn sie alt genug sind, um sinnvoll an so etwas teilzunehmen. Zielführend ist die Teilnahme in jedem Fall nicht schon gar nicht, wenn da 7:7 gespielt. Die Zeit der Kinder ließe sich besser nutzen. Selbst unser 2:2 was nur 46 Minuten inkl. Pausen geht, empfinde ich mittlerweile als kritisch; zumindest bei einigen Kindern. Die sind geistig teilweise ganz woanders und völlig überfordert. Spiele nach dem Prinzip ein Kind, ein Ball würden die Kinder auch glücklicher machen, weil sie dabei alle die ganze Zeit Spaß und Freude erleben.

  • Schließe mich da auch voll an.


    Es gibt auch Hallenspiel-feste bei denen man 4 gegen 4 oder noch besser 3 gegen 3 spielt und es vorallem zusätzlich tolle Spielangebote gibt. Sowas ist für die Kinder ein Highlight und es frustriert sie nicht. Selbst die dann nicht auf dem Feld spielen wollen haben dann Spaß und Unterhaltung.


    Der Badische Fußballverband richtet demnächst eins aus:

    https://www.badfv.de/kreise/he…6b7ec5bff8709c81eb61f3905


    Generell musst du dir halt anschauen was für die Kinder in dem Alter überhaupt möglich ist zu leisten.

    Sie haben nur ein schwach ausgeprägtes peripheres Sehen, eine hohe Reaktionszeit und sehr wenig Überblick ( Körpergröße).

    Dazu haben die meisten auch noch große Koordinative Probleme.


    Dazu ist in dieser Altersgruppe der Unterschied von den akzelerierten Kindern zu den anderen extrem hoch.

    In meiner Gruppe habe ich Kinder die können gerade so Rückwärts gehen können, bis hin denen die sicher dribbeln, sich instinktiv freilaufen rufen und passen alles drin.


    Das wichtige ist, dass du die Kinder vom Druck abschirmst.

    Wenn Spielfeste sie überfordern, lasse sie weg, oder mach ein eigenes mit altersgerechten Regeln und Spielen.

    Das "gemeinsame Pressen" auf den Ball ist in diesem Alter ein wichtiger und Notwendiger Schritt in ihrer Entwicklung.