Weg mit diesem Unsinn?

  • Einfach Mal lesen:


    http://www.nfz-juniorinnen.de/…hp/177-weg-mit-dem-unsinn


    Ich bin gespannt, was ihr davon haltet. Ich sehe das Ganze ein wenig anders...

    Bei homogenen Mädchenmannschaften mag das ja gelten, aber wo bitteschön - ausser in den großen Bundesligavereinen - gibt es solche Mannschaften? In den Dorfvereinen ist es meiner Meinung nach besser, als talentiertes Mädchen in einer Jungenmannschaft zu trainieren/ zu spielen.


    Abgesehen davon stellt sich die Frage nach qualifizierten Trainern gerade im Mädchenbereich. (Die Qualität der Ausbildung wurde in dem Artikel auch angemerkt.) Gerade das ist ja häufig nicht gegeben. (Selbst im Juniorenbereich ist es für viele Vereine ja schwer, gute Trainer mit entsprechender Ausbildung zu finden, bzw. zu bezahlen...)


    Ich bin gespannt auf eure Meinungen...

  • Ehrlich gesagt fehlt mir in diesem Bericht etwas der Altersbezug.


    Was ich hier auch immer wieder verfolgen kann ist, das viele Mädchen in u.a. den Stützpunktvereinen einer erheblichen Doppelbelastung ausgesetzt werden. Wir brauchen dich bei den Mädchen und, "zur besseren Entwicklung", spielst du auch noch bei den Jungs. Und genau hier muss ich dem Bericht Recht geben. Diese Belastung ist in vielen Fällen der sicher weg in die Überbelastung und gesundheitsgefährdend.


    Aufgrund der meist sehr großen Leistungsspanne bei Mädchenteams auf dem Land mag es hinsichtlich der Ausbildung vielleicht auch richtig sein dass das Training wohl bei den Jungs oft mehr Ausbildungschancen beinhaltet als es beim Mädchenteam der Fall sein kann. Ich sehe aber auch keinen Grund zu der Annahmen das Trainer bei den Jungs generell besser sind. Auch hier gibt es sehr viele Unterschiede.


    Wenn ich alle Aspekte der Ausbildung betrachte sehe ich ehrlich keine 100% Argumente.

    - sportliches (mittleres) Niveau ist wohl bei den Jungs (im selben Alter) höher

    - Spielerinnen sind hier oft "nur" Teil des Teams

    - In den Mädchenteams herrschen andere Vorraussetzungen (oft Führungsspielerinnen, anderes Mannschaftsgefüge, usw.)

    Somit ist wohl die Entwicklung der Persönlichkeit auch eine andere.


    Zusätzlich ist selbst auf dem Land ab der C-Jugend in den meisten Bereichen ein Mädchen-Spielbetrieb mit entsprechenden Spielklassen etabliert. Warum also eine Doppelbelastung zwingend erforderlich sein sollte sehe ich nicht. Vielmehr ist vielleicht ein Vereinswechsel in ein Mädchenteam mit dem richtigen Niveau wohl häufig viel Erfolgsversprechender. Das geht aber natürlich gegen den Gedanken "alle im Verein halten zu müssen".


    Für meine D-Spielerinnen (aktuell drei die auch in Mädchenteams spielen) gilt,

    - wenn ihr bei den Mädchen mittrainiert müsst ihr bei den Jungs nicht trainieren (2 Trainings sind zwei Trainings - egal wo)

    - wenn am Wochenende auch bei den Mädchen gespielt wird fällt der Einsatz bei den Jungs weg.

    usw.


    Ich finde es wichtig den Mädchen die mögliche Zukunft im Mädchenbereich aufzuzeigen und den Übergang möglichst "angenehm" zu gestallten. Ansonsten heißt es aber der C-Jugend entweder / oder ohne genau zu wissen worum es geht.

    Eine Doppelbelastung zum Zwecke der Ausbildung halte ich aber für falsch.


    Gruß

    Torsten



    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • Tatsächlich ist das Würzburger-Modell nur etwas für den Ballungsraum. In der Regel gibt es im ländlichen Raum überhaupt nicht genug Mädchen für reine Mädchen-Mannschaften. Oft reicht es selbst in der B-Jugend nur für Kleinfeld-Mannschaften. Um Großfeld zu spielen, muss man schon bei den Jungs bleiben. Ob die Trainer bei den Jungs besser sind, kommt auf den Einzelfall an. Meine persönliche Erfahrung geht aber in diese Richtung. Die Belastung kann man relativ gut in den Griff bekommen, wenn beide Trainer nicht zu sehr auf die Teilnahme an ihren Trainings bestehen. Auch Verbandsmaßnahmen sind nicht jede Woche.In der Regel heißt es wie oben erwähnt 2x Training ist 2x Training. Wenn Not ist wird auch mal 2x am Wochende gespielt, da es aber viel weniger Mädchenspiele gibt, kommt das sehr selten vor. Für die absoluten Talente, bleibt aber auch bei uns nur der Wechsel in den Ballungsraum oder in in ein Fußballinternat.

  • Da muss ich fast lachen .

    Bei und hat sich die Juniorinnenstaffel verändert und es gibt nur 5 Mannschaften aus 4 Vereinen .

    Meine Tochter hat das Zweitspielrecht bei den Gleichaltrigen Jungs und ist noch nicht einmal in der C Staffel der Mädels gefordert , wenn sie mal aushilft .


    Ihre D Mannschaft der Juniorinnen ist gut , aber die Gegnerinnen eben anderes Niveau..

    Bei den letzen Hallenkreismeisterschaften gegen Gegner zu spielen und innerhalb von 10 min 4-8 Tore zu schießen ist keine Herausforderung .

    Meine Tochter spielt lieber bei den Jungs und verliert auch mal als so etwas .

  • Ich kenne diesen Bericht auch schon , und stimme in allen Punkten @ totog zu. In den Ballungsräumen ist dies sicher ein guter Ansatz , der wahrscheinlich auch mehr Mädchen an den Sport ranführt.


    Unser Trainer ist generell dagegen das meine Tochter bei ihm ein Training ausfallen lässt um bei den Mädchen zu trainieren. selbst auf ein Training alle 14 Tage lässt er sich nicht ein. Seiner Meinung nach, muss der TW bei ihm immer anwesend sein.


    Die teilweise doppel Belastung sehe ich auch. Der Trainer der Mädchen braucht sie , um wie er sagt Struktur in das Spiel zu bekommen. Der Trainer der Jungs weil sie Stamm TW ist. Wenn ich aber die Wahl hätte , würde sie in einer sehr guten Mädchenmannschaft spielen.


    Leider !! Ist der Job als Trainer einer reinen Mädchenmannschaft immer noch eher unbeliebt. Wenn die meisten Trainer die Wahl haben ,würden sie eher die Jungs nehmen. In einem Verein der von G - A alles Mädchen hat , ist dies wahrscheinlich noch anders.


    Durch dieses Denken wird auch die Qualität des Trainers bestimmt. Es gibt natürlich auch hier... viele Ausnahmen von sehr engagierten Trainern.

  • Ich wollte hier keineswegs pauschal sagen, dass Trainer von Mädchenmannschaften pauschal weniger qualiziert sind, oftmals übernimmt jedoch jemand, weil sich sonst niemand findet. Ansonsten stimme ich euch, gerade was die Doppelbelastung angeht vollstens zu. Allerdings habe ich auch gerade dieses Detail gar nicht berücksichtigt, weil es für meine Tochter nie in Frage kam. Sie spielt seit 2 1/2 nur in ihrer Jungenmannschaft und hilft allerhöchstens Mal aus, wenn es gerade passt. (Ist in dieser Zeit gerade 2-mal der Fall gewesen). Die Belastungen durch wöchentliches Auswahltraining + Vereinstraining ist schon hoch genug, so dass auch das ein oder andere Dienstagstraining Mal ausfällt.


    Hinsichtlich der Entwicklung in einer hiesigen Dorf-Mädchenmannschaft sehe ich einen himmelweiten Unterschied bezüglich den Mädchen und den (auch 1 Jahr jüngeren) gleichaltrigen Jungenmannschaften.


    In vielen Mädchenmannschaften sind da noch viele Defizite im technischen Bereich, wo bei den Jungen schon taktische Möglichkeiten trainiert werden, die die Mädels so gar nicht umsetzen könnten. Ich beziehe mich hier übrigens auf die Altersklasse 10+ und auf die Förderung talentierter Mädchen, die evtl. später in höherklassigen Damenmannschaften spielen möchten.

  • Muss diesem Artikel in vielen Teilen ebenso klar widersprechen. Sehe es ähnlich, dass ist maximal in einem Ballungsraum realistisch.


    Grundsätzlich muss man aber sagen, egal ob im Ballungsraum oder auf dem Land, der Großteil der Mädchen spielt aus anderen Beweggründen Fußball wie es Jungs tun. Viele von denen könnten auch recht problemlos einer anderen Mannschaftssportart nachgehen, sofern ihre Freundinnen dabei sind. Ebenso fangen viele Mädchen weitaus später mit Fußball an, wie Jungs. Nicht selten erst in der Pubertät (D bis B Juniorinnen), wo man bei Jungs nahezu gar keine Neuanfänger mehr hat.


    Das Niveau in reinen Mädchen Ligen ist natürlich deutlich niedriger, die Mannschaften haben oftmals riesige Leistungsunterschiede bei den Spielerinnen.


    ,,Leistungsteams'' für Mädchen sind rar, selbst in Ballungsgebieten. Das ist dann oftmals keinerlei Option, alleine schon aus organisatorischen und finanziellen Gründen! Da bleibt ambitionierten Mädchen eigentlich überhaupt nichts anderes übrig wie bei den Jungs zu spielen, sofern sie gefordert werden wollen.


    Teilweise bleibt selbst weniger ambitionierten Mädchen nichts anderes übrig aufgrund des Mangels an Mädchenteams.


    Die Doppel-Belastung sehe ich nicht so dramatisch - 4x Training die Woche ist eine Übertreibung und aus meiner Sicht unwahrscheinlich. Mindestens einmal wird sich das Training der Jungen und Mädchenmannschaft überschneiden. 2 Spiele am WE geht auch nur, wenn das Jungen und das Mädchenteam nicht am gleichen Tag aktiv sind - selbst wenn dies nicht der Fall sind, sind die angesprochenen ambitionierten Spielerinnen und den Mädchenligen nicht selten komplett unterfordert und müssen selten 100% geben.

  • Die Jungs im NLZ gehen auf eine Eliteschule des Fußball und haben min. 2x in der Schule Training. Meistens dann noch 3 Mannschaftseinheiten und am Wochenende ist min. ein Spiel. Dort soll es für die Entwicklung gut sein und bei den Mädels schlecht. Kann mir das jemand erklären?

  • Marianne : ich finde 6x Fußball/Woche im Kinder- und Jugendalter nicht gut - unterscheide da aber nicht nach Jungs/Mädels ;) Profis machen Ausgleichssport und/oder Fitnesstraining nebenher, aber die meisten Kinder und Jugendlichen werden einseitig ausgebildet und können den Ausgleichssport zeitlich nicht machen.

  • Warum muss man eigentlich im Fußball immer wieder die Mädchen an den Jungs messen? Beweggründe, Athletik, Einstiegsalter... Mich langweilt das. In anderen Sportarten ist das vollkommen normal: die Anfänger trainiert man gemischt, dann werden irgendwann separate Mädchen- und Jungsteams gebildet. Weder dass die ambitionierten Mädchen bei den Jungs verbleiben, noch dass man ab diesem Zeitraum die Gruppen vergleicht.


    Ist die Gruppe der Sportler klein, ist der Aufwand entsprechend groß. Die Wege werden weiter, es gibt nicht so viel Auswahl.

    Hier im Kreis (eine Großstadt mit ländlichem Rest) zählen sie freundlicherweise immer die Teams: 461 Jungsteams und nur 22 Mädchenteams. (Einzelne Teams ab D-Jugend, so richtig gehts erst ab der B-Jugend los). Es ist also eine Randerscheinung, da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Hier in der Grundschule gibts ein groß angelegtes Mädchenfußballprojekt (E/F-Jugend). Mädchen, die in Jungsteams wieder aufgehört haben, lassen sich in einem reinen Mädchenteam wieder motivieren. Und andere, die NIEMALS mit Jungs spielen würden, finden sich auf einmal bei Kicken wieder. Ja, hier zieht das Freundinnenprizip. Das ist aber bei allen anderen Randsportarten auch so.

    Und so ists wie so häufig: wenn Schule und Verein zusammenfinden, kann es gelingen. Ansonsten wohl eher nicht.



    In dem Artikel geht's ja speziell um die Frage der Talentförderung. Und da kenne ich das von den hiesigen Auswahltrainern auch: Spiel bei den Jungs oder du bist raus.

    ,,Leistungsteams'' für Mädchen sind rar, selbst in Ballungsgebieten. Das ist dann oftmals keinerlei Option, alleine schon aus organisatorischen und finanziellen Gründen! Da bleibt ambitionierten Mädchen eigentlich überhaupt nichts anderes übrig wie bei den Jungs zu spielen, sofern sie gefordert werden wollen.

    Huhn/Ei...

    Gibts so wenig Leistungsteams, weil die Mädchen bei den Jungs sind? Oder anders herum?
    Warum zieht man nicht etwa die Auswahlspielerinnen aus den Stützpunkten permanent zusammen und lässt sie im Ligabetrieb spielen? Da hat man doch dann seine Leistungsteams und hätte ein Zweispielrecht im Heimatverein. So könnte in jedem Kreis ein "Mädchenzentrum" entstehen, welches idealerweise eine gewisse Sogwirkung entfaltet.

    Es sind andere Voraussetzungen als bei den Jungs, dann muss man halt auch andere Lösungen finden.

  • Die Grundidee des Bildens eine Ligamannschaft aus den Stützpunktspielerinnen ist ja nicht schlecht, wird aber so nicht machbar sein, da die Anfahrtswege einfach zu groß sind. Bei uns haben die Mädels z.T. einen Anfahrtsweg bis zu einer Stunde. Außerdem müssten die Ligaspiele dieser Mannschaft am Sonntag stattfinden, da der Vereinsspielbetrieb ja samstags stattfindet. Zähle ich zusammen würde die Konstellation bei uns dazu führen dass das Kind Mo (Stützpunkttraining), Di (Verein), Do (Verein), Sa (Ligaspiel Verein), So (Ligaspiel Stützpunkt). Und zwar jede Woche!!


    Ich sehe aber auch ein Problem darin, Kinder regelmäßig 4 - 5 Mal in der Woche auf dem Fußballplatz verbringen zu lassen. Die Freizeit leidet dann doch sehr darunter, zumal auch die Schule ja nicht zu kurz kommen soll. Aber das muss ja jeder für sich selbst entscheiden... Man sollte aber nicht vergessen, das der Sport für die meisten ein Hobby ist (und bleiben wird!).

  • Ok, aber jetzt dürfen wir in der Diskussion nicht mischen: Wir reden doch jetzt von der Talentförderung... Dann ist einmal Stützpunkt und zwei mal Vereinstraining ja quasi normal. Und an die Stelle der Spiele im Jungenteam könnte der Mädchenstützpunkt rücken... Dann wäre der Zwang raus, bei den Jungs spielen zu müssen.

    Wenn solchen Zentren recht zentral im Kreis lägen, könnte das zumindest eine Lösung für viele sein.


    na ja, sind ja auch nur Gedankenspiele...

  • Leider !! Ist der Job als Trainer einer reinen Mädchenmannschaft immer noch eher unbeliebt. Wenn die meisten Trainer die Wahl haben ,würden sie eher die Jungs nehmen. In einem Verein der von G - A alles Mädchen hat , ist dies wahrscheinlich noch anders.

    Aus Erfahrung kann ih berichten das es viel weniger an den Mädchen als an den Rahmenbedingungen liegt. Ich spreche hier für den ländlichen Raum und von meiner persönlichen Erfahrung.


    Mir wurde in den beiden letzten Saisonen jeweils der Trainerpaosten einer Mädchen D- bzw. Madchen C-Jugend angeboten. Allerdings immer auch ein weiteres Junioren Team.

    Mädchen würde hier bedeuten:

    - Gleiche Anzahl an Trainings pro Woche

    - Spielerinnen aus mehreren Vereinen gemischt (hoher Organisationsaufwand)

    - Spieltage am Wochenende da lange Anfahrtszeiten

    - Mittlere Anfahrtszeiten von >45min zu Spielen in der untersteh Spielklasse (min. 15min bis zu 1:45std)


    Im direktenVergleich kam für mich der Unterschied in den Ausbildungsständen usw. gar nicht mehr zum tragen. Zumal der Gesamtaufwand auch eine Übernahme parallel zu einem anderen Team nicht möglich macht.

    In vielen Mädchenmannschaften sind da noch viele Defizite im technischen Bereich, wo bei den Jungen schon taktische Möglichkeiten trainiert werden, die die Mädels so gar nicht umsetzen könnten. Ich beziehe mich hier übrigens auf die Altersklasse 10+ und auf die Förderung talentierter Mädchen, die evtl. später in höherklassigen Damenmannschaften spielen möchten.

    Hier ist der direkte Verglaich zwischen Jungen und Mädchen einfach falsch!

    Wie oben bereits geschrieben wurde finden sehr viele Mädchen erst viel später und aus anderen Gründen den Weg zum Fußball. Deshalb ist auch bei talentierten Team immer ein Unterschied völlig normal. Zumal auch das Ziel "Damen-" und "Herrenfußball" unterschiede aufweißt. Warum sollte also Kinder-teams direkt vergleichbar sein.

    Im Breitsportbereich ist der Unterschied noch viel größer, aber auch richtig.

    Die Jungs im NLZ gehen auf eine Eliteschule des Fußball und haben min. 2x in der Schule Training. Meistens dann noch 3 Mannschaftseinheiten und am Wochenende ist min. ein Spiel. Dort soll es für die Entwicklung gut sein und bei den Mädels schlecht. Kann mir das jemand erklären?

    Ich denke der große Unterschied liegt am Ausgleich. Im Internat und NLZ wird eine gezielte Belastungssteuerung betrieben. Aufgrund meist fehlender Absprachen oder auch Kompetenzen der Jugendtrainer im Verein und Förderzentrum wird diese bei vielen Mädchen schlicht nicht gemacht. Zwei Spiele mögen bei Unterforderung in einem Team ja völlig in Ordnung sein, keiner würde aber dauerhaft von einem Juniorenspieler zwei Einsätze pro Woche fordern, ohne dies entsprechend in die Trainingssteuerung einfließen zu lassen.

    Von Mädchen wird hingegen meist genau das Gegenteil gefordert; bei den Jungs sollen Sie sich durchbeißen und Einsatz zeigen und bei den Mädchen dann eine Führungsrolle einnehmen. Für Geist und Körper ist das nur in den wenigesten Fällen gut.


    Vorteil: Wer das Durchsteht ist mit sicherheit nicht verletzungsanfällig!


    Gruß

    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)



  • Es ist ja in der Tendenz schon zu erkennen, dass einige Vereine (vor allem Profi-Klubs) versuchen Mädchen Leistungstteams aufzubauen. Welche dann gegen Jungs spielen. Es ist aber wohl kaum möglich das in jedem Kreis - und damit in einem übersichtlichen Einzugsgebiet - so etwas entsteht. Selbst in den Mädchen-Kreisauswahlen kann oftmals nur ein Bruchteil der Mädchen mit gleichaltrigen Jungs mithalten und die Leistungsunterschiede sind enorm.


    Bei uns gibt es 1 Leistungsteam für Mädchen (sogar Internat), sowie einen zweiten Verein der aktuell versucht dies aufzubauen (beides Herren-Bundesligisten!) - auf ein Einzugsgebiet von fast 3 Millionen Menschen... Mal abgesehen davon das auch dieser Verein nur eine begrenzte Anzahl von Spielerinnen aufnehmen kann, müssten viele Mädchen aus meiner Region dann 3x die Woche dort hinfahren, Fahrzeit gerne auch mal 45. Minuten bis über 1 Stunde - pro Strecke! Das machen doch schlicht viele Eltern nicht mit, ist so finanziell und organisatorisch kaum zu stemmen und würde die Schule völlig vernachlässigen.


    Somit bleibt doch nur die Chance bei den Jungs zu spielen. Nimmt man diese Möglichkeit, nimmt man vielen ambitionierten Mädchen die Chance diese Ambitionen auszuleben und sich sportlich weiterzuentwickeln.

  • Ok. Ich habe den Thread noch einmal durchgelesen und festgestellt, dass ich mich wohl nicht so ganz ausgedrückt habe. Ich versuche mal das Ganze an dem Beispiel meiner Tochter festzumachen.

    Sie hat im Alter von 7 mit dem Fußball begonnen. Ich würde sie als talentiert bezeichnen - kein Überflieger, aber eine gute Fußballerin. Nach dem 1. Jahr E-Jugend wechselte sie auf eigenen Wunsch aus ihrer Mädchenmannschaft in die 1 Jahr jüngere Jungenmannschaft. Seitdem spielt sie bei den Jungen.

    Fakt ist, sie hätte sich innerhalb der Mädchenmannschaftniemals so gut entwickelt, (das mache ich an der Entwicklung der dort verbliebenen Mädchen fest) wie sie es bei den Jungen getan hat. Die Spiele der Mädchenmannschaften, die ich verfolgt habe waren grauenvoll (Entschuldigung). Die Spiele, in denen sie bei den Mädchen gespielt hat war sie definitiv unterfordert. Was also tun mit Mädchen, die schon früher begonnen haben als ihre Freundinnen? Die talentierter sind? Die im Bezug auf Fußball ähnlich gierig sind, wie viele Jungen in dem Alter?

    Ähnlich kann ich ihre Entwicklung beschreiben, die sie genommen hat, als sie vom Mädchenstützpunkt in den Jungenstützpunkt wechselte. (Und das Training im Mädchenstützpunkt war definitiv top!)

    Fast alle der besseren Stützpunktkameradinnen spielten im Übrigen in Jungenmannschaften. (Und das nicht weil es so gefordert wurde, sondern weil es schlichtweg so war!)

    Fakt ist dass sie im Jungenteam mehr Spaß hat, eben weil sie auch mehr gefordert wird. Und das sind ihre Worte!


    Im Umkehrschluss bedeutet das nicht, dass in Mädchenmannschaften kein sehr guten Talente vorzufinden sind und ich halte es auch für falsch solche Mädchen auf Grund dieser Tatsache aus Landesauswahlen o.ä. auszuschließen, aber falls ich Talente auf Mädchenebene scouten wollen würde, würde ich zuerst in gleichaltrigen Jungenmannschaften, oder ein Jahrgang darunter suchen...

  • dann dreh ich mal die Argumente um und polarisiere mal durch meine eigene weibliche Brille:


    Mädchen haben es sehr viel einfacher, eine geeignete, ihrer Könnens- und Entwicklungsstufe gerechten Mannschaft zu finden weil sie bei den Mädchen UND bei den Jungs gucken können. Sie können nicht nur aus den 22 Mädchenteams sondern auch aus den 461 Jungenteams wählen und werden sicher Heimatnah fündig. Auffällig guten Jungs bleibt nur der Weg in die nur begrenzt verfügbaren ambitionierten Vereine / NLZs oder sie versauern genauso in ihrer Dorftruppe wie die talentierten Mädchen in Mädchenmannschaften.

    Mädchen werden inzwischen in den Stützpunkten gefördert, was ich natürlich uneingeschränkt begrüße (Diesen Satz meine ich ernst, ganz ohne Polemik)

    Was ich allerdings vollkommen daneben finde ist, dass sie sogar einigen Jungs den Platz im Jungsstützpunkt wegnehmen. Wo es für unzählig viele Jungen sowieso nur wenige Plätze gibt. Sind sie im Überhang? Fein, dann könnte der Trainer ja auch noch 1-2 Jungs mehr dazu nehmen.

    Aufstiegschancen der Mädchen bis in die Bundesligateams sind ungleich größer als bei den Jungs weil es wesentlich weniger Konkurrenz gibt. Mit etwas Zusatztraining könnte das für talentierte Spielerinnen fast zum Selbstläufer werden. Zumindest im Vergleich zu den Jungs.


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~



    Aber mal im Ernst:

    Ich kenne auch einige Mädchen, die bei den Jungs locker mithalten. Sie sind in den

    Mannschaften integriert und anerkannt. Die Kinder machen da keine Unterschiede. Ist doch prima, so lange sich die Kinder wohlfühlen.

    Ich glaube aber auch, dass mit der Pubertät eine Trennung nach Geschlechtern sinnvoll sein müsste. Jungs werden da so unfassbar kindlich und doof!!! Zumindest aus der Sicht von den Mädchen, die ihren männlichen Alterskameraden locker 1-2 Jahre voraus sind. Nicht ohne Grund schielen 13 Jährige zum schnuckeligen Sören-Jason aus der 10a. ;)



    Ich finde die Verpflichtung bei Jungs spielen zu müssen, die man talentierten Mädchen in den Landesauswahlen aufbürdet, vollkommen daneben. Daher ja auch meine Forderung, für die Mädchen verbandsseitig Strukturen zu schaffen, die das nicht nötig machen.

    Ich hätte mit Sport aufgehört, wenn man mich dazu verpflichtet hätte. Beim Volleyball werden gerne zu Weihnachten vereinsinterne Mixedturniere ausgerichtet. Ich habe das immer gehasst. Die Jungs kamen mir immer vor, als ob sie den Mädchen mal zeigen müssen, wo der Hammer hängt. *uärks*

    Erst mit 30 bin ich in ein Hobbymixedteam gewechselt und hatte dann noch viele Jahre ne Mengel Spaß dort. Auch weil aus den Jungs Männer geworden waren, die es nicht mehr nötig hatten, sich zu produzieren.

  • Das mit den Plätzen wegnehmen ist Unsinn.

    Meine Tochter ist im Jungsstützpunkt einem Jahrgang drunter und ist dort vielen Jungs überlegen .

    In den Kader von Turnieren kommt man über Leistung .

    Wäre sie 3Tage jünger wäre sie Jahrgang 2007.

    Warum sie nicht bei den 2006 ern ist weiß ich nicht .

    Der Trainer schaut nicht ob mänlich oder weiblich und das ist eine klare Ansage gegenüber Eltern und Kindern .

    Ich hatte in ihrer 2006er Jungsmanschaft bei den Gegnern schon gemerkt , dass manche entweder aggressiv werden oder sich zurückhalten wenn sie gegen Mädchen spielen und ich kenne leistungsstarke Mädchen , die sich von ihrem Aussehrn nicht von den Jungs unterscheiden solange

    Es von ihrer Entwicklung möglich ist .

    Ich verstehe jetzt auch warum .

    Nicht jedes Mädchen erträgt es bei den Jungs zu spielen .

  • Goodie

    Also ich persönlich habe von einer Verpflichtung in einer Jungenmannschaft zu spielen, um in die Landesauswahl aufgenommen zu werden nichts gehört. Dass es von deren Seite begrüßt wird weiß ich. Ist ja vielleicht auch landestrainerabhängig.


    Zum Jungenstützpunkt ist mein Kenntnisstand, dass die Landesauswahlspielerinnen "on top" genommen werden. In einigen Fällen, so auch in unserem, werden die Mädchen direkt in den Kader aufgenommen. Bei uns in NDS bspw. über eine Sichtung beim Sparkassencup. In diesem Fall wird tatsächlich einem Jungen der Platz "geklaut". Ich fand das zu Beginn auch nicht so gut. Ich habe den Trainer darauf angesprochen, als ein Teil der Stützpunktjungs zu einem (Sichtungs?)Turnier gefahren sind. Immerhin nimmt sie dort ja einem der Jungs die Chance sich zu zeigen. Die Antwort war, dass - falls sie nicht mitkäme - der schwächste 12. Junge des 15er - Kaders nachrücken würde.


    Die Chance für denjenigen aus der Großzahl an Jungen dort herauszustechen ist also praktisch nicht vorhanden.


    Somit greift das Leistungsprinzip... in meinen Augen zurecht, auch wenn ich deinen Einwand nachvollziehen kann.


    Aber in den Auswahlen gilt das Leistungsprinzip generell, da gibt es keinen Kuschelkurs. Das müssen die Kinder und Eltern wissen, wenn sie sich darauf einlassen...


    Was das Spielen in einer Jungenmannschaft bezüglich Spaß und Problemen mit zunehmendem Alter betrifft stimme ich dir vollstens zu. Klar ist auch, dass die jetzige Phase nur ein temporärer Zustand ist.

  • Es ist faktisch so , dass ein Mädchenstützpunkt leistungsmässig dem Jungenstützpunkt unterlegen ist .

    Bis zum Alter von 11 Jahren weder physisch noch mental zu erklären .

    Das bedeutet , dass Fußball nach wie vor eine Jungendomäne ist .

    Jungen können es kaum ertragen, wenn Mädchen gegen die gewinnen .

    Auf einem Turnier ist die Mädchenmandchaft gegen die Jungs angetreten und der Spott und Hohn, dass da Mädchen spielen war von einigen Mannschaften hörbar .

    Am Schlimmsten waren manche Eltern und auch die Trainer.

    Das waren aber zum Glück nicht alle .

    Um bei den Jungs zu spielen muss sich ein Mädchen in allen Belangen durchsetzen und das lediglich , weil sie ein Mädchen ist.


    Auf der anderen Seite wird ein Junge verspottet , wenn er sich von einem Mädchen den Ball wegnehmen lässt , was nicht mehr so ist , wenn ein Mädchen in der Manschaft mitspielt .

    Ich bin mir sicher es würden viel mehr Mädchen und besser Fußball spielen würden sie in den Vereinen gleich behandelt werden und nicht für die Niedrigklassigen Männer das Heimrecht aufgeben müssten .