DFB-Akademie

  • Die -Visionen-: - Spielen dem Üben vorziehen etc... sind ja schon mal ein guter Ansatz, insgesamt kommt mir einiges beim ersten -drüberschauen- sehr banal vor. so nach dem motto: erstmal die Seite an den Start bringen und dann nach und nach mit wertigeren Inhalten füllen... Das ist aber ein rein subjektiver Eindruck.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Habe jetzt auch mal genauer durchgeguckt und kann den Eindruck bestätigen...alles sieht gut aus, klingt spannend, aber die inhaltliche Tiefe fehlt fast komplett, die meisten Bereiche scheinen mir nur grob angerissen zu werden. Mal schauen, vielleicht wird das ja noch was

  • Interview mit dem Leiter der DFB-Akademie Tobias Haupt unter wochenblatt.de:

    "Wir haben vergangenes Jahr unsere Fußball-Lehrer-Ausbildung erstmalig nach elf Jahren reformiert und dabei auf Schwerpunkte wie Persönlichkeitsentwicklung, Menschenführung und Problemlösungsfähigkeit gesetzt."

    "Für die Jungs und Mädchen geht es darum, in erster Linie Spielfreude und Kreativität auf dem Platz zu entwickeln – und nicht darum, mit neun oder zehn Jahren schon ein 1:0 über die Spielzeit zu bringen."


    Auch inhaltlich hat sich aus meiner Sicht auf der Homepage etwas getan. Anregungen sind vorhanden (z.B. Torwartkette) - und wer es detaillierter oder wissenschaftlicher will, kann dann seine Nachforschungen anstellen.

  • Finde das mit der Torwartkette sehr gewagt. Klar im Profibereich kann man das absolut bringen, aber alles unterhalb von ambitionierten Amateurfußball sollte dann doch lieber was anderes trainieren. Ich sage nicht, dass der Torwart sich nicht am Passspiel beteiligen sollte, aber alles hat Grenzen.

  • Finde das mit der Torwartkette sehr gewagt. Klar im Profibereich kann man das absolut bringen, aber alles unterhalb von ambitionierten Amateurfußball sollte dann doch lieber was anderes trainieren. Ich sage nicht, dass der Torwart sich nicht am Passspiel beteiligen sollte, aber alles hat Grenzen.

    Warum? Wenn du von Lewandowski, Suarez oder Salah angelaufen wirst und es um Millionen geht, kann man das bringen, aber wenn dich Bezirksligaspieler am Sonntagmorgen anlaufen, ist das sehr gewagt? Verstehe ich nicht.

    Technische Fehler werden doch sogar eher verziehen, weil die Gegner keine ausreichende Intensität und/oder Struktur im Pressing hinbekommen, und durch das insgesamt viel geringere Spieltempo kann doch vom Torwart auch auf Ballverluste früh- und rechtzeitig reagiert werden. Zumal es ja tendenziell zu weniger Ballverlusten kommen wird, weil a) der TW als zusätzlicher Pressingauflöser da ist und b) die gegnerischen ST sich ja in solchen Situationen von den sehr breiten IV gerne mal auseinanderziehen lassen, so dass Pressingstrukturen ohnehin nicht mit letzter Konsequenz aufgebaut werden.


    Oder meinst du, dass dir die Trainingszeit dafür zu schade ist? Könnte ich aber auch nicht verstehen. Lässt sich doch in ganz gewöhnlichen Spielfeldausschnitten und in Spielformen trainieren wie "normale" Spielaufbaustrategien auch.


    Oder meinst du, dass die Trainingszeit nicht ausreicht, um eine funktionierende TW-Kette einzustudieren? Würde ich aber auch absolut nicht unterschreiben.


    Die Torwartkette wird definitiv fester Bestandteil meines neuen Teams und wurde heute im Training schon angerissen inkl. kurzem Video-Briefing für die Torhüter. Nächste Woche geht's konkreter in den Spielaufbau - ich werde also aus erster Hand und Erfahrung berichten können.

  • Larius : diese Argumentation kenne ich noch von der 3-er bzw. 4er-Abwehrkette - und heute spielt fast niemand mehr mit Libero (auch im Jugend- und Amateurbereich) - es wird allerdings seine Zeit brauchen (ich gehe von 5-10 Jahre aus - sofern es sich im Profibereich etabliert).


    Die Position des Torwart finde ich sowieso faszinierend. Auf keiner anderen Position gab es in den letzten 4-5 Jahrzehnten so viele Veränderungen (z.B. 4sec-Regel, Rückpassregel, Abstossregel, mitspielen um Pässe hinter der 4er-Kette abzuwehren - und jetzt mitspielen im Spielaufbau).

  • Larius : diese Argumentation kenne ich noch von der 3-er bzw. 4er-Abwehrkette - und heute spielt fast niemand mehr mit Libero (auch im Jugend- und Amateurbereich) - es wird allerdings seine Zeit brauchen (ich gehe von 5-10 Jahre aus - sofern es sich im Profibereich etabliert).


    Die Position des Torwart finde ich sowieso faszinierend. Auf keiner anderen Position gab es in den letzten 4-5 Jahrzehnten so viele Veränderungen (z.B. 4sec-Regel, Rückpassregel, Abstossregel, mitspielen um Pässe hinter der 4er-Kette abzuwehren - und jetzt mitspielen im Spielaufbau).

    Das Bilderbeispiel zeigt ein extremes Pressing. ManCity kann sowas auflösen, aber nicht der Standardtorhüter. Da fehlt mir wirklich der Glauben. Ich bin ja sehr dafür den Torwart einzubeziehen, nur hat alles seine Grenzen. Das Bilderbeispiel wäre z.B. für mich ein Grenzübertritt zumindest in den unteren technischen Fußballbereichen. Da muss man einfach abwägen. Die meisten Vereine haben kein Torwarttraining und dementsprechend sind die meisten Torhüter schlecht ausgebildet (mache da niemanden einen Vorwurf). Da bringt es doch nix mit sowas anzufangen. Dann lieber die Zeit nutzen um andere Dinge zu verbessern. Die anderen Beispiele sind ja gut gewählt und das kann man so machen, aber das City Beispiel geht halt finde ich nicht.

  • Die meisten Vereine haben kein Torwarttraining und dementsprechend sind die meisten Torhüter schlecht ausgebildet (mache da niemanden einen Vorwurf). Da bringt es doch nix mit sowas anzufangen.

    Gerade weil häufig kein Torwarttraining stattfindet, finde ich das Thema reizvoll. Die Torhüter können doch in den "normalen" Ablauf miteingebunden werden und so ihre fußballerischen Qualitäten verbessern. Es ergeben sich neue Möglichekeiten im Spielaufbau quasi als Nebenprodukt des "normalen" Trainings.

    Sicherlich orientieren sich die Themen der Akademie am Leistungsfußball. Heruntergebrochen auf den Amateurfußball ist die Zielrichtung doch aber auch, eine gewisse Akzeptanz zu erreichen. Früher hieß es doch, nur ja nicht den Torhüter anspielen. Mit der Zeit wurden die Rückpässe häufiger. Dann hieß es alles lang schlagen, ja nicht dribbeln. Die Entwicklung im Leistungsbereich hat immer auch Auswirkungen auf den Breitensportbereich.

  • Gerade weil häufig kein Torwarttraining stattfindet, finde ich das Thema reizvoll. Die Torhüter können doch in den "normalen" Ablauf miteingebunden werden und so ihre fußballerischen Qualitäten verbessern. Es ergeben sich neue Möglichekeiten im Spielaufbau quasi als Nebenprodukt des "normalen" Trainings.

    Sicherlich orientieren sich die Themen der Akademie am Leistungsfußball. Heruntergebrochen auf den Amateurfußball ist die Zielrichtung doch aber auch, eine gewisse Akzeptanz zu erreichen. Früher hieß es doch, nur ja nicht den Torhüter anspielen. Mit der Zeit wurden die Rückpässe häufiger. Dann hieß es alles lang schlagen, ja nicht dribbeln. Die Entwicklung im Leistungsbereich hat immer auch Auswirkungen auf den Breitensportbereich.

    Die Akzeptanz ist denke ich schon vorhanden. Habe ja auch wie gesagt nix dagegen wenn man den Torwart als weiteren Feldspieler nutzt. DIe Akzeptanz hört nur da auf, wo man vom Torwart verlangt unter Druck d.h wenn der Stürmer knapp vor einem steht einen 20m Ball über ein anderen Stürmer hinweg in den freien Raum spielt. Ich halte soetwas im Amateurbereich für schlichtweg nicht machbar. Ein Torwart kann natürlich auch ein wenig dribbeln. Oberste Prioriät hat aber für mich Sicherheit, da ein Fehler im Prinzip immer ein Gegentor bedeutet.

  • vllt. Nicht zu 100% am Thema, aber ich habe meine torhüter in f und e immer schon sehr hoch stehen lassen und mitspielen. Einer spielt mittlerweile auf dem feld auch am stp.

    Neben dem - mitspielen- war ein schöner Effekt das er die -rausklopp- bälle zuverlässig abgefangen hat und die Abwehrspieler immer schön mit aufrücken konnten... klar hat man sich dabei auch mal gg.tore gefangen, aber die sind mir lieber als solche, bei dener der tw auf der linie klebt und dadurch der stürmer blank ist....

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

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  • zum thread Thema. Habe nun mal die themenund zum teil die artikel überflogen. Neben einzelnen, relativ oberflächlichen, einzelanalysen kommt mir immer noch das meiste bekannt vor. Wer über die treffer und die analyse der championsleague tore und die gefährlichen räume Bescheid wissen möchte ist mit anderer literatur und autoren z.t. besser aufgehoben. Erkenntniss wie das spielen besser ist als üben etc. Kommt zum teil( wenn man die Diskussionen schon vor jahren mit gegensätzlicher meinung mit dem dfb oder dessen repräsetanten geführt hat) fast ein wenig komisch vor.

    Torwartkette z.b. ist auch schon vor jahren beschrieben worden... ist alles toll das der dfb nun themen aufnimmt die er vor jahren noch ganz anders gesehen hat. Aber das das alles unter dem tollen namen einer - AKADEMIE- Läuft, mag vllt. Die Akzeptanz derer steigern, die sich nie mit solchen themen beschäftigen, aber für andere nicht gerade die Akzeptanz enorm verbessern. Sieht mir zum teil so aus als hätte der dfb was - erfunden- . Dabei warens die schweizer??

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

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  • vllt. Nicht zu 100% am Thema, aber ich habe meine torhüter in f und e immer schon sehr hoch stehen lassen und mitspielen. Einer spielt mittlerweile auf dem feld auch am stp.

    Neben dem - mitspielen- war ein schöner Effekt das er die -rausklopp- bälle zuverlässig abgefangen hat und die Abwehrspieler immer schön mit aufrücken konnten... klar hat man sich dabei auch mal gg.tore gefangen, aber die sind mir lieber als solche, bei dener der tw auf der linie klebt und dadurch der stürmer blank ist....

    Ich sage meinem Fänger sogar, dass ein Gegentor von der Mittellinie oä, weil mein TW (zu) weit draußen war, mein “Fehler” ist. Das Ding geht dann auf den Trainer.

    Passiert aber auch eigentlich nie.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Wir haben heute ein 11 gegen 11 gegen unsere andere C-Jugend gespielt. In der zweiten Drittelpause hat einer unserer Torhüter angesprochen, dass er nur 2 Bälle halten musste und deutlich mehr Pässe spielen musste. Er hat gesagt, dass es ja viel wichtiger wäre, dass er gute Pässe spielen kann als Bälle aus den Ecken fischen kann. Denn das eine braucht er 25 mal im Spiel, das andere vielleicht jedes zweite Spiel.


    Ich habe ihm dann das Konzept der Torwartkette erklärt, das hat ihm gefallen und er will das unbedingt spielen. Ist auch eine Beschäftigung für jemanden, der vielleicht in einer guten Mannschaft sonst wenig zu tun hat. In der C-Jugend schießen auf Kreisniveau keine Spieler Flugbälle aus 40 Metern ins Tor. Selbst flache Schüsse aus 30 Metern erreichen ihr Ziel meist nicht. Wird das schon jetzt einstudiert und optimiert, kann das auch in B- und A-Jugend und bei den Herren Früchte tragen.

    Wer gut zielt, macht viele Tore - Wer gut spielt, hat viel Spaß - Wer beides macht, hat Erfolg

  • Trainer E : "Wissen - das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt." (Marie von Ebner Eschenbach)

    - wer sind bitte die anderen Autoren und Literatur? ist das auch frei zugänglich?


    Ich kenne noch Roland Loy (hier z.B. bei 11freunde). Auch das Buch "Die Fußball-Matrix" von Christoph Biermann (4. Auflage 2009) befindet sich in meinem Schrank. Alles über ein Jahrzehnt alt - welche neuen Bücher sollte man lesen?


    Nehme ich "Erfolgreiches Angreifen" von Dirk Reimöller und Thomas Voggenreiter (2006 - auch ein "altes" Buch) finden sich auf Seite 35 die Trefferzonen der WM 2002. 56% der Treffer wurden dabei direkt erzielt (12% nach Mitnahme, 10% nach Dribbling - weitere nach Freistoß 3%, nach Eckstoß 5%, als Freistoß 6% und als Strafstoß 8%). Im Gegensatz zur Veröffentlichung bei der DFB-Akademie wurde die Breite des 5m Raum gedrittelt anstatt halbiert - damit wird noch deutlicher, dass zentral vor dem Tor die meisten Tore erzielt werden (aus meiner Sicht nachvollziehbar). Die Assistzone wurde dort allerdings nicht erwähnt.

  • let1612 natürlich ist das alles frei zugänglich. Da du biermann schon erwähnt hast, empfehle ich dir das nachfolgebuch : matchplan - die neue fussballmatrix.

    Zu anderen Abhandlungen auf der dfb Akademie seite kommt einem vieles bekannt vor, wenn man aufmerksam zb. Abhandlungen auf spielverlagerung.de verfolgt hat.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)