Fussballschule Zweitligist

  • Hallo zusammen,


    folgende Situation: Mein Sohn (Bj. Mitte 2013) wurde in seinem bisherigen Verein relativ früh in die F2 hochgezogen. Nach gerade einmal 2-3 Monaten bei den Bambini‘s attestierten ihm die Trainer ein gewisses Talent (das ich damals ehrlicherweise noch nicht gesehen habe) und zogen ihn bereits mit 4 Jahren gemeinsam mit den 2011ern hoch in die F2. :/

    Ok, nach nun ca. 1 Jahr kann man feststellen, dass die Trainer das richtige Händchen hatten. Mit 5,5 Jahren gehört er zum festen Kader und spielt bei den Spieltagen auch regelmäßig eine gute Rolle (ist glaube ich sogar drittbester Torschütze im Team). Jetzt muss er natürlich auch gegen 8-jährige spielen, was ich teilweise richtig krass finde. Technisch gehört er zwar zu den besseren, wenn nicht sogar zu den besten im Team, aber körperlich sind das natürlich Welten. Und ich überlege mir, ob es sinnvoll ist so weiterzumachen, da er sich dementsprechend selten im Zweikampf durchsetzt.


    Mittlerweile hat sich aber der Nachbarverein (2. Liga) nach ihm erkundigt und würde ihn gerne als Zusatzspieler bei seinen Bambini‘s sehen und anschließend fest verpflichten (wenn man das so sagen darf in dem Alter :D). Er würde die Runde bei seinem Heimatverein in der F2 zu Ende spielen dürfen und zusätzlich bei den Bambini‘s vom Zweitligisten mittrainieren.


    Aktuell tendiere ich in die Richtung diesem Modell zu folgen und ihn ab der neuen Runde fest in der Fussballschule anzumelden. Allerdings bin ich noch nicht ganz davon überzeugt, da er sich eigentlich sehr gut bei seinem aktuellen Verein entwickelt (und das ohne monatliche Kosten in Höhe von 40€!).

    Ausserdem wäre es meiner Meinung nach auch ein kleiner Rückschritt für ihn gegen gleichaltrige zu spielen. Das hört sich zwar blöd an, ist aber so.

    Im Sommer durfte er bei unseren Bambini‘s aushelfen und erzielte pro Spiel 4-5 Tore. Alle Spiele mit ihm wurden gewonnen, obwohl seine gleichaltrigen Teamkameraden absolute Anfänger waren und bei ihrem ersten Turnier ohne ihn nur hohe Niederlagen einstecken mussten.


    Was würdet ihr ihm/uns raten? Was wäre für seine Entwicklung am Besten? Entweder zu den Bambini‘s vom Zweitligisten oder beim Heimatverein in der F-Jugend belassen?


    Besten Dank im Voraus für eure Meinungen :thumbup:

  • Das hängt sehr davon ab, wie die tatsächliche Trainingsqualität in eurem Heimatverein ist.


    Und auch wenn ich ungerne Ferndiagnosen mache, deine Ausführungen lassen den Schluss zu, dass die Trainer wohl auf keinem besonders hohen Niveau arbeiten.


    Einen Spieler gegen vier Jahre ältere spielen zu lassen ist, ehrlich gesagt, ziemlich schlecht. Auch die Aussage er würde "zum festen Stamm gehören" (sollte es in der F nicht geben!) macht mich etwas stutzig. Diese Aspekte widersprechen grundlegenden Regeln im Kinderfußballtraining.

    Nichtsdestotrotz ist es schwer hier ohne Einblick in das Training tatsächlich eine Aussage zu machen.


    Thema Geld:


    40€ im Monat ist immer noch weniger als halb so viel wie für Klavierstunden o.ä.

    Qualität kostet halt meistens Geld. Und diese würde ich bei der Betreuung meiner Kinder dann doch erwarten.


    Die Fußballschulen der Lizenzvereine gehören noch nicht zum eigentlichen Leistungszentrum. Dennoch wird i.d.R. auch hier auf gut ausgebildete Trainer geachtet, weswegen ein hohes Niveau im Training meist sichergestellt ist.


    Der Vollständigkeithalber sei gesagt:


    In diesem Alter gibt es definitiv andere Prioritäten als die fußballerische Entwicklung. Nur Kinder bei denen der Spaß am Sport erhalten bleibt (->Spiel mit Freunden!) werden später erfolgreich sein. Die entscheidenden Schritte in der Ausbildung werden zwischen D und A Jugend gelegt. Hier ist die Qualität der Ausbildung oberste Prio, davor eher untergeordnet.


    Die meisten späteren Profis (auch wenn das in diesem Fall nicht das Ziel sein kann) wechseln erst zw. U11 und U15 ins NLZ

  • Mr. Rabona , du wohnst vermutlich im Ruhrgebiet?


    Jedenfalls lassen deine Ausführungen auf einen ziemlichen Fußball-Wahnsinn schließen. Es gibt in D m.W. wenige Ballungsgebiete, wo der Kampf der Vereine um die besten Talente solche Ausmaße annimmt, wie du sie schilderst.


    Ich teile @Constantins Einschätzung.

  • Mit wem spielt er in der Freizeit Fußball? Gleichaltrige oder Ältere? Wie viel älter?

    Wie hoch ist der Aufwand und wie selbstständig ist das Kind? Kann es Schuhe binden?

    Will der Verein einen Kunden oder ein Talent?


    Zum Thema hochziehen wurde kürzlich hier diskutiert:

    Relativer Alterseffekt

    - allerdings finde ich es in diesem Fall ("aber körperlich sind das natürlich Welten" und dem Alter) bisher am Krassesten.


    Ich verstehe weder den Zweitligisten noch deinen Heimatverein - ich kann beides nicht unterstützen.

  • Er spielt schon seitdem er mit dem Fussballspielen angefangen hat ausschließlich gegen ältere (meistens gegen 7-8 jährige, teilweise auch noch älter) Einfach aus dem einfachen Grund, es gibt bei uns keine Jungs in seinem Alter, die so fussballbegeistert sind wie er. Letztens habe ich ihn gefragt mit wem er denn im Kindi kickt (weil er stets seinen Fussball in den Kindi mitnimmt). Seine Antwort: „Meistens kick ich alleine auf unser Tor im Garten.“:(


    Aufwand wäre für uns Eltern minimal größer (5km weiter als bisher und meine Arbeitsstelle liegt sogar direkt neben der Sportstätte des Zweitligisten). Des weiteren ist er sogar einer der wenigen aus seinem Team, der sich die Schuhe nicht ständig von den Trainern binden lässt, sondern nimmt es selbst in die Hand 8).

    Also, was die Selbstständigkeit angeht merkt man keinen Unterschied zu den 2011ern.


    Vor einigen Wochen waren wir bei unseren Bambini‘s im Training, um dort leider feststellen zu müssen, dass sie dort ungelogen während 1 Stunde Training in Summe max. 5-10min den Ball im Spiel hatten. Der Rest bestand Fango-Spielen.:rolleyes:

    Das macht er aber bereits dienstags im Kinderturnen, sodass er völlig enttäuscht war...

  • Mal eine Verständnisfrage:

    Wofür musst/willst du 40 Euro pro Monat zahlen?

    Für eine Fussballschule?


    Ich dachte, es geht um den wechsel in diesen Zweitligaverein.


    Falls es um eine zu bezahlende Fussballschule des Zweitligisten geht:

    Wenn der Verein deinen Sohn wirklich haben will, warum sollst du dann 40 Euros pro Monat zahlen und zusätzlich die Fussballschule besuchen?

    War das deren Vorschlag oder willst du ( also deine Idee) so die Zeit bis Saisonende überbrücken, wenn dein Sohn erst wechseln kann.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Da es eine Fussballschule des Zweitligisten ist, muss dort jedes Kind den montalichen Beitrag bis zur U12 bezahlen. Ab der U12 gehts kostenfrei mit dem NLZ weiter, wenn es den Sprung schafft.

    Die Zeit als Zusatzspieler, bei der er nur einmal

    wöchentlich am Training und bei den Leistungsvergleichen teilnehmen dürfte, ist kostenlos. Während dieser „Probezeit“, meistens ist das ein halbes Jahr, kann man dann die Entwicklung verfolgen, um dann einem festen Wechsel zuzustimmen.


    Mir geht es eig. darum, ob es meinem Jungen evtl. doch besser tun würde mit bzw. gegen Gleichaltrige zu spielen (beim Zweitligisten) oder ob es besser wäre sich weiterhin mit 2-3 Jahre älteren Kindern zu messen?!:/


    Übrigens: Auch der interessierte Verein spielt mit dem Gedanken, ihn bereits ab der nächsten Runde in die F2 hochzuziehen, sofern er dorthin wechseln würde...dann wäre der Altersunterschied nur noch 1-2 Jahre X/

  • Hmm...

    Fussballschule eines NLZs ist dann doch etwas ganz anderes, als das NLZ selbst.


    Keine Ahnung, wecher Zweitligist das sein kann, aber schon die NLZ unterscheiden sich ja schon.

    Ich gehe hier von einem Zweitligisten eher im Süden Bzw. Ländlicher besiedeltem Gebiet, weil es erst ab U12 losgeht.



    Meine Meinung:

    Kann man machen, muss man aber nicht.


    Ich bin mit aber relativ sicher, dass du diese Fussballschule nicht mit dem NLZ ab U12 oder den meisten BundesligaNLZ (auch ab U9) vergleichen kannst, wenngleich das schon nicht so verkehrt sein wird.

    Ob man das aber machen muss...ich weiß nicht.

    Ich würde es wohl eher nicht machen, da müsste der Zweitligist erstens relativ nah sein und zweitens auch genug wirklich gute Wettkämpfe (ab U9/U10) haben.

    Vor U 10 oder gar U9 würde ich nicht wechseln.


    Was spricht denn dagegen in Heimatverein zu bleiben, weiterhin regelmäßig im NLz mittutrainieren und auch mal Wettkämpfe (über Gastspielgenehmigung) beim NLZ zu bestreiten?



    Zum Thema gegen Gleichaltrige:

    Es ist mM nach immer besser, gegen Gleichaltrige zu spielen, wenn!!! man dort auch gleichwertige oder sogar bessere Gegner findet.

    Das ist aber oft ein Problem, nicht nur in deinen Heimatverein. Das kann auch beim Zweitligisten so sein, wenn die nicht viele Turniere/Vergleiche gegen andere NlZ bestreiten.

    Viele NLZ-Teams (abgesehen von NRW) spielen ja die Punktspiele einen Jahrgang höher und messen sich nur auf Turnieren oder gegen andere NLZ mit Gleichaltrigen.



    Edit:

    Mich stört der doch ordentliche monatliche Beitrag. Nicht, weil ich finde, dass 40 Euros grundsätzlich viel sind, wenn man wirklich gute Bedingungen bekommt. Fußball allgemein ist zu billig mM.

    Aber, gerade NLZs sind ja idR billiger, die müssen sich ja nicht über die Mitgliedbeiträge finanzieren.

    Wenn die einen Spieler gerne besser fördern wollen, warum soll der Spieler diese Kosten dann selbst tragen?

    Wirkt auf mich,genau wie eine der kommerziellen Fußballschulen, die nur den Namen des Nlzs trägt und es den Trainern so leichter macht, talentierte Jungs zu bekommen. Mit dem NLZ hat das aber Wahrscheinlich fast gar nichts gemein.

    Mal davon ab, dass die NLZs vieler Zweitligisten auch etwas ganz anderes sind, als die der Bundesliga. Auch oberhalb der U11.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

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  • Keine Ahnung, wecher Zweitligist das sein kann, aber schon die NLZ unterscheiden sich ja schon.

    Ich gehe hier von einem Zweitligisten eher im Süden Bzw. Ländlicher besiedeltem Gebiet, weil es erst ab U12 losgeht.

    Ich hatte ja an den VfL Bochum gedacht, aber da habe ich völlig daneben gelegen. "Ländlich" passt besser. Ich denke, das ist zur Einordnung schon gut zu wissen.

  • Mich wundert eine -Talentprognose- dieser Fußballschule. Das ist mit 5,5 Jahren gar nicht seriös zu beantworten.

    Auch würde mich sehr interessieren, welches NLZ diese Praktiken fährt. (Fußballschule bis u12 gg. Beitrag und dann mal gucken, -ob es reicht-). Hört sich für mich nicht so ganz seriös an. (Ich möchte aber nichts unterstellen).

    Alles was im Alter bis 8,9 läuft ist unter Spaß zu sehen, auch für die talentiertesten (darüberhinaus selbstverständlich auch). Wenn die unterfordert sind, dann im Heimatverein 1 Jahr höher. Das bitte mit sehr viel Bedacht. Ich habe nun in der D1 spieler, die immer hochgezogen wurden, seit den Bambini. Glücklicherweise hat auch das körperliche Wachstum gepasst, sodaß auchjetzt die z.T. 2 Jahre Altersunterschied nicht auffallen.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Trainer E ()

  • (ist glaube ich sogar drittbester Torschütze im Team)

    Zu den Torschützen. Wahnsinn das es schon in der F gezählt und nachgehalten wird. Am Wochenende haben meine D1 Jungs mal wieder (nach 3 Niederlagen) gewonnen. Ich sagte zu meiner Frau auf der Rückfahrt dann das ich froh sei, das wir nun 11 Torschützen bei 13 Feldspielern hätten, mein sohn kriegte es mit und meinte: Wer hat denn eigentlich am meisten Tore gemacht. Tja, keine Ahnung. Er auch nicht. Ist eigentlich relativ unwichtig und sagt auch nichts übers Talent aus.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Bei allen Überlegungen solltest du Wechselmodalitäten im Auge behalten: in unserem Landesverband (Niederrhein) dürfen die Bambinis ohne Sperren wechseln (es gilt der Jahrgang des Kindes, nicht die gemeldete Mannschaft). Ab der F-Jugend geht das nicht mehr.


    Ich bin auch der Meinung: ein Jahr höher ist ok, zwei sind zu viel. Und klar, wenn er dann als Altjahrgang Bambini in einer F2 spielt, bekommt man es auch mal beim Gegner mit F1ern zu tun. Das ist auch nicht so schlimm. Sollte nur nicht die Regel sein. Aber das ist ne Ferndiagnose durch die Brille der eigenen Erfahrungen.


    Wir hatten in unserem Team seit Anfang an ein Kind, welches ein Jahr jünger war. Der ist spielerisch nicht aufgefallen. Aber kongitiv schon. Wenn dein Sohn zwei Jahrgänge hochgehen sollte, dann dürfte es ihn vom Verständnis bei den Übungen schon etwas abhängen. Unser Spieler hatte aber gute Vermeidungstrategien. Der hat selten bis zum Schluss der Erklärung zugehört sondern sich einfach ganz hinten angestellt und zugeschaut.

  • Die 40€ würde ich nicht zu hoch hängen, abgesehen davon dass @Mr Rabona natürlich die Haushaltskasse checken muss, ob das drin ist. Aber das scheint ja der Fall zu sein.


    Ich denke, der Verein verlangt diesen Beitrag, weil er das kann. Einmal weil die Leute in der Region nicht so schlecht verdienen (ländlicher Raum im Süden bzw. Südwesten Deutschlands), zum andern weil es in diesem jungen Altersbereich keine anderen Leistungszentren im Nahbereich gibt, mit denen man um die besten Talente konkurriert.


    Insofern: Wenn der Aufwand im machbaren Bereich ist (scheint ja so zu sein) und die 40€ die Haushaltskasse nicht zu sehr belasten (scheint auch nicht der Fall zu sein) und wenn die Wettbewerbsdichte im neuen Team gegeben ist, finde ich das sehr bedenkenswert.


    Ich denke, es gibt ja die Möglichkeit, probeweise am Training erstmal teilzunehmen. Dann kannst du dich, Mr Rabona, ja von der Qualität des Trainings überzeugen und dein Junge kann schauen, ob er sich mit den anderen Kids versteht und es ihm Spaß macht.


    Wenn diese Dinge zufriedenstellend geklärt sind, würde ich das machen.


    Ausserdem wäre es meiner Meinung nach auch ein kleiner Rückschritt für ihn gegen gleichaltrige zu spielen. Das hört sich zwar blöd an, ist aber so.

    Nein, das ist nicht so. Wie du selber sagst, dein Junge ist 5 1/2 Jahre, seine Gegenspieler sind teilweise 3 Jahre älter, das sind Welten. Da kann dein Junge noch so talentiert sein, aber da kann er körperlich einfach nicht mithalten, das geht nicht. Entsprechend ist er gegen solche physisch so drastisch überlegenen Gegner in seinen Entscheidungmöglichkeiten eingeschränkt. Bestimmte Optionen stehen ihm nicht zur Verfügung.


    Dazu kommt, wie ich in dem von let1612 oben verlinkten Thread erläutert habe, dass es für die fußballerische Entwicklung der Kinder nicht verkehrt ist, auch mal unterfordert zu sein.


    Dazu ein konkretes Beispiel, das könnte auch in den Freude-Thread: Bei uns ist ein Junge (2010) erst im letzten Jahr zu unserem Team dazugestoßen. Eigentlich ein sehr sportlicher Junge, aber er hat natürlich technische Defizite. Letztes Jahr war er gegen gleichalterige bzw. ältere Kinder oft total überfordert. Jetzt sind wir als gemischter Jahrgang in einer schwachen Staffel eingeteilt und der Junge hat einen Wahnsinnssprung gemacht. Gar nicht mal fußballerisch, aber er hat ein ganz anderes Selbstvertrauen gewonnen, das sich jetzt auch in der Halle zeigt, wo es gegen stärkere Gegner geht.

  • Die Gefahr, wenn ein Spieler grundsätzlich hoher spielt ist vor allem, dass er sich erstens überwiegend physisch behauptet, also anders agiert, als mit physisch gleichentwickelten und zweitens, dass man häufig dazu neigt, den Spieler anders wahrzunehmen, so nach dem Motto „er ist ja noch jünger, dafür ist es ok.“ Das bremst aber oft den richtigen Blick auf das Kind. Da bleiben dann Dinge unerkannt und irgendwann, wenn er in seiner Alterklasse wieder eingegliedert wird guckt er alles andere als oben raus.


    Auf dem Dorf bzw. In sehr kleinen Vereinen eher nicht so das Problem und eh nur, wenn das über Jahre der Zustand ist.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Die Gefahr, wenn ein Spieler grundsätzlich hoher spielt ist vor allem, dass er sich erstens überwiegend physisch behauptet, also anders agiert, als mit physisch gleichentwickelten und zweitens, dass man häufig dazu neigt, den Spieler anders wahrzunehmen, so nach dem Motto „er ist ja noch jünger, dafür ist es ok.“ Das bremst aber oft den richtigen Blick auf das Kind. Da bleiben dann Dinge unerkannt und irgendwann, wenn er in seiner Alterklasse wieder eingegliedert wird guckt er alles andere als oben raus.


    Auf dem Dorf bzw. In sehr kleinen Vereinen eher nicht so das Problem und eh nur, wenn das über Jahre der Zustand ist.

    100% Zustimmung. Das meine ich -mit Bedacht- auswählen. Der -hochgezogene-sollte im Jhrg darüber nicht nur mithalten sondern schon auch da zu den besten(hier nicht allein Körperlichkeit) gehören. Nur so ist das für mich verantwortungsvoll. Einem jüngeren einen Rucksack aufzubürden, den er auf Dauer nicht tragen kann, ist ohnehin verantwortungslos.

    Oftmals werden Kriterien angesetzt, die man mit Talent verwechselt: Der macht am meisten Tore. Der gewinnt jeden Zweikampf. Der Spielt tolle Pässe

    Könnte aber heißen : Der macht am meisten Tore (ist vllt. körperlich weiter, schneller oder was auch immer).

    Gewinnt jeden Zweikampf (körperlich kann er sich einbringen, rest fehlt evtl.) Der spielt tolle Pässe (der arme kann kein Dribbling und wurde vllt. falsch ausgebildet).

    Muß alles nicht sein, aber schon oft so gesehen.

    Kriterien sollten u.a. sein, das die jeweiligen Ausbildungsziele der Alterklasse bereits beherrscht werden.

    Das der Spieler immens lernfähig ist. (Aufgeschlossenheit neuen Übungen, schnelles Umsetzen von Lerninhalten)

    Das der Spieler eine außergewöhnlich hohe Eigenmotivation besitzt etc. etc.

    Und wenn man das alles bejahen kann, bleiben nicht mehr viele übrig, die im Jhrg darüber auf Dauer bestehen können.

    Den anderen tun man keinen Gefallen.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Genau darum geht es mir auch. Ich würde ihn sehr gerne gegen Gleichaltrige sehen, die ein ähnliches Niveau haben wie er. Daher kommen leider unsere Bambini‘s nicht in Frage, da dort sogar die 2012er Kids nicht annähernd mithalten können.

    Jetzt warten wir mal das Probetraining ab und entscheiden dann, wie es weitergeht.

  • Kriterien sollten u.a. sein, das die jeweiligen Ausbildungsziele der Alterklasse bereits beherrscht werden.

    Das der Spieler immens lernfähig ist. (Aufgeschlossenheit neuen Übungen, schnelles Umsetzen von Lerninhalten)

    Das der Spieler eine außergewöhnlich hohe Eigenmotivation besitzt etc. etc.

    Und wenn man das alles bejahen kann, bleiben nicht mehr viele übrig, die im Jhrg darüber auf Dauer bestehen können.

    Den anderen tun man keinen Gefallen.

    Das sehe ich ganz genau so!

    Vor einigen Jahren habe ich mal den JG 99/00 (2 99er, "Rest" 2000er) in der D-Jugend trainiert. Wir hatten eine spielschwache E-Jugend, die einen Papatrainer hatten, der sich bemüht hat, aber das war wirklich nicht das wahre...

    Der Junge wollte unbedingt mit hoch und bei seinen Kollegen aus dem Vorjahr bleiben. In der abgelaufenen Saison gehörte er zur Top 3 der E-Jugend und deine Fragen würde ich auch rückblickend betrachtet mit ja beantworten.


    Der Fakt, dass er in der E-Jugend aber

    a) die Mitspieler sehr sehr leistungsschwach waren

    und

    b) der Trainer nach gut Dünken und nicht nach den Ausbildungszielen arbeitete

    bewogen mich dazu den Jugend hochzuziehen.


    a) selbst wenn man eine Übung zum Thema 1vs.1 Offensiv macht. Was bringt es, wenn der Spieler so viel stärker ist als sein Gegner, dass er immer vorbei kommt. Egal ob er sich jetzt richtig oder "falsch" verhält? Wenn er eh immer vorbei kommt, wird es schwieriger ihn richtig auszubilden, weil er kaum erkennen wird, welchen Vorteil die aufgezeigten Mittel haben. Ganz zu schweigen davon, dass es kaum zue Frage/Antwort-Lenkung zum "richtigen Weg" kommen kann, da das "falsche" Mittel auch klappt.


    b) wenn die Ausbildungsziele nicht intensiv trainiert werden, stellt sich die Frage, was es ihm bringen würde.


    c) ist für mich immer die besondere individuelle Situation:

    - E-Jugend: Der Junge wäre absoluter Leistungsträger, D-Jugend: Nesthäschen / Welche Auswirkungen wird das haben?

    - je jünger desto wichtiger: Was ist mit den Freunden

    - Was möchte der Spieler? Das ist ausdrücklich vom Wunsch der Eltern zu trennen, auch wenn es schwer herauszufinden sein wird.

    - ganz wichtig: Wie Trainer E schon schrieb: Warum ist der Spieler gut? Körper? Schusstark? Eine besondere einzelne Stärke die in herausragen lässt oder passt wirklich "das Gesamtpaket"? Natürlich immer heruntergebrochen auf das entsprechende Alter!


    Das gleiche Beispiel gibt es ja auch beim Sprung A-Jugend - Senioren, wenn man einen überragenden A-Jugendlichen hat, wird er auch vorzeitig zum Senior erklärt. Sicher ist die Situation aufgrund des Alters eine andere, aber man sollte immer gucken, WARUM ist der Spieler so auffällig gut. Ist es das Paket oder sind einzelne Punkt überragend gut und andere schwach entwickelt aber in der eigenen Altersklasse reichen die starken Punkte...? Jeden Fall muss man individuell betrachten finde ich.

  • Ich würde ihn sehr gerne gegen Gleichaltrige sehen, die ein ähnliches Niveau haben wie er.

    Möglicherweise wird das schwierig, gerade wenn es um eine ländliche Region geht. Das ist aber nicht unbedingt ein Problem.


    1. ist es, wie gesagt, für die Entwicklung nicht negativ, wenn es auch Phasen der Unterforderung gibt, eher im Gegenteil.


    2. werden seine Mitspieler mit der Zeit besser. Er wird auch in 2 Jahren wahrscheinlich noch überlegen bleiben, aber es wird schwieriger für ihn; und in Wettkämpfen wird er nicht als Mitläufer, der auch mal ein Tor schießt, sondern als Leader gefordert sein (s. Aussagen von Nagelsmann zum Hochziehen).


    3. kann eine gute Trainingsstruktur eine solche Leistungsschere abmildern und gute Trainer sind ja in der Lage, wenn die Trainingsgruppe von der Größe her angemessen ist, zu differenzieren, so dass alle Spieler sich entwickeln und verbessern können.


    Jetzt warten wir mal das Probetraining ab und entscheiden dann, wie es weitergeht.

    Das finde ich sehr gut. Schildere gerne deine Eindrücke hier. Das geht auch per PN an einen User deines Vertrauens. Hier sind viele erfahrene Trainer, die dir gerne Rückmeldung geben.


    Ich für meinen Teil kann mir vorstellen, dass der Wechsel zur Fußballschule des Zweitligisten eine gute Entscheidung sein könnte.