Relativer Alterseffekt

  • ch bin darüber tatsächlich sehr froh. Ich mag meine Mannschaft genau so wie sie ist, ich habe eine wundervolle Truppe und vor allem ganz tolle Kinder zusammen.

    Ich finde allerdings schon, daß auch in dieser Altersgruppe ein halbes Jahr eine Welt ist. Spiel mal mit einer 11er gegen eine 12er Truppe und du weißt was ich meine.


    Bennoah da bin ich zuweit weg aus dem G Jugendbereich. Du magst Recht haben. In der F und E habe ich oft gegen ältere Mannschaften gespielt. Das war weniger ein Problem(klar gabs auch Niederlagen). Ich denke das relativiert sich mit der Zeit. In der G wird eventuell Dein gutes Training noch nicht so -durchgreifen- In der F und E wird es sich bezahlt machen und der Unterschied wird geringer sein!!!

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • ch bin darüber tatsächlich sehr froh. Ich mag meine Mannschaft genau so wie sie ist, ich habe eine wundervolle Truppe und vor allem ganz tolle Kinder zusammen.

    Ich finde allerdings schon, daß auch in dieser Altersgruppe ein halbes Jahr eine Welt ist. Spiel mal mit einer 11er gegen eine 12er Truppe und du weißt was ich meine.


    Bennoah da bin ich zuweit weg aus dem G Jugendbereich. Du magst Recht haben. In der F und E habe ich oft gegen ältere Mannschaften gespielt. Das war weniger ein Problem(klar gabs auch Niederlagen). Ich denke das relativiert sich mit der Zeit. In der G wird eventuell Dein gutes Training noch nicht so -durchgreifen- In der F und E wird es sich bezahlt machen und der Unterschied wird geringer sein!!!

    Damit bringst du mich auf einen neuen Gedanken.

    Meine Erfahrung ist, dass G-Jugendkinder meist als Jungjahrgang anfangen. Dann sind sie 4 oder 5, der Altjahrgang fällt bei den meisten mit dem ersten Schuljahr zusammen. Da noch eine neue, zeitraubende Sache anzufangen scheinen die Eltern zu scheuen.

    Wenn ich also zu Saisonbeginn mit einem G-Altjahrgang gegen einen J-Jungjahrgang spielen würde, lägen da 100% mehr Training zwischen, bei einem Altersunterschied von einem halben Jahr und durchschnittlich gleichem Trainigsbeginn sind es noch 50 %. Dieses eine (bzw. 1/2) Jahr Unterschied ist bei 5 und 6 Jahren Fussball sicher nicht mehr so sichtbar.

    Wie sehr die Qualität des Trainings in diesem Alter schon Früchte trägt, kann ich gar nicht einschätzen. Wie gut mein eigenes ist, ist ebenso schwer einzuschätzen. Weder kenne ich das Training meiner Kollegen, noch bin erfahren genug mein Training per se füt gut zu halten.

  • Hier noch ein lesenswerter Artikel von Christian Dobrick: https://talentkritiker.de/stra…onen-stars-vom-bolzplatz/


    Darin schreibt er etwa zum Thema "Hochziehen von Talenten":

    «In den NLZs selbst könnte auch durchaus darüber nachgedacht werden, zum Beispiel eine Trainingseinheit oder auch nur einen Teil einer Trainingseinheit in der Woche dafür zu verwenden, jahrgangsübergreifend trainieren zu lassen, um die Verhältnisse im Straßenfußball zu imitieren. Nicht nur ergebe das den Vorteil, dass wesentlich jüngere Spieler sich etwas von „den Großen“ abschauen könnten, sondern es würde sich sicherlich auch förderlich auf das Verhalten der älteren Jugendspieler auswirken, Vorbild zu sein. Sich aktiv mit den Inhalten auseinandersetzen zu müssen, weil man sie den neugierigen jüngeren Spielern beibringen muss, hat nachweislich positive Effekte auf das eigene Leistungsvermögen. Das Hochziehen von hochveranlagten Talenten, denen man damit oftmals die Chance raubt, in ihrem Jahrgang Verantwortung für eine Mannschaft zu übernehmen und sich zu Führungsspielern zu entwickeln, könnte so zum Teil umgangen werden, ohne die Vorteile der Wettbewerbshärte der Älteren missen zu müssen.»


    Der einzige Kritikpunkt in dem Artikel ist für mich, dass ich mich auch darin (wie bei Lochmann) an dem Begriff der "Entscheidung" störe. Das mag als lässliche Kleinigkeit erscheinen, aber der Begriff der Entscheidung impliziert, dass eine Wahl zwischen A, B, C… getroffen wird.


    Fußballspielen ist aber eine schöpferische Tätigkeit (Stichwort "Kreativität"). Der Spieler "entscheidet" nicht, sondern er "kreiert". Er kreiert: eine Finte, ein Abspiel, ein Dribbling, eine Tormöglichkeit… Der Spieler bewegt sich nicht in einer vorgegebenen Ordnung, sondern er ist es erst, der einer per se chaotischen Spielsituation eine Ordnung durch sein kreatives Handeln gibt.


    Ich meine, wir müssen viel mehr auch darüber nachdenken, wie wir eigentlich über Fußball reden und welche normative Implikation unser Reden über Fußball eigentlich hat, wenn wir z.B. vom "Verteidiger", "Angreifer", "Zweikampf" usw. reden. Ich beschäftige mich gerade etwas damit, weil unsere Tochter spanisch lernt, dass in Spanien ganz anders über Fußball geredet wird und dieses Reden verrät, meine ich, etwas über das Verständnis von Fußball.


    Es verändert sich zum Beispiel etwas, wenn statt "Stürmer" neuerdings vom "Zielspieler" gesprochen wird. Das ist auch für den Kifu wichtig. Wir müssen darüber nachdenken, mit welcher Sprache wir den Kindern Fußball vermitteln und was wir durch die Sprache, die wir benutzen, implizit kommunizieren.

  • Fußballspielen ist aber eine schöpferische Tätigkeit (Stichwort "Kreativität"). Der Spieler "entscheidet" nicht, sondern er "kreiert". Er kreiert: eine Finte, ein Abspiel, ein Dribbling, eine Tormöglichkeit… Der Spieler bewegt sich nicht in einer vorgegebenen Ordnung, sondern er ist es erst, der einer per se chaotischen Spielsituation eine Ordnung durch sein kreatives Handeln gibt.

    Spieler entscheidet sich für eine Finte. oder ein Abspiel, oder ein Dribbling nachdem er die Situation wahrgenommen und verstanden hat. Natürlich. Ist dann noch die Ausführung korrekt, -kreiert- er eine Tormöglichkeit, oder eine Chance zum Konter oder whatever... Ein Dribbling oder eine Finte, kreiert der Spieler nicht. das ist eine der möglichen Entscheidungen die er hat um einen neuen Spielmoment zu schaffen, eventuell eine Tormöglichkeit zu -kreieren-(nämlich im Wortsinne zu -erschaffen- oder -zu gestalten-)


    Eventuell sind mir diese Wortklaubereien aber auch einfach zu hoch.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

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  • Powerzwergenpapa, Kinder, mit mit Sachverstand einen Jahrgang hochrutschen, sind auch in diesem Team Führungsspieler! Niemals in einer selektierten Truppe aber im Dorfverein mit dem gesamten Spektrum an "Talent" sehr wohl... Dass das bei euch anders läuft, ist traurig. Hier funktioniert das aber sehr wohl.

  • "...begann der FFF im Vorlauf zur Fußball-WM 1998 in Frankreich damit, den Fußball direkter an der Basis zu fördern"


    wenn auch nicht exakt zum Thema passend, so finde ich doch obigen Satz beachtenswert.

    Die deutschen Verbände und ihre Sportvereine müssen coole Fußball-Erlebnisswelten an der Basis schaffen.

    Ein erster Schritt wurde mit den "1000 Minispielfeldern" zur Heim-WM 2006 halbherzig angestoßen und seitdem nicht wiederbelebt.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Das sehe nicht so.
    Da jeder Trainer seine Mannschaft einschätzen muss, werden zu Beginn die "stärkeren" entsprechend eingeordnet.

    Die Definition "stärker" obliegt dem Trainer...und du unterstellst in der Gruppe der stärkeren gäbe es keine Entwicklung.

    Der eine hat seine technisch starke Truppe der andere setzt auf überlegene physis.

    Die Kompensationsstrategie für die technisch starken gegen eine überlegene physis wird sich entwickeln, durch die direkte Konfrontation die im 3vs3 häufiger stattfindet als im 7vs7. Denn der technisch starke kann sich im 7vs7 verstecken und es fällt kaum auf. Im 3vs3 fällt das aber auf.

    Um bei dem Spieler zu bleiben den du erwähnst.
    Er wird dann erst gegen schwächere spielen. Und mit der Zeit wird er sich mehr zutrauen. Dann kann er gegen stärkere antreten.
    Er soll ja nicht eine Kompensationsstrategie entwicklen, sonderen mehrere.

  • "...begann der FFF im Vorlauf zur Fußball-WM 1998 in Frankreich damit, den Fußball direkter an der Basis zu fördern"


    wenn auch nicht exakt zum Thema passend, so finde ich doch obigen Satz beachtenswert.

    Die deutschen Verbände und ihre Sportvereine müssen coole Fußball-Erlebnisswelten an der Basis schaffen.

    Ein erster Schritt wurde mit den "1000 Minispielfeldern" zur Heim-WM 2006 halbherzig angestoßen und seitdem nicht wiederbelebt.


    Der DFB sollte nicht in Frankfurt bauen, sondern direkt am Ruhrgebiet. Und im Ruhrgebiet und in Berlin in Kooperation mit den Verbänden in großer Zahl Bolzplätze bauen, keine Soccerfelder....

    Den Verbänden im Ruhrgebiet dann noch eine starke Kooperation mit Belgien, Niederlande und Frankreich ans Herz legen....


  • Ein schöner Artikelteil

    Zitat:

    Der FFF förderte Plätze, die für die Jugendlichen geeignet waren, in ihrer Freizeit ohne Anleitung Fußball zu spielen. Genauso wie in Südamerika hat auch der „Futsal“-Sport in Frankreich einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland, das hinsichtlich des „Futsals“ bis heute ein Entwicklungsland ist. Die Errichtung von Kleinfeldern in typischer „Bolzplatz“-Manier, geeignet für „3 vs. 3“ bis „6 vs. 6“-Spiele (wobei das „5 vs. 5“ die häufigste Variante ist), war also deutlich naheliegender für den französischen Verband, als es das für den DFB gewesen wäre.


    Wir beginnen Fußball mit den kleinsten im 7vs7 und Torwart. Bei denen ist bei 6vs6 Schluß. Ob die wohl freiwillige finden, die ins Tor gehen? Oder reicht da ein Rucksack, ein Mülleimer und letzter Mann packt an.


    Beim entscheiden oder kreieren...
    Wenn ich den Ball habe und ein Gegner mir den Ball abnehmen will.

    Entscheide ich mich dann ins Dribbling zu gehen oder abzuspielen?
    Oder kreiere ich ein Dribbling oder einen Pass?

    In meinen Augen ist das kreieren die Ausführung nach der Entscheidung......


  • das ausführen ist ausführen. Wahrnehmen, verstehen, entscheiden, ausführen... ein dribbling ist doch die Ausführung einer aktion. Kein -erschaffen- einer Situation

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Jeden, der sich dafür interessiert, lege ich den Film "Ballon Sur Bitume" ans Herz.
    Er beschäftigt sich mit dem französischen Straßenfußball in den Vororten von Paris.
    Es ist kein Zufall, das viele der französischen Topstars aus diesen armen Vierteln kommen.
    Die Kinder spielen den ganzen tag Fußball. Aus Spaß und Leidenschaft, aber auch weil es nichts Anderes zu tun gibt oder man schlicht zu arm für andere Freizeitbeschäftigung ist. Wenn sie dann in die Vereine kommen haben sie schon viele hunderte oder tausende stunden Fußball in allen möglichen Varianten gespielt. Auf den Plätzen interessiert es übrigens keinen wie alt man ist. Wer mitspielen will, muss gut genug sein.
    Ich glaube nicht das man diese Spielkultur, die sich dort entwickelt hat, durch ein organisiertes System oder Förderung Simulieren kann, bzw. Ich glaube nicht das so eine Entwicklung in deutschland möglich ist, selbst wenn man Bolzplätze etc. baut.

  • und du unterstellst in der Gruppe der stärkeren gäbe es keine Entwicklung

    Falls das so bei dir angekommen ist, möchte ich sagen, dass es so nicht gemeint war. Zum einen schreibe ich nur von den Kompensationsstrategien und zum anderen von wenig und nicht von keinen.


    Was heißt physisch stark? groß, schnell, kräftig? -> Körper

    Was heißt technisch stark? Dribbling, Passqualität, Schusstechnik, Ballan- und mitnahme? -> Fuß

    Worunter fällt Spielintelligenz und Antizipation? -> Kopf


    Was davon kann ich beim Funino gewinnbringend einbringen? Was wird durch Regeln (kleine Tore, Schusszone, Spielfeldgröße usw.) schon "kompensiert"?


    durch die direkte Konfrontation die im 3vs3 häufiger stattfindet als im 7vs7.

    Ich würde sagen, dass ich bei Kompensationsstrategien gerade nicht diese "direkte" Konfrontation suche, sondern "indirekte" (2. Ball; Passspiel; Antizipation; Spekulation).

  • Kinder, mit mit Sachverstand einen Jahrgang hochrutschen

    Was sind die Kriterien für Sachverstand?


    1. Eine solche Entscheidung sollte im Team getroffen werden. Es gibt da ja immer mindestens zwei Trainer, die unmittelbar betroffen sind. Ich denke, auch der JL sollte einbezogen werden.


    2. Es gibt hier mehr Möglichkeiten als schwarz-weiß. Der Jungspieler kann z.B. erstmal gelegentlich bei den Älteren mittrainieren. Dann kann er erstmal bei Gelegenheit (wenn viele Altspieler fehlen) "aushelfen".


    3. Die für mich entscheidende Frage ist nun: Wie entwickelt sich das Spiel des Jungspielers? Spielt er im älteren Jahrgang anders als bei seinen Altersgenossen? Übernimmt er auch bei den Großen (auf dem Platz!) Verantwortung für sein Team?

  • Der RAE tritt durch ein objektives Einteilungskriterium auf: Geburtsjahrgang.

    Diesem will man jetzt mit subjektivem Sachverstand entgegen wirken? Was ist der subjektive Sachverstand? In Bezug auf Fußball könnten das Trainerlizenzen sein? Aus meiner Sicht: Nein, durch eine Trainerlizenz entsteht keine einheitliche Beurteilung von Spielern. In Bezug auf die Entwicklung des Kindes die Meinung der Eltern? Die wollen immer das Beste für das Kind - ist das wirklich auch immer das Beste?

    Mir persönlich wären da objektive Kriterien lieber. Nicht eines sondern eine Sammlung und Gewichtung von mehreren. Auf Anhieb fallen mir da z.B. folgende ein:

    Fußball: Größe, Gewicht, Schussgeschwindigkeit, Schnelligkeit mit und ohne Ball, Koordination, Sprungkraft u.a.

    Sozial: Geschwister, Schulstufe, Kontakte zur Altersklasse außerhalb des Fußballplatz, geistige Entwicklungsstufe u.a.

    Dieses Ergebnis könnte man dann nehmen und damit Einteilungen nach oben (älterer Jahrgang) und unten (jüngerer Jahrgang) objektiv zu begründen.

  • Wie messe ich z.B. Spielintelligenz, Wahrnehmung, Handlungdschnelligkeit, Anfälligkeit für (psychischen) Druck. Alles Fähigkeiten die einen guten Fußballer entscheidend ausmachen und die kaum objektiv zu bewerten sind.

  • Ein früherer Trainer meines Sohnes hat mir mal gesagt: "Die Jungs müssen eine Saison auch mal richtig dominieren". Das ist mir hängen geblieben. Und ich halte das für wichtig, aus den oben bereits genannten Gründen: Wer sportlich eher unter- als überfordert ist, der hat den Raum, sich auszuprobieren und der lernt, den anderen Spielern als Führungskraft voran zu gehen. Aber das ist aus meiner Sicht eine Frage, die jede Saison neu beantwortet werden muss.


    Mein Sohn wurde als U14-Spieler in die U15 hochgezogen. Das hat ihm sportlich enorm viel gebracht. Im darauffolgenden Jahr war er Führungsspieler in der U15. Das wiederholt sich gerade, er gehört als Jungjahrgang zur U17. Einschränkend muss man sagen, dass er aktuell in der U17 keine ausreichenden Spielzeit bekommt, daher trainiert er weiter mit der U17, spielt aber in der U16. Kommendes Jahr soll er dann wieder Führungsspieler in der U17 sein. Für seine Entwicklung ist das aus meiner Sicht ziemlich optimal. Und nicht zuletzt ist es für meinen Sohn auch ein gewaltiger Ansporn.


    Grüße

    Oliver

  • bei Wahrnehmung könnte ich mir z.B. Sehtest oder Tests mit der VR-Brille vorstellen. Evtl. auch Life Kinetik Übungen Erfolgsquote

    Handlungsschnelligkeit: z.B. Reaktionstests

    Stress Tests gibt es auch.


    Was sind die Kriterien für Spielintelligenz? Wie kann ich die jemandem zusprechen, wenn es keine Kriterien gibt?