Reizende Jungs

  • Hallo zusammen,

    zunächst einmal Danke für dieses tolle Forum. Ich möchte mich nun mit meinen Problemen, für die ich noch keine Lösung gefunden habe, an Euch wenden. Zur Situation: Wir sind eine F-Jugend junger Jahrgang (2010). Von den 12 Kindern sind 5 aus 2010, der Rest aus 2011. Der überwiegende Teil hat bereits letztes Jahr bei den Minis zusammen gespielt. Ich betreue als Vater die Truppe seit dieser Saison.

    Mein Problem ist, dass ein Teil der Jungs überhaupt kein Interesse an Regeln zu haben scheint. So laufen auch einfachste Spiele aus dem Ruder, selbst Ticken. Spielfeldbegrenzungen werden grundsätzlich nicht beachtet und auch ob jemand getickt wurde muss lautstark ausdiskutiert werden. Ticken gleicht nunmehr einem Schlagen und Schubsen. Auch jedem Kind einen Ball zur Selbstbeschäftigung zu geben, vermeide ich eigentlich. Die anfängliche Tummelphase habe ich insbesondere in der Halle abgeschafft, da ich mich nicht mehr abschießen lassen bzw. andere Kinder trösten möchte deswegen oder weil ihnen der Ball geklaut wurde nachdem jemand seinen Ball weggeschossen hat ihn aber nicht wiederholen kann.

    Aber auch ansonsten gestaltet sich das Miteinander mitunter schwierig. Dass die Kinder nicht Hallo und Tschüss sagen, habe ich mittlerweile akzeptiert. Aber bei uns herrscht ein permanentes Rumgemeckere. Die Mannschaften die ich bilde oder die Kinder selber wählen sind wohl immer ungerecht. Aber dass man jemandem das Leibchen weg nimmt weil xy dabei sein soll oder sich sogar weigert eines anzuziehen weil man bei den anderen spielen möchte finde ich nicht gut. Auch die Spiele die wir machen sind wohl doof. Wenn man nicht mitmachen will kann ich das akzeptieren, wenn man dann aber das Spiel der anderen stört hört es bei mir auf. Im Winter war der Lichtschalter in der Halle anscheinend das Wichtigste. Neuerdings macht man dann gerne Trink- oder Toilettenpause wann man will, auch wenn gerade eine Pause war. Gerne auch mit mehreren. Als die Jungs beim letzten Mal nach 5 Minuten nicht wieder da waren habe ich sie gefunden wie sie grade unter die Dusche pinkeln wollten. Wir spielen ohne festen Torwart in Training und Spiel, die Kinder sollen sich abwechseln. Aber heißt das ich muss den bisherigen Torwart mit Händen und Füßen aus dem Tor vertreiben, wenn ich jetzt rein will? Bei den Turnieren die wir spielen, sollen alle die gleichen Spielzeiten bekommen. Aber wie soll das gehen, wenn ich mich weigere das Spielfeld zu verlassen? Ohnehin dachte ich eigentlich, dass es nur um den Spaß geht. Der scheint aber nur bei Siegen zu kommen. Aber dass man sich in dem Alter schon gegenseitig die Schuld an Gegentoren zuschiebt hätte ich nicht gedacht.

    Entschuldigung, ist nun etwas lang und wirr geworden, musste aber auch mal etwas Frust los werden.

    Gruß Dirk

  • Von aussen schwer einzuschätzen.

    Kann eigentlich nicht akzeptieren, wenn verzichtet wird gewisse Umgangsregeln durchzusetzen.

    Gegenseitige Begrüßen ist wesentlicher Aspekt und Ritual des Trainingsbeginns.

    Klare Regeln und Rituale sind notwendige Grundbedingungen.


    Z.Bsp. Trainingsbeginn: gemeinsam nach Begrüßung (vorher alle Bälle bleiben erstmal im Ballsack)

    Frag in der Schule bei den Lehrern nach welche Rituale benutzt werden.

    Ansonsten hatten wir hierzu schon einige Threads.

  • Sehe ich auch so. Kinder in dem Alter brauchen Rituale, Regeln und Grenzen! Vielleicht solltest Du mit Deinem Team einen Vertrag machen. Festlegen wie man sich innerhalb der Mannschaft zu verhalten hat. Alle unterschreiben und Du hängst das dann im Vereinsheim auf.


    Meine 2011er sind sehr gut "erzogen". Sind halt schon 1,5 Jahre in meinem Team. Unsere F dagegen ist mega schwierig.

  • Sehe ich auch so. Kinder in dem Alter brauchen Rituale, Regeln und Grenzen! Vielleicht solltest Du mit Deinem Team einen Vertrag machen. Festlegen wie man sich innerhalb der Mannschaft zu verhalten hat. Alle unterschreiben und Du hängst das dann im Vereinsheim auf.



    Hi,

    das "Problem" sehe ich beim Trainer und weniger bei den Kids. Kinder in diesem alter "schreien" nach Grenzen und fordern sie auch jedesmal aufs neue ein. Ein vertrag ist absolut nicht geeignet. Papier ist Geduldig. Hier muss nun durchgegriffen werden.

    Das kann man auch von außen sagen ohne die Kids zu kennen. Dazu braucht der Trainer ein standing und Autorität. Persönliche Autoritt. Die Amtsautorität ist schon aufgebraucht und für die Kinder nichtmehr vorhanden. Der Trainer hat resigniert und akzeptiert sachen die klare NO GOS sind. Die Kids bewegen sich in dem Rahmen der ihnen vorgegeben wird.


    Ein klares heftiges "Donnerwetter" sollte beim nächsten Training, wenn möglich im beisein der Eltern, aufschlagen.

    Missstände offen und ehrlich ansprechen. Auch mitteilen, wie Du dich dabei fühlst, wenn sich die Kids so benehmen.


    Nach dem Donnerwetter klar und deutlich Formulieren, was du haben möchtest:

    * Disziplin während des trainings.

    * KEINE schlagen und treten

    * Anstand - Begrüßen und verabschieden, vor und nach dem Training.

    *Focus auf das training - zB. nicht auf die Lichtschalter

    * KEIN rumgemeckere im Training. Du bist der Trainer, was du sagst ist Gesetzt(so blöd es klingt, aber jetzt ist erstmal kurze Leine angesagt)

    * Nur EINER geht aufs Klo. Sollte es einer wagen in irgendeine Dusche zu pinkeln, bekommt er einen Wischmob in die Hand und darf putzen

    * Bei Gegentoren wird nach einer GEMEINSAMEN LÖSUNG gesucht. Wer andern die schuld in die Schuhe schiebt, wird ausgewechselt.

    Wir sind ein Team. Es verliert/gewinnt nicht einer, sondern ALLE

    usw.



    wenn du dann im Training Veränderungen wahrnimmst, diese sofort Loben und hervorheben. Positiv verstärken.

    Oder ggf. Kinder die diese Regeln nicht einhalten können, nach einem Elterngespräch, rauswerfen!! Egal ob Leistungsträger oder nicht.

    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • Du wirst es nicht schaffen, alle Baustellen auf einmal zu beheben. Suche dir zunächst den Punkt raus, der dich am meisten stört. Dieser wird beim Training angesprochen und jedes mal ohne Außnahmen sanktioniert (z.B. raussetzen und zuschauen). Währenddessen werden die, die sich "richtig" verhalten überschwänglich gelobt (vor allem die "schlimmen Kinder" schreien nach Aufmerksamkeit). Schenke denen die sich an die Regeln halten die Aufmerksamkeit und nicht denen die aus der Reihe tanzen.


    Funktioniert Punkt 1 auf deiner Liste kannst du dich dem nächsten widmen.

    I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed. (Michael Jordan)

  • Und wieder geht einer auf die beschwerliche Reise :-)

    Willkommen im Club Songoko 8o

    Der Vorteil, den Du hast, sehe ich auf jeden Fall in deinen kleinen Team. Nur 12 von den Plagegeistern sind doch zu managen.


    Mir ging es ähnlich wie dir und mich immer habe ich eine Truppe, die für andere aussieht, als wären alle Kinder Verhaltensauffällig.


    Bis ich bemerkt hatte es schief läuft und auch gut Diskussionen geführt habe und den Mut gefunden habe dann auch zu reagieren, hat es viel Zeit und Nerven gekostet.

    Mein Lösungsansatz der sich nun entwickelt hat:

    1.) Zuerst denke ich an mich: Ich entscheide, ich führe. Wenn es nicht passt, kann gehen. Zuerst kommt mein Spass - wenn ich keinen Spaß habe, kann ich auch keinen vermitteln.

    2.) Mach dich frei. Vergiss deine Pläne und Übungen. Du willst nicht mehr kennen Fussball zu spielen und du willst auch nicht spielen. Es sind die Kinder, die das wollen. Eine Mischung aus Individualstrafe, KollektivStrafe und vor allem immer wieder warten lassen warten lassen und warten lassen bis alle die Aufmerksamkeit schenken und die Gruppendynamik manches regeln lassen hilft.

    Letzte Woche saß die ganze Bande 15 Minuten auf der Bank. Mein Trainingsplan taugt folglich noch ein weiteres Mal und das erspart mir Arbeit und das Abschlussspiel war seeeeehr kurz.

    Bin gespannt wann die Kinder endlich kapieren, wie sie sich verhalten müssen, um eine angenehme Zeit zu verbringen, ohne Liegestütze, ohne Bank sitzen, ohne Strafrunden ohne Streit.

    Aber so lange alle immer wieder kommen scheint ja alles zu passen. Auf jeden Fall habe ich losgelassen und bin entspannt. Und nur so geht es. Würde ich mich verkrampft an meinen Plänen und Zielen haben und versuchen alles was ich mir vornehme zu erreichen, dann wäre ich schon im Sanatorium! 8)

  • Danke für die Meinungen bisher.

    Resigniert habe ich noch nicht. Aber man stumpft schon ab.

    Wir machen eine gemeinsame Begrüßung wenn alle da sind und gemeinsame Verabschiedung. Fällt einigen zwar immer noch schwer aber klappt eigentlich. Trotzdem wäre es schön, wenn die Kinder grüßen könnten wenn sie auf den Platz kommen oder bevor sie gehen, auch untereinander.

    Sicherlich habe ich auch meinen Beitrag zur Situation geleistet. Wollte ich doch gerade zu Beginn auf das Alter und den Eintritt in die Schule Rücksicht nehmen, so habe ich eigentlich nur mit Ermahnungen und Erklärungen gearbeitet. Mittlerweile bekommen die Kinder auch Auszeiten. Einen Lerneffekt kann ich aber nicht feststellen. Auch den Knall hat es schon geben. Habe mal einen Jungen vorzeitig zum Umziehen geschickt. Als er das komentarlos gemacht hatte stand er anschließend da und fragte wann er endlich abgeholt wird. Als Strafe schien er das nicht empfunden zu haben. Hab das Training schon öfters mal abgebrochen und mit dem Jungs ausgiebig die Regeln besprochen. Hält aber nur bis zum nächsten mal an. Überhaupt bin ich mit Sanktionen vorsichtig geworden nachdem sich ein Junge, der sich nicht an die verhängte Auszeit halten wollte und dann von mir vom Feld begleitet wurde, hinterher bei seinem Vater beschwerte ich hätte ihn geschlagen. Von daher, die Grenzen sind schon gesetzt. Allerdings fehlt die richtige/ passende Konsequenz bei Übertritten.

    Fehlende Autorität? Zumindest bei den Jungs, die mit meinem im Kindergarten waren und mich daher auch so kennen, gibt es die wenigsten Probleme. Bei den anderen höre ich, dass es auch bei anderen Aktivitäten wie Judo, Kinderkirche aber auch Schule ähnliche Probleme gibt. Es ist mir aber auch aufgefallen, daß einige Kinder ganz anders sind, wenn ein Elternteil in der Nähe ist.

    Habe natürlich Unterstützung aus der Elternschaft gefordert und kürzlich auch einen anderen Vater gefunden, der mit mir zusammen das Training macht. Leider kann ernun doch nicht mehr regelmäßig dabei sein.

  • Respekt und Autorität, aber auch Vertrauen gilt es sich zu erarbeiten.

    Wer sich auf Machtkämpfe mit 7 - 8 jährigen einlässt und herablässt hat bereits verloren.

    Klare Ansage und klare, verständliche Regeln.

    Kollektivstrafen sind totaler Quatsch.

    Warum sollte ich diejenigen die sich in einer Situation an die Regeln gehalten haben bestrafen.

    In dem angesprochenen Alter können Kinder sich auch nicht gegenseitig disziplinieren.

    Wäre auch sehr komisch, wenn Kinder das Schaffen würden, woran der Erwachsene scheitert.

    Verantwortung übergeben ist im Kleinen sicherlich möglich, aber für die Lernatmosphäre ist der Trainer verantwortlich.

  • Habe mal einen Jungen vorzeitig zum Umziehen geschickt.

    Wie hast du das denn dann mit der Aufsichtspflicht geregelt?

    Ich würde, wenn die Zustände so arg sind, die Eltern in die Pflicht nehmen. Wenn du die Strategen identifizieren kannst, kannst du durchaus von den entsprechenden Eltern fordern, dass sie beim Training dabei bleiben müssen (Aufsicht führen) und ggf. wenn es dir reicht mit den Kindern den Platz verlassen müssen.

    Hast du mal versucht, mit roter und gelber Karte zu arbeiten?

  • AKjfv Bin inzwischen bezüglich KollektivStrafe anderer Meinung. Denn es funktioniert. Auch das gegenseitige disziplinieren. Hauptsächlich wird die "Trainer wartet bis alle aufmerksam sind" Situation dafür von mir genutzt. Die Jungs wissen genau was Sache ist und sorgen untereinander für Ruhe. Denn sonst würden wir alle bis Trainingsende einfach nur herumstehen.

    Und es gibt auch Situationen in denen der gesamte Haufen nicht funktioniert - dann darf auch der gesamte Haufen dieses ausbaden.

    Ich bin bei dir: z.b. alle auf Platzrunde zu schicken, weil zwei stören ist falsch. solche KollektivStrafen schaden. Habe ich aber auch schon gemacht - das schafft Zeit für mich zum Durchatmen und neu sortieren.

  • "Trainer wartet bis alle aufmerksam sind" ist eher eine Konsequenz als eine Strafe. Ich will was sagen, also warte ich höflich ab, bis mir alle zuhören. Und ja, die Kinder regeln dass dann in der Tat untereinander.


    Kollektivstrafen mögen augenschleinliclh für den Moment funktionieren aber langfristig richten sie großen Schaden an. Denn damit torpediert man nur die Motivation der Braven und Bemühten. Und genau die bekommen keinen Zugriff auf die Rabauken, um regulierend einzugreifen. Und das ist auch nicht deren Aufgabe. Ich finde, man muss die Erziehung dahin delegieren wo sie hingehört und das ist zu den Eltern.

    Ich habe da durchaus schon mal Erfahrungen gemacht, wo ich bei einer Schul-AG keinen Zugriff auf die Kinder bekommen habe. Irgendwann bin ich laut geworden und habe gesagt: "Ihr seid der größte Sauhaufen, den ich jemals trainiert habe!" *hüstel* Pädagogisch nicht wertvoll aber emotional notwendig ?(
    Eine Woche später hat sich eine Mutter erbost vor mir aufgebaut, ich hätte die Kinder als Schweine tituliert und das Drama nahm seinen Lauf. Ich habe sie dann eingeladen, der AG-Stunde beizuwohnen. Sie war entsetzt, wie sich die Kinder benommen hatten und wie ruhig ich geblieben sei. (Ich fand genau diese Stunde eher harmlos)
    Und ab da ist sie jede Woche gekommen und es lief in der Tat etwas besser. Ich vermute, sie kannte viele Kinder/Eltern und das hat etwas mäßigend auf die Kinder eingewirkt. Ich habe diese AG zum Schulhalbjahr übrigens an dieser Schule beendet, während ich sie an einer anderen Grundschule weitergeführt hatte (normale Kinder).


    Für mich heißt das nachwievor: Bei Kindern, die sich nicht integrieren lassen, obliegt die Aufsichtspflicht auch während einer Trainingseinheit bei den Eltern. Basta.

  • OK. Das sind dann zwei Sichtweisen. Ich habe es bisher als Kollektivstrafe gesehen, wenn es nicht weitergeht, weil nicht zugehört wird.


    Ich finde es übrigens sehr schwer, den Eltern während der Trainings den schwarzen Peter zuzuschieben, den es funzt nicht. Bei mir gibt es nur Eltern die sehen zwar, dass die Kids wild sind, aber denken nicht in Traum daran, das als unwichtig zu sehen. Eigentlich möchte ich die alle aus dem Team werfen, aber das kann ich einfach nicht, weil das nur der Vorstand darf. Sind wir wieder bei der Thematik : wer geht, wenn es keinen Spaß macht. Deswegen: ich zuerst! sonst macht alles keinen Sinn für mich. Und wenn ich Spaß hätte mit KollektivStrafen, dann wäre das eben so. Punkt. Und sei das auch noch so verwerflich. Sollten die Eltern, Jugendleiter oder wer immer sagen ich soll aufhören, dann bin ich in 1 Minute Weg und nutze die Zeit für mich zum Radfahren. Aber ich habe mich letzte Jahr ein Jahr lang mit einem sauhaufen schwarz geärgert, das genügt. Denn Sauhaufen habe ich immernoch - inzwischen reduziert und ein wenig bräver, aber ich habe nun gelernt damit umgehen, ohne schlaflose Nächte.

    Und ich garantiere, Goodie , mit KollektivStrafen treffe ich bei mir so gut wie nie Unbeteiligte! 8o

  • Das mit der Aufsichtspflicht beim vorzeitigen Umziehen war nicht das Problem. War in der Halle, Kabinen gleich nebenan. Junge brauchte nur Jacke und Schuhe. Hab den Rest spielen lassen und immer kurz ein Auge und Ohr auf den anderen gehabt. Der kam dann in die Halle und hat dort gewartet.

    Karten setze ich auch ein. Erst gelb als Verwarnung, dann gibt es eine Pause.

    Das Aussitzen habe ich mal probiert. Anfangs stellte sich sogar soetwas wie eine Gruppendynamik ein und es wurde gegenseitig für Ruhe gesorgt. Bis plötzlich zwei aufgesprungen sind und Ticken gespielt haben, gefolgt von zwei weiteren Pärchen. Hab mir das dann ca. 15 Minuten angeschaut. Als es mir gereicht habe ich die 6 verbliebenen Kinder nur noch spielen und die anderen den Rest über zuschauen lassen. Meine Beschäftigung war es dann die Zuschauer vom Spielfeld einzusammeln.

    Ich bezweifle auch langsam, dass die Jungs Spass haben. Wildes Bolzen ja, mit den Freunden Zeit verbringen ja. Aber dafür brauchen sie mich nicht.

  • Achso, noch zum Thema Eltern. Ich war eigentlich recht froh nur noch wenige Eltern beim Training zu haben bzw. nur zum Abschlussspiel. So war die Zeit, in denen die Jungs durch die Eltern dirigiert wurden was sie zu tun haben wenigstens kürzer. Bei den Turnieren, spielen nur Turnierform, war nämlich festzustellen, dass die Jungs sich nur zu den Eltern orientiert haben, ich wurde kaum beachtet. Das ist nun zwar besser geworden, allerdings zu Lasten der anderen Probleme.

    Witzigerweise wurde ich auch vom Vater der wohl größten Meckerfritzen angesprochen, doch für mehr Disziplin zu sorgen. Anscheinend haben sich andere Eltern an ihn gewendet und angedeutet evtl. wechseln zu wollen. Ich sollte deshalb häufiger Training anbieten. Wir machen bisher nur einmal die Woche für 1,5 Stunden, war so zu Beginn vereinbart, Hallenzeiten hätten wir auch nicht mehr bekommen. Habe ihm dann gesagt, dass wir gerne darüber nachdenken können, wenn es vernünftig läuft, ich dafür aber Unterstützung benötige. Seitdem sehe ich die Väter eher seltener.

  • ok, ich formuliere jetzt nach deinem Nachschlag mein Posting nochmal um.


    Ich bin ein Freund davon, erstmal aus einer Vielzahl von Problemen das Hauptproblem zu identifzieren, weil sich dann andere Dinge meist gleich mit erledigen.

    Erstmal würde ich definieren, welche Aufreger wirklich wichtig/nötig sind. Wenn die Kinder im Eifer des Gefechtes beim fangen spielen die Linien nicht beachten, dann ist das nicht wirklich dramatisch. In die Dusche pinkeln hingegen schon!


    Daher solltest du klare Grenzen definieren, die nicht überschritten werden dürfen (Rote Karte)

    Das ist definitiv das unerlaubte Entfernen, anderen weh tun usw.

    Dann gibts Regeln, die dir wirklich wichtig sind, sowohl in Richtung Kinder und auch in Richtung Erwachsene.


    Diese Vorstellungen und Regeln solltest du dann in einem Elternabend darlegen und deine Forderungen aufstellen


    Bei den anderen höre ich, dass es auch bei anderen Aktivitäten wie Judo, Kinderkirche aber auch Schule ähnliche Probleme gibt. Es ist mir aber auch aufgefallen, daß einige Kinder ganz anders sind, wenn ein Elternteil in der Nähe ist.

    Habe natürlich Unterstützung aus der Elternschaft gefordert und kürzlich auch einen anderen Vater gefunden, der mit mir zusammen das Training macht. Leider kann ernun doch nicht mehr regelmäßig dabei sein.

    Ich hatte es ja schon mal geschrieben... Fordere von den Eltern der betroffenen Kinder ein, dass sie beim Training da bleiben müssen. Wenn die Eltern das nicht wollen/können, kann das Kind nicht am Training teilnehmen. Du kannst es nicht aus dem Verein werfen aber du kannst nicht verpflichtet werden, dieses Kind in deine Obhut zu nehmen.


    Keine Einflussnahme vom Seitenrand! Eltern halten sich an die Fairplay-Regeln und kommentieren insbesondere das Trainingsgeschehen nicht. Wenn das nicht funktioniert: des Trainings verweisen (Eltern MIT Kind)


    Und ja, es sind häufig die Eltern der Rabauken, die einen Auffordern, härter durchzugreifen. Ich bin aber kein Erzieher sondern ehrenamtliche Trainerin.

    Ich habe das durchaus schon bei Kindern gemacht und eingefordert, dass die Mutter da bleiben müsse. (einer ist immer abgehauen, ein anderer hat andere Kinder immer wieder getreten und angespuckt) Es hat nicht lange gedauert und die Kinder wurden abgemeldet. Aber ganz ehrlich? Das ist kein Verlust.

  • Ich bin aber kein Erzieher sondern ehrenamtliche Trainerin

    Doch! Genau das bist du, zusätzlich.

    Eltern erziehen doch schon lange nichtmehr. Das Ergebnis sehen wir tagtäglich. Ich im Hort(tatsächlich Erzieher) und im Sportverein.

    Viele Eltern fahren ihre Kinder, nachdem sie bis mind. 16 Uhr im Hort sind zum Verein, zur Nachhilfestunde, zum Musikunterricht, zum Spanischkurs ect. pP.


    Auch wenn wir Trainer nur einen "Bildungsauftrag" haben, so haben wir inzwischen auch ganz klar, einen Erziehungsauftrag. Daher sollten neben der Fachliteratur von guten Trainings ect. liegen, sondern auch das ein oder andere Erziehungsbuch. (wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen zB., super Buch!)

    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • Hi Christof1984 ,


    zum Teil bin ich bei dir


    Zum Buch:

    Dein genanntes Buch ist ein guter Tipp, da es sehr kurzweilig ist und viele praktische Tipps beinhaltet. Es zielt voll auf das Bestrafungsprinzip ab. Ermahnung, gelbe Karte, rote Karte, raus. Kann man machen. Sehr wirksam. In Schulen und Kindergärten mit Sicherheit unumgänglich.


    Ich nehme das für mich persönlich so war:

    a) du bist von Natur aus eine Autorität

    b) du musst bei diesen Autoritäten hospitieren und es mühsam erlernen

    c) du musst dich der Methoden im Buch behelfen, mit all seinen Pro & Contras des Prinzips


    Der Trainer als Erzieher

    Ja mit Sicherheit sollte man sich etwas mit Pädagogik auseinandersetzen und danach handeln, aber (und da bin ich voll bei Ersatzbank ) unermüdliches pädagogisch korrektes einwirken auf verhaltensauffällige Kinder ist zermürbend und sehe ich nicht als meinen Auftrag. Ich kann auch mal die Nase voll haben. Dann handle ich stumpf nach dem Prinzip des Buches.


    Im Gegensatz zur Schule besteht ja keine Fußballpflicht :-)

  • Doch! Genau das bist du, zusätzlich.

    Eltern erziehen doch schon lange nichtmehr. Das Ergebnis sehen wir tagtäglich. Ich im Hort(tatsächlich Erzieher) und im Sportverein.

    1. es gibt Eltern, die erziehen nicht aber das ist zum Glück nicht die Mehrheit (wobei man in einigen Stadtteilen sicher einen anderen Eindruck bekommt)
    2. ich als Ehrenamtler kann wohl kaum das leisten, was du als Erzieher in wievielen Jahren Ausbildung??? gelernt hast!

    3. bin ich da bei Ersatzbank : das Ganze muss auch mir Spaß machen.


    Denn ich kann nicht verpflichtet werden, mich um irgendwelche Kinder mit EDS (Erziehungsdefizitssyndrom) zu kümmern. Vorallem, bei 2,5 h die Woche wäre das eh verschwendete Energie. Was allerdings gelingen kann ist seine eigene Position zu festigen. Denn die meisten Kinder bekommen schon mit, mit wem sie es machen können und mit wem nicht.

  • Auch wenn wir Trainer nur einen "Bildungsauftrag" haben, so haben wir inzwischen auch ganz klar, einen Erziehungsauftrag.

    Den haben wir ganz bestimmt nicht. Ich stimme Dir zu, dass Eltern die Erziehungsaufgabe oft an Krippe, Kindergaren, Schule, Hort etc.abgeben. Da sind aber immerhin Profis am Werk.
    Wenn ich als Fußballtrainer an Grenzen stoße, muss ich im Extremfall irgendwann entscheiden, dass ein Kind vielleicht aktuell nicht für einen Mannschaftssport geeignet ist. Natürlich ist das das letzte Mittel - aber es muss eine mögliche Maßnahme sein.
    Dass Du, Christof1984 , als Erziehungsprofi auch als Fußballtrainer Dein professionelles Wissen anwendest, ist nachvollziehbar. Für alle anderen sollten aber etwas Empathie und gesunder Menschenverstand ausreichen, um mit den Kindern angemessen umzugehen.