Werden Kinder in der FPL in ihrer Entwicklung benachteiligt?

  • Ich frage mach seit kurzem, ob die korrekte Ausführung der FPL-Regeln nicht eine Benachteiligung der Kids in ihrer Entwicklung nach sich zieht? Im speziellen geht es mir um den Punkt, dass Trainer und Eltern sich komplett bzw. größtenteils bei der Beeinflussung des Spiels zurück halten. Also die einzelnen Spielsituationen und -aktionen nicht vorgeben/vorsagen.


    Hier im Forum und in den Medien wird ja oft davon gesprochen, dass die Jungs selbstständig viel lernen und Spielintelligenz entwickeln. Studien dazu konnte ich nicht finden bzw. gibt es kaum. Ich habe zwar den Punkt vernommen, dass selbstständig Gelerntes länger erhalten bleibt, aber ist dies bei einer Handlung, welche man immer wieder durchführt überhaupt relevant?


    Die Frage ist doch, ob die Kinder mit Anleitung nicht eher mögliche Automatismen verinnerlichen oder konkrete Lösungen aufnehmen, um diese anschließend dann selbstständig auf das Feld zu bringen? Bei einiges Teams scheint es mir so. Oder kommt am Ende das gleiche raus?


    Ich habe eine gute, teilweise auch spielerisch starke, F-Junioren Truppe. Mal gewinnen wir hoch, mal verlieren wir hoch. Dabei lasse ich die Kids meisten mit wenig Anweisungen spielen. Da sich jedoch 90% der anderen Trainer nicht an die Empfehlung halten ihre Kinder alleine spielen zu lassen und somit vieles bis alles vorgeben, verlieren meine Kids offensichtlich auch durch dieses Vorgehen ihre Zweikämpfe und das Spiel. Einigen Kids aus den anderen Mannschaften scheint dies aber in ihrer Entwicklung enorm zu helfen, da ich viele davon seit zwei Jahren beobachte. Einige sind wirklich nur ferngesteuert.


    Im letzten Spiel haben meine Jungs gegen eine spielerisch schwächere Mannschaft zur Pause 5:1 zurückgelegen. Offensichtlich durch das extrem lautstarke Eingreifen des Trainers. Zum einen erhalten die Kids Infos was zu tun ist, zum anderen sind die "aggressiver" in den Zweikämpfen. Das wirkt.


    In der zweiten Halbzeit habe ich meinen Jungs ganz bewusst auch viel von außen vorgegeben. Sie haben die Hälfte mit 7:1 gewonnen. Kinder waren happy. Eltern fanden teilweise, dass es die beste Halbzeit überhaupt war. Gute Spielzüge etc. Offensichtlich kann die Steuerung von außen starke Wirkung zeigen.


    Haben die Kinder daraus nun was für die nächsten Spiele mitgenommen?

    Werden Sie dadurch ruhiger am Ball? Spielen sich zum richtigen Zeitpunkt ab? Suchen Sie im richtigen Moment das Dribbling?


    Warum sollte ich meine Kids also gegen die "Brüllaffen" verlieren lassen, wenn es keine konkreten Anhaltspunkte gibt, dass sie durch die eigenen Entscheidungen schneller/besser lernen?

  • Hallo,

    kurzfristig mag das -angeleitete- auch Erfolg bringen. Kreative Spieler, die Situationen selbstständig lösen, wird es auf Dauer nicht hervorbringen. Da ist dann die Frage, wie man Erfolg definiert. Ich komme nicht mehr auf den Namen des englischen Trainers, der mal gesagt, das er seinem Sohn bei den HAusaufgaben auch nicht anbrüllt, und Mögliche Lösungen reinruft, warum solle er das also beim Fußballspielen tun. Meine Erfahrung ist, dass die MAnnschaften der -Brüllaffen- keinen schönen Fußball spielen. und zum Teil warten die Kinder quasi auf den nächsten -Befehl- des Trainers. Mir würde das keinen Spaß machen, und ich bezweifle das das den Kids Spaß macht. Meine Jungs haben auch Ihr einziges Spiel gegen ein Team verloren, das mit 2 Mann fest hinten drin stand, und die Bälle rausgedroschen hat. Damit kamen meine Jungs nicht zurecht. Kann man aber nachher drüber sprechen, wie man das lösen kann. Mich dem anzupassen, ist keine Option finde ich. Zum Punkt mögliche Automatismen: Wenn ein Kind eine Lösung für eine Spielsituation eigenständig begreift, wendet es Sie auch eigenständig an. Das ist ja ein Quasi Automatismus. Und der ist nachhaltiger als ein vorgegebener.

  • Hallo McLovin,


    Studien und ähnliches habe ich nicht zu bieten, nur meine Eindrücke nach 10 Jahren Kinderfußball.

    Sehr häufig kann man beobachten das gerade Teams welche in den F bis D Jahren von Joysticktrainern (ich nenne Sie so) geleitet werden in den älteren Jugenden nicht mehr an Ihre Erfolge anschließen können. Im Gegensatz kenne ich aber viele Teams die in Jungen Jahren auch viele Spiele Spiele verloren haben und später aber viele guten Fußballer hervorbringen.


    Meine (und nur meine) persönliche Erklärung ist folgende:

    Gerade ein Passspiel ist in den Jungen Altersklasse von den meisten Teams nicht zu verteidigen. Hier spielen Raumaufteilung, Wahrnehmung und Einschätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten und ähnliches eine Rolle. All das übernimmt dann eben der Trainer. Natürlich entstehen hierdurch Automatismen und Routinen welche von den Kindern auch später abgerufen werden können. Allerdings fehlt es dann eben auch oft an der Möglichkeit und dem Vertrauen auch mal ins 1gg1 oder ins Tempodribbling zu gehen. Und nichts im höheren Alter ist leichter zu verteidigen als wenn der Gegner immer das selbe macht.


    Nun stelle ich aber auch fest das Dinge wie hohe Bälle annehmen, Passstafetten, Taktik auch von Spielern welche erst spät beginnen noch erlernt werden können. 1gg1 und andere Indiviadualtechniken sind hier jedoch nur noch deutlich schwerer zu erlernen. Hier haben also gute individualisten plötzlich deutliche Vorteile.


    Natürlich ist es kurzfristig gesehen einNachteil wenn du deinem Spieler nicht sagst was er jetzt genau machen soll. Das Spiel geht wohl verloren. Allerdings kannstdu später daraus durchaus Vorteile ziehen.

    Und es sagt ja keiner das du deinen Spielern bei der Lösungsfindung nicht helfen darfst. Hol die den Spieler zu dir und frag ihn was denn da immer wieder passiert und was er denkt was helfen kann. Unterstütze bei der Lösungsfindung und ermutige ihn beim Versuch. Im Idealfall hat er gleich einen Erfolg und hat ebenso etwas gelernt. Dsa ganze dauert deutlich länger als Befehlen, aber deine Spieler erhalten so einen Handlungskatalog welche sie selbst abrufen können und nicht nur das was der Trainer will.


    Gruß

    Torsten

  • ist dies bei einer Handlung, welche man immer wieder durchführt überhaupt relevant?

    Es ist für mich in so fern relevant, weil ständig wiederholte INSTRUIERTE statt STIMULIERTE Übungen bei dieser Altersgruppe -F- zu Langeweile führt. Oftmals sind diese Übungen auch nur ein Auszug aus einer Gesamtbewegung...damit statisch. Oftmals sind diese Abläufe nicht altersentsprechend, weil sie zu Abläufen gehören, die sie so entwicklungsgemäß nicht tun können (ausgenommen wenige Ausnahmen). Das dem so ist, findet man in wissenschaftlichen Studien. Entsprechend komme ich in Bezug auf deine Frage zu dem Ergbnis, dass es so gesehen relevant ist, etwas nicht zu tun.


    Frage ist doch, ob die Kinder mit Anleitung nicht eher mögliche Automatismen verinnerlichen oder konkrete Lösungen aufnehmen, um diese anschließend dann selbstständig auf das Feld zu bringen? Bei einiges Teams scheint es mir so. Oder kommt am Ende das gleiche raus?


    Ich glaube daran, dass der Einfluss des Trainers meist negativ über dessen Ton und Mimik behaftet ist. Viele Trainer meinen es gut, habe aber leider von recht vielen Dingen keine Ahnung und fordern Dinge ab, die von der bedienten Altersgruppe entwicklungstechnisch nicht abzuleisten ist. Deshalb gehören die Dinge (Passkombinationsspiel, Mannschaftstaktik usw.) ja auch nicht zu den Ausbildungsthemen er F, sondern zur D-Jugend. Es kommt entsprechend dazu, dass viele Spieler einfach überfordert sind und durch den Ton und die Mimik des Trainers gehemmt werden! Sie spielen gezwungen optisch kurz "besser" im Sinne des unwissenden Erwachsenen...was kurz gedacht ist und sich meiner Erfahrung entsprechend bald rächen könnte. Das wird aber in aller Regel von Trainern wie Eltern auf Grund des Unwissens nicht mal registriert.

    Ich habe eine gute, teilweise auch spielerisch starke, F-Junioren Truppe.

    Ist das so? Wovon sprichst du...bei spielerisch starker F-Junioren Truppe. Du sprichts von Mannschaftstaktik...weil du das optische Mannschaftsspiel bewertest. Das ist aber nicht Thema der F. Dort wird die Individualtaktik bewertet...das wäre das 1:1 im Angriff und beim Tore verhindern...das Verteidigen....mehr nicht. Wenn das dann mal zu eine kurzen Zusammespiel führt...wäre das prima...aber nicht Gegenstand der Bewertung und auch nicht Ziel in dieser Altersgruppe. Das tolle....es rennt nicht weg, denn es kommt als Thema später...halt zur B....so man nach dem Ausbildungskonzept DFB ausbildet. Das sollte man aber auch mal lesen und dann bewerten.


    In der zweiten Halbzeit habe ich meinen Jungs ganz bewusst auch viel von außen vorgegeben. Sie haben die Hälfte mit 7:1 gewonnen. Kinder waren happy. Eltern fanden teilweise, dass es die beste Halbzeit überhaupt war. Gute Spielzüge etc. Offensichtlich kann die Steuerung von außen starke Wirkung zeigen.


    Mit anderen Worten wurde hier gegen gemeinschaftlich und verabredet vorsätzlich gegen die Jugendspieleverordnung verstoßen. Ich muss sagen, das die ganze Diskussion überflüssig ist, denn die Verordnung gibt Euch doch vor, wie ihr das zu machen habt. Wen das mein Gegenüber nicht so macht, habe ich die Eier -sorry- ...zum Schutz meiner Koten....das zu sagen. Wenn er dann nicht hört, wird er aus meinem Mund wissen, dass er das im Spielbericht wiederfinden wird. Auch die Trainingsinhalte sind in einem guten veranwortlichen Verein über dessen hoffentlich vorhandenes Konzept zu finden. Das ist Trainervorgabe und da gibt s dann eigentlich auch nichts zu disskutieren.

    Warum sollte ich meine Kids also gegen die "Brüllaffen" verlieren lassen, wenn es keine konkreten Anhaltspunkte gibt, dass sie durch die eigenen Entscheidungen schneller/besser lernen?

    Damit du dich verordnungskonform vorbildlich verhälten willst/verhalten solltest und als bald Wissender zum Konzept stehst und deine Koten vor Ausbildungsverhinderung durch Brüllaffen schützen willst und das im Wissen um die Dinge...im Wissen, dass nichts wegrennt.

  • Ich empfinde und (versuche es) praktiziere das gesunde Mittelmaß zwischen dem "Brüllaffe" und dem stillen "Animateur".

    Konkrete Anweisungen ( was sind Spielanweisungen, da scheiden sich schon die Geister) versuche ich zu vermeiden(Spiel ab, laufe nach links, schieße.), ich versuche sie nur "wachzuhalten" und "konzentriert" zu sein.

    Das zwei Spieler neben dem Torwart stehen und einen Talk halten, unterbinde ich.( "Das Spiel geht weiter", Namen rufen zum Spielgeschehen zeigen").

    Im Training gehört so etwas dazu, im Spiel sollten die Jungs aber wissen, dass es etwas anderes ist.

    Oder auch ein "Schau mal nach hinten", "wo ist viel Platz", beteilige dich mehr", werfe ich öfter mal herein.


    Komplett strikt nach Ordnung zu gehen, sollte man eh nicjt machen.

  • Kleeblatt...wenn Ihr doch die FPL habt....steht die doch in der Jugendspielordnung....fest als Regel.


    Da steht doch drin was IHR zu tun habt...das ist doch nicht zu diskutieren!


    Ich würde Dir als Trainer höflich als Gegnertrainer sagen, was zu tun oder besser zu lassen ist und wenn du nicht hören wolltest, dann -sorry- gäbe es einen Eintrag in den Spielbericht. Damit verlierst du dann das Spiel...hier wäre das mittlerer Weile so.


    Das Thema ist eigentlich keiner Diskussion offen, weil es glasklar geregelt ist!

  • Zugegeben sehe ich an den aussagen welche Kleeblatt gegenüber der Kinder nennt auch keinen Anlass für irgendwelche Einträge oder anderes. Natürlich hängt auch das irgendwo von der Anzahl ab, aber Kinder zu ermutigen, zum Mitmachen aufzufordern und zu Loben ist nirgends verboten und wird auch nicht sanktioniert werden.


    Gleichzeitig wird aber ein gegenüber wir Kleeblatt für ein Gespräch an der Seitenlinie offen sein und wenn er auf ein zu viel hingewiesen wird dieses sehr wahrscheinlich korrigieren. Daher ist diese Gespräch sicherlich angebracht und gut. Von Sanktionen in der FPL habe ich allerdings hier leider noch nichts gehört.


    Gruß

    Torsten

  • Danke für die Antworten. Bei uns gibt es laut Ordnung auch keine Sanktionen. In den Regeln für die FPL steht bzgl. der Trainer nur "Sie verstehen sich als Vorbilder und geben nur die nötigsten Anweisungen." Da müsste man dann noch "nötigsten" definieren. Hält es mein Gegenüber für nötig ständig Anweisungen zu geben, verstößt er nicht mal gegen diese "Empfehlung". Mehr kann man es ja nicht nennen.

  • Es ist aber echt naiv zu glauben, dass man einen echten Brüllaffen/Joysticktrainer durch ein Gespräch von seinem Tun abhalten kann. Da ist immer der, der das Fehlverhalten anspricht am Ende auch noch der Doofe. Nein danke.

    Ich habe mal vor einem Spiel, wo klar war, dass wir deutlich auf die Mütze bekommen werden, gesagt: "Wenn es langsam richtig zweistellig geht (1x20 Min Spielfestmodus), dann kannste deinen Jungs ruhig Eskalationsregeln wie nur noch mit links auferlegen. Wir sind dann auch nicht beleidigt!" Der Blick war göttlich!

    Meine Beobachtung ist auch, dass die Kinder beim gesteuerten Spiel optisch überlegen sind und beim Ergebnis auch. Und ja, man bekommt die Kinder durch anpeitschen signifikant schneller! Da wir vor ca. 2 Jahren von engagierten zu eher ruhigeren Vertretern mutiert sind, haben wir den Abfall deutlich gemerkt. Aber ich sehe dadurch folgenden Effekt: die Kinder nehmen sich mehr Zeit und treffen ihre Entscheidungen sorgfältiger. Besonders bei den TW sieht man das sehr gut. Da kann es schon mal 20 Sek. dauern, bis der Ball wieder ins Spiel gebracht wird. Aber auch ein Feldspieler, der nicht sofort losrennt oder "Pass zu Jason-Rüdiger" zu hören bekommt, guckt sich um und sucht eine eigene Lösung. Die kann dann freilich beliebig richtig oder falsch sein während der Pass zu Jason-Rüdiger sicher eine gute Option ist. Aber ist es dann das Spiel der Kinder oder das des Trainers? Ich finde es besonders unfair, weil die Kinder ja einen halben Meter weiter unten gucken.
    Nichts destotrotz rufen wir auch das ein oder andere rein. Und wenn ich mit einer Lösung komplett unzufrieden war, dann hole ich mir einen Spieler auch schon mal für ein kurzes Gespräch vom Platz. ("warum dribbelst du mit dem Ball vors eigene Tor?")


    Letzte Woche bei der E-Jugend brüllt der gegnerische Trainer seinen Spieler mit den Worten: "Warum machst du nicht das, was ich dir sage?" an. Ich hab fast vor Lachen meinen Kaffee verschüttet. Kinder, 9 Jahre, dürfen bei diesen Trainertypen nicht entscheiden, wann sie den Ball wo hin spielen. Spielintelligenz kann da eigentlich nicht gedeihen, ich vermute sogar, dass diese bei eigentlich kreativen Spielern verkümmert.
    Mein Großer war ja da das beste Beispiel. Gesteuert in einem ergebnisstarken Team, bis er keinen Bock mehr hatte.

  • Kleeblatt....lies dir mal die Ziele einer F-Jugend durch. Wenn du sie dann kennst...weiss ich nicht


    -was du exakt gemessen an den Zielen einrufen willst (es gibt nichts einzurufen bei einer F, überhaupt nichts!


    und zudem


    -ist dir das durch die FPL-Regel doch auch nicht möglich, wenn du dich daran hälst...dann bist du so weit weg, das dich eh keiner hört...


    ERGO....wovon reden wir hier eigentlich?

  • MCLovin


    ebend drum bin ich er Ansicht, dass ein festgestellter Verstoß gegen die FPL-Regeln nach einer Eingewöhnungszeit und von mir aus nach einer gelben Karte z.B. 50 Euro an den Verein kosten müsste...ggf. unter Aberkennung eines Sieges.


    Die die sich nicht wehren können...also Kleinkinder....sollte man hier so besser schützen.

  • Ich will mal ein paar Sachen aufgreifen.

    Zitat

    kurzfristig mag das -angeleitete- auch Erfolg bringen. Kreative Spieler, die Situationen selbstständig lösen, wird es auf Dauer nicht hervorbringen.

    Trainer E Ist das deine Meinung oder steht das nachgewiesen irgendwo? Gibt es dafür Belege oder ist das nur die gängige Meinung dieses Forums, welche du wiedergibst?


    Zitat

    Namen des englischen Trainers, der mal gesagt, das er seinem Sohn bei den HAusaufgaben auch nicht anbrüllt, und Mögliche Lösungen reinruft, warum solle er das also beim Fußballspielen tun.

    Ich brülle ja auch nicht rein. Sowieso nicht. Aber in diesem Fall habe ich Tipps und Hilfestellung in vernünftigem Ton in das Spiel gegeben. Bei den Hausaufgaben helfen Eltern meines Wissens auch in einem bestimmten Grad.


    Zitat

    und zum Teil warten die Kinder quasi auf den nächsten -Befehl- des Trainers. Mir würde das keinen Spaß machen, und ich bezweifle das das den Kids Spaß macht.

    Ich rede auch nicht nur unbedingt von Befehlen und Brüllaffen, sondern einfach von vermehrten Hinweisen als Hilfestellung. Meine Kids sagten sogar schon mal, dass sie das gerne hätten.


    totog Danke. Das ist mal eine hilfreicher Post.


    Andre Deine Antworten sind mir größtenteils am Thema vorbei. Mir geht es eigentlich gar nicht so darum was vom Verband vorgegeben ist oder wer sich wie verhalten soll. Eigentlich interessierte mich nur die Frage, ob es in der Entwicklung der Spielintelligenz Nachteile gibt gegenüber Kids, die häufig Hilfestellung im Spiel erhalten. Oder ob es keinen Unterschied macht.


    Zitat

    Meine Beobachtung ist auch, dass die Kinder beim gesteuerten Spiel optisch überlegen sind und beim Ergebnis auch. Und ja, man bekommt die Kinder durch anpeitschen signifikant schneller! Da wir vor ca. 2 Jahren von engagierten zu eher ruhigeren Vertretern mutiert sind, haben wir den Abfall deutlich gemerkt.

    Goodie Mal abgesehen vom aktuellen Status der Kids. Konntest Du Unterschiede bei den älteren Jahrgängen feststellen? Oder seit ihr noch nicht soweit, dass man das sehen kann bzw. lässt es sich nicht vergleich, da eh jedes Kind anders ist?

  • Ich will mal ein paar Sachen aufgreifen.

    Trainer E Ist das deine Meinung oder steht das nachgewiesen irgendwo? Gibt es dafür Belege oder ist das nur die gängige Meinung dieses Forums, welche du wiedergibst?

    Das ist eigentlich der inzwischen allgemein anerkannte pädagogische Ansatz. Deswegen sind Waldorfschulen auch besser als staatliche, deswegen verbessert Eltern ihre Kinder auch nicht mehr bei den Hausaufgaben, sondern lassen die Kinder das alles selbst erkennen. Diesen Ansatz darfst Du gerne als gegeben betrachten, wenn Dein Ziel ist, dass die Kinder es wirklich verstehen und nicht nur statisch wiederkäuen, sondern auch in der Lage sein sollen selbstständig weiterzudenken und dieses Wissen z.B. neu zu verknüpfen etc.


    Diese Ansätze haben auch mit Spaß und Freude und entsprechend mit weniger Drill und dafür mehr Dopamin zu tun. Und das ist natürlich nicht nur in der Pädagogik, sondern auch in der Andragogik so.


    Mit en wenig Mühe findest Du garantiert so viele Belege, dass Du nicht in der Lage sein wirst alle zu lesen.

  • Vielleicht helfen dir folgende Beobachtungen:


    Ich bin im Laufe der Jahre beim Spiel relativ gesehen deutlich ruhiger geworden. Es hat der Spielstärke meiner Mannschaften (U12 bis Senioren) keinen Abbruch getan, eher im Gegenteil, sie wurden auch ruhiger und selbstbestimmter.


    Einer unser Trainer in den jüngeren Jahrgängen (U9-U11) ist extrem ruhig. Seine Mannschaften spielen immer extrem ruhig und überlegt im Aufbau, eben weil er von Außen keine Hektik reinbringt.
    EDIT: In der F-Jugend war diese Truppe nicht besonders toll, in der U11 hat sie auf Kreisebene alles geschlagen (überkreislich war es nicht so toll). Klingt fast wie ein Klischee, war aber so.

    Eine dieser Mannschaften habe ich übernommen und habe nun viel Spaß mit dieser.


    Das ist nicht repräsentativ.

  • Mein Mann hat ne Zeit lang die These vertreten, dass man die Kinder anpeitschen muss um sie auch ein Stückweit gesundheitlich zu schützen. Dass Kinder in Bewegung nicht so gefährdet seien, wie die die Rumstehen. Ihn trieb echt die Sorge um, dass die Kinder umgerannt und verletzt werden könnten (Bambinis). Leider neigt man dann dazu, sich reinzusteigern. Denn wie hier schon erwähnt wurde, kann man das anpeitschen nicht mit ruhigem, freundlichen Ton und es wird - von außen betrachtet - sehr schnell aggressiv(er).
    Seinerzeit habe ich mich auf dem Platz noch nicht aktiv beteiligt sondern war nur auf den Betreuer/Orgapart beschränkt.

    Parallel gabs ne verpflichtende Schulung des Kreises für alle FPL-Trainer, wo eindringlich Ruhe am Platz gefordert wurde. U.a. durfte nur noch ein Trainer an der Seitenlinie stehen.
    Wir Erwachsene haben dies zum Anlass genommen, unser Tun zu überdenken. Kurzum, wir haben das umgestellt und uns entsprechend verhalten.

    Haha, war lustig. :pinch: Beim folgenden Heimturnier haben wir nicht ein Spiel gewonnen, wurden überrannt von gesteuerten, ambitionierten Teams. Die Eltern am Schäumen... Worte wie "die sind ja hilflos" fielen und das hat schlussendlich eine Teilung des Teams ein Jahr später eingeleitet.


    Inzwischen haben wir wohl eine ganz passable Lösung zwischen Hilfestellungen und Klappe halten gefunden. Laut wird es nur, wenn ich meine Kröten zur Auswechselung vom Platz rufe. Da sind sie nämlich alle selektiv schwerhörig.
    Ja, sie laufen nicht so schnell. Aber sie laufen aus eigenem Antrieb und nicht weil sie nen Anschiss fürchten. Einige hängen sich voll rein - meine kleinen Vollblutfußballer:love: . Andere finden den Zeppelin am Himmel halt doch VIEL interessanter.



    Geh doch einfach mal als unbeteiligter Zuschauer zu einem Spiel. Etwa zum ein Jahr älteren Jahrgangs und beobachte mal die Trainer und Spieler.

    "LAUF" Kind läuft. Irgendwie, irgendwo hin... Trainer zufrieden. Was hats gebracht außer Schweiß? Häufig nix.

    "Schieß!" Klar, die Schussposition ist günstig, vielleicht ist sogar der Weg zum Tor frei. Aber ist der Ball auf dem richtigen Fuß? Hat das Kind das auch gesehen und kann reagieren? Meist nicht.
    "Spiel ab" ja, wohin denn? Gucken, orientieren und schon ist die Situation doch wieder anders.
    Dies sind die häufigsten "Hilfestellungen". Und eigentlich doch totaler Quatsch.

    Die richtig gesteuerten hören: "zu Jason-Rüdiger" und wissen auch genau wo der ist. Weil der immer da ist. Mein Großer in der E-Jugend weiß nach einigen Minuten wer Jason-Rüdiger ist. Der wird dann zugestellt und gut ist. Und dann? Zweite oder gar eigene Handlungsoption? Ups...

    Wir hatten schon bei den Bambinis einen Gegner in einem Turnier, der sehr genau wusste, was er machen muss: Pass nach außen, ein paar Meter vor, dann Flanke in die Mitte, Torschuss. Erst guckte ich so: 8| Aber nach 10 Min. zugucken konnte man klar sehen: das machen die immer genau so. Nie abweichend. und immer nur über die linke Seite. Und auch wenn schon der Pass nach außen die schlechteste Option war... Hier war ich dann mal über einen Sieg wirklich froh, dass sich unser munteres: "alle greifen an, alle wehren ab" durchsetzen konnte

  • Deswegen sind Waldorfschulen auch besser als staatliche, deswegen verbessert Eltern ihre Kinder auch nicht mehr bei den Hausaufgaben, sondern lassen die Kinder das alles selbst erkennen. Diesen Ansatz darfst Du gerne als gegeben betrachten...

    Gewagte These!

    Nehmen wir die Hausaufgaben... Jeden Tag tauschen sich Eltern in Whatsappgruppen aus, was die Kinder denn auf haben. (Eigenverantwortung? Fehlanzeige)
    Abbrechen wenn die Lehrerin viel zu viel aufgegeben hat? Macht keiner trotz regelmäßiger Bitten der Lehrerin.

    Und ich möchte nicht wissen, wie viele Eltern die Lösungen diktieren...

    Mein Junior macht die Hausaufgaben idR. selber und eigenständig. Er lebt auch mit den Konsequenzen (pos. wie neg). Und jetzt kommt das große ABER

    Wenn ich mit meinem Viertklässler in seltenen Ausnahmen die Hausaufgabe zusammen mache, dann kommt ein sehr viel besseres Resultat heraus als alleine.
    "Ich muss was über ein Land meiner Wahl zusammenstellen und möchte das Land nehmen in dem wir in Urlaub waren".
    Ok! Ich habe ihm die zahlreichen Flyer gegeben, die Reiseführer, ihm auf der Straßenkarte nochmal den Reiseverlauf gezeigt und alles nochmal Revue passieren lassen. Er hat dann die Strecke mit einem Edding markiert, wichtige Haltepunkte notiert, Flyer dazu gepackt und gemeinsam haben wir dann noch im Internet Einwohner, Fläche etc. rausgesucht.
    Wie weit wäre er wohl alleine gekommen?

  • Nehmen wir die Hausaufgaben... Jeden Tag tauschen sich Eltern in Whatsappgruppen aus, was die Kinder denn auf haben. (Eigenverantwortung? Fehlanzeige)

    Das ganze geht bei uns bis etwa in die vierte Klasse hoch. Kann ich derzeit bei meiner dritten genau so beobachten. Denn dann werden die selbstständigen Kinder auch so hart und sagen "Ich schreib es mir doch auch auf. Soll er schauer woher er/sie die Aufgaben bekommt!". Resultat, die Helfereltern fahren dann in die Schule und holen die Bücher oder anderes. Die selbstständigen werden weiter selbstständig und sehen den Unterschied noch deutlicher. Plus auch die Leherer erhalten einen noch besseren Eindruck wie die Kinder und Eltern so sind.


    Ok! Ich habe ihm die zahlreichen Flyer gegeben, die Reiseführer, ihm auf der Straßenkarte nochmal den Reiseverlauf gezeigt und alles nochmal Revue passieren lassen. Er hat dann die Strecke mit einem Edding markiert, wichtige Haltepunkte notiert, Flyer dazu gepackt und gemeinsam haben wir dann noch im Internet Einwohner, Fläche etc. rausgesucht.
    Wie weit wäre er wohl alleine gekommen?

    Schönes Beispiel finde ich.

    Ich kann jetzt nur von meinen Girls sprechen, aber die wären nicht so weit gekommen. Die hätten nach dem Tablett oder dem Laptop gefragt und auf irgend einer, von der Schule genannte, Kindersuchmaschine im Internet gesucht. Wahrscheinlich wäre der Text viel kürzer und kindlicher ausgefallen aber es wäre eben selbst gelöst.

    Wir nehmen uns da auch immer bewusst zurück und lassen Sie machen. Wenn Ihr Text fertig ist dürfen wir lesen und sprechen dann darüber. alles was wir dann beisteuern ist am nächsten Tag vielleicht im Kopf aber eben nicht auf dem Blatt.


    Und wobei lernen die Kinder mehr? Ich weiß es nicht!!!! Wenn ich böse bin sag ich deiner lernt Mama weiß alles und meine das Problem selbst zu lösen. Oder aber deiner hat viel mehr aufs Papier gebracht und gleichzeitig den Nutzen von Flyern und Wikipedia erkannt. Meine hingegen hat nur Kinderzeug geschrieben.


    Am Ende jedoch zeigt es doch sehr schön wie schwer es ist allein den Mittelweg zu erkennen. Geschweige ihn dann auch noch zu beschreiten. Leite ich Kinder an sehen Sie den Weg der Erwachsenen und im Idealfall ergänzen Sie diesen mit eigenen Herangehensweisen oder Ideen (auch der Brüllaffe dessen Kinder auf dem Bolzplatz selbst noch oft frei spielen). Oder aber man überläßt den Kindern die eigenen Lösungsfindung komplett und nimmt auch in Kauf das mal nichts gelernt wird (Ruhiger Trainer der gar nichts sagt). Wenn die Kinder hier jedoch nur 1-2x in der Woche 1,5std Fußball spielen wird nicht viel bei rum kommen.


    Ich hoffe das ich den Ton so getroffen habe das du dich nicht beleidigt oder angegriffen fühlst. Ich wollte nur aufzeigen das Kinder aus jeder Art der Ünterstützung etwas mitnehmen. Was nun das beste ist wissen wir leider erst immer sehr viel später. sei es nun der C-Trainer der uns sagt wir hätten doch sehr viel mehr hohe Bälle trainieren sollen oder das eigene Kind das in der letzten Klasse immer noch nicht selbst die Schultasche einräumen kann!


    Gruß

    Torsten