Ab welchem alter ist es Sinnvoll mit dem Torwarttraining anzufangen ?

  • Folgende Situation ; in unserer Mannschaft 2008 wurde der größte Junge schon vor Jahren ins Tor gestellt. Leider stellt sich bei vielen Situationen die Frage ob dies die richtige Position für diese Kind ist. Nach Aussagen des Jungen möchte er eigentlich gar nicht im Tor stehen . Da es ihm aber als Feldspieler zu anstrengend ist, bleibt er im Tor. Wie schon angedeutet gibt es immer häufiger Spiele in dem klar wird, das er nicht optimal als Torwart ist.


    Das Problem ist nun das wir auch keine Alternative zu diesem Jungen haben. Es gibt zwar andere Kinder die ins Tor gehen würden . aber nicht dauerhaft.


    In diesem alter kann man sicher nicht von Talent oder nicht Talent reden.


    Beispiel: wir hatten ein Spiel in dem wir hoch verloren haben . Fakt ist das alle Spieler an diesem Tag keine Glanzleistung gezeigt haben.


    In den ersten 2 Minute hatte wir schon 3 Gegentore.


    Eins war ein Rückpass den der Torwart ins Tor hat kullern lassen.,
    Zwei ein Abwurf genau auf den Gegner
    Drei schließlich hat der Torwart versucht mit dem Ball zum Gegnerischen Tor zu dribbeln wurde gestoppt und Gegentor.


    So ähnlich ging es auch weiter.


    An einigem waren auch die anderen Spieler beteiligt. Zweikampfverhalten war nicht gut ... Pässe zu schwach ....und noch einiges andere.


    Jetzt Trainiert er indem er im bei den Übungen im Tor steht. Er wird nur ermannt wenn er nicht auf den Schuss reagiert oder leichte Bälle durchlässt.


    Kann man eine Spieler mit gezielten Torwarttraining in diesem alter verbessern. Oder kann man in diesem alter schon sagen , es hat keinen Sinn ?

  • Hab grad mein Frühstück verschluckt!


    in unserer Mannschaft 2008 wurde der größte Junge schon vor Jahren ins Tor gestellt.

    Leider typisch, was die Sache aber nicht besser macht.

    Leider stellt sich bei vielen Situationen die Frage ob dies die richtige Position für diese Kind ist

    Die Frage stellt sich nicht, weil es bei 2008er überhaupt keine festen und damit "richtigen" Positionen geben sollte.


    Nach Aussagen des Jungen möchte er eigentlich gar nicht im Tor stehen

    Warum stellt ihn der Trainer dann ins Tor? Ob es nun zu anstrengend ist oder nicht im Feld, wenn er nicht ins Tor will, dann sollte er auch nicht gezwungen werden.

    Das Problem ist nun das wir auch keine Alternative zu diesem Jungen haben. Es gibt zwar andere Kinder die ins Tor gehen würden . aber nicht dauerhaft.

    Doch habt ihr, nämlich jedes Kind, welches mal ins Tor gehen möchte. Warum dauerhaft? Jeder eine Halbzeit oder ein Spiel, wo ist das Problem?

    Kann man eine Spieler mit gezielten Torwarttraining in diesem alter verbessern.

    Nicht einen, alle! Einfache Fangübungen um die Angst vor dem Ball zu verlieren, Lob für gute Aktionen, Interesse an dieser Position wecken!

  • Nicht einen, alle! Einfache Fangübungen um die Angst vor dem Ball zu verlieren, Lob für gute Aktionen, Interesse an dieser Position wecken!

    Pefekt!


    Es liegt bereits in der Beschäftigung mit den TW-Aufgaben für die gesamte Mannschaft ein Nutzen.


    Noch besser funktioniert es allerdings, wenn man über geeignetes Fachpersonal verfügt. Denn wenn die Anfänger an ca. 10 minütiges Sicherheitsprogramm vermittelt bekommen, können besonders häufig und schmerzhafte Ballkontakte auf der TW-Position vermiieden werden. Diese sind:


    - die Finger in Ballrichtung ausgestreckt, sodass der Ball auf die Fingerkuppen prallt und schmerzhafte Prellung oberer Fingerglieder sowie der Fingergelenke verursachen kann,
    - Arme ganz oder direkt vor der Brust oder parallel zum Körper seitlich ausgestreckt werden, sodass der Ball ohne Felderkraft mit voller Wucht aufprallt und je nach Kontaktfläche die Hände oder Handwurzeln schmerzen


    Ferner kanns beim Abdrücken (Hechten) Schulter- oder Bauchshmerzen, wenn der Keeper
    - seitlich im Bogen springt und auf der Schulter landet (anstatt sich über die Fußspitze abzudrücken)
    - sich das angezogene Knie bei der Landung in den Bauch rammt (anstatt mit lang ausgestrecktem Körper über Oberschenkel, Hüfte und Schulter sanft zu landen)


    Hab vor Jahren mal ein Kurzprogramm (ca. 10 Min.) für Anfänger (ist hier im Forum zu finden) zusammen gestellt. Denn wenn alle Spieler von Anfang an die TW-Aufgaben mit Spaß kennenleren dürfen, dann stellt sich die Frage gar nicht, wo jemand ins Tor möchte, weil Jeder es kann.


    Etwas anderes ist sicher das TW-Training als Frühförderung, welches ab der Kreisauswahl (z.Zt. Jg. 2008) gemacht werden kann. Aber auch hier gibt es das Problem, dass man etweder dafür keine Zeit oder kein geeignetes Personal hat. Ähnlich wie bei den Spielern gehts primär ums Erlernen der Grundformen. Aber auch der Keeper sollte auf jeder Position Erfahrungen sammeln, anstatt ihn als "Positionsidioten" ausbilden zu wollen, nur damit man sich über den gegnerischen Keeper (der in 5 Minuten 3 Tore kassiert, weil er nichts gelernt hat) amüsieren kann.


    Wenn selbst NLZ-TW-Trainer sich ihre Nachwuchskeeper auch nach Körperlänge aussuchen, dann will ich mich nicht zum Thema: "welche Eigenschaften sollte ein Torwart haben", äußern. Denn da ist noch "viel Luft nach oben"! Ohnehin kommt es im Breitensportbereich lediglich auf den Spaß dabei an.

  • Hallo,


    ich habe ein G- Jugend Team und ein Spieler (junger Jahrgang) will Torwart werden! Soweit so gut. Ich habe, als ich das Team im Sommer übernommen habe, dem Spieler erstmal gesagt, dass er zunächst ein guter Feldspieler werden muss. Ich habe ihm gesagt, dass ein großes Idol (Manuel Neuer) in der G- Jugend bestimmt nicht im Tor gespielt hat. Der Junge trainiert also ganz normal wie alle anderen, ist aber wirklich sehr gut im Tor. Ich will in dem Alter noch nicht von Talent sprechen. Aber hat keine Angst, steht oft richtig, versucht die Bälle zu fangen. Ich werden ihn jetzt zusätzlich zum Training fördern und immer mal wieder ins Tor stellen!


    Meine Beobachtung bei anderen Teams ist aber, dass dort oft übergewichtige oder schwächer Kids im Tor stehen. Nach dem Motto: der kann nicht gut Fußball spielen, der geht ins Tor! Schlimmer geht es wohl nicht. Sollten diese Kids nicht erst recht viel laufen und gefördert werden!


    Ich mache mir die Torwart Position auch zu nutze, um änglichen Kids die Angst vor dem Ball zu nehmen. Wenn die Bälle halten und bei Kontakten merken, dass es gar nicht so schlimm war, verhalten sie sich im Feldspiel auch besser.

  • Jein!


    Eigentlich wollte Manuel Neuer gar nicht ins Tor, sondern fühlte sich auf jeder Position wohl. Doch er wurde gar nicht gefragt. Danach muß er es dann wohl ganz ordentlich gemacht haben.


    Als der am 27.März 1991 geborene Neuer am 1. März von seinem Vater beim nahegelegenen Schalke 04 anmeldete soll sein damaliger Trainer zu ihm gesagt haben: "Der Neue geht ins Tor"! Ich war der Kleinste, und ich war der Neue. So war das damals. (siehe: http://www.spox.com/de/sport/f…d-nicht-gerne-im-tor.html) Er war nicht nur klein, sondern geradezu zierlich (https://www.tz.de/sport/fc-bay…-worden-meta-3392044.html)


    Sein "großes Vorbild in der Jugend" sei übrigens der Niederländer Edwin van der Sar gewesen. Der habe "dieses moderne Torwartspiel geprägt". Neuer: "Ich will die Mannschaft durch dieses offensive Stellungsspiel unterstützen, wo immer ich kann. Als Torwart ist man zwar oft Einzelkämpfer. Aber ich habe auf dem Rasen wohl auch eine Art Helfersyndrom." Seine Mitspieler lassen sich gerne so helfen.


    Van der Sar entstammt der Torwartschule von Ajax Amsterdam. Seine herausragenden Fähigkeiten als mitspielender Torwart wurden sogar noch ein 1/4 Jahrhundert später als Schulungsmaterial in Deutschland eingesetzt.


    Aber er spielte nicht nur gern Fussball, sondern auch Tennis. Hier war sein großes Vorbild Boris Becker.


    Klar wissen heutzutage die Experten, dass es hätte so kommen müssen mit ihm und der zum weltbesten Torwart aufsteigen konnte. Schließlich hätten schon früh alle Talentförderer seine hervorragenden Anlagen erkannt, sodass er allein ihnen seine Karriere zu verdanken habe.


    Dass das ganz und gar nicht stimmt, läßt sich über ihn mittlerweile in vielen übereinstimmenden Berichten nachlesen. Auch gibt es viele Karrieren, an die man in frühen Jahren nicht im Traum gedacht hatte. Dafür ist die Liste derer, die mit großem Ruhm gestartet sich, aber irgendwann von der Karriereleiter gestürzt und nicht wieder hochgeklettert sind noch viel länger.


    Warum also schon in der G-Jugend irgendwelche Pläne schmieden, wenn fast alles noch nicht klar ist? Warum nicht einfach die gemeinsame Zeit erst mal genießen?


    Man muß dazu nicht mal irgendwelche Geschichten erfinden, sondern kann sagen: sogar ein kleiner und zierlicher Junge kann später ein großer Star werden! Ist doch allemal besser, als wenn man jemand sagt: weil du besonders groß bist, wirst du bestimmt mal ein Star!




    Ich mache mir die Torwart Position auch zu nutze, um änglichen Kids die Angst vor dem Ball zu nehmen. Wenn die Bälle halten und bei Kontakten merken, dass es gar nicht so schlimm war, verhalten sie sich im Feldspiel auch besser.


    Aber diese Stelle hat mich besonders neugierig gemacht? Was ist gar nicht so schlimm? Dass er keinen Hinweis bekommt, wie er sich als Torwart vor schmezhaften Ballkontakten schützt oder dass der Schmerz schneller nachläßt, wenn man dafür vom Trainer gelobt wird?

  • @TW-Trainer


    Ich gehe jetzt mal aus verschiedenen Gründen dabon aus, dass du dich mit der Materie auskennst :thumbsup: kannst du Literatur, DvDs oder sonstiges empfehlen um Torhüter im Verein besser auszubilden?

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Ich werde jetzt sicher haue bekommen, aber wir machen regelmäßig Torwarttraining mit unseren beiden Torwarten.
    Ich trainiere eine U8 und wir haben zwei Jungs dabei, die unheimlich gerne im Tor spielen. Die beiden sprechen sich bei spielen sogar oft selber ab wer rein geht. Manchmal wechseln sie auch in der Halbzeit.
    Wir trainieren zwei Mal die Woche und machen an einem Tag extra Torwarttraining. Ein Trainer kümmert sich dann nur um die beiden. Allerdings nicht das komplette Training über! Wir sorgen auch an so einem Tag dafür, dass sie am normalen Training teilnehmen und die normalen Übungen zum Teil mitmachen.
    Einer der beiden ist ein super Feldspieler, der andere eher mittelmäßig. Wir sorgen also dafür, dass der nicht so gute Feldspieler mehr Anteile vom Feldspieler Training mitnimmt.
    Ich habe in dieser Altersklasse im ganzen Kreis nicht annähernd so gute Torwarte wie unsere beiden gesehen. Wir werden auch regelmäßig darauf angesprochen, wie aussergewöhnlich gut die beiden sind.

  • Ich werde jetzt sicher haue bekommen, aber wir machen regelmäßig Torwarttraining mit unseren beiden Torwarten.

    Von mir nicht :D Ich mache auch regelmäßig TW-Training, zumindest was die Basis betrifft, wie man Hände etc hält, oder sich bei einer Ecke oder 1:1 verhält. Und das beste ist, mein TW wollte nie Feldspieler sein/werden.

  • Und in der E-Jugend werden sie dann abgeworben und dann?

    Dann geht halt ein anderer ins Tor und ich habe Pech gehabt. Ich finde, man kann diese ganze Gleichmacherei auch auf die Spitze treiben. Wenn ich zwei Kinder habe, die sehr starkes Interesse zeigen an der Position des Torwarts und sich auch noch super geschickt anstellen, warum soll ich das dann nicht besonders fördern? Wir sind zwei Trainer und haben die Zeit das mit einzubauen. In Trainingsspielen gehen auch mal andere ins Tor und die beiden Spielen gleichzeitig auf dem Feld. Ich persönlich sehe für uns kein Problem.

  • Hier im Ruhrgebiet gibt es hinter jedem zweiten Stopschild ein NLZ oder einen Verein der sich "Leistungsorientiert" aufstellt.
    Daher ist man hier gut beraten sich immer breit aufzustellen. Diese Probleme mag es bei euch nicht geben...


    Natürlich entlässt man die Kinder mit einem Lächeln und wünscht ihnen alles Gute aber man wird auch immer um einen Teil seiner Arbeit betrogen und zurückgeworfen


    Daher ist es in meinen Augen schlau nicht nur auf zwei Experten zu setzen.
    Btw... Bei unseren acht potentiellen TW haben wir auch zwei die sich besonders geschickt anstellen. Aber die werden ihren Weg gehen. Da bin ich ganz sicher

  • Ich werde jetzt sicher haue bekommen, aber wir machen regelmäßig Torwarttraining mit unseren beiden Torwarten.

    Von mir ebenfalls nicht!


    Ihr macht es genau richtig! Es wird niemand gezwungen auf eine bestimmte Position zu spielen, sondern jeder kann sich ausprobieren. Das Problem ist jedoch bei vielen Vereinen, dass sie weder Zeit noch Personal haben, um auch auf der Torwartsposition eine entsprechende Unterstützung für die Interessierten zu liefern.


    Ob man nun die Variante wählt, mit der gesamten Mannschaft oder mit den an der TW-Position Interessierten zu trainieren, liegt ebenfalls am Trainerpersonal.


    Denn allein die altersgerecht möglichen TW-Übungen durchzuführen, macht schon einen kleinen Vorsprung gegenüber den Mannschaften aus, in denen keine TW-Übungen gemacht werden. Ich werde immer wieder gefragt, welche Bücher oder DVD ich empfehlen könnte? Natürlich kann man sich dort Hilfe holen. Aber es ändert rein gar nichts an den eigenen Fähigkeiten, die man als TW-Trainer besitzen sollte. Denn die sind nützlich für die technische und taktische Grundlagenvermittlung. D.h. ein Trainer sollte so gut werfen und schießen können, als dass er jede Situation im Spiel auch im Training spielnah üben kann. Ist die Zielstreuung zu groß, der Balldruck nicht ausreichend präzise, so wird jede Torwartaktion eher zufällig sein. Es kommt jedoch nicht so sehr darauf an, dass der Torwart einen Ball hält, sondern wie er es macht. Denn nur so kann man feststellen, ob der Keeper eine Technik und TW-Taktik versteht.


    Leider sind die Fähigkeiten eines TW-Trainers nicht in ein paar Stunden zu erlernen. Es braucht dafür Jahre, um selbst so sicher zu sein, als das man gleichzeitig einen Angreifer simulieren und die gesamte Torwartaktionen ausführen kann.


    In dieser Detailarbeit kann ein Spieler den TW-Trainer noch nicht gut genug ersetzen, weil sowohl in der Ziel- als auch in der Raumverteidigung die gewünschte Präzision und Balldruck unzureichend ist. Allerdings können andere Spieler/Torleute in Kleingruppen typische Spielsituationen üben, wobei der TW dann die im speziellen TW-Training erlernten Fähigkeiten spielnah ausprobieren kann.


    Man kann trotz guten Willens für die Torleute etwas tun zu wollen, auch einiges falsch machen, wenn es an eigenen Fähigkeiten mangelt. Ein TW-Trainer ist weitaus mehr auf dem Platz als es ein Mannschaftstrainer ist. Gerade dieses Engagement wird von den Kindern sehr geschätzt, weil er dabei einer von ihnen ist. Es entsteht ein Vertrauensverhältnis, weshalb die Kinder ihre Angst und Scheu verlieren und deshalb über sich hinaus wachsen können.


    Von unschätzbarem Vorteil ist jedoch der Verein, der geeignete TW-Trainer hat, wodurch die Interessierten von Anfang an mit sehr viel Spaß an die Aufgaben heran geführt werden.


    Wer sich selbst TW-Trainer Fähigkeiten aneignen möchte, dem empfehle ich, sich in seiner Umgebung nach einem JLZ oder NLZ oder auch einer Torwartschule zu erkundigen. Dort kann er den Nachwuchs-TW-Trainern über die Schultern schauen und praxisnah relevantes Input erhalten.


    Natürlich gibt es auch ein 3-stufiges Angebot des DFB. Aber das steckt nach Jahren immer noch in den Kinderschuhen. Die dabei ausgehändigen Teilnahme-Urkunden sind teuer und leider ihr Geld nicht wert, weil der größte Teilnehmerkreis nicht die speziellen Vorkenntnisse für eine systematische Torwartausbildung mitbringt und auch das Lehrpersonal deutlichen Qualitätsschwankungen unterliegt. Es ist als Versuch der Kopie des Mannschaftstrainer-Ausbildungssystem längst gescheitert und bedarf einer generellen Reform.

  • Wenn ich zwei Kinder habe, die sehr starkes Interesse zeigen an der Position des Torwarts und sich auch noch super geschickt anstellen, warum soll ich das dann nicht besonders fördern?

    Das hat doch niemand in Abrede gestellt. Der TE hat doch eine ganz andere Situation vor sich. Er hat niemanden der ins Tor will, du dagegen zwei, die unbedingt wollen.
    Natürlich sollst du das altersgemäß fördern. Aber eben auch nicht vergessen, dass es letztlich allen Kindern mal gut tut, das Spiel aus Sicht eines Torwarts zu sehen.
    Da bei mir grundsätzlich alle mal im Tor stehen, gibt es auch keine dummen Sprüche gegen den Keeper, wenn der im Spiel ein Gegentor bekommt.

  • Also unser Trainer hat entschieden das in der F noch kein Torwarttraining gemacht wird. Mit der Leistung des Jetzigen Torwarts müsste die Mannschaft zurechtkommen . Obwohl unser Mädchen gute anlagen für das Tor hat , soll sie nicht auf diese Position. ( Wenn sie wechselt hätte die Mannschaft gar keinen Torwart mehr ) Jungs wechseln natürlich nicht die Mannschaft ?? .


    Also bleibt alles so wie es ist.

  • Also unser Trainer hat entschieden das in der F noch kein Torwarttraining gemacht wird. Mit der Leistung des Jetzigen Torwarts müsste die Mannschaft zurechtkommen . Obwohl unser Mädchen gute anlagen für das Tor hat , soll sie nicht auf diese Position. ( Wenn sie wechselt hätte die Mannschaft gar keinen Torwart mehr ) Jungs wechseln natürlich nicht die Mannschaft ?? .


    Also bleibt alles so wie es ist.

    Wie ich schon im Beitrag zuvor sagte: wenn man keine TW-Trainerfähigkeiten besitzt, kann man den Torleuten Unfug beibringen, der später nur schwer zu korrigieren ist. (Falsche Technik und Taktik ist ein wesentlicher Grund, warum in der C-Jugend neue Keeper schon nach kurzer Zeit bessere Leistungen zeigen als Keeper, die bereits im unteren Jugendbereich das Tor hüten. Grund sind nicht die Anlagen der Keeper, sondern die Fähigkeiten ihrer Trainer.)


    Deshalb finde ich es ehrlich, wenn ein Trainer sagt, dass er mit der Aufgabe des TW-Trainings überfordert ist.


    Das sollte allerdings kein Grund sein, sich nicht nach alternativen Möglichkeiten:
    - Vereinstorwarttrainer für Keeper aus mehreren Teams
    - externes TW-Training gemeinsam mit Nachbarvereinen
    - externes TW-Training in Torwartschule


    für Interessierte.


    Da ist noch viel Potenzial in den meisten Vereinen!


    Wer gar keine TW-Ausbildung für seine Keeper macht oder machen läßt, der nimmt die schmerzhafte Ballkontakte und Verletzungen (z.B. Fingerbruch, Bruch der Gelenkkapsel) seiner Nachwuchskeeper inkauf.
    Er/sie darf sich nicht wundern, dass niemand ins Tor will. Grund dafür ist nicht allein, dass jemand nach einem Gegentor meckert, sondern weil man keine Lust mehr hat als Zielscheibe für Angreifer zu dienen.
    Wer sich trotz wiederkehrender Schmerzen im Tor bleibt, mag eigene Wege finden sein Torwartspiel zu verbessern, aber er hat kaum Chancen an das Niveau von ausgebildenden Torleuten heran zu kommen.


    Wer als Trainer davon ausgeht, dass Spieler später einmal die Mannschaft oder sogar den Verein wechseln, der sollte seine Ziele hinterfragen?


    @Spieler-papa
    Es ist nichts Neues, dass Mädchen bis in die Pubertät in der Beweglichkeit Vorteile gegenüber den Jungen haben. Die Beweglichkeit ist nach dem Erkennen und Entscheiden in der Ausführung eine wichtige Veranlagung beim Torwart. Es gibt sogar einen zeitlichen Korridor (älterer D-Jugend - jüngerer C-Jugend), in der Mädchen auf der Torwartsposition stärkere Leistungen als ihre männlichen Konkurrenten abliefern können. Sobald jedoch weibliche Rundungen die Beweglichkeit mindern und dafür bei den Jungen Körerlänge und Muskelkraft deutlich zunehmen, verkehren sich die Vorteile.


    Über allem steht jedoch nach den heutigen Vorstellungen in der Ausbildungszeit nicht die von außen wahrgenommene Leistung allein, sondern der Spaß jedes einzelnen. Denn was Spaß macht, dass macht man gern besonders gut, weshalb man Spaß an der Leistung entwickeln kann.

  • Ich mache auch schon mit E-Mädchen, die gerne im Tor spielen, ein kurzes zusätzliches "Torwarttraining". Das ist aber natürlich kein Erwachsenentraining, sondern im Mittelpunkt stehen Fangübungen mit unterschiedlichen Bällen, Übungen zum zielgenauen Abrollen und Abwerfen des Balls (z.B. Fußballkegeln) und die Entwicklung absolut grundlegender individualtaktischer Fähigkeiten. Mehr braucht es gar nicht - Hechten und Fausten sind dabei überhaupt kein Thema...

  • Hechten und Fausten sind dabei überhaupt kein Thema...

    Wenn du das selbst gut kannst, dann besteht gar kein Grund, es ihnen nicht zu zeigen!


    Für alle anderen Interessierten nachfolgend ein paar Hinweise zum Abdrücken (Hechten):


    1. Abdrücken (Hechten) in 3 Schritten


    a. seitliches Abrollen aus der Sitzposition als Partnerübung
    - Traingsgruppe bildet einen Gasse (ca. 5 m Abstand)
    - pro Paar 1 Ball
    - Partner setzen sich und rollen sich gegenseitig den Ball seitlich neben dem Körper zu
    - dabei rollt sich der TW seitlich über die Hüfte ab und greift mit fast ausgestreckten Armen und beiden Händen gleichzeitig den Ball vor dem Körper


    b. seitliches Abrollen aus dem Kniestand als Partnerübung
    - gleicher Abstand
    - Ball seitlich zurollen
    - dabei rollt sich der TW seitlich über Oberschenkel und Hüfte ab udn greift mit fast ausgestreckten Armen und beiden Händen gleichzeitig den Ball vor dem Körper
    Hinweis: ein leichteres Abrollen gelingt, wenn das ballnahe Knie vor dem Abrollen ein wenig nach vorn genommen wird


    c. seitliches Abrollen aus (fast) Hocke
    - Abstand ca. 1,5 m
    - TW geht bis fast in die Hocke
    - Partner hält dem TW den Ball seitlich auf Hüfthöhe hin (dabei hält er 1 Hand unter und die andere Hand auf den Ball)
    - TW greift mit fast ausgestreckten Armen und beiden Händen gleichzeitig den Ball und rollt über Oberschenkel, Hüfte und Schulter seitlich ab.


    Übung:
    1. TR positioniert sich ca. 8 m vor dem Tor
    2. TW positioniert sich mittig
    3. TW startet Übung, indem er zu einem Pfosten läuft, ihn kurz berührt und dann schräg nach vorn zur anderen Torseite läuft
    3. TR wirft Ball halbhoch, sobald der TW sene Laufrichtung (nach Torpfostenkontakt) ändert
    4. TW drückt sich (hechtet) über die Fußspitze des hinteren Beines ab und greift mit lang ausgestrecktem Körper, fast ausgestreckten Armen und beiden Händen gleichzeitig zum Ball
    5. TW rollt über Oberschenkel, Hüfte und Schulter ab
    6. Seite wechseln, damit Bewegungsablauf rechts/links geübt werden kann


    Hinweise:
    - richtiges abdrücken (hechten) wird erleichert
    Diese Übung erleichtert das Abdrücken (hechten), weil durch die vorgegebene Laufrichtung ein seitliches Abspringen (Bogensprung) verhindert wird. Nur durch das Abdrücken über die Fußspitze kann die Richtung und Distanz kontrolliert werden. Wer es mal anders sehen will und sich über Hautabschürfungen im äußeren Wadenbereich wundert - diese Keeper haben es nicht besser gelernt!


    - der Keeper läuft schräg zur Torlinie, um die Torfläche zu verkleinern
    - der Keeper könnte mit dem Kopf oder Schultern gegen den Torpfosten prallen, wenn er auf der Torlinie läuft
    - der Oberkörper stabilisiert sich im Flug, weil lang ausgestreckt


    Typische TR- Fehler:
    - falsches Timing beim TR (TR wirft Ball zu früh oder zu spät)
    - falscher Balldruck beim TR (TR wirft ihn hohen Bogen oder gerade aus)
    - falsche Präzision beim TR (TR wirft zu tief, zu hoch, zu mittig)


    Typische TW-Fehler:
    - TW will sich mit einer Hand bei der Landung abstützen
    - Ball statt TW landet zuerst auf den Boden und TW kann ihn nicht festhalten



    Hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht! Aber ihr könnt evl. erkennen, dass der Keeper nur dann immer eine realistische Erfolgschance im Training hat, wenn sein TW-Trainer einen guten Job macht (hier: gutes Timing, richtigen Balldruck und ausreichende Präzision stimmen.)


    Das Fausten ist aber noch einfacher - aber dazu später mal!

  • Beim Thema TW fällt oft der Satz:
    "Niemand wird auf eine Position gezwungen."
    Das heißt, wenn bei euch jemand keine Lust auf TW,Mittelfeld oder Verteidigung hat, dann spielt er nur im Sturm?
    Oder wird er gezwungen, auf anderen Positionen zu spielen, weil er sonst weniger Spielzeit bekäme?

  • Das heißt, wenn bei euch jemand keine Lust auf TW,Mittelfeld oder Verteidigung hat, dann spielt er nur im Sturm?

    Ich differenziere zwischen "keine Lust" und "Angst".
    Angst hatten die Kinder, wenn überhaupt, nur im Tor. Bei den Positionen im Feld gibt es einige die lieber in der Abwehr spielen, einige die lieber im Sturm spielen. Komischerweise die wollen aktuell die meisten ins Mittelfeld. Weiß auch nicht woran das liegt.