Kindertrainer-Lehrgang

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!
  • Morgen gehts los... ich habe mich todesmutig angemeldet und mir geht der Arsch auf Grundeis.
    Warum hab ich meinen Mann nicht zu einem Tanzkurs überredet???


    Also gehe ich da morgen hin. Ich habe mir extra Fußballschuhe gekauft, will mich ja nicht gleich zum Obst machen, in dem ich in Balettschläppchen dort erscheine :D
    Ich kann auch einen Pass über einige Meter schießen. Aber wehe mich greift einer an! Echt nicht... Au weia... Das soll was werden. :SX/8o

  • Viel Spass.
    Berichte doch mal von deinen Erfahrungen.
    Machst du jetzt nur den Teamleiter oder gleich eine Lizenz?
    Bei uns wird Ostern eine Lizenz (Vollzeit) angeboten.
    Leider haben wir Ostern Urlaubssperre.

  • @Goodie


    Viel Spaß dabei!


    Also vor dem Fussballspielen mußt du gar keine Angst haben! Wenn es nach mir ginge, dann sollte Fussballspielen in der Trainerausbildungsgruppe aus dem Programm entfernt werden. Denn das kostet wertvolle Ausbildungszeit, birgt das Risiko einer Verletzung, ist kein prüfungsrelevantes Thema. Find es sogar albern, als das manche Ausbilder Trainerkandidaten mit sportlichen Handycaps ablehnen und dadurch selbst dafür verantwortlich sind, dass es in ihrem Zuständigkeitsgebiet zu wenig lizeniserte Trainer gibt.


    Ein guter Trainer kann auch der werden, der selbst nicht gut am Ball ist. Gerade im Kinderbereich wird soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit besonders benötigt, damit sich die Kinder bei dir wohlfühlen und dich verstehen.

  • Hehe, die erste Praxiseinheit ist schon mal vom Winde verweht worden - dem Sturmtief sei dank :D Aber der Kurs ist lustig! Aus vielerlei Gründen auf die ich hier nicht eingehen möchte.


    Die guten Nachrichten: ich bin nicht alleine. Wir sind mit drei Frauen und insgesamt fünf Nichtfußballspielern.

  • Also ich muss sagen, ich bereue es nicht, mich angemeldet zu haben.
    1. macht es Spaß,
    2. sind die Diskussionen interessant
    3. bin ich bei den Praxisübungen zwar auf dem Niveau vom dicken Paul aber ich bin nicht die schlechteste. :D


    Bei den Praxisübungen sind wir bei der F-Jugend angekommen. Gestern bei der Balljonglage habe ich Fuß-Knie-Knie-Fuß-fangen immerhin einmal geschafft. :thumbsup: Ich musste immer vormachen mit dem Kommentar: "wenns die Volleyballerin schafft, dann können es die anderen auch." Alles mit einem Augenzwinkern, vorgeführt fühle ich mich dort nicht. Wenn dann die Übungen auf Zeit gemacht werden, mach ich allerdings immer Pause. Besser für mein Knie und meinen sportlichen Ehrgeiz. Da hab ich eh keine Schnitte und ich übe lieber noch mal langsam, bevor ich über den Platz stolpere.
    Ich sag ja immer: Tempo kommt von alleine.

  • Ist doch schön zu lesen, das du aus dem Lehrgang was mitnimmst. Natürlich kommt es immer auf die vorherige fußballerische "Karriere" an... aber wichtig finde ich, das DICH der Lehrgang voranbringt für die Arbeit mit den Kindern. Also schön weitermachen und weiterberichten ! Viel Erfolg weiterhin

  • Ab wann wird denn das eigene fußballerische Können abgefragt? Ich entnehme den Postings, dass zum Fundlehrgang und Teamleiterlehrgang das eigene Können nicht entscheidend ist und man sich ohne Eignungsprüfung anmelden kann. Stimmt das?

  • Beim Kindertrainerlehrgang wird jeder mitgenommen. Zumindest ist das hier im Kurs so. Danach kann man noch den Basiskurs (nur Theorie) machen und ist Teamleiter.


    Aus meinem Kurs meinte schon mehr als einer, dass ich den C-Lehrgang sicher auch schaffen könnte. Da sage ich aber mal fröhlich: nein danke. Warum soll ich mir was von C-Jugend oder Viererkette beibringen lassen, wenn ich diese Altersklasse sowieso nicht anpeile? Macht für mich keinen Sinn.


    Der Schwerpunkt ist Bambini- bis E-Jugend-Training.
    Die Dozenten legen Wert auf Trainingssteuerung. Also eher Fragestellungen wie "wie bekomme ich alle Kinder in Bewegung" oder "wie kann ich die Übung so gestalten, dass sich der Minimessi nicht langweilt und der dicke Paul nicht überfordert nach Hause geht"
    Dazu dann Fragen wie: welche Schwerpunkte gehören zu welcher Altersklasse oder wie gestalte ich einen Aufbau ohne dass ich zig mal umbauen muss und so Zeit ins Land streicht.


    Dass ich dann in der Praxis die technischen Übungen im Tempo eines Bambinispielers mache interessiert keinen. Und bei Kleinfeldspielchen überlassen mir die anderen häufiger mal den Ball, damit der dicke Paul auch mal trifft. ^^ Und ja, so bescheuert das klingen mag: ich freue mich über ein getroffenes Tor. Für mich ist das eben auch was besonderes und ich freue mich wie ein Kind. Gestern hab ich einen mit Vollspann richtig fett getroffen und ins Tor gesemmelt. Hat Spaß gemacht.


    Ich finde es aber echt interessant herauszufinden, wo ich offensichtlich auf meine Bewegungserfahrungen aufbaue und wo ich quasi von ganz vorne beginne. Wenn Pässe gefordert sind, weiß ich eigentlich immer wo meine Mitspieler oder die Tore sind. Ich finde es leichter, den Ball direkt zu spielen als ihn zuvor zu stoppen. Er kommt in der Regel dorthin, wo ich ihn hinhaben möchte. Wenn ich ihn erst stoppen soll, dann gucken und weiter spielen, komm ich mir vor wie ein Ballleghasteniker.
    Dribblings oder Finten klappen langsam ganz gut. Sobald etwas mehr Tempo gefordert ist, bin ich sofort überfordert. Klarer Fall von Anfänger.
    Jonglage etc ist für mich auch eher eine Konzentrationsübung. Tempo? Vollkommen hoffnungslos!
    1:1 - iihhh, lasst mich bloß damit in Ruhe. Hier hab ich Berührungsängste. In der Abwehr verhalte ich mich eher passiv und stelle die Räume zu. Direkten Kontakt finde ich furchtbar und wenn ich den Ball behaupten soll, kann ich nur auf das Mitleid des Angreifers hoffen. Bei diesen Übungen drücke ich mich durchaus. Ich hab da echt schiss um mein lädiertes Knie. Muss ja nicht sein.



    Vielleicht kann ich mich sogar besser in die kleinen Anfänger einfühlen als so manch ein gestandener Fußballer? Einigen jedenfalls kann man ansehen, dass sie denken: "lass den Dozenten labern, ich hole mir hier den Schein ab und mach weiter wie immer." Schade eigentlich.

  • Dann bist du doch aber bei der C-Lizenz gold richtig.
    Bei uns zumindest geht es hauptsächlich um Training bis D-Jugend. Natürlich werden im Profil Jugend auch die älteren Jahrgänge angeschnitten, aber dort geht es fast nur um Individualtaktik im 1:1 welches in der D-Jugend im Training ganz besonders im Vordergrund sein sollen. Dann kommt noch ein bisschen gruppentaktische Angriffsmittel (Doppelpass, Spielverlagerung, Spiel über den Dritten) hinzu und ein ganz bisschen Verteidigen zu
    Das Profil Kinder, beschäftigt sich mit den Basistechniken und der Bewegungsschulung.
    Wie man Fußball spielen kann interessiert keinen. Es wurde bei uns zwar sehr viel Praxis gemacht, aber wenn man verletzt ist muss man nicht mitmachen und wenn man den Ball verschießt, macht das ja nichts. Je mehr Korrektur durch den Dozenten, desdo mehr Lernt man.
    Hauptaugenmerk ist auch in den Lehrproben gewesen, wie man mit den Kindern umgeht und ob man gut coacht. Die haben da auch z.B. einen 19 Jährigen durchfallen lassen, der bis zur U 17 noch im NLZ eines Bundesligisten war, dagegen kam der Fußballpappa mit zwei linken Füßen suverän durch.


    @fussipapa Erst wenn du eine B-Lizenz machen willst ist dein Eigenkönnen entscheident. Du kannst dich nach dem Grundlehrgang entscheiden ob du die C-Lizenz ablegen möchtest, oder dich direkt zur B-Lizenz Eignungsprüfung anmeldest.
    Bei der C-Lizenz ist dein Eigenkönnen egal und du musst keine Eignungsprüfung ablegen. Zur B-Lizenz musst du in unserem Verband einen Jongliertest ablegen (unwichtig, du kannst auch bestehen wenn du nicht einmal Jonglierst) und selber Fußball spielen im 4 gegen 4. Hier kriegst du die wichtigste Note, die Spielnote. Dann musst du nochmal an die Tafel und dich zu einem gruppentaktischen Thema befragen lassen ,z.B. Spieleröffnung Viererkette, Gruppentaktische Angriffsmittel, Verteidigen in Überzahl etc.. Solltest du selber mal höherklassig gespielt haben, kannst du ggf. die Eignungsprüfung überspringen und wenn du mal Stammspieler in einer Vertragsliga warst kannst du sogar direkt mit der Elite Lizenz beginnen soweit ich weiß.


    Edit:
    @Ersatzbank Also bei mir war es so, dass wir im Kinderprofil fast ausschließlich auf dem Platz waren und im Profil Jugend 50/50. Die längste Zeit im Fortbildungsraum war Trainingsplanung(vorstellen einer Gruppenarbeit), Taktik und nochmal eine Info über Sportverletzungen. Alles in allem war man jeden Tag mindestens 3 Stunden auf dem Platz (An einem Tag sogar 7, uff), hat echt spaß gemacht. Im Grundlehrgang war es weniger. Da waren wir so 75% im Fortbildungsraum und 25% auf dem Pkatz.

  • so, es ist fast vollbracht. Morgen ist vorerst der letzte Termin. Danach kann man noch den Basiskurs buchen und dann darf man sich Teamleiter schimpfen.


    Was habe ich mitgenommen? Außer einigen Übungen, die ich gleich mal fleißig notiert habe, eigentlich nicht so viel Neues. Wenn überhaupt dann die Erkenntnis, dass ich/wir es auch ausm Bauch raus ziemlich gut gemacht haben. Die Praxis, bei den zwei Jahren älteren Kindern abzuschauen, war diesbezüglich ebenfalls sehr hilfreich.
    Das hat sich ja auch daran gezeigt, wie weit die Kinder bei uns in den drei Jahren gekommen sind. Wir können die Kurzen auf jedenfall ruhigen Gewissens in die F-Jugend entlassen. :thumbsup:


    Mit den anderen Kursteilnehmern hat es sehr gut funktioniert. Da mag mich nicht jeder für voll genommen haben - das ging mir aber ähnlich :D - aber das Groß hat uns Damen durchaus akzeptiert.


    Gestern waren wir in der Halle und haben 2:2 gespielt. Durch Auslosen ergab es sich, dass wir Frauen gemeinsam gegen zwei Herren antreten sollten. Einer der Männer knallte dann mal gleich den Ball recht feste auf das kleine Mattentor. Worauf hin meine Mitspielerin das Mattentor kurzerhand hochkant gestellt hat. DAS gab dann außer einem schmunzeln des Dozenten keinerlei weitere Kommentare. Ist auch nur mit 3:0 verloren gegangen. :D


    Das einzige, was ich schade finde ist, dass man einigen ansehen konnte, dass sie das alles für Kinderkram halten und sich eher nicht auf das Konzept von Spaß an der Bewegung einlassen werden. Die werden weitermachen wie bisher (Ergebnisorientiert). Aber das sind zum Glück nur einzelne gewesen und schon der Dozent scheint wohl der Auffassung zu sein, dass man nicht jedes Individuum retten kann...



    Fazit: alles gut!

  • @Goodie
    Freut mich, dass dir die Ausbildung eigentlich gut gefällt.


    Leider sind deine Kritikpunkte nicht neu, aber manches ändert sich eben langsamer als gewohnt.


    1. Fussballspiele der angehenden Trainer
    Diese Zeit ist eigentlich vollkommen überflüssig. Denn die Voraussetzungen dafür sind sehr unterschiedlich. Außerdem wird beim Übungsleiter oder der C-Lizenz gar keine Präsentationsfähigkeit geprüft. Reine Zeitverschwendung, die man besser für andere Inhalte (z.B. Kinderfussball-Konzepte, Mannschaftsführung, Umgang mit Eltern) verwenden könnte.


    2. Ergebnisorientiertes Denken von Trainerkollegen
    Wer solchen Trainern eine Lizenz für den Kinderfussball ausstellt, der darf sich nicht wundern, wenn diese mit "Fachkompetenz" ausgestatteten Trainer im Heimatverein ganze Jahrgänge plattmachen und sich Eltern darüber wundern, warum solche Leute überhaupt eine Lizenz bekommen.


    3. Ergebnisorientiertes Denken bei den Ausbildern
    Leider gibt es auch diese Leute nach wie vor im Ausbilderstab. Hinzu kommt, dass diese Trainer meistens im Leistungsfussball aktiv sind, weshalb sie die dort kennengelernten Maßstäbe: Ausbildung mit hohem Leistungsanspruch manchmal für den Breitensport-Kinderfussball ableiten und dadurch dazu beitragen, dass neue Trainer schon nach der ersten Saison wieder aufhören, weil sie mit Maßstäben in ihre Karriere starten, die sich nicht mit denen der Kinder und ihrer Eltern decken.


    Drücke dir weiterhin die Daumen!

  • 1. Fussballspiele der angehenden Trainer
    Diese Zeit ist eigentlich vollkommen überflüssig.

    Das sehe ich nicht so. Und zwar aus mehreren Gründen:

    • Intensität
      Einfach mal selbst machen, um zu erkennen, wie intensiv Übungen und Spielformen sind. Viele Trainer verlangen Dinge von ihrem Team, ohne zu erkennen, dass man nach kurzer Zeit mental und/oder körperlich abbauen muss.
    • Interessant/langweilig
      Um diesen Unterschied zu erkennen, hilft nichts so gut wie selbst machen. Wie mag ein Kind erst eine Übung empfinden, die ich als Erwachsener schon langweilig finde...?
    • Ausprobieren
      Im Laufe des Lehrgangs macht es ja auch Sinn, das Gelernte auszuprobieren. Da es in aller Regel nicht möglich ist, dem Lergang immer eine Jugendmannschagft zur Verfügung zu stellen, bleiben halt nur die anderen Teilnehmer. Auch als Teilnehmer dieser Trainngsgruppe habe ich viel mitgenommen: Ansprache, Korrekturen etc.
    • Spaß
      Wirfst Du einen Ball in die Mitte, sind Erwachsene irgendwie auch wieder Kinder. Gerade zu Anfang des Lehrgangs haben wir auf unser Abschlussspiel bestanden. :D
      Als es später auch um Themen wie Saisonvorbereitung A/B ging, mussten wir das nicht mehr haben. Da war gerade die Ü40-Fraktion auch so schon im Eimer... Aber auch das war wichtig - siehe Punkt 1.
  • @Follkao


    zu 1. die wahrgenommene Intensität bei einem Erwachsenen eine ganz andere sein kann als die bei einem G-Jugend oder A-Jugend-Spieler, sodass die eigenen Erkenntnisse kaum auf die zu trainierende Heimatmannschaft übertragen werden kann.


    zu 2. Interessant/langweilig
    Ob eine Demo-Übung interessant oder langweilig ist, sieht man auf einen Blick. Dazu muß man nicht selbst ne halbe Stunde kicken. Etwas anderes ist es hingegen, ob es gelingt, diese Demo-Übung auf die eigene Mannschaft zu transportieren, damit es auch dort interessant wird.


    zu 3. Ausprobieren
    Ob ein Erwachsener auf Baiss langjähriger eigener Erfahrungen etwas ausprobiert oder ein Kind im unteren Jugendbereich, mag sehr unterschiedlich zu bewerten sein. Manches macht beiden viel Spaß, anderes hingegen nur dem Kind oder nur dem Erwachsenen, weil die darin gesetzten Reize die eigenen Erwartungen besonders gut treffen.


    zu 4. Spaß
    Beim diesem Teilnehmerkreis darf vorausgesetzt werden, dass sie alle Spaß am Fussball haben. Allerdings sollte die gemeinsame Zeit primär dazu genutzt werden, noch fehlende Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben. Wer bis dahin nicht gut Fussball spielen kann, der wird es dort auch nicht erlernen. Ferner ist gerade bei den Trainern, die nicht mehr im Saft stehen das Verletzungsrisiko deutlich größer. Leider hat es sich noch nicht überall durchgesetzt, dass auch Bewerber mit sportlichen Handycaps aufgenommen werden. Diese Leute fehlen den Vereinen, weil sie selbst häufig sehr viel Wissen mitbringen. Auch deshalb sehe ich hier einen falschen Anreiz. Wer unbedingt gern mit den Trainerkollegen zusammen Fussball spielen möchte, der kann es auch ausserhalb der Ausbildungstermine.


    Meine persönliche Meinung ist, dass die Ausbildungszeit viel zu kostbar ist, um sich mit Inhalten, die man auch sonst machen könnte, zu füllen. Ein sehr guter Ersatz fürs "Oldi-Fussballspielen" angehender Trainer wäre das E-Learning, wodurch die insgesamte Ausbildungszeit verkürzt und preiswerter gestaltet werden könnte. Auch könnte man im selben Zeitraum mehr Teilnehmer ausbilden, sodass man langsam vom Standard eines Trainers ohne Lizenz im Kinderfussball wegkommt.