F-Jugend übernehmen ist nicht so leicht....

  • @Grimore:


    Mach dir bloß keinen Druck mit dem Ziel, ein tolles Training aufzuziehen.
    Das Wichtigste ist: die Kinder müssen Spaß haben und dafür ist ein gutes Training gar nicht nötig.
    Lasse sie viel spielen, sei immer natürlich in deinem Verhalten (das macht die automatisch sympatisch), zeige ihnen warum Fußball ein so toller Sport ist. Die Kinder werden dich sehr schnell mögen und gerne ins Training kommen. Ob du jetzt ein perfekt abgestimmtes Training aufziehst, ist erst einmal gar nicht so wichtig. Wie ein gutes Training aussehen sollte, dazu gibt es viele unterschiedliche Meinungen und Konzepte (wie du wohl bereits gemerkt hast...). Informiere dich weiter und probiere Dinge aus, wenn du spannenden Übungen entdeckst, teste sie einfach mal aus. Du wirst mit wachsender Erfahrung sehr schnell merken, was Kinder können, was sie brauchen, was ihnen Spaß macht.


    Es gibt kleine Tipps, die immer hilfreich sind, bereits parat zu haben:


    - jedes Kind braucht viele Ballkontakte --> In kleinen Gruppen trainieren und spielen lassen
    - Keine langen Wartzeiten - Kinder haben eine geringe Aufmerksamkeitsspanne
    - eine kindgerechte bildliche Sprache sprechen


    Dass du dich bereits vor dem eigentlichen Engagement als Trainer informierst ist sehr lobenswert und zeigt, dass du deinen Weg gehen wirst. Viel Spaß beim tollsten Job der Welt! ;)


  • Das ist eine schöne Liste an hilfreichen Punkten für den Anfang von @AKjfv und @Prof. Dr. Trainer.


    Noch eine tipp: den Anfängern viel Raum geben und Übungen großräumig planen.

  • Ball & Koordinatives schließt sich auch überhaupt nicht aus.
    Meine Lieblingsübung - Sportartenübergreifend und für jede Altersklasse sieht so aus:


    Ein Ballreservoir mit Bällen (hier tuts zur Not ne Schubkarre). Die Kinder rechts und links in zwei Gruppen neben die Schubkarre. Du nimmst einen Ball und wirfst ihn im Schockwurf (beidhändig von unten) in einem Bogen in den freien Raum. Der erste Spieler läuft los und muss den Ball fangen, bevor er zum zweiten mal auftippt.
    Dann wirfst du den nächsten Ball, die Spieler starten immer abwechselnd aus beiden Warteschlangen. Wer den Ball hat, läuft außenrum zurück und legt den Ball wieder zurück. Wenn jeder einen Probelauf hatte, erhöhst du das Tempo. (Du wirst ins schwitzen kommen). Über die Wurfdistanz kannst du den Schwierigkeitsgrad perfekt steuern. Wenn mal einer zu weit gerät feuere ich das Kind immer lautstark an...
    So. Und dann kommen die Zusatzaufgaben und hier sind die Möglichkeiten schier unendlich:

    • Start aufm Bauch/Rücken
    • Drehung um die eigene Achse
    • Halbe Drehung vor dem Auffangen
    • Purzelbaum
    • unter gegrätschten Beinen durchkrabbeln
    • hinterm Rücken klatschen
    • diverse Laufarten
    • eine Matheaufgabe lösen
    • die Hand genau dorthin legen, wo der Ball zum zweiten Mal auftippst
    • auf den Boden werfen, so dass der Ball beim zweiten Mal auf den Po doppst
    • kurz vor dem Boden fangen mit hinschmeißen
    • Auffangen mit einem Hütchen
    • zu zweit Auffangen mit einem Handtuch (ein paar Küchenhandtücher mitnehmen)
    • jede Kombinationsform der Aufgaben...

    (unsere Bambinis schaffen einen Purzelbaum und eine Drehung und schnappen den Ball in ungefähr der Hälfte der Fälle, bei der F-Jugend war es ein absolutes Trauerspiel, 4 Kinder konnten nicht mal einen Purzelbaum)


    zweite Übung, gleicher Aufbau. Diesmal rollst du den Ball und die Kinder müssen ihn vor einer Linie stoppen. Auch mit Zusatzaufgaben. (hier bietet sich z.B. auch Ballmitnahme & Torschuss an.)


    dritter Teil: du mischst werfen und rollen. Wichtig ist, dass du deutlich hinter dem Spieler stehst und er nicht pfuscht. Er weiß also nicht ob der Ball von oben oder unten kommt.


    Mach das ne Viertelstunde am Anfang... alle haben Spaß, sind warm und haben sowohl Reaktionsfähigkeit, Orientierung im Raum, Sprints und Koordinatives gemacht.




    Aber wenn du, lieber Onkel jetzt noch verneinst, dass es sinnvoll ist, abschätzen zu können wo der Ball runter kommt, dann fall ich vom Glauben ab.

  • Na ja, bei meinen schnellsten Bambinis werfe ich den Ball knapp 9 m weit (erstes Aufprallen). So weit dürfte kaum einer von den Kidnern werfen und die Kids sollen ja rennen. Bei den Anfängern sind es eher nur 4-5 m, bei jedem so, dass er ihn gerade noch bekommt.
    Ist ne Tempoübung - vorallem für die Trainer - macht aber allen Spaß. Durch die schnelle Wurfabfolge haben die Kinder keine nennenswerten Wartezeiten. Geht auch super in der Halle, dann müssen die Kids schon mal über ne Weichbodenmatte laufen oder über ein Kastenteil springen.


    Aber vielleicht bin ich da als Volleyballer im Vorteil. Den Schockwurf setze ich dir für diese Übung auf jeden gewünschten Meter :D:D:D Ach ja, wir haben auch ein paar andere Bälle dabei (zwei 3er, einen Volleyball) Die springen ja wieder anders...
    Die Übung hab ich mit pupertierenden Volleyballern gemacht und mit Kindergartenkindern bei den Handballminis. Funktioniert immer.

  • Zum Thema Fangspiele und Aufwärmen:


    Das sagt Mourinho zu diesem Thema:


    Das stimmt sehr mit meiner Meinung überein.


    Bei den Bambinis kann im Training problemlos solche Spiele gespielt werden. Hier geht es nicht um eine fußballspezifische, sondern um vielseitig motorische Ausbildung.


    Sobald aber mehr fußballspezifisch gearbeitet wird (ab U8), soll das "Aufwärmen" gezielt auf den Hauptteil hinführen. Auch wenn ich Fang- und Vielseitigkeitsspiele sehr sinnvoll finde, wende ich dies nur im Kontext an.

  • Hay,

    Ich stand vor ca. 6 Monaten am gleichen Punkt wie du. Und kann dir folgende Tipps geben.


    Lass dich von den Kindern leiten. Geh auf ihre Interessen ein. Sei ein Vorbild und zeige den kindern Übungen. Verpacke Übungen immer in kleine Geschichten.

    z.B Gegenspieler sind Wölfe die anderen Schaafe, somit hast du immer ein Duell auf spielerische Weise.

    Binde Kinder in deine Trainingsgestaltung mit ein, lass sie aufbauen, tragen und abbauen helfen.

    Belohne sie und sei freundlich.

    Kläre Ungehorsamkeit bzw aggressives verhalten mit den Eltern ab. (Oft private Gründe wie Trennung der Eltern, Veränderungen im alltag).


    Wenn du merkst ein Training läuft nicht so, wie du dir es vorstellst, Brich es ab und mach das, was zuvor immer geklappt hat. Hänge dich nicht zu lange an Sachen auf was Kindern kein Spaß macht.


    Versuche bei Übungen Wartezeit bzw Standzeit zu vermeiden. Hole dir ggf immer Hilfe von Eltern um eventuell mehrere Gruppen zu bilden.

    Trenne keine besseren Spieler von schlechteren den von guten Spielern lernen die Kinder am meisten.


    Versuche dir am Anfang ein Bild zu machen, was können meine Kinder bereits? Was klappt noch nicht.(Einwurf, Anstoß, Abstoß...)

    Bereite sie So gut wie möglich auf Spiele vor gebe Einblicke in regeln sei ein Freund aber auch Lehrer. Sei fair zu jedem Kind und vorallem hab Geduld :)


    Bitte Eltern um Vertrauen, lass dir nach paar Wochen ein Feedback von den Kindern geben bzw. Von den Eltern z.B. Fragebogen

    Was kann ich verbessern, was findet ihr gut..


    F Jugend.. denke an Geschichten. :)

    Auf das Tor zu schießen ist halb so interessant als wenn der böse Drache (Torwart) bekämpft werden muss.

    Eine Ballführung durch die Halle ist halb so interessant als wenn die kleinen Ritter ihre Goldstücke über eine Zugbrücke in eine sichere Burg bringen müssen ABER auf den Weg zur Burg ist ein böser Zauberer versteckt der langsame Ritter in eine Frosch, Pferd,Wurm ,Ratte...) Verzaubert und diese dann natürlich in die Burg hüpfen oder galoppieren.. muss


    Sei kreativ :) das sind Kinder .. du kannst nichts falsch machen außer du lässt sie nicht Kinder sein :)



    Viel Spaß