Butter bei die Fische

  • Liebe Trainerfreunde,


    nach vielen Jahren des Wartens, ob denn auch die Torleute sich irgendwann einmal über eine Trainingsunterstützung freuen dürfen, ist nunmehr eine Trainingseinheit für Senioren unter dem Link: http://training-service.fussba…ter-2117/#!/section/stage
    nachzulesen.


    Die Idee, das ja meistens dank der Hilfe eines guten Torwarts nach einer gegnerischen Flanke der Torwart zur Stelle ist und das eigene Spiel eröffnet, mag ja noch postiv bewertet werden. Doch was dann an Anregungen zu finden ist, ja das ist einfach ein Armutszeugnis. Aber schaut es euch den verfrühten Aprilscherz selbst an.


    Nachfolgend ein paar Beispiele, warum es grober Unfug ist, anzunehmen, die Mannschaft oder ein Mannschaftstrainer ohen spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten konnten den Torwart trainieren:



    Aufwärmen 1:
    Tipps und Korrekturen


    • Zunächst flach zuspielen und abrollen. Die Anforderungen dann kontinuierlich steigern (siehe Variationen).
    • Beim Wechsel der Spielrichtung mit dem jeweils anderen Fuß zuspielen.
    • Auf eine korrekte Technik beim Abrollen/Abwerfen achten.

    Wie soll ein "...kontinuierlich steigern) statttfinden, wenn der Torwart bei einem bestimmten Schwierigkeitsgrad schon nicht mehr allein weiterkommt und ihm weder Mannschaft noch Trainer erklären können, was er anders machen muß, damit es funktioniert?


    Wie und vor allen Dingen bringt denn die Mannschaft und der Trainer einem Seniorenkeeper, der in den letzten 20 Jahren lediglich einen Fuß fürs Paßspiel eingesetzt hat, nun bei den anderen Fuß so einzusetzen, als das der Ball mit der gewünschten Präzision und Druck beim Mitspieler auf der anderen Seite landet?


    Wie sollne Trainer und Mannschaft (auf eine korrekte Technik beim Abrollen/Abwerfen achten.), wenn sie selbst nicht wissen, wie man von einer nicht korrekten zu einer korrekten Technik gelangt?


    Na ja und so geht das fortlaufend weiter in den Kommentaren! Mal soll der Keeper darauf achten, dass der Ball flach beim Mitspieler ankommt, ohne dabei zu erwähnen, dass dies von der Technik und der Distanz abhängt, sodass der Ball noch irgendwie in der Vorwärtsbewegung des Mitspielers ankommt. Ob denn der Mitspieler sich ohne Gegnerdruck in einer offenen Position befindet - egal!


    Es wird sogar lustig! Da soll der Torwart (u.a. von den Mitspielern) dazu ermuntert werden aus dem aktiv Tor heraus zu kommen. Beim nächsten Spiel ruft dann die gesamte Abwehr nach dem Torwart, anstatt das der Torwart seiner Abwehr das Kommanod gibt, das er den Ball fangen will?
    Fast noch lustiger ist der Hinweis, dass der Torwart bei eigenem Ballbesitz herauslaufen soll. Leider fehlt der Hinweis wohin der denn rennen soll, wenn doch noch nicht Halbzeitpause oder Schluß ist, um als Erster bei der Flasche Bier zu sein!


    Mein Fazit ist, dass der Torwart nach wie vor als der größte Trottel angesehen wird. Seine Fähigkeiten kann Jedermann leicht erlernen, wenn der Torwart von der Mannschaft "richtig" trainiert wird!


    Weiter so :thumbsup: ? Nein hoffentlich nicht!

  • Mal wieder nur gemeckere von Dir.... vielleicht interpretierst DU ja auch einfach die Übungen falsch.


    Torhüter auffordern zu herauslaufen... das heisst ja nicht, das alle Spieler da stehen und "komm raus" schreien.... da ist vielmehr die Korrektur gefragt während der Übung, das der Trainer das übernimmt und ihm beim zögern halt sagt, das er rauskommen soll....


    also immer cool bleiben...



    ansonsten.... dann leg Du doch mal ein Konzept vor zur Torhüterausbildung! Alles schlecht reden kann man schnell- aber was vernünftiges auf die Beine stellen....


    also Fr.... halten und selber machen!

  • Du scheinst nicht viele von @TW-Trainers Beiträgen gelesen zu haben.
    Er hat in vielen Themen, zum Torwart nützliche und qualifizierte Beiträge gegeben.


    Wenn man ihn freundlich Fragen würde, alternativ eine konzipierte Einheit beschreiben, wäre dies sicher möglich für ihn, aber nach der Grütze die du da ablässt eher schwierig.


    Einzige Intension von TW war hier zum Nachdenken anzuregen und er legt hier seinen Standpunkt zur dortigen Einheit wieder, was völlig legitim ist.
    Wir tun selbst doch in jedem anderen Thread genau das gleiche - unsere Meinung vertreten und in großen Teilen sogar ohne andere anzugehen.


    Kann wie in jedem Torwart-Thema nur sagen, dass ich davon keine Ahnung habe und dieses Thema mich ehrlich gesagt nach wie vor nicht wirklich interessiert. Ich habe einen Torwarttrainer, der aus meiner Sicht eine gute Arbeit macht - dabei bewerte ich nicht die Inhalte sondern das Coaching und das Feedback meiner Keeper. Ich trete diese Kompetenz in meinem Trainerteam liebend gerne ab und will/werde das beibehalten.


    Grüße
    Björn

  • @TW-Trainer
    ...aus deiner Position und Erwartungshaltung heraus kann ich die Enttäuschung schon verstehen.
    Doch ich denke nicht, dass von Seiten des DFB hier der "große Wurf" geplant war, sondern vielmehr
    dem Breitensport eine allgemeine Anregung gegeben werden sollte, den TW ohne großen Mehraufwand öfter sinnvoll mit einzubinden.


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Ich weiss auch nicht, ob nun diese Trainingseinheit als benchmark taugt. Deswegen würde ich diesen Versuch anerkennen und weiter geht's. Wäre das der Beginn einer offiziellen Ausbildungsreihe von dfb etc., dann wäre ich geneigt @TW-Trainer recht zu geben. Die Einheit wirkt auf mich sehr am reissbrett konstruiert von jemandem der aus seinem allgemeinen Trainingswissen auf den TW adaptiert, ihn berücksichtigt und einbindet, aber nicht nach gezielter TW-Ausbildung. Aber das ist nur meine laienmeinung.

  • @Mapo


    Gerne! Sag mir einfach für welches Alter, Geschlecht und Liga du es haben möchtest!



    dann leg Du doch mal ein Konzept vor zur Torhüterausbildung!


    Gibt es längst! Findest du hier auch in grober Form beschrieben.


    Du scheinst meinen Kommentar nicht richtig verstanden zu haben? Ich wollte darauf aufmerksam machen, dass ein Training nur dann sinnvoll sein kann, wenn die Mannschaft und der Torwart in einer Situation, in der sie selbst keine Lösung finden, eine Trainerunterstützung bekommt. Da reicht nicht die Beschreibung, auf etwas "aufmerksam" zu machen, sondern es müssen Korrekturhinweise erfolgen, damit durch kleine Veränderungen große Wirkungen erzielt werden können.


    Zunächst war ich sehr angetan das sich der DFB endilich auch mal mit dem Keeper beschäftigt. Gespannt war ich, wie man die These: "Der Torwart trainiert die Mannschaft - die Mannschaft trainiert den Torwart" in einer Trainingseinheit nunmehr begründen will?


    Was soll also ein Torwart beim Training für sich mitnehmen, wenn die Mannschaft keine Ahnung hat, wie man einen Torwart trainiert und was soll die Mannschaft von einem Torwart lernen, der ihre Aufgaben nur lückenhaft kennt? Es fehlt auf der einen wie auf der anderen Seite das Wissen und die Fähigkeiten eines Trainers. Welchen Sinn sollte sonst eine Traineraufgabe haben?


    Positiv am DFB-Beitrag ist nach meiner Meinung, dass man nun auch dort erkannt hat, dass eine Torwartaktion nicht zwangsläufig mit einem Gegentor" endet, sondern mit einer Spieleröffnung fortgesetzt werden kann. :D


    Doch sind die daraus zu folgenden Schüsse zu erkennen, wie denn eine Torwartaktion ohne/mit Gegnerdruck anhand der Trainingseinheit spielnah gestaltet werden kann? Findet man entsprechende Hinweise über spielnahe Situationen, wie:


    - die Defensive ist aufmerksam und agiert auf eine mögliche "Nachschussmöglichkeit" des Gegners wenn der Torwart den Ball evl. doch nicht nicht festhalten kann.
    (wenn Übungen immer mit dem Torabschluß enden, dann wird eine künstliche Pause zwischen defensiver (Ballabwehr) und offensiver (Spieleröffnung) gelegt, die sich jedoch im Wettkampf ungünstig erweist)
    - für die Spieleröffnung laufen die Mitspieler nach taktischer Vorgabe geordnet in die freien Räume
    - der Anspielpartner sollte sich in einer "offenen Position" ohne Gegnerdruck (z.B. durch Seitenwechsel) befinden
    - zur Ballmitnahme in Paß- oder Laufrichtung sollte der ballferne Fuß eingesetzt werden (ballnahe Mitspieler sichern die Offensivaktion ab, in dem sie in freie Räume starten


    Zwar wird auch hier nur der Moment der Spieleröffnung beschrieben, dennoch findet man Hinweise auf das Verhalten von Torwart und der Mannschaft.


    Der Hinweis: die Mannschaft solle auf die Technische Ausführung eines Ballwurfes achten inpliziert auch die Fähigkeit bei fehlerhafter Ausführung Hilfestellung für Korrekturen liefern zu können. Dies ist jedoch nur möglich, wenn das dafür notwendige Fachwissen vorhanden ist, um wenigstens kleine Verbesserungen zu erzielen. Denn welchen Grund sollte es sonst haben, dass die Mannschaft den Torwart trainiert?


    Das Torwarttraining findet hier vielfach nur als Einzel-, Partner- oder Kleingruppentrainng statt. Hierbei wird der Gegnerdruck sowie die Spieleröffnung lediglich angedeutet. Es finden aber keine echte Simulation statt, denn dazu müßte man eine komplette Aktion: 1. gegnerischer Angriff, 2. Balleroberung durch den Torwart, 3. Spieleröffnung durch den Torwart mit anschließender Angriffsaktion statt.


    In anderen Ländern hat man dieses Problem mangelnden Wissens von Mannschaft und Mannschaftstrainer über die Torwartarbeit erkannt. Dort nimmt dann der Torwarttrainer die Trainingseinheit mit Torwart und Mannschaft wahr, wenn der Schwerpunkt beim Torwart liegt. Hierdurch wird deutlich, dass die Torwartaktion nicht in Defensiv- und Offensivaktion getrennt werden darf, sondern eine Torwartaktion erst mit einer erfolgreichen Spieleröffnung beendet ist. Macht der Torwart einen groben Fehler bei der Spieleröffnung oder ist seine Manschaft nicht darin ausreichend trainiert, so eröffnet sie dem Gegner sofort einen guten Torabschluß. Dies setzt allerdings voraus, das auch der Torwarttrainer über ausreichende Kenntnisse im mannschaftstaktischen Bereich besitzt. Damit sich die Vereine sicher sein können, einen gut ausgebildeten Torwarttrainer zu bekommen, wird dort die Trainerausbildung mit einer Lizenzprüfung abgeschlossen.


    Wenn beim DFB nicht mehr Kompetenz für die Aufgaben eines Torwart vorhanden ist, dann ist das in meinen Augen ein Armutszeugnis. <X


    Allerdings freue ich mich schon jetzt auf die Ablösung in der Verantwortlichkeit und hoffe auf eine Reform, um unseren Torwartnachwuchs auf sehr breiter Ebene eine gute Ausbildung zu geben. Das sich diese Aufgabe durchaus lohnt, zeigen uns die Schweizer Kollegen schon seit Jahren. Denn die dort ausgebildeten Keeper haben sich zu Exportschlagern entwickelt.

  • @TW-Trainer
    ...aus deiner Position und Erwartungshaltung heraus kann ich die Enttäuschung schon verstehen.
    Doch ich denke nicht, dass von Seiten des DFB hier der "große Wurf" geplant war, sondern vielmehr
    dem Breitensport eine allgemeine Anregung gegeben werden sollte, den TW ohne großen Mehraufwand öfter sinnvoll mit einzubinden.

    Wenn es wenigstens dabei ein kleiner Schritt wäre, da wär ich schon zufrieden gewesen. Aber es enthält bis auf die Übungsskizzen nichts substanzielles. Man gewinnt vielmehr das Gefühl, dass der Torwart so eine Art von Höhlenmensch ist, der ja schließlich auch irgendwie in die Moderne angekommen wäre.


    Denn egal, für welche Altersstufe man eine Trainingseinhelt entwickelt, sie sollte immer ein Gewinn für die Teilnehmer sein, weil sie sich treffen, um mit großer Begeisterung für das nächste Spiel zu trainieren.


    Das große Problem ist, dass einige wenige Torwarttrainer in den Profivereinen sehr viel Know-How besitzen. Denn es ist kein Zufall, dass wir seit vielen Jahren Keeper auf Weltklasseniveau ausbilden. Andererseits kommt von diesem Know-How nichts in der breiten Masse an, weil der DFB die helfenden Hände aus den Proficlubs abgewiesen hat.


    Aber wir brauchen auch in der Masse gute Keeper für alle Ligen, weil der Torwart eine wichtige Schlüsselfigur im Spiel ist. Seine Aufgaben haben in den letzten 10 Jahren derart zugenommen, als das sich der DFB endlich dieser Aufgabe stellen sollte, hier etwas vernünftiges auf die Beine zu stellen.


    Den "großen Wurf" habe ich jetzt gar nicht erwartet! Aber sie genügt m.E. nicht einmal einfachsten Ansprüchen. Es sei denn, man hätte sie mit der Absicht Online gestellt die These: "Der Torwart trainiert die Mannschaft- die Mannschaft trainiert den Torwart" ad adsurdum zu führen? Kurios ist jedoch, dss These für alle Altersgruppen gemeint war, hier jedoch ein Hinweis erfolgt, dass die Trainingseinheit für Senioren und Ü35 gedacht ist. Vielleicht hat man sich gedacht, da kann man noch am wenigsten kaputt machen, weil die ohnehin ihren Lernprozeß weitgehend abgeschlossen haben?

  • Ich bin auch der Meinung, dass diese Trainingseinheit wenig hilfreich ist.


    Folgende Punkte stören mich:
    - Nicht Spielnah
    - Eine ganze Mannschaft trainiert den Torwart - Wie soll man das als Amateurtrainer in seiner begrenzten Zeit einbauen? Wir haben einen Torwarttrainer und ansonsten wird er "mittrainiert".
    - Die Trainingseinheit ist für die restliche Mannschaft sehr langweilig.
    - Der Lerneffekt ist im Vergleich zum zeitlichen Aufwand sehr klein.


    Ich habe hier noch eine Trainingseinheit zu dem Thema, mit Video. Würde mich interessieren, was @TW-Trainer dazu sagt.
    http://www.dfb.de/trainer/arti…am-den-trainer-gibt-2395/


    Noch was:
    http://www.dfb.de/trainer/arti…ertraining-beginnen-2298/

  • Prof. Dr. Trainer


    Vielen Dank für den Link. Ich hab mir mal die Übung herausgegriffen, in der die Mannschaft den Torwart den Ball per Volleyschuß zuspielen und der Keeper den Ball anschließend dem Schützen in den Lauf zurück rollen soll.


    Auffällig ist, dass die meisten Spieler die Rolle des Torwarttrainers nicht einnehmen können, weil:
    1. ihnen der Volleyschuß aus der Hand technische Probleme bereitet
    2. die Streuung des Balles sehr groß ist
    3. die Streuung der Schußhärte sehr groß ist
    4. das Timing zwischen den Schüssen sehr unterschiedlich ist


    Wer einen Torwart trainieren will, sollte zunächst einmal einige Voraussetzungen mitbringen. Dazu sollte er sämtliche Schußtechniken soweit beherrschen, als das er gleichzeitig des kompletten Bewegungsablauf des Keepers beobachten und ggf. korrigierend eingreifen kann. Eine Korrektur kann jedoch nur dann gelingen, wenn auch in den darauffolgenden Aktionen der Schuß, Paß, Wurf so präzise und mit dem gewünschten Druck erfolgt, als das der Keeper jeweils einen unmittelbaren Vergleich mit der vorherigen Situation herstellen kann, damit er Verbesserung erkennt und sie beim nächsten Spiel auch einsetzen kann.


    Schon nach kurzer Zeit greift der Trainer in die Übung ein, weil ein Volleyschuß nicht körpernah, sondern ins lange Eck ins Tor geht. Der Trainer hat zu Beginn der Übung darauf aufmerksam gemacht, dass der Keeper immer wieder in seine "mittige" Grundposition zurück kehren soll. Hier ist jedoch der Punkt, ob man dem Keeper die notwendige Zeit gibt, um zu seiner Standardposition zurück zu kehren? Fehlt ihm die Zeit, weil die Partner in Reih und Glied stehen, sich auf ihre Aufgabe konzentrieren und so gar nicht mitbekommen können, dass der Keeper die letzte Aktion noch gar nicht abgeschlossen hatte, dann kann der Eindruck entstehen, der Keeper hätte grundsätzlich ein Verständnisproblem im Stellungsspiel, weil er beim Schuß noch zu weit am kurzen Pfosten stand?


    Die Frage, was es bringt, wenn man den Torwarttrainer durch Mannschaftsspieler ersetzt läßt sich einfach beantworten: Für die Mannschaft höchstwahrscheinlich Langeweile, weil sie Übungen machen sollen, von denen sie selbst nichts haben und darüberhinaus lange Wartezeiten haben. Für den Torwart bringt es keine neuen Erkenntnisse, weil die technische Ausführung nicht allen Spielern gelingt sodas er zu früh ermüdet.


    Der einzige Unterschied zwischen der "klassischen Ballbatterie" früherer Tage und dem Video ist, dass der Torwart den Ball wieder ins Spiel bringen darf.

  • Was hältst du denn von dem Ausbildungsleitfaden des DFB?

    Ich denke, man sollte wissen, das beim Mädchen-Torwarttraining im DFB sehr viel mehr Aufbau-Arbeit geleistet werden muß, als wenn im Jungenbereich bereits sehr gut ausgebildete Keeper ihre ersten Länderspieleinsätze bekommen.


    Eine weitere Schwierigkeit liegt daran, dass man auch mit Mädchenbereich aufgrund der zunehmenden Spieldynamik die Technik kaum noch von der Taktik trennen kann.


    Beispiel 2. Trainingsphilosophie
    Schaut man sich die 3 Bilder an, dann wird für Jedermann klar, dass zur Fehlererkennung das Soll- und das Istbild gedanklich übereinander gelegt werden soll.


    Doch kann ein großer Unterschied in der Trainings- und Spielsituation liegen, die durch Balldruck und Gegnerdistanz hervor gerufen wird, wodurch ein anderer Ballaufnahme-Technik nötig werden kann. Ist der Balldruck so, das man dem Ball entgegen laufen muß, weil der Gegner sonst zuerst am Ball wäre, so kann man den Ball besser in der normal laufenden Bewegung aufnehmen. Ist die Schußdistanz kurz und der Balldruck hoch, dann kann die Fußabwehr das bessere Mittel sein, weil der Weg der Arme nach unten zu lang sein könnte.


    D.h. bei jeder Technik sollte die Frage an den Keeper gestellt, wofür man sie überhaupt einsetzen kann und wo ihrer Einsatzgrenzen liegen.


    Torwarttraining ist Detailtraining, deshalb müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Hierzu findet man einen wichtigen Schlüssel in der Broschüre auf Seite 8.


    "Eine gute Trainer/in guter Trainer zeichnet sich vor allem dadruch aus, das sie/er die Fehler der Torhüterin erkennt, sie in Worte fassen kann und Hinweise bzw. Übungen parat hat, mit denen sie abgestellt werden können. Darüber hinaus mus sie/er die Ursache für den auftretenden Fehler ermitteln."


    Auch wenn die Bezeichnung "Fehler abstellen" eher eine Wunschvorstellung entspricht, kann man doch sagen, dass der Kern der Trainerarbeit knapp und gut dargestellt wird.


    Sehr gelungen sit auch die ab Seite 18 kommentierten Bilder, in denen man sogar die Bewegungsdynamik erkennen kann.


    Kleine Fehler haben sich jedoch auch hier eingeschlichen, so z.B. auf S. 22, Abkippen halbhoch. Durch die ungünstige Position des Fotografen wird nicht ganz deutlich, dass die Keeperin über die Fußspitze (statt wie vielleich angenommen im seitlichen Bogen) abkippt. Auch beim Adruck halbhoch würde ich mir zwischen 4 und 5 noch den Moment der Landung wünschen, weil gerade hier die Gefahr groß ist, dass der Ball bei falscher Landung wieder aus den Händen gleitet. Auch auf S 25 (Abdruck zum flachen körperfernen Ball vom Körper weg) sollte noch eine Abbildung zu finden sein, aus der zu erkennen ist wie die Landung sein sollte. Denn hier kann ein kleiner Fehler (z.B. Landung auf den Ellenbogen) eine Schulterzerrung verursachen.


    In der Broschüre fürs Jungen-Torwarttraining war für den Leser nur ein kleiner Teil und in der Hauptsache die Defensivaktion zu erkennen. Die neue Broschüre will dadurch gefallen, als das der Betrachter die gesamte Torwart-Aktion, vom Schützen beginnend betrachten kann.


    Für Torwart-Trainer mit Vorkenntnissen kann ich die Broschüre empfehlen. Alle Anfänger werden jedoch auf Fragen stoßen, die hier nicht explizit erläutert werden, weil sich die Autoren mit hochgeabten Talenten beschäftigen und sich vermutlich wenig den Kopf darüber machen, was die Nachwuchskeeper im Bretensport so alles anstellen?


    Weil gerade die Keeperinnen aufgrund ihrer geringeren Körperlänge und Sprungkraft häufig Probleme mit hohen Bällen haben, hätte ich mir hier noch die Technik, den Bewegungsablauf und Korrekturhinweise für die "vorwärts orientierte Rückwärtsbewegung gewünscht"! Denn es gibt ja nicht nur den Fall (siehe S 46), das ein Keeper den hohen Ball zu spät erkennt, sondern das er mit lang ausgestrecktem Körper rückwärts orientiert gleichzeitig seine Position anpassen und abwehrbereit sein möchte. Als Ergebnis sieht man sie/ihn beim Sprungversuch wie eine "Bleiente" nach hinten wegfallen.


    Abschließend kann ich sagen, dass das DFB-Mädchen-und Frauen-TW-Trainerteam seit Jahren dort hervorragende Ausbildungsarbeit leistet, wo es in den Vereinen weitgehend nicht möglich ist.

  • Ich hab mir die Übungen durchgelesen und ich hab vor 20 Jahren (Dorfverein, die sind normalerweise nicht gerade die Innovationstreiber) in etwa die gleichen Übungen gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf dem Gebiet sowenig Neuerungen gibt. Gerade die Aufforderung zum Rauslaufen finde ich sehr problematisch v.a. wenn sie von Mitspielern kommt. Normalerweis kündigt der Spieler selbst an wenn er zum Ball geht. Ein Torwart muss selbst ein Gefühl dafür wann er rausläuft und wann nicht und das er kann er nur entwickeln wenn er das selbst entscheidet. Ein Zombietorhüter bringt einen nicht weiter.

  • Seine Aufgaben haben in den letzten 10 Jahren derart zugenommen, als das sich der DFB endlich dieser Aufgabe stellen sollte, hier etwas vernünftiges auf die Beine zu stellen.

    http://www.bfv.tv/vsc_7354_435…fadens-in-ingolstadt.html


    ...wurde dein Wunsch rechtzeitig zum Weihnachtfest erhört? ?( 
     8o


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Ich muß leider eure Hoffnungen ein wenig dämpfen. Der Torwart-Leitfaden nehmen zwar immer neuere Tendenzen auf, aber es fehlt weiterhin an dem Fachpersonal, um die Inhalte zu vermitteln. Insofern ist es bislang immer nur ein Versprechen in die hohle Hand, dass sich auf breiter Ebene die Talentförderung für Torleute auf den DFB-Stützpunkten deutlich verbessert.


    Allerdings ist zu begrüssen, dass der BFV mehr Initiative bei der Torwartausbildung unternimmt und nicht wie die meisten anderen Verbände auf den "großen Wurf" des DFB in dieser Frage wartet.


    Jeder erfahrene Mannschaftstrainer weiß, wie ein Torwartbewegungsablauf falsch und wie er richtig ausschaut. Aber ihm fehlt das Wissen und die Erfahrungen darüber, wie er in der jeweiligen Alters- und Leistungsstufe mit Übungen und Hinweisen die TW-Fehler korrigieren kann. Dabei liefert der Leitfaden allein noch keine ausreichende Hilfe. Denn dazu ist das Thema zu komplex geworden.


    Ich hoffe ja, dass es im nächsten Jahr auch eine Reform in der Ausbildung gibt. Denn ohne entsprechende TW-Trainerwissen und -fähigkeiten nützt auch die Broschüre nicht viel.

  • Ich hoffe ja, dass es im nächsten Jahr auch eine Reform in der Ausbildung gibt. Denn ohne entsprechende TW-Trainerwissen und -fähigkeiten nützt auch die Broschüre nicht viel.

    Ob nun eine Broschüre ohne geeignetes Personal im Spitzenbereich hilft kann bezweifelt werden. Dabei stimme ich dir absolut zu.


    Allerdings sind wohl 90% aller Breitensport und wohl auch Leistungssport Mannschaftstrainer keine ehemaligen Torhüter. Und diese können von den Broschüren durchaus profitieren. Obwohl ich selbst lange Fußball gespielt haben hilft manchmal eine Broschüre zum 1gg1 auch den Fokus auf die wichtigen Sachen zu legen. Somit wird das eigene Training und die Ausbildung in der Breite besser.
    Aufs Torwartspiel muss ich zugeben dass ich aus einer Abendschulung hier am Stützpunkt sehr viel lernen konnte. Weiteren Input würde ich mir eben von dieser Broschüre erhoffen.


    Auch wenn ich dadurch kein Torwarttrainer werde sondern genau in dein Schema falle (Guter Ansatz aber fehlendes Detailwissen) denke ich das durch diese Maßnahmen das Thema Torwartausbildung mehr und mehr in die Breite getragen wird. Und je mehr Vereine zumindest einen Teilfokus darauf haben und je "besser" die Ausbildung in der Breite wird desto höher wird der Druck und die Anforderung ans DFB-System. Zusätzlich kann dieser Fokus eben auch helfen Fähige Leute auch in den Nachwuchs zu holen. Denn heute macht der Torwart der was drauf hatte ja maximal TW-Trainer in der ersten Mannschaft. Das dieser auch ein Kandidat für den Nachwuchs sein könnte darüber wird ja gar nicht nachgedacht.


    Ich denke also das mit einen Heft sicherlich deine Probleme nicht oder nur im Ansatz gelöst werden können. Für die Masse ist diese jedoch sehr Hilfreich und durchaus auch wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Der nächste muss allerdings auch erfolgen!


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

  • Denn heute macht der Torwart der was drauf hatte ja maximal TW-Trainer in der ersten Mannschaft. Das dieser auch ein Kandidat für den Nachwuchs sein könnte darüber wird ja gar nicht nachgedacht.

    Bezieht man es auf diesen Zustand als Standard im Breitensport, so hast du sicherlich recht, dass jede Info darüber hilfreich sein könnte. Denn wenn die Torleute sich darüber beklagen, dass gar kein TW-Training stattfindet, dann muß man sich schon über minimale Verbesserungen freuen.


    Im Nachwuchsbereich gibts scheinbar nach wie vor in den kleineren Vereinen kein Torwarttraining, weil es an geeignetem Personal fehlt oder die verantwortlichen Personen keine Notwendigkeit dazu sehen.


    Offensichtlich hattet du einen kompetenten DFB-Referenten, sodass du viel auf diesem Abendseminar mitnehmen konntest. Aber leider ist es noch die Ausnahme. Häufig sind Torwarttrainer Autodidakten, die sich ihr Wissen mühsam allein beibringen müssen.


    Wenn es einer Broschüre gelänge auch nur ansatzweise einen Ersatz für eine Ausbildung darzustellen, dann wäre man sicher auch in der Mannschaftstrainerausbildung einen anderen als den heutigen Weg über ein praktische Ausbildung von 120 Lehreinheiten gegangen.


    So entnehme ich das ja auch dein Fazit aus der DFB-Schulung, das gerade die nähere Beschreibung und die Möglichkeiten zur Fragestellung dein Wissen bereichert wude.

  • Offensichtlich hattet du einen kompetenten DFB-Referenten, sodass du viel auf diesem Abendseminar mitnehmen konntest. Aber leider ist es noch die Ausnahme. Häufig sind Torwarttrainer Autodidakten, die sich ihr Wissen mühsam allein beibringen müssen

    Ich würde eher sagen mein Wissensstand war derart niedrig das ich von einem Abend profitieren konnte!


    Generell traue ich mir aber mit eben diesem "Grundwissen" zu den Einstieg unserer E-(und Teilw. auch D-) Torhüter zu begleiten. Und nur dadurch das das wir nun in der Lage sind hierzu extra Einheiten anzubieten haben wir auch ein "Forderungsrecht" das sich der Verein um eine Weiterführung in den weiteren Jungenden bemüht. Darauf leite ich ab je mehr Info's verfügbar sind desto mehr "Druck" in der Breite wird aufgebaut. Das ganze wird schlicht immer mehr in den Fokus gerückt!


    Dennoch bin ich ganz bei dir und würde das ganze unters Pareto Prinzip hängen. Der DFB hat mit dieser Broschüre (minimaler Aufwand) etwas geschaffen was sehr vielen Vereinen helfen kann (sieh auch das Interesse hier). Das es aber für die weiteren Schritte deutlich mehr Aufwand für eine viel spezifischere Zielgruppe bedarf daran besteht keinerlei Zweifel.


    Gruß
    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)