E Jugend verliert immer sehr hoch

  • Hört sich vielleicht doof an aber ich bin trotzdem stolz auf die Jungs.
    Auf die erste Halbzeit lässt sich aufbauen.


    Danke auch an tobn für die Tipps und die Aufmunterung in der zweiten Hälfte.


    Gern geschehen, ich helfe gerne, wenn ich kann. Zwar habe ich nur die zweite Halbzeit sehen können, aber auch sie fand ich nicht so schlimm wie man hätte befürchten können. Es war auf jeden Fall zu erkennen, dass die Moral Deiner Spieler stimmt, sie haben schon versucht, sich zu wehren. Aber, wie du sagst, der Gegner war ihnen halt spielerisch überlegen und es hat bei ihnen sicher dann auch an der Kraft gefehlt. Da schaltet man dann einfach eher ab, wenn der Ball nicht mehr in unmittelbarer Nähe ist, so dass es dann so wirkt, als würde der Gegner einen mit drei, vier Mann überrennen. Denn hinzu kommt ja noch die Enttäuschung und die Resignation darüber, dass man immer weiter in Rückstand gerät, da fällt es dann noch schwerer, den zusätzlichen Schritt zu machen. Und umgekehrt läuft der Gegner dann ja, auf der Erfolgswelle reitend, zu Hochform auf, da klappt dann halt auch alles. Das ist ein völlig normaler Spielverlauf, nachdem es erst einmal 0:4 oder 0:5 steht, und über den Endstand sollte man sich da keinen allzu großen Kopf machen. Stattdessen, sollte man, wie ich dir ja schon während des Spiels sagte, auch zunächst weniger darauf achten, wie die Spieler als Mannschaft agieren, sondern sich mehr auf die Aktionen der einzelnen Spieler konzentrieren. Wenn ein Spieler etwas gut macht oder eine richtige Entscheidung trifft, dann sofort loben, auch wenn sie daneben ging. Überhaupt: Mut und Aktivität loben, und bei Passivität und Zurückhaltung zu mehr Engagement und Courage ermuntern -- dabei das weniger vorwurfsvoll fordern als vielmehr positiv zu pushen.


    Dann, wie ebenfalls gesagt, keine konkreten Handlungsanweisungen geben, damit wirst du zum hier im Forum verrufenen Joystick-Trainer, der seinen Spielern sämtliche Entscheidungen abnimmt. Das ist aus mehreren Gründen schädlich: erstens brauchen sie recht lange, um das Kommando umzusetzen, denn sie müssen den Ruf wahrnehmen, verarbeiten und verstehen, und dann die entsprechende Aktion ausführen. Die Reaktionszeit des Menschen liegt bei einer bis zwei Sekunden. Jetzt versetze dich noch dazu in die Lage des Spielers, der sich gerade darauf konzentriert, den Ball anzunehmen und der in diesem Alter vielleicht sogar schon dabei ist zu überlegen, was er dann gleich macht. Und da kommt dein Ruf mittenrein. Er muss unterbrechen, was er gerade gemacht hat, um nachzuvollziehen, was du von ihm willst. Möglicherweise versteht er das Kommando überhaupt nicht, weil er eben noch nicht weiß, was "spiel lang!" heißt. Es dauert also häufig länger, Kommandos umzusetzen als selbstständig eine Aktion durchzuführen.


    Zweitens lernen die Spieler viel weniger, wenn ihnen alle Entscheidungen abgenommen werden. Trial and Error ist eine ganz wichtige Lernmethode, wir müssen die Kinder sie anwenden lassen. Sie haben viel weniger Erfahrung als wir, außerdem haben sie noch ein viel geringeres Lösungsrepertoire. Und Fußball ist halt auch kein ganz so einfaches Spiel, da gibt es unzählige verschiedene Situationen, je nachdem, wo man sich auf dem Platz befindet, was der Ball macht, wo und wie Gegen- und Mitspieler gerade agieren. Hinzu kommt die deutlich geringere Übersicht, die man als Spieler auf dem Platz hat, dazu noch in der geringeren Höhe der Kinder und mit ihrem noch eingeschränkten Blickfeld sowie dem altersgemäßen Tunnelblick. Berücksichtigt man all das, so versteht man viele "Fehlentscheidungen" der Akteure und ist dazu in der Lage, sie zu verzeihen und daraus abzuleiten, was man vielleicht mal (altersgerecht) trainieren sollte.


    Drittens macht es einfach viel weniger Spaß, wenn man ständig nur machen soll, was der Trainer einem zuruft. Und man kann dabei als Spieler auch fast nur verlieren: macht man es nicht, so ist der Trainer sauer, weil man sich seinen Befehlen widersetzt hat, stärker noch, wenn das dann zum Ballverlust oder anderem Misserfolg der Aktion führt. Macht man es doch so, dann kann es sein, dass es doch nicht klappt, z.B. weil man das Kommando zu spät oder falsch verstanden hat, oder man mit der geforderten Aktion überfordert ist. Selbst wenn der Trainer dann nicht meckert, so wird die Aktion mental als Misserfolg verbucht. Hatte der Spieler selbst etwas anderes vor, dann evtl. sogar in doppelter Hinsicht. Denn erstens war seine Entscheidung ja offenbar falsch, da der Trainer, und diesen betrachten Spieler dieser Altersklasse ja häufig als allwissend, es ja anders sah, und zweitens hat es nicht geklappt.


    Ansonsten gelten die Tipps, die ich dir am Samstag gegeben habe, weiterhin:

    • Viele Übungen und Spielformen durchführen, in denen die Spieler viele Ballkontakte haben, also z.B.:

      • Coerver-Ball-Mastery
      • Coerver-Skill-Drills
      • 1:1- und 2:2-Spielformen -- auch hier gibt es bei Coerver sehr gute Beispiele
      • 1:1 und 2:2 in Ligaform, also auf mehreren Feldern mit Auf- und Abstieg


    • funino/Minifußball als Standardspielform statt Spielen 4:4 bis 7:7
    • Mit Ersatzbällen spielen und ein Zeitlimit bei Einwürfen, Freistößen und Torwartabschlag einführen -- dabei laut zählen. Damit man genug Ersatzbälle hat, sollte der Spieler, der den Ball zuletzt berührt hat, ihn wieder holen, während das Spiel ohne ihn bereits weiter läuft -- so beeilen sie sich und der Rest hat keinen Leerlauf.
    • Spielformen und Übungen verwenden, welche sie auch geistig fordern:

      • Spiel auf wechselnde Tore -- z.B. nach jedem Tor oder nach Ansage des Trainers
      • Spiel auf vier Tore
      • Spiel auf einem quadratischen Feld mit vier Minitoren, bei dem die jede Mannschaft auf ein gegenüberstehendes Torpaar spielt


    • Spiel mit Provokationsregeln, die das gemeinsame Handeln fördern, z.B.:

      • Tore zählen doppelt, wenn alle Angreifer in gegnerischer Hälfte, nochmal doppelt, wenn mindestens ein Verteidiger sich noch in der Hälfte der Angreiger befindet.
      • Jeder im Team muss den Ball gehabt haben, bevor ein Tor erzielt werden darf -- dann aber den Raum groß genug machen und die Teams klein halten, denn es ist demotivierend, wenn sie nie aufs Tor schießen dürfen.


    • Schnelligkeits- und Koordinationsübungen
  • Hi Ruppscher,
    ich bin Trainer einer F-Jugend, und hatte mit den selben Problemen zu kämpfen.
    auch ch spielte damal das System.
    Ich hab mir damals den Kopf zerbrochen und gerätselt,wie man die Ergebnisse verbessern kann.
    ich habe mein System auf 2 3 1 umgestellt, und das auf Training mit den Spielern geübt.
    das ganze zählt sich jetzt aus.die meisten der Spieler haben verstanden was sie zu tun haben. unsere Ergebnisse werden jetzt immer besser,und sogar den ersten Sieg haben wir schon eingefahren.

  • Bareida76, wenn du damit jetzt einigermaßen Ruhe im Karton hast, dann würde ich dir empfehlen, das System wieder etwas aufzuweichen bzw. alle deine Spieler nach und nach rotieren zu lassen. Sonst werden sie am Ende der E-Jugend Spezialisten sein, die kaum eine andere Aufgabe mehr als die bisher gewohnte erfüllen können. Und dann wird es ab der D-Jugend so richtig schwer, weil quasi immer nur die Hälfte der Mannschaft angreift und ebenso auch nur die Hälfte angreift. Das ist dann aber gegen flexiblere Teams, womit ich sowohl die individuellen Fertigkeiten ihrer Spieler als auch ihre Erfahrungen im taktischen Bereich meine, zu wenig, gegen sie ist man dann permanent in Unterzahl und gewinnt keinen Blumentopf mehr.

  • Ich weiß, ich lass auch jeden Spieler einmal jede Position spielen.
    wichtig bei meinem System ist mir, dassdie 3 Mittelfeldspieler bei jeden Angriff mitmachen, und bei jeden Gegenangriff sofort wieder mit zurückkommen.
    hat zwar einige Trainingseinheiten gedauert, wird jetzt aber immer besser.
    sogar die etwas schwächeren Spieler, die sonst nur herumstanden haben das verinnerlicht und machen sehr gut mit.

  • Ich weiß, der Beitrag hier ist schon ein paar Jahre alt, aber ich habe ein ähnliches Problem. Wir spielen in den Niederlanden, untere Hälfte der E-Jugend (U10), und unser Team hat 9 Spieler. Training 2x pro Woche für je 1 Stunde. Spielmethode ist 1+5 (fester Torwart, 5 Feldspieler), der Rest steht als Auswechselspieler am Rand. Jeden Samstag ist Pflichtspiel gegen eine Mannschaft von einem anderen Verein. Die ersten drei Spiele waren dem "Septemberpokal" zugeordnet (wir haben alle drei verloren, das letzte davon mit 1:20). Der niederländische Fußballverband teilt alle Mannschaften eines Landkreises in Spielpools ein, in denen sie dann gegeneinander antreten. Angeblich sollen diese Spielpools nach Leistungsfähigkeit halbwegs homogen sein.


    Unser Team enthält 4 absolute Anfänger, die noch nie zuvor Fußball gespielt haben, 3 mit ca. 1/2 Saison Erfahrung und einen, der im Prinzip weiß, wie's geht. Und einen "papagetriebenen" Torwart, der zwar früher schon Fußball gespielt hat, aber sich erst für diese Saison entschieden hat, nun auf Torwart umzusatteln, weil man da nicht so viel laufen muss.


    Die drei gegnerischen Mannschaften, gegen die wir spielen mussten, hatten alle bereits deutlich mehr Erfahrung, waren konditionell überlegen, hatten keine Berührungsangst (sie schubsten und nutzten Ellenbogen, wo immer es ging - wussten aber genau, was sie sich erlauben dürfen, damit es gerade eben so noch nicht als Foul zählt).


    Beim letzten Spiel hat meine Truppe fast geheult, war total am Boden zerstört, die Eltern waren sauer, dass ich es nicht schaffe, die Gruppe zum Sieg zu führen. In den Niederlanden gibt es für die Jugend weder bezahlte noch ausgebildete Trainer, es wird den Eltern einfach nur gesagt: "Wenn's keiner von euch macht, gibt's keinen Trainer und auch kein Team, dann kann euer Kind eben nicht Fußball spielen und muss wieder zurück auf die Warteliste" (Wartelisten in den Niederlanden sind i.d.R. so für 6 Monate bis 3 Jahre, je nachdem, bei welchem Verein man Mitglied zu werden versucht). Daher habe ich mich bereiterklärt, die Trainerin zu werden. Weil mein Sohn so gern spielen möchte und ich ihm nicht antun kann, nach einem halben Jahr wieder verzichten zu müssen, nur weil der Verein es nicht hinbekommt, einen Trainer zu organisieren.


    Ein Spiel, bei dem eine Mannschaft 1:20 gegen die andere verliert, ist meiner Ansicht nach ein Zeichen dafür, dass die Mannschaften eben nicht leistungsmäßig zueinander passen. Da lernt keiner von beiden was, und das Selbstvertrauen der Verlierer wird zerstört, bevor die armen Jungs und Mädels überhaupt die Chance hatten, in ein paar Monaten ruhigen Trainings ohne Druck die Grundlagen zu erlernen, etwa richtige Fußstellung und Körperhaltung. Konditionstraining ist natürlich auch wichtig.


    Wie ist das in Deutschland, wer entscheidet da, gegen wen man spielen muss, und was kann man tun, wenn man der Ansicht ist, dass die Teamzuteilung unpassend ist? Oder kann man sich von den Pflichtspielen befreien lassen?

    Wenn du einen Mathematiker fragst, was er lieber möchte, ein belegtes Brötchen oder die ewige Seligkeit, wird er das Brötchen nehmen... denn nichts ist besser als die ewige Seligkeit, und ein belegtes Brötchen ist eindeutig besser als NICHTS...

  • Hallo Voy,

    ich trainiere eine F-Jugend.

    Bei uns im Fussballkreis, an der niederländischen Grenze, gibt es bis zur C-Jugend eine Quali-Runde (nur Hinrunde). Diese geht bis zu den Herbstferien und beinhaltet 4-7 Spiele (je nach Anzahl der Mannschaften der jeweiligen Jugend). Die Gruppen bestehen, bis auf wenige Ausnahmen, aus Teams, die nicht weit voneinander entfernt sind (auf der Landkarte). Nach der Quali-Runde werden die Leistugsstaffeln (Hin- und Rückspiel) eingeteilt. Dies erfolgt nach dem Punktequotienten.

    Die Idee dahinter ist nicht schlecht. Die Gruppen perfekt einteilen geht leider nicht.

    Letzte Saison bestanden wir fast ausschließlich aus dem jüngeren Jahrgang, weshalb wir in der Quali-Runde 1 Punkt geholt haben und in eine schwache Leistungsstaffel geruscht sind. Unsere Gruppe bestand aus 8 Teams.

    1 Team hatte bis auf ein Spiel (Unentschieden) alles gewonnen = unglückliche Einteilung

    2 Teams verloren die meisten Spiele 4:0 oder höher = unglückliche Einteilung

    5 Teams (darunter wir) hatten untereinander ausgeglichene und spannende Spiele = richtige Einteilung

    Das Team unter Punkt 1 war allerdings auch schlagbar. (Im Hinspiel schossen sie uns noch zweistellig aus ihrem Stadion. Im Rückspiel konnten wir ihnen ein Unentschieden abgewinnen.)

    Also zumindest für schwächere/jüngere Teams ist es nicht schlecht.


    Diese Saison sind wir weitgehend älterer Jahrgang und haben noch nicht verloren (ein Sieg, 1 Remis). Auf uns warten noch 3 Quali-Spiele. Ich bin gespannt wie es bei den besseren bzw. durchschnittlichen Teams bei der Einteilungsform funktioniert.


    Liebe Grüße

    CoachingZone

  • Wir sind im Großstadtbereich plus Einzugsgebiet (Abstand bis ca. 30km), also gibt es etwa 50 Teams pro Altersgruppe. Eine Einteilung in Spielpools mit halbwegs vergleichbarem Leistungsniveau müsste also eigentlich mögich sein. So viel Aufwand wäre es für den Fußballverband nicht, bei den Vereinen zu fragen, ob die Teams totale Anfänger sind oder bereits mehrere Jahre Erfahrung haben, und dann entsprechend dem Erfahrungsdurchschnitt eines Teams die Einteilung vorzunehmen.


    Jüngere und ältere Jahrgänge sind nicht in derselben Gruppe, da wird sehr strikt drauf geachtet. Für die E-Jugend gilt: Wer im aktuellen Kalenderjahr 10 wird bzw. geworden ist, steht ab Saisonbeginn im Herbst in einem U11-Team. Wer 9 wird, kommt in ein U10-Team. Da ist also kein einziger jünger oder älter; nur Mädchen, die in Jungenteams spielen, dürften theoretisch 1 Jahr älter sein. Ist bei uns aber nicht so, wir haben ein Mädchen im Team und das ist genau so jung wie die Jungen.

    Natürlich hat man in der Altersgruppe noch Konditionsunterschiede zwischen Januar- und Dezembergeborenen. Unser Team ist eine U10, also komplett Jahrgang 2009. Viele haben in der zweiten Jahreshälfte Geburtstag, aber nicht alle. Bei den Septemberpokal-Gegnern war ein Team, das generell einen halben Kopf größer war als wir, also waren die wohl eher erste Jahreshälfte; aber die hatten sowieso mehr Erfahrung und keine Anfänger im Team. Die anderen beiden Gegner hatten wie wir ein paar Größere und ein paar Kleinere.

    Wenn du einen Mathematiker fragst, was er lieber möchte, ein belegtes Brötchen oder die ewige Seligkeit, wird er das Brötchen nehmen... denn nichts ist besser als die ewige Seligkeit, und ein belegtes Brötchen ist eindeutig besser als NICHTS...

  • Wir hatten letztes Jahr in der E Jugend teilweise auch Spiele, wo der Gegner so dermassen unterlegen war.

    Nach 4:0 habe ich entweder einen Spieler rausgenommen (5 vs 6) was meine Spieler dazu aufforderte mehr zu laufen und den Ball schneller zu zirkulieren zu lassen.


    Ich empfehle auf 3:3 zu setzen und hinten die schnelleren Spieler einzusetzen. Dann höher stehen und den Towart zum mitspielen animieren.

    So bekommt man weniger Kontertore.


    Keine einfache Situation - die Kinder wollen Erolgsmomente, die Eltern wollen Siege sehen und der Trainer will einfach Trainingserfolge sehen..

  • Richtig schnelle Spieler habe ich leider nicht, das gibt die Kondition noch nicht her. Vielleicht in ein paar Monaten...


    Und der Torwart ist ja gerade deshalb Torwart geworden, weil er wegen Papi schon seit mehreren Jahren Fußball spielen muss und das Laufen gründlich satt hat. Mir als Trainer ist das ziemlich egal, und wenn seine Eltern nicht schauen, erlaube ich dem armen Kerl gern, einfach Pause zu machen. Ist sicher nicht leicht, wenn man Papas Jugendtraum in die Tat umsetzen muss, obwohl man selbst ganz andere Interessen hat. Aber für die Mannschaft tut es mir leid. Der Torwart ist der einzige Spieler, den man nicht auswechseln kann, denn man spielt mit kleinem Kader und der einzige Torwart steht fest. Und selbst wenn ich ihn auswechseln dürfte und noch einen zweiten Torwart hätte, könnte ich ihn doch nicht auswechseln, weil sein Vater jeden Samstag daneben steht.


    Eigentlich will ich sie "Dreieck plus zwei Manndecker" spielen lassen. Aber das müssen sie erstmal verstehen, und danach müssen sie es umsetzen lernen. Die Theorie klingt sehr einfach: wenn drei Spieler in einer Linie stehen, genügt ein einziger gegnerischer Verteidiger, um diese Linie zu unterbrechen und Pässe zu verhindern. Stehen sie dagegen als Dreieck, gibt es halt drei Linien, und da hat der Gegner wesentlich mehr Mühe, die alle zu kontrollieren.


    Ich sehe es als Trainingserfolg an, wenn sie nach dem Training irgendwas besser können als vorher. Aber einige Eltern sehen das halt anders.

    Wenn du einen Mathematiker fragst, was er lieber möchte, ein belegtes Brötchen oder die ewige Seligkeit, wird er das Brötchen nehmen... denn nichts ist besser als die ewige Seligkeit, und ein belegtes Brötchen ist eindeutig besser als NICHTS...

  • Voy, da hilft wohl nur Beton anmischen für die Abwehr. Am besten 3 feste Abwehrspieler + 1 sehr , sehr schnellen defensiven Mittelkicker der den Jungs in der Abwehr mithilft. Du brauchst mehr Spieler in deinem Kader, wenn das wenn es möglich ist.

    Ich hatte in meiner ersten Saison die gleiche Situation. Die Jungs müssen durch das Tränental durch und erkläre ihnen immer wieder das man viel aus Niederlagen als Trainer und Spieler lernen kann. Wenn du noch viele Anfänger hast, gebe ihnen feste Aufgaben die Sie umsetzen sollen. z.B. jeder in der Abwehr konzentriert sich auf einen bestimmten Gegenspieler und rückt ihm nicht von der Pelle.

    Besonders in einer E-Jugend spielt der Torwart eine ganz wichtige Rolle. . Versuche herauszufinden, wer der beste Torspieler sein könnte.

    Stelle nicht den Spieler rein, der sowieso keine Lust hast aufs kicken oder fussballerisch noch hinterherkinkt.


    Und ich empfehle dir das du jeweils in der Mitte die besten Kicker aufstellst, die dein Kader hergibt. Arbeite an der Entwicklung der Kinder im Training und nehmt die hohen Niederlagen gelassen hin. Wenn es möglich ist, organisiere Testspiele gegen schwächere Teams, damit die Motivation und der Teamzusammenhalt bestehen bleibt.

  • Bezogen auf das Eingangsstatement... Post 1:


    1. Ich würde das Ergebnis mal in den Hintergrund meines Kopfes.... so weit wie mir möglich.... stellen, um mir den Druck zu nehmen.


    Danach würde ich sehr viel Zweikampftraining und Torschusstraining installieren. KEINER steht nur eine Sekunde, es ist stetig Bewegung auf mindestens zwei Trainingsfeldern (Grösse: doppelter 16'ner mit zwei Toren).


    2. So tanken die auch extrem Ausdauer...


    3. Das entspricht auch den Themen für die E


    4. Spielsystem überdenken

  • Fantomas : 3 in die Abwehr und mehrere Starke in die Mitte? Ich darf nur 5 Feldspieler einsetzen... dann habe ich genau Null Angreifer übrig.


    Das größte Problem in den Spielen ist, dass sie ihre Teamkameraden auf dem Platz nicht finden. Ein, zwei Gegner ausdribbeln klappt bei mehreren ganz gut, aber danach kommen sie nicht weiter. Ausdribbeln kostet ja Zeit, und dann hat die gegnerische Mannschaft Zeit genug, dass alle hin laufen und den Ballbesitzer bedrängen können - und dann gibt es keine Chance mehr, noch irgendwo hin sinnvoll zu passen, weil einfach rundherum überall ein Gegner im Weg steht. Eigentlich müssten meine nach dem Ausdribbeln den Ball sofort an einen Kollegen abgeben. Aber die dribbeln (oft mit Blick auf die eigenen Füße), schauen dann erst hoch, und dann ist es zu spät. Die anderen müssten sich geschickt hinstellen, dass die Linie zwischen ihnen und dem Ballbesitzer gegnerfrei ist, aber sowas muss man halt sehen. Und wenn doch mal einer passt, geht der Pass oft nicht nur einen, sondern gleich vier Meter am Mitspieler vorbei...


    Drei der Anfänger-Spieler spielen den Ball bisher fast nur mit der Fußspitze und entsprechend ungenau. Beim Strafstoßtraining ohne Gegnerdruck klappt das natürlich prima, aber im Spiel ist es eben nicht so gut.


    Was den Torwart betrifft - den DARF ich mir NICHT AUSSUCHEN. Es gibt genau einen festen Torwart, den mir der Verein vor die Nase setzt. So ist das in den Niederlanden eben üblich. Der steht für die ganze Saison fest. Nur, wenn er mal krank wäre, dürfte ich ausnahmsweise einen Feldspieler als Ersatz ins Tor stellen (auch wenn der dann null Torerfahrung hat, schlechter als unser Keeper wäre ein anderer sicher auch nicht). Der Junge hat schon selbst entschieden, Torwart sein zu wollen (nachdem er mehrere Jahre ein eher unmotivierter Feldspieler war, der nur wegen Papi überhaupt Fußball spielt, und endlich nicht mehr so viel laufen wollte), also gezwungen wird keiner. Aber wenn man diese Entscheidung einmal getroffen hat, dann bleibt es dabei.


    Theoretisch hat unser Torwart jeden Mittwoch separat (zusammen mit den festen Torwarten anderer Teams unseres Vereins) extra Torwarttraining. Bisher hat er aber aus unterschiedlichen Gründen alle bis auf eines versäumt. Erst hatten die Eltern ein paar Wochen lang noch keinen Babysitter für das jüngere Kind auftreiben können, so dass er daheim bleiben musste, um auf seinen Bruder aufzupassen, einmal war er krank... Und letzte Woche war Soccer Clinic gemeinsam mit einem anderen Verein angesagt, so dass das Torwarttraining ausfiel.


    Gestern hat der Cheftrainer der Altersgruppe das Training meines Teams geleitet, er ist der Ansicht, dass jedes Kind eine "natürliche Position" hat und sich bereits jetzt aufs Positionsspiel einlassen sollte. Ich finde eigentlich, dass der Spaß im Vordergrund stehen sollte. Und ich finde auch, dass jeder Spieler alles einmal machen sollte, mal verteidigen, mal angreifen, mal Mitte. Das Mädchen unseres Teams hat sich freiwillig bereit erklärt, Verteidigerin zu sein, sie ist also durchaus zufrieden damit. Aber ich habe auch ein paar, die Verteidigen total doof finden, weil sie glauben, dann nie eine Chance zum Toreschießen zu bekommen, und das wollen sie doch eigentlich beim Fußball.


    Ein Talent habe ich im Team, Linksfuß, frisch aus Spanien zugereist, hat dort im Verein gespielt. Aber leider fehlt der Junge oft, weil seine Eltern es nicht immer schaffen, ihn zum Training oder zu den Spielen zu bringen. Wenn er anwesend ist, schießt hauptsächlich er unsere Tore. Als wir 2:9 verloren haben, waren unsere beiden Tore von ihm. Als wir 6:8 verloren haben, hat er 4 unserer 6 Tore geschossen, und das, obwohl er fast eine halbe Stunde zu spät kam. Als wir 1:20 verloren haben, war unser einziges Tor auch wieder von ihm. Letzten Samstag hat er gefehlt, und wir haben null Tore geschossen.


    Pluspunkt meines Teams ist, alle wollen spielen. Und die Regeln der Altersgruppe erlauben, dass ich (außer Torwart) so oft wechseln kann, wie ich will. Wenn alle 8 Feldspieler anwesend sind und davon 5 im Feld sind, habe ich also drei Auswechsler am Rand stehen, die alle halbe Minute fragen "Darf ich jetzt rein?" Damit einer rein kann, muss halt ein anderer raus. Und kaum ist der draußen, fragt er dann "Kann ich gleich wieder rein?" Spielmodus ist 2x25min, dazwischen Halbzeitpause. Insgesamt 50 Minuten Spielzeit, und damit es gerecht verteilt ist und jeder gleichviel dran kommt, muss also jeder ca. 19 Minuten am Rand verbringen und darf etwa 31 Minuten spielen. Noch mehr Spieler im Kader wären dann nicht so gut. Offiziell sollen in einem Team auch maximal 8 Spieler existieren (einer davon Torwart), eben damit die Auswechsler nicht so lange rumstehen müssen. Diese Vorgabe des niederländischen Fußballverbands ist aber wohl nur eine Empfehlung, woran sich die Vereine i.d.R. halten. Aber wenn die Zahl der Kinder sich nicht genau durch 8 teilen lässt, sind die höheren Teams mit exakt 8 Spielern ausgestattet und das Team am unteren Ende der Selektion (wie meins) hat dann einen zuviel oder zuwenig.

    Wenn du einen Mathematiker fragst, was er lieber möchte, ein belegtes Brötchen oder die ewige Seligkeit, wird er das Brötchen nehmen... denn nichts ist besser als die ewige Seligkeit, und ein belegtes Brötchen ist eindeutig besser als NICHTS...

  • Wie setzt sich die Nominierung der Torwartposition seitens des Vereines zusammen? Es wird einfach entschieden, wer als erstes "hier" ruft ist für den Rest des Jahres im Kasten? Haben die sich die Jungs in irgendeiner Art und Weise mal angeschaut? Sollte der Junge oft bei den Torwart-Einheiten fehlen, hast du einen Ansatzpunkt um zu sagen, dass der Junge a)keine Fortschritte macht b) er anscheinend auch nicht die Motivation hat Fortschritte zu machen und c) seine Trainingsbeteiligung zu wünschen übrig lässt. Guter Ansatz wäre dann eine passende Alternative präsentieren zu können.


    Natürlich wollen alle Kinder Tore schiessen, aber wechsel die Positionen durch und nach ein paar Wochen kristallieren sich die Stärken/Schwächen jedes Kindes auf den Positionen raus und dementsprechend kannst du sie dann aufstellen.

  • voy , also, das höre ich zum ersten mal das es einen festen Torwart geben soll von Vereinsseite. Man lernt immer dazu.


    Ich hatte letztes Jahr auch ein Keeper, er wollte nur 2. keeper sein und ging auch immer brav zum Torwarttraining. Da ich keine Alternative hatte, habe ich ihn in den Kasten gestellt, so nach dem Motto, naja, dann brauch ich mich um die Position nicht kümmern. Falsch gedacht! Der Torwart spielt eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Rolle im unteren Kinderbereich. Schwaches Abwehrverhalten + Torwart hast du keine Chance auch gegen schwächere Teams. Du brauchst Stabilität entweder durch einen 1-2 gute Verteidiger oder einen vernünftigen Torwart. Ich wünsche dir gutes Durchhaltevermögen und lass dich von den Ergebnissen nicht runterziehen, die sind schneller vergessen als man denkt.

  • Nato80 : ja genau. Der Cheftrainer der Altersgruppe fragt die Leute, wer Torwart sein will (oft haben sich auch welche schon in der U9 dafür entschieden und bleiben dann dabei), und sobald die erforderliche Anzahl erreicht ist (bei 4 vorhandenen Teams also 4 Keeper), braucht keiner mehr "hier" zu schreien. Unser aktueller Keeper hat in der U9 und davor in der U7 und U8 auch schon bei diesem Verein gespielt, dann als Feldspieler. Fand er aber nicht so toll, weil Laufen ihm keinen Spaß macht. Sein Vater ist felsenfest davon überzeugt, dass Fußballspielen der Traum eines jeden Jungen sein muss (weil es halt sein eigener auch war in der Jugend), und deshalb soll sein Sohn natürlich diesen Traum leben dürfen... manche Eltern sind halt so. Der Junge mag eben nicht laufen, und deshalb hat er zum Ende der letzten Saison seinem Vater gesagt, er will ab sofort Torwart werden. Der Vater fand es toll, weil sein eigener Bruder (erwachsen) selbst Torwart in einem Verein ist. Da der Junge bisher nie Torwart war und auf dieser Position Anfänger ist, wurde er in das schwächste Team mit den Totalneulingen und Unerfahrenen gesteckt - meins. Die Torwarte der drei anderen Teams waren alle bereits mindestens eine Saison lang Torwart und wissen, auf was sie sich einlassen. Aber die machen es halt auch wirklich gern und entsprechend gut.


    Fantomas : Mal sehen, wie's nächsten Samstag läuft; da spielen wir auswärts, also muss der dortige Verein den Schiri stellen und nicht wir. Bei uns macht das i.d.R. der fußballbegeisterte Vater des Keepers. Ist mir ganz recht so, denn wenn er den Schiri macht, kann er nicht nebenbei seinen Sohn zusammensch... (was er normalerweise tun würde, wenn der im Tor nur faulenzt und rumträumt). Beim Auswärtsspiel wird Papi also neben dem Tor lauern und lautstark meckern, wenn der Junge sich keine Mühe gibt. Einerseits tut mir der Junge leid, andererseits ist es halt auch für das Team doof, wenn er einen Ball nach dem anderen reinlässt.

    Wenn du einen Mathematiker fragst, was er lieber möchte, ein belegtes Brötchen oder die ewige Seligkeit, wird er das Brötchen nehmen... denn nichts ist besser als die ewige Seligkeit, und ein belegtes Brötchen ist eindeutig besser als NICHTS...

  • Fantomas : Mal sehen, wie's nächsten Samstag läuft; da spielen wir auswärts, also muss der dortige Verein den Schiri stellen und nicht wir. Bei uns macht das i.d.R. der fußballbegeisterte Vater des Keepers. Ist mir ganz recht so, denn wenn er den Schiri macht, kann er nicht nebenbei seinen Sohn zusammensch... (was er normalerweise tun würde, wenn der im Tor nur faulenzt und rumträumt). Beim Auswärtsspiel wird Papi also neben dem Tor lauern und lautstark meckern, wenn der Junge sich keine Mühe gibt. Einerseits tut mir der Junge leid, andererseits ist es halt auch für das Team doof, wenn er einen Ball nach dem anderen reinlässt.

    Vater (oder sonstwer) neben dem Tor geht gar nicht. Das würde ich verbieten. Kein Wunder das der Junge total verunsichert ist.

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • 15m Abstand? Wo denn? Hier sind die Niederlande und dann auch noch Großstadtbereich, das Angebot an Bodenfläche ist sehr begrenzt. An Spieltagen wird i.d.R. entweder ein Vollfeld in 4 Viertel geteilt, es finden dann beim gastgebenden Verein 4 Spiele gleichzeitig statt; oder ein Halbfeld wird quer in 3 Streifen geteilt und es gibt 3 Spiele gleichzeitig. Der Abstand zwischen den markierten Spielfeldern beträgt höchstens 2m, und der Abstand vom Spielfeldaußenrand zur Umgebung dito. Wenn jemand (z.B. Eltern) 15m Abstand vom Spielfeld halten würde, stünde er bereits auf der anderen Seite der Straße, die am Fußballplatz vorbei führt... #


    Und dem Keepervater verbieten, sich irgendwo hinzustellen? Nein danke, ich will gerne noch eine Weile in einem Stück bleiben. Das ist ein Kleiderschrank von einem Kerl...

    Wenn du einen Mathematiker fragst, was er lieber möchte, ein belegtes Brötchen oder die ewige Seligkeit, wird er das Brötchen nehmen... denn nichts ist besser als die ewige Seligkeit, und ein belegtes Brötchen ist eindeutig besser als NICHTS...

  • Und dem Keepervater verbieten, sich irgendwo hinzustellen? Nein danke, ich will gerne noch eine Weile in einem Stück bleiben. Das ist ein Kleiderschrank von einem Kerl...

    kenne ich nur zu gut aber reden kann man ja mit ihm, oder? Wenn ja dann stelle ihm die Frage wann er besser lernt oder es sich leichter merkt.. wenn er sich es erarbeiten muss oder wenn es ihm ständig eingesagt wird?

  • Kannst ihn ja fragen, warum er sich nicht als Trainer direkt im Vorfeld gemeldet hat, wenn er meint irgendwie ins Spielgeschehen reinzuquatschen und alles besser weiss. Sprech dich mit den anderen Trainern in deinem Jahrgang ab und die sollen dir zur Seite stehen.

    Bei uns finden Maximal 2 Spiele auf den Feldern statt und die Eltern sollen hinter den Banden sein. 15m kriegt man da auch nicht immer hin (spätestens ab der E nicht wenn das eine Tor an der Seitenlinie steht), aber etwas Abstand ist schon da. Und neben dem Tor hat eh niemand ausser dem Trainer was zu suchen.