Beiträge von voy

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    15m Abstand? Wo denn? Hier sind die Niederlande und dann auch noch Großstadtbereich, das Angebot an Bodenfläche ist sehr begrenzt. An Spieltagen wird i.d.R. entweder ein Vollfeld in 4 Viertel geteilt, es finden dann beim gastgebenden Verein 4 Spiele gleichzeitig statt; oder ein Halbfeld wird quer in 3 Streifen geteilt und es gibt 3 Spiele gleichzeitig. Der Abstand zwischen den markierten Spielfeldern beträgt höchstens 2m, und der Abstand vom Spielfeldaußenrand zur Umgebung dito. Wenn jemand (z.B. Eltern) 15m Abstand vom Spielfeld halten würde, stünde er bereits auf der anderen Seite der Straße, die am Fußballplatz vorbei führt... #


    Und dem Keepervater verbieten, sich irgendwo hinzustellen? Nein danke, ich will gerne noch eine Weile in einem Stück bleiben. Das ist ein Kleiderschrank von einem Kerl...

    Nato80: ja genau. Der Cheftrainer der Altersgruppe fragt die Leute, wer Torwart sein will (oft haben sich auch welche schon in der U9 dafür entschieden und bleiben dann dabei), und sobald die erforderliche Anzahl erreicht ist (bei 4 vorhandenen Teams also 4 Keeper), braucht keiner mehr "hier" zu schreien. Unser aktueller Keeper hat in der U9 und davor in der U7 und U8 auch schon bei diesem Verein gespielt, dann als Feldspieler. Fand er aber nicht so toll, weil Laufen ihm keinen Spaß macht. Sein Vater ist felsenfest davon überzeugt, dass Fußballspielen der Traum eines jeden Jungen sein muss (weil es halt sein eigener auch war in der Jugend), und deshalb soll sein Sohn natürlich diesen Traum leben dürfen... manche Eltern sind halt so. Der Junge mag eben nicht laufen, und deshalb hat er zum Ende der letzten Saison seinem Vater gesagt, er will ab sofort Torwart werden. Der Vater fand es toll, weil sein eigener Bruder (erwachsen) selbst Torwart in einem Verein ist. Da der Junge bisher nie Torwart war und auf dieser Position Anfänger ist, wurde er in das schwächste Team mit den Totalneulingen und Unerfahrenen gesteckt - meins. Die Torwarte der drei anderen Teams waren alle bereits mindestens eine Saison lang Torwart und wissen, auf was sie sich einlassen. Aber die machen es halt auch wirklich gern und entsprechend gut.


    Fantomas: Mal sehen, wie's nächsten Samstag läuft; da spielen wir auswärts, also muss der dortige Verein den Schiri stellen und nicht wir. Bei uns macht das i.d.R. der fußballbegeisterte Vater des Keepers. Ist mir ganz recht so, denn wenn er den Schiri macht, kann er nicht nebenbei seinen Sohn zusammensch... (was er normalerweise tun würde, wenn der im Tor nur faulenzt und rumträumt). Beim Auswärtsspiel wird Papi also neben dem Tor lauern und lautstark meckern, wenn der Junge sich keine Mühe gibt. Einerseits tut mir der Junge leid, andererseits ist es halt auch für das Team doof, wenn er einen Ball nach dem anderen reinlässt.

    Fantomas: 3 in die Abwehr und mehrere Starke in die Mitte? Ich darf nur 5 Feldspieler einsetzen... dann habe ich genau Null Angreifer übrig.


    Das größte Problem in den Spielen ist, dass sie ihre Teamkameraden auf dem Platz nicht finden. Ein, zwei Gegner ausdribbeln klappt bei mehreren ganz gut, aber danach kommen sie nicht weiter. Ausdribbeln kostet ja Zeit, und dann hat die gegnerische Mannschaft Zeit genug, dass alle hin laufen und den Ballbesitzer bedrängen können - und dann gibt es keine Chance mehr, noch irgendwo hin sinnvoll zu passen, weil einfach rundherum überall ein Gegner im Weg steht. Eigentlich müssten meine nach dem Ausdribbeln den Ball sofort an einen Kollegen abgeben. Aber die dribbeln (oft mit Blick auf die eigenen Füße), schauen dann erst hoch, und dann ist es zu spät. Die anderen müssten sich geschickt hinstellen, dass die Linie zwischen ihnen und dem Ballbesitzer gegnerfrei ist, aber sowas muss man halt sehen. Und wenn doch mal einer passt, geht der Pass oft nicht nur einen, sondern gleich vier Meter am Mitspieler vorbei...


    Drei der Anfänger-Spieler spielen den Ball bisher fast nur mit der Fußspitze und entsprechend ungenau. Beim Strafstoßtraining ohne Gegnerdruck klappt das natürlich prima, aber im Spiel ist es eben nicht so gut.


    Was den Torwart betrifft - den DARF ich mir NICHT AUSSUCHEN. Es gibt genau einen festen Torwart, den mir der Verein vor die Nase setzt. So ist das in den Niederlanden eben üblich. Der steht für die ganze Saison fest. Nur, wenn er mal krank wäre, dürfte ich ausnahmsweise einen Feldspieler als Ersatz ins Tor stellen (auch wenn der dann null Torerfahrung hat, schlechter als unser Keeper wäre ein anderer sicher auch nicht). Der Junge hat schon selbst entschieden, Torwart sein zu wollen (nachdem er mehrere Jahre ein eher unmotivierter Feldspieler war, der nur wegen Papi überhaupt Fußball spielt, und endlich nicht mehr so viel laufen wollte), also gezwungen wird keiner. Aber wenn man diese Entscheidung einmal getroffen hat, dann bleibt es dabei.


    Theoretisch hat unser Torwart jeden Mittwoch separat (zusammen mit den festen Torwarten anderer Teams unseres Vereins) extra Torwarttraining. Bisher hat er aber aus unterschiedlichen Gründen alle bis auf eines versäumt. Erst hatten die Eltern ein paar Wochen lang noch keinen Babysitter für das jüngere Kind auftreiben können, so dass er daheim bleiben musste, um auf seinen Bruder aufzupassen, einmal war er krank... Und letzte Woche war Soccer Clinic gemeinsam mit einem anderen Verein angesagt, so dass das Torwarttraining ausfiel.


    Gestern hat der Cheftrainer der Altersgruppe das Training meines Teams geleitet, er ist der Ansicht, dass jedes Kind eine "natürliche Position" hat und sich bereits jetzt aufs Positionsspiel einlassen sollte. Ich finde eigentlich, dass der Spaß im Vordergrund stehen sollte. Und ich finde auch, dass jeder Spieler alles einmal machen sollte, mal verteidigen, mal angreifen, mal Mitte. Das Mädchen unseres Teams hat sich freiwillig bereit erklärt, Verteidigerin zu sein, sie ist also durchaus zufrieden damit. Aber ich habe auch ein paar, die Verteidigen total doof finden, weil sie glauben, dann nie eine Chance zum Toreschießen zu bekommen, und das wollen sie doch eigentlich beim Fußball.


    Ein Talent habe ich im Team, Linksfuß, frisch aus Spanien zugereist, hat dort im Verein gespielt. Aber leider fehlt der Junge oft, weil seine Eltern es nicht immer schaffen, ihn zum Training oder zu den Spielen zu bringen. Wenn er anwesend ist, schießt hauptsächlich er unsere Tore. Als wir 2:9 verloren haben, waren unsere beiden Tore von ihm. Als wir 6:8 verloren haben, hat er 4 unserer 6 Tore geschossen, und das, obwohl er fast eine halbe Stunde zu spät kam. Als wir 1:20 verloren haben, war unser einziges Tor auch wieder von ihm. Letzten Samstag hat er gefehlt, und wir haben null Tore geschossen.


    Pluspunkt meines Teams ist, alle wollen spielen. Und die Regeln der Altersgruppe erlauben, dass ich (außer Torwart) so oft wechseln kann, wie ich will. Wenn alle 8 Feldspieler anwesend sind und davon 5 im Feld sind, habe ich also drei Auswechsler am Rand stehen, die alle halbe Minute fragen "Darf ich jetzt rein?" Damit einer rein kann, muss halt ein anderer raus. Und kaum ist der draußen, fragt er dann "Kann ich gleich wieder rein?" Spielmodus ist 2x25min, dazwischen Halbzeitpause. Insgesamt 50 Minuten Spielzeit, und damit es gerecht verteilt ist und jeder gleichviel dran kommt, muss also jeder ca. 19 Minuten am Rand verbringen und darf etwa 31 Minuten spielen. Noch mehr Spieler im Kader wären dann nicht so gut. Offiziell sollen in einem Team auch maximal 8 Spieler existieren (einer davon Torwart), eben damit die Auswechsler nicht so lange rumstehen müssen. Diese Vorgabe des niederländischen Fußballverbands ist aber wohl nur eine Empfehlung, woran sich die Vereine i.d.R. halten. Aber wenn die Zahl der Kinder sich nicht genau durch 8 teilen lässt, sind die höheren Teams mit exakt 8 Spielern ausgestattet und das Team am unteren Ende der Selektion (wie meins) hat dann einen zuviel oder zuwenig.

    Richtig schnelle Spieler habe ich leider nicht, das gibt die Kondition noch nicht her. Vielleicht in ein paar Monaten...


    Und der Torwart ist ja gerade deshalb Torwart geworden, weil er wegen Papi schon seit mehreren Jahren Fußball spielen muss und das Laufen gründlich satt hat. Mir als Trainer ist das ziemlich egal, und wenn seine Eltern nicht schauen, erlaube ich dem armen Kerl gern, einfach Pause zu machen. Ist sicher nicht leicht, wenn man Papas Jugendtraum in die Tat umsetzen muss, obwohl man selbst ganz andere Interessen hat. Aber für die Mannschaft tut es mir leid. Der Torwart ist der einzige Spieler, den man nicht auswechseln kann, denn man spielt mit kleinem Kader und der einzige Torwart steht fest. Und selbst wenn ich ihn auswechseln dürfte und noch einen zweiten Torwart hätte, könnte ich ihn doch nicht auswechseln, weil sein Vater jeden Samstag daneben steht.


    Eigentlich will ich sie "Dreieck plus zwei Manndecker" spielen lassen. Aber das müssen sie erstmal verstehen, und danach müssen sie es umsetzen lernen. Die Theorie klingt sehr einfach: wenn drei Spieler in einer Linie stehen, genügt ein einziger gegnerischer Verteidiger, um diese Linie zu unterbrechen und Pässe zu verhindern. Stehen sie dagegen als Dreieck, gibt es halt drei Linien, und da hat der Gegner wesentlich mehr Mühe, die alle zu kontrollieren.


    Ich sehe es als Trainingserfolg an, wenn sie nach dem Training irgendwas besser können als vorher. Aber einige Eltern sehen das halt anders.

    Wir sind im Großstadtbereich plus Einzugsgebiet (Abstand bis ca. 30km), also gibt es etwa 50 Teams pro Altersgruppe. Eine Einteilung in Spielpools mit halbwegs vergleichbarem Leistungsniveau müsste also eigentlich mögich sein. So viel Aufwand wäre es für den Fußballverband nicht, bei den Vereinen zu fragen, ob die Teams totale Anfänger sind oder bereits mehrere Jahre Erfahrung haben, und dann entsprechend dem Erfahrungsdurchschnitt eines Teams die Einteilung vorzunehmen.


    Jüngere und ältere Jahrgänge sind nicht in derselben Gruppe, da wird sehr strikt drauf geachtet. Für die E-Jugend gilt: Wer im aktuellen Kalenderjahr 10 wird bzw. geworden ist, steht ab Saisonbeginn im Herbst in einem U11-Team. Wer 9 wird, kommt in ein U10-Team. Da ist also kein einziger jünger oder älter; nur Mädchen, die in Jungenteams spielen, dürften theoretisch 1 Jahr älter sein. Ist bei uns aber nicht so, wir haben ein Mädchen im Team und das ist genau so jung wie die Jungen.

    Natürlich hat man in der Altersgruppe noch Konditionsunterschiede zwischen Januar- und Dezembergeborenen. Unser Team ist eine U10, also komplett Jahrgang 2009. Viele haben in der zweiten Jahreshälfte Geburtstag, aber nicht alle. Bei den Septemberpokal-Gegnern war ein Team, das generell einen halben Kopf größer war als wir, also waren die wohl eher erste Jahreshälfte; aber die hatten sowieso mehr Erfahrung und keine Anfänger im Team. Die anderen beiden Gegner hatten wie wir ein paar Größere und ein paar Kleinere.

    Gezwungen wird keiner. Am Anfang der Saison sagt einer: ich will Torwart sein. Und dann ist er Torwart. Unser Verein hat in der U10 genau 4 Teams, und es gab genau 4 Jungs, die Torwart sein wollten. Passt also genau.

    Die Torwarte wurden vor Saisonbeginn in einem Auswahltraining zusammen mit den Feldspielern getestet, der beste wurde dann in Team 1 gesteckt, der schlechteste in Team 4.


    Möglich, dass es theoretisch zum Halbjahr erlaubt wäre, den Torwart zu wechseln. Aber der Torwart von Team 4 ist ja Torwart geworden, weil er keinesfalls mehr Feldspieler sein mag. Der wird also seinen bequemen Stehplatz (auch wenn es dem Team schadet, weil er als Torwart eben wirklich nur rumsteht) nicht aufgeben, damit ein anderer ins Tor gehen kann.

    Hui, das klingt nach Luxus in Deutschland. Alle wollen ins Tor, jeder darf mal.


    In den Niederlanden ist ab der U9 ein fester Torwart vorgeschrieben. Einer. Genau einer. Pro Mannschaft. Wenn der mal krank wäre, klar, dann dürfte man im Spiel auch mal einen anderen ins Tor stellen. Ausnahmsweise.


    Hier gibt es welche, die gern Torwart sind und darin gut sind. Die sich strecken, springen, sich bewegen, den Ball immer im Auge behalten... und dann gibt es welche, die entscheiden sich für die Position Torwart, weil der Vater unbedingt will, dass sie Fußball spielen, obwohl sie null Bock darauf haben. Nach einigen unangenehmen Jahren entscheidet sich so ein Junge dann, lieber Torwart zu werden, weil er hofft, dass man da nicht so viel laufen muss. Papa sagt "Juhuu, mein Junge hat seine Berufung gefunden" (Papas Bruder ist Torwart in einem anderen Verein, Papa denkt, dieses Onkel-Vorbild war der Grund). Die anderen Spieler, die Eltern, die Trainer, alle merken, dass der Torwart eigentlich gar nicht Fußball spielen will. Nur Papa checkt es nicht. Wenn man versucht, ihn darauf anzusprechen, glaubt er einem kein Wort. Oder wird aggressiv. Mein Mann rät mir dringend, lieber die Klappe zu halten... denn besagter Torwartvater ist ein Kleiderschrank von einem Kerl.

    Ich weiß, der Beitrag hier ist schon ein paar Jahre alt, aber ich habe ein ähnliches Problem. Wir spielen in den Niederlanden, untere Hälfte der E-Jugend (U10), und unser Team hat 9 Spieler. Training 2x pro Woche für je 1 Stunde. Spielmethode ist 1+5 (fester Torwart, 5 Feldspieler), der Rest steht als Auswechselspieler am Rand. Jeden Samstag ist Pflichtspiel gegen eine Mannschaft von einem anderen Verein. Die ersten drei Spiele waren dem "Septemberpokal" zugeordnet (wir haben alle drei verloren, das letzte davon mit 1:20). Der niederländische Fußballverband teilt alle Mannschaften eines Landkreises in Spielpools ein, in denen sie dann gegeneinander antreten. Angeblich sollen diese Spielpools nach Leistungsfähigkeit halbwegs homogen sein.


    Unser Team enthält 4 absolute Anfänger, die noch nie zuvor Fußball gespielt haben, 3 mit ca. 1/2 Saison Erfahrung und einen, der im Prinzip weiß, wie's geht. Und einen "papagetriebenen" Torwart, der zwar früher schon Fußball gespielt hat, aber sich erst für diese Saison entschieden hat, nun auf Torwart umzusatteln, weil man da nicht so viel laufen muss.


    Die drei gegnerischen Mannschaften, gegen die wir spielen mussten, hatten alle bereits deutlich mehr Erfahrung, waren konditionell überlegen, hatten keine Berührungsangst (sie schubsten und nutzten Ellenbogen, wo immer es ging - wussten aber genau, was sie sich erlauben dürfen, damit es gerade eben so noch nicht als Foul zählt).


    Beim letzten Spiel hat meine Truppe fast geheult, war total am Boden zerstört, die Eltern waren sauer, dass ich es nicht schaffe, die Gruppe zum Sieg zu führen. In den Niederlanden gibt es für die Jugend weder bezahlte noch ausgebildete Trainer, es wird den Eltern einfach nur gesagt: "Wenn's keiner von euch macht, gibt's keinen Trainer und auch kein Team, dann kann euer Kind eben nicht Fußball spielen und muss wieder zurück auf die Warteliste" (Wartelisten in den Niederlanden sind i.d.R. so für 6 Monate bis 3 Jahre, je nachdem, bei welchem Verein man Mitglied zu werden versucht). Daher habe ich mich bereiterklärt, die Trainerin zu werden. Weil mein Sohn so gern spielen möchte und ich ihm nicht antun kann, nach einem halben Jahr wieder verzichten zu müssen, nur weil der Verein es nicht hinbekommt, einen Trainer zu organisieren.


    Ein Spiel, bei dem eine Mannschaft 1:20 gegen die andere verliert, ist meiner Ansicht nach ein Zeichen dafür, dass die Mannschaften eben nicht leistungsmäßig zueinander passen. Da lernt keiner von beiden was, und das Selbstvertrauen der Verlierer wird zerstört, bevor die armen Jungs und Mädels überhaupt die Chance hatten, in ein paar Monaten ruhigen Trainings ohne Druck die Grundlagen zu erlernen, etwa richtige Fußstellung und Körperhaltung. Konditionstraining ist natürlich auch wichtig.


    Wie ist das in Deutschland, wer entscheidet da, gegen wen man spielen muss, und was kann man tun, wenn man der Ansicht ist, dass die Teamzuteilung unpassend ist? Oder kann man sich von den Pflichtspielen befreien lassen?