D Jugend Spiel mit zwei Verteidigern

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  • Hallo liebe Kollegen,
    Der Trainer einer Kreis Leistungsklasse spielt bei jedem Spiel hinten mit nur 2 Verteidigern.
    Es setzt regelmäßig Niederlagen weil die Abwehr ausgespielt wird.
    Auf Dreierkette möchte er nicht umstellen da er meint das dann hinten ein Mann über flüssig sei.
    Diesen könnte man auch ins Mittelfeld ziehen.Nur wenn die dann nicht mit zurück laufen ist man
    hinten offen wie ein Scheunentor.Die meisten Diagonalbälle führen in Spielen zu Toren.
    Ich selbst spiele eine Dreierkette die super verteidigt möchte demnächst auf Viererkette umstellen da ich dies in der D Jugend besser finde hinführend das es danach aufs 11 Feld geht.
    Der Trainer denkt mit dieser Spielweise haben die Spieler mehr 1 gegen 1 Situationen
    dies sollte im Jugendfußball so sein.
    Ich selbst kann das System nicht nach vollziehen was sagt Ihr dazu?
    Würde hier jemand ähnlich spielen und falls ja warum.
    Meine Systeme 3-3-2 und 3-2-3 umstellen würde ich auf 4-3-1

  • Meine Systeme 3-3-2 und 3-2-3 umstellen würde ich auf 4-3-1


    Roger


    das kann jeder anderssehen, und jeder wird wohl aus seiner Sicht recht haben.


    ich selbt bin eher ein Freund gewesen, unser Spiel nicht nur in Richtung Abwehr, sondern eher in die Offensive auszurichten.


    Abwehr spielen ist leichter und lernt man schneller, sowohl als einzelner wie als Mannschaft.


    bin kein Freund gewesen, in der laufenden Saison schon alles nach der kommenden Saison auszurichten, wenn sich Spielerzahl
    und auch der Kader etwas anders sein wird.


    das jeweilige Spielsystem habe ich nicht nach meinen Vorstellungen gestaltet, sondern war stets stark geprägt von den
    Spielertypen, die ich hatte.


    in der D hatte ich als Grundformation ebenfalls das 3:3:2 oder 3:2:3, das aber je nach Spielsituation höchst flexibel war,
    war jeder Mannschaft überlegen, die mit 4er Kette spielte.


    meine Devise in der D-Jugend war, aber nicht nur dort:, dass unser Spielsystem so einfach sein, dass es jeder, auch der dicke
    Paule, verstehen und auch spielen konnte, jedoch so flexibel, das es mit ganz einfachen Umstellungen, besser gesagt Vorgaben an einzelne Spieler, auf Besonderheiten des Gegners reagiert werden konnte, gleichzeitig aber die notwendigen Entscheidungsfreiheiten für die Spieler liess.


    bei meiner Mannschaft war das mit dem 3:3.2 als Grundformation gegeben. das Umstellen in der C war dann ein Klax.


    Ich selbst kann auch nicht nachvollziehen dass man sich in einer unhemogenen D-Jugend mit den entsprechenden
    Spielern taktikmässig an der Bundesliga orientiert, mit Spielsystemen, die dort schon nicht überall beherrscht werden.


    Auch wenn man praktisch alle Systeme offensiv spielen kann, was leider jedoch seltener geschieht, bin ich ein absoluter Gegener im
    Jugendbereich (erst recht bei Dorfvereinen) mit nur 1 Spitze zu spielen.


    dass Andere das anders sehen, und auch argumentieren können, kann ich nachvollziehen, auch akzeptieren,, nur meine Meinung steht hierzu fest.



    übrigens:


    wenn es richtig gemacht wird, kann auch das Spiel mit 2 Verteidigern durchaus gehen.


    Meine 3er Abwehrkette spielte mit der Zeit so, dass es je nach Spielsituation auch so aussah, dass wir mit 2 Verteidgern, oder aber auch mit einem Libero spielten.


    der Innenverteider und der ergänzende Innenmittelfeldspieler spielten bei mir höchst flexibel.


    beide sind heute übrigens sehr gute Innenverteidiger in der A-Jugend, da ihrem jetztigen Spiel die Aufgabenstellung bereits in der D sehr nache kam.

  • Roger


    ich selbst spiele mit meiner D-Jugend-Mannschaft auch mit 2 Verteidigern, es ist ein 2:1:3:2-System. Dies heist zwei Verteidiger, eine Nummer 6, einen Zehner und 2 Flügelspieler und dann noch die zwei Spitzen. Jedoch ist diese Formation nur in der Offensive so. In der Defensive wird es schon fast zu einem 4:1:1:2, das heisst die beiden Flügel werden zu Aussenverteidigern und unerstützen so die Verteidiger.


    Bei meinen Jungs brauchte es eine gewisse Zeit bis sie sich mit dem System abfanden, jetzt klappt es Systemtechnisch sehr gut.


    Ich finde so oder so das die Aussenverteidiger fast Flügelspieler sein sollten egal welches System man spielt. Heut zu Tage ist für mich ein Torwart kein Torwart mehr in der Offensivbewegung sondern eher ein Libero der aktiv am Spiel teilnimt was dann auch fast wieder zu einer 3er Abwehr führt.


    ich kann dir gerne mein System und meine Spielweise auch genauer erklären.

    Man lernt eine Zeile von einem Sieg
    und ein Buch aus einer Niederlage.

  • JungTrainer


    deine Systembeschreibung zeigt mir ml wieder deutlich, dass es letztlich immer darauf ankommt, wie man ein System auslegt und spielt.


    ähnliche habe ich vor nicht allzulanger Zeit gesehen.


    da spielten die beiden Verteidiger praktisch wie 2 Ausputzer früherer Prägung. Grausam.


    ein in etwa gleiches System, doch total unterschiedliche Spielweise, wenn ich deine Spielweise jetzt richtig interpretiert habe.

  • Jugendtrainer
    In der Rückwärtsbewegung lassen sich die Spieler normalerweise nach hinten fallen dann hast
    du hinten 4 Leute ich mit meinen gar 5.
    Nur lassen sich die Spieler nicht fallen oder bleiben gar stehen stehste hinten mit den 2 allein.
    Die sollen dann die Überzahl verteidigen unsere Mittelfeldspieler drehen Däumchen nach dem
    Motto die Abwehr macht dies schon.
    Gerne kannst Du mir das System mit 2 Verteidigern näher bringen ich bin offen für Dinge die ich
    nicht kenne.
    Du musst Dir einfach vorstellen das unsere Aussen einfach stehen bleiben bzw selten hinten
    helfen.Meist verteidigen eben nur diese 2 Verteiger.

  • ich selbst spiele mit meiner D-Jugend-Mannschaft auch mit 2 Verteidigern, es ist ein 2:1:3:2-System. Dies heist zwei Verteidiger, eine Nummer 6, einen Zehner und 2 Flügelspieler und dann noch die zwei Spitzen. Jedoch ist diese Formation nur in der Offensive so. In der Defensive wird es schon fast zu einem 4:1:1:2, das heisst die beiden Flügel werden zu Aussenverteidigern und unerstützen so die Verteidiger.

    Ein 4stufiges System in der D-Jugend halte ich a) für zu kompliziert und b) schon allein wegen der fehlenden Tiefe für nicht realisierbar. Ein 4-1-1-2 in der Defensive kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Wie sollen denn die 1-1 im Mittelfeld die gesamte Breite abdecken? Ich verstehe auch nicht, warum jeder meint, er müsse das Rad neu erfinden und sich eine tolle taktische Variante ausdenken. Aus meiner Sicht ist das totaler Nonsens. Der DFB empfiehlt ein 3-2-3, schon allein wegen der idealen Möglichkeiten zur Dreiecksbildung. Wir haben mit dem System sehr gute Erfahrungen gemacht. Gegen eine Viererkette hat man in der Regel ein klares Übergewicht im Mittelfeld und wenn man laufstarke Außenspieler hat, kann man in der Defensive ein 3-4-1 stellen, womit man sehr stabil steht und jederzeit die Möglichkeit hat bei Ballgewinn schnell umzuschalten. Die Umstellung auf 4-4-2 bzw. 4-2-3-1 in der C-Jugend war auf dieser Basis auch völlig problemlos.

  • Ranwie
    Ich verstehe deine Bemerkung das es zu kompliziert sei, doch wiso soll ich was ändern wenn es klappt? Die Jungs spielen schönen Fussball setzen das um was ich will und verstehen das System.
    Zur Anregung das das die beiden Spieler in der Mitte nicht die gesammte Breite abdecken können kann ich gut nach volziehen. Jedoch mal eine kleine Frage zwischendurch: Wo entsteht die meiste Gefahr vor dem Tor? -Meiner Meinung nach in der mitte und dort stehen 2 Spieler von mir (Nur um sich nicht falsch zu verstehen, die Spieler stehen versetzt und nicht direkt hintereinander). Und für den Fall das der Gegner über die Seite kommt, ist das klassische verschieben Pflicht.

    Man lernt eine Zeile von einem Sieg
    und ein Buch aus einer Niederlage.

  • Wenn ich zum Beispiel in einem 3-4-1 spielen lasse habe ich in der Vorwärtsbewegung wenn
    es richtig läuft auch 3 Leute vorn da die aussen ja auch mitlaufen.
    In Rückwärts Bewegung wären es 5 wenn die aussen mit verteidigen und nicht stehen bleiben.
    Auch in der Viererkette müssten die aussen laufen.
    Da ist die Frage warum nur 2 Verteidiger welchen Vorteil bietet das System gegenüber der klassischen Form.Selbst beim DFB finde ich in der D Jugend das 3-2-3 zwecks Dreieckbildung.
    Viele propagieren gar eine Viererkette wovon ich weiter meiner 3 Kette treu bleibe.
    Die Frage ist welchen Zweck verfolgt der Trainer mit nur 2 Verteidigern?

  • 1) Ich sehe es so, dass es bei der Formation vor allem, um die Staffelung in der Defensive geht.


    2) Offensiv bin ich ein ganz klarer Verfechter eines fluiden Spiels, vor allem der Mittelfeldspieler und Stürmer.


    3) Ich selbst halte wenig von dem Spiel mit 2 Verteidigern. Und zwar, weil das nahezu immer zur Folge hat, dass das Spiel erstens extrem statisch wird und zweitens die beiden Verteidiger eher, wie Manndecker geschult werden. Eine Position, die es im heutigen Fussball nicht mehr gibt.
    (Ich habe da nur ganz, ganz wenige Ausnahmen gesehen, bei denen aber auch ein 6er eigentlich den zentralen Verteisiger gespielt hat. Das sah also auch eher nach 3er-Kette aus.)
    Analog zu mourinhos Satz zur Dreierkette im Großfeldfussball (siehe weiter unten), behaupte ich, die "Zweierkette" im Kleinfeldfussball ist eine Lüge.


    4) Wichtig finde ich noch - egal, welches System man spielt - dass die Außenbahn nicht doppelt besetzt wird.
    Erstens steht das Tor in der Mitte.
    Zweitens wird das Spiel dann sehr statisch, die Anforderungen an die meisten Spieler sehr eindimensional.
    Drittens hat der Außenverteidiger so gar keinen Raum, um wirklich offensiv zu agieren. EInfach, weil der andere Außenspieler vor ihm, den Raum dazu blockiert. Denn nicht nur dieser "steht" in dem Raum, er bringt auch einen Gegenspieler mit.


    (Mal ehrlich, wer spielt das bei zwei Außenbahnspielern schon so, dass der offensive Außen permanent ohne Ball in die Mitte zieht, seinen Gegenspieler mitzieht, um den Raum für den AV zu öffnen? Das sehe ich selbst im Großfeld beim 4-2-3-1 in guten Mannschaften kaum.)
    (Das ist, wie mit der Dreierkette auf dem Großfeld. Richtig gespielt ist das viel schwerer als die Viererkette. Aber nahezu immer ist die Dreierkette eigentlich ein Libero und 2 Manndecker. Mourinho hat schon vor 10 oder mehr Jahren die Dreierkette unter diesem Hintergrund, als die größte Lüge im Fussball bezeichnet.)




    Zu der Frage der Viererkette bei 9er-Fussball.


    In meinen Überlegungen muss die Abwehrreihe die gesamte Breite des Spielfelds abdecken können. Analog zu meinen obigen Überlegungen zum 6+1 oder 7+1 Fussball, habe ich nur je einen AUßenspieler, der sich dann in der ABwehrreihe findet, aber bei eigenem Ballbesitz sehr breit und auch sehr offensiv agieren soll.


    das ist mit einer Dreierkette bei der Spielfeldbreite des 9er-Fussballs kaum zu gewährleisten. Da sind die Abstände viel zu groß und defensiv ist man bei Ballverlust offener als jedes SCheunentor. Zumindest dann, wenn die Abwehrspieler breit und hoch agieren.
    Folge ist dann i.d.R., dass die AVs eben irgendwann eben nicht mehr breit und hoch agieren und es zu einem 3 (reine) Verteidiger-Spiel kommt.



    Fazit: Im 9er-Fussball halte ich die 3er-Kette für eher suboptimal. Da braucht es 2 zentrale, damit die Außen eben auch offensiv und breit agieren können.
    Allerdings kann dies auch in einem System mit 2 Verteidigern so sein, wenn hier 2 Außenmittelfeldspieler so agieren, wie in der Viererkette die AVs.
    Wichtig finde ich nur auch hier, jeweils nur einen Außenspieler pro Seite, analog zu meiner Philosophie oben.



    Edit:
    Das bezog sich jetzt alles vor allem auf die Offensive.
    Defensiv muss alles - also auch die Mittelfeldspieler und der ANgriff - natürlich seitlich zur Ballseite verschieben, wodurch es defensiv schon dazu kommte, dass 2 SPieler (Abwehr und davor) situativ gleichzeitig auf der AUßenbahn agieren.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

    Einmal editiert, zuletzt von Sir Alex ()

  • das ist mit einer Dreierkette bei der Spielfeldbreite des 9er-Fussballs kaum zu gewährleisten

    Wenn man die vorgegebenen Spielfeldgrößen einhält, ist das überhaupt kein Problem. In der D-Jugend soll die Breite 50m betragen. Auf Großfeld sind es ca. 70m. Insofern reichen beim kleinen Feld 3 Verteidiger völlig aus, da diese sogar in der Relation noch weniger Breite abdecken müssen, als die 4 Spieler auf dem Großfeld. Leider sind aber offenbar viele zu faul, das Spielfeld entsprechend abzustecken und wollen stattdessen lieber über die komplette Breite spielen. Warum das so gemacht wird, ist mir ein totales Rätsel. Auch hier wird sich wieder gerne über die Empfehlungen für die Altersklasse hinweg gesetzt.


    Ein normaler Platz hat in etwa die Maße 100x70 m. Wenn man von 16er zu 16er spielt und die Seiten nicht absteckt, hat man ein Feld von ca. 70x70. Jeder weiß, das quadratische Spielfelder nicht zulässig sind. Trotzdem trifft man das in der D-Jugend ständig so an. Ich persönlich verstehe das nicht.

  • und zweitens die beiden Verteidiger eher, wie Manndecker geschult werden.


    und was ich in den Staffeln bei nicht allzustarken Mannschaften immer wieder sehe ist noch viel schlimmer.


    da spielen die 2 Verteidiger wie früher 1 Ausputzer gespielt hat. grausam



    für mich hat es deshalb gar nicht so die Bedeutung, mit welcher Systemformation gespielt wird, sondern wie es gespielt wird.


    natürlich muss dabei auch das Leistungsniveau der Mannschaft berücksichtigt werden..

  • Wenn man die vorgegebenen Spielfeldgrößen einhält, ist das überhaupt kein Problem.


    Das sehe ich anders. Die Erwachsenen decken zu viert 70m ab, aber der Vergleich mit der D-Jugend hinkt da doch gewaltig, weil das Laufvermögen doch in der D-Jugend in der Regel deutlich geringer ist. Mir ist zumindest in zwei Jahren D-Jugend keine Mannschaft begegnet, die mit einer Dreierkette vernünftig die Breite abgedeckt hat. Das führte immer, gewollt oder ungewollt, zu drei Innenverteidigern, vom Spielverhalten her. Die Breite des Spielfelds wurde meiner Erfahrung nach immer nur dann richtig ausgenutzt offensiv und abgedeckt defensiv, wenn es eine Viererreihe gab (wobei die auch im Mittelfeld sein kann, dann müssen aber die Außen halt richtig defensiv mitmachen).

  • fak


    hast du bei deinen Überlegungen berücksichtigt, dass man auch verschieben kann?


    In dieser Altersstufe doch sicherlich ein Thema.


    offensiv nutzen und defensiv abdecken. sollen die Verteidiger ständig die Linie rauf und runter rennen?


    warum eigendlich alle Räume abdecken, wenn der Gegner eh nur mit einem oder 2 Spieler nach vorne kommt?



    Für mich machen deine Überlegungen dann höchstens durchaus Sinn, wenn das Leistungniveau der Mannschaft und auch der zu spielenden Staffel, also Gegner auf entsprechend hohem Niveau ist.


    bei einem 3:3:2 kannst du mit jeweils einer einzigen Verschiebung fast die ganze Breite des Feldes nutzen.


    stürmt der Gegner, lässt ein Mittelfeldspieler sich fallen und du hast einer Viererkette.


    bei Ballverlust in der gegnerischen Hälfte, lässt sich ein Stürmer fallen und du hast im Mittelfeld eine 4er Kette


    usw.


    3:3:2 als Grundformation verbunden mit dem Dreieck in Ballnähe, war ich fast immer in Überzahl, egal wo auf dem Platz,
    und das ohne allzulange Laufwege.


    Ich habe in der D zwar auch schon Viererkette gesehen, aber nicht annähernd so, wie du dir sie vorstellst,
    da gingen Theorie und Praxis doch sehr weit auseinander.

  • Ich trainiere eine Mädchenmannschaft (1. Jahr C-Jgd.), die ihre ersten Gehversuche bei der Umstellung von 7'er auf 9'er unternimmt. Im D-Jgd. 7'er haben wir 2-3-1 gespielt, was gut und zufriedenstellend geklappt hat. Wir haben heute am 4. Spieltag das erste mal mit 9'er spielen können, an den ersten Spieltagen hatten die Gegner leider nicht genügend Spielerinnen (bzw. einer wollte nur zu siebt spielen, obwohl 15 Spielerinnen anwesend waren, ärgerlich).


    Ich stehe also unmittelbar unter den Nachwirkungen des ersten Spiels meiner Mannschaft im 9'er Spiel, vorbereitet wurde das lediglich durch eine kurze Ansprache vor dem Spiel (Hütchen aufs Spielfeld gelegt, ein 3-4-1 mit offensiven/defensiven Mittelfeldhütchen dargestellt und erläutert: stärkere Aufgabenteilung als im 7'er gewohnt, mehr Positionstreue, versucht -aber offenbar nur versucht- die Teamarbeit in der offensiven/defensiven Mittelfeldarbeit zu erläutern.


    Es war ein mühsames Unterfangen, offenbar war es sehr schwer für meine Neueinsteiger im 9'er System, insbesondere die Rolle im defensiven und offensiven Mittelfeld zu interpretieren. Da herrschte sehr viel Unsicherheit. Für mich steht fest (trotz 1:0 Sieg) beim nächstenmal das 3:3:2 auszuprobieren. Gerade bei der Eingewöhnungszeit an die neue Spielermenge auf dem Platz überzeugt mich das Argument, eine klarere Aufgabenzuweisung vornehmen zu können, wovon ich mir eine größere Sicherheit der Spieler auf dem Platz verspreche. Ich geh erst mal einen Schritt zurück zur Einfachheit und Klarheit.


    Nur zwei Verteidiger oder eine Viererkette würde ich nur mit taktisch gut geschulten Mannschaften mit hoher Qualität befürworten, da ein entsprechend gut ausgefeiltes Zusammenwirken der gesamten Mannschaft erforderlich ist, sonst hat man entweder hinten oder vorne große Lücken. Da sollte man gut hinterfragen ob die Ausbildung der Spieler schon dem gewollten System entspricht.

  • Gerade bei der Eingewöhnungszeit an die neue Spielermenge auf dem Platz überzeugt mich das Argument, eine klarere Aufgabenzuweisung vornehmen zu können, wovon ich mir eine größere Sicherheit der Spieler auf dem Platz verspreche. Ich geh erst mal einen Schritt zurück zur Einfachheit und Klarheit.


    Zusammenwirken der gesamten Mannschaft erforderlich ist, sonst hat man entweder hinten oder vorne große Lücken.

    Da sollte man gut hinterfragen ob die Ausbildung der Spieler schon dem gewollten System entspricht.

    Ganz unabhängig davon, für welches System man sich entscheidet, oder welches man favorisiert.


    Gerade bei Veränderung der Spielerzahl, Neuzusammenstellungen von Mannschaften, oder auch bis dato schlecht trainierte
    Mannschafen sollte obig Zitiertes voll in die Überlegungen mit eingeschlossen werden.


    je nach Ausbildung der Spieler lieber mal einen Schritt zurückgehen, anstatt Vorstellungen zu haben, zu denen den Spieler
    noch das Umsetzungsvermögen fehlt.

  • Die Erwachsenen decken zu viert 70m ab, aber der Vergleich mit der D-Jugend hinkt da doch gewaltig, weil das Laufvermögen doch in der D-Jugend in der Regel deutlich geringer ist.

    Wieso Erwachsene? Eine C-Jugend spielt auch auf ganzer Breite. Also ein älterer Jahrgang D-Jugend kann eine Breite von 50m nicht mit 3 Spielern abdecken, aber ein jüngerer Jahrgang C-Jugend kann das dann mit 4 Spieler auf 70m? Glaub ich nicht. Wie Günther schon schrieb, muss ja auch die gesamte Breite gar nicht abgedeckt werden, wenn das Verschieben und Verdichten zur Ballseite funktioniert. Wenn dann noch die offensiven Außen auf der ballabgewandten Seite mit nach hinten spielen und den frei werdenden Raum neben dem zur Mitte eingerückten Außenverteidiger zustellen, hat man mit der Breite wenig Problem, zumal in der D-Jugend noch recht selten lange Diagonalbälle in den Rücken der Kette gespielt werden.


    Zitat

    Mir ist zumindest in zwei Jahren D-Jugend keine Mannschaft begegnet, die mit einer Dreierkette vernünftig die Breite abgedeckt hat.

    Unsere D-Jugend spielt hier im Kreis in der höchsten Spielklasse, natürlich mit Dreierkette. Das machen auch alle anderen Mannschaften so, zumindest alle, die versuchen Fußball zu spielen. Nur die schwachen Teams in der Gruppe, die sich hauptsächlich auf das Verhindern von Toren beschränken, spielen mit 4er-Kette. Das halte ich auch für durchaus legitim, wenn man keine anderen Mittel besitzt. Letztlich ist es aber eher der Not geschuldet und behindert den Aufbau des eigenen Offensivspiels.

  • Ein sehr interessantes Thema, da ich damit seit letztem Jahr viel konfrontiert wurde.


    Der sehr progressive Trainer meiner Tochter hat da ein 2:4:2 eingeführt. Dazu muss ich sagen, dass er keine Taktik im Training macht, da er die gesamte Zeit der Entwicklung der Spieler widmet.


    Am Anfang hatte die Mannschaft große Probleme. Erst mit der Zeit haben die Spieler das System angenommen und mit Leben gefüllt.


    Wenn die Außen sehr viel Laufarbeit verrichten und im Tandem der zentralen Mittelfeldspieler immer einer als Absicherung fungiert, kann man mit diesem System fast überall Überzahl erzeugen und hervorragend Pressing spielen.


    Nach der Eingewöhnungsphase lief es besser und besser und die Mannschaft konnte sehr viele Siege gegen starke Gegner einfahren.


    Übrigens: das 1:2:1 System in der Halle funktioniert ganz ähnlich.

  • Am Anfang hatte die Mannschaft große Probleme. Erst mit der Zeit


    Wenn die Außen sehr viel Laufarbeit verrichten und im Tandem der zentralen Mittelfeldspieler immer einer als Absicherung fungiert,

    2 wichtige Faktoren, die eiendlich für jedes System Gültigkeit haben.


    Zeit für die Einführung


    und


    wenn, ich die passenden Spieler zum System habe


    ist das gegeben, kann man jedes System spielen. beides wird leider allzuoft nicht berücksichtigt.

  • Zeit für die Einführung

    absolute Zustimmung


    wenn, ich die passenden Spieler zum System habe


    ist das gegeben, kann man jedes System spielen. beides wird leider allzuoft nicht berücksichtigt.

    Vorsicht mit diesem Argument in der D-Jugend (das ist der Thread): Viele Trainer könnten Deinen 2. Faktor genau andersherum als Argument einsetzen (und tun es vermutlich): "Ich spiele nicht x,y,z, weil ich dazu nicht die Spieler habe."


    Nein, auch ich mache aus dem Dicken Paule nicht den begnadeten Außenspieler, der pausenlos rauf und runter marschiert - aber ein bisschen Ehrgeiz im Hinblick auf die Weiterentwicklung jedes einzelnen Spielers sollte schon da sein.