D Jugend Spiel mit zwei Verteidigern

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  • Vorsicht mit diesem Argument in der D-Jugend (das ist der Thread): Viele Trainer könnten Deinen 2. Faktor genau andersherum als Argument einsetzen (und tun es vermutlich): "Ich spiele nicht x,y,z, weil ich dazu nicht die Spieler habe."

    Mich


    ich versteh deinen Hinweis sehr wohl, lass den so, wie er gedacht ist auch stehen, weil ich auch durchaus da eine gewisse Gefahr
    drin sehe.



    Stefan schreibt nun aber:

    Wenn die Außen sehr viel Laufarbeit verrichten und im Tandem der zentralen Mittelfeldspieler immer einer als Absicherung fungiert, kann man mit diesem System fast überall Überzahl erzeugen und hervorragend Pressing spielen.

    und dann ist das für mich ein grundsätzliche Frage:


    wenn das von Stefan Beschriebene nicht gegeben ist, spiele ich dann trotzdem dieses System, weil es für mich als
    Trainer der absolute Favorit ist, da z.B. mein Lieblingsverein in der BL auch so spielt,


    oder entscheide ich mich dann nicht doch für ein System, das besser auf meine Spieler zugeschnitten ist.


    Da es ja nicht nur ein sondern mehrere gute Systeme gibt, wähle ich dann doch das zu diesen Jungs besser passende.


    Ich spiele doch das, was die Jungs können, und nicht das was sie weniger gut können, mir aber als Trainer als das Ideale
    vorschwebt.


  • Der sehr progressive Trainer meiner Tochter hat da ein 2:4:2 eingeführt. Dazu muss ich sagen, dass er keine Taktik im Training macht, da er die gesamte Zeit der Entwicklung der Spieler widmet.

    Meines Wissens sollen die Stützpunkte auch mit dieser Grundformation spielen. Ist für mich der richtige Vorläufer für das 4:4:2 später auf dem Großfeld. Mit den beiden Innenverteidigern bilden die beiden Außenspieler so schon automatisch eine Sichel, die wir später auch sehen wollen. Sie bekommen die gesamte Außenschiene freigemacht, so dass sie marschieren können. Die Grundlagen für die Bereitschaft zum Rückweg sollte man dann aber schon in F und E gelegt haben: Gemeinsam angreifen, gemeinsam verteidigen.
    Das Einrücken des D-Jugend-Feldes in der Breite habe ich bislang erst einmal gesehen... Ist zwar eine Empfehlung - aber kaum jemand beachtet sie.

  • oder entscheide ich mich dann nicht doch für ein System, das besser auf meine Spieler zugeschnitten ist.

    Erstmal ja, aber nicht grundsätzlich.
    Wenn ich z.B. ein 3:3:2 vorfinde, mittelfristig (hier kommt Dein Zeitaspekt voll zum Tragen) aber auch die Befähigung zum 2:4:2 anstrebe, trainiere und coache ich entsprechend, unterstütze z.B. aktiv die entsprechenden Vorstöße meiner Außenverteidiger (auch in Rotation), nehme auch mal Gegentore hin ohne Schuldzuweisung ("Dann musst Du natürlich auch wieder zurück"), biete ball- und laufintensives Training für die fußballspezifische Kondition an und achte auf balltechnisches Selbstbewusstsein. Alles Grundlagen eigentlich, die wenig mit dem konkreten System zu tun haben, aber trotzdem dezidiert in der Trainingsplanung und -gestaltung berücksichtigt sowie bei den Spielen konsequent eingehalten werden müssen. Und da - so meine "Unterstellung", würde der ein oder andere Trainer die Nagelprobe nicht bestehen, der sagt "Dafür habe ich nicht die Spieler".


    Ein bisschen zur Erklärung:
    Das Thema liegt mir aktuell wieder besonders am Herzen, weil ich mich gerade wieder an einer Fußballerin abarbeite, die noch in der C-Jugend konsequent in der eigenen Hälfte bleiben musste. Ich sage eben nicht: "Das ist nicht die Spielerin für die Aufgaben x,y,z", sondern "Das ist im Moment sicher nicht die Spielerin für die Aufgaben x,y,z, aber wir schauen mal, was wir in einem Jahr da so hinkriegen in mentaler, technischer und läuferischer Hinsicht."


    Ich bin sicher, dass wir das Thema absolut ähnlich sehen, ich weise nur auf die Gefahr der Umkehrargumentation hin. Ist ein bisschen so wie bei Deinen Diskussionen mit @Uwe und Andre zu Thema "Pragmatismus im Umgang mit der KIFU-Lehre".

  • Bei uns und in den benachbarten Verbänden wird das "Einrücken" des Spielfelds eigentlich immer gemacht. Auf manchen Kunstrasen gibt es dafür sogar schon Linien.


    Ansonsten kann ich Falkao nur zustimmen. Die Sichelformation bildet sich ganz automatisch. Die Spieler müssen viel einrücken und kommunizieren.

  • Meines Wissens sollen die Stützpunkte auch mit dieser Grundformation spielen.

    Hm, beim FVN-Turnier in diesem Sommer war das definitiv nicht der Fall. Da wurde eindeutig mit 3er-Kette gespielt. Kann aber sein, dass das andere Landesverbände anders machen. Beim jüngeren Jahrgang C-Jugend wurde unserem Team allerdings verboten 3-5-2 zu spielen. Wir musste auf 4-4-2 umstellen, weil die Dreierkette im 3-5-2 kaum offensive Aufgaben hat und man auch Offensivaktionen von den Außenverteidigern sehen wollte.


    Nochmal zurück zum 2-4-2. Das System kann ich mir wiederum sehr gut vorstellen. Es ist ja häufig so, dass man seine stärksten Spieler in der Zentrale hat. Bei uns war es oft eine Raute, also ein IV, die beiden zentralen Mittelfeldspieler und der zentrale Angreifer, die gesetzt waren. "Der Rest" spielte drumherum, in der Regel auch auf wechselnden Positionen. Insofern gibt es beim 2-4-2 gute Möglichkeiten die hohe Laufarbeit der beiden Außen durch regelmäßige Wechsel, sprich Verteilung auf mehrere Spieler, aufzufangen.


    Das Einrücken des D-Jugend-Feldes in der Breite habe ich bislang erst einmal gesehen... Ist zwar eine Empfehlung - aber kaum jemand beachtet sie.

    Darum kämpfen wir seit Jahren und haben uns häufig beim Gegner unbeliebt gemacht, weil wir darauf bestanden haben. Inzwischen hat es sich aber zumindest bei uns im Kreis weitestgehend durchgesetzt.

    Zitat

    "Dafür habe ich nicht die Spieler".

    Ich denke, es macht schon Sinn sein Spielsystem auch auf seine Spieler abzustimmen. Dabei muss ein System nicht in Stein gemeisselt sein. Auch die Tagesform einzelner Spieler kann dabei durchaus eine Rolle spielen. An manchen Tage funktioniert bei uns 4-2-3-1 besser, an anderen ein 4-4-2. Da kann es auch schon mal Sinn machen, in der Halbzeit umzustellen.

  • TW


    Abwehr rechts Mitte links


    Doppel 6 Doppel 6


    Rechts Außen links Außen


    Stürmer



    hatte ich aufgemalt aber zieht leider alles nach links wenn jemand weiss wie ich das ändern kann bitte PN mach ich dann nochmals:-) sieht ja doof so aus:-)

  • Dazu werden gerne mal Bindestriche benutzt, also etwa in der Art:


    --------------TW
    RAV------IV-------IV--------LAV
    ------------6-------6
    RA---------------------------LA
    -----------------ST


    Da fehlt aber dann ein Spieler... Oder meintest du zwei Stürmer?

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • lach :-) nee sind doch 9er Feld kein 10 er:-)


    ------------------------------------------TW------------------------------------------


    Abwehr rechts-----------------Abwehr Mitte ------------------Abwehr links


    --------------------Doppel 6--------------------------Doppel 6-------------------


    rechts Außen--------------------------------------------------------links Außen


    ----------------------------------------Stürmer---------------------------------------

  • Ach so, D9, stimmt, na, dann passt es ja. Ich hatte deine Abwehrreiche falsch verstanden und gedacht, du hättest zwei Innenverteidiger. So hast du jetzt das, ich bin versucht zu sagen "klassische" 3:2:3 dargestellt.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Intelligenter ist das 2-4-2 schon gegenüber dem 3-3-2, genauso wie in der Halle das 1-2-1 statt dem 2-2. Wenn das System mit Leben gefüllt wird, wird man gegen die 'einfacher' spielenden Mannschaften häufig Überzahl erzeugen und überlegen sein. Aber da wir bei den Mädels mehr 7'er als 9'er Spiele haben, erscheint es mir dennoch sinnvoller zu sein, das dem 2-3-1 ähnliche 3-3-2 zu spielen. Bei den paar Spielen kann man nicht wirklich taktisch was umsetzen. Aber in der Halle werde ich es mal mit dem 1-2-1 versuchen, mit ein bisschen Taktik fängt der richtige Fußball doch an.

  • Intelligenter ist das 2-4-2 schon gegenüber dem 3-3-2, genauso wie in der Halle das 1-2-1 statt dem 2-2. Wenn das System mit Leben gefüllt wird, wird man gegen die 'einfacher' spielenden Mannschaften häufig Überzahl erzeugen und überlegen sein. Aber da wir bei den Mädels mehr 7'er als 9'er Spiele haben, erscheint es mir dennoch sinnvoller zu sein, das dem 2-3-1 ähnliche 3-3-2 zu spielen. Bei den paar Spielen kann man nicht wirklich taktisch was umsetzen. Aber in der Halle werde ich es mal mit dem 1-2-1 versuchen, mit ein bisschen Taktik fängt der richtige Fußball doch an.



    Die Sache, dass 1-2-1 in der Halle besser ist, finde ich sehr diskutabel.


    In meinen Augen ist das 1-2-1 nur in dem Punkt dem 2-2 überlegen, wenn man defensiv spielt und auf Umschaltspiel setzt. Man alsi in der eigenen Hälfte lauert, den Gegner kommen lässt und dann bei Ballgewinn schnell nach vorne spielt. Es ist gegen das 1-2-1 (wenn der gener das tief, also in der eigen Hälfte spielt) wirklich schwer sich Räume zu schaffen und Torchancen zu kreieren.


    DEn geordneten Spielaufbau kann der Gegner einfacher unterbinden. Einfach durch die geringe Breite in der Halle.
    Da reicht ja schon fast ein, maximal 2 Spieler, um bei geschickter ballorientierter Spielweise die drei defensiveren (also alle bis auf den Stürmer) aus dem Spiel zu nehmen. Da können diese die Linie rauf und runter rennen, wie sie wollen. Man kann diese drei einfach nicht in der Breite so weit auseinander stellen, dass der Gegner 3 SPieler braucht, um zu verhindern, dass sie überspielt werden. Und selbst dann, sind immer noch 2 SPieler sahinter, die (neben dem verteiidigen des Stürmers) in dem "Raum" stehen, in den die beiden AUßen gerne laufen wollen.
    Davon ab, stört der zentrale ABwehrmann die Aktivität des torwarts im Spielaufbau. Wenn er zentral vor "dessen Nase" steht, nimmt er dem Torwart jede Anspielstation. (Also müsste der Abwehrmann (und der Torwart) das SPiel selbst breit machen. Dann hätte man aber eher ein 2-2-1 im Spielaufbau )



    Ich bin aber ein Verfechter eines offensiveren Spiels und das hat das 2-2 viele Vorteile.


    Man kann im geordneten Spielaufbau (also Torabstoß) das Spielfeld breit und groß machen. Dazu stehen die beiden Defensiven an der eigenen "Eckfahne" und die Stürmer beide zentral im gegnerischen Strafraum. (Schon kklar, dass es die Mittellinienregel gibt, der Torwart die beiden Stürmer also erstmal nicht direkt anspielen kann).


    Diese Positionierung erlaubt vielfältige Möglichkeiten das Angriffsspiel zu gestalten. (auch je nachdem, wie der Gegner das verteidigt)
    Und auch der Torwart kann auf direktem Weg alle Räume und Mitspieler anspielen, kein Mitspieler steht im Passschatten eines Mitspielers.)


    Deckt er alle Feldspieler sehr mannorientiert, so ergibt sich ein riesiger Raum (fast das ganze Spielfeld) zwischen Abwehrspieler und Stürmer.
    Im Optimalfall schafft es der Torwart, einen in diesem Raum stratendem Abwehrspieler den Ball in den Lauf zu spielen/rollen/werfen. Möglichtst natürlich in der Mitte. Das hat dann eine 3:2 Angriffssituatin zur Folge, die man gut und relativ leicht zu einer großen Torchance ausspielen kann. (die Stürmer lassen sich fallen und gehen nach außen.)
    Alternativ kann man die 3:2 Sitaution auch so erzielen, dass ein Stürmer entgegen kommt und sich in der eigen Hälfte (Höhe Mittellinie) anspielen lässt. EIn Abwehrspieler startet gleichzeitig nach vorne und kann vom Stürmer direkt oder nach Verarbeitung angespielt werden.
    (Hat der Torwart den Ball am Fuß - z.B., weil der Stürmer den Ball zu diesem zurückgespielt hat) und kann über die Mittelinie spielen, so wird dieser Spielzug noch leichter, weil sich der STürmer viel weiter vorne anspielen lassen kann, und so viel mehr Raum vorhanden ist, in den er den Ball zum nach vorne startenden ABwehrspieler klatschen lassen kann.



    Irgendwann - da das in den ganzen Facetten manorientiert einfach nicht zu verteidigen ist - zieht der Gegner seine beiden Stürmer dann ein wenig zurück, steht enger beisammen und verschiebt so ballorientiert, dass das ANspiel nach vorne schwer wird.
    Allerdings kann man dann völlig gefahrlos, die beiden Abwehrspieler anrollen. Diese können dann (mit Anlauf, also im Tempo) den gegnerischen Stürmer anlaufen und veruschen im 1gg1 zu bestehen. (er ist weiterhin wichtig, dass die STürmer weit vorne bleiben, damit deren gegenspieler nicht zu dicht an "diesem" Zweikampf steht und den Ball ggffs "erben" kann.



    Ziel ist es fast immer, eine 3:2 Situation herzustellen. Im besten Fall mit Ball in der Mitte. Im Gegensatz zur 4:3 Situation ist eine 3:2 Situation wesentlichst leichter erfolgreich auszuspielen.
    Dabei gibt es zahlreiche verschiedene Wege (Lauffinten, 1gg1, etc.) um diese Situation zu erlangen.


    Auch hier müssen - analog zum 1-2-1 vor allem die beiden Abwehrspieler (also immer einer von ihnen, der andere sichert ab, indem er zur Mitte schiebt) sehr viel laufen und das in hohem Tempo.



    Verteidigt der Gegner im tiefen 1-2-1 so ist das natürlich auch alles nicht so (einfach) möglich. Hier unterscheidet es sich dann eher weniger zu einem eigenen 1-2-1 System.


    Aber gg alle 2:2 Systeme, egal, wie der Gegner diese nun spielt (mannorientiert, tief, hoch, etc.) hat es enorme Vorteile im Offensivspiel. Es ist außerdem längst nicht so statisch, wie das 1-2-1. Die beiden ABwehrspieler können vom Ausgangspunkt der eigenen Ecke alle Räume offensiv anlaufen und dabei den zugespielen Ball in Spielrichtung verarbeiten.
    Die beiden Stürmer starten beiden aus einer zentralen Position im gegnerischen Strafraum. Sie bewegen sich zu beiden Seite, also rechts und links, genauso wie sie bis in die eigene Hälfte hinein agieren. (im Angriffsspiel.) Es kommt oft vor, dass dein Abwehrspieler - mit oder ohne Ball - den eigen Stürmer überläuft.


    Bei dieser Spielart macht Abwehrspieler den meisten viel mehr Spaß, als die Stürmerrolle. Außerdem ist es nicht selten bei mir so, dass die Abwehrspieler so mehr Tore erzielen, als die Stürmer. DIe besseren Fussballer eigenen sich dabei besser für die Abwehrpositionen.
    Man hat hinten einfach unfassbar viele Ballkontakte, weil ds Spiel meißt über diese beiden plus Torwart aufgebaut wird und trotzdem sehr viele Aktionen auch vor dem gegnerischen Tor bzw. weit in der gegnerischen Hälfte.



    Ich hoffe, ich konnte es halbwegs nachvollziehbar erklären, wie das aussieht. Dabei gibt es viele Facetten Möglichkeiten die Vorteile dieser Grundordnung auszuspielen, die ich längst nicht alle darlegen konnte, bzw. kann.




    Da jetzt die Hallensaison ansteht, wollte ich diesen off-topic-geratenen Beitag dennoch einstellen. Ich finde gerade in der Hallensaion können die Kinder im Individual- und Gruppentaktischen Bereich im 2:2 so viel in einer Saison erlernen. Einfach, weil es permanent zu 1gg1, 1.2, 2gg1, 2gg2, 3gg2 oder 2gg3 Situationen kommt.
    Schon allein das ist Grund genug für mich, das 2-2 System zu spielen und eben nicht das 1-2-1.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Um nochmal auf die D9-Systeme zurück zu kommen, finde ich interessant, wie viele Alternativen es da mittlerweile gibt. So hat der DFB in ft 08/2011 die Aufstellungen 3:2:3 und 3:3:2 angeboten, hier findet sich auch eine Online-Variante des damaligen Artikels.


    Als dann das D9 in Bayern eingeführt wurde, hat die Münchner Fußballschule (MFS) vorbereitend ein paar Videos veröffentlicht, in denen in der Defensive zu einem 4:4 (mit zwei Viererketten) geraten wurde, in zwei weiteren Videos (Nr. 1 und Nr. 2) wurde der Spielaufbau thematisiert, in dem die AV hoch und die IV breit, d.h. beiderseits des Strafraums stehen sollten.


    Gleichzeitig wurde an anderer Stelle das 4:3:1 vorgeschlagen, bei dem die AV in der Offensive stets mit angreifen sollten, während die Mittelfeldaußen eher die Halbräume besetzen und sich im Spielaufbau gemeinsam mit dem ZM pendelnd im Zentrum anbieten sollten. Ich meine, damals auch davon gelesen zu haben, dass ein NLZ in diesem System spielte, irgendwie geistert mir da der VfB Stuttgart im Kopf herum, da kann ich mich aber auch täuschen.


    Tja, und inzwischen propagiert dir Spvgg. Unterhaching auf ihrer D9-DVD und auch die MFS (hier zu sehen) das 2:4:2.


    Ich selbst bin da etwas unschlüssig. Außerdem muss ich dazu sagen, dass guenter und einige andere hier natürlich Recht haben, wenn sie darauf hinweisen, dass man in der D-Jugend noch keine ausgefeilte Mannschaftstaktik erwarten darf und das auch nicht das Thema sein sollte. Dennoch befindet man sich, so meine Meinung, in der D-Jugend schon im Übergang zum größeren Spiel, die Aufgabenteilung nimmt, wie hier bereits gesagt wurde, zu, und man hat ja schon das Ziel im Sinn, in der B- und A-Jugend dann tatsächlich auch sinnvoll im Mannschaftsverband agieren zu können und ballorientiert zu spielen. In der D-Jugend sind zumindest die spielstärkeren Mannschaften auch durchaus in der Lage dazu, Überzahlsituationen gezielt herbei zu führen und auszuspielen, auch schnelle Spielverlagerungen und Schnittstellenpässe werden bewusst eingesetzt, so dass es zumindest in höheren Spielklassen meiner Meinung nach schon sinnvoll ist, wenn man seine Spieler auch mittels der Grundordnung dabei unterstützt, dass sie gemeinsam verteidigen können. Und gleichzeitig strebt man ein System an, das der Mannschaft eine möglichst flexible Offensive ermöglicht.


    Ich favorisiere dabei immer noch das 4:3:1, bei dem sich beide AV bei Ballbesitz unbedingt in die Offensive einschalten sollten, um mit den MA auf den Halbpositionen zu kombinieren. In der Defensive würde ich eine kompakte Ordnung anstreben, bei der sich ja ein Keil ergibt, der den Gegner eigentlich nach außen leiten müsste -- dabei kann der Stürmer zusätzlich noch die Richtung beeinflussen, in die der Gegner sein Spiel aufbaut. Ich bevorzuge die Viererkette gegenüber drei Abwehrspielern, weil ich es für die AV für leichter halte, wenn sie einfach beide jeden Angriff mitgehen dürfen -- bei drei Abwehrspielern sollte ja einer mit gehen, weil man sonst vorne in Unterzahl ist, aber zwei sollen typischerweise zur Absicherung zurück bleiben. Ich habe es auch oft erlebt, dass tatsächlich die drei Abwehrspieler wie zwei Vorstopper und ein Libero dahinter gespielt haben -- gerade Teams mit einem einzelnen überragenden Spieler als Ausputzer haben das gemacht: die beiden anderen Spieler haben den gegnerischen Angriff gebremst und ein 1:1 provoziert, das zwar häufig der Angreifer gewann, der aber dann den Ball sogleich an den "Libero" verlor.


    Ähnlich wie Sir Alex bevorzuge ich Grundaufstellungen, in denen im Angriff kein Spieler, der sich an der Offensive beteiligt, durch vor ihm stehende Mitspieler blockiert wird. Das finde ich am 3:3:2 und sogar auch am 3:2:3 suboptimal, da stehen den AV die MA bzw. die Außenstürmer mehr oder weniger im Weg. Und da gefällt mir das 4:3:1 besser, wobei man halt darauf achten muss, dass zumindest im Spielaufbau die MA nicht zu weit nach außen gehen, sonst blockieren auch sie die AV. In der Defensive müssen die MA auch schnell nach innen einrücken, sonst sieht sich der Spieler im ZM oft einer Überzahl gegenüber und wird leicht mit einem Doppelpass ausgespielt.


    Am 2:4:2 stören mich hingegen zwei Dinge:

    • Die Außen müssen extrem viel rennen.
    • In der Mitte ist mir die Vertikale zu sehr zugebaut.


    Positiv ist andererseits, dass es zwei Stürmer gibt, obwohl ich andererseits nicht so sicher bin, ob es für D-Junioren nicht einfacher ist, das taktische Verhalten als Stürmer zunächst alleine zu erlernen und erst später einen zweiten hinzu zu nehmen...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Sag halt so bei dem System wo ich schrieb, Abwehr ist klar, rechts aussen, links aussen hinten breit machen anbieten, dann hab ich den Mittelfeldmann rechts oder links Aussen egal auf welcher Seite und die Doppel sechs zum anspielen. Doppelsechs kann Gassenpass auf den Stürmer spielen, einfach nur den Mittelfeldaussen schicken und in der Mitte nachrücken, oder wenn der Mittelfeld Aussen rein zieht nach Aussen hinterlaufen....dazu ganz wichtig ein Seitenwechsel von der Doppelsechs einleiten etc. hast halt viel Möglichkeiten offensiv und defensiv hast Deine Abwehr und machst dazu das Zentrum zu...so überflogen kurz sorry muss wieder raus:-)

  • frank1973, man kann beliebig in die Details gehen, irgendwann fängt man dann an, Situationen zu konstruieren und ist da so tief drin, dass es keinem mehr hilft. Es ging zumindest mir in meinem Beitrag überhaupt nicht darum, irgendwen davon zu überzeugen, dass er Unsinn macht. Und es ist sicher auch so, dass jeder Trainer für seine Mannschaft sehen muss, was sie kann und was ihr liegt. In meinen theoretischen Überlegungen gehe ich ja auch nicht von bestimmten Spielern oder Mannschaften aus, sondern, wenn man so will, von Robotern oder Klonen, alle Spieler gleich oder zumindest alle Innenverteidiger gleich.


    Wenn es dir um den Spielaufbau geht: klar, den kann man im 3:2:3 auch machen, von oben sieht das dann eigentlich dem Spielaufbau im 4:3:1 auch sehr ähnlich. Nur gehen beim 3:2:3 die äußeren Verteidiger (sind sie Außenverteidiger?) neben den Strafraum, im 4:3:1 hingegen die Innenverteidiger, im 3:2:3 bieten sich zentral die Doppelsechs und der IV an, im 4:3:1 die Sechs und die beiden MA -- und damit das funktioniert, müssen die Spieler sich in beiden Systemen bewegen und flexibel pendeln -- denn in diesen Bereich kommt entweder direkt das Abspiel des Torwarts oder die Eröffnung geht nach außen und von dort dann vermutlich ins Zentrum, nur, wenn der Gegner da massiert steht und die Außenbahn frei lässt, wird der Pass die Linie entlang erfolgen. Immer davon ausgehend, dass kein weiter Abschlag erfolgt. Und ungefähr da, wo beim 3:2:3 die Außenstürmer stehen, befinden sich im 4:3:1 die AV. Von oben kaum ein Unterschied erkennbar, zumindest solange der Torwart den Ball hat.


    Über den Spielaufbau im 2:4:2 habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.. Ich denke, da gehen die IV auch breit, im Zentrum dürften sich wohl die zwei ZM anbieten, die MA dürften sich in der Nähe des Schnittpunkts von Mittel- und Seitenlinie aufhalten. Dann kann sich entweder ein Stürmer quasi als Zehner fallen lassen, um eine weitere Anspielstation im Zentrum zu bilden, oder sie machen das sogar im Wechsel -- das wäre aber schon ganz hohe Schule, denke ich, denn da müssten sich ja vier Spieler koordinieren, und in der D-Jugend ist die gute Koordination von zwei Spielern schon noch eine gewisse Herausforderung..

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • tobn so war das nicht gemeint, sag nur warum und wie ich das genannte spielen darf, damit sich jeder seine Gedanken machen kann. Gibt natürlich viele verschiedene Sachen, aber so kann doch gern jeder hier schreiben was für ein System er spielen lässt und wie er das auslegt und was er den Spielern weiter gibt. Dann kann sich jeder seine Gedanken dazu machen, ob es auch ihm was bringen könnte, oder er es mal testen möchte. Ich würde so etwas gern lesen bei 9er Feld, verschiedene Systeme, wer das wie spielen lässt und welche Aufgabe wer bekommt, sind ja auch zum lernen - testen hier:-)


    Für mich persönlich ist es so, daß ich eine sehr gute Offensive, weniger gute Defensive habe. Daher auch die Doppelsechs, weche das Zentrum mit zu macht. Spieler mit spritzigen, bissigen Eigenschaften, zweikampfstark und mit Spielübersicht, dazu kräftig, daß Sie auch mal auf 9er Feld das Spiel seitlich verlagern können. Dazu kein schlechtes umschalten von offensive auf defensive und defensive auf offensive. Dazu Spiel breit machen und hinterlaufen. Denke vom System ist es einfach erklärt, Abwehr aussen breit machen anbieten offensiv, defensiv verteidigen, Außenbahn anibieten , der in der Mitte Spielaufbau, defensiv Stellungsspiel und die Defensive organisieren, Doppelsechs einer geht, der andere sicher ab, dazu Spiel breit machen auf Mittelfeldaussen und mit gehen, während der andere absichert, oder wenn der Mittelfeldaussen rein zieht hinterlaufen und auf Flügel anbieten. Dazu Seitenwechsel - schnelles verlagern bei Balleroberung, da doch viel zum Ball gehen und sich fast alles dann in der D auf einer Seite abspielt. Dazu Gassenpass auf Stürmer, Sürmer lässt sich auf 10 in gewissen Situationen fallen, Mittelfeldaussen kann dann Ball von Stürmer bekommen und macht breit oder von Doppelsechs und macht breit oder Zug zum Tor der Mittelfeldaussen wenn Platz ist...bei Durchlaufen auf Grundlinie, Ablage nach hinten auf Stürmer oder nachrückende 6. Das sind mal die Gedanken, hast DU eine gewisse Spielphilosophie, taktisch die Aufgaben leicht erklärbar für jeden Spieler mit Taktik und doch nicht zu viel Taktik.


    Dazu hast eine gute "Dreiecksbildung".


    Dann wie Du sagtest, kann sich entweder ein Stürmer quasi als Zehner fallen lassen, um eine weitere Anspielstation im Zentrum zu bilden, und sie machen das sogar im Wechsel, bezw. im Wechsel mit Stürmer, Linksausen und Rechtsaussen - Positionswechsel. Das mach ich meistens aber erst in HZ zwei bei engen Spielen das sich der Gegner in der HZ nicht mehr darauf einstellen kann. Wie gesagt bin halt offensiv eingestellt und der Meinung wenn wir am Drücker sind ist schon unsere Defensive entlastet. Jetzt sind wir wieder beim "Brülltrainer" wie Du sagst das musst Du anfangs halt von der Linie alles sprachlich unsterstützen und koordinieren bis es irgendwann mal sitzt.

  • tobn


    Spieleröffnung beim 2:4:2. Die Verteidiger stehen in der Tat breit und einer der ZM kommt in der Mitte entgegen. Bleibt er frei, nimmt er den Ball und spielt dann weiter. Wird er bedrängt, lässt er auf den Torwart klatschen. und dieser spielt.

  • Spieleröffnung beim 2:4:2. Die Verteidiger stehen in der Tat breit und einer der ZM kommt in der Mitte entgegen. Bleibt er frei, nimmt er den Ball und spielt dann weiter. Wird er bedrängt, lässt er auf den Torwart klatschen. und dieser spielt.


    Wenn immer auf den Sechser gespielt wird, wozu stehen die Verteidiger dann breit? Dann könnte doch der Gegner, sobald er das spitz kriegt, seine beide Stürmer den Sechser doppeln lassen, sobald er angespielt wird, oder einer greift den Sechser an und der andere macht den Rückpass zum Torwart zu und doppelt von hinten -- damit kann der Sechser auch nicht zum Torwart zurück klatschen lassen, und wenn er es doch schafft, dann jagt ein Stürmer aber holla die Waldfee dem Ball hinterher und es kann gut sein, dass der Torhüter dann das Nachsehen hat. Der Ballverlust in zentraler Position direkt außerhalb des Strafraums dürfte so ziemlich den Spieleröffnungs-GAU darstellen.. Deshalb meine ich, darf sich nicht nur einer der ZM-Spieler in der Zentrale anbieten, sondern da müssen noch zwei andere mit machen, die sich gegenseitig Lücken schaffen, indem sie sich sowohl in der Tiefe als auch in der Breite bewegen. Als weitere Alternativen stehen die Verteidiger neben dem Strafraum und wohl auch die weiter höher an den Außenlinien postierten Spieler zur Verfügung, erstere können zum Torhüter klatschen lassen, letztere sind durch die Verteidiger und hoffentlich einen Mittelfeldspieler, die nach ihrem eventuellen Ballverlust den Weg des Angreifers zum Tor zu machen können, abgesichert.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Hm, die Frage ist doch wer spielt bei D9er Feld mit 2 Stürmern und noch dazu so offensiv das beide Stürmer gleich vorne drauf gehen? Wenn Du mit Doppelsechs spielst ist das doch eine Möglichkeit der Spieleröffnung mit einer der beiden 6en. Und wenn beide Stürmer drauf gehen auf die 6 und doppeln ja und weiter? Hast ja wenn Du mit 3 hinten spielst noch den Abwehrmann in der Mitte und dazu den rechts und links aussen der das Spiel breit macht. Also selbst wenn beide Stürmer drauf gehen auf den mittleren Abwehrmann ist eine Doppelsechs frei oder wenn sie auf eine Doppelsechs gehen die andere Doppelsechs im Zentrum und der mittlere Abwehrmann. Hast doch Variationen und wenn dieses Zentrum zugemacht wird, dann hab ich meine Breite - links oder rechts Außen zur Spieleröffnung bin doch dann variabel und der Gegner muss ertsmals so fit sein daß die schon vorne komplett verschieben und drauf pressen, das sich bei einem Abwehrmann in der Mitte, 2 Doppelsechsen und einem Links und Rechtsverteidiger die das breit machen, keine Anspielsituation ergibt. Also wie gesagt hatten bisher 2 ordentliche Gegner und trotzdem 4-0 und 1-0 gewonnen, Spielaufbau war gut, und defensive standen wir sehr gut, da Zentrum zu ist, noch dazu die Aussenbahnen. Wenn Du dann schnelles Umschaltspiel noch dazu hast kommt eh nicht viel auf Dein Tor und dann musst halt schnell im Umschalten sein und unsere Abwehr ist nicht die Beste. Und wenn die 6en schon die Bälle vor dem Abwehrriegel abfangen und gleich den Gassenpass zum Stürmer spielen, oder das Spiel breit machen, oder mal gleich eine Seitenverlagerung ist das für mich der Beste Spielaufbau den Du in ner D-Jugend 9er Feld machen kannst meiner bisherigen Erfahrung nach bis heute zumindest. Lass mir aber auch gerne bessere Varianten - Ideen vorschlagen:-)

  • Hm, die Frage ist doch wer spielt bei D9er Feld mit 2 Stürmern und noch dazu so offensiv das beide Stürmer gleich vorne drauf gehen?


    Ich. Mindestens mit 2. Weil bei mir in dieser Alterstufe Tor schiessen vor Torverhinderung stand, ich ein klein wenig vom Offensivfussball verstehe und das auch weitergeben konnte. Hab so auch deutlich mehr Spiele gewonnen als unmgekehrt, auch als jüngerer Jahrgang gegen älteren Jahrgang.


    Ich halte aber auch nichts von der 1 -Stürmer Philosophie im Jugendfussball.


  • Wenn immer auf den Sechser gespielt wird, wozu stehen die Verteidiger dann breit? Dann könnte doch der Gegner, sobald er das spitz kriegt, seine beide Stürmer den Sechser doppeln lassen, sobald er angespielt wird, oder einer greift den Sechser an und der andere macht den Rückpass zum Torwart zu und doppelt von hinten -- damit kann der Sechser auch nicht zum Torwart zurück klatschen lassen, und wenn er es doch schafft, dann jagt ein Stürmer aber holla die Waldfee dem Ball hinterher und es kann gut sein, dass der Torhüter dann das Nachsehen hat. Der Ballverlust in zentraler Position direkt außerhalb des Strafraums dürfte so ziemlich den Spieleröffnungs-GAU darstellen.. Deshalb meine ich, darf sich nicht nur einer der ZM-Spieler in der Zentrale anbieten, sondern da müssen noch zwei andere mit machen, die sich gegenseitig Lücken schaffen, indem sie sich sowohl in der Tiefe als auch in der Breite bewegen. Als weitere Alternativen stehen die Verteidiger neben dem Strafraum und wohl auch die weiter höher an den Außenlinien postierten Spieler zur Verfügung, erstere können zum Torhüter klatschen lassen, letztere sind durch die Verteidiger und hoffentlich einen Mittelfeldspieler, die nach ihrem eventuellen Ballverlust den Weg des Angreifers zum Tor zu machen können, abgesichert.



    Das sehe ich, wie tobn.


    Dazu kommt noch, dass ich auch aus weiteren Gründen eine so eindimensionale Spieleröffnung diskutabel finde.


    1) Eigentlich bekommen nur die zentralen Mittelfeldspieler die "schweirige" Aufgabe das Spiel zu eröffnen. Also sich aktiv vom Gegenspieler lösen und wohlmöglich gegen den Gegner(-druck) sich zu behaupten.
    Alle anderen greifen quasi nur in solche Offensivaktionen ein, wo sie "frei" sind, weil der Gegner den Ball aatakiert bzw. der zentrale ein 1gg1 gewonnen hat und so Überzahl ensteht.


    Irgendwann komt aber die Zeit (und/oder der Gegner) der im Zentrum einen besseren Spieler hat. Dann hat deine Mannschaft keinen Akteur mehr auf dem Feld, der in der Lage ist 1gg1 Situationen zu gewinnen bzw. keine Möglichkeit mehr offensive Szenen zu kreieren. Es gibt ja weder Plan B, noch andere Spieler mit 1gg1-Fähigkeiten.



    Ich will aber alle Spieler ausbilden. Alle sollen sich in ein 1gg1 trauen oder den Ball gegen hohen Gegnerdruck verarbeiten können. (Auch wenn es hier immer Unterschiede geben wird).
    Aber wer nie in solche Situationen kommt (gelassen wird) und seine Erfahrungen macht, wird es schwer lernen und erst Recht kein "gutes Gefühl" in solch einer SItuation haben. Ds werdemn meist SPieler, die sich (zu) viel verstecken, wenn es nicht gegen schlechtere Gegner geht.



    2) Verliert der zentrale Mann den Ball, oder der Ball ist nicht optimal gespielt, ensteht immer eine riesen Chance für den Gegner, der ja völlig frei auf den Torwart zuläuft. Im besten Fall sogar 3gg0 (da die Stürmer auch schnell einrücken, wenn der zentrale Mittelfeldmann den Ball erobert hat.)





    2) Ich weiß gar nicht, wie viele Tore meine Teams aus dem Torabstoß des Gegners erzielt hat. Egal, ob Halle, 7er, 8er oder 9er-Feld.
    Einfach, weil der Gegner genauso das Spiel eröffnet hat, wie du es beschreibst.
    Der Mittelfeldspieler kommt entgegen, wird dann angespielt. - Wahrscheinlich hat er in diesem Moment nicht einmal eine offene Spielstellung, d.h. er steht mit dem Rücken zum Geschehen und seiht gar nicht, was passiert. Das, und die Tatsache der stringenten, gewohnten und "automatischen" Handlung des direkten Klatschens auf den Torwart machen es für mitdenkende Gegner sehr leicht Tore zu erzielen.
    So, wie tobn das geschildert hat.
    Die beiden Stürmer (oder auch nur einer) steht ein bißchen mittig, also nicht beim breit aufgestellten IV. Gerade so weit weg, dass er diesen noch gut anlaufen könnte, sollte der Torwart zu diesem spielen. VOn Abstoß zu Abstoß, an dem der Torwart trotzdem nicht den IV anspielt, rückt der Stürmer mehr ins Zentrum. "frei nach dem Motto, die beiden Ivs sollen gar icht angespielt werden, egal, wie frei."
    Sobald der Pass auf den zentralen gespielt wird, läuft der Stürmer Richtung Torwart. Durch das automatisierte direkte Abspiel zurück zum Torwart als einzige Handlungsoption (zumindest, wenn der zentrale Gegnerdruck hat, den hat er bei mir immer) schießen wir so Tor um Tor.
    Teilweise mehrfach in einem Spiel. Da sieht man dann, wie eindimensional und auf wenige Spieler ausgerichtet das Spielkonzept des Gegners ist.



    Und dann wird über den Torwart gemeckert, weil er einen schweren Ball (am besten hüfthoch) vom Mitspieler unter großem Druck vom gegnerischen Stürmer nicht optimal verarbeitet und es ein Gegentor gibt. Hab ich so oft erlebt. Dabei liegt der Hauptfehler ganz woanders. Mal ehrlich, wer will da mit dem Torwart tauschen...



    Analog gilt dies auch für die Spieleröffnung über die breiten IV oder AVs, wenn diese i.d.Regel nur direkt zum Torwart zurückspielen. Der ballferne Stürmer läuft beim Abspiel zum Torwart.


    In der D-Jugend ist es eh sinnvoll in der Defensive zur Ballseite zu verschieben. Gerade auf den offensiven Positionen, da kommt es also immer häufiger vor, dass dieses direkte KLatschen lassen zum Torwart, diesen in arge Bedrängnis bringt.




    3) Auch um diesem Automatismus des direkten Psses zum Torwart "ausuzutrainieren" , sollen bei mir die Kinder nie direkt zu diesem zurückspielen. Nachdem sie den Ball Verarbeitet/gesichert haben, können sie das gerne machen.
    Aber eben als aktive und bewusste Lösungsmöglichkeit aus einem Potfolie an Möglichkeiten. Nicht als automatisierte und "einzige" Handlungsweise.


    Irgendwann, haben die Spieler die "offene Spielstellung" verinnerlicht, kennen und können verschiedenste Möglichkeiten und wählen selbstständig diese aus. Dann ist auch ein direkter Pass zum Torwart ok, weil er eben bewusst und in Kenntnis der SPielsituation gespielt wird.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill